Forstweg und asphaltiert
Wanderweg und Pfad
Treppen und Hühnerleitern
Leiter
Klettern mit Klammern
Beschreibung:
Einem Leser unserer Internetseite war
aufgefallen, dass wir die Lorenzsteine bis jetzt immer nur passiert,
aber noch nie den Pfad zwischen Großem und Kleinem Lorenzstein
beschrieben bzw. bewandert hatten. Damit hatte jener Herr vollkommen
recht, da für mich bis dahin die Lorenzsteine ein reines Klettergebiet
waren. Da dieser nette Wandersmann meinte, der Weg wäre wirklich lohnenswert,
musste das natürlich sofort ausprobiert werden. Damit die Wanderung einen
ganz besonderen Anreiz auch für unsere große Tochter (7 Jahre) erhielt,
führt der Bogen noch an einer besonderen Attraktion der Hinteren Sächsischen
Schweiz vorbei. Dazu aber später.
Der Startpunkt für die Wanderung Lorenzsteine liegt im Kirnitzschtal bei der
Neumannmühle. Von hier geht es in den immer kalten Großen Zschand. Es gibt
wirklich wenige Schluchten in der gesamten
Sächsischen
Schweiz, die solch ein starkes Kellerklima haben, aber bei so nah
beieinanderstehenden
Felsen ist das eigentlich auch kein Wunder. Die Wanderung folgt der
Wanderwegmarkierung gelber Strich
und nach etwas mehr als ½ Kilometer stellt man auf einmal eine
Temperaturänderung fest. Dieses Phänomen kann man sowohl im Winter als auch im Sommer feststellen. Der Grund ist ganz einfach
der, dass sich hier
der Große Zschand weitet und damit die Sonne eine bessere Chance hat, das Tal
aufzuwärmen. Nach fast 1 ½ Kilometern biegt nach rechts die Zeughausstraße
mit der roten Wanderwegmarkierung
ab. Der
Begriff Straße hört sich abschreckender an als der Weg dann
wirklich ist. Es handelt sich um einen gut ausgebauten Forstweg, auf dem zwar auch einer
der wenigen Radwege durch die Hintere Sächsische Schweiz verläuft, aber Radfahrer
sind hier eine wirkliche Seltenheit. Und für den normalen Autoverkehr ist
die Zeughausstraße sowieso gesperrt. Nach einem relativ leichten Anstieg
biegt der markierte Wanderweg nach links auf einen unauffälligeren Waldweg
ab. Auch dieser Weg steigt leicht bis mittel an. Bald ist der Zugang zum
Hinteren Raubschloss bzw.
der
Felsen heißt Winterstein erreicht. Auch wenn das schon ziemlich in eine
Kletterei ausartet, sollte man unbedingt den
Aufstieg
auf den Felsen unternehmen. Nicht nur, dass die Aussicht von oben
fantastisch ist, auch schon der Aufstieg ist sehr abwechslungsreich. Wenn
man dann noch seinen mitwandernden Kindern etwas von einem Raubschloss und
ein bisschen von vermuteten Räubern erzählt, gehört die Wanderung zu den
unvergesslichen Runden in der Sächsischen Schweiz.
Von dem Raubschloss geht es wieder herunter und dann folgt man der bekannten
roten Wanderwegmarkierung weiter nach rechts. Nach einer Ministrecke von 200
Metern biegt nach rechts ein unmarkierter Waldweg ab. Die sogenannten Buchschlüchte fallen leicht ab und sind sehr angenehm zu wandern.
Wenige
Meter neben dem Forstgrenzstein Nr. 207 sollte man einen sehr aufmerksamen
Blick auf den rechten Hang werfen. Hier befinden sich ein paar unauffällige Stufen, die zu einer wirklichen Überraschung führen. Wenn man
über die Stufen den Hang hoch gestiegen ist, so findet man eine ziemlich
große rechteckige Grube, die anscheinend schon vor riesig langen Zeiten hier
in den Sandsteinfelsen gearbeitet wurde. Bis heute habe ich zwei
unterschiedliche Theorien gehört, um was es sich handeln könnte:
Einerseits könnte es eine der vielen Bärenfanggruben sein,
andererseits kann es sich auch um das Fundament bzw. den Keller eines Vorpostens des
Raubschlosses gehandelt haben. Ich persönlich vermute eher die Variante mit
dem Vorposten.
Nach diesem kleinen Abstecher neben den Weg geht es weiter auf den Buchschlüchten bis zur nächsten größeren Kreuzung. Hier hat man wieder die
bekannte Zeughausstraße erreicht, die aber an dieser Stelle nur überquert
wird, um dann gegenüber dem unmarkierten Waldweg weiter zu folgen. Hier
ist der Weg ausgeschildert mit Knorre/Knorreweg. Nach ¼ Kilometer
macht der Waldweg einen deutlichen Rechtsschwenk und dann steht auf der
rechten Wegseite der Grenzstein Nr. 86. Hier verlässt die Wanderung den
Knorreweg und biegt nach links ab. Dem Weg ist schon deutlich anzumerken,
dass nur wenige Wanderer und Forstfahrzeuge hier entlang kommen. Nach fast
200 Metern findet man den Forststein Nr. 85 auf der rechten Wegseite und
hier biegt die Wanderung in eine Senke nach rechts ab. Hier beginnt der
eigentliche Aufstieg auf die Lorenzsteine. Der Weg wird zusehends schmaler,
bis ganz kurz vor einer Hühnerleiter nur noch ein ausgewaschener Pfad übrig
bleibt. Auch ohne die Hühnerleiter würde man den Hang ganz sicher hoch
kommen, aber diese seltsamen Konstruktionen dienen dem Erosionsschutz.
Hinter
dieser Aufstiegshilfe biegt die Wanderung nach rechts ab und man erreicht
die schwierigste Stelle der gesamten Wanderung. Hier muss man an einer
tiefen Felskante unter einem Felsen drunter herklettern. Da machen sich die
Erwachsen viel mehr Gedanken als die mitwandernden Kinder. Dass man an der
engsten Stelle auch noch über einen Felsriss von einer Handbreit hinweg
muss, stört die Kinder überhaupt nicht, aber die Eltern denken drüber nach,
was wäre, wenn man noch 50 Kilo abnehmen würde. Dann könnte man wenigstens mit
einem Fuß hier hineinfallen. Hinter dieser sehr interessanten Stelle geht es weiter
mit ein paar kleinen Klettereinlagen über ein paar Felsmurmeln und
dann erreicht man den gut ausgebauten Aufstieg zum Kleinen Lorenzstein. Ich
würde empfehlen, noch die paar Meter nach links zum Kleinen Lorenzstein
hinaufzusteigen, da man von der
Boofe
auf der Ostterrasse eine herrliche Aussicht auf den Hausberg und den
Großstein genießen kann. Jetzt steigt die Wanderung auf dem bekannten Weg
über die Hühnerleiter und Stufen auf der Ostseite der Lorenzsteine wieder
ab. Die Wanderung erreicht einen breiteren Waldweg (wieder der Knorreweg) an
der Unterseite der Felsen und diesem folgt man nach rechts, bis nach wenigen
Metern links der Abstieg in den Großen Zschand beginnt. Der Weg durch die
Spitzsteinschlüchte ist schon etwas Besonderes, da hier nur ganz
selten andere Wanderer unterwegs sind und es eine sehr nette Schlucht ist.
Am Ende der Spitzsteinschlüchte erreicht man den Großen Zschand nur wenige Meter vor
dem Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Runde zu
Ende gegangen, die ganz hervorragend auch für Kinder geeignet ist, da
doch sehr viel Abwechslung dabei ist.
(Anmerkung der nicht mitgewanderten
Ehefrau und Mutter: Ich war schon oft auf dem Hinteren Raubschloss, es ist
wirklich sehr schön dort, aber ich fühle mich verpflichtet zu erwähnen, dass
ich wahrscheinlich um 5 Jahre gealtert wäre, würde ich mein Kind diese
Leiter klettern sehen, von diesem schmalen Felsband am Lorenzstein ganz zu
schweigen, welches ich allerdings nicht selber kenne. Ich wusste auch vorher
nicht, wo die beiden hingehen. Ich vertraue Ingo unsere Kinder gerne an, ich
vertraue auch der Trittsicherheit und Vernunft unserer Tochter, aber ich
KANN es NICHT selber anSEHEN!!! Also, entweder man hat gute Nerven
oder man überlegt es sich... Ich wollte es nur erwähnen, nicht, dass sich
nachher jemand beschwert, dass wir die Schwierigkeiten herunterspielen.)
Anfahrtsbeschreibung:
Öffentlicher Nahverkehr:
Es gibt sehr gute Bahnverbindungen nach Bad Schandau. Von Bad Schandau mit
dem Bus R-241.
Auto:
Über die B172 bis Bad Schandau. Bitte den Weg über Sebnitz wählen, da die Strecke durch Kirnitzschtal quer durch den Nationalpark führt. Von Bad Schandau weiter nach Sebnitz und dann über Ottendorf runter ins Kirnitzschtal.
Empfohlener Parkplatz:
Neumannmühle
; Parkplatzgebühr für die Wanderung:
3 €
GPS Daten:
geplanter Track
aufgezeichneter Track
geplante Route
MapSource
Google Earth
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