Sobald man irgendwo durch Krippen wandert,
stößt man unweigerlich auf Hinweisschilder zum
Sonnenuhrenrundweg und
was liegt dann näher, als die Runde dann auch mal zu
unternehmen. Es empfiehlt sich natürlich, diesen kleinen Spaziergang nur bei
Sonnenschein zu machen, da man sonst von einer Sonnenuhr zwar die
schöne Gestaltung bestaunen kann, aber die eigentliche Funktion nicht sieht.
Der offizielle Startpunkt der Runde liegt am Krippener Marktplatz. Es handelt sich um
ein kleines Plätzchen im Zentrum von Krippen, das sehr schön gestaltet ist und es
fällt einem sofort der Brunnen mit den vier Mühlsteinen auf. Die Mühlsteine
erinnern an die vier Mühlen (Schinkemühle, Grundmühle, Mittelmühle,
Vordermühle) von Krippen.
Gleich am Marktplatz befindet sich die erste grundlegende Tafel zum
Sonnenuhrenweg. Auf dieser Tafel werden Grundlagen und Geschichte der Sonnenuhren
erklärt. Auch ist auf der Tafel die Entstehung des Sonnenuhrenweges und eine
kleine Karte mit den Standorten der einzelnen Tafeln in Krippen abgebildet. Gleich daneben
befindet sich dann auch die erste Sonnenuhr. Diese
Sonnenuhr soll an einen der berühmtesten Besucher von Krippen erinnern:
Caspar David Friedrich. Er hat tatsächlich einige tolle Gemälde in der
Sächsischen Schweiz erstellt und so ist es sehr nett, dass hier eine
Sonnenuhr an ihn erinnert. Jetzt geht der Sonnenuhrenweg auf dem Bächelweg in
die Richtung der Elbe. Noch bevor der Weg die Bahntrasse unterquert, steht
auf der linken Seite ein seltsamer Stahlträger am Bahndamm. Auch dabei
handelt es sich um eine
Sonnenuhr, die an einen Schlossereibetrieb, der sich auf der
gegenüberliegenden Straßenseite befand, erinnert. Dieser Betrieb bzw. die
Bausubstanz hatte bei dem Hochwasser 2002 stark gelitten und ist 2006
abgerissen worden. Jetzt ist an dieser Stelle ein sehr schöner Platz
entstanden, der einerseits ein paar Kurzparkplätze bietet, aber noch viel
besser einen tollen Informationspavillon beherbergt.
Die Wanderung führt jetzt unter der Eisenbahnlinie Dresden – Prag drunter
her und weiter auf die Elbe zu. Im Sommer 2009 stand auf der rechten
Wegseite immer noch eine Ruine, die auch Opfer des Hochwassers war. Genau an
diesem Grundstück sind zwei
Sonnenuhren mit einer separaten Konstruktion angebracht worden, sodass
ein weiterer Verfall des Gebäudes erst mal keinen weiteren Einfluss auf
diese Station des Sonnenuhrenweges hat. Hinter dem Gebäude hat man einen fast
freien Blick auf die Elbe und die Häuser von Postelwitz auf der
gegenüberliegenden Flussseite. Die Wanderung biegt nach rechts ab. Hier kann
dann leider ein kleines Manko der Wanderzeitempfehlung zu Tage kommen. Wenn
man die Runde bei Sonnenschein unternimmt, wie wir empfehlen, dann
sind auf dem jetzt begangenen Teilstück auch häufig Radfahrer unterwegs. Da
aber bis zur Ziegelscheune der Weg noch relativ breit ist, sollte das mit
ein bisschen gegenseitiger Rücksichtnahme kein größeres Problem sein. Die nächste
Sonnenuhr befindet sich nach ein paar hundert Metern auf der rechten
Wegseite im Vorgarten des Hauses Nr. 17. Hier ist ein Anker mit vier
Auslegern (Flunken) zu einem Zeiger einer Sonnenuhr umgewandelt worden. Ein
paar Häuser weiter (Hausnummer 20b) strahlt die nächste
Sonnenuhrvon
der Giebelseite mit einem Spektrum an Beigetönen und dem sehr guten Spruch "Gott schuf die Zeit, doch nicht die Eile". Wenn man rüber auf die andere
Elbeseite blickt, dann kann man die Sieben-Brüder-Häuser entdecken. Hier ist
der Name leicht irreführend, da nur 6 Häuser sehr ähnlich aussehen. Der
siebte Bruder sollte das Haus des Vaters erhalten.
Der Spaziergang geht noch ein kurzes Stück weiter bis zum Wendepunkt an der
Ziegelscheune. Hier kann man sich in der Gaststätte (www.ziegelscheune-krippen.de)
mit einem sehr schönen Blick über die Elbe erfrischen und im Garten der
Ziegelscheune befindet sich die größte der 20
Sonnenuhren. An dieser Sonnenuhr wird die Zahl „12“ unter dem
Gesichtspunkt des Christentums ganz besonders beleuchtet. Nach diesem
Wendepunkt muss man ein Stück von ein paar hundert Metern wieder auf dem
bekannten Elbeweg zurückwandern, bis nach links die erste Möglichkeit unter
der Bahnlinie drunter her führt. Hier kann man ein paar Meter vor dem
Bahndamm ein riesiges Abwasserrohr entdecken, dass nach dem Hochwasser 2002
eingebaut worden ist. Das Rohr soll Regenwasser von der Rückseite des
Bahndamms in die Elbe leiten. Im Jahre 2002 ist dieses noch nicht da gewesen
und so hatten die kräftigen Regenschauer riesige Wassermassen den Hang
hinunter gespült, die vom Bahndamm bzw. der Erhöhung vor der Elbe gestaut
wurden und die
Häuser hinter dem Bahndamm mit braunen Wassermassen geflutet haben. Die Wanderung
geht genau auf dem Weg hinter dem Bahndamm entlang, bis nach links die erste
Straße abbiegt.Über
den Berghangweg erreicht man den Kindergarten von Krippen und hier hängt an
der Wand die kindgerechteste
Sonnenuhr. Die Wanderung führt noch ein paar Meter auf dem Berghangweg
hoch, bis ziemlich am höchsten Punkt gleich mehrere
Sonnenuhren (auf der linken Seite (Hausnummer 13) im Vorgarten stehen.
Die Wanderung führt wieder herunter und man erreicht den bekannten Bächelweg,
den man nach links fortsetzt. An der Hauswand Nr. 18 hängt wieder eine
Sonnenuhr, die wir im ersten Anlauf gar nicht als solche erkannt haben,
aber zum Glück stehen an jeder Station noch Hinweistafeln mit einem sehr gut
erklärenden Text. Der Sonnenuhrenweg verläuft zwei Mal über das Teilstück am Bächelweg und so sind die ersten Sonnenuhren auf der linken
Straßenseite (also gerade Hausnummern) und auf dem Rückweg besucht man die
Sonnenuhren an den ungeraden Hausnummern. Deshalb kommt als nächstes der
Sonnenuhrenstandort Nr. 10 am Bächelweg Nr. 26. Hier strahlt eine Sonne
von der Hauswand und ein dazu passender Spruch: "Jeder Tag ist ein neuer
Anfang". Der Spaziergang folgt dem Sonnenuhrenweg über den Bächelweg, bis
dieser die Grundmühle erreicht. Hier geht es über einen hauseigenen Pfad
noch ein kurzes Stück auf das Grundstück. Hier befindet sich eine
Sonnenuhr, die, wie sich das bei einer Mühle gehört, aus einem Mühlrad
hergestellt worden ist. Damit hat man den südlichen Wendepunkt der Wanderung
erreicht und es geht wieder auf dem bekannten Bächelweg zurück.
Jetzt heißt es also wieder die linke Straßenseite beobachten. Nach den
ersten 100 Metern auf dem Bächelweg erreicht man einen Durchgang in die
Richtung der Hauptstraße. Hier
befand sich früher eine Brauerei und genau an die erinnert dann auch die
Sonnenuhr Nr. 12. Passenderweise hat sich in dem ehemaligen
Bauereigebäude heutzutage ein Getränkehändler niedergelassen. Die Wanderung
führt weiter auf dem Bächelweg, der zwischenzeitlich ziemlich schmal wird
und auf der Rückseite des Schwimmbades vorbei geht. Die nächste
Sonnenuhr findet man an der Hausnummer 27. Auf der Informationstafel
wird erklärt, dass der Name Bächelweg auf den ehemaligen Mühlgraben
hinweist. Durch diesen ehemaligen Mühlgraben wurden die Mühlen von Krippen
mit dem notwendigen Wasser versorgt. Ein paar Häuser weiter (Hausnummer 21)
hängt an der Hausecke die nächste
Sonnenuhr, die an einen Krippener Schuhmacher erinnert. Auf diesen
beiden Sonnenuhren sind unterschiedliche Werkzeuge von Schuhmachern
und einige kleine Holzschuhe zeigen die jeweiligen Uhrzeiten.
Nach den nächsten paar Metern über den Bächelweg kommt man zu einem relativ
großen Haus, das früher mal die Schule von Krippen gewesen ist.
Diese
ist
im Jahre 2001 geschlossen worden, aber die
Würfelsonnenuhr von einem Abschlussjahrgang ist neben dem Gebäude übrig
geblieben. Im ersten Moment sieht diese Sonnenuhr etwas komplizierter aus
als die gewöhnlichen Sonnenuhren, aber praktisch funktioniert auch diese genauso wie die anderen. Ab hier folgt der Spaziergang weiter dem Bächelweg
und man sollte wieder auf beide Wegseiten achten. Gleich schräg gegenüber
der Würfelsonnenuhr befindet sich ein Garten mit einer großen Anzahl
unterschiedlichster
Sonnenuhren. Dass hier der ursprüngliche Initiator des Sonnenuhrenweges
wohnt, kann man sehr gut erkennen.
Die
nächste
Uhr befindet sich wieder auf der rechten Wegseite an der Giebelseite der
Metzgerei. Diese Sonnenuhr mit ihrem Schwein und der Wurst sieht schon ganz
lustig aus, aber noch viel besser ist das Schwein neben dem Eingang der
Metzgerei. Dieses Kunstschwein hat schon so einiges miterlebt wie z.B. das
Hochwasser 2002, bei dem es von der Freiwilligen Feuerwehr Krippen gerettet
worden ist. Der weitere Sonnenuhrenweg verlässt jetzt für kurze Zeit den Bächelweg und es geht über eine kleine Brücke auf die F.-G.-Keller-Straße.
Hier befindet sich gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite
(Hausnummer 18) eine
Sonnenuhr, die an den letzten Schmied von Krippen erinnert. Auf dieser
Sonnenuhr ist passenderweise ein Hammer und ein Amboss zu sehen. Der Hauptstraße
folgt der Spaziergang ein paar Meter in Richtung Elbe, bis nach links
die erste kleine Straße abbiegt. Hier geht es ein paar Meter aufwärts und dann
befindet sich auf der rechten Seite an der Hausecke eine
Sonnenuhr mit dem Wappen der Familie Bünau. Dass an dieser Stelle an das
Adelsgeschlecht erinnert wird, liegt daran, dass hier einer der Wohnorte
dieser Familie
gewesen ist. Um die letzte Sonnenuhr der Runde und damit auch den
Ausgangspunkt des Spaziergangs zu erreichen, geht es wieder auf dem gleichen
Weg zurück bis zum bekannten Bächelweg. Von der kleinen Brücke bzw. dem
Metzger geht es weniger als 100 Meter nach links und dann ist der Marktplatz
und damit auch die letzte
Sonnenuhr erreicht.
Ich bin das erste Mal die Runde mit unserer kleinen Tochter (5 Jahre)
gewandert und da wir der großen Tochter (7 Jahre) so von den lustigen
Sonnenuhren und dem unterhaltsamen Suchspiel berichtet haben, durfte ich den
Spaziergang gleich ein paar Tage später noch einmal unternehmen. Auch wenn
ich normalerweise eine Runde nur sehr ungerne wiederhole, so haben wir auf
dieser doch sehr kleinen Runde eine Menge weiterer interessanter Punkte
gefunden und uns wieder daran erfreut.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr: Buslinie 250 (Bad
Schandau - Krippen) oder natürlich die S-Bahn Dresden - Schöna
Auto:
B172 - Königstein - vor Bad Schandau in Richtung Krippen. In Krippen an der ersten abknickenden Vorfahrstraße gerade aus fahren. Der Parkplatz befindet sich gleich rechts.
Empfohlener Parkplatz:
Krippen
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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