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Informationstafel Schnittmodel eines Holzkohlemeilers
Um einen vertikalen Schacht (Quandel), aus vier Stangen
bestehend, welche mit brennbarem Material gefüllt ist, wurden 3-4 Lagen Holz
haubenartig so herum gesetzt, dass ein Neigungswinkel von ca. 50 Grad
entsteht. Die Außenhaut wurde mit Reisig, Moos, Gras u.ä. belegt und
letztlich mit Erde abgedeckt. Über einen Schacht am Boden, horizontal zur
Quandel führend, wurde der Meiler angezündet. Mit Hilfe dieses Schachtes
wurde auch die Luftzufuhr reguliert, welche äußerst gering gehalten werden
musste. Die Brenndauer betrug 5-10 Tage. Die Meiler hatten ein Volumen von
20 bis 70 Rm Holz. Aus einem Raummeter entstanden etwa 50-80 kg Holzkohle.
Informationstafel Nr.32 des Cunnersdorfer Lehrpfades:
Die Holzkohle war bereits im ausgehenden Mittelalter ein
begehrter Brennstoff. Besonders Schmelzhütten, Gießereien und
Schmiedewerkstätten benötigten große Mengen Heiz- und Härtemittel. Auch in
unseren Gebieten war eine Anzahl Meilerstätten anzutreffen, die für die
Eisenhämmer (Hüttenhofmühle) und Königstein brannten. Ganze Waldungen fielen
dem Gewerbe zum Opfer, und die besten Hölzer wurden verkohlt. Als zu Ende
des Siebenjährigen Krieges die Holznot zu ernsten Sparmaßnahmen zwang,
befahl ein Kurfürstliches Mandat den »Feuerarbeitern«, statt Holzkohle
Steinkohle zu verwenden.
Seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ging jedoch das
Köhlereigewerbe erheblich zurück. Die Ursache war in ständig steigenden
Holzpreisen und in der Verwendung von Koks statt Holzkohle zu suchen.
In Cunnersdorf war nur noch eine einzige Köhlerei vorhanden, die bis zum
Jahre 1920 in Erdmeilern brannte. Danach wurde Holzkohle in gemauerten Öfen
für Kunstschmiede, Gold- und Silberschmiede und Klempner gebrannt.
Bis 1950 wurde Holzkohle für Generatorautos noch in geringen Maße verkohlt
(ein- bis zweimal in zwei Wochen etwa 100 bis 200 Raummeter in vier Öfen).
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