Diese Wanderung ist eigentlich dadurch
entstanden, dass mir mal wieder auf dem Weg in die Sächsische Schweiz an der
B172 die Zufahrt zum Schloss auffiel und ich seltsamerweise noch nie dort
gewesen bin. Da es nun mal viel zu langweilig ist, einfach nur mit dem Auto
bis in den Hof zu fahren, musste die Besichtigung mit einer Wanderung
verbunden werden und hier kommt die passende Beschreibung dazu.
Den Startpunkt habe ich auf die Industriestraße am alten Wismutgelände bei
Leupoldishain
gelegt, da ich auch schon immer mal nachsehen wollte, ob man von der alten
Seilbahn des Uranbergbaus noch irgendetwas sehen kann.
Der Seilbahnweg
zweigt von der Industriestraße in einem schnurgeraden Weg in Richtung Pirna
(also westliche Richtung) ab. Diese Seilbahn ist dadurch entstanden, dass
das Uranerz von der Förderstätte zwischen Königstein und Leupoldishain in
Güterzüge verladen werden musste, um dann zur Weiterverarbeitung nach
Crossen oder Seelingstädt gefahren zu werden. Da es aber durch die
Höhenunterschiede zwischen Förderstelle und einem Bahnanschluss nur mit
gewaltigen finanziellen Mitteln möglich gewesen wäre, eine Bahnlinie zu verlegen, wurde
eine Seilbahn von 4,4 Kilometern bis zum Bahnhof Pirna-Rottwerndorf gebaut.
Auf dieser Seilbahn fuhren 175 Gondeln mit einem Einzelvolumen von 1 m³.
Ab 1984 wurde das Abbauverfahren auf ein chemisches Förderverfahren
umgestellt, dadurch wurde die Seilbahn nicht mehr benötig und demontiert.
Das Einzige, das von der Seilbahn übrig geblieben ist, ist der schnurgerade
Weg über die Felder. Der Weg ist asphaltiert und in einem hervorragenden
Zustand. Anscheinend wird er auch noch als Traktorstraße benutzt, da die
normalen Traktoren auf der B172 nicht fahren dürfen (Mindestgeschwindigkeit 40
km/h). Der Weg geht auf der Rückseite von Struppen Siedlung vorbei und führt
dahinter weiter auf Pirna zu. Nach einer Gesamtstrecke von 2,7 Kilometern
auf dem Seilbahnweg erreicht man die Staatsstraße S169 zwischen Krietzschwitz und Langenhennersdorf. Diese Straße überquert man nur, um dann
wenige Meter hinter der Straße nach rechts abzubiegen. Die Seilbahnstrecke
verläuft verführerischerweise noch ein paar Meter weiter geradeaus, hört
dann aber an einem steileren Hang abrupt auf. Deshalb das Abbiegen nach
rechts. Der Waldweg führt erst parallel zur Staatsstraße und dann ein Stück
neben der Bundesstraße. Man kann sie rechts oberhalb des Weges sehen. Nach
½ Kilometer erreicht man den gelb markierten Wanderweg
,
den man nach links den Berg runter verfolgt. Der Wanderweg steigt bis zur
Hauptstraße nach Eichenbusch-Siedlung ab. Hier wandert man ein kleines Stück
(< 200 Meter) auf einer Kreisstraße entlang, um dann aber der gelben
Markierung nach rechts zu folgen. Auf dieser netten Dorfstraße geht es etwas
mehr als einen Kilometer, bis nach rechts der grün markierte Wanderweg
abbiegt. Dieser Weg führt über das ruhigste Teilstück dieser Wanderung. Der
Stadtwald von Pirna bzw. das Revier "Viehleite" liegt zwar oberhalb, und
damit die ganze Zeit in Sichtweite, von Pirna, aber außer ein paar
Geräuschen und vielleicht ein paar Joggern herrscht hier überraschende
Ruhe. Der so genannte Mittelweg führt durch dieses 2,5 Kilometer lange, aber
nur 400 Meter breite Waldstück, bis man kurz vor dem
Krankenhaus für
Psychiatrie und Psychotherapie aus dem Wald heraus tritt. Die Klinik fällt
durch die sehr schön sanierten Gebäude gleich auf. Die Wanderung geht auf
der Straße weiter, bis man die Bundesstraße B172 an einer Haarnadelkurve
erreicht. Hier geht es nach rechts ca. ½ Kilometer wieder bergauf.
Dieses Stück ist das hässlichste Stück der Wanderung, da es überhaupt kein
Vergnügen macht, an einer viel befahrenen Bundesstraße entlang zu wandern,
aber immerhin gibt es einen durchgängigen Bürgersteig. In der nächsten
Spitzkehre der Straße befindet sich die Einfahrt des Schlosses Sonnenstein.
Auf der rechten Zufahrtsseite befindet sich ein riesiger Neubau, in dem das
Amtsgericht Pirna untergebracht ist. Warum auch immer man diesen Klotz
in den Schlosspark gesetzt hat, ist für mich ein Rätsel, aber irgendein
schlauer Kopf wird sich schon Gedanken dazu gemacht haben.
Auf der linken
Seite der Zufahrt verfällt das ursprüngliche Schloss. Im Winter 2007/2008
war der gesamte Komplex noch in einem super traurigen Zustand, aber
irgendwie wuselten schon ein paar Bauleute mit vorbereitenden Arbeiten herum.
Auch wenn ich es mir kaum noch vorstellen kann, dass man diese maroden
Gebäude noch retten kann, aber vielleicht bekommt das Schloss hiermit doch
noch eine Chance. Auf jeden Fall gibt es eine Internetseite (www.schloss-sonnenstein.com),
auf der schon beschrieben steht, wie man das Schloss in eine therapeutische
Einrichtung für Kinder und ihre Eltern umbauen möchte. Wenn man im
Schlosshof nach rechts geht, erreicht man nach 200 Metern ein paar sanierte
Gebäude. Hier sind die
Pirnaer Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt. Im Gebäude
C16, das am nächsten zur Elbe bzw. am nördlichsten steht, ist die
Gedenkstelle Sonnenstein (www.stsg.de)
untergebracht. Hier wird an die traurigste
Geschichte des Schlosses Sonnenstein erinnert. Während der Nazizeit wurden
hier fast 15.000 Menschen umgebracht. Im hinteren Teil des Schlosshofes stehen eine paar größere
Hallen und ein riesiges Bürogebäude, die leider alle leer stehen. Früher
soll hier das Strömungsmaschinenwerk zum Bau von Flugzeugturbinen beheimatet
gewesen sein.
Hinter dem großen Bürogebäude kann man das Gelände des Schlosses durch eine
Öffnung in der Schlossmauer verlassen. Gleich hinter der Mauer verläuft ein
Weg, dem man nach rechts folgt. Auf der Rückseite des Schlosses verläuft der Canalettoweg. Leider
ist der wahrscheinlich schöne Ausblick hier
vollkommen zugewuchert. Vielleicht wird die Aussicht im Rahmen der
Schlosssanierung wieder frei geschnitten. Die weitere Wanderung geht auf dem
Malerweg vom Canalettoweg herunter. Aber Vorsicht, der Malerweg geht einmal
vor dem Schloss und einmal vor den Wohnhäusern ins Elbetal herunter. Der
empfohlene Weg ist bei den Wohnhäusern bzw. beim Steinbruch. Der Weg führt
in einem Haken den Berg herunter und erreicht die Talsohle am Wasserwerk.
Hier geht der Weg nach rechts, bis man die Bahnlinie unterqueren kann.
Danach geht es das Elbetal aufwärts. Ich finde es immer wieder schön, an dem
Fluss entlang zu wandern. Ganz besonders nett ist es, wenn in der schöneren
Jahreshälfte die Elbeschiffe unterwegs sind. Ich bin die Wanderung an einem
schönen, aber saukalten und windigen Tag gewandert. Das hatte den
gravierenden Vorteil, dass keine Radfahrer auf dem Elberadweg unterwegs
waren. Na gut, es gab zwei Ausnahmen. Die eine Ausnahme war ein Schuljunge,
der tapfer gegen den Wind ankämpfte, die andere eine sportlich aussehende
Radfahrerin, die ihr Rad schob. Die Wanderung verläuft auf diesem
kombinierten Rad- Auto- Wanderweg. Das könnte an einem schönen Tag im
Sommer schon wieder ein Nachteil sein. Die Wanderung geht weiterhin auf dem
Malerweg bis zum riesigen Biergarten von Obervogelsang. Hier verlässt der
Malerweg den Elberadweg und biegt nach rechts (wohin auch sonst, weil nach
links ist die Elbe) zur Königsnase ab. Der Weg steigt aus dem Elbetal
heraus, bis man die schöne Aussicht bzw. den Rastplatz auf der Felsnase
oberhalb von Obervogelsang erreicht. Von dieser Aussicht namens Königsnase
hat man einen äußerst ruhigen Blick in das Elbetal. Danach geht es auf
ziemlich gleich bleibender Höhe immer am Rande des Elbetals entlang. Man
passiert einige alte Steinbrüche, in denen sich die Natur ihren Raum
zurückerobert hat. Ziemlich seltsam finde ich immer wieder, dass sich
ausgerechnet an den hohen Stellen des Elbetals einige Quellen gebildet haben
und in kleinen Rinnsalen den Wanderweg überqueren. Nach einer Strecke von
fast 3 Kilometern erreicht man die Ortschaft Naundorf. Durch dieses Dorf
geht es weiter den Berg hoch in die Richtung der Bärensteine. Spätestens ab
Naundorf ist der Weg mit dem roten Punkt
markiert. Genau dieser
Markierung geht es jetzt hinterher und damit verläuft die Wanderung einmal
über den Kleinen Bärenstein hinweg.
Aus
meiner Sicht ist das die schönste Stelle der ganzen Wanderung. Hier hat man
eine erstklassige Aussicht zur Festung Königstein, dem Lilienstein, dem
Rauenstein und dem Großen Bärenstein. Bei der Aussicht merkt man dann auch,
dass mit der Namensgebung der beiden Bärenstein etwas schief gelaufen ist,
da der Kleine Bärenstein höher als der Große Bärenstein ist. Was auch am
Kleinen Bärenstein sehr schön ist, ist, dass es einer der ruhigsten Felsen der
ganzen Sächsischen Schweiz ist.
Beim Abstieg sollte man sich an der Ausschilderung Thürmsdorf orientieren,
da man dann einerseits nicht über die Straße spazieren muss, an einem sehr
nett angelegtem Teich vorbeikommt und außerdem noch durch den
Schlossgarten
gehen kann. Es ist zwar nicht gerade der perfekt gepflegte Park, aber
immerhin ein schöner Garten, der auch angenehm ruhig ist. Vom Schloss geht
die Wanderung wieder auf die Hauptstraße und spätestens hier wird man wieder
auf den rot markierten Wanderweg und den Malerweg stoßen. Auf diesen beiden
Markierungen geht es hangabwärts bis zum Ortsausgang. Hier biegt der
Malerweg vollkommen unscheinbar noch vor der Leitplanke nach links in den
Wald ab. Außerdem ist die Stelle noch mit dem gelben Strich markiert. Dem
Malerweg folgt man weiterhin, da man auf ihm durch eine sehr gelungene
Streckenführung die Fahrstraße zwischen Struppen und der B172 nur einmal
überqueren muss. Es geht zuerst parallel zur B172 und dann mit einem ganz
separaten Fußgängertunnel unter der Bundesstraße drunter her. Auf der
gegenüberliegenden Straßenseite erreicht man den riesigen Parkplatz der
Festung Königstein. Im Winter 2007/2008 waren die vorbereitenden Arbeiten
für den Parkhausbau gerade dran und wenn denn Ende 2008 das Parkhaus fertig
gestellt ist, dann hat sich die Anzahl der Parkplätze auf das doppelte erhöht. Mal gespannt, wie dann die Parkplatzgebühren sind. Nachdem
man die Zufahrtsstraße zur Festung erreicht hat, überquert man die Straße
und wandert auf der gegenüberliegenden Seite am Waldrand entlang. Hier ist
der Waldweg mit dem blauen Strich
markiert. Dieser Markierung folgt man
ungefähr ½ Kilometer, bis nach rechts ein gut ausgebauter Forstweg
abzweigt. Dieser Weg verläuft zum Anfang ziemlich parallel zur Bundesstraße
und trifft aber nach ca. 700 Meter auf diese vielbefahrene Straße. Es geht
ein kleines Stück hinter einen Wildzaun an der Straße entlang und biegt dann
aber wieder in Richtung Wismut-Gelände ab. Nach 300 Metern erreicht man die
Rückseite einer Holzbearbeitungsfirma. Hier kann man links oder rechts
um den Betrieb herum gehen. Ich habe nach links eingeschlagen, da ich es ganz
interessant finde, noch ein bisschen von der Wismut zu sehen. Beide Richtungen
führen aber wieder auf die Straße nach Leupoldishain und damit hat man den
Ausgangspunkt, bzw. die Parallelstraße, der Runde erreicht.
Diese Runde hat mir überhaupt nicht gefallen, da der Weg auf dem Seibahnweg
unwahrscheinlich langweilig war, der Zustand des Schlosses wirklich
bemitleidenswert ist, die Gedenkstätte nicht wirklich die Stimmung hebt und
der Weg auf dem Elberadweg auch nur bei schlechten Wetter empfehlenswert
ist.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Linie R-245 von Pirna
nach Leupoldishain/Rosenhal
Auto:
Über die B172 bis hinter die Siedlung Struppen (wenn man von Dresden/Pirna kommt). Am neu gebauten Kreisverkehr (2005) vor Königstein geht es nach rechts in die Richtung Leupoldishain. Der Parkplatz befindet sich ca. 1/2 Kilometer hinter dem Kreisverkehr.
Empfohlener Parkplatz:
Wismut
GPS Daten:
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