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Eigentlich wollte ich die Wanderung auf dem Parkplatz am Königsteiner
Kreisverkehr beginnen. Irgendwie hatte ich diesen Parkplatz viel größer in
Erinnerung. Leider bzw. zum Glück passen auf diesen kostenpflichtigen
Parkplatz nur ca. 10 Autos und alle Plätze waren besetzt. Also habe ich mich
daran erinnert, dass auf der Bielatalstraße ein breiter Seitenstreifen ist
und der sogar ohne Parkscheibe benutzt werden kann. Dieser Seitenstreifen
ist unterhalb der Straße, die nach Pfaffendorf hoch geht.
Von hier geht es wieder zu Fuß zurück, bis nach links die erste Straße, die
Mühlgasse, zur Kirche hoch führt. Diese Gasse läuft man bis zur Kirche und
geht auf der gegenüberliegenden Seite einen schmalen Weg links den Berg
hoch. Er ist mit dem blauen Strich
gekennzeichnet. Wenn man genau vor der Kirche steht, macht der Weg nicht den
Eindruck, dass es ein offizieller Wanderweg ist, aber nach sehr kurzer
Strecke ist es eindeutig einer. Nun steigt man über sehr viele Stufen zuerst
bis zur ehemaligen Palmschänke, die heutzutage keine Gaststätte mehr ist,
und dann über einen gemäßigten Weg weiter hoch bis zur Festung Königstein.
Der
Weg endet vor dem großen Busparkplatz und dem Eingangsbereich des Aufzugs.
Obwohl ich schon einige Male auf der Festung gewesen bin, habe ich bis zu
dieser Wanderung nicht gewusst, dass es so einen riesigen Aufzug auf die
Festung gibt. Ich als Technikbegeisterter musste dann natürlich auch mal
damit fahren. Witzig fand ich es, dass neben dem Fahrstuhlfahrer nur meine
Tochter und ich sowie noch ein Pärchen drin waren, und dann auch, als später
in einer Zwischenebene eine Palette Bier in den Aufzug geschoben wurde und
der Fahrstuhlfahrer meinte, jetzt wäre der passende Zeitpunkt
steckenzubleiben. Nur meine Tochter war nicht davon begeistert.
Als wir oben wieder ausgestiegen waren, zog ein mächtiger Wind um die
Festung. Trotzdem haben wir uns vorgenommen, einmal die Festung zu umrunden,
und liefen im Uhrzeigersinn an der Festungsmauer entlang. Zuerst erreicht
man die Stelle, an der sich früher der
alte Lastenaufzug befand. Auch
heute noch kann man sich die Stelle sehr gut als Standort des Aufzuges
vorstellen, da es unten eine große breite Fläche gibt, die mit jeglichen
Fahrzeugen gut zu erreichen ist. Wenn man runter ins Tal blickt, kann man
die Bielatalstraße mit der Papierfabrik sehen. Gleich hinter einem befindet
sich das
alte Zeughaus mit einigen alten
Kanonen davor. Wie sich das gehört, musste natürlich auch meine Tochter auf
eine dieser Kanonen gesetzt werden. So wie die Dinger aussehen, haben auf
der Kanone schon tausende Menschen gesessen. Weiter ging es an der Mauer
entlang in Richtung Osten. Hier stehen einige kleine
Wachtürme an einer raffiniert angelegten
Befestigungsmauer. Die Mauer ist komplett in einem Zickzack ausgeprägt,
damit man den angreifenden Feind auch von hinten erwischen kann.
Da der Feind die Festung aber auch in Form von Seuchen schwächen könnte,
gibt es an der Ostseite eine so genannte
Pestkasematte. Eigentlich ist das
nichts anderes als eine tiefe Felsspalte, in der Pestkranke isoliert werden
könnten. Heutzutage kann man von oben in den Raum hinein sehen. Es ist ein
mächtig tiefer Raum, der die typisch längliche Form einer Felsspalte hat.
Dann
ging es weiter in nordwestlicher Richtung bis zu einem kleinen Haus, das
über die Felsmauer hinaus ragt. Der Name dieses Hauses ist - vielleicht
etwas übertrieben -
Friedrichsburg (Christiansburg). Ich
dachte erst, es wäre irgendein großes Esszimmer mit einem gigantischen
Ausblick auf die Elbe, aber im Nachhinein habe ich erfahren, dass dieser
sehr schöne Raum vom Standesamt für Trauungen benutzt wird. An der gleichen
Seite befindet sich dann auch noch ein viel kleinerer Turm mit dem Namen
Hungerturm/Rösschen. Ob das wohl
irgendeine Andeutung sein soll, das Trauzimmer gleich neben dem Hungerturm?
Danach
geht es in dem einzigen Auf- und Abgang wieder runter von der Burg. In der dunklen Appareille
kann man sich sehr gut vorstellen, dass ein Angreifer hier ein echtes
Problem hat, die Festung zu erreichen. Nicht nur, dass es in diesem Gang
sehr dunkel ist, nein, außerdem sind links und rechts sehr hohe Wände und
diese Auffahrt ist so steil, dass man ohne Hilfsmittel keine Gerätschaften
hoch bekommt. Um Pferdefuhrwerken trotzdem das Hochkommen zu ermöglichen,
ist zur Unterstützung an der Stirnseite der Auffahrt eine
Wagenwinde angebracht.
Wenn
man unten aus dem Aufgang wieder rauskommt, erreicht man die
Georgenburg und das
dazugehörende Streichwehr mit dem Torhaus. Rechts (von oben kommend) neben
dem Eingangstor hängt ein riesiger
Schlüssel aus der Neuzeit. Durch das Tor
verlässt man die Festung wieder und wandert eine breite Auffahrt weiter
hinunter bis man die letzte Schutzvorrichtung der Festung erreicht, eine
raffinierte Zug- bzw. Wippbrücke mit dem Namen
Rothe Brücke.
Damit
ist die Festungsbesichtigung beendet und es geht wieder runter nach
Königstein, diesmal aber über die alte Straße. Der Weg, der mit dem roten
Punkt
gekennzeichnet ist, beginnt gleich an der Rothen Brücke und führt über die
breite alte Festungsstraße mit riesigen Sandsteinplatten den Berg hinab. Wir
sind diesen Weg an einem herbstlichen Tag runter gegangen. Es lag schon
einiges Laub unten und hat während der Wanderung außerdem noch geregnet. Das
ergab leider eine unglückliche Kombination, da so der Untergrund relativ
rutschig war. Am Ende des Weges erreicht man die B172 (Königstein - Pirna).
Man braucht zum Glück nur ein paar Meter (ca. 100 m) auf dem Bürgersteig zu
laufen und biegt dann nach rechts in die Pirnaer Straße ab. Wenn man sich
rechts hält, dann kommt man auch wieder an der Kirche und der Mühlgasse
vorbei und erreicht den Ausgangspunkt der Wanderung.
Wer noch mehr über die Festung erfahren
möchte, es gibt eine sehr informative Internetseite zur Festung:
www.festung-koenigstein.de
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