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Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass wir wissen wollten, warum so
viele Radfahrer über die wirklich hässliche Bundesstraße B172 zwischen Bad
Schandau und Königstein unterwegs sind. Viel schöner müsste doch ein Weg an
der Elbe entlang sein. Auf der gegenüberliegenden Elbeseite führt zwar ein
Radweg über Schandau - Prossen - Halbestadt, aber diesen Weg wählen nicht
viele
Radfahrer. Scheuen sie sich nur vor den Gebühren für die
Fähre von Halbestadt nach Königstein? Jedenfalls war es für uns an der Zeit nachzusehen,
warum es keinen Radweg auf der linken Elbeseite zwischen Bad Schandau und
Königstein gibt. Den Startpunkt haben wir an den Lieblingsspielplatz unserer
Kinder, das Elbefreizeitland in Königstein (www.elbefreizeitland-koenigstein.de), gelegt.
Wir sind die Runde innerhalb von sehr kurzer Zeit gleich zwei Mal gelaufen.
Das erste Mal sind wir vom Ausgangspunkt zuerst hoch aus dem Elbetal in Richtung Gohrisch gestiegen,
oben entlang nach Bad Schandau und dann an der Elbe zurück nach Königstein
gewandert. Da man sich mit dieser Variante, durch den
Wasserstand der Elbe, ziemlich gemein reinlegen kann, empfehlen wir, zuerst
an der Elbe entlang zu wandern. Vom Ausgangspunkt kann man elbaufwärts
entweder gleich an der Panoramagaststätte & Pension (www.bomaetscher-koenigstein.de)
runter zur Elbe oder zwischen der Bahntrasse und dem Elbefreizeitland
entlang wandern. Der schönere Weg ist, gleich den Pfad zwischen der Elbe und
den Gebäuden zu wählen. Überraschenderweise wird der Pfad noch vor dem
Ortsende relativ breit und auch für Fahrzeuge befahrbar. Hinter den letzten
Häusern von Königstein hat die Elbe auf der Kurveninnenseite ein paar Senken
gebildet, die als Biberlöcher bezeichnet werden. Normalerweise kann man sehr
schnell an den Nagespuren erkennen, ob irgendwo ein Biber wohnt.
Solche Spuren sind aber leider an den Biberlöchern nicht zu
entdecken. Das einzige Tierische ist eine Schafherde, die zwischen den
Senken und der Elbe ihren Stammplatz hat.
Ein paar hundert Meter hinter den Biberlöchern hört der befahrbare Weg
auf und es geht auf einem gut begehbaren Pfad weiter. Ab diesem Bereich ist
die Bahntrasse schon relativ nah an der Elbe, aber es ist noch ausreichend
Platz, um auf dem auf halber Höhe zwischen Bahntrasse und Elbe verlaufenden Pfad in
Richtung Bad Schandau zu wandern. Die Trasse ist an manchen Stellen nicht ganz so breit wie ein gewöhnlicher
Radweg und damit haben wir uns die Frage beantwortet, warum hier bis heute
(2009) noch kein Radweg angelegt worden ist. Vielleicht erkennen die
Verantwortlichen in den nächsten Jahren die Gefahr der Radfahrer auf der
Bundesstraße und finden eine ordentliche Lösung für die wenigen Kilometer
fehlenden Radweg. Hoffentlich muss nicht erst ernsthaft was passieren, bis
die Verantwortlichen darauf reagieren.
Die Wanderung führt über den Pfad auf Bad Schandau drauf zu. Sehr nett sieht
die alte Eisenbahnbrücke aus. Auch wenn sie früher noch viel schöner aussah,
so strahlen die alten Brückenköpfe immer noch etwas besonderes aus. Nach
ungefähr einem ¾ Kilometer auf dem Pfad erreicht man die erste Treppe nach
rechts hoch. Die paar Stufen führen auf die Ebene des ehemaligen
Betriebsgeländes des Bahnhofs Bad Schandau.
Alle diese Gebäude und
Einrichtungen sind inzwischen entfernt worden und so steht man auf einer
relativ großen Freifläche. Auf der gegenüberliegenden Gleisseite stehen zwei
Häuser mit einem Tunnel unter der Bundesstraße. Die offizielle Fassung
dieser Wanderung ist, dass man über die Ebene bis zur Straßenbrücke und dann
zurück über das wirklich hässliche Stück B172 zur Abzweigung Gohrisch (ca.
350 Meter) wandert. Die illegale Variante (ohne Kinder) ist, die zwei
Bahngleise mit maximaler Aufmerksamkeit an den beiden Häusern zu überqueren
und dann die Bundesstraße durch den Tunnel zu unterqueren. Ich habe die
beiden Häuser schon sehr häufig gesehen und immer gestaunt, wie man dort
wohnen kann, aber wenn man an den Häusern steht, dann ist die Bundesstraße
gar nicht so laut und der größere Lärm kommt von den vorbeifahrenden Zügen.
Auf der Rückseite des Tunnels geht die Wanderung eigentlich wenige Meter
nach rechts auf dem Rietschgrundaufstieg weiter. Komischerweise gibt es
keine Verbindung zwischen diesen beiden Wegen, die höchstens 30 Meter
voneinander entfernt sind. Also heißt es querfeldein nach rechts den Hang
hoch stampfen.
Sehr komisch war, dass zwischen unseren beiden Wandererkundungen genau diese
Stelle in der Zeitung und im Fernsehen war. Hier hatte die Polizei mitten in
der Nacht versucht, einen
Autodieb zu stoppen. Dieser hat es aber geschafft, zu Fuß in
den dunklen Wald zu flüchten und damit tatsächlich den Polizisten zu entkommen. Insgesamt hatte seine Flucht zwei Tage gedauert, bis er in einem
polnischen Krankhaus festgenommen wurde. Wenn man jetzt am hellen Tag durch
den Wald wandert, dann ist es schwer vorzustellen, wie sich dieser Autodieb,
aber auch die Polizisten, gefühlt und bewegt haben.
Der Aufstieg ist ganz angenehm und nach 300 Metern
erreicht man die obere Kante des Elbtals.
Auf der Ebene zwischen dem
Elbtal und der Ortschaft Gohrisch verlaufen einige Rundwege und auf einem
Teilstück dieser Rundwege soll die Wanderung jetzt weiterverlaufen. Dazu
biegt man an der Oberkante des Elbtals nach rechts ab auf den Kammweg. Auf
den ersten paar Metern fallen gleich drei Grenzsteine auf der rechten
Wegseite auf. Diese drei Säulen sind aber erst der Anfang von einer ganzen
Kette an Grenzmarkierungen. Wir haben noch nie einen Weg gesehen, an dem
mehr Grenzsteine als an diesem Waldweg stehen.
Diese variieren
nicht nur in der Größe
ziemlich, auch handelt es sich zum Anfang um Kursächsische Forstgrenzsteine
mit gekreuzten Schwertern und römischen Zahlen (z.B. DCCXVII
(Umrechnung=717))und ab der halben Strecke auf dem Kammweg wechselt das
Zahlenformat auf dezimale Zahlen (z.B. 41).
Gleich der erste Grenzstein mit
einer dezimalen Zahl enthält auch noch eine Jahreszahl von 1831. Wenn man sich
diesen sehr gut erhaltenen Stein ansieht und dann die Grenzsteine mit den
römischen Ziffern, kommt schnell die Frage auf, wie alt diese
Steine wohl sein mögen?
Der Kammweg erreicht nach einer sehr ruhigen Strecke von etwas mehr als 1½
Kilometern den Rundweg Folge. Dieser Weg ist mit dem gelben Punkt
markiert. Eigentlich geht es auf dieser Wanderwegmarkierung nur
100 Meter nach rechts und dann ist der Zick-Zack-Abstieg erreicht. Wenn man
aber noch ein paar Meter (ca. 300 Meter) weiter der Wanderwegmarkierung
folgt, dann erreicht man den Zugang zur Felsenbühne. Diese Felsenbühne ist
natürlich nicht so bekannt wie die Felsenbühne von Rathen, aber auch dieser
Platz wird immer noch gepflegt. Genau dadurch, dass die Pflanzen immer
wieder zurückgeschnitten werden, hat man von der Felsenbühne auch eine nette
Aussicht auf den Lilienstein.
Jetzt geht es zum letzten Stück dieser Wanderung. Dafür muss man die
besagten 300 Meter wieder zurück auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis
nach links ein gut sichtbarer Waldweg abbiegt. Die ersten paar Meter auf
diesem Weg verlaufen noch fast horizontal, aber dann kommt der eigentliche
Abstieg. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Die eine Variante
ist der Zick-Zack-Weg etwas mehr auf der linken Seite, die andere der geradlinige
Pfad durch den Hohlweg. Mit beiden Möglichkeiten kommt man auf jeden Fall in
die Senke der Großen Hirschke und damit dann auf die Bundesstraße B172. Die
Straße muss nur überquert werden, um dann gegenüber auf der Zufahrt zum
Elbefreizeitland die letzten paar Meter zu wandern.
Die Wanderung war überraschender Weise gleich in mehrfacher Hinsicht interessant.
Zuerst mussten wir feststellen, dass es einen gut begehbaren Pfad zwischen
Bahntrasse und Elbe gibt. Dann waren wir von den Wohnhäusern und dem Tunnel
unterhalb B172 überrascht. Das letzte Interessante war der eigentliche
Kammweg mit der hervorragenden Ruhe und der riesigen Anzahl an uralten
Grenzsteinen. Das einzige Manko auf dieser Wanderung war der wirklich
hässliche Teil im Bereich der Bad Schandauer Straßenbrücke. Auch mit dem
Fahrrad lasst sich dieser Weg unserer Meinung nach meistern. Zwar ist er
stellenweise schmal, manchmal etwas hubbelig und der ein oder andere Ast
könnte einen zum Kopf einziehen zwingen, aber angenehmer als auf der dicht
befahrenen B172 ist es hier allemal.
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