Forstweg und aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Beschreibung:
Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass
ich auf der Internetseite
www.wandermap.net eine Streckenwanderung von Bad Schandau nach
Königstein mit dem Namen "4 Steine" entdeckt habe. Da ich Wanderungen mit
unterschiedlichem Start- und Endpunkt überhaupt nicht mag, wurde die
Route gleich noch um einen Stein erweitert und schon war eine schöne
Rundwanderung fertig. Dass die Tour mit vier Steinen auf
www.wandermap.net
schon in der Kategorie schwere Wanderung eingestuft wurde, habe ich erst mal
ignoriert und mich auf den Weg gemacht.
Da ich nicht schon wieder Parkplatzgebühren bezahlen wollte, habe ich den
Startpunkt nach Prossen gelegt. Von dem langen Parkstreifen geht es
in Richtung Bad Schandau. Hier bleibt einem kaum etwas anderes übrig,
als auf der Straße zu wandern. Netterweise ist die Wanderung hier schon mit
dem gelben Strich
markiert und dieser Markierung geht es hinterher. Zuerst passiert man das
riesige Bekleidungszentrum der Bundeswehr und dann unterquert man die
Bahnlinie von Bad Schandau nach Sebnitz. An der Vorfahrtsstraße geht es nach
rechts weiter. Hier macht die Straße irgendwie einen ganz besonders
komischen Schlenker,
aber
es ist egal welche der beiden Straßen man
wählt, beide führen wieder zusammen und nach kurzer Zeit erreicht man die
Elbbrücke. Hier wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und man überquert die Elbe. Auch wenn die Brücke nicht von herausragender
Schönheit ist, so ist der Blick auf Bad Schandau und in die andere Richtung
auf den Lilienstein ganz nett.
Auf der linken Elbeseite angekommen, wandert man nach links unterhalb des
Bad Schandauer Bahnhofs weiter. Dadurch, dass man auf das heutzutage schöne
Panorama von Bad Schandau drauf zu wandert, ist es nur leicht störend, dass
es an einer Fahrstraße entlang geht. Zum Glück ist auf der gesamten Strecke
ein Bürgersteig, sodass das Stück leicht bewältigt wird, bis nach etwas
weniger als 1 ½ Kilometern rechts der Aufstieg aus dem Elbtal beginnt. Der
Weg über den Täppichtsteig ist mit dem roten Strich
markiert und für einen Aufstieg aus dem Elbtal sehr angenehm. Nach diesen
ersten paar Höhenmetern erreicht man die Ebene oberhalb des Elbtals. Der Weg
verläuft sehr gerade durch die Felder und führt direkt auf den ersten Stein,
den Kleinhennersdorfer Stein, zu. Die Ortschaft Kleinhennersdorf wird
einmal passiert und dann geht es an einem Waldrand entlang. Auf der linken
Seite befinden sich zwei Biotope in der großen Wiese. Wer Zeit und Muße hat,
sollte die paar Meter näher an diese zugewucherten Wasserlöcher unternehmen
und staunen, was man selbst von der Absperrung um die Teiche alles an
Lebewesen beobachten kann. Die Wanderung führt am Waldrand entlang, bis die
erste größere Möglichkeit, nach rechts abzubiegen, besteht. Der Aufstieg ist
ziemlich einfach und dann kann man sich auf dem Kleinhennersdorfer Stein auf
die Suche nach den drei Höhlen machen. Im
Vergleich zu allen andern Steinen
auf dieser Runde ist der Kleinhennersdorfer Stein der unscheinbarste und
außer ein paar Besuchern der drei Höhlen trifft man nur selten Wanderer. Das
gilt ganz besonders für die Ebene oben auf dem Stein.
Der Abstieg erfolgt auf der südlichen Seite über ein paar ausgewaschene
Stufen. Wenn die Wanderweg-Kreuzung erreicht wird, geht es weiter
geradeaus, bis die Wegmarkierung roter Punkt
erreicht ist und der Aufstieg auf den Papststein beginnt. Wenn man auf dem Kleinhennersdorfer Stein gestanden und
zum nächsten Ziel, dem Papststein, rüber gesehen hat, dann denkt man schon mit
Grausen daran, dass zwischen den beiden Steinen eine ordentliche Schlucht
liegt. Aber dadurch, dass die Wanderung einen Schlenker in südliche Richtung
unternommen hat,kommt man gar nicht durch diese Senkeund die
Höhenmeter halten sich doch in Grenzen. Mit dem
roten Punkt erreicht man also den Aufstieg. Es
geht über einige Stufen hoch. Ganz komisch erscheint, dass man erst noch
eine ganze Weile auf einem Absatz mit einem sehr stabilen Geländer entlang
wandert. An der westlichen Seite kommt man dann doch
endlich auf den höchsten Punkt des Papststeines. Hier befinden sich eine
Gaststätte und gleich mehrere tolle Aussichten. Als ich die Wanderung
unternommen habe, war es bibberkalt und genau in dem Moment, als ich das
Gasthaus passierte, lief ein Tablett mit Glühwein an mir vorbei (Küche und
Gaststube sind in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht). An der nördlichen Aussicht (die Aussicht mit dem
lustigen Felsengebilde) kann man schon mal das nächste Ziel der Wanderung,
den Gohrisch,
sehen. Am Abstieg ist
in den Felsen eine Inschrift angebracht, die auf eine königliche
Forstvermessung aus dem Jahre 1863 aufmerksam macht. Graffitis aus dieser
weit vergangenen Zeit halten länger als heutige. Zum Glück.
Der Abstieg erfolgt über so ein paar hundert Stufen (genauer gesagt sind es
519 Stufen). Ich glaube, der Papststein ist der einzige Felsen, der eine
Weg-Beleuchtung hat. Nach dem Abstieg erreicht die Wanderung die Fahrstraße,
die aber nur überquert werden muss, um gegenüber am Parkplatz nach rechts
auf dem Bodenlehrpfad ein Stück zu
wandern. Dieser Lehrpfad führt um den Gohrisch herum, um dann auf der
gegenüberliegenden Seite auf den Felsen hoch zu klettern. Der Aufstieg ist
nicht besonders kompliziert, aber doch ziemlich abwechslungsreich. Dadurch,
dass der Gohrisch relativ wenig Bewuchs hat, kann man in alle
Himmelsrichtungen eine tolle Aussicht genießen. Der Abstieg erfolgt auf der
östlichen Seite (also auf der Seite des Papststeins) über mal wieder einige
Treppenstufen.
Am Ende des Abstiegs erreicht man die bekannte Wanderwegmarkierung roter
Punkt
,
der man nach rechts folgt. Es ist noch gar nicht so lange her, da führte die
rote Wanderwegmarkierung über die Fahrstraße, aber das ist gerade geändert
worden und so wird die Qualität dieses Teilstücks doch richtig nett
gesteigert. Erst nachdem die rote Wanderwegmarkierung aus dem Wald heraus
tritt, muss man ein Stück auf der Straße wandern. Ganz komisch ist, dass die
Straße nach etwas mehr als ½ Kilometer einen seltsamen Haken macht.
Hier verlässt die Wanderung die Straße und nimmt eine Abkürzung durch den
Wald (weiterhin rot markiert). Man erreicht die Straße an einer
Kreuzung wieder und auf der gegenüberliegenden Seite wird die Wanderung auf
einem Waldweg fortgesetzt. Bei diesem Waldweg handelt es sich um ein 2
Kilometer langes Stück, das durch einen Nutzwald führt. Ziemlich am Ende des
Teilstücks kann man schon durch den Wald auf der rechten Seite den
Pfaffenstein sehen. An einer Stelle lässt sich sogar schon ein Blick auf die
besonders auffällige Felsnadel am Pfaffenstein mit dem Namen Barbarine
erhaschen. Nach den besagten 2 Kilometern beginnt auf der rechten Seite der
Aufstieg zum Pfaffenstein. Zum Anfang handelt es sich um eine leichtere
Steigung, die bis zum Felsfuß führt. Hier ist ein netter Sitzplatz in den
Felsen gearbeitet und eine Gedenktafel erinnert an Herrn Karl Gottlob
Jäckel, den ersten Erschließer des Pfaffensteins. Hier gibt es zwei
unterschiedliche Aufstiegsmöglichkeiten. Einerseits kann man rechts durch
die breite Schlucht, andererseits links über die
Treppen in der Felsspalte hoch auf
den Pfaffenstein kommen. Ich finde den Weg auf der linken Seite durch die
Felsspalte viel interessanter. Auf dem Pfaffenstein angekommen, sind drei
Punkte besonders erwähnenswert. Zu allererst ist die Gaststätte im Zentrum
des Steines ein beliebter Punkt, um sich zu erfrischen. Dann ragt der
Aussichtsturm über die Baumwipfel und lädt zu einer kleinen
Besteigung ein. Das Wichtigste am Pfaffenstein ist aber der Pfad zum
südlichen Ende des Felsens mit der Barbarine. Diese fast 50 Meter hohe Felsnadel
musste für ihr Weiterbestehen schon mit so mancher Betonplombe versehen
werden, aber sie ist schon ziemlich
beeindruckend.
Der Pfaffenstein ist ein ziemlich interessanter Felsen der Sächsischen
Schweiz und hier gibt es so einiges zu erforschen, aber das würde
diese Wanderung zeitlich zu stark beanspruchen und deshalb geht es auf der
nördlichen Seite mit der Wanderwegmarkierung grüner Punkt
abwärts. Der Abstieg erfolgt über einige Stufen und eine Engstelle mit dem
Namen Nadelöhr. Die Stelle ist wirklich eng. Mit einem größeren Rucksack
oder einer Kindertrage wird nur ein extrem schlanker Wanderer durch kommen.
Aber auf dieser Wanderung wird sowieso keiner sein Kind auf dem Rücken tragen.
So durchtrainiert kann (glaube ich) kein Rücken sein. Wenige Meter bevor man
die Ortschaft Pfaffendorf erreicht, biegt der markierte Weg nach links ab.
Die Wanderung führt oberhalb der Ortschaft bis zum Sportplatz.
Kurz
vor dem Sportplatz geht es dann nach rechts abwärts und hier hat man schon
eine Aussicht auf das letzte Ziel der Wanderung, den Lilienstein. Dazu muss
aber erst mal die Elbe überquert werden. Die markierte Wanderung überquert
die Fahrstraße und es geht wenige Meter auf der Straße abwärts, um dann auf
die schöne kleine Straße mit dem Namen Pfaffenberg abzubiegen. Es ist
wirklich immer wieder sehr angenehm, auf diesem Weg ins Tal abzusteigen, da bis auf wenige Ausnahmen jedes Haus hier geschmackvoll
hergerichtet ist. Im unteren Teil sind auch noch ein paar Häuser
über hölzerne Brücken mit der Straße verbunden. Das sieht wirklich nett aus.
Am Ende der Straße erreicht man die uralte Postsäule von Königstein.
Über den Kreisverkehr sind es nur noch wenige Meter bis zur Elbe und damit
erreicht man dann auch die einzige Möglichkeit, den Fluss trocken zu
überqueren. Die Fähre fährt in ziemlich hoher Taktrate und so ist man
schnell auf der anderen Elbseite angekommen. Jetzt geht es an die Besteigung
des letzten Steins. Dieser Aufstieg ist zweigeteilt. Zuerst muss man
über die Wanderwegmarkierung blauer Strich
von der Elbe hoch auf die Ebene vor dem Lilienstein steigen. Am
Panoramahotel Lilienstein (www.hotel-lilienstein.de)
hat man die ersten 130 Höhenmeter überwunden und es geht zur Erholung ein
paar Meter über die Felder in Richtung des Felsen. Auf den Lilienstein
führen zwei Wege für Wanderer und beide sind gleich anstrengend. Für diese
Wanderung geht es auf der Vorderseite (südliche Seite) hoch. Zuerst führt
der Wanderweg durch den Wald bis zum Felsfuß. Dieser Aufstieg erfolgt noch
mit so einigermaßen angenehmer Steigung, aber dann geht es an die letzten
Höhenmeter dieser Wanderung und diesen Aufstieg merkt man dann doch
ziemlich. Dafür wird man nach den letzten Stufen mit einer Vielzahl an
schönen Aussichten belohnt. Die erste Aussicht in der Nähe des Aufstiegs ist
die westliche Aussicht. Hier kann man sehr schön auf die Elbe in Richtung Rathen und Bastei blicken. Dann geht es ein kleines Stück
zurück und an der Gaststätte auf dem Lilienstein vorbei. In der Mitte bzw.
auf der südlichen Seite befindet sich die große Aussicht am Wettinobelisk.
Von hier hat man einen sehr guten Blick auf die Festung Königstein, die
Stadt Königstein und die gerade bestiegenen vier Steine (von links nach
rechts: Kleinhennersdorfer Stein, Papststein, Gohrisch und Pfaffenstein).
Von dieser Aussicht folgt man weiterhin der Felskante und erreicht bald die
östliche Aussicht.
Von
hier kann man sehr schön über die Elbe und
die beiden Elbebrücken nach Bad Schandau sehen. Im Hintergrund sind die
Schrammsteine und der Falkenstein deutlich zu sehen. Auch auf der nördlichen
Seite des Liliensteins befindet sich eine Aussicht, die aber im Verhältnis
zu den restlichen nicht so spektakulär ist, da mehr gewöhnliche
Berge im Bereich der Lausitzer Verschiebung zu sehen sind.
Die Wanderung verlässt den Lilienstein auf der nördlichen Seite über so
einige Stufen und erreicht nach dem Abstieg die Wanderwegmarkierung gelber
Strich
.
Über diese Markierung wird jetzt das letzte Teilstück der Wanderung
absolviert. Dazu wird zuerst die Nationalpark-Bildungsstätte Sellnitz
passiert. Ins Freigelände dieser Einrichtung des Nationalparks kann man
immer wieder mal einen Abstecher unternehmen und es ist selbst für Erwachsene
ganz unterhaltsam. Noch lustiger ist es natürlich, wenn irgendwelche
Praktikanten des Nationalparks einer Horde Kindern die Natur ein
bisschen näher bringen möchten. Meistens beherrschen die Mitarbeiter des
Nationalparks dieses Kunststück schon sehr gut, aber manchmal sind einfach
Kinder dazwischen, die zu sehr abgestumpft sind und lieber zurück an ihre
Spielkonsole wollen.
Die Wanderung verläuft noch ein ganzes Stück an der Kante zum Elbtal
entlang, bis es dann mit einem sehr angenehmen Gefälle abwärts geht. Kurz
vor der Ortschaft Prossen erreicht die Wanderung den Elberadweg. Ganz
besonders auffällig ist die relativ hohe und lange
Trockenmauer. Die Wanderung
führt an einem ehemaligen Dreiseitenhof vorbei und erreicht bald das
Rittergut von Prossen. Von der Rückseite wirkt das Rittergut einfach nur wie
ein besonders auffällig großes Gebäude, aber von der Vorderseite handelt es
sich mit dem großen Wendekreis um ein sehr imposantes Gebäude.
Besonders schön sieht das schmiedeeiserne Geländer am Balkon in der ersten
Etage aus. Jetzt muss nur noch das gerade Straßenstück von Prossen bis zum
Ausgangspunkt der Wanderung bewältigt werden.
Damit ist eine Wanderung geschafft, die schon ziemlich anstrengend ist, aber
mit einer großen Anzahl toller Aussichtspunkte aufwartet. Wenn man bei
Insidern der Sächsischen Schweiz von dieser Runde erzählt, dann erntet man
entweder großen Respekt oder man wird ziemlich mitleidig angesehen. Auf
jeden Fall war ich selber ziemlich stolz auf mich selber, dass ich diese
Runde ohne Blasen und mit nur zwei Tagen Muskelkater überstanden habe. Aber
so war der nächste Wandertag eine Erholungsrunde mit den Kindern.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt eine sehr gute Bahnverbindung nach Bad Schandau. Von dort fährt die
Buslinie R-253 bis nach
Prossen.
Auto:
Bis Bad Schandau über die B172, hinter der großen Elbebrücke rechts abbiegen in die Richtung Rathmannsdorf/Hohnstein. Die Straße weiterfahren bis nach ca. 700 Metern links die einzige Zufahrt in die Richtung Prossen kommt. Hier also links abbiegen und weiter fahren, bis auf der linken Straßenseite der Parkstreifen kommt.
Empfohlener Parkplatz:
Prossen Spielplatz
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