Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Nachdem ich in der Bad Schandauer Bücherstube Danes gewesen war und die Dame an der Kasse meinte, dass die schönste Stelle
im Schnee der Große Zschirnstein wäre, musste das natürlich gleich
ausprobiert werden. Damit es nicht nur ein langweiliges Hin- und
Zurückwandern ist, startet die Wanderung östlich von Kleingießhübel auf dem
großen Wanderparkplatz oberhalb der ehemaligen Forstmühle. Zuerst geht es
ein paar Meter die Straße hinunter, hier kann man das erste Mal auf den
Kleinen Zschirnstein blicken. Nach ca. 150 Metern biegt nach rechts ein
Forstweg ab, der mit dem grünen Punkt
markiert ist. Damit die
Wanderung nicht zu viele Meter auf der Fahrstraße unterwegs ist, geht es auf
einen kleinen Schlenker hier entlang. Die
Wanderung biegt auf dem markierten Wanderweg nach links im spitzen Winkel in
den Furtweg ab und führt damit runter in das Tal des Krippenbaches. Damit
erreicht man die Straße wieder, aber die Wanderung geht nach rechts auf dem
breiten Forstweg entlang. Auch hier ist der Wanderweg weiterhin mit dem
grünen Punkt markiert. Nach ein paar Metern erreicht man den
auffälligen
Furtborn, der mit einer Informationstafel vorgestellt wird. Der Inhalt der
Tafel ist: "Furtborn; Eine der ergiebigsten Quellen der Sächsischen Schweiz
mit einer Schüttung von 3 - 4 Liter pro Sekunde. Der Name deutet auf eine
ehemalige Furt hin, welche etwa 70 m talwärts den Krippenbach querte." Die
Quelle sieht im Winter ziemlich lustig aus. Das Wasser wird von der Quelle
durch eine kleine hölzerne Rinne geleitet und läuft dann in eine hölzerne
Wanne. Wenn die Temperatur tief genug ist, dann friert natürlich das Wasser
an allen möglichen Stellen und es bilden sich die witzigsten Eisskulpturen.
Auf
der rechten Wegseite scheint ein sehr feuchter Hang zu sein, da die Felsen
im Winter an sehr vielen Stellen mit Eiszapfen geschmückt sind. Die
Wanderung führt noch ein Stück (ca. 1 Kilometer) durch das Tal des
Krippenbaches und dann geht es nach links den Hang hinauf, weiterhin der
Wanderwegmarkierung hinterher. Durch das jetzt folgende Teilstück steigt man
insgesamt 160 Höhenmeter hoch,
aber zum Glück passiert das über eine Strecke
von 2,3 Kilometern. Damit dieses Teilstück nicht zu langweilig wird, hat man
mindestens an einer Stelle schon mal eine schöne Aussicht auf das östliche
Ende des Großen Zschirnsteins. Genau auf diesen Felsen soll es jetzt hoch
gehen und deshalb biegt man nach den besagten 2,3 Kilometern nach rechts auf
die Wanderwegmarkierung roter Punkt
ab. Hier beginnt der eigentliche
Aufstieg auf den Zschirnstein.
Bevor man aber die Stufen hoch wandert,
bietet sich auf der linken Seite ein Abstecher an. Hier befindet sich eine
kleine Höhle, der Wildbretskeller, die durch ein paar umgefallene
Sandsteinfelsen entstanden ist. Der Name kommt daher, weil erbeutetes Wild der sächsischen Hofjagd bis zum Abtransport
in der Höhle aufbewahrt
wurde.
Jetzt geht es die Treppen zum Großen Zschirnstein hoch. Obwohl der Große
Zschirnstein der höchste Felsen der gesamten Sächsischen Schweiz ist, ist
der Aufstieg nicht besonders anstrengend. Insgesamt handelt es sich bei den
Treppen um eine Höhendifferenz von 50 Metern und das ist für einen Aufstieg
in der Sächsischen Schweiz wirklich nichts. An einer Stelle des Aufstiegs
verläuft der Wanderweg auf einem schmalen Felsband. Irgendwie habe ich mich
schon immer gefragt, wozu man hier am Felsen einen Haltegriff angebracht
hat. Wenn das Felsband aber voller Schnee liegt, dann freut man sich über
diese Möglichkeit, ein bisschen mehr Sicherheit zu erhalten. Nach diesem
Aufstieg kann man den ersten Ausblick in die nördliche Richtung zum Kleinen Zschirnstein und der Felskette der Schrammsteine genießen. Jetzt geht die
Wanderung über die Ebene des Großen Zschirnsteins.
Ich bin immer wieder
verwundert, wie lang sich der Zschirnstein erstreckt. Insgesamt ist es
ziemlich genau ein Kilometer vom nördlichen zum südlichen Ende. Der Weg ist
leicht ansteigend und erreicht dann die große Aussicht. Als ich die
Wanderung unternommen habe, habe ich ziemlich gestaunt, da unten im Tal kein
Schnee mehr auf den Bäumen lag, aber hier oben noch eine dicke
Schneeschicht die Bäume schmückte. Die paar Höhenmeter machten anscheinend
doch noch ein paar Minusgrade aus. Super lustig war auch der Weg bis zur
Aussicht.
Hier hatte es einige kräftige
Schneeverwehungen gegeben und dadurch,
dass ich der erste Wanderer hier oben war, war die Strecke zum Teil mächtig
anstrengend. Von der Aussicht des Großen Zschirnsteins hat man einen
erstklassigen Blick auf den Rosenberg und die Felsen um den Schneeberg.
Außerdem blickt man von hier oben auf die sehr großen Waldgebiete der linken
Elbeseite.
Genau in diese Waldgebiete geht es jetzt nach dieser schönen Aussicht
hinunter. Dazu muss man wieder den größten Teil des Großen Zschirnsteins
zurückwandern, nur dass man jetzt auf die Wanderwegmarkierung roter Punkt nach
rechts abbiegt. Damit verlässt man den Felsen über einen Waldweg, der auch
für Forstfahrzeuge geeignet ist. Es geht mit einem relativ angenehmen
Gefälle hinunter, bis zur Kreuzung mit dem Wiesenweg. Hier befindet sich auf
der linken Seite eine Schutzhütte mit der Bezeichnung Kalkbude. An der
Kreuzung verlässt die Wanderung den markierten Wanderweg und man biegt
rechts ab. Die Wanderung führt über den breit ausgebauten Forstweg in
die Richtung der tschechischen Grenze. Nach einer Strecke von ungefähr 350
Metern erreicht man die Kreusels Eiche und damit auch das
Schechers Kreuz.
Das Kreuz soll schon aus dem Jahre 1549 sein und daran erinnern, dass der
Sohn des Försters Kreusel durch einen Wilddieb an dieser Stelle ermordet
worden ist. Die jetzige Eiche soll aus dem Jahre 1875 sein und irgendwie
kann man sich das bei dem knorrigen Baum gut vorstellen. Die Wanderung führt weiterhin
auf dem gut ausgebauten Gliederbachweg entlang. Nach weiteren 700 Metern
erreicht man eine Wegkreuzung zum Böhmischen Tor. An dieser Kreuzung
versteckt sich unter einer Fichte ein Gedenkstein mit der Inschrift: "Den
Antifaschisten der vereinigten Kletterabteilung, die hier wirkten, gewidmet."
Im Ursprung hat unter diesem Text mit einer weiteren Tafel, die sich aber im
Lauf der Jahre verflüchtigt hat, noch mehr Text
gestanden.
Die Wanderung führt weiterhin in einem Bogen um den Großen Zschirnstein, um
nach einem ¾ Kilometer
auf einmal den Blick nach rechts auf den südlichen
Zipfel des Felsen freizugeben. Damit sieht man jetzt den unteren Teil der
Aussicht, von der man vor einer ¾ Stunde noch herunter geblickt hat. Die
Wanderung führt von dieser Stelle noch weitere 1,5 Kilometer über den
Gliederbachweg, bis es endgültig zu langweilig wird, auf diesem Forstweg
entlang zu wandern. Ich weiß, dass es ziemlich schwierig ist, ohne
technisches Hilfsmittel herauszufinden, wann 1,5 Kilometer vorbei sind und
deshalb bietet sich folgende Orientierung an: Auf der linken Wegseite fließt
ein Rinnsal an Bach (der Gliederbach) über den die erste breite Brücke für
Forstfahrzeuge genau an der Stelle verläuft, über die die Wanderung nach
links abbiegt. Der Weg steigt relativ steil an, aber immer noch mit einer
Steigung, die auch Forstfahrzeuge überwinden können. Insgesamt geht es 60
Höhenmeter nach oben und erst wenige Meter, bevor man den sichtbaren höchsten
Punkt erreicht hat, biegt nach rechts ein Waldweg ab, der auf ziemlich
gleichbleibender Höhe am Hang verläuft. Auf der rechten Wegseite taucht bald
eine Lichtung auf, die einmal
umrundet wird und nach wenigen Metern befindet
sich auf der rechten Wegseite der Murrestein. Es ist beeindruckend, dass ein
Kreuz aus dem Jahre 1653 es schafft, hier im Wald unbeschadet stehen zu
bleiben. Die Inschrift auf dem Stein ist: J.M.F.Z.S; 1653; D.XIOCTOB. Laut
der tollen Internetseite
www.suehnekreuz.de sollen diese Buchstaben die Abkürzung für: "Jacub
Murre; Förster zu Schöna; 1653, Den 11. Oktober" sein. Dieser Förster soll
in der Nähe des Kreuzes tödlich verunglückt sein.
Die Wanderung steigt jetzt wieder den Berg herab und erreicht bald die
Grenze. Hier geht es nach rechts den obersten Ausläufern des Krippenbachs
hinterher. Der Bach bzw. die Wanderung verläuft durch ein überraschend
schönes Tal mit richtig vielen Sandsteinfelsen. Je weiter man das Tal
herunter wandert, desto besser ist der Weg ausgebaut. Insgesamt verläuft die
Wanderung einen Kilometer an dem Bachlauf entlang, bis nach links der
ausgeschilderte Grenzweg abbiegt. Damit noch ein paar Höhenmeter zu der
Wanderung dazukommen, geht es jetzt mal wieder den Berg hoch. Ich bin diesen
gut ausgebauten Forstweg schon mehrmals hoch und runter gewandert, aber bis
zu dieser Wanderung ist mir nicht aufgefallen, dass sich links des Weges eine
Rinne befindet, die über richtig viele Stufen ins Tal läuft. Aber
vermutlich sieht man das nur, wenn es einen gewaltigen Regenschauer gegeben
hat oder die Schneeschmelze im Gange ist.
Nachdem man den schnurgeraden Weg
nach oben gewandert ist, trifft man auf eine auffällige Quelle auf der
rechten Wegseite. Sehr interessant an dieser Quelle ist, wenn man versucht
herauszufinden, wie das Wasser oben aus dem Röhrchen herauskommt. Das
Quellwasser wird durch den Baumstamm von unten hoch gedrückt. Solche
Konstruktionen sieht man in Süddeutschland häufiger, aber in der Sächsischen
Schweiz ist mir so etwas noch nie begegnet.
An der Quelle verlässt die Wanderung den breit ausgebauten Forstweg und geht
links von der Quelle leicht ansteigend weiter. Eigentlich ist es von der
Richtung her nur die Verlängerung des Aufstiegs, den man gerade hochgekommen
ist. Die ersten paar Meter verlaufen durch einen Laubwald und dann wird der
Weg zu einem Pfad und verläuft am Rande eines Nadelwaldes. Erst am Ende des
Pfades steht man an der Unterseite eines gut ausgebauten Forstweges.
Irgendwie habe ich keinen passende Verbindung zwischen dem Pfad und dem
Forstweg entdeckt, aber das ist auch gar kein Wunder gewesen, da die kleine
Böschung (2 Höhenmeter) ordentlich zugeschneit war. Der Forstweg, der jetzt
erreicht wird, heißt Lange Fünf und verläuft auf fast gleichbleibender Höhe
durch einen typischen Nutzwald. Grundsätzlich verläuft der Forstweg in einem
Bogen, der auch mit einem direkten Waldweg abgekürzt werden könnte, aber
diese Abkürzung bewirkt wenige Längenmeter, aber dafür würden ein paar
Höhenmeter hinzukommen. Deshalb empfiehlt sich der Weg über die Lange Fünf.
Insgesamt sind es 1,7 Kilometer, bis auf der linken Wegseite ein
Hinweisschild auf den Teufelsbergweg hinweist. Damit geht es die letzten
paar Höhenmeter bergauf und man erreicht die
Cotta-Eiche.
An der Eiche befindet sich eine Hinweistafel mit folgendem Inhalt: Cotta
Eiche; Cotta: 1. Bernhard v., 1808 – 1879, kartierender Geologe und
Erzlagerstättenforscher. – Sohn von Heinrich Cotta 2. – 2. Heinrich, 1763 –
1844, der erste forstliche Lehrer und Forscher von internationaler
Bedeutung, Begründer der Forstlehranstalt in Tharandt 1811. Von dieser
Stelle geht es
jetzt das letzte Stück bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Erst auf
den letzten paar Metern vor dem Parkplatz fällt die Wanderung leicht ab und
hier befindet sich
(zumindest im Winter 2009) auf der rechten Seite ein
riesig hohes Baumhaus/Hochsitz. Bei einer groben Schätzung müsste die
Unterkante des Baumhauses in 12 Meter Höhe sein. Das Baumhaus ist zwischen
einer Fichte und einer Birke befestigt und macht den Eindruck, als wenn die
Baumeister ganz sicher keine Kinder waren. Mit dem Erreichen des
Parkplatzes ist die Wanderung zu Ende gegangen und ich kann nur bestätigen,
dass die Dame vom Bad Schandauer Buchladen vollkommen Recht hatte. Die
Wanderung im Schnee zum Großen Zschirnstein ist wirklich sehr schön und ganz
besonders war, dass mir auf der ganzen Wanderung nur 4 andere Wanderer unterwegs
begegneten und das bei perfektem Wetter und an einem Samstag.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Vom Bahnhof fährt die
Buslinie R-251 bis
nach Kleingießhübel. Vorsicht diese Buslinie fährt nur Wochentags.
Auto:
B172 - Königstein - vor Bad Schandau in Richtung Krippen. Durch Krippen fährt man, bis hinter dem Dorfende eine Straße nach rechts abknickt. Ausgeschildert ist Kleingießhübel und Cunnersdorf. Kleingießhübel und auch die Forstmühle passiert man und dann geht es vom Krippenbach hoch. Der Parkplatz befindet sich am Waldrand auf der linken Straßenseite.
Empfohlener Parkplatz:
Kleingießhübel Forstmühle
GPS Daten:
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