Forstweg
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Klettern
Beschreibung:
Irgendwie hatten wir uns in den Kopf gesetzt, an
einem schönen sonnigen Sonntag die Aussicht am Goldstein zu besuchen. Dass
das eine relativ blöde Idee war, stellten wir schon auf dem Parkplatz an der
Neumannmühle fest. Obwohl wir schon kurz nach 10:00 Uhr dort waren, haben wir
gerade noch den letzten Parkplatz an der Außenseite bekommen.
Von hier geht es zuerst
ein paar wenige Meter (ca. 150 Meter) in den Großen Zschand hinein. Dieses
Stückchen ist markiert mit dem gelben Strich
. An der ersten Möglichkeit
nach rechts wird der Weg aus dem Großen Zschand verlassen und es geht die
Spitzsteinschlüchte aufwärts. Dafür, dass im Großen Zschand gerade noch
richtig viele Wanderer unterwegs waren, steigt durch die Spitzsteinschlüchte
kaum ein anderer hoch. Die Schlucht ist ziemlich abwechslungsreich und auch
der Aufstieg ist noch so einigermaßen angenehm.
Am oberen Ende der Schlucht erreicht die Wanderung den Knorreweg, der für ein ganz kurzes Stück (35 Meter)
nach rechts begangen wird. Dann biegt nach
links der Aufstieg zum Fuße der Lorenzsteine ab. Der Pfad ist durch einige
hölzerne Stufen und Hühnerleitern sehr gut ausgebaut und so ist der Aufstieg
bis zum tiefsten Punkt zwischen den beiden Lorenzsteinen schnell geschafft.
Bevor man aber den Sattelpunkt überschreitet, sollte man unbedingt erst mal
nach rechts auf das Felsband gehen. Diese lang gezogene Terrasse ist
eine der offiziellen Boofen der Sächsischen Schweiz und bietet
eine wirklich hervorragende Aussicht in die Richtung der östlichen Felsen am
Großen Zschand (Heulenberg, Kanstein, Großer Teichstein usw.).
Wenn man von unten aufgestiegen ist, dann ist der linke Felsen der Große
Lorenzstein und der rechte Felsen der Kleine Lorenzstein. Deshalb heißt die
Boofe auch "Boofe am Kleinen Lorenzstein, Ostterrasse". Für die weitere
Wanderung geht es jetzt über den Sattelpunkt hinweg und dann auf dem
Felsband am Großen Lorenzstein entlang. Dieser Pfad ist schon etwas
Besonderes, da es zum Teil auf einem relativ schmalen Band entlang geht und
man mehrmals um ein paar Felsmurmeln herum klettern muss.
Aber der Pfad ist
nicht so schwierig, dass man bei normaler Höhenangst es nicht schaffen
sollte. Nachdem man den Großen Lorenzstein fast umrundet hat, führt die
Wanderung an der westlichen Seite bergab. Der Pfad führt über eine Treppe
und dann durch einen dichten Wald abwärts bis zu einer Kreuzung, an der es
nach links weiter geht. Schon nach ein paar Metern passiert man einen
Forstgrenzstein mit der Nummer 85 und dann geht es 200 Meter leicht
ansteigend aufwärts. Dann erreicht die Wanderung wieder den Knorreweg und
einen gut sichtbaren Grenzstein mit der Nummer 86. Hier biegt man nach
rechts ab, um super angenehm bis zur Zeughausstraße durch zu wandern.
Dieser gut ausgebaute Forstweg wird nur überquert und gegenüber geht es in
Richtung Hinteres Raubschloss. Bis hierher und auch noch auf dem Weg um
das Hintere Raubschloss ist es sehr angenehm ruhig und es begegnen einem nur
ganz selten andere Wanderer. Der Waldweg führt in einem Bogen um das Hintere
Raubschloss, bzw. eigentlich heißt der Felsen Winterstein, herum und erreicht
den Aufstieg mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
. Auf das Hintere
Raubschloss kann man mit einem wirklich sehr interessanten
Aufstieg durch
eine Felsspalte hoch klettern. Das Beste an dem Aufstieg ist die hohe
Eisenleiter in der ersten Felsspalte. Blöderweise ist das Hintere
Raubschloss eine der bekanntesten Stellen der Hinteren Sächsischen Schweiz
und so waren bei unserem Besuch schon so einige andere Wanderer in dem
Aufstieg, weshalb wir diesen Abstecher auf den Felsen diesmal weggelassen
haben.
Die Wanderung folgt weiter der roten Wegmarkierung. Der Weg schlängelt sich
vom Zugang des Hinteren Raubschlosses insgesamt fast einen Kilometer bis zum
Abzweig zur Marienhöhle immer unterhalb der Bärenfangwände entlang. Auch
wenn der Aufstieg zur Marienhöhle eigentlich ein ausgewiesener Bergpfad ist,
so ist der untere Zugang nicht gekennzeichnet und der Pfad versteckt sich
auch sehr gut. Man kann sich aber daran orientieren, dass gleich
neben dem roten markierten Wanderweg die Zahl 360 in eine Felswand
geschlagen ist. Hier startet der Aufstieg zur Marienhöhle. Der Weg führt
durch eine Schlucht über einen Pfad aufwärts. Die Marienhöhle ist eine
langgezogene Schichtfugenhöhle, die längs des Felsens verläuft, aber
nicht so besonders tief (maximal 10 Meter) ist. Auch wenn es sich nicht
um eine offizielle Boofe handelt, scheinen hier doch immer wieder Leute die
Nacht zu verbringen. Die Spuren (Seile an der Decke und verkohltes Holz)
sind zumindest eindeutig.
Von der Marienhöhle geht es noch ein kleines Stückchen aufwärts, um dann auf
dem Gehackten Weg nach links weiter zu wandern. Der Weg hier entlang ist sehr
angenehm zu wandern und nach einer Strecke von 350 Metern erreicht man den Roßsteig mit der Wanderwegmarkierung roter Strich
. Diesem folgt man,
weiterhin sehr bequem, nach links. Ich kann mir in diesem Bereich gut
vorstellen, dass hier sogar Fahrzeuge fahren könnten, aber auf
jeden Fall konnten früher hier Pferde entlang kommen. Sehr zum Leidwesen der
Reiter ist es aber heutzutage verboten, im Nationalpark zu reiten und so
kann man unbeschwert die nächsten 350 Meter bis zum Zugang zur
Goldsteinaussicht wandern. Wir waren ziemlich überrascht, als wir die
Aussicht erreichten, dass tatsächlich kein anderer Wanderer hier war. So
konnten wir die sehr schöne Aussicht in einer angenehmen Ruhe genießen.
Von
der Goldsteinaussicht kann man eine Vielzahl an Felsen sehen. So stehen auf
der rechten
Seite die Felsen der Richterschlüchte, nach vorne die Felsen des
Großen Zschand und ein bisschen mehr links die Kette der Thorwalder Wände.
Je länger unser Aufenthalt auf der Goldsteinaussicht andauerte, desto
mehr andere Wanderer trudelten an der Aussicht ein, die alle genauso wie wir
den schönen Blick in die Landschaft mit einer Brotzeit verbanden. Es ist
immer wieder verwunderlich, was sich andere Wanderer für eine gigantische
Mühe mit ihren Zwischendurch-Stärkungen geben. Das geht von zwei Flaschen
Bier über ein paar Brote mit einem Knacker bis zu einem fertigen Salat im Tuppernapf.
Eigentlich müsste man hier oben an der Goldsteinaussicht auch noch den
Zeughausgang, eine basaltähnliche Gesteinsschicht,
entdecken. Zumindest ist es im Buch "Felsenlandschaft zwischen Bad Schandau
und Hinterhermsdorf" von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de) so beschrieben, aber irgendwie
haben wir es ziemlich dick auf den Augen gehabt und so sind wir ohne diese
besondere Stelle zu entdecken weiter gewandert. Auf dem Roßsteig geht es weiter auf der
roten Wanderwegmarkierung abwärts in Richtung Zeughaus. Der
Abstieg verläuft so einigermaßen angenehm, aber man kann ganz gut erkennen,
dass so mancher Regenschauer dem Weg ziemlich zugesetzt hat und deshalb
sind inzwischen einige
Querbalken
in den Weg eingebaut worden. Auf der rechten Seite steht der eigentliche
Goldstein als ein separater großer Felsen. Kurz bevor man die
Hütte am Zeughaus (www.zeughaushuette.de)
auf der linken Seite
erreicht, kann man nach links abbiegen. Der Weg führt auf die Wiese und den
schönen Rastplatz oberhalb der Nationalparkinformationsstelle Zeughaus.
Von den schönen hölzernen Liegen hat man einen tollen Blick auf den Großen
Teichstein.
Bevor man aber durch den Großen Zschand zurück zum Ausgangspunkt wandert,
sollte man noch einen kurzen Abstecher in die Informationsstelle des
Nationalparks unternehmen. Jede dieser Informationsstellen hat
ein anderes Thema und so wird am Zeughaus über die Historische Jagdnutzung
berichtet. Vor dem Haus verläuft die Zeughausstraße und die wird nach links
(wenn man vom Haus kommt) leicht abfallend weiter gewandert. Hier ist das
letzte Stückchen der Wanderung mit dem gelben Strich
gekennzeichnet.
Zuerst ist der Große Zschand noch relativ breit, sodass auch noch im Tal der
Schlucht ein bisschen
Gras wachsen kann, aber ab ungefähr der Hälfte der
Strecke rücken die Felsen schlagartig zueinander und es wird merklich
kühler. Hier dürfen Autos fahren, aber nur die
Wirte des Zeughauses und ein paar Mitarbeiter des Nationalparks. So sind die
Fahrzeuge wirklich nicht besonders störend und man kann sehr schön noch ein
letztes Mal die Felsen bestaunen. In diesem Teil der Schlucht herrscht
dauerhaft ein Kellerklima und das kann man auch sehr gut an den
Moosschichten an den Felsen erkennen.
Damit ist eine super schöne Wanderung zu Ende gegangen, die
wirklich alles einer spitzenmäßigen Wanderung in der Sächsischen Schweiz
beinhaltet. So war ein bisschen Spannung in Form des Aufstiegs Hinteres
Raubschloss enthalten, gleich zwei schöne Aussichten (Goldsteinaussicht und
Hinteres Raubschloss) und auf dem größten Teil der Strecke herrschte eine
angenehme Ruhe.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Ottendorf runter ins Kirnitzschtal.
Empfohlener Parkplatz:
Neumannmühle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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