Der
große Zschand stellt eine Naturstraße dar, die neben der Elbe wohl am frühesten
den Verkehr zwischen Nordböhmen und dem Meißner Hochland aufnahm.
In
bewegten, kriegerischen Zeiten war er natürlich leicht, die Straße zu sperren-
Raubschlösser sowie die in den Felsen gehauene Sprengkammer aus dem 2.Weltkrieg
kunden davon.
Der
große Zschand, der ohne ausdauernde Wasserführung ins Kirnitzschtal einmündet,
ist 6 Kilometer lang und führt hinauf zur Staatsgrenze zwischen Thorwalder Wände
und Partschenhörner. In seiner Mitte liegt das Zeughaus von 1642, heute
Ausgangspunkt für Wanderungen in die hintere Sächsische Schweiz. Wegen der
versumpften Talsohle konnte früher meist nur im Winter mit Schlitten das
Floßholz aus den grenznahen Wäldern an die Kirnitzsch herangebracht werden, das
darin im Frühjahr mit Hilfe von Stauwasser aus der oberen Schleuse zur Elbe
geflößt wurde. Spätestens im 18./19. Jahrhundert hat es aber dann eine „sebnitz-
böhmische Land- und Gleits- Straße“ gegeben, auf der, um Zollgebühren zu
hintergehen, reger Schleichhandel von und nach Böhmen betrieben wurde.