Schon im 14. Jahrhundert
hat an der Ausmündung des großen Zschand eine Mahl- und Schneidemühle als
Zubehör der Felsenburg auf dem „Winterstein“, die 1379 erstmals urkundlich
erwähnt wird, bestanden. Bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts hat es noch
keine durchgehende Straße im Kirnitzschtal gegeben. Angeblich mussten die
Mühlburschen die Bretter auf den Schultern bis zu den Ottendorfer Feldern
tragen. Seit 1961 steht die Neumannmühle als technisches Denkmal der
Produktions- und Verkehrsgeschichte unter Schutz. Die erhalten gebliebene
Einrichtung zum Schleifen von Holz entspricht dem Stand von 1870. Nach erfolgter
Rekonstruktion erinnert sie als Schauanlage gleichzeitig an den Erfinder des
Holzschliffs, den Weber Friedrich Gottlob Keller (1816/75), der seinen
Lebensabend in Krippen verbracht hat. Das erneuerte Mühlrad zeigt nach wie vor
einen Durchmesser von 4,60 m.