| Da ich schon mehrmals auf die Tafel vom
Lehrpfad Papstdorf gestoßen bin und ich die Befürchtung habe, dass die Tafel
mit zunehmendem Alter nicht schöner/mehr werden, habe ich beschlossen mal
eben die Runde zu absolvieren. Hinweis zum Lehrpfad
- 19 Tafeln informieren über Wald, Tiere, Geologie und Heimatgeschichte
- 13 Tafeln stellen Testfragen
- Broschüre mit Infos und Test-Vordruck- gibt es im Fremdenverkehrsamt
Kurort Gohrisch
- Der Lehrpfad wurde angelegt durch Schüler und Lehrer der Mittelschule
Papstdorf von 1997 bis 1999
- Unterstützung: Kultusministerium mit Fördergeldern, Nationalparkbehörde
Sächsische Schweiz, Heimatverein Gohrisch, u.v.a.
Der ganze Lehrpfad ist vom Weg her sehr einfach zu finden, da er durch ein
eigenes Wanderwegkennzeichen gekennzeichnet ist. Man muss nur dieser
Wanderwegmarkierung
folgen und schon geht es auf einer schönen Runde um den Gohrisch und
Papststein.

Die Wanderung startet am große Parkplatz mitten im
Kurort
Gohrisch. Vom Gemeindeamt bzw. Fremdenverkehrsamt geht es zuerst ein
paar Meter in Richtung Königstein. Der Straße nach Königstein folgt man
aber auch nur, bis die erste Fahrstraße nach links abbiegt. Ausgeschildert
ist diese Abzweigung mit der nächsten Ortschaft Pfaffendorf. Nur 400 m
hinter dieser Kreuzung quert die Wanderwegmarkierung gelber Strich
die Straße. Auf dem Wanderweg geht es nach links über einen Feldweg in die Richtung Gohrisch.
Es ist wirklich etwas kompliziert, diesmal ist der Felsen
gemeint und nicht die Ortschaft. Nach ein paar Metern auf dem Feldweg erreicht man eine
Hinweistafel über den Naturschutz der
Sächsischen Schweiz. Diese Tafel gehört im Gegensatz zur nächsten zum
Lehrpfad. Bei dieser Tafel wird nur auf eine uralte Linde hingewiesen. Sie
wird Friedenslinde genannt,
da sie zum Anlass des Friedensvertrags von Versailles gepflanzt worden ist.
Es geht weiterhin auf dem angenehmen Weg entlang zur ersten großen
Testtafel. Auf dieser Tafel geht es um den Laubwald
in Form einer Zuordnung von Bäumen mit Blättern, Stämmen, Ästen usw. Mit
dieser Tafel kann man selbst als Erwachsener noch mal mit Wissen bzw.
Nichtwissen glänzen. Die nächste Tafel beschäftigt sich mit der Entstehung
bzw. der Geologie der Sächsischen Schweiz.
Sehr interessant, dass sich aus einem etwas größerem Sandkasten ein so
schönes Gebirge entwickeln kann.
Es geht weiter auf der Wanderwegmarkierung
bis kurz vor der Fahrstraße ein unauffälliger Weg nach links weiter um den Gohrisch herum geht. Zwischen dem Gohrisch und der Fahrstraße steht noch ein
Schaukasten mit dem Titel Kerfe des Waldes.
In ihm sind einige präparierte Kerfe (anderes Wort für Insekten) ausgestellt.
Diese Tafel/Kasten ist nicht in der Karte des Lehrpfades zu sehen, aber doch
sehr aufwendig gemacht.
Mit Erreichen des Parkplatzes zwischen Gohrisch und Papststein hat man die
Halbzeit erreicht. Jetzt geht es auf die gegenüber liegende Straßenseite, um
den Papststein zu umrunden. Die Runde geht auch bei diesen Felsen
rechtsherum. Rechts neben dem Aufstieg zum Papststein geht es auf einem
unscheinbaren Weg zwischen der Straße und dem Felsen entlang. Nach ungefähr
250 m erreicht man den Hans-Förster-Weg. Auf diesem Weg geht es jetzt
weiter. Gleich am Anfang des Weges befindet sich auf der linken Seite ein
kleines Häuschen. Es ist die untere Seilbahnstation um die Gaststätte auf
dem Papststein mit Lebensmitteln zu versorgen. Eigentlich sollte auf der
gegenüberliegenden Seite eine weitere Tafel des Lehrpfades stehen. Leider
sieht man nur noch den Pfosten. Der Rest hat sich irgendwie selbständig
gemacht. Dafür kommt dann auf der linken Seite eine Tafel, die nichts mit
dem Lehrpfad zu tun hat, aber trotzdem sehr interessant ist. Auf der Tafel
geht es um einen Felssturz,
der sehr deutliche Spuren in der Natur hinterlassen hat. Die Wanderung geht
am Waldrand entlang. Die ganze Zeit sieht man die auffällige
Kirche von Papstdorf. Papstdorf wird nur
ganz knapp gestreift. Nach den ersten vier Häusern auf der linken Seite geht
es nach links den Berg hoch.
Nach dem kurzen Aufstieg (ca. 100 m) erreicht
man die Wanderwegmarkierung roter Strich
.
Auf ihr geht es nach links weiter. Nach kurzer Strecke umrundet man im spitzen
Winkel das Wildgehege. Es ist
sehr schön, wenn die Tiere mal aus der Nähe sehen kann. Im Sächsischen Wald
kann man Rehe zwar auch häufig antreffen, aber in einer so kurzen Entfernung
ist doch sehr ungewöhnlich. Der Weg macht noch einen weiteren Haken am
Waldrand entlang. Eine weitere Tafel steht irgendwie nicht so richtig am
Wegesrand. Es ist die Erklärungstafel zu den Kleinhennersdorfer Höhlen.
Diese Höhlen sind in der Wanderung "Kleinhennersdorfer
Höhlen" beschrieben. Wer diese Tafel auch noch testen möchte, muss den Kleinhennersdorfer Stein erklimmen, da die Tafel alleine nur sehr wenig
bringt. Am Waldrand entlang kommt man kurz vor Kleinhennersdorf an einem
Feuchtbiotop vorbei. Hier ist ein
Kleinod entstanden, dass anscheinend ganz gut funktioniert. In
Kleinhennersdorf ist die
Wegführung für den Lehrpfad genauso wie in Papstdorf. An der ersten
Möglichkeit biegt der Wanderweg nach links ab, um gleich wieder das Dorf zu
verlassen. Es geht
noch eine ganze Weile an der Kleingartenanlage vorbei, um dann nahtlos im
Wald weiter zu gehen. Auf diesem graden Wanderweg stehen gleich zwei Stationen
des Lehrpfades, der Aufbau Mischwald
und die Nahrungsbeziehungen im Wald.
Beide Tafel sind nicht wirklich neu, aber irgendwie doch gut gemacht.
Besonders der Zusammenhang zwischen Mäusen und Waldkäuzen ist sehr
anschaulich. Dieses Teilstück hat den Schwerpunkt im Bereich des Waldes. Es
geht nämlich mit einem der raffinierten Tests weiter, diesmal geht es um den
Nadelwald. Bei diesem Test ist es genauso
wie schon der vorangegangene Test zum Laubwald. Auch Erwachsene können hier
sehr gut ihr Wissen beweisen. Nach einem großen Schlenker am Kleinhennersdorfer Stein entlang, kommt man an einer der riesigen Buchen in
der Sächsischen Schweiz vorbei. Bis zu dieser Tafel waren die Buchen für
mich ein schöner Baum, der meistens sehr mächtig war. Das so
ein Baum auch einen richtig großen Lebensraum
bietet, war mir noch nicht bewusst. Vollkommen beeindruckend finde ich die
Blattoberfläche von 3.000 m².
Es geht weiterhin auf dem sehr angenehmen Weg in die Richtung vom Papststein
Parkplatz. Auf der linken Seite sieht man die Felsen des Papststeines. Der
Felsen an der Spitze heißt Große Hunskirche und ist ein sehr beliebter
Kletterfelsen im Elbsandsteingebirge. Nach
ein paar weiteren Metern erreicht man den besagten Parkplatz. Die Stelle hat
man schon auf dem Hinweg passiert. Jetzt geht es wieder auf der
gegenüberliegenden Seite weiter nach rechts um den Gohrisch. Oberhalb vom
Parkplatz befinden sich zwei interessante Tafel, zum einen der Hinweis auf
einen alten
Basaltbruch und einen
Specksteinstollen. Ich
kann zwar irgendwie nicht verstehen, wie der Stollen ein Winterfledermaus
sein kann, wenn eine Eisenplatte auf den Eingang geschraubt ist, aber
vermutlich gibt es da noch eine andere Möglichkeit an die frische Luft zu
kommen. Gleich am Parkplatz befindet sich auch die Starttafel für einen
anderen Lehrpfad, den Bodenlehrpfad. Auch auf ihm lohnt es sich eine kurze
Wanderung durchzuführen. Sie ist hier beschrieben:
Bodenlehrpfad. Die beiden Lehrpfade
verlaufen ein ganzes Stück auf dem gleichen Weg, sodass man schon einen
schönen Eindruck von dem jeweils anderen Lehrpfad bekommen kann. Der
Weg führt in einem Bogen um den Gohrisch herum, um dann auf einer
anschaulichen Tafel die Vorteile des Wald
zu erklären. Am Abzweig in den stillen Grund steht dann die letzte Tafel des
Lehrpfades. Sie handelt von geheimnisvolle Insekten.
Ich habe schon einige Male die kleinen Trichter im Sand gesehen, aber bis zu
dieser Tafel war mir nicht bewusst, wozu sie sein sollen. Jetzt bin ich ein
kleines Stückchen schlauer, was die Natur sich für raffinierte Tricks
ausdenkt. Auf dem stillen Grund geht es geradeaus, bis man wieder im
Kurort Gohrisch ankommt. Auf der Hauptstraße geht es nach links die letzten
paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Die Wanderrunde war auch für mich sehr interessant und ich freue mich sehr,
dass sich eine Schule soviel Mühe gegeben hat. Dickes Lob und einen Rüffel
für die Knaller, die die Tafel demolieren. |