Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass im
Buch "Bergpfade & Andere Wege Band I" von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
der gehackte Weg beschrieben ist. Die Beschreibung ist so interessant, dass gleich mal ausprobiert werden musste, um welchen Pfad es
sich handelt. Wir haben diese Wanderung mit einem befreundeten Pärchen und
ihren beiden Hunden unternommen und können damit diese Wanderung als
hundegeeignet empfehlen. Den Startpunkt haben wir auf die Neumannmühle
gelegt und von hier beginnt die Wanderung in Richtung Felsenmühle.
Damit die Runde nicht gleich mit einem Stück Straße startet, geht es an der
linken Hangseite über den Flößersteig
.
Der Ausdruck Steig ist irreführend, da es sich zumindest in diesem Bereich um
einen normalen Pfad handelt, der nur hinter dem Sägewerk der Felsenmühle ein
paar Höhenmeter absolviert. Danach stößt man auf den breiten Forstweg des
Kleinen Zschand, den man nach links hoch weiterwandert. Hier ist der Weg mit
dem grünen Strich
markiert und es geht leicht ansteigend in Richtung Quenenwiesen. In
weit vergangenen Zeiten sind diese Wiesen dazu genutzt worden, Heu für die
winterliche Wildfütterung zu gewinnen. Da aber das Wild in der Sächsischen
Schweiz nicht mehr gefüttert wird, braucht natürlich auch kein Heu mehr
gemacht werden. Insgesamt würde es natürlich auch in zweifacher Sicht dem
Nationalpark widersprechen: Als erstes würde die Pflanzenwelt auf den Wiesen
beeinträchtigt, womöglich noch durch Maschinen und zweitens müsste danach das Wild durch Jagd reduziert
werden.
Auch die ersten paar Meter nach der Quenenwiese verlaufen fast ohne
Steigung, die aber dann doch kontinuierlich zunimmt. Der Quenengrund
erreicht die Wanderwegmarkierung roter Strich. Hier kann jeder Wanderer für
sich entscheiden, ob er sich nationalparkkonform benehmen oder auf
einem historischen Weg aufsteigen möchte.
- Für die nationalparkkonforme Variante geht es weiter geradeaus in das
Heringsloch, bis die Wanderwegmarkierung grüner Punkt
erreicht wird. Hier folgt man dem Roßsteig nach links bis zum Katzstein.
Gleich neben diesem sehr auffälligen Sandstein biegt nach links der
unmarkierte Pfad Försters Loch ab. Nach etwas weniger als einem halben
Kilometer beginnt auf der rechten Seite der Bergpfad Gehackter Weg.
- Um die Wanderung auf dem historischen, aber nicht ganz legalen, Weg
fortzusetzen, biegt man nach links auf die rote Wanderwegmarkierung
ab. Nach ¼ Kilometer sieht man deutlich einen Pfad den Weg queren.
Dabei handelt es sich um den Pfad Försters Loch, den man nach rechts
aufsteigt. Nicht nur, dass man deutlich an den Spuren erkennen kann, dass
man nicht der einzige ist, der hier hoch wandert, außerdem ist dem
Untergrund deutlich anzusehen, dass es sich um einen der uralten Wege der
Sächsischen Schweiz handelt. Eigentlich ist es auch überhaupt kein Wunder,
dass die Wanderer früher eher diesen Weg als durch das Heringsloch gegangen
sind, da dieser Weg leichter ansteigend und breiter ist. Dieser Aufstieg
erreicht nach 350 Metern den Gehackten Weg auf der linken Seite.
Nachdem beide Möglichkeiten wieder zusammen gefunden haben, geht es auf dem
Gehackten Weg weiter in Richtung Kleiner Kuhstall.
Wir
waren alle vollkommen überrascht, als dieses doch relativ große Felsentor
plötzlich vor uns lag. Jeder von uns geistert doch schon seit einigen Jahren
bzw. manchmal sogar schon Jahrzehnten durch die Sächsische Schweiz und
trotzdem kann man immer noch solche Überraschungen finden. Leider kann man
das Felsentor von keiner Seite so fotografieren, dass die Ausmaße (Maße 5 x
6 Meter)
auch nur andeutungsweise zu sehen sind. Dieser Kleine Kuhstall ist
anscheinend ein echter Geheimtipp, da es in der Ecke vollkommen ruhig war
und auch die Spuren nicht nach größeren Besuchermassen aussahen.
Von dem Felsentor geht die Wanderung ¼ Kilometer weiter, bis nach
links ein Pfad den Hang hinabsteigt.
Nach
ein paar Höhenmetern erreicht man die unübersehbare Marienhöhle. Diese Höhle
ist zwar nicht besonders tief, aber dafür ist sie mächtig lang und auch die
Höhe kann sich sehen lassen. Die Marienhöhle hat ungefähr die gleichen
Ausmaße wie die Hickelhöhle, nur dass hier anscheinend sehr selten
Wanderer vorbei kommen.
Sehr
nett ist auch, dass wieder ein kleines Marienbild in der Höhle steht.
Zwischendurch ist das Bildchen irgendwie verloren gekommen, aber Anfang
Dezember 2008 hat ein netter Mitmensch ein neues Bild aufgestellt. Ganz
interessant ist auch eine Inschrift an der Höhlenwand. Hier hat jemand das
Datum 24.9.14 geschrieben. Damit ist dieses alte Graffiti mindestens ein
Jahrhundert alt. Da aber die Schrift mit schwarzer Farbe auf die Wand
gepinselt ist und im ersten Wanderführer von Wilhelm Lebrecht Götzinger die
Empfehlung stand, man möge zum Wandern schwarze Farbe zum Verewigen
mitnehmen, kann es sehr gut sein, dass diese Inschrift schon fast 200
Jahre alt ist.
Die Wanderung führt wieder auf den Gehackten Weg hoch, um dann nach links
weiter zu wandern.
Nach nur 100 Metern biegt die Wanderung wieder mal
nach links
ab, um an die Vorderkante der Bärenfangwände zu gelangen. Zwischendurch
passiert der Zugang eine wirklich witzige Brückenkonstruktion aus drei
stabilen Baumstämmen. Nur Wanderer mit starker Höhenangst werden hier ein
Problem bekommen, alle anderen freuen sich über die abwechslungsreiche
Überquerung einer nur 2 Meter tiefen Schlucht. Normalerweise fallen einem die
Bärenfangwände ganz besonders auf,
wenn
man auf dem Hinteren Raubschloss steht und die 200 Meter nach Süden blickt.
Jetzt ist es anders herum. Von der Spitze der Felsen blickt man auf das niedrigere Hintere Raubschloss (auch Winterstein genannt) herunter. Wenn man
hier steht, ist es wirklich verwunderlich, wie auf dem Felsen ein
Raubschloss gewesen sein soll. Jeder Gegner konnte damals von dieser
Felswand den Räubern bis fast ins Wohnzimmer schauen. Ob das so richtig
schlau war? Zumindest war es ziemlich schwierig, dann das Wohnzimmer auch
noch zu stürmen. Die Aussicht von hier oben ist wirklich wunderbar und ganz
extrem ruhig. Andere Wanderer verirren sich nur ganz selten hierher. Gleich
rechts (oder auch südlich genannt) neben dem vordersten Ausläufer der
Bärenfangwände geht ein Pfad zum Felsfuß herunter. Dieser Pfad ist nicht gerade besonders einfach zu bewältigen,
zumindest ist es keine dieser gut ausgebauten Treppenanlagen, aber dafür
ist dieser Abstieg ziemlich abwechslungsreich. Nachdem man am Felsfuß
angekommen ist, hält man sich links, um an den Zugang des Hinteren
Raubschlosses zu kommen. Die Wanderung soll gegen den Uhrzeigersinn um den Felsen des Hinteren
Rauschlosses führen und deshalb geht es bis fast zum
Zugang des Felsen. Ca. 100 Meter vor dem Pfad biegt ein unmarkierter Weg nach
rechts ab und führt rund um den Felsen. Der Forstweg endet auf der
Zeughausstraße, die aber nur überquert wird.
Gegenüber wandert man auf dem Knorreweg weiter in Richtung der beiden Lorenzsteine. Diese beiden
typischen Kletterfelsen werden auf der östlichen Seite passiert. Kurz bevor
man den breiten Forstweg verlässt und in den Großen Zschand absteigt,
passiert man eine einzelne Felsmurmel gleich neben dem Weg. Dabei
handelt es sich um den Konradfels, der in weit vergangenen Zeiten vom
Lorenzstein abgebrochen ist und um 90° gedreht liegen blieb. So stehen die
einzelnen Schichten des Sandsteins senkrecht und sind viel stärker der
Verwitterung ausgesetzt.
Die Wanderung steigt durch die sehr schönen Spitzsteinschlüchte runter in
den Großen Zschand. Dieser Abstieg ist immer wieder überraschend, da man den Großen Zschand wenige Meter vor der Neumannmühle bzw. dem Parkplatz
erreicht. Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die
vielleicht manchmal nicht ganz so legal war, aber wenn in der Kernzone mit
riesigen Forstgeräten Holz gemacht wird, dann mache ich mir keine Gedanken
zu ein paar Wanderern, die auf historischen Wegen unterwegs sind.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Ottendorf runter ins Kirnitzschtal.
Empfohlener Parkplatz:
Neumannmühle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
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