Auf die Idee zu dieser Wanderung hat mich der
Wanderführer Sächsische Schweiz Band 1; Felsenlandschaft zwischen Bad
Schandau und Hinterhermsdorf von Hr. Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de)
gebracht. Damit möchte ich nur darauf hinweisen, dass die Wanderung nicht auf
meinem Mist gewachsen ist, sondern der gedankliche Urvater jemand anders ist
und ich mich nur der schönen Tour erfreue. Der Startpunkt dieser Wanderung
ist die Neumannmühle. Die ersten paar Meter
(höchstens 300 Meter) sind die einzigen auf einer Fahrstraße. Es geht auf
der Kirnitzschtalstraße flussaufwärts bis zur Buschmühle. Hier verlässt man
die Straße und steigt zwischen den Gebäuden der Buschmühle aus dem
Kirnitzschtal. Auf den ersten paar Metern des Weges ist der Aufstieg mit
ungewöhnlich großen Sandsteinplatten gepflastert. Danach geht der Weg in
einen gewöhnlichen Pfad über. Schon nach wenigen Metern verlässt man den
Hohlfelds Graben und biegt nach rechts auf einen kleineren, aber gut
sichtbaren Pfad ab. Der Weg führt hoch auf eine Lichtung mit einer seltsamen
Messstation. Ich würde mal schätzen, dass es sich um eine Wetterstation
handelt, nur leider weiß ich es nicht genau. Der Weg verläuft quer über die
ganze Wiese und geht gegenüber wieder in den Wald bis zu einem breiteren
Forstweg namens Flügel E. Diesen Rundweg um den Heulenberg überquert man nur
und auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf einem Pfad in die Richtung
der Felsen
. Der Pfad geht ganz automatisch nach rechts, da es darum geht, den
Neunstelligen Hübel zu umrunden. Der Wald wird dichter und auf einmal steht
man an einer Wegkreuzung mit mindestens vier anderen Wegen. Jetzt sollte man
sich lieber links weiter am Felsfuß entlang bewegen. Der Weg, der so
besonders einladend geradeaus in Richtung des Teichsteins
verläuft, wird immer schmaler und endet als ein armseliger Pfad an einer
Felswand. Also doch lieber den Weg schräg links wählen. Nach angenehmen
650 Metern erreicht man einen breiten Forstweg.
Dieser
Weg ist wegetechnisch genau das Gegenteil von dem gerade begangenen Weg.
Gerade war es noch ein unscheinbarer Pfad, jetzt ist es ein perfekt
ausgebauter Forstweg. Das einzige, das beide Wege gemeinsam haben, ist, dass
man normalerweise keinen anderen Mitmenschen in dem Bereich antrifft. Wenn man
dem Forstweg nach rechts weiter folgt, dann erreicht man nach 750 Metern den
Zugang zum Teichstein. Es ist ein ziemlich unauffälliger Zugang, der aber
durch ein Hinweisschild gut gekennzeichnet ist. Ich schätze mal, das
Hinweisschild ist auch der Grund, warum der Teichstein eine so angenehm
ruhige Aussicht ist.
Wenn
ich mich recht erinnere, steht auf dem Schild, dass der Zugang bis zur Aussicht
20 Minuten beansprucht. Das scheint doch alle die abzuschrecken, die
normalerweise mal eben noch einen Abstecher auf eine Aussicht unternehmen.
Der Pfad bis vor zur Aussicht schlängelt sich zwischen und über ein paar
Felsen und verläuft auf dem Bergrücken bzw. über den Grat. Es hört sich
schwieriger an, als es dann wirklich ist, und am Ende erwartet einen eine sehr
schöne Aussicht. Von hier oben hat man einen ganz hervorragenden Ausblick auf
die Felsen des Hinteren Raubschlosses und die Bärenfangwände. Auch kann man
runter zum Gasthaus Zeughaus blicken.

Nachdem man sich satt gesehen hat, muss man leider wieder das ganze Stück
bis zum Forstweg zurück wandern. Hier bietet sich aber auch noch einmal eine
Aussicht an, um nach links auf den Kanstein und den Neunstelligen Hübel zu
blicken.
Beide sind sehr typische Sandsteinfelsen und sehen schon ziemlich
imposant mit ihren Felswänden aus. Auf dem Forstweg angekommen, geht es nach
rechts höchstens 50 Meter auf der grünen Wanderwegmarkierung
weiter.
Nach den besagten 50 Metern verläuft der markierte Weg geradeaus weiter, die Wanderung
folgt aber nach links der breiten Forststraße. Da Forstfahrzeuge und ganz besonders die
großen Holztransporter nur eine begrenzte Steigung schaffen, geht der Weg
sehr angenehm den Hang hinunter. Auf der rechten Wegseite kommt man dann an
einer Wildwiese vorbei. Links vom Weg befindet sich
dort der
luxuriöseste
Hochsitz, den ich bis jetzt gesehen habe. Das Ding ist so stabil gebaut,
dass man mit einem kleinen Schild drauf hinweisen muss, dass es sich um eine
"Jagdliche Einrichtung" handelt. Wer hätte das gedacht. Kurz (ca. 25 Meter)
vor dem nächsten größeren Querweg geht es an einem Holzsammelplatz nach
recht auf einem Waldweg weiter. Diesen unscheinbaren Weg geht man ca. 90
Meter in den Wald hinein, und hier sollte man tatsächlich mal drauf achten,
das man höchstens 100 Schritte macht, da man sonst den Pfad nach links nicht
findet.
Dieser
Pfad führt zu einem der uralten Bärenfänge. Wie auch immer diese
Fangvorrichtung funktioniert hat, ob der Bär in die Richtung getrieben
worden ist und dann in das Loch gefallen ist, oder ob das Loch abgedeckt war
und das Tier durch irgendwas gelockt wurde, entzieht sich meinen
Kenntnissen. Auf jeden Fall ist es ein tiefes Loch mit einem Durchmesser von
4-5 Metern und einem Zugang von der Felskante.
Es
lässt sich auch heute noch sehr gut vorstellen, wie früher der Bär in dem
Loch gesessen hat und irgendwann mit einem großen Käfig hier abgeholt wurde.
Als weiterer Weg steigt man von dem Bärenfangausgang ein paar Meter den Hang
abwärts, hier sieht man schon den Forstweg zwischen der Kirnitzsch und dem
Zeughaus. Markiert ist der Weg mit dem blauen Strich
.
Dieser Wegmarkierung folgt man hangabwärts bis zum Zeughaus.
Der
Bereich des Zeughauses ist eigentlich nicht ein einzelnes Haus, sondern er
setzt sich aus fünf unterschiedlichen Gebäuden zusammen. So sind es das alte
Jägerhaus, das eigentliche Gasthaus mit dem Biergarten, das etwas höher
gelegene Bettenhaus und noch zwei weiteren Gebäuden, die anscheinend ein Privathaus und ein Arbeitshaus des Nationalparks sind. In der Gaststätte
kann man sich zu humanen Preisen erfrischen, um dann die letzten Meter auf der
gelben Markierung
durch den
Großen
Zschand bis zum Ausgangspunkt zu wandern. So ziemlich auf den letzten Metern
sieht man auf der linken Seite unter bzw. in den Felsen einen seltsamen
Eingang. Es ist eine, aus weit vergangenen Zeiten, Schwarzpulverkammer, in der
früher Sprengstoff aufbewahrt wurde, um Wurzeln von gefällten Bäumen aus der
Erde zu holen. Heutzutage werden die Wurzeln von gefällten Bäumen in der
Erde gelassen, früher war es aber ein willkommenes Brennmaterial. An der
Kirnitzsch angekommen ist diese schöne Runde beendet.
Als ich die Wanderung zum Anfang in dem Wanderführer von Hr. Dr. Rölke
gelesen habe, dachte ich nicht, dass die Wanderung wirklich toll sein
könnte, aber nachdem ich sie jetzt gelaufen bin, muss ich sagen, sie hat
alles, was mir an Wanderungen gefällt: Ruhe, Felsen, eine tolle Aussicht und
sogar noch eine historische Attraktion in Form des Bärenfangs.
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