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Einige Schilder vom Lehrpfad Cunnersdorf waren mir
schon auf vorhergehenden Wanderungen aufgefallen und so musste auch dieser
Lehrpfad einmal komplett begangen werden. Die vorherige Planung hatte
ergeben, dass es sich um eine Strecke von ungefähr 6 Kilometern handeln
müsste und damit bot sich der Lehrpfad als eine Wanderung mit Kindern ganz
gut an. Den Ausgangspunkt hatte ich an das Cunnersdorfer Freibad gelegt und
hier war ich von einem Aufkleber am Parkscheinautomaten hoch erfreut: "Extra
für Sie wurde der Parkscheinautomat außer Betrieb genommen!" Davon war ich
wirklich äußerst positiv überrascht, da in der gesamten Sächsischen Schweiz
gerade die Parkscheinautomaten und damit die bezahlten Parkplätze eine
Inflation erleben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass damit ein paar
Tagesgäste in diese Ecke der Sächsischen Schweiz gelockt werden können. Ein
Haufen Autofahrer reagieren auf Parkplatzgebühren ziemlich sauer, ganz
besonders, wenn sie nicht aus dem Zentrum einer Stadt stammen und es gewohnt
sind, vor ihrer Haustüre kostenlos zu parken. Die Wanderung startet in
Richtung Dorfmitte. Im Bereich des Parkplatzes befinden sich gleich vier
unterschiedliche Stationen des Lehrpfades. Auf der linken Seite wird auf das
Waldbad von Cunnersdorf
hingewiesen. Rechts vom Parkplatz, also zwischen dem Cunnersdorfer Bach und
dem Parkplatz, wird man auf die
versteckte Inschrift an der gegenüberliegenden Felswand aufmerksam
gemacht. Im
südlichen Bereich bzw. an der Stirnseite des Parkplatzes weist eine Tafel
auf eine Wettin- Platte
und ein Stückchen Cunnersdorfer Heimatgeschichte hin. Am nördlichen Ende des
Parkplatzes befinden sich einerseits ein Demonstrationskohlemeiler mit
gleich zwei
Informationstafeln und eine kleinere Hütte der Waldwacht mit einigen
Tafeln zur Tier- und Pflanzenwelt. Vom Parkplatz geht es also in die
Richtung der Ortsmitte. Als nächste Station wird eine Erklärung zur alten
Wasserversorgung von Cunnersdorf und das
Quellgebiet am
Cunnersdorfer Bach erklärt. Leider ist die Tafel, auf dem die einzelnen
Wasserleitungen zu den damaligen Gehöften erklärt werden, stark von den
Witterungseinflüssen beschädigt. Trotzdem ist das Anschauungsobjekt in Form
einer uralten Wasserleitung ziemlich beeindruckend. Irgendwie kann ich mir
kaum vorstellen, dass durch so einen hohlen Baumstamm am Ende der
Wasserleitung überhaupt noch Wasser ankam. Ein paar Meter weiter steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein
Haus
relativ nah an der Straße. Hier lebte der Lehrer und Volkskünstler Gerhard
Neumann. Er ist anscheinend eine besondere Persönlichkeit für Cunnersdorf
gewesen, da er gleich an mehreren Stellen im Ort genannt wird. Auf der
Straßenseite mit dem Bürgersteig kommen als nächstes vier Häuser, die unter
Denkmalschutz stehen. Nach ein paar weiteren Metern erreicht man auf der
rechten Straßenseite ein uraltes
Floßwehr.
An dieser Stelle wurden vermutlich
die Baumstämme wieder eingefangen/angehalten, die den Cunnersdorfer Bach herunter geflößt worden sind. Es ist schon ganz
faszinierend, dass in diesem kleinen Bach überhaupt Bäume geflößt werden
konnten. Dazu war schon eine ziemliche Flutwelle notwendig, die aus den
beiden Teichen Fuchsteich und Taubenteich an der Böhmischen Grenze ausgelöst
wurde. Dass der Cunnersdorfer Bach nicht immer so schön ruhig ist, kann man
an ein paar Bildern im Schaukasten neben dem Floßwehr sehen. Es ist schon
wirklich ungewöhnlich, dass so ein Rinnsal auf mehr als das 10fache
anschwellen kann, aber wenn man sich ansieht, woher der Bach kommt, dann ist
das eigentlich nicht mehr ganz so verwunderlich. Fast der gesamte
Bachverlauf liegt in einem langen, aber sehr schmalen Tal, in dem ein
Starkregen keine andere Chance hat, als als eine riesige Welle ins Tal zu
schießen. Leider liegt am Ende des Tals die Ortschaft Cunnersdorf, die den
Bach dann auf der Hauptstraße wiederfindet.
Genau diese Straße wird auf dem Rundweg jetzt als nächstes erreicht. Hier
geht es nach links und schon informiert die nächste Tafel über ein gut
erhaltenes
Lausitzer
Umgebindehaus.
Eigentlich
sollte an der Hauptstraße noch eine Informationstafel Nr. 40 über den
Forsthof bzw. Friesenhof stehen, aber irgendwie haben wir sie übersehen. Das
Gebäude hingegen ist unübersehbar. Es ist das riesige Haus gleich neben der
Straße, welches ein wenig nach einem Rittergut aussieht (www.forsthof-cunnersdorf.de).
Der Lehrpfad geht schon nach wenigen Metern auf der Hauptstraße nach links
aus der Ortschaft wieder heraus. Zuerst überquert man den Cunnersdorfer Bach
und hier kann man auf der rechten Seite ein altes
Mühlwehr
sehen. Netterweise ist es in der letzten Zeit saniert worden und so fällt es
im neu angestrichenen Zustand ziemlich auf. Leider sind heutzutage die alten
Mühlgräben zu den einzelnen Mühlen verschwunden, wenn man aber die Mauern
links und rechts des Baches genau ansieht, dann kann man die zugemauerten
Öffnungen noch gut erkennen. Außerdem ist der linke Mühlgraben an der alten
Absperrvorrichtung noch gut zu erkennen. Kurz vor dem Ortsausgang befindet
sich noch eine Lehrpfadtafel, die auf einen alten
Taufstein hinweist.
Jetzt
führt der Weg endgültig aus dem Dorf heraus und es geht ein paar Meter den
Hang hoch. An der nächsten Wegkurve klärt eine Informationstafel über das
Panorama von
Cunnersdorf auf. Auf dem weiteren Weg passiert man eine Weide mit
einigen Galloways, die im März 2008 ein paar Jungtiere hatten, welche mit einer
wahnsinnig guten Laune über die Weide flitzten. Es machte richtig Spaß,
diesen wilden schwarzen Knäueln zuzusehen. Am Ende der Weide fängt eine
Hecke bzw. Allee neben dem Wanderweg an, hier wird auf eine
Eberesche
hingewiesen. Nach einem leichten Anstieg erreicht man den Wald und wird hier
mit einer Tafel auf die Waldbrandgefahr aufmerksam gemacht. Angeblich soll man hier
irgendwo
verkohlte Baumstämme entdecken, aber irgendwie hatten wir anscheinend
Knöpfe auf den Augen. Trotzdem hat das Schild natürlich Recht, dass man im
Wald nicht rauchen sollte und ein offenes Feuer nicht angebracht ist. Im
Wald wird man gleich durch eine größere Anzahl Tafeln über die
unterschiedlichen Baumsorten wie z.B.
Traubeneiche,
Birke,
Fichte und
Kiefer informiert.
Wenn ich ehrlich bin, dann sind diese Tafeln auf einer Wanderung nicht ganz
so interessant, was aber für die beiden Tafeln zu
Pilzen und
Wildwechseln
anders ist. Wir haben schon häufiger Wildspuren, ganz besonders im Winter,
untersucht und gerätselt, was es wohl sein könnte. Auf der Tafel sind ein
paar sehr gute Beispiele zu den Wildspuren zu sehen. Die Wanderung passiert
eine Hütte im Wald und erreicht bald eine Wegkreuzung an einem
Rastplatz. Hier
geht es nach rechts weiter den Hang hinauf. Auf der rechten Wegseite steht
eine dieser äußerst professionellen Informationstafeln zu Kiefern und einer
sehr anschaulichen Erklärung zur Baumhöhenschätzung. Die Wanderung steigt
weiter den Hang aufwärts in Richtung Katzstein/-felsen. Zwischendurch kommt
auf der linken Wegseite noch eine Tafel zu den unterschiedlichen Wuchshöhen in
der Pflanzen- und Tierwelt. Auf dieser Tafel wird dafür der Fachbegriff
Wald- Sukzession benutzt. Wenige Meter dahinter steht eine mustergültige
Buche am Wegesrand, die
natürlich auch eine Hinweistafel des Lehrpfades hat.
Nach
einer Strecke von ca. 1,3 Kilometern hinter dem Rastplatz verlässt der
Lehrpfad den breiteren Waldweg und biegt nach links in den Wald ab.
Ausgeschildert ist hier der Katzstein/-felsen. Den
Katzstein erreicht
man nach einer sehr kurzen Strecke. Zum Glück ist eine
Eisenleiter an der südlichen Seite angebracht, sonst wäre dieser Felsen
für Wanderer unbezwingbar. Die Aussicht von hier oben ist fantastisch und
überraschenderweise habe ich noch nie andere Wanderer hier angetroffen. Das
wäre auch nicht ganz so angenehm, da die Plattform auf dem Katzstein nicht
besonders groß ist.

Nach dem Genuss der Aussicht vom Katzstein geht es
parallel zur Felskante weiter in die Richtung Katzfelsen. Auf dem Weg bis
zur nördlichen Aussicht passiert man noch zwei weitere Informationstafeln des
Lehrpfades zum Thema der
Europäischen
Lärchen und der
Roten Waldameisen.
Die Aussicht vom Katzfelsen liegt ein wenig versteckt und wird
Signal genannt. Auch
hier oben befinden sich gleich zwei Rastmöglichkeiten. Einerseits ist
es ein weiterer überdachter Rastplatz und an der Spitze der Aussicht eine
Bank.

Der Zugang zu der Aussicht erfolgt über einen
eisernen Steg, der höchstens für Mitmenschen mit richtig starker Höhenangst ein
Hindernis darstellen sollte. Die Aussicht von hier oben ist leicht anders
als vom Katzstein, da man mehr in Richtung Norden und damit auf
Lilienstein, Königstein und Gohrisch/Papststein blickt.
Ein paar Meter neben dem überdachten Rastplatz geht eine unauffällige Treppe
vom Felsen herunter. Nachdem man am Felsenfuß angekommen ist, passiert man
eine
Boofe
der Sächsischen Schweiz und auf der anderen Treppenseite wird man über die
Felswand in
Wabenform
aufgeklärt. Die nächste Tafel zum letzten
Wilderer Karl Josef Focke hat unsere Tochter gewaltig beeindruckt.
Dadurch, dass von dem Herrn nicht nur eine beschreibende Tafel dort hängt,
sondern auch noch ein Gemälde von ihm dort abgebildet ist, musste ich den
Text gleich mehrere Male vorlesen und noch ein bisschen dazu erklären.
Irgendwie hat sie das Bild schwer beeindruckt, denn die restliche Strecke
wurde das Thema des Wilderers noch mehrere Male wiederholt und selbst zu
Hause wurde es noch mal von ihr erzählt. Ihre abschließenden Worte waren
dann aber: Das hat er davon, wenn er arme Rehe erschießt! Soviel zu den
Gedanken einer 6jährigen. Der Weg passiert noch einen Rastplatz, der aber bei
weitem nicht so eine schöne Aussicht bietet wie auf dem Katzfelsen. Der Weg
verläuft in einem Bogen bis zum Spitzsteinweg. Diesen Weg kennt man schon
vom Hinweg, nur diesmal geht es bis zum überdachten Rastplatz bergabwärts.
Hier verlässt der Lehrpfad den schon bekannten Weg wieder und es geht
geradeaus auf einen kleineren Waldweg. Noch vor dem Waldrand befinden sich
zwei weitere Tafeln zu
Wald- und
Wildfrüchten und zu
Espen. Leider ist die Hinweistafel zu den Espen schon länger umgefallen
und ich schätze mal, dass sie sich in der nächsten Zeit vollkommen von
dannen macht. Insgesamt kann man das gleich bei mehreren Tafeln feststellen.
Die Anlage eines solchen Lehrpfades ist der erste Teil der Arbeit, die
weitere Pflege und Instandhaltung wird leider bei sehr vielen Lehrpfaden
vernachlässigt. Die letzten drei Informationstafeln bis zum Ausgangspunkt
der Wanderung weisen auf
Salweide,
Roterle und die
Katzsteinbaude
hin. Die Tafel an der Katzsteinbaude erweckt den Eindruck, als wenn es sich
nur um das einzelne Haus handelt, aber in Wirklichkeit gehören zu der Katzsteinbaude (www.katzsteinbaude-cunnersdorf.de)
auch noch ein paar kleinere Häuser im Hintergrund.
Auch wenn auf dem Lehrpfad schon so manche Tafel verschwunden ist, so ist es
eine ganz nette Wanderung gewesen, die sich hervorragend für Zeiten
anbietet, in denen Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz herrscht.
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