Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Beim Durchblättern des Buches "Bergpfade & Andere Wege“
Band 3 von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
fiel uns ein Hinweis auf die Punkenhöhle auf. Wir waren schon sehr häufig an der Kleinen Bastei
von Krippen, aber noch nie hatten wir etwas von einer ungewöhnlich großen Höhle
dort gehört oder gesehen. Also musste gleich mal ein Ausflug dorthin unternommen werden.
Da die Suche nach einer großen Höhle interessant zu werden versprach, kamen
auch die Kinder mit.
Die Wanderung startet im Zentrum von Reinhardtsdorf am Platz unterhalb der
Kirche. Gegenüber vom Parkplatz geht die Straße Am Viehbigt in die
Richtung der Kirche. Diese kleine und eher unscheinbare
Kirche sollte man unbedingt
besuchen,da sie mit Bibelszenen ausgemalt ist, in denen die Figuren
vor dem Hintergrund der Sächsischen Schweiz dargestellt sind.
Die Wanderung führt zuerst auf der Straße Am Viehbigt aufwärts, um dann nach
rechts auf die Felder abzubiegen. Hier ist der Wanderweg mit dem blauen
Punkt
gekennzeichnet. Da der Wanderweg aber quer über das Feld führt, ist die
Anzahl der Markierungen ziemlich gering und eigentlich nur am Ortsausgang
und dann wieder am Waldrand zu entdecken. Praktisch gesehen ist es aber
nicht sonderlich schwierig, den Weg zu finden, da es einfach nur geradeaus
auf einem Feldweg in Richtung Elbe geht. Komischerweise ist auf allen
möglichen Wanderkarten auf der Ebene rechts vom Feldweg ein Hügel namens
Burschenbüschel mit einer Höhe von 279 Metern eingezeichnet. In der Praxis
fällt dieser Hügel überhaupt nicht auf, aber vermutlich auch, weil man immer
wieder geneigt ist, über den Hügel hinweg auf die Schrammsteinkette zu
blicken. Auf der gegenüberliegenden Feldseite von Reinhardtsdorf erreicht
man einen kleinen Waldausläufer, den man an der rechten Seite noch bis zum
Ende passiert. Hinten
links in der Feldecke beginnt eine ganz besonders schöne Allee, die vor
riesig langen Zeiten angelegt worden ist und sich heutzutage im Dornröschenschlaf
befindet. Die Allee besteht aus ganz alten Buchen, die im Herbst so viele
Bucheckern abwerfen, dass man den Boden bzw. die Erde überhaupt nicht mehr
sehen kann. Schön, dass in der heutigen Zeit ein Waldbesitzer so nett ist
und solche Bäume stehen lässt. Jeder von den Bäumen dürfte durch seine
auffällige gerade Wuchsform ein paar hundert Euro wert sein.
Nachdem man die Allee durchschritten hat, erreicht man die andere Seite des
Waldzipfels und hier geht der blau markierte Wanderweg ein paar Meter neben
dem Waldrand entlang. Dieser Pfad verläuft ungefähr 200 Meter auf
gleichbleibender Höhe, bis nach rechts der Zugang zur Kleinen
Bastei abbiegt. Die Aussicht ist schon nach wenigen Metern erreicht und
bietet mit einer Bank einen netten Rastplatz. Leider ist die Aussicht in den
letzten Jahren ziemlich zugewachsen und damit ist der schöne Blick ins
Elbtal und zu den Schrammsteinen nur noch teilweise sichtbar.
Von der Aussicht steigt eine Treppe mit weiterhin der blauen
Wanderwegmarkierung den Hang abwärts. Nach einem Abstieg von 50
Höhenmetern erreicht die Wanderung die Ebene der Steinbrüche und damit den
Mittelhangweg. Mit dem Erreichen dieses Weges werden die Wanderwegmarkierungen
verlassen und es geht nach links in Richtung Krippen weiter. Schon nach
ganz wenigen Metern kann man links des Weges die erste hohe Felswand eines
ehemaligen Steinbruches sehen. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man sich
überlegt, wie früher hier der Sandstein abgebaut worden ist. Einerseits war
es die ungefährlichere Variante, bei der einzelne relativ kleine Blöcke von
oben aus der Felswand rausgelöst wurden. Bei der viel gefährlicheren
Variante wurde von unten die Felswand immer weiter ausgehöhlt und nur
einzelne Säulen blieben stehen. Dass bei dieser Variante immer mal wieder
eine Felswand unkontrolliert abbrach, ist geschichtlich belegt und hat so
manches Opfer gefordert. Zum Glück können heute viel bessere Methoden (z.B.
Sprengen von ganzen Streifen) und gigantische Technik eingesetzt werden
(wenn auch nicht mehr an diesen Brüchen). An
einigen Stellen kann man außer der glatten Felswand auch noch eine Vielzahl
anderer Spuren der Steinbrüche entdecken. So liegen einige fertig bearbeitete
Felsklötze am Wegesrand herum, an einigen Stellen sind eine Art
Knabberspuren an den Kanten zu entdecken und in der Landschaft sind Rampen
und Talrutschen zu erahnen.
Wenn man ein paar Meter (maximal 120 Meter) weiter auf dem Mittelhangweg
wandert, erreicht man einen etwas größeren Steinbruch.
Hier
kann man deutlich die beiden Zugänge und die Schuttberge davor erkennen. Um
die Punkenhöhle zu erkunden, muss man rechts von dem Steinbruch den Hang
hochkraxeln. Nach ungefähr 15 Höhenmetern kann man deutlich eine Terrasse
erkennen, die in den Steinbruch hineinführt. Wir haben insgesamt zwei
Anläufe gebraucht, um überhaupt die richtige Stelle zu finden und dann sind
wir bei jedem dieser Versuche in einem wilden Zickzack durch die Steinbrüche
gewandert. Beim ersten Versuch waren die Kinder schon richtig angenervt von
der Suche ihrer Eltern und um den Familienfrieden nicht
ganz
zu gefährden, haben wir die Suche abgebrochen. Vermutlich wäre es auch
wirklich hilfreich gewesen, das Buch von Axel Mothes mitzunehmen, aber der
Papa meinte, dass so eine große Höhle schon ohne Hilfe zu finden sein
müsste. Seltsamerweise geht aber anscheinend keiner zu dieser Höhle und so
sieht der Pfad dahin eher wie ein Wildwechsel aus. Das Dämlichste
ist, dass man die Höhle sogar von unten (dem Mittelhangweg) aus sieht, wenn
man einmal weiß, wo sie ist. Links neben dem Höhleneingang
befindet sich eine Inschrift mit dem Namen (Punkenhöhle) und der Länge (30
m) der Höhle. Die
Höhle ist eine Klufthöhle, das heißt, die Felswand zum Steinbruch ist in weit
vergangenen Zeiten einmal ins Rutschen gekommen und hat damit eine
ungewöhnlich große Spalte dahinter gebildet. Insgesamt ist die Höhle
ziemlich groß (zumindest für die Höhlen der Sächsischen Schweiz) und auch
überraschend hoch. Axel Mothes hatte auch schon in seinem Buch darauf
hingewiesen, dass die Höhle ziemlich steil ist und man unbedingt eine
ordentliche Taschenlampe dabeihaben sollte. Das kann ich nur bestätigen. Ich
hatte eine große Maglite dabei, die eigentlich eine tolle Taschenlampe ist. Leider
bin ich auf dem steilen Stück durch den feuchten Matsch ausgerutscht und so
war meine schöne Taschenlampe auf einmal viel tiefer als ich. Was lernen wir
daraus: Bei einer Höhlenerkundung sollte die Taschenlampe an einem Bändel
sein. Noch besser wäre eine Stirnlampe, dann hat man die Hände frei, um sich
festzuhalten
Für die weitere Wanderung geht es wieder zurück auf den Mittelhangweg und
dann nach links (also in Richtung Krippen). Schon nach ¼ Kilometer
steigt der Mittelhangweg das nächste Mal ab und es geht bis an den Bahndamm
hinunter. Das nächste Stück (½ Kilometer) ist nicht gerade die tollste
Wanderstrecke, aber wenigstens herrscht hier kein Autoverkehr. Es geht
vorbei an einigen alten Garagen, der ehemaligen Quarantänestation (des
Grenzübergangbahnhofs) und einem
alten Bahngebäude, das seit mindestens dem Hochwasser 2002 unbenutzt
herumsteht. Nach
dem besagten ½ Kilometer biegt nach links die erste Straße (Name:
Berghangweg) ab. Nach den ersten paar Metern passiert man ein prachtvolles
Haus, das gleich eine ganze Ansammlung unterschiedlichster Namen hatte. Wir
kennen inzwischen schon drei davon: Russische Villa, Villa
Carolahöhe und Villa der Sinne. Gleich neben diesem Gebäude weist eine Tafel
auf die Carolahöhe und Reinhardtsdorf hin.
Hier
geht es über ein paar Stufen aufwärts bis zur schönen Aussichtsplattform.
Dieser Aussicht ist es deutlich anzumerken, dass sie viel besser gepflegt
wird als die Kleine
Bastei. So ist die Sichtachse ordentlich freigeschnitten, die Bänke und das
Geländer in einem topp Zustand und selbst der Zugang ist blitzblank. Von der
Aussicht kann man schön auf die Ortschaft Krippen und Bad Schandau blicken,
die Elbe und ihre Brücken sind gut zu beobachten und das ungewöhnlichste ist
die angenehme Ruhe hier oben.
Die Wanderung führt nach diesem angenehmen Platz weiter aufwärts über ein
paar Stufen.
Knapp
oberhalb der Aussicht passiert man ein paar einzelne Wochenendhäuser und eine
Wiese. Nachdem der Aufstieg bewerkstelligt ist, hält man sich rechts und
wandert im Wald knapp neben dem Waldrand entlang. Der Krippenweg passiert
eine alte Kiesgrube, die angeblich durch einen alten Elbelauf entstanden
sein soll. Aus heutiger Sicht ist das sehr schwer vorzustellen, dass hier oben mal
der Fluss entlang gelaufen ist, aber irgendwann war das ganze Land eine
große Ebene, in der die Bäche herum gefräst haben. Nach etwas mehr als einem
Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Reinhardtsdorf und es geht über
die Straße Krippenberg zurück bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Die Erkundung der Punkenhöhle hat Spaß gemacht und ist eine der typischen
Wanderungen auf der linken Elbeseite. Dass sich unterhalb der Kleinen Bastei
von Krippen tatsächlich so eine große Höhle versteckt, konnte ich mir nicht
vorstellen. Noch komischer ist, dass nur ganz wenige andere Mitmenschen
diese Höhle besuchen. Wenn man sich überlegt, wie viele Besucher eine viel
kleinere Höhle wie z.B. die Bennohöhle besuchen, dann ist es doch wirklich
verwunderlich.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau und dann mit dem Bus R-250 Bad Schandau - Krippen - Reinhardtsdorf
weiter fahren.
Auto:
Bis Bad Schandau über die B172, am Bahnhof von Bad Schandau nach rechts Richtung Krippen. Hinter Krippen weiter nach Reinhardtsdorf. 700 Meter nachdem man den Ortsrand von Reinhardtsdorf erreicht hat, befindet sich auf der rechten Straßenseite (gegenüber der Kirche) der Parkplatz.
Empfohlener Parkplatz:
Reinhardtsdorf Kirche
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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