Da der Begriff Lapidarium so gebräuchlich nicht ist, sei als
Erklärung vorangestellt, dass es sich dabei um eine Sammlung von Steindenkmälern
handelt. (lapidar: lat.: „In Stein gehauen“)
Der Ursprung der Grenzsteine geht bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.
Um 1557 erfolgten die erste Beschreibung der kursächsischen Wälder (Georg Oeder)
sowie die Vermessung der Hauptwaldungen. Das Aufstellen der kurfürstlichen
Grenzsteine ist auch auf einen Befehl des Churfürsten Christian vom 6. Juli 1591
zurückzuführen. Es wurde angeordnet, dass,
weil die Gehölze und Wälder sehr angegriffen, verödet und verwüstet wären, das
beste Holz unter fremden Namen verschlagen, zu Brettern verschnitten, zu Wagner-
und Böttcherholz verarbeitet, Baumstämme zu Feuerholz verwendet, und das alles
durch die zweite und dritte Hand zu Wasser und Lande vertrieben und verhandelt
werde; auch die jungen Gehaue nicht gehegt, sondern mit dem Vieh betrieben
worden seien, es einer Holzordnung bedürfe.
Es kam somit zu einer umfassenden Inventur und Abgrenzung der kurfürstlichen
Wälder, denn der Holzbedarf war durch die Vermeilerung, durch Pechsiederei, den
Silberbergbau im Raum Freiberg sowie durch die Eisenhämmer um Pirna stark
angestiegen.
Mit Einführung der Landes- Verfassung 1831 wurden die landesherrlichen, also die
königlichen Wälder, Eigentum des sächsischen Staates.
In der Exposition sind Vertreter zweier Kategorien von Grenzsteinen vertreten:
Landesgrenzsteine zur Kennzeichnung der heutigen Staatsgrenze, früher
Landesgrenze zwischen Sachsen und Böhmen, und, im größeren Umfang,
Forstgrenzsteine, welche zur Markierung der Grenzen des ehemaligen
kürfürstlichen bzw. königlichen Waldes und späteren Staatswaldes gesetzt wurden.
Die hier aufgestellten Landesgrenzsteine wurden im Zuge der Neuversteinung der
DDR-Grenze von ihrem alten Standort entfernt und u.a. bei Cunnersdorf abgelagert
(1979). Vorgesehen war, sie im Fundament für das Staatsjagdgebäude in
Cunnersdorf einzubauen. Mit Genehmigung des ehemaligen Rates des Kreises Pirna
wurden die wertvollsten Steine geborgen. Sie bildeten den Grundstein des
Grenzstein Lapidariums. In den folgenden Jahren, bis gegen 1988, wurden dann
Forstgrenzsteine, die teilweise beschädigt oder von ihrem Standort entfernt
worden waren, also somit ihrem Verwendungszweck nicht mehr dienten, gesammelt
und gemeinsam mit Herrn Torke vom Arbeitskreis Sächsischen Schweiz, am jetzigen
Standort aufgestellt (1988). 1991 schließlich wurde das Grenzstein- Lapidarium
in die Museumsliste des Landkreises Pirna aufgenommen.