Informationstafel der "Heimatfreunde Kurort Gohrisch" e.V.:
Eiszeitliche Geschiebe = Findlinge und Gletscherkies
Das nördliche Europa unterlag im Pleistozän drei Vereisungen, wobei die
erste während der Elsterkaltzeit vor etwa 425.000 Jahren am weitesten nach
Süden vorstieß und auch die heutige Gohrische Ebenheit bedeckte.
Die größeren Tafelberge blieben aufgrund der Eishöhe von etwa 400 m
unbedeckt und ragten als Inseln aus dem Eis hervor.
Die damals noch zusammenhängende Tafelbergkette von Gohrisch (Stein),
Papststein und Kleinhennersdorfer Stein staute das Eis an und behinderte es
im weiteren Vordringen nach Süden.
Im Grunde der Gletscher wurden eine Schicht fremden Bodens und nordische
Gesteine mitgeführt.
Die maximale Südgrenze der Vereisung befand sich nur etwa 6 km südlich von
diesem Standort, sie wird allgemein als Feuersteinlinie bezeichnet.
Verschiedene Gesteinsarten lassen sich noch heute als Glazialkies
(Steinbestreuung) hier auf dem Feld in westlicher Richtung nachweisen. (Quarzite,
Grauwacken, Kieselschiefer, aber auch voreiszeitliche böhmische Elbschotter,
wie Basalt und Phonolithe, welche das Eis wieder in südliche Richtung
zurückschob.) Eine Auswahl davon ist auf nebenstehender Schauplatte
ersichtlich.
Einige größere Geschiebe (Findlinge) wurden offenbar bei der Urbarmachung
des Feldes als Hindernisse beseitigt und an den Feldrand transportiert.
Dieser größere, aus Quarzit bestehende Findling mit einer Masse von über 500
kg konnte 1999 aus einer Senke am Feldrand geborgen werden.