Tafeln Lehrpfad Cunnersdorf

 
 

 


 

29. Waldbad

In der Zeit von 1967 - 1969 wurde das Bad in Cunnersdorf erbaut. Dabei leisteten viele freiwillige Helfer insgesamt 10.700 Arbeitsstunden.
1993 erfolgte eine umfangreiche Rekonstruktion des Bades, um heutige Erfordernisse Rechnung zu tragen sowie den Urlaubern und den Bewohnern der Nachbarorte und von Cunnersdorf ein attraktives Freizeitangebot zu bieten.

31. Mühlgrabeneinlauf - Felsinschrift

Die auf der gegenüberliegenden Bachseite eingemeißelte Felsinschrift hat folgenden Wortlaut: >> Dieser Graben und Mühle wurde eröffnet und gebaut im Jahre 1822 von der Kommune Cunnersdorf.<< Die Obere Mühle ist im Laufe der Jahrhunderte mehrmals von Hochwasser- und Brandkatastrophen zum Opfer gefallen. Vermutlich wurde der Mühlgraben und die Mühle nach einer solchen Katastrophe im Jahre 1822 erneut aufgebaut.

32. Kohlenmeiler

Die Holzkohle war bereits im ausgehenden Mittelalter ein begehrter Brennstoff. Besonders Schmelzhütten, Gießereien und Schmiedewerkstätten benötigten große Mengen Heiz- und Härtemittel. Auch in unseren Gebieten war eine Anzahl Meilerstätten anzutreffen, die für die Eisenhämmer (Hüttenhofmühle) und Königstein brannten. Ganze Waldungen fielen dem Gewerbe zum Opfer, und die besten Hölzer wurden verkohlt. Als zum ende des Siebenjährigen Krieges die Holznot zu ersten Sparmaßnahmen zwang, befahl ein kurfürstliches Mandat den >>Feuerarbeitern<<, statt Holzkohle Steinkohle zu verwenden.
Seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ging jedoch das Köhlergewerbe erheblich zurück. Die Ursache war in den ständig steigenden Holzpreisen und in der Verwendung von Koks statt Holzkohle zu suchen.
In Cunnersdorf war nur noch ein einzige Köhlerei vorhanden, die bis zum Jahre 1920 in Erdmeilern brannte. Danach wurde Holzkohle in gemauerten Öfen für Kunstschmiede, Gold- und Silberschmiede und Klempner gebrannt.
Bis 1950 wurde Holzkohle für Generatorautos noch in geringem Maße verkohlt (ein- bis zweimal in zwei Wochen etwa 100 bis 200 Raummeter in vier Öfen).

Schnittmodel eines Holzkohlemeilers

Um einen vertikalen Schacht (Quandel), aus vier Stangen bestehend, welche mit brennbaren Material gefüllt ist, wurden 3 - 4 Lagen Holz haubenartig so herum gesetzt, dass eine Neigungswinkel von ca. 50 Grad entsteht. Die Außenhaut wurde mit Reisig, Moos, Gras und ähnlichem belegt und letztlich mit Erde abgedeckt. Über einen Schacht am Boden, horizontal zur Quandel führend, wurde der Meiler angezündet. Mit Hilfe dieses Schachtes wurde auch die Luftzufuhr reguliert, welche äußerst gering gehalten werden musste. Die Brenndauer betrug 5 - 10 Tage. Die Meiler hatten ein Volumen von 20 bis 70 Rm Holz. Aus einem Raummeter entstanden etwa 50 - 80 kg Holzkohle.

33. Quellgebiete

Entlang des Cunnersdorfer Dorfbaches gibt es eine ganze Anzahl von Quellen. Die hier benannte Quelle, zum früheren Heringschen Gut gehörend, wurde bis etwa 1951 in Holzröhren nach Gehöft geleitet. Das überschüssige Wasser sammelte sich in dem darunterliegenden Teich, um in den Cunnersdorfer Bach zu fließen.

 

Informationstafel zu der Häusergruppe Nr.1b, 2, 3 und 4

Leider ist diese Tafel überhaupt nicht mehr zu entziffern, da die Buchstaben von der Tafel gefallen sind. Der Anfang des Textes ist:
Die ursprünglich im Umgebinde....

Altes Floßwehr um 1840

Es diente der Holzflößerei vom Taubenteich und Fuchsteich nach Cunnersdorf und Königstein. (Floßfang)

39. Lausitzer Umgebindehaus

Dieses Haus, welches in seiner ursprünglichen Gestalt als Lausitzer Umgebindehaus mit gut erhaltener Balkenkonstruktion als einziges im Ort erhalten geblieben ist, weist auf die Leineweberei hin, die bis in das 19. Jahrhundert auch in der Sächsischen Schweiz betrieben wurde. (Denkmalschutz)

1. Altes Mühlenwehr

Das Wasser des Cunnersdorfer Baches wurde von hier durch den Mühlgraben zur Mittelmühle geleitet.
Die alten Mühlenwehre stauten das Wasser des Cunnersdorfer Baches und leiteten es in die Mühlgräben, wo es über Mühlräder die Mühlenwerke in Bewegung setzte.
In Cunnersdorf gab es vier Mühlen:
- Obere Mühle: (Erläuterung auf Tafeln Nr. 30 und 34)
- Mittelmühle: jetzt Bäckerei Schmidt, seit 1415 urkundlich als Mahl- und Brettmühle mit Lohstampfe erwähnt. Der Brettmühlenbetrieb wurde 1870, die Lohstampfe 1920 und die Mahlmühle 1967 eingestellt.
- Schinke-Mühle: der Mühlgraben wurde 1972 stillgelegt, bis 1991 wurde sie als Sägewerk genutzt.
- Hüttenhof: (letztes Haus am Dorfausgang Richtung Königstein, links der Straße) Hüttenwerk (Schmelzhütte und Hammerwerk) seit 1470, als >>Neue Hütte<< (Mahl- und Brettmühle), seit 1558 urkundlich erwähnt. Bis 1960 wurde sie als Brettmühle benutzt. 1968 bis 1970 erfolgte der Abriss und Neuaufbau zu einer Pumpstation der Wasserversorgung.

 

1981 - Hochwasser in Cunnersdorf

Vom 19.07.-22.07.1981 wurde Cunnersdorf durch lang und stark anhaltende Regenfälle zum wiederholten Mal von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Dabei wurden:
- 1800 m² Bach- und Straßenstützmauer mitgerissen
- 1500 m² Straßendecke beschädigt
- 1 Straßen- und 3 Fußgängerbrücken vernichtet
- 1 Sägewerksteil zerstört
- 6 Wohnungen überflutet
- 8 Familien wurden evakuiert und viel Holz und Gerätschaften wurden fortgerissen.
Kameraden der Feuerwehr, Einsatzkräfte der ZV und viele Einwohner halfen, um schlimmeres zu verhindern.

 

2. Taufstein

Er stammt aus der >>Alten Holkirche<< die von 1604 bis 1855 genutzt wurde. Die derzeitige Kirche wurde anstelle der abgerissenen Holzkirche 1854/55 erbaut. In der Zeit vor der dem >>Alten Holzkirchlein<<, also vor 1604, soll südlich von Cunnersdorf auf dem >>Lichten Kirchhof<< eine Kapelle gestanden haben.

3. Cunnersdorf

Es liegt 230 bis 300 m über NN und ist ein Waldhufenreihendorf. Der Ort wird urkundlich 1379 erstmalig als zu Böhmen gehörig erwähnt.
Name: 1379 = Kunradsdorf, 1430 = Kunersdorff, 1445 = Kunerstorf, 1548 = Kunnersdorff, 1627 = Cunnersdorf
Einwohnerzahl: 1445 hatte Kunersdorf >>6 (ansässige) menre<<. Heute wohnen hier ca. 550 Einwohner. Größe: 17,0 km²
Da sich das Dorf im Tal des Cunnersdorfer Baches in Windungen hinzieht, wird man kaum eine Stelle finden, von der aus das ganze Dorf zu sehen ist. Von hier aus ist der Mittelteil des Dorfes, von dem drei Bauerhöfe besonders hervorzuhebn sind, sichtbar:
- Forsthof oder Friesenhof
(das hohe Gebäude mit Satteldach und Dachreiter rechts im Blickfeld)
Erläuterung auf Tafel Nr. 40
Der bis 1604 in diesem Gebäude amtierende Lehnrichter, der Oberforst- und Wildmeister Georg von Kreß, der seine Gerechtsame als Richter behielt, baute unterhalb des Forsthofes ein neues Erb- und Lehngericht auf eigenem Grund und Boden mit Gasthof, das damalige >>Erblehngericht<< und heutige
- Erbgericht
(das zweite hohe Gebäude von rechts)
- Kreßsches Gut
(dieses Gehöft sehen wir direkt unter uns)
Mit Brauerei und Hundestall, der von 1586 bis 1840 als Hundezwinger für die Jagdhunde der kurfürstlichen du königlichen Hofhaltung genutzt wurde. 1857 erfolgte der Umbau zu großen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden als sitz der Revierförsterei, des späteren Forstamtes Cunnersdorf. Heute befindet sich hier das Sächsische Forstamt.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

 

4. Eberesche

(Vogelbeerbaum)
Sorbus aucuparia
Verbreitungsgebiet: alle Landschaften Nord- und Mitteleuropas; Pionier- und Vorwaldgewächs; vor allem in lichten Laub- und Nadelwäldern, in der Nadelgehölzregion der Gebirge bis fast an die Baumgrenze vorkommend.
Standort: arme, saure Sand- und Lehmböden, auch Moore
Alter: bis 80 Jahre
Verwendung: Wasserbau, Sperrholz, Schnittware
Fiederblättriger kleiner Baum, Rosengewächs.
Da die Eberesche wenig frostempfindlich ist, eignet sie sich als Allee-Baum, insbesondere in schnee- und rauhreifgefährdeten Gebieten.
Forstlich ist die Eberesche kaum von Bedeutung. Im Bestand vorkommende Exemplare sind größtenteils durch Vögel eingebracht. Sie halten den Umtrieb (Produktionszeitraum) nicht aus und bilden deshalb im geschlossenen Waldbestand Lücken und Blößen.
Die Früchte -anfangs gelb, später korallenrot- sind ein beliebtes Vogelfutter; deshalb wird die Eberesche auch Vogelbeerbaum genannt. Im getrockneten Zustand werden die Beeren auch gern als Wildfutter verwendet.

 

5. Verkohlter Stamm

Um das Entstehen von Waldbränden zu vermeiden, muss das Rauchen und Feueranzünden im Walde zu allen Jahreszeiten unbedingt unterbleiben!
Wir bitten alle Wanderer:
Versuchen Sie, aufkommende Waldbrände zu löschen und benachrichtigen Sie sofort die nächste Försterei:
Sächsisches Forstamt
Cunnersdorf 1a
Rufnummer: Königstein
035021/920

 

6. Traubeneiche

Quercus sessiliflora
Verbreitung: Europa bis Kleinasien, vor allen in Hügellandbereiche in wintermilden Lagen (spätfrostempfindlich)
Standort: mineralkräftige, flach- bis mittelgründige Böden und Kies, Sand oder Gestein
Produktionszeitraum: 120 bis 200 Jahre
Verwendung: bestes Nutzholz; Furnier-, Bildhauer-, Möbel-, Bau- und Schwellenholz; gerbstoffreiche Rinde. Die bei uns anzutreffende Traubeneiche bastardiert sehr oft mit der Stieleiche. Unterscheidungsmerkmale:
Traubeneiche:
Frucht: 3 - 4 Eicheln fest sitzend
Blatt: oval, wellig eingebuchtet, gestielt
Stamm: Grobrissige Borke
Stieleiche:
Frucht: 1 - 2 Eicheln an langem Stiel
Blatt: schmal, oval, häufig eingebuchtet, sitzend
Stamm: Borke feinschuppig

 

7. Birke

Betula verrucosa
Verbreitungsgebiet: ganz Europa bis in den höchsten Norden in allen Höhenlagen bis zur Waldgrenze
Standort: arme und trockene Böden
Produktionszeitraum: 40 - 60 Jahre
Verwendung: Furnier-, Blendholz, Faserplatten, Stellmacherholz
Die Birke ist sehr frosthart. Ihres Vermehrungsreichtums wegen und als >>Peitscher<< ist sie im geschlossenen Bestand nicht gern gesehen, zumal sie den Umtrieb nicht aushält. Die Birke liefert aber wertvolles Nutzholz und von altersher vorzügliches Brennholz.

 

8. Wildwechsel

In den frühen und späten Tagesstunden tritt auf ihm da Wild aus dem Walde auf die saftigen Wiesen und an die Quellgräben. Hier kommen folgende Wildarten vor:
- Rotwild (Hirsche mit ihren Tieren und Kälbern)
- Rehwild (Rehböcke, Ricken und Kitzen)
- Schwarzwild (Wildschweine, Keiler, Sauen, Bachen, Überläufer, Frischlinge)
Selbstverständlich sind auch Hasen, Füchse und anderes Kleinraubwild anzutreffen. Von folgenden Wildarten wurde das letzte Tier in unserer Umgebung erlegt:
Bär 1658
Luchs 18.1.1785
Wolf 23.12.1723
Wildkatze 1809
Achtung! Hände weg vom Jungwild! Keine >>zutraulichen<< Waldtiere, verendetes Wild oder Raubzeug berühren (Tollwutgefahr)! Bei Fund oder Beobachtung solcher Tire bitte sofort das Sächsische Forstamt verständigen!
Fährten, Spuren und Trittbilder:

Reh Rothirsch Wildschwein Hase Fuchs Dachs Eichhörnchen

10. Pilztafel

In unseren Wäldern am häufigsten vorkommende Pilzarten sind:
Essbar:
Steinpilz
Marone
Birkenpilz
Perlpilz
Hallimasch
Rotkappe
Vorsicht beim Sammeln!
Verwechselungen können lebensgefährliche Folgen haben!

 


Nicht essbar:
Bitterpilz
Fliegenpilz
Knollenblätterpilz
Pantherpilz
Hexenpilz
Stinkmorchel

 

 

11. Fichte

(Rottanne)
Ficea excelsa
Verbreitungsgebiet: Gebirgsregionen in Mittel-, Nord- und Osteuropa; größtes Fichtenwaldgebiet ist die Taiga
Standort: arme, saure, frische bis feuchte Böden in Gebieten mit Jahresniederschlägen über 700 mm
Produktionszeitraum: 90 - 100 Jahre
Verwendung: Bau-, Gruben- und Möbelholz, Zellstoffholz, Gerbrinde
Die Fichte ist der wichtigste Waldbaum unserer Mittelgebirge. Im Hochgebirge erreicht sie die Region der Krüppelfichte mit zerzausten, zerrissenen Kronenformen. Flachwurzler. Die Zapfen hängen herab. Ihre Schuppen sind lederartig, braun.

 

12. Kiefer

Pinus silvestris
Verbreitungsgebiet: alle Regionen Europas bis zur arktischen Baumgrenze. Geschlossene Kieferngebiete in Osteuropa und Westsibirien
Standort: alle Böden, bevorzugt aber sandigen Lehm oder lehmigen Sand, gutwüchsig in luftfeuchten Lagen
Produktionszeitraum: 80 - 130 Jahre (kann bis 300 Jahre alt werden!)
Verwendung: Bau-, Gruben-, Schwellen-, Möbel-,Zellstoffholz, Masten, Haushalt- und Spielwaren
Außer unserer Waldkiefer gibt es die Bergkiefer, die im Hochgebirge und in den Hochmooren der Mittelgebirge als >>Latschenkiefer<< anzutreffen ist. Neben der Holznutzung wird die Kiefer zur Harzgewinnung herangezogen.

13. Rastplatz

Lieber Wanderer!
Wir wollen, dass Sie sich in unserem Walde wohlfühlen und Ruhe und Entspannung finden. Wir hoffen daher, dass Sie uns keine "Andenken" in Form von Zigarettenschachteln, Papier, Blechbüchsen usw. zurücklassen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis!
Hier wird die Winterleitenstraße vom Sandweg gekreuzt.

 

14. Buche

(Rotbuche)
Fagus sylvatica
Verbreitungsgebiet: in Europa weit verbreitet; Baum der Ebene und der Mittelgebirge; bevorzugt ausgeglichenes wintermildes Klima, meidet niederschlagsarme Gebiete
Standort: mineralisch kräftige, frische, lockere, oft kalkhaltige Böden
Produktionszeitraum: 120 bis 160 Jahre
Verwendung: Möbel- Biegeholz, Furnier-, Generatorholz (Köhler, vorzügliches Brennholz
Die Buche ist neben der Eiche die wichtigste Laubholzart im Forst. Sie wirkt bodenverbessernd. Reine Buchenbestände auf nährstoffreichen Böden (Kalk, Basalt) besitzen eine krautreiche Begleitflora. Die Blüten zeigen sich vor dem Blattausbruch.
Die Blätter sind bei Ausbruch am Rande gewimpert. Die Früchte (>>Bucheckern<<) sind stark ölhaltig. Sie haben eine dunkelbraune, scharf dreikantige, derbhäutige Schale und sitzen zu zweien in einem borstigen, vierklappigen Fruchtbecher (Capula), aus dem sie bei der Reife im Herbst herausfallen. Zu dieser Zeit findet sich das Schwarzwild häufig unter Eichen und Buchen ein.

16. Katzstein

Der Katzstein mit 444 m und der Katzfels mit 474 m (Aussicht) leiten ihre Namen von der früher häufig vorkommenden Wildkatze ab. Das letzte Exemplar dieser Tierart wurde in unserem Gebiet 1809 unweit der Grenze erlegt.
Der Katzstein bildet ein ganzes Bergmassiv, das vom Katzfels bis zum >>Signal<< reicht.

Eisenleiter Katzfelsen

Diese Eisenleiter mit Aussichtplattform wurde anstelle einer Holzleiter durch die Firma Pöche, Krippen, mit Unterstützung Cunnersdorfer Natur- Heimatfreunde im Monat Mai 1982 zu Ehren des 2. Landestages der "Sächsischen Schweiz" errichtet. Damit wurde eine Zielstellung des Landschaftspflegeplanes für das Landschaftsschutzgebiet "Sächsische Schweiz" erfüllt.

 

17. Europäische Lärche

Larix europaea
Verbreitungsgebiet: in Mitteleuropa überall angepflanzt. Heimat: Zentralalpen, Ostsudeten
Standort: frische, aber auch trockene Böden in sommerwarmen, meist lufttrockenen Lagen
Produktionszeitraum: 70 bis 100 Jahre
Verwendung: Bau-, Möbel-, Schiffsbauholz Die Lärche ist ein Baum kontinentaler Klimalagen. Durch den Nadelabfall ist sie an trockene und kalte Winter vorzüglich angepasst. Der dickborkige Schaft ist nicht immer gerade (Säbelwüchsig). Dieser >>technische<< Fehler des Holzes wird aber gern von den Schiffbauern und Stellmachern genutzt. Das Holz ist sehr wertvoll und wetterbeständig.

 

18. Rote Waldameise

Die Rote Waldameise lebt gleich der Honigbiene in einem geordneten Staatengebilde. Sie baut vorzugsweise im Nadelwald an windgeschützten Stellen. Als Oberbau trägt sie Nadeln, Holzteilchen und dergleichen zu oftmals großen >>Ameisenhausen<< über dem in der Erde angelegten Unterbau zusammen. Die Rote Waldameise lebt hauptsächlich vom Honigtau der Blattläuse, von ausfließenden Säften sowie von Raupen und Insekten, die sie am Boden und in den Baumkronen jagen. Bei Massenvermehrungen von Schadinsekten kann sie zur Helferin bei der Schädlingsbekämpfung werden.
Liebe Wanderer!
Helfen Sie mit, das uns diese nützlichen Tiere erhalten bleiben! Zerstören Sie nicht ihre Bauten!

20. Signal

Die hier an der Nordspitze des Katzensteines befindliche Aussicht "Signal" war ein Waldbrandwachpunkt des einstigen Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Königstein.
Im Blickfeld von Nordwest nach Osten:
Spitzstein, Quirl, Königstein, Pfaffenstein, Lilienstein, Gohrisch, Papststein, Lasensteine, Zschirnsteine; im Hintergrund: Falkenstein, Schrammsteine, Kaiserkrone, Zirkelstein.
Zur Entstehung der Sächsischen Schweiz:
Vor etwa 90 Millionen Jahren, in der Kreidezeit, breitete sich ein Meer aus, dessen Ablagerungen hier abgesetzt worden sind. Diese erreichten eine Mächtigkeit von mehreren hundert Metern. Das Gesteinsmaterial stammte in der Hauptsache aus Verwitterungsresten des Erzgebirges und der Lausitz, es wurde durch Flüsse in das Meer geschwemmt. Im Meer lebten zahlreiche Tiere, von denen einige heute als Versteinerungen sichtbar sind. Durch lang andauernde Prozesse wurde dann der Sand zu Sandstein. Große gebirgsbildende Kräfte zertrümmerten nach dem Abfluss des Meeres die freigewordene Sandsteinplatte. An den Klüften entlang begann dann durch Verwitterung ein Werk der Zerstörung, d.h. es wurden Täler und Berge herausmodelliert. Regen, Schnee, Hitze und Frost ließen Schluchten und Pfeiler entstehen.

21.Wabenwände

Die >>Wabenwände<< verdanken ihr Entstehen der Verwitterung und der Wirkung des Alauns, das auf diese Weise zum Gesamtverfall der Sächsischen Schweiz beiträgt.

Wilderer Karl Josef Focke

Am 18.10.1887
Wurde der letzte Wilderer unseres Waldgebietes namens Karl Josef Focke aus Schneeberg erschossen.
In dunkler Nacht
auf finsteren Wegen
eilte ich
meinem Tod entgegen.
Es ließ mir
weder Ruh noch Rast,
bis mich das Schicksal
hat erfasst.
Daheim Ihr meine Lieben,
wusstet nicht
wo ich geblieben
suchtet mich vergebens.

 

24. Wald- und Wildfrüchte

Beerenart: Standort:
Heidelbeere vor allem in lichten Kiefernbestand
Himbeere Wald- und Wegränder und auf Steinrücken (Achtung: Kreuzottergefahr!)
Holunderbeere an ehemals bebauten Flächen
Beerenfrüchte und Pilze sind - bedingt durch technische Bearbeitung des Bodens, chemische Düngung und Schädlingsbekämpfung - sehr zurückgegangen.

 

25. Espe

(Aspe oder Zitterpappel)
Populus tremula
Verbreitungsgebiet: ganz Europa
Standort: stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, gedeiht jedoch am besten auf humusreichen, frischen bis feuchten, meist wechselfeuchten Böden
Alter: bis etwa 60 Jahre
Verwendung: Zündhölzer, Holzwolle, Spielwaren, Papierholz Der Name >>Zitterpappel<< geht auf die ständige Bewegung der langstieligen, fast kreisrunden Blättern zurück, die schon bei geringster Luftbewegung auftritt.

 

26. Salweide

Salix caprea L.
Verbreitungsgebiet: ganz Europa mit Schwerpunkt im Nordteil
Standort: feuchte Böden, Fluß- und Bachufer
Verwendung: wirtschaftlich bedeutungslos Forstliche Bedeutung haben von über 30 mitteleuropäischen Weidenarten nur wenige.
Die größtenteils strauchartige, aber auch als Baum anzutreffende Salweide ist frühbluhend. Ihre Blüten (>>Kätzchen<<), die sie vor der Blattentfaltung zeigt, liefern die erste Bienennahrung. Daher steht die Salweide unter Naturschutz!

27. Katzsteinbaude

Während der Zeit des Faschismus wurde die ehemalige Köhlerhütte abgerissen und an ihrer Stelle ein sogenanntes >>Waldarbeitslager<< errichtet.
Nach 1945 blieb es zwei Jahre ungenutzt. 1947 wurde dort ein Jugendwerkhof eingerichtet, welcher zwei Jahre bestand. Von 1950 - 1956 diente dieses Gebäude als Lehrlingsinternat für Forstarbeiterlehrlinge.
Seit 1956 gehörte es dem VEB Automot Heidenau, der es zu Erholungs- und Schulungszwecken nutzte.
Nach erfolgter Renovierung wurde im September 1993 das Gebäude als >>Katzsteinbaude<< eröffnet.

 

28. Roterle

(Schwarzerle)
Alnus glutinosa
Verbreitungsgebiet: fast ganz Europa und Nordasien
Standort: tiefgründiger mineralkräftiger, anhaltend feuchter und nasser Boden bis Staunässe
Produktionszeitraum: 70 bis 100 Jahre
Verwendung: Wasserbau, Speerholz, Schnitzwaren Die Roterle ist ein Baum der Tieflandauen und Brüche. Sie ist stockausschlagtreibend und besitzt stickstoffsammelnde Wurzelknöllchen. Ihr Holz ist nicht sehr beständig. Es wird leicht vom Holzwurm befallen.