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Die
Wanderung zur Schiebmühle ist dadurch entstanden, dass ich beim GPS-Karten-Malen den
Eintrag der Mühle entdeckt habe, aber mich nicht dran erinnern konnte, dass
mir diese Mühle schon jemals begegnet wäre. Ich bin schon einige Male auf dem
Elberadweg von der Gelobtbachmühle zum Bahnhof Schöna gewandert, aber dass
hier eine Mühle stehen soll, ist mir nicht aufgefallen. Das musste gleich mal
untersucht und mit einer kleinen Wanderung verbunden werden.
Die Wanderung startet am Ende von Schöna auf dem Parkplatz Zirkelstein. Von
hier geht es noch ein paar Meter durch die hintersten (östlichen) Ausläufer
von Schöna in die Richtung der gut sichtbaren Kaiserkrone. Schon wenige
Meter hinter dem Parkplatz erreicht die Wanderung den neu gestalteten
Dorfplatz mit gleich mehreren tollen Sandsteinen.
Ganz
besonders fällt natürlich das Schiff aus Sandstein mit seinen Passagieren
und eine dazugehörende
Informationstafel auf. Auf der
Bahnhofstraße ist die Wanderung auf den ersten paar Metern bis zum
Ortsausgang mit dem roten Punkt
markiert und dann geht es sehr angenehm abfallend weiter abwärts ins
Elbetal. Auch wenn die Straße Bahnhofstraße heißt, so sind hier nur sehr
selten Fahrzeuge unterwegs und deshalb geht es fast ungestört abwärts. Mit
dem Erreichen des Waldes wechselt der Straßenbelag in ein altes Pflaster,
das bis runter zum Bahnhof so bleibt. Der Bahnhof wird normalerweise nur
von S-Bahnen und wenigen Regionalbahnen angefahren. Einige Bahnfahrer
benutzen diesen letzten Bahnhof in Deutschland, um dann mit der Fähre auf
die tschechische Seite zu gelangen. Früher (also bevor Tschechien zur EU
dazukam) war hier ein reger Verkehr rüber zum Duty Free Shop, um billige
Zigaretten und Alkohol zu kaufen.
Heutzutage kann man aber einfach nur mit
dem Auto ohne einen einzigen Stau bis an den Duty Free bzw. er heißt jetzt
Travel Free Shop fahren und dann ist
die Reise mit der Bahn einfach zu beschwerlich. So ist an dem Bahnhof wieder
ein bisschen mehr Ruhe eingekehrt. Sehr schön sieht schon der größte Teil
der Wohnhäuser auf der gegenüberliegenden Elbeseite aus. Im Jahre 2010 waren
nur noch sehr wenige Häuser in einem sanierungsbedürftigem Zustand.
Für die weitere Wanderung wird die Bahntrasse ein paar Meter neben dem
Bahnhof unterquert und es geht weiter auf dem Radweg Elbeaufwärts. Auf dem
Radweg kann bei schönem Wetter bzw. an langen Wochenenden schon mal etwas
mehr an Betrieb sein, so dass man ein bisschen auf die Radfahrer achten
sollte. Das muss man aber auch nur ½ Kilometer, bis nach rechts ein
Tunnel wieder durch den Bahndamm durchführt. Hier informiert auch eine Tafel
über die Schiebmühle. Der Inhalt der Tafel ist:
"Eine hier am Schiebbach betriebene Mühle wurde erstmals 1553 erwähnt. Seit
dem Beginn des 18. Jahrhundert trug sie die Bezeichnung "Schiebmühle",
welche abwechselnd als Mahl- oder Schneidemühle arbeitete. 1853 entstand
daraus eine Ölmühle, später eine Flachsspinnerei und im Jahre 1890 eine
Malzfabrik, die bis 1990 produzierte. 1997 erfolgte der Abriss der alten
Fabrikgebäude."
Tja, heutzutage steht zwar noch ein einzelnes Gebäude gleich neben der
Bahnlinie, aber die Bausubstanze sieht auch nicht mehr so aus, als wenn sie
es noch lange macht. Das Dach ist schon an mehreren Stellen ziemlich löchrig
und dann bleiben die meisten Häuser nur noch sehr kurze Zeit stehen.
Ein paar
Meter oberhalb des Gebäudes befinden sich mächtige Stützmauern, deren
Aufbau bestimmt eine gigantische Arbeit war. Man kann gut an dem
Gebäude vorbei wandern und sich dann an den Aufstieg machen. Was noch in
einem ganz guten Zustand ist,
sind die steinernen Stufen den Schiebgrund
aufwärts. In dem Bachtal liegen mehrere mächtige eiserne Rohre, die früher
das gestaute Wasser zur Mühle hinuntergeleitet haben. Da aber auch hier der
Zahn der Zeit genagt hat, sind diese Rohre schon an einigen Stellen
gebrochen und aus der eigentlichen Verankerung herausgesprungen. Im oberen
Teil des Schiebgrundes befinden sich gleich mehrere ehemalige Staubecken,
bei denen fast immer die Staumauer gebrochen ist.
Nur der obere Stauteich
hat noch ein intaktes Becken mit einladendem blauem Wasser. Da die Wanderung
sich aber mehr im Winter oder im Frühjahr empfiehlt, da dann der Aufstieg noch nicht
so sehr mit Brombeerranken zugewuchert ist, ist die einladende Wasserfarbe
nur für das Auge gedacht.
Oberhalb des letzten Teiches geht es noch ein ganz kurzes Stück neben dem
Schiebbach aufwärts, um dann nach links weiter zu wandern. Hier führt ein
ziemlich unscheinbarer Pfad durch den Buchenwald oberhalb der
ehemaligen Steinbrüche.
Die obere Steinbruchkante ist weit genug entfernt, sodass man diesen Pfad sehr angenehm entlang wandern kann. Kurz bevor
man den nächsten Bach erreicht, bietet sich auf der linken Seite (also
Richtung Elbe) eine kleinere Aussicht an, von der man nett in das
Elbtal aufwärts blicken kann.
An dem Bach geht es jetzt von der Elbe weg und leider ist hier nur sehr
schwer ein Pfad zu finden, aber insgesamt sind es auch nur ein paar wenige
Meter, die man auf der linken Bachseite (von unten gesehen) aufwärts gehen
muss. Dann befindet sich links vom Bach ein Waldweg, den man weiter
aufwärts wandert. Nach etwas mehr als 100 Metern erreicht man eine größere
Kreuzung mit einem breiten Forstweg. Hier befindet sich ein Gedenkstein auf
der rechten Wegseite, der aber leider heutzutage auf beiden Seiten keine
Tafeln mehr hat.
In der Verlängerung des ersten Waldweges geht es weiter. Dieser Weg ist
ausgeschildert mit der Schiebquelle und einem Symbol für einen Pferdeweg,
welcher aber irgendwie anscheinend noch nie benutzt worden ist. Der Weg
führt leicht ansteigend durch einen extrem ruhigen Wald, bis die
Schiebquelle erreicht ist. Hier erklärt eine kleine Tafel
das besondere an dem Gedenkstein vor dem umzäunten Gelände der Quelle.
An
der Unterseite der Quelle sieht es ziemlich matschig aus, was offensichtlich ein paar
Wildschweine immer wieder zu einem wilden Bad einlädt. Wie müssen die
Viecher aussehen, wenn sie sich hier gesuhlt haben? Rechts neben dem
eingezäunten Gelände befindet sich in der Verlängerung des Zaunes ein
Waldweg, der noch an gleich zwei weiteren Quellen vorbeiführt. Praktisch
muss man dafür aber die Wildschweinbadewanne passieren und eigentlich lohnt
es sich nicht so richtig.
Deshalb geht es einfach von der Schiebquelle noch ein paar wenige Meter
aufwärts bis zum nächsten Querweg. Hier geht es nach rechts auf der gelben
Wanderwegmarkierung
weiter.
Nach wenigen Metern kann man über das Feld hinweg das letzte Ziel
der Wanderung entdecken: den Zirkelstein. Wenn man den Felsen so vor sich
stehen sieht, dann wirkt er wie ein gewöhnlicher, hoher Stein der
Sächsischen Schweiz. Wenn man ihn aber aus der Entfernung entdeckt, was
durch seine markante Form sehr häufig passiert, dann ist er im Verhältnis zu
den anderen Felsen ein sehr kleines Steinchen. Deshalb kann und sollte man den
Aufstieg immer unternehmen. Alleine schon für die schöne Rundumsicht. Noch
vor dem Zirkelstein passiert man die Ferienanlage Zirkelstein Resort (www.zirkelsteinresort.de).
Hier befinden sich einige neue Bungalows gleich am Fuße des Zirkelsteins und
was ganz besonders auffällt, ist die Freundlichkeit der Mitarbeiter, wenn
man als Zugang zum Zirkelstein den Weg durch die Anlage gewählt hat. Auf den
Zirkelstein führen gleich drei Wege, die aber alle drei als letztes Stück in
einer Treppe zum Gipfel münden.
Die Treppe steigt vom Felsfuß relativ
leicht bis auf das
Gipfelplateau und schon kann man eine wirklich schöne
Aussicht genießen. So sieht man in westlicher Richtung die beiden Zschirnsteine und den Schneeberg, in östlicher Richtung den Großen Winterberg
und im Norden oberhalb der Kaiserkrone die Schrammsteinkette. Mit nur so
wenigen Höhenmetern so eine nette Aussicht zu erhalten ist wirklich schön.
Vom Zirkelstein geht es über den gleichen Abstieg wieder bis zum Felsfuß
runter und dann nach links in Richtung Schöna und damit zum
Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Damit ist dann eine nette Wanderung zu
Ende gegangen, die tatsächlich noch ein paar interessante technische Details
(Wasserleitung und Stauteiche), einen ziemlich ruhigen Wanderweg oberhalb der
Elbe und eine schöne Aussicht vom Zirkelstein bot. Leider hat die
Wanderung aber auch drei Mankos: erstens den Elberadweg, zweitens die
wahnsinnig vielen Brombeerranken und drittens den unsichtbaren Weg am Bachlauf.
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