Papstdorf

 
 

 

 

Erblehngericht - Erbgericht
Mit der Besiedlung des Gebietes durch fränkische Kolonisten und der "Vergabe" (nur als Lehnen) der Hufen an die Siedler setzten die Ritterorden "Lokadoren" ein. Das waren oft Männer, die sich bei der Dorfgründung durch besondere Tatkraft ausgezeichnet hatten. Sie erhielten eine Königshufe (ca. 50 ha) und übten die Gerichtsbarkeit im Dorf aus. Diese war erblich.
Die Erbrichter hatten Vergünstigungen, so das Herbergsrecht, die Fleischbank, das Brau- und Schankrecht.
Damit wurde das ERBGERICHT im Laufe der Zeit zum DORFGASTHOF. Ab 1838 gab es in Sachsen keine Erbrichter mehr.
Im Jahre 1838 brannte das Papstdorfer "Magd-Erblehngut" vollständig nieder. Auf den Grundmauern wurde später neues Gasthaus mit Pension für Sommergäste neu errichtet, heute: Hotel Erblehngericht.

Test Nr. 5
Warum wurde 1993 das Feuchtbiotop "Krähenpfütze" renaturiert?
a) als Trinkwasserreservoir
b) als Überlebensraum für Pflanzen und Tiere
c) als Vogeltränke

Kirche zu Papstdorf
Papstdorf war im 11. bis 13. Jh. ein alter "Gnaden-Ort", zu dem die Wenden aus der Lausitz pilgerten. Eine erste, strohgedeckte Kirche wurde schon im 14. Jh. erbaut. 300 Jahre später war diese baufällig und verfiel. Der Streit zur Finanzierung des Neubaus dauerte 80 Jahre. 1787 entstand die spätbarocke Kirche (Kosten: 3530 Thaler). Besonderheit: Der Turm der Kirche steht "falsch" - nach Osten. 1839 wurde die Kirche durch Blitzschlag stark beschädigt. Bei der Reparatur und der Renovierung (1985/88) erhielt sie ihr heutiges Aussehen.