Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen
Beschreibung:
Als ich mal wieder in den Büchern von Axel
Mothes (www.stiegenbuchverlag.de)
herumgegeistert bin, ist mir im Buch Bergpfade Band 3 eine Beschreibung des
Heulenbergs aufgefallen. Auch wenn Herr Mothes in seinem Buch sehr
überzeugend beschreibt, dass inzwischen alle Wege auf dem Berg verloren
gekommen sind, so sollte doch wohl noch ein kleiner Abstecher hinauf auf den
Berg möglich sein. Damit eine einigermaßen schöne Wanderung aus der
Erkundung entsteht, geht es erst mal von der Neumannmühle in den Großen
Zschand hinein.
Den gut ausgebauten Forstweg durch den Großen Zschand zu gehen, ist immer
wieder ein besonderes Erlebnis, da die Felswände hier ganz nah beieinander
stehen und dadurch ein deutlich spürbares Kellerklima entsteht.
Erst nach ziemlich genau einem Kilometer wechselt die Temperatur
schlagartig in deutlich wärmer. Das Tal weitet sich ein Stückchen und man
wandert weiter in die Richtung des Zeughauses. Der Weg ist mit dem gelben
Strich
markiert. Kurz vor der Nationalparkinformationsstelle Zeughaus befindet sich
auf der rechten Wegseite ein unscheinbares Hinweisschild auf eine Salzlecke.
Ohne das Schild würde man diesen ausgehöhlten Sandsteinklotz ganz sicher
nicht entdecken. Diese historischen Steintröge werden einem auf dieser
Wanderung noch mehrmals begegnen. In die Informationsstelle des
Nationalparks, gleich neben der Salzlecke, sollte man einen kurzen Abstecher
unternehmen. Alleine für den sehr gut gemachten Informationsfilm lohnt sich
schon der kleine Schlenker. Von der Wiese hinter dem Gebäude kann man hoch
zum nächsten Ziel der Wanderung, dem Großen Teichstein, blicken. Bevor es
aber zu diesem Aufstieg kommt, passiert man mit der Wanderung noch das Alte
Zeughaus (www.alteszeughaus.de),
in dem man sich sehr gut ein bisschen stärken kann.
Für die weitere Wanderung geht es jetzt also weiter in Richtung Großer
Teichstein. Dazu verlässt man die gelbe Wanderwegmarkierung und es geht nach
links der grünen Markierung
hinterher.
Der
Weg passiert das ehemalige Forsthaus und es geht so einigermaßen angenehm
den Berg hoch. Auch
wenn zwischendurch mehrere Pfade nach links den direkten Weg hinauf zum
Teichstein suggerieren, sollte man den ¾ Kilometer bis zum ausgeschilderten
Zugang unternehmen, damit der Aufstieg nicht ganz so beschwerlich ist. Der
Zugang von der Wegkreuzung bis zur vorderen Spitze des Teichsteins
führt
über einen Pfad mit ein paar sehr abwechslungsreichen Passagen.
Insgesamt
ist es etwas mehr als ½ Kilometer mit gleich mehreren Aussichten von dem
Stein nach rechts in Richtung Kanstein und Heulenberg. An der vorderen
Spitze des Großen Teichsteins hat man nach vorne eine sehr schöne Aussicht
auf die Felsenkette der Bärenfangwände und den Kleinen Winterberg, nach
rechts sieht man die beiden Lorenzsteine und nach unten kann man in den
Biergarten des Alten Zeughauses blicken.
Nun geht es wieder zurück über den Pfad bis zur Wegkreuzung. Zur Erholung
von den kleinen Strapazen der Teichsteinbesteigung wandert man jetzt nach
links auf dem breit ausgebauten E-Flügel entlang, bis nach ½ Kilometer ein
gut sichtbarer Waldweg nach links abbiegt. Der Weg steigt leicht an und
meistens sind auch frische Fahrspuren zu erkennen. Nach wenigen Metern
erreicht man eine Wildwiese mit einem dieser luxuriösen Hochsitze. Zur
Unterhaltung der Jäger ist an der Vorderseite ein großer Fledermauskasten
angebracht und genau an dieser Stelle biegt man nach links leicht ansteigend
ab. Die Wanderung verläuft parallel zu einem im Wald versteckten
Versuchsaufbau. Hier wird anscheinend untersucht, wie viel Wasser im Wald an
den Baumstämmen herunter läuft. Damit die Daten anscheinend auch noch
elektronisch ermittelt oder übertragen werden können, befindet sich auf der
linken Wegseite in einer Minilichtung sogar eine kleinere Solaranlage. Bei
den Felsen auf der rechten Seite handelt es sich um den Neunstelligen Hübel,
der aber für Wanderer vollkommen unbesteigbar ist.
Nachdem man den Sattel zwischen dem Neunstelligen Hübel und dem Kanstein
passiert hat, geht es ein Stück wieder bergab, bis der erste gut sichtbare
Weg nach rechts abbiegt.
Dieser
Waldweg führt in einem Bogen um einen Ausläufer des Neunstelligen Hübels.
Auf der linken Wegseite befindet sich eine weitere gut erhaltene Salzlecke.
Nach ¼ Kilometer ist ein deutlicher, breiter Felseinschnitt zu sehen, den es
jetzt hinauf geht. Das erste Stück steigt bis zu einer Felswand noch relativ
leicht an. Unterhalb
der Felswand an der linken Seite ist eine Boofe zu erkennen, die aber
heutzutage nicht mehr zu den legalen Freiübernachtungsplätzen der
Sächsischen Schweiz gehört.
Dahinter
geht es steiler, aber noch gut zu überwinden, aufwärts. Hier führt auch noch
ein deutlich sichtbarer Pfad hoch. Nach 70 Höhenmetern Aufstieg biegt der
gehbare Weg nach links und gleich wieder nach rechts ab und damit hat man
dann den größten Teil des Aufstieges auch schon geschafft. Blöderweise
versteckt sich der Pfad ab hier ziemlich, das liegt aber auch daran, dass
man eine kleine Ebene mit ein paar quer liegenden Bäumen erreicht. Die grobe
Richtung für den nächsten ¼ Kilometer ist aber die Verlängerung des
Aufstieges durch die Schlucht oder auch: Ein Gipfel liegt selten im Tal und
deshalb geht es immer leicht ansteigend aufwärts.
Obwohl
man die ganze Zeit an und über Sandsteinfelsen geklettert ist, befinden sich
auf dem Heulenberg mehrere Stellen mit Basaltsäulen. Ganz deutlich sind auch
die Abbauspuren zu erkennen und als ich auf den Berg hoch geschnauft bin,
hatten andere Eroberer des Gipfels den Basaltstumpf mit ein paar anderen
Steinen verzieht. Es ist wirklich komisch mit den Bergen der Sächsischen
Schweiz. Der größte Teil der Berge (also im Sprachgebrauch der Sächsischen
Schweiz: Hügel mit Basaltkopf) sind ordentlich zugewuchert und bieten nur
sehr begrenzte Aussichten. So z.B. der Heulenberg, Hausberg, Raumberg usw.
Am Heulenberg habe ich überhaupt erst auf dem Rückweg eine Aussicht
entdeckt, die so gerade einen Blick auf die Lorenzsteine freigibt.
Eigentlich müsste es noch einen Abstieg nach rechts (Norden) in die
Felsschlucht geben, da ich aber überhaupt keine Spuren dort gesehen habe,
bin ich lieber den bekannten Weg zurück gewandert. Also geht es wieder durch
die Schlucht und an der Boofe abwärts, bis man ganz unten einen breiten
Waldweg erreicht. Hier geht es nach rechts und dann gleich wieder nach
links, um dann wieder den Flügel E zu erreichen. Um noch einen schönen Punkt
der Hinteren Sächsischen Schweiz zu erreichen, geht es nicht nach links in
Richtung des Ausgangspunktes, sondern nach rechts in Richtung Buschmühle.
Schon nach wenigen Metern weist eigentlich ein Schild auf die Buschmühle
hin. An dieser Stelle kann man aber auch ohne Probleme schräg nach links
wandern und ein paar hundert Meter (genauer gesagt 300 Meter) weiter eine
Wildwiese mit einer Wetterstation erreichen. Ich finde diesen Weg viel
schöner als den ausgeschilderten, aber vielleicht möchte der Besitzer der
Scheune im hinteren Teil der Wiese nicht, dass man seine schönen Holzvorräte
sieht. Gleich links neben der Scheune führt ein Pfad runter zur Buschmühle.
Wenige Meter vor der Buschmühle wird der Untergrund des Weges bei feuchtem
Wetter zu einer kleinen Schlitterpartie, da die Sandsteinplatten leicht mit
Moos bewachsen sind und so sollte man einigermaßen vorsichtig absteigen.
Sonst liefert man den anwesenden Gästen in der Gaststätte ungewollt eine
Erheiterung. Bei der Buschmühle (www.die-buschmuehle.de)
bin ich immer wieder erfreut, wie viel Energie die Besitzer und die
Unterstützer in die Gaststätte stecken. So sind nach einem Jahr die
Hochwasserspuren aus dem Jahr 2010 noch deutlich zu sehen, aber der Betrieb
läuft schon wieder reibungsfrei und keiner lässt den Kopf hängen. Da gehört
schon eine ganze Menge Enthusiasmus dazu und wir zollen den Betreibern
großen Respekt.
Nachdem man auf der Kirnitzschtalstraße angekommen ist, geht es nach rechts
bis zur Straßenkreuzung nach Ottendorf (ca. 100 Meter). Genau an dieser
Kreuzung beginnt auch die Wanderwegmarkierung roter Strich
,
die mit einer mittelmäßigen Steigung aufwärts führt. Eigentlich soll das
nächste Ziel der Wanderung der Arnstein sein. Da es zu langweilig wäre, auf
dem gleichen Weg hin und wieder zurück zu wandern, wird mit dieser Wanderung
eine andere Variante ausprobiert. Dazu folgt man nach dem ersten Aufstieg
der roten Wanderwegmarkierung nach rechts. Auf der Wanderkarte Großer
Zschand von Herrn Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de)
ist nach ca. 400 Metern ein Pfad nach links hoch eingezeichnet. Obwohl ich
den Weg zwischen dem Arnstein und dem Kleinstein schon mehrmals gewandert
bin, ist mir hier noch nie ein Pfad aufgefallen. Wenn aber Rolf Böhm etwas
einzeichnet, dann ist es in der Natur auch da und so auch in diesem Fall.
Bei diesem Pfad handelt es sich um einen Verbindungsweg zu den beiden gelben
Wegmarkierungen (Punkt und Strich). Nach den 150 Metern Verbindungsweg geht
es nach links der gelben Wanderwegmarkierung
hinterher. Die ersten paar Meter dieses Waldweges sind noch ziemlich uneben,
je länger man aber wandert, desto angenehmer wird der Weg. Aber genau
dadurch entsteht auch die Gefahr, dass man auf dem bequemen Weg am Zugang
zum Arnstein vorbeispurtet. Dieser kleine Abstecher auf die ehemalige
Raubritterburg ist eigentlich ausgeschildert, aber das Schild ist auf der
rechten Seite des Weges sehr versteckt und der unscheinbare Pfad biegt nach
links ab und schlängelt sich mit ein paar
unterschiedlichsten
Stufen den Hang hinauf. Wenige Meter vor dem Gipfel erfolgt der Aufstieg auf
einer längeren Steintreppe und durch eine Engstelle, an der man seinen
Wanderrucksack abnehmen muss. Am Arnstein kann man gleich mehrere
interessante Inschriften, eine Höhle, ein Regenauffangbecken und
unterschiedliche in den Felsen eingeritzte Gesichter entdecken.
Von
dem Gipfelplateau hat man auch noch eine schöne Aussicht auf die Landschaft
der Hinteren Sächsischen Schweiz. Ganz besonders interessant ist natürlich
für diese Wanderung der Heulenberg, den man an der linken Seite als einen
komplett bewaldeten Berg sieht. Obwohl der Arnstein die Reste einer der
bedeutenden Burgen und die meisten Spuren aufweist, ist auf ihm sehr häufig
angenehme Ruhe. So könnte man hier noch mal eine kleine Rast einlegen, bevor
es an das letzte Stück der Wanderung geht.
Der Abstieg erfolgt wieder auf dem Pfad hinunter, bis man den Waldweg mit
der gelben Wanderwegmarkierung
erreicht. Hier
geht es nach links. Schon nach wenigen Metern passiert man eine Felswand
links neben dem Waldweg, die einerseits sehr schön mit der gelben
Schwefelflechte überzogen ist und außerdem befindet sich in den Felsen die
Jahreszahl 1887 eingemeißelt. Die Wanderung erreicht bald die bekannte
Kreuzung, an der nach rechts der Abstieg hinunter zur Kirnitzschtalstraße
und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung abzweigt.
Damit ist eine Erkundungstour zu dem wirklich unscheinbaren Heulenberg
beendet, die ungewöhnlich viel Ruhe bietet, für sehr viele Besucher der
Sächsischen Schweiz etwas noch Unbekanntes aufweist und mindestens zwei
lohnenswerte Aussichten beinhaltet. Mit der Erkundung des Heulensteins ist
sogar noch etwas legales Abenteuer dabei gewesen.
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Ottendorf runter ins Kirnitzschtal.
Empfohlener Parkplatz:
Neumannmühle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
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