Sonnenuhren Schmilka

 
 

 


Inhalt der Informationstafeln zum Sonnenuhrenweg in Schmilka:

Der Bad Schandauer Sonnenuhrenweg im Stadtteil Krippen lädt Sie zu einem gemütlichen Zeitlauf durch den Ort ein. Entlocken Sie dabei das einer Sonneruhr eigene und geheimnisvolle Fluidum. Jede Uhr ist an Ihrem Standort einzeln beschrieben.
Der Krippener "Marktplatz" ist Ausgangs- und Zielpunkt des Spazierganges. Mehrere Gaststätten an der Wegstrecke laden Sie zusätzlich zur Rast ein. Die große Resonanz und das aktive Mitwirken der Grundstückseigentümer ermöglichten den Themenweg in diesem Umfang und in dieser Vielfalt. Das Einbeziehen örtlicher Objekte, Materialien, Motive, Ereignisse und Persönlichkeiten als gestaltende Elemente kennzeichnet das Besondere und Unverwechselbare des Krippener Sonnenuhrenweg.
Die Sonnenuhr - einst ein schmückender Zeitmesse, jetzt ein zeitmessender Schmuck.
Durch genaues Beobachten der Natur gelang mit der Konstruktion von Sonnenuhren ein Instrument zum Messen der Zeit. De Chinesen verwendeten sie bereits vor 5.000 Jahren. Die Sonnenuhren erlebten in Europa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Der Krippener Themenweg, ein Kind der Gegenwart, erinnert an diese einstigen Zeitmesser und bedient sch der Vielfalt ihrer Konstruktionsmöglichkeiten.
Die Sonnenuhren nutzen die Gesetze der Himmelsmechanik. Dazu wird en Schattenwerfer (Gnomen) auf den Himmelspol ausgerichtet (vgl. Grafik 1). Die Eigenrotation der Erde lasst den die Zeit anzeigenden Schatten über das Zifferblatt wandern. Allerdings zeigen die Sonnenuhren keine gleichförmige getaktete Zeit an wie die gebräuchlichen Räder- bzw. Digitaluhren. In diesem Sinne gehen sie mal vor, mal nach (vgl. Grafik 2). Die elliptische Bahn der Erde um die Sonne und de Neigung der Erde auf dieser Bahn sind die Hauptursachen dieser Abweichung. De Krippener Sonnenuhren zeigen die wahre Ortszeit an.
Die rasante Technisierung des Wirtschafts- und Alltagslebens ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erzwang die Einführung einer Zonenzeit (1893) und bedeutete das endgültige Aus der Sonnenuhr als Zeitmesser. Die damals aus rein praktischen Gründen einheitlich festgelegten Zeitzonen gelten immer für ein größeres, Länder übergreifendes Gebiet und bewähren sich seitdem bestens. Erhalten wir uns deshalb die Sonnenuhr als ein Kulturgut, dem Klassiker der historischen Zeitmesser.
Lieber eine Stunde zu früh, als eine Minute zu spät.
Die genaue geografische Lage Krippen: 50°92' nördliche Breite, 14°12' östliche Länge wahre Ortszeit (WOZ): Grundlage ist de Mittagslinie, der Sonnenhöchststand im Tageslauf der Sonne an einem Ort (in Krippen ca. 3,2 Minuten später als in Görlitz). Die wahre Ortszeit plus eine Stunde (WOZ+1), Sommerzeit Mitteleuropäische Zeit (MEZ): gleiche Zonenzeit vom 0. (London) bis 15. Längengrad (Görlitz), Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). MEZ plus 1 Stunde
Weitere empfehlenswerte Themenwege:
- Taubenheim in der Oberlausitz - Sonnenuhrendorf
- Röttingen an der Tauber - Sonnenuhrenweg/Lehrpfad

Nr. Position Bild Beschreibung
1 Marktplatz
Grünanlage
In der Grünanlage am Marktplatz auf Sockel aufgestellte Horizontaluhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winterzeit (innerer Lochkreis) und als Sommerzeit (äußerer Lochkreis)
Um 1818 schuf Caspar David Friedrich (1774-1840) das weltbekannte Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer". Dieses Ölgemälde, eine seiner reifsten und bedeutendsten Leistungen, entwickelte sich in jüngerer Zeit zunehmend zum Werbeträger der Romantik.
Elemente dieses Bildes wie Standort, Körperkonturen und Stock des Wanderers sind stilisierend und funktional in dieser Uhr verarbeitet. Mit dieser Skulptur wird an die wiederholten Aufenthalte Friedrichs in Krippen erinnert (1802, 1813, 1814). Die Eindrücke in dieser Zeit und aus der näheren Umgebung prägten nachhaltig sein künstlerisches Schaffen.
2 zum Mittelhangweg
Im Gelände des Ortseingangsbereiches polare Süduhr als Bodensonnenuhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Diese auffällige stählerne Stele ist tatsächlich auch eine Sonnenuhr und erinnert an den örtlichen Metallbaubetrieb "Pöche". Diese Firma entwickelte sich auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerkes "Vordermühle", wurde 1999 geschlossen und das Werkstattgebäude 2006 im Rahme der Dorferneuerung abgerissen.
Die zusätzlichen Stahlbleche beiderseits der Flansche des alten Stahlträgers bilden die Schattenwerfer, der obere für die Vormittags- und der untere für die Nachmittagsstunden. Die waagerechten Lochreihen im Steg zeigen die Stunden an, die obere die Winterzeit, die untere die Sommerzeit. Die großen Bohrungen markieren die Stundenlinien von 9, 12 und 3 (15) Uhr.
Ne Sonderfall bei dieser Uhr wirft die Mittagslinie keinen Schatten. Die Sonne steht senkrecht über den Schattenblechen.
3   Entweder haben wir hier die passende Hinweistafel nicht gefunden oder sie war einfach noch nicht angebracht.
4 Elbweg 17
Im Vorgarten Horizontaluhr als Bodensonnenuhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
Diese Uhr wird durch ihre Aufstellung bedingt entgegen der Achtung des Schattenwurfes abgelesen, daher von rechts nach links.
Dieser historische Anker ist mit der einst regen Elbeschifffahrt verbunden. Solche Verflunkenanker fertigte de bedeutende an der gegenüberliegenden Elbseite liegende Postelwitzer Ankerschmiede an, die einzige ihrer Art am Oberlauf der Elbe. Sie wurde in den 1960er Jahren stillgelegt und später abgerissen. Die historische Dampferflotte, ältere Frachtkähne und Fährschiffe verwenden diesen Ankertyp noch heute.
5 Elbweg 20 b
An der Giebelwand nach Westen abweichende vertikale Norduhr; Anzeige der wahren Ortzeit als Winter- und Sommerzeit
Bevorzugte Hauswände für Sonnenuhren sind die Süd-, weniger wie hier die Nord- Westseiten eines Hauses. Diese Uhr zeigt die Nachmittagsstunden bis in den Abend hinein an. Die Ausrichtung des Schattenstabes zum Himmelspol erzwingt hierbei seine ungewöhnliche Lage. Eine Besonderheit dieses Uhrtyps ist die Stundenverdichtung mit fortschreitender Tageszeit. Besonders in den frühen Nachmittagsstunden wird am wandernden Schatten sichtbar, wie schnell die Zeit „vergeht".
6 Elbweg 22 Umkehrpunkt
Im Freigelände Horizontaluhr als Bodensonnenuhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winterzeit

Neben dem Garten mit Streuobstwiese und Weiher d. Landgasthauses „Ziegelscheune" steht die Bodensonnenuhr mit Zeigerstein und 12 Stundensteinen aus Reinhardtsdorfer Sandstein. Die parallel im Winkel von 51 Grad schräg nach oben verlaufenden Außenkanten der Stele bilden mit ihrer Ausrichtung in der Nord-Süd-Achse den Schattenwerfer.
Diese Steingruppierung erinnert an ein bronzezeitliches Observatorium und beschäftigt sich mit der Zahl 12, welche in der Menschheitsgeschichte als die vollkommene und heilige Zahl gilt. In den Stundensteinen sind nicht nur die Stundenzahlen, sondern auch die Symbole der 12 Apostel eingehauen. Wie bereits in der Antike, spielt de 12 auch im Christentum eine besondere Rolle: Das spätarchaische Wettbild ist auf dem Gegensatz von 'Gott' u. 'Welt' aufgebaut. Diese beiden Größen sind zusammen die beiden Aspekte des Alls. Dieses besteht nicht nur aus einem Diesseits, sondern auch aus einem Jenseits. So wie Welle und Korpuskel die beiden Aspekte eines Atoms sind, so sind Gott und Welt zusammen das Ganze alles dessen, was ist. Die Multiplikation der Vierzahl (die 4 Elemente Feuer/Wasser, Erde/ Luft) mit der Dreizahl (Dreieinigkeit Gottes mit Gott Vater, Gott Sohn und dem Heiligen Geist) ist Ausdruck des vollendeten Gottesreichs und ergibt die Zahl 12. Diese Zahl ist allgegenwärtig: 12 Apostel, 12 Stämme Israels, 12 Patriarchen, 12 Söhne Jakobs.
Aus der Antike kennen wir die 12 Arbeiten des Herkules und das Regiment der 12 Götter. Auf den astronomischen Ursprung deuten die 12 Zeichen des Tierkreises, 12 Monate, der 12 Stundenrhythmus von Tag und Nacht hin. Überschreite nie die 12! Jetzt schlägt es aber 13; zum Glück ist heute nicht Freitag, der 13., sind geflügelte Warnungen.
Petrus Himmelsschlüssel Matthäus Lanze
Andreas Schrägbalk.-kreuz Thomas Winkelmaß
Jacobus d. Ä. Pilgermuschel Jacobus d. J. Walkerstange
Johannes Giftkelch Simon Zelotes Säge
Philippus Antoniuskreuz Judas Thaddäus Hellebarde
Bartholomäus Messer Paulus Schwert
7 Berghangweg 3 Kindergarten
An der Hauswand nach Westen abweichende Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
Die Jüngsten werden mit diesen fröhlichen und plastisch gestalteten Tiermotiven kindgerecht an die Zeitmessung herangeführt. Für sie wandert der Schatten anfangs von Tier zu Tier, später von Stunde zu Stunde. So beginnt die Mittagsruhe mit der trägen Schnecke und das Geschnatter der Ente beendet diese.
„Fuchs und Elster", die Stars aus dem Abendprogramm des Kinderfernsehens der DDR, waren die Namensgeber des im Jahre 1966 eingerichteten Kindergartens.
8 Berghangweg 13
im Vorgarten kreisrunde Ringkugeluhr: Anzeige de wahren Ortszeit als Winterzeit
Diese Sonnenuhr gefällt in ihrer schlichten funktionsbezogenen Form und soliden Ausführung. Dieser Uhrtyp ist in Gärten und Parkanlagen ein bevorzugtes Gestaltungselement. Die Kugelform schafft ein besonders ausgewogenes Verhältnis von Blickfang, Materialeinsatz und Raumwirkung.
Die Uhr entstand im Rahmen der Lehrlingsausbildung in einem Magdeburger Betrieb. Durch familiäre Bindung gelangte sie nach Krippen.
9 Bächelweg 18
An der Giebelseite nach Westen abweichende vertikale Süduhr: Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
Die Malutensilien verbinden sich mit dem bedeutenden Romantiker Caspar David Friedrich (1774-1840). Friedrich hielt sich wiederholt in Krippen auf (1802, 1813, 1814). Skizzierte Motive aus der Krippener Umgebung sind in einigen seiner Gemälde eingearbeitet. An der Sonnenuhr führt der nach ihm benannte Rundweg vorbei. Auf diesem erlebte der Maler auch die landschaftlichen und stimmungsvollen Impulse für sein bekanntes Bild „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" (1818).
10 Bächelweg 26
An der Giebelwand vertikale Süduhr: Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Die genaue Ost-West-Richtung der Wandfläche ermöglicht her eine ideale Süduhr. Auffällig ist daher die gleichmäßige Stundenverteilung. Sehr oft weicht dieser Uhrtyp gebäudetechnisch bedingt nach Osten bzw. Westen ab, leicht erkennbar an der „Schiefstellung" des Schattenstabes. Diese Uhr erfüllt alle die Erwartungen, die viele mit einer Sonnenuhr verbinden: Blickfang, Sonnenschein, Farbspiel, Fröhlichkeit, Lesbarkeit und ein Sinnspruch.
11 Bächelweg 69 Umkehrpunkt
Im Eingangsbereich des Hotels Aquatorialuhr als Bodensonnenuhr:
Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
Die 1627 erstmalig erwähnte „Grundmühle" arbeitete als Säge- und Getreidemühle und stellte in den 1880er Jahren den Mahlbetrieb ein.
Das Objekt durchlebte nachfolgend mehrere industrielle Umnutzungen (Steinsäge, Produktion elektrischer Armaturen, Herstellung von Wachsen und Fetten). Mit umfangreichen Um- und Neubauten, vor allem in den 1960er Jahren, entstand hier ein großzügiges Erholungsobjekt (Sowjetisch-Deutsche AG „Wismut", Chemiekombinat Bitterfeld). Die WEKA-Touristik erwarb 1992 das Anwesen,  rekonstruierte und erweiterte dieses aufwändig.
Der Mühlstein als historischer Sachzeuge eignet sich zum Bau einer Äquatorialuhr. Dieser Uhrentyp ist die Grundform aller Sonnenuhrenkonstruktionen. Vom Betrachter aus gesehen dreht sich die Sonne innerhalb eines Tages einmal im Kreis um den zum Himmelspol gerichteten Schattenwerfer. Teilt man den Vollkreis (360 Grad) mit der Stundenzahl eines Tages (24 Stunden), So ergibt sich eine gleichmäßige Stundenaufteilung. Innerhalb einer Stunde wandert die Sonne um 15 Grad weiter.
Von den 24 möglichen Stunden sind die an diesem Standort messbaren Stunden markiert. Vom jahreszeitlichen Sonnenstand diktiert, zeigt die Uhr die Zeit nur vom 21. März bis zum 23. September (Sommerhalbjahr) an.
12 Bächelweg 33
An der Hauswand nach Westen abweichende Süduhr. Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Mit dieser Bildsymbolik in der Uhr wird an die frühere und bedeutende Bierbrauerei "Biener" in diesem Gebäudeensemble mit Brauhaus, Darre- und Malzböden erinnert. Nach Einstellung des Brauereibetriebes und nach Umbauten diente ein Teil der Gebäude bis in die 1980er Jahre als Zwischenlager (Niederlage) für Dresdner Biere.
Ursprünglich war das Braurecht ein mittelalterliches Privileg des „Erbgerichtes" seit 1483. Zeitweilig lieferten die Krippener Brauereien ihre Biere bis nach Dresden.
13 Bächelweg 27
An der Hauswand nach Osten abweichende Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Die Uhr erzählt von den einstigen Mühlgräben im Ort. Ein sinnvolles Grabensystem, parallel zum Krippenbach mit Wehren und Ausläufen, sicherte den vier Mühlen die nötige Wasserkraft. Die Wasserversorgung der „Vordermühle" ließ durch einen Überlauf dieses Grundstück zu einer 100 Meter langen und 15 Meter breiten künstlichen Insel werden. 1957 wurden die Mühlgräben zugeschüttet. Heute erinnert nur noch der Name „Bächelweg" an diese wasserwirtschaftlichen Anlagen.
14 Bächelweg 21
Am Wohnhaus Ecksonnenuhr mit nach Osten abweichender Norduhr und nach Westen abweichender vertikaler Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Diese Uhr erinnert an Herrn Martin Petrich (1901-1984), einem Krippener Schuhmacher und Original.
Eine Ecksonnenuhr ist die Kombination zweier Uhrentypen und bildet einen beliebten Blickfang an Hauskanten. Das Nebeneinander der beiden unabhängigen Uhren verdeutlicht das grundlegende Konstruktionsprinzip einer Sonnenuhr, die erdachsenparallele Anordnung aller Schattenwerfer zum Himmelspol.
Die Oberlausitz, vor allem der Ort Taubenheim, ist für eine Vielzahl dekorativer Ecksonnenuhren bekannt.
15 F.-G.-Keller-Straße 39
Im Schulgelände Würfelsonnenuhr mit Horizontaluhr, vertikaler Süduhr, polarer Ostuhr und polarer Westuhr, Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit (fälschlicherweise Angabe in MEZ und MESZ)

Diese Uhr ist eine effektive und kunstvolle Kombination verschiedener Sonnenuhrentypen. Säule und Würfel sind aus Sandstein, dem Material der Region. Zur Tradition der Abschlussklassen der Krippener Schule gehörte es, einen Teilbetrag des erarbeiteten Geldes aus der praktischen Tätigkeit für ein Abschiedsgeschenk zur Erinnerung an die Schulzeit zu spenden. Die Jahrgänge 1986 und 1987 ließen davon die Uhr von einem Steinmetz und Sonnenuhrenfreund anfertigen.
Die Schule war von 1906-2001 eine wichtige Mitte des dörflichen Lebens.
16 Bächelweg 14 Sonnenuhrengarten
An der Hauswand nach Westen abweichende Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Gerd Englick, Initiator des Arbeitskreises "SonnenUhrenWeg" in Krippen, gab bereits zu seiner Berufszeit als Polytechniklehrer sein Wissen und seine Erfahrungen über dieses leise Hobby gern und uneigennützig an Schüler, Besucher, Bekannte und Freunde weiter. Auf seinem Grundstück entstanden in dieser Zeit Sonnenuhren verschiedener Typen: Kreisrunde Ringkugeluhren, eine Äquatorialuhr, polare Süduhren, Hohlzylinderuhren und eine Horizontaluhr.
Die Gestaltungselemente der großen Wanduhr mit Erde, Großer bzw. Kleiner Wagen und Polarstern als Fußpunkt des Schattenstabes vermitteln astronomisches Grundwissen zur Funktionsweise einer Sonnenuhr. Die Ausrichtung des Schattenwerfers zum Himmelspol (annähernd Polarstern) revolutionierte die Konstruktion der Sonnenuhr in ihrer Entwicklungsgeschichte. Seine Parallelität zur Erdachse verbesserte die Möglichkeit der Zeitdarstellung grundlegend. Die Richtung des Schattens hing jetzt nur noch von der Tageszeit ab. Diese Art der Zeitanzeige verbreitete sich rasch und löste vom 16.-18. Jahrhundert eine Blütezeit europäischen Sonnenuhrenbau aus.
17 Bächelweg 11
An der Giebelwand nach Westen abweichende vertikale Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
„Bevor das Schlachten ist soweit,
zeigt´s Schwänz´l noch die Tageszeit".
Das Schwein und die Wurst als Gestaltungselemente bewahren humorvoll die über 100 Jahre alte Tradition des Fleischerhandwerks in diesem Objekt (Paul Bernhardt, dann in der Familienfolge Erich Berge, Hans- Jochen Gesell, Fernando Gesell). Das „Schweinchen" als familiäres Maskottchen und Sammelobjekt ergänzt die Ladeneinrichtung und den Eingangsbereich auf heitere Weise.
18 F.-G.-Keller-Straße 18
An der Giebelwand nach Westen abweichende Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Sommerzeit
Hammer und Amboss sind die unverkennbaren Werkzeuge des Schmiedes. Anfang der 1960er Jahre gab der letzte Dorfschmied, Herr Gustav Junghanns (1892-1974), aus Altersgründen das Schmiedehandwerk auf. Um 1900 hatte Krippen drei Schmieden, die vor allem Kleineisenteile herstellten. Begehrt waren die Beile aus der „Junghanns-Schmiede".
19 F.-G.-Keller-Straße 15
An der Giebelseite nach Osten abweichende vertikale Norduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
Eine Besonderheit dieses die Vormittagsstunden anzeigenden Uhrtyp´s ist die Stundenstreckung mit fortschreitender Tageszeit.
Das Familienwappen der von Bünau, einem einst mächtigen sächsischen-böhmischen Adelsgeschlecht, dominiert als Gestaltungselement die Uhr. Die Bünaus besaßen u. a. den Krippener "Hof" von 1630 bis 1651 in Einheit mit dem Rittergut Prossen. Der alte "Hof" brannte um 1850 ab. Das wieder aufgebaute Gehöft wurde als kleiner bäuerlicher Betrieb um 1970 aufgegeben und wird seitdem gewerblich und als Pension genutzt.
20 Bächelweg 3
An der Giebelwand nach
Westen abweichende Süduhr; Anzeige der wahren Ortszeit als Winter- und Sommerzeit
leider war
diese
Sonnenuhr eingerüstet.
Das Schiffsmotiv des Krippener Wappens erinnert an den mittelalterlichen Elbhandel des Ortes. Gelb und Blau in der Bildfläche symbolisieren die Ortsfarben. Das Haus diente als Getreidespeicher, noch erkennbar am großen Dachboden für Lagerzwecke.
Die Freifläche heißt auch jetzt noch der „Marktplatz". Im Mittelalter erlebte Krippen eine wirtschaftliche Blütezeit mit einigen städtischen Privilegien, wie z.B. dem Marktrecht.

Wahre Ortszeit (WOZ): Grundlage ist die Mittagslinie, der Sonnenhöchststand im Tageslauf der Sonne an einem Ort (in Krippen ca. 3,2 Minuten später als in Görlitz), Wahre Ortszeit plus eine Stunde (WOZ+1): Sommerzeit
Gefördert von der Stiftung der Sparkasse Elbtal-Westlausitz für Kunst, Kultur und Denkmalpflege.