Forstweg und aspaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Da wir gerade über den Malerweg gewandert
sind, dieser aber nur in Teilen mit dem Alten Malerweg identisch ist und
irgendwie immer der Fremdenweg im Gespräch war, musste gleich mal
ausprobiert werden, wo dieser Weg wohl lang führt. Der Startpunkt für diese
Wanderung ist der Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall. Von diesem
Ausgangspunkt beginnt die Wanderung mit dem Aufstieg hoch zum Neuen
Wildenstein bzw. die meisten sagen Kuhstall zu dem Felsen. Markiert ist der
Aufstieg mit dem roten Punkt
.
Der Weg vom Lichtenhainer Wasserfall hoch zum Kuhstall wird noch als
Kuhstallstraße bezeichnet, ist aber ganz
sicher auch früher schon der Hauptweg für den Fremdenweg gewesen. Den
Ausdruck Fremdenweg empfinde ich als eine sehr nette Beschreibung für diesen
Weg. Damit waren die "Fremden" gemeint, die als Urlauber in die Sächsische
Schweiz kamen und die damaligen wilden Wälder erwanderten. Den ersten Zeugen
dieser Zeit kann man am Aufstieg zum Neuen Wildenstein/Kuhstall 5 Meter vor
der ersten Kreuzung auf der rechten Wegseite sehen.
Hier steht eine
steinerne Wegsäule, die den damaligen Wanderern den Weg weisen sollte. Als
die Säulen damals aufgestellt wurden, waren die Fremdenführer natürlich
nicht gerade der größte Freund davon, da sie um ihre Einnahmequelle bangten.
So manche der steinernen Säulen hat sich deshalb selbstständig gemacht und
ist irgendwie verschwunden. Netterweise sind die Dinger immer wieder neu
aufgestellt worden, so dass man auch heutzutage diese Zeugen am Fremdenweg
finden kann. Insgesamt sind noch 7 Säulen zu sehen.
Der Weg geht
weiter bis zum großen Felsentor, dem Kuhstall, am Neuen Wildenstein hoch. Wirklich
faszinierend finde ich immer, wenn man alte Gemälde vom Kuhstall sieht und
dort die Damen und Herren mit richtig schicker Garderobe sieht. Früher haben
auch noch Bänke und Tische im Felsentor gestanden, zumindest kann man das in
mehreren Gemälden sehen. Heutzutage befindet sich der Biergarten außerhalb
des Felsentors. Für diese Wanderung bietet sich ein wirklich netter
Abstecher auf den Neuen Wildenstein an.
An der linken Seite des Kuhstalls
befindet sich ein unauffälliger Durchgang mit dem Hinweispfeil zur
Himmelsleiter. Die ersten paar Meter sind noch auf einem breiteren Weg und
dann geht es über eine sehr schmale Treppe durch eine Spalte bis hoch auf
den Neuen Wildenstein. Dieser Platz bietet eine hervorragende Aussicht in
das bewaldete Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz und natürlich auf die
andere Seite mit ihren zerklüfteten Felswänden. Ganz besonders nett finde
ich an dieser Aussicht immer, dass im Gegensatz zum Kuhstall hier oben
normalerweise kaum ein Wanderer ist und man von dem Trubel 20 Meter unter
einem nichts mitbekommt.
Die Wanderung steigt wieder vom Neuen Wildenstein ab. Dazu folgt man
weiterhin dem roten Punkt und es geht durch die Nasse Schlucht runter.
Ziemlich am Ende der Schlucht kommt die einzige Leiter auf der ganzen
Strecke. Auf ihr geht es über höchstens 10 Stufen bis zum Boden und damit in
den Hinteren Wildensteiner Wald. Gleich an der nächsten Wegkreuzung mit dem
roten Strich befindet sich die Wegsäule Nummer zwei. Sie weist auf das
nächste Ziel der Wanderung, den Winterberg, hin. Spätestens ab dieser
Wegsäule heißt der Weg jetzt auch Fremdenweg. Er führt einmal komplett durch
die Senke zwischen den Wildensteinen und dem Winterberg. An der nächsten
größeren Kreuzung mit der Zeughausstraße soll angeblich auch noch rechts
eine der Steinsäulen stehen, aber ich habe sie nicht gefunden.
Von dieser
Kreuzung geht der Fremdenweg leicht ansteigend den Kleinen Winterberg hoch.
Nach ungefähr 100 Metern kommt man an der kleinen Quelle namens Eichenborn
vorbei. Diese kleine in Stein gefasste Quelle soll früher immer gelaufen
sein, heutzutage versiegt sie in den Sommermonaten häufiger. An der nächsten
Kreuzung, die sich knapp unterhalb des Fußes vom Kleinen Winterberg
befindet, biegt man für einen kleinen Abstecher nach links ab. Auch an
dieser Wegkreuzung steht eine der historischen Steinsäulen.
Ungefähr 100
Meter wandert man auf dem Pfad mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
nach links, bis rechts ein überhängender Felsen zu sehen ist. Hier
empfiehlt es sich, den Hang bis zum Felsen hoch zu gehen. Hier steht am
Felsenfuß eine Steintafel mit einem kursächsischen Wappen von 1558. Sie soll
an eine Jagd von Kurfürst August erinnern.
Nach diesem kurzen Abstecher geht es wieder zurück zur Wanderwegmarkierung
roter Punkt. Auf diesem Weg steigt man jetzt über einige Stufen hoch zum
Kleinen Winterberg. Nach diesem Aufstieg gibt es heutzutage nur noch die
Möglichkeit, nach links auf dem Unteren Fremdenweg weiter zu wandern.
Früher
gab es noch die Möglichkeit, von dem Pavillon auf dem Kleinen Winterberg den
Berg auf dem Oberen Fremdenweg zu überqueren, aber das ist durch die
Kernzone des Nationalparks verboten. Trotzdem ist der
Pavillon immer
wieder einen Haken wert. Auf dem Unteren Fremdenweg bzw. der
Affensteinpromenade wandern doch einige Leute entlang, aber nur die
wenigsten entdecken dieses kleine Haus auf der Felskante. Die Wanderung
führt also immer noch auf dem roten Punkt entlang. Das nächste Ziel der
Wanderung ist der Große Winterberg. Auf der Strecke zwischen dem Kleinen und
dem Großen Winterberg stößt man noch auf zwei weitere Steinsäulen. Was mich wirklich wunderte, war, dass an der neuesten der Säulen doch
tatsächlich das Prebischtor noch ausgeschildert ist. In der ganzen
Sächsischen Schweiz wird dieses riesige Felsentor verschwiegen, da man auf
legalem Weg nicht hinkommt, und dann wird an einer neuen Säule drauf
hingewiesen. Aber vermutlich sieht die Säule nur neu aus und ist jetzt auch schon
über ein halbes Jahrhundert alt. Der Fremdenweg geht mit einer sehr
angenehmen Steigung bis auf den Großen Winterberg hoch. Dass man jetzt auf
dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz steht, fällt überhaupt nicht so
auf. Hier oben befinden sich ein Gasthaus und eine neu eingerichtete
Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz. Dafür ist das ehemalige
Eishaus der Gaststätte mit einer großen Zahl Informationstafel
ausgestattet worden, für die man sich ein bisschen Zeit nehmen sollte.
Der Fremdenweg geht vom Großen Winterberg an der östlichen Seite weiter. Ab
hier ist das letzte Stück des Fremdenwegs mit dem blauen Strich
markiert. Auf diesem Teilstück des Fremdenwegs kommen noch zwei Steinsäulen,
die beide den Wanderern früher den Weg zum Prebischtor weisen sollten.
Heutzutage ist der Übergang zum Prebischtor aus gleich zwei Gründen
gesperrt. Der erste Grund ist, dass es keinen Grenzübergang vom Winterberg
zum Prebischtor gibt und der viel wichtigere Grund ist, dass die Wanderung
durch eine besonders schützenswerte Zone des Nationalparks
Sächsisch-Böhmische Schweiz gehen würde. Deshalb hört der von mir
beschriebene Weg auch 100 Meter vor der Grenze auf und ich empfehle jetzt
die Wanderung mit einem netten Bogen weiter zu laufen. Dazu geht es noch die
letzten paar Meter auf der blauen Markierung weiter bis zum Katzenstein. An
dieser Wegkreuzung verlässt man die blaue Markierung und es geht nach links
auf der grünen Wanderwegmarkierung
weiter.
Der Weg führt über den Roßsteig ungefähr 900 Meter, bis nach rechts der
grüne Strich
ins Heringsloch abbiegt. Durch diese ungewöhnliche Schlucht geht es vom
Winterberg wieder herunter. Diese Schlucht ist eigentlich eine ganz normale
Schlucht, nur zum Anfang verläuft sie in einem Buchenwald abwärts und
deshalb sieht sie irgendwie anders aus, als eine normale Schlucht in der
Sächsischen Schweiz. Nachdem der Buchenwald in einen normalen Nadelwald
wechselt, geht der Weg über ein paar kleinere Felsen und Stufen ganz
angenehm runter in den Kleinen Zschand.
Nach
dem erfolgreichen Abstieg geht es äußerst angenehm durch den Kleinen Zschand
und die Quenenwiesen. Warum auch immer sich hier unten auf einmal eine
solche langgezogene Wiese gebildet hat, es sieht auf jeden Fall sehr nett
aus. Der Weg geht ein ganzes Stück durch den Kleinen Zschand, bis nach links
die Wanderwegmarkierung roter Strich
wieder hoch zum Fuße des Neuen Wildensteins abbiegt. Der Weg geht mit einer
leichten Steigung durch die Ferkelschlüchte in die Richtung des Neuen
Wildensteins. Ich habe die Ferkelschlüchte erst dieses Jahr (2007) durch die
Wanderung auf dem neuen Malerweg entdeckt und empfinde diese Schlucht als
äußerst schön. Der markierte Wanderweg führt am Fuße des Neuen Wildensteins
vorbei und geht in einem Bogen um den Felsen drum herum. Auf der Vorderseite
des Neuen Wildensteins geht es dann auch die letzten paar Meter bis zum
Ausgangspunkt am Lichtenhainer Wasserfall runter. Damit ist eine ganz nette
Wanderrunde beendet.
Ganz besonders reizvoll finde ich die Vorstellung, wie die Herrschaften in
weit vergangenen Zeiten über den Fremdenweg gewandert sind. Ich sehe das
immer im Vergleich zur heutigen Zeit und dann kommen so ein paar Vergleiche
heraus. Heutzutage sind die Wanderer mit einem Berg an Hightech Ausrüstung
unterwegs (z.B. Navigationssystem, Digitalkamera, Handy usw.). Im Gegensatz
dazu waren die damaligen Wanderer eher mit einer Waffe unterwegs und haben
damit in dem Wald herumgeballert (was in mehreren Wanderführern beschrieben
steht). Heutzutage sind Wanderer mit einem hauchdünnen Stoff bekleidet,
damals sind die Herren mit Frack und die Damen mit weit ausragenden Kleidern
und Sonnenschirm unterwegs gewesen. Gut dass sich die Zeiten immer mal
wieder ändern.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241. Oder die romantischere Variante einmal die komplette
Strecke der Kirnitzschtalstraßenbahn von Bad Schandau bis zum Lichtenhainer
Wasserfall.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau und dann durch das Kirnitzschtal bis zum Ende der Straßenbahn.
Empfohlener Parkplatz:
Lichtenhainer Wasserfall
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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