Luchspfad Mezní Louka

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Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 2,00 km
Höhenunterschied:
ca. 60 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Mezní Louka (Rainwiese) - roter Strich - Kozí Hřbet (Ziegenrücken) - Luchspfad - roter Strich - Kozí Hřbet (Ziegenrücken) - Mezní Louka (Rainwiese)

Luchspfad Mezní Louka

Nachdem wir gerade den kleinen Bogen auf dem Bad Schandauer Luchsweg unternommen haben, fiel uns ein, dass es auch noch einen Luchspfad bei Mezní Louka (Rainwiese) gibt. Als wir das letzte Mal die Runde zum Prebischtor und dann über den Gabrielina stezka (Gabrielensteig) nach Mezní Louka (Rainwiese) gewandert sind, haben wir zwar den Eingang zum Luchspfad gesehen, ihn aber wie der größte Teil der Wanderer ignoriert. Dieses Freigelände lebt unberechtigter Weise ein ähnlich unbeachtetes Dasein wie die Waldhusche in Hinterhermsdorf. Da geben sich die beiden Nationalparks so eine Mühe, den Besuchern die Natur näher zu bringen und die gehen einfach dran vorbei. Wir haben auf jeden Fall einen netten Ausflug mit unseren beiden Mädels dorthin unternommen und uns über die vielen Stationen gefreut.

Der Startpunkt ist Mezní Louka (Rainwiese) mit seinen vielen unterschiedlichen Parkmöglichkeiten. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Pravčická brána (Prebischtor). Gleich am Ortsausgang befindet sich links eine Nationalparkinformationsstelle, an der Karten, schoene_Ferienhaeuser_Mezni_Louka_kleinKalender und Bilder verkauft werden und auf der rechten Seite eine Ferienhaussiedlung mit schicken Häusern. Der jetzt folgende Waldweg heißt Kozí Hřbet (Ziegenrücken), wird aber für diese Wanderung nur wenige Meter (ungefähr 100 Meter) genutzt. Dann steht rechts eine Tafel, die den Luchspfad beschreibt und ein Pfad führt in den Wald. Auf der Tafel kann man schnell erkennen, dass es sich eigentlich um zwei Pfade von 0,3 Kilometer und 0,8 Kilometer handelt. Luchspfad_TafelAuch wenn beide Pfade mit so einigen Stationen ausgestattet sind, so deuten die Zeitangaben von ½ – 1 Stunde für die kleinere Runde und 1 – 2 Stunden für die „größere“ Runde auf ein genüssliches Schlendern hin. Beide Pfade lassen sich perfekt miteinander verbinden und es entsteht ein netter kleiner Bogen.

Nachdem man den Pfad 100 Meter in den Wald gewandert ist, biegen links der kürzere und rechts der längere Weg ab. Wir haben die Runde nach rechts gewählt. Nacheinander tauchen hier die folgenden Stationen auf:

Station: Was wächst hier?
An dieser Station werden einige Pflanzen (Stieleiche, Vogelbeere, Waldkiefer, Brombeere usw.) aus dem Wald auf Tafeln vorgestellt und sind in der Nähe auch anzutreffen.
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Station: Das Waldhochhaus
Auf dem Fußboden der Station ist ein schlanker Baum abgebildet und in den einzelnen Höhen kann man dann passend die jeweils dort lebenden Tiere entdecken.
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Station: Unauffälliges im Wald
Hier kann man über drei unterschiedliche Vorrichtungen in den Wald blicken und dadurch Details entdecken, die man sonst einfach übersieht.
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Station: Spaziergang durch eine neue Wildnis
So ein Spaziergang über eine Hängebrücke macht nicht nur auf einem Spielplatz Spaß, sondern auch in der relativ steilen Fassung in der Natur.
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Station: Erholungszentrum im Wald
Dass hier genau für unsere Familie passend sehr schöne Liegestühle stehen ist wirklich perfekt.
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Station: Holzhusche
Sehr ungewöhnlich. In Tschechien darf man tatsächlich selber einen Baumstamm die Rinne hinunterschubsen.
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Station: Wald-Dendrophon
Es ist ziemlich überraschend, dass nicht nur die Länge, sondern auch die Holzsorte einen Einfluss auf den Klang hat.
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Station: Waldtümpel
Eine geniale Idee, nicht nur einen langweiligen Steg über den Tümpel zu bauen, sondern so ein nettes Kunstwerk anzulegen.
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Station: Olympische Spiele der Tiere
Hier darf man zwar nicht selber springen, aber sehr interessant sind die Sprungweiten schon. Sehr unterhaltsam ist der weiteste Springer: Mike Powel mit 8,95 Meter.
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Station: Leben in einer Baumhöhle
Die einzige Station auf der gesamten Runde, die schon ein wenig abgenutzt aussah.
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Station: Was geschieht unter der Rinde?
Tolle Station, die bestimmt richtig viel Arbeit war. Sehr anschaulich und trotzdem perfekt zum Spielen.
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Station: Unauffälliger Schmetterling
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Dann geht es auf dem kürzeren Pfad wieder zurück. Dabei wandert man dann entgegen der eigentlichen, vorgeschlagenen Richtung. Hier passiert man dann die folgenden Stationen:
Station: Waldpavillon
Da in dem schönen Pavillon gerade eine Gruppe Wanderer ihre Rast machte, gibt es kein Foto von dem Rastplatz.
Station: Spannweite der Flügel
Es ist beeindruckend, wie riesig manche der Vögel sind. Wenn man das Glück hat und mal z.B. einen Schwarzstorch von unten sieht, hat man keinerlei Größenvergleich und so scheint er knapp größer als eine Amsel. Hier kann man gut sehen, dass die Spannweite doch ein ganzes Stück größer ist.
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Station: Reise in die Vergangenheit
Ganz schön seltsam, wenn ein Walderlebnispfad des Nationalparks den Auerhahn als ausgestorben bezeichnet, aber gleichzeitig wegen diesem Tier der Grenzweg gesperrt ist.
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Station: Gedächtnis der Bäume
Diese Station sieht durch ihre Glasplatte sehr gut aus, aber ob das so ein paar Jahre hier draußen überlebt ist fraglich.
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Station: Spurensuche
Wie auch immer man die Fußabdrücke in die Bretter gemacht hat, es sieht besonders lustig beim Baummarder aus.
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Station: Barfuß wie die Tiere
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Station: Wieviel wiegen wir?
Das ist eine super Idee, das Gewicht der Tiere als kleine Fitnessübung zu verpacken. Jetzt weiß man auch als Erwachsener, warum bei einem Wildunfall die Fahrzeuge so verbeult aussehen.
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Station: Was schmeckt uns?
Überraschend war für uns, dass der Schwarzstorch als Nahrung Fische liebt. Bisher dachten wir eher an Frösche und andere Wiesenbewohner.
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Nach diesem kleinen Bogen geht es wieder auf dem Kozí Hřbet (Ziegenrücken) nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.

Diese Runde ist eher ein kleiner Spaziergang, der aber sehr gut dazu benutzt werden kann, die Kinder an die frische Luft zu locken und dabei noch eine Kleinigkeit von der Natur zu lernen. Natürlich lässt sich dieser Bogen auch ganz hervorragend in die Prebischtorrunde einbauen. Wenn sich der Nationalpark schon so viel Mühe gibt, dann sollte man so eine Stelle auch besuchen.

Kellertafel

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mir ein netter Leser unserer Webseite einen echten Brief – auf Papier, mit der Post! –  geschickt hat. Ich muss ehrlich zugeben, das habe ich noch nie erlebt und es hat mich wirklich gewundert und total erfreut. Der Brief bestand aus zwei gut beschriebenen Wanderungen, wovon diese Wanderung hier eine ist. Der Startpunkt befindet sich an der Kirche von Jetřichovice (Dittersbach). Vor der Kirche befindet sich ein mittelgroßer Parkplatz, auf dem ich bisher seltsamerweise immer einen Platz gefunden habe. Kirche_Dittersbach_Heiliger_Johannes_Nepomuk_kleinDie ersten Schritte der Wanderung führen zur Kirche hinauf und dann rechts neben der Kirche aus der Ortschaft hinaus. Neben der Kirche steht eine Tafel, auf der ein bisschen zur Kirche, dem Friedhof und dem Pfarrhaus erklärt ist. Etwas irritierend ist, dass dort steht, dass die Kirche 1992 – 93 erneuert wurde. Irgendwie kann ich mir das nur schwer vorstellen. Vermutlich ist eher eine Sanierung zu dem Zeitraum gemeint.

Knapp hinter dem Ortsrand hat man einen sehr netten Blick auf die Felsen Rudolfstein, Wilhelminenwand und Marienfelsen. Auf der linken Wegseite beginnt bald ein Wald, der sich rund um den unscheinbaren Michelův vrch, oder auch Vyhlídka genannt, (Michelsberg) erstreckt. Zwischen dem Gipfel und dem Feldweg befindet sich der Felsen Kočičí kostel (Katzenkirche). Vom Weg aus gesehen wirkt der Felsen nicht gerade besonders aufregend, aber wenn man am Ende der Wanderung nochmal auf den Michelův vrch (Michelsberg) blickt, sieht man, dass es sich um eine relativ hohe, freistehende tolle_Bank_Katzenkirche_kleinFelsnadel handelt, die schon was Besonderes ist. Es sieht ganz schön lustig aus, da der Felsen richtig nett aus dem Wald herausragt. Vollkommen platt war ich von der Holzbank, die gleich am Wegesrand steht. Irgendwie bin ich ja schon dran gewöhnt, dass die Rastplätze im Böhmischen einfach viel einladender als auf der deutschen Seite sind. Aber diese Bank hat so tolle Schnitzereien, dass man unweigerlich eine Rast einlegen muss.

Ganz wenige Meter (ca. 60 Meter) weiter steht wieder auf der linken Wegseite das Johanka-Michel-Flurkreuz. Kreuz_Peters_Wald_kleinAuch hier sieht man, dass fleißige Hände sich um die Pflege kümmern. Das Kreuz ist frisch saniert und auf der Vorderseite steht der Text: „Vaterlein deine Hunde empfehle ich meinen Geist 1819“. Hier war sich wohl jemand mit dem Text nicht ganz so sicher, denn eigentlich müsste es doch eher heißen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Aber vielleicht irre ich mich auch. Die Wanderung folgt in einem Bogen dem Weg und nach ¼ Kilometer geht es nach rechts am Waldrand weiter aufwärts. Bei diesem Weg handelt es sich um die Česká silnice (Böhmerstraße), einen uralten Verkehrsweg von Böhmen in die Lausitz. Nach ein paar hundert Metern (400 Meter) auf diesem Weg stand auf der rechten Wegseite das Fiedlerův kříž (Fiedlers Kreuz). Im Sommer 2016 haben davon aber nur noch zwei Sandsteinblöcke dort gelegen. Ich habe das Kreuz vor ein paar Jahren schon mal in einem besseren Zustand gesehen und gehe mal davon aus, dass es gerade zur Sanierung entfernt wurde. Hoffentlich.

Die Wanderung führt die nächsten 700 Meter auf fast gleichbleibender Höhe entlang und erreicht die kleine Nischenkapelle Kapelle_am_Gohlisch_kleinKaple na Kolišti (Kapelle am Gohlisch) mit einem wiederhergestellten Ölgemälde. Die Inschriften links und rechts der Nische sind „M.A. Kny“ und „J. Kny“ und unterhalb befindet sich die Jahreszahl 1840. Das Gemälde zeigt das Jüngste Gericht und hat mich wirklich wütend gestimmt. Irgendein Idiot hat mit einem Edding links unten deutschen Mist draufgeschrieben. Wie bekloppt ist der Mensch eigentlich, der mit einem schwarzen Stift wandern geht und dann die ordentliche Arbeit eines Malers so verschandelt. Es ist schon schlimm genug, mit einem Stift auf Geländern und Stangen herumzukritzeln, aber das geht eindeutig viel zu weit. Ich schäme mich dafür, dass ein deutscher Idiot so dreist ein Kulturgut missachtet und die Arbeit anderer beschädigt.

Ganz wenige Meter hinter der Kapelle befindet sich die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man nach rechts den Hang hinauf folgt. Der sogenannte Jubiläumsweg ist auf den ersten Metern durch 70 Höhenmeter etwas anstrengender, aber dann ist es ein sehr angenehmer Weg. Im Übergang von Aufstieg zu flachem Weg steht eine Tafel des Dittersbacher Lehrpfades, die nett erklärt, dass sich früher in der Schlucht eine Waldhusche (Rutsche für Baumstämme) befunden hat. Das kann man sich sehr gut vorstellen und die Stämme dürften gut was an Geschwindigkeit gewonnen haben. Auf dem horizontalen Wanderweg passiert man mehre Aussichten mit mehr oder weniger guten Blicken in Richtung des Rosenbergs. Nach 1 ½ Kilometern auf dem roten Strich erreicht man eine Stelle namens Pohovka (Kanapee). Hier steht seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, eine Bank und heutzutage ist es wieder mal eine Bank, die ihrem Namen alle Ehre macht. Es ist ein richtig langes Exemplar mit Schnitzereien. Gedenktafel_Kessler_kleinLeider gibt es kein ordentliches Foto davon, weil immer schon irgendjemand darauf saß, wenn ich vorbeigekommen bin. Wenn man nach rechts ein paar Meter (140 Meter und 25 Höhenmeter) den Hang hinabsteigt, erreicht man eine Gedenktafel an Rudolf Georg Kessler. Er ist Oberförster, Erbauer der gerade begangenen Forststraße und Ehrenbürger von Dittersbach gewesen.

Die Wanderung geht aber wieder hinauf zum Pohovka (Kanapee) und dann geradeaus ohne Wanderwegmarkierung oder Wegweiser weiter. Schon nach etwas mehr als  ½ Kilometer auf dem bequemen Forstweg erreicht man einen breiten Waldweg auf der rechten Seite. Der Waldweg wird Königsteichgrund genannt und ist angenehm zu wandern. Ich glaube, dass sich hier nur sehr wenige Wanderer hinein verirren. Meistens dürfte es noch der Jäger sein, da nach ein paar hundert Kreuz_Storms_Kinder_kleinMetern eine Wildfütterung auftaucht. Knapp oberhalb dieser Futterkrippe ist auf der linken Hangseite ein Kreuz mit der Jahreszahl 1855 zu sehen. Dabei handelt es sich um eine traurige Stelle, an der zwei Kinder sich verirrt haben und eins dadurch gestorben ist. Beide hießen mit Familiennamen Storm (wobei sie aus unterschiedlichen Familien gestammt haben sollen) und deshalb wird die Stelle Stormovy děti (Storms Kinder) genannt.

Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg zurück und dann nach rechts für 800 Meter den Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) weiter. Dann erreicht man den Radweg 3029. Eigentlich würde die Wanderung nach rechts weiter gehen, aber da das Ziel dieser Wanderung ist, möglichst viele der Kleindenkmale in dem Gebiet anzusehen,  geht es zuerst mal nach links weiter.

Der Weg durch den Velký Mokrý důl (Großen Nasser Grund) ist sehr angenehm zu wandern und obwohl es einer der gut ausgebauten Radwege ist, begegnen einem nur selten Radfahrer. Schon eher sind es diese großen Treträder, die man oben in Balzhütte ausleihen kann. Die Wanderung erreicht nach einem ¾ Kilometer die Triefbartel_kleinČeská silnice (Böhmerstraße) und hier geht es 50 Meter nach links. Hier befindet sich eine weitere Nischenkapelle mit dem Namen Triefbartel. In der Nische steht heutzutage ein Bild mit der Krönung der Jungfrau Maria. Unterhalb der Nische stehen mehrere Nameskürzel (Jos R, St R, Joh R und NC) und darüber ist die Jahreszahl 1861 eingemeißelt.

Die Wanderung führt wieder zurück auf dem Radweg 3029 und nach dem bekannten ¾ Kilometer über die Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) hinweg in den Táborový důl (Lagergrund). Etwas mehr als einen Kilometer hinter der Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) biegt nach rechts eine deutlich sichtbare, breite Schlucht ab. Im Sommer 2016 standen eine Vielzahl an kleinen Fichten, Tannen und Kiefern in der Schlucht namens Medvědí díry (Bärenlöcher). Nach ein wenigen Metern (höchstens 130 Meter) gabelt sich die Schlucht und es geht nach rechts weiter. Dann wird es etwas feuchter und man erreicht einen Felsabsatz von ungefähr 2 Meter Höhe. noch_intakte_Holzleiter_kleinHier stand bis im Sommer 2016 eine Leiter. Irgendwie erschien mir das Exemplar schon ziemlich marode und deshalb bin ich links an der Wurzel hochgeklettert. Bis ganz oben kam ich aber so nicht, deshalb bin ich doch noch rüber auf die vorletzte Sprosse getreten. Rasend schnell war ich wieder unten und meine Hose hatte ein riesiges Lüftungsloch. Jetzt stehen dort leider nur noch zwei halbe Leitern – eine rechte und eine linke Hälfte… Ohne Leiter erschien mir der Absatz als unüberwindbar, aber ein paar Meter den Grund zurück befindet sich an der linken Seite eine schmale Spalte, durch die man ganz gut aufsteigen kann. Schon ist die blöde Stelle umgangen und man kann die letzten paar Meter (ca. 150 Meter) in der Schlucht aufsteigen. Kellertafel_kleinDie Gedenktafel an Rudolf Keller befindet sich an der rechten hinteren Felswand. Normalerweise kann man die Schrift nicht ganz so gut erkennen, aber für das Foto habe ich sie mit Kreide nachgezeichnet. Herr Keller ist im Frühjahr 1899 verschwunden und bei den Zahlen unter dem Namen handelt es sich um den Tag, an dem die Leiche gefunden wurde (26.9.1899). Es wird vermutet, dass Herr Keller von Wilderern getötet wurde.

Für die weitere Wanderung muss man wieder aus der Schlucht heraus bis auf den bekannten Radweg 3029 bzw. Táborový důl (Lagergrund). Auf diesem asphaltierten Weg geht es nach links zurück, bis nach etwas weniger als einem Kilometer rechts der Balzgrund abgeht. Diesem gut ausgebauten Waldweg wird ganz leicht aufsteigend gefolgt, bis nach 300 Metern rechts ein Pfad abbiegt. Dieser heißt Kramářův důl und ist ein netter kleiner Weg, der erst ganz am Ende etwas schwieriger wird. Auf dem ersten ½ Kilometer ist das Maximum an Schwierigkeit der etwas matschige Untergrund und dann kommt ein Anstieg, bei dem nicht die Steigung, sondern eher die Wegfindung das Problem ist. Zwischendurch gabelt sich die Schlucht und hier empfiehlt es sich, die rechte Seite zu nehmen. Solange man aufsteigt, ist man aber immer auf dem richtigen Weg und man landet automatisch auf dem Weg zwischen der Panenská jedle (Jungferntanne) und Na Tokání (Balzhütte). Markiert ist dieser breite Waldweg mit dem blauen Strich blauer Strich und wird nach rechts weiter gewandert. Felsen_mit_Gedenktafel_Neumann_kleinSchon in dem nächsten Grund auf der rechten Seite liegt eine größere Felsmurmel, an der eine kleine Granittafel mit der Inschrift  „Dem Andenken an unseren lieben Gatten u. Vater Johann Neumann Holzschläger aus Dittersbach, welcher hier am 5. Dez. 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tötlich Verunglückte.“ abgebracht ist.

Nach insgesamt einem Kilometer erreicht man das erste Haus der Siedlung Na Tokání (Balzhütte). Kreuz_Balzhuette_kleinHier steht auf der linken Seite ein gut gepflegtes Kreuz und das Haus beinhaltet eine Gaststätte, in der man ganz hervorragend zu sehr angenehmen Preisen essen kann. Die Siedlung besteht aus nur drei größeren Häusern. Schwimmbecken_Balzhuette_kleinDem mittleren Haus gegenüber versteckt sich etwas sehr Ungewöhnliches. Wenn man über die Wiese und dann den gut sichtbaren Pfad entlang ein paar Meter hochsteigt, erreicht man ein Schwimmbecken im Sandsteinfelsen, das zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr gefüllt wurde, aber trotzdem eigentlich schön aussieht.

Die Wanderung geht weiter auf dem blauen Strich auch noch am letzten (eigentlich ist es eher das erste) Haus vorbei. Auch hier ist eine Gaststätte drin, in der man gut einkehren kann. Rollerverleih_Balzhuette_kleinGleich am Wegrand befand sich im Sommer 2016 eine Roller-Ausleihstation. Genau solche großen Roller waren mir schon im Táborový důl (Lagergrund) begegnet und die Fahrer sahen so aus, als ob sie einen riesigen Spaß hätten. Das Lustigste ist, dass man die Strecke nur abwärts fährt und dann irgendwie (Bus oder Shuttleservice) wieder hoch kommt. Zur blauen Wanderwegmarkierung stößt knapp hinter Na Tokání (Balzhütte) der gelbe Strich gelber Strich hinzu. Kurz danach biegt der blaue Strich links ab, aber wir folgen dem gelben bis zum nächsten Rastplatz in einem Kilometer Entfernung.  Hier zweigt nach rechts der Zugang zum Rudolfův kámen (Rudolfstein) ab. Von dem Rastplatz bis zum Felsfuß sind es 400 Meter und dann geht es mit einer leichten Klettereinlage hoch bis zur Aussicht bzw. der Schutzhütte. Oelgemaelde_Fuerst_Rudolf_Kinsky_kleinDer Rundumblick von hier oben ist wirklich toll. Sehr amüsant sind zwei Bilder in der Hütte, die meiner Ansicht nach gestempelt sind. Das eine ist eine Libelle und das andere eine Bärentatze. In einer Ecke der Hütte hängt auch noch ein sehr gelungenes Ölgemälde von Fürst Rudolf Kinský (1802 – 1836).

Nun geht es den gleichen Weg zurück bis zu dem Rastplatz. Jetzt folgt man dem roten Strich roter Strich weiter geradeaus. Der Weg ist ziemlich angenehm zu wandern und gleich an mehreren Stellen kann man sehen, dass dem Komfort der Strecke ganz schön nachgeholfen wurde. Mehrmals ist der Felsen so entfernt worden, dass ein bequemes Vorwärtskommen möglich ist. Nach einem ¾ Kilometer weist ein Schild auf die Vilemínina stěna (Wilhelminenwand) hin. Oelgemaelde_Fuerstin_Wilhelmine_Kinsky_kleinAuch wenn es eine ganz ähnliche Stelle wie der Rudolfův kámen (Rudolfstein) ist, so kommt man so einfach zu der Aussicht, dass man sie einfach nicht auslassen sollte. Die Aussicht ist nach Fürstin Wilhelmine Kinský (1804 – 1870) benannt, sie war die Ehefrau des eben schon erwähnten Fürsten Rudolf Kinský. Von dieser Aussicht kann man sehr schön nach links auf den Mariina skála (Marienfelsen) und geradeaus nach Jetřichovice (Dittersbach) und den Rosenberg blicken. Die verbrannten Bäume am Mariina skála (Marienfelsen) sehen sehen noch ziemlich hässlich aus, aber man kann schon sehr gut die neue Vegetation sehen und auch die vielen unterschiedlichen Bäumchen.

Genau dorthin soll es als nächstes gehen und so muss man zuerst die paar Meter wieder zurück Balzers_Lager_kleinbis auf den markierten Wanderweg (roter Strich roter Strich) und dann nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern geht es ein paar Höhenmeter hinunter und man erreicht eine Stelle namens Balzerovo ležení (Balzers Lager). Eigentlich ist es nichts anderes als ein überhängender Felsen, aber man kann gleich Rastplatz_Balzers_Lager_kleinmehrere uralte (aus z.B. den Jahren 1632 und 1856) Inschriften im Felsen finden und zwei wunderbare Sitzplätze. Die Wanderung geht noch ein paar hundert Meter weiter, bis nach rechts der Weg zur letzten Aussicht des Tages, hoch zum Mariina skála (Marienfelsen) abbiegt. Die Aussicht wird über ein paar viele Stufen erreicht. Das war für mich etwas ungünstig, da meine Hose ja am Hintern zerrissen war und wenn man dann die Stufen hochgeht, sieht das für die nachfolgenden Wanderer sehr unterhaltsam aus. Aber für den Blick vom Felsen herunter muss man so etwas schon mal in Kauf nehmen.

Für das letzte Stück der Wanderung geht es wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich nach rechts weiter. Der Abstieg ist relativ schnell geschafft Kindererholungsheim_Dittersbach_kleinund man passiert noch das ehemalige Kindererholungsheim (das im Sommer 2016 immer noch leer steht). Schon ist man wieder am Anfangspunkt der Wanderung in Jetřichovice (Dittersbach) angekommen. Die Wanderung ist auf jeden Fall die Runde mit den meisten Zwischenstopps, was man auch an der Länge der Beschreibung gut sehen kann. In meinem Fall hat mir die Wanderung ein paar Minuspunkt durch den Zusammenbruch der Leiter beschert, aber dafür bin ich dann auch gleich wieder bei der Näherin für Outdoor-Bekleidung (www.kalhoty-kb.cz) in Chřibská (Kreibitz) vorbeigefahren und habe mich mit drei neuen Wanderhosen ausgestattet. Die Schneiderin und ihr Mann haben ganz schön amüsiert geschaut, als sie meine Rückseite sahen.

Burg Fredewald

Nachdem ich mal wieder gemeint hatte, dass ich es besser könnte als einer meiner netten Hinweisgeber, musste ich die Wanderstrecke dann doch wenigstens in Teilen noch einmal wiederholen. In diesem Fall ist es die Wanderstrecke Lehrpfad Kaltenberg. Ein Leser hatte mir die Empfehlung für die Strecke geschickt und ich hatte unterwegs beschlossen, konsequent auf dem Lehrpfad zu bleiben. Damit war ein häßliches Stück Wanderung auf einer böhmischen Landstraße enthalten, was in der Ursprungsempfehlung mit genau dieser Wanderung umgangen worden wäre. Also kommt hier die Erweiterung zu dieser Runde, die aber auch als separate Runde sehr empfehlenswert ist.

Der Startpunkt liegt unterhalb der Burg Fredewald an der Straße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Mlýny (Hillemühl). Von dem Parkstreifen geht es über die kleine Brücke der Kamenice (Kamnitzbach) auf die gegenüberliegende Bachseite. Zuerst wandert man noch ein paar wenige Meter horizontal, bis rechts hinten der gut sichtbare Waldweg aufsteigt. Wasserwerk_am_KamnitzbachGenau an dieser Stelle kann man links ein paar Meter neben dem Weg eins der alten Wasserwerke entdecken. In diesem Fall ist es das schönste in dem gesamten Bereich. Der Aufstieg erfolgt über 350 Meter und 80 Höhenmeter. Dann erreicht man einen Bergsattel, von dem man schon mal einen netten Blick auf der anderen Seite hinunter hat. Die Wanderung geht nach links (vom Aufstieg aus gesehen) weiter. Ausgeschildert ist der rote Pfeil und der Herdstein und Střední vrch (Mittenberg). Nach ½ Kilometer erreicht man ein Schild mit dem Namen Herdstein. Das komische ist, dass sich dieser vollkommen uninteressante Berg gar nicht an dieser Stelle, sondern ½ Kilometer nördlich befindet. Wenn aber jeglicher Hügel in Tschechien inzwischen einen tschechischen Namen hat, aber der Herdstein immer noch Herdstein heißt, dann ist das vermutlich auch schon ein Zeichen, wie uninteressant der Hügel ist. Viel besser ist der Střední vrch (Mittenberg) und deshalb geht es schräg rechts weiter. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man eine Abstieg_Mittenberg_kleinKreuzung, an der man nach rechts weiterwandert. Schon bald fällt auf der linken Wegseite ein seltsamer Geröllhang auf, über den ein Pfad nach oben steigt. Der Untergrund besteht aus Basaltsteinen und deshalb sollte man bei feuchtem Wetter besonders aufmerksam sein. Nach 30 Höhenmetern ist auch schon der Aussicht_Mittenberg_kleinGipfel des Střední vrch (Mittenberg) erreicht und das Beeindruckenste ist die perfekte Rundumsicht ohne einen einzigen störenden Baum. Man kann wirklich gut in das Lausitzer Gebirge, die Sächsisch-Böhmische Schweiz und das Böhmische Mittelgebirge blicken.

Also wir dort oben gewesen sind, hat es ordentlich gepfiffen und deshalb war es nicht ganz so das Vergnügen und wir haben uns schnell wieder davongemacht. Am Ende des Auf- bzw. Abstieges geht es schoener_Rastplatz_Mittenberg_kleinnach links. Schon bald passiert man einen dieser gut gepflegten Rastplätze und nach insgesamt 200 Metern geht es rechts weiter. An der Stelle haben wir uns gut amüsiert, da ich die Wanderung als Weg für das Navigationssystem erhalten hatte und genau an dieser Stelle hat sich unser Ideengeber für diese Runde um ein Ministück verlaufen. Genau diesen Schlenker sind wir damit dann auch gewandert. In meinem aufgezeichneten Track ist jetzt aber diese Minischleife herausgelöscht. Nach 150 Metern geht es nochmal nach rechts und dann an der nächsten Möglichkeit (ca. 250 Meter) links herum. Abstieg_Hillemuehl_kleinAb hier wandert man auf einem abfallenden Waldweg bis runter nach Mlýny (Hillemühl). Der Weg ist angenehm zu gehen und man erreicht die Hauptstraße kurz hinter dem westlichen Dorfrand. Dieser Straße folgt man nach links für 200 Meter, um dann nach rechts auf die Straße hoch zur Kreuzbuche abzubiegen. Auch wenn die Straße asphaltiert ist, so trifft man nur ganz selten Fahrzeuge an. Das ist auch als Autofahrer ganz angenehm, da zwei Autos hier nur schwer aneinander vorbei können. Die Straße wird etwas mehr als ½ Kilometer aufwärts gewandert, um dann an der ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Hier wandert man auf einem netten Waldweg für zwei Kilometer mit einer leichten Steigung aufwärts. Ganz kurz vor der hässlichen Landstraße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Kytlice (Kittlitz) erreicht man einen Waldweg, dem man nach links folgt. Nach ein paar hundert Metern (ca. 400 Meter) stößt die rote Wanderwegmarkierung roter Strich hinzu, auf der es weiter geradeaus geht. Der Waldweg fällt ins Tal der Kamenice (Kamnitzbach) ab und eigentlich ist es ganz schön ungewöhnlich, dass sich hier unten früher eine Burg befunden hat. Kurz bevor man nach links in den untersten Teil des Abstiegs abbiegt, befindet sich geradeaus eine große Informationstafel zur Burg Fredewald. Leider ist die Tafel nur in Tschechisch geschrieben, aber es gibt zur Geschichte der Burg netterweise eine Wikipedia-Seite (de.wikipedia.org/wiki/Burg_Fredevald). Wenn es tatsächlich stimmt, dass die Mauer_Burg_Fredewald_kleinBurg schon 1440 erobert und dann zerstört wurde, dann ist es wirklich sehr verwunderlich, dass man noch so viele Spuren entdecken kann. So befindet sich gleich links vom Aufstieg eine große Mauer mit einem Fenster. Auf der rechten Seite ist eine Art Wall von einer ursprünglichen Mauer zu entdecken. Diese beiden Teile gehörten zum unteren Teil der Burg. Aussicht_Burg_Fredewald_kleinDer Aufstieg erfolgt über einen Pfad, der zwischendurch sogar eine Kette als Handlauf hat. Diese Hilfe benötigt man aber nur, wenn der Untergrund Aussicht_von_Burg_Fredewald_kleinnass ist und damit die Basaltsteine rutschig werden. Auf dem Gipfel befindet sich eine überraschende Aussicht, von der man schön in die bewaldete Landschaft und hinüber zur Ortschaft Kamenice (Kamnitz) blicken kann. Dadurch, dass der Gipfel ziemlich weit unten im Tal der Kamenice (Kamnitzbach) liegt, erwartet man eigentlich keine nennenswerte Aussicht.

Die letzten paar Meter dieser Wanderung führen auf der roten Wanderwegmarkierung bis zum Bach hinunter. Hierbei muss man ein kurzes Stück durch eine Senke abwärts wandern und bisher Basalt_Burg_Fredewald_kleinwar diese Stelle immer feucht und matschig. Es ist immer wieder unterhaltsam, wenn Besucher nur einen kurzen Abstecher zu einer Attraktion (in diesem Fall das Gelände der Burg Fredewald) unternehmen und dabei dann Schuhwerk anhaben, dass mehr für ein Einkaufscenter geeignet wäre. An dem Start- bzw. Endpunkt angekommen, kann man die riesigen Basaltsäulen von Fredewald bestaunen. Sehr ungewöhnlich sieht aus, dass die Säulen zuerst vertikal aus dem Boden herauswachsen und dann in die Horizontale abgebogen sind.

Die Runde ist eine nette Wanderung mit gleich mehreren Aussichten, angenehmer Ruhe und mindestens der Attraktion der Burgruine. Das einzige Manko an der Runde ist, dass sie doch ein ganzes Stück von der eigentlichen Sächsischen Schweiz entfernt liegt. Damit ist die Anreise schon ziemlich lang. Was wir auf jeden Fall noch empfehlen können, ist auf dem Nachhauseweg einen Abstecher zu dem kleinen Wander- und Klettershop (www.kalhoty-kb.cz) an der Kreuzbuche zu unternehmen. Hier schneidert eine Dame mit ihrer Tochter Bekleidung für den Freizeitbereich. Die Anziehsachen sind wirklich sehr gut und durchdacht verarbeitet und dazu noch zu einem angenehmen Preis.

Windmühle

Seit einigen Jahren sind mir bei dem Weg durch die Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) immer wieder die kleine Brücke und der Wegweiser nach Janov (Jonsdorf) aufgefallen. Irgendwie kam mir das immer seltsam vor, denn meiner Vorstellung nach musste noch ein Tal dazwischen liegen. So etwas muss untersucht werden. Als guter Startpunkt bietet sich der Parkplatz am unteren Ende der Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) an. Von hier geht es so einigermaßen angenehm die Schlucht aufwärts. Schon nach wenigen Metern Aufstieg kann man im Bachlauf noch Spuren Kaiserbank_Duerrkamnitzklamm_kleinder ehemaligen Dürrkamnitzmühle (1793 – 1882) entdecken. Ähnlich versteckt befindet sich auf der linken Bachseite (von unten gesehen) einer der vielen Bunker der Schöberlinie aus dem Jahre 1938 und auf der rechten Wegseite eine Bank aus dem Jahre 1908. Diese Bank sollte an das 60jährigeThronjubiläum von Kaiser Franz Joseph erinnern und deshalb wird der Weg auch Kaiserweg genannt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung.
Wir hatten bei der ersten Wanderung den Weg nach rechts ausgewählt, da wir an der linken Fichte die Wegmarkierung und den Wegweiser nicht gesehen haben. Wenn man dieser gelben Wegmarkierung folgt, geht es sehr angenehm durch einen ruhigen Wald und dann in die Senke des Erbischbach_ehemaliger_Staudamm_kleinJanovský potok (Erbischbach). Hier fallen ein paar dicke Rohre und Reste einer Staumauer auf. Der Aufstieg endet bei ein paar Wochenendhäusern. Hier folgt man nach rechts der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich und erreicht bald den Ortsrand von Janov (Jonsdorf) und damit die ehemalige Windmühle.
Wer an der besagten Kreuzung nach dem Aufstieg aus dem Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) nach rechts wandert, wird ein toll saniertes Wegkreuz und ein typisches Böhmisches Dorf entdecken. Beide Wegvarianten sind lohnenswert. Der Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kleine_Bruecke_Duerrkamnitzklamm_kleinKamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts auf einem gut ausgebauten Waldweg weiter geht. seltsame_Garage_kleinDer Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Leider geht jetzt das nächste Stück dieser Wanderung nach links auf der Straße entlang. Die ist zwar nur eine Verbindungsstraße zwischen zwei kleineren Ortschaften, aber meistens versuchen wir, Straßen auf Wanderungen zu meiden. In diesem Fall lässt es sich aber nicht vermeiden, da zwischen dem gerade begangenen Waldstück und der Ortschaft Janov (Jonsdorf) schoenes_Wegekreuz_vor_Jonsdorf_kleineine ordentliche Senke (Janovský potok – Erbischbach) liegt, die anscheinend von keinem einzigen Waldweg durchkreuzt wird. Nach ein paar hundert Metern auf der Straße erreicht man ein altes Kreuz, von dem der obere Teil in den letzten Jahren toll renoviert wurde.
Die Straße führt über eine Brücke, an der wir wirklich gestaunt haben. Als wir die Wanderung unternommen haben, war die Straße bis zu der Brücke schneefrei. Kurz vor der Brücke macht die Straße einen kräftigen Linksknick und auf der Brücke war eine ordentliche Eisschicht. Da staunt man als Autofahrer bestimmt nicht schlecht, wenn die Geschwindigkeit der Witterung doch nicht ganz so angepasst war, wie es eigentlich sein sollte. Knapp hinter der Brücke erreicht man das Ortseingangsschild von Janov (Jonsdorf). Ganz ähnlich wie mit dem winterliche_Kappele_Jonsdorf_kleinKreuz am Straßenrand ist es im Zentrum von Janov (Jonsdorf) mit der kleinen Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers. An der Kapelle befindet sich ein kleines Schild, das ein paar wenige Eckpunkte über die Geschichte berichtet. Am unteren Rand kann man dann auch lesen, wer der Geldgeber für die Sanierung war: Europäischer Fond für regionale Entwicklung, Investition in Ihre Zukunft. Es gibt aus unserer Sicht wirklich blödsinnigere Möglichkeiten, das Geld der EU zu versenken und so kann man sich an den erhaltenden Maßnahmen erfreuen, die hier in den letzten Jahren ergriffen worden sind.
Knapp hinter der Kapelle und vor der Gaststätte verlässt die Wanderung die Hauptstraße und biegt nach links ab. Hinter der Gaststätte verläuft die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man nach links winterlicher_Teich_vor_Windmuehle_kleinaus der Ortschaft heraus folgt. Am Ortsrand fällt zuerst ein gut gepflegter Teich auf, der im Sommer auch immer wieder gerne von Kindern zum Toben benutzt wird. winterliche_Muehle_Jonsdorf_kleinGleich dahinter steht eine alte Windmühle, die heutzutage als Ferienhaus genutzt wird. Leider hat das Gebäude keine Windflügel mehr, aber auch so sieht es immer noch sehr schön aus und ist für die Sächsische und Böhmische Schweiz eine Besonderheit. Wie in jedem Landstrich musste natürlich auch hier gesägt und gemahlen werden, aber dies geschah in der Gegend mehr mit Wasser- als mit Windkraft. Uns sind nur noch drei Standorte von Windmühlen bekannt. Die zwei noch erhaltenen Gebäude in Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) und dann der ehemalige Standort bei Struppen. Im Bereich von Růžová (Rosendorf) sollen noch drei weitere Windmühlen gestanden haben, die uns aber noch unbekannt sind. Die Windmühle in Janov (Jonsdorf) wurde im Jahre 1844 gebaut und bis zum Kriegsende als Mühle und Wohnhaus benutzt. Danach verfiel sie und sollte eigentlich abgerissen werden. Zum Glück hat dann aber der Besitzer gewechselt und das Gebäude ist wieder aufgebaut worden.
Von der Ortschaft kommend, führt die Wanderung an der rechten (also nördlichen) Seite der Windmühle vorbei und dann Spielzeugwelt_Hresnko_kleinan einem Feldrain entlang. Nur auf dem Feld und die ersten paar Meter im Wald ist der Weg noch relativ breit und geht dann in einen netten Waldweg über, der hinunter zur Aussicht oberhalb Hotel_Labe_Hrensko_kleinvon Hřensko (Herrnskretschen) führt. Der Wegverlauf ist durch die gelbe Wanderwegmarkierung sehr einfach zu finden und die Aussicht auf das Gewusel in der Ortschaft sehr unterhaltsam. Natürlich sind auch die Aussichten in das Tal der Kamenice (Kamnitz) und der Elbe ganz nett. Von hier oben sieht alles im Tal irgendwie wie Spielzeugeisenbahn aus.
Der Abstieg führt an der Hangseite der Elbe über ein ziemliches Zickzack abwärts und man erreicht die Weihnachtsbaum_Hrensko_kleinTalsohle an dem Parkplatz vor der Nationalparkinformation. Hier steht in den Adventswochen ein wirklich riesiger Weihnachtsbaum, mit sehr bunten und flackernden Lichtern. Auch wenn ich eigentlich solche Lämpchen auf einem Weihnachtsbaum überhaupt nicht mag, sieht es hier wirklich schön aus und auch unsere Kinder waren davon wirklich angetan, als ich noch mal im Dunkeln mit ihnen hierher gefahren bin. Das letzte Stück (1 ¼ Kilometer) der Wanderung führt auf dem Bürgersteig nach links (also Elbeaufwärts).
Dadurch, dass die Runde zwei Varianten enthält kann sich jeder selber überlegen, worin man selber den Schwerpunkt legt. Wenn man lieber eine ruhigere Waldwanderung unternehmen möchte, dann kann man links herum gehen und wen es nicht stört, dass es ein Stück auf einer ruhigen Landstraße entlang geht, der kann rechts herum wandern und hier bietet sich natürlich auch noch ein Abstecher in eine der Gaststätten in Janov (Jonsdorf) an.

Lehrpfad Kaltenberg

Nachdem ich eine Runde über den Studenec (Kaltenberg) beschrieben hatte, tauchte ziemlich schnell daraufhin eine Mail von einem Leser auf, dass er eine andere sehr schöne Runde im Bereich des Kaltenbergs unternommen hätte. Netterweise waren an der Mail auch gleich noch die aufgezeichneten GPS-Daten und so habe ich mich noch mal auf den Weg gemacht.
Der Startpunkt dieser Runde liegt am Rastplatz U Křížového buku (An der Kreuzbuche) an der Straße zwischen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) und Chřibská (Kreibitz). Hier findet man einige Informationstafeln über die Verteidigungslinie der Tschechoslowakei gegenüber Deutschland. Die sogenannte Schöberlinie ist zwar niemals zum Einsatz gekommen, aber trotzdem fallen die Befestigungsanlagen auch so viele Jahre nach dem Krieg immer noch im Wald auf. So auch auf dieser Wanderung. Bunker_An_der_Kreuzbuche_kleinVon dem kleinen Parkplatz geht es über die Landstraße hinweg und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich hinterher. Schon nach wenigen Metern steht knapp rechts neben dem Waldweg einer der Bunker der Schöberlinie. In Tschechien gibt es kaum einen Bunker, den man nicht betreten kann, aber irgendwann wird es langweilig, da fast alle der Bunker der Schöberlinie das gleiche Baumuster haben.
Die rote Markierung biegt nach ungefähr ½ Kilometer ab, die Wanderung bleibt aber auf dem gut ausgebauten Waldweg. Schon bald steht neben dem Weg eine Erklärungstafel zum Thema Eichen. Die Tafel ist zweisprachig und enthält eine kleine Übersichtskarte eines Lehrpfades. Erst durch diese kleine Karte ist mir aufgefallen, dass der empfohlene Wanderweg fast genau die Strecke des Naturlehrpfades ist. Dadurch ist jetzt die weitere Orientierung überhaupt kein Problem mehr, da der Lehrpfad netterweise mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich gekennzeichnet ist. Hinter der Tafel Nr. 8 mit den Eichen erreicht man schon bald die Tafel Nr. 9, die über das kleine, eingezäunte Naturschutzgebiet mit einer Pflanze namens Mondviole (im Gartenbereich häufiger Silberblatt genannt) informiert. Da Wildtiere, besonders Hirsche, die Pflanze sehr gerne fressen, ist für die Wachstumszeit ein Zaun um den 5 Hektar großen Bereich gezogen worden. In den restlichen Zeiten sind die beiden Tore geöffnet.
Die Wanderung geht weiter auf dem hervorragend ruhigen Waldweg und passiert bald eine der riesigen Futterkrippen und dazu passend die Erklärungstafel Nr. 10. Auf der Tafel wird erklärt, dass es im Bereich des Kaltenbergs 250 Gämsen geben soll, die in den Jahren 1907 und ’08 aus den Alpen hier angesiedelt wurden. Auch wenn diese Tiere eigentlich in den baumlosen Gegenden leben, sollen sie sich auf den hubbeligen Hängen recht wohl fühlen und die Anzahl der Tiere muss von Jägern reglementiert werden. Schon bald erreicht die Wanderung eine Kreuzung mit einem schönen Rastplatz und einem schicken Wegweiser. Hier verlässt der Lehrpfad den gut ausgebauten Waldweg nach links und es geht leicht ansteigend den Černý vrch (Schwarzer Berg) hoch. Auf diesem Teilstück steht die Tafel Nr. 11, die die Gemeine Esche mit den beiden Typen Auen- und Bergesche erklärt. Der Waldweg tritt knapp vor dem Studenec (Kaltenberg) aus dem Wald auf eine Wiese heraus. Der Lehrpfad führt schräg nach rechts über die Wiese und am unteren Rand des Studenec (Kaltenberg) befindet sich die Tafel Nr. 12. Hier werden der Bewuchs und die Schuttfelder der Hänge erklärt. Turm_auf_dem_Kaltenberg_kleinDer Aufstieg hoch auf den Studenec (Kaltenberg) ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas anspruchsvoller. Einerseits ist der Berg mit seinen 737 Metern schon relativ hoch, der Basaltuntergrund ist bei feuchter oder Blick_vom_Kaltenbergturm_kleinverschneiter Witterung nicht gerade wanderfreundlich und zu guter Letzt hat der Name etwas mit kalt zu tun. Durch seine Höhe pfeift hier schon mal ganz ordentlich der Wind und spätestens auf dem Aussichtsturm kann man sich im durchgeschwitzten Zustand eine nette Erkältung einfangen. Kiste_Gipfelbuch_Kaltenberg_kleinSo habe ich es auf der Runde geschafft. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg sehr, da man mit dem Blick von dem Turm und der Aussicht an dem Schuttfeld entschädigt wird. Gleich am Turm befindet sich eine sehr stabile Eisenkiste, in der sich ein Gipfelbuch befindet. In ihm wird auch erklärt, warum der Turm bei der Rekonstruktion nicht erhöht wurde (technisches Baudenkmal) oder der Wald nicht für eine bessere Rundumsicht freigeschnitten wurde (Naturreservat). So ist die Aussicht vom Turm in östliche Himmelsrichtung ziemlich eingeschränkt.
Gleich an dem Schuttfeld befindet sich die Tafel Nr. 13, die das Leben in dem Geröllfeld beschreibt. Die Wanderung führt den kompletten bekannten Weg bis zur Wiese wieder zurück und dann dem Lehrpfadsymbol weiter hinterher. Der Weg passiert das obere Ende von Líska (Hasel) und folgt der Ausschilderung Zlatý vrch (Goldberg). Auf dem Weg zu diesem sehenswerten Berg passiert man einen Gedenkstein an die 1757 gefallenen Soldaten des Siebenjährigen Kriegs. Balsaltsaeulen_Goldberg_kleinDer Aufstieg hoch zum Zlatý vrch (Goldberg) ist sehr einfach und hier oben erklärt die Tafel Nr. 14, wie sich die tollen Basaltsäulen gebildet haben. Die Wanderung führt einmal über die Abbauterrasse des Zlatý vrch (Goldberg) und dann auf der gegenüberliegenden Seite abwärts. Hier ist der Weg nicht besonders gut ausgeschildert, aber grundsätzlich geht es abwärts und nach ¼ Kilometer im spitzen Winkel weiter. Gleich an der Spitzkehre steht rechts vom Weg oder auch im Windschatten des Zlatý vrch (Goldbergs) der vollkommen unscheinbare Stříbrný (Silberberg). Dieser Berg macht eher den Eindruck, als ob er eigentlich zum Zlatý vrch (Goldberg) gehört und vermutlich ist es auch nur eine andere Stelle, an der die Lava ausgetreten ist. Die beiden Gipfel sind ziemlich genau ¼ Kilometer voneinander entfernt.
Der Weg führt noch über ein Stück Wiese und endet dann auf einer dreispurigen Straße. Vermutlich war es den Erstellern des Lehrpfades so peinlich, einen Wanderweg über so eine Straße zu legen, dass sie gleich mal die Wanderwegmarkierung weggelassen haben. Man muss 350 Meter nach rechts auf dieser wirklich hässlichen Straße wandern, um dann nach links in den Wald abzubiegen. Der abfallende Waldweg ist im Gegensatz zu der Straße dann wieder ein Genuss. Nach ½ Kilometer stößt zu dem Lehrpfad, der kurz hinter der Straße auch wieder markiert ist, die Wanderwegmarkierung roter Strich dazu. Ziemlich überraschend kommt kurz vor der Talsohle ein Hinweis auf die Sehenswürdigkeit Pusty Zamek (Wüstes Schloss oder auch Burg Fredevald genannt). Am Felsfuß befindet sich eine große Informationstafel Mauer_Burg_Fredewald_kleinund interessant ist, dass hier auf der linken Wegseite noch eine massive Mauer mit einem Fenster steht. Der Aufstieg erfolgt über einen kleineren Pfad, der nicht besonders Aussicht_Burg_Fredewald_kleinschwierig ist und zur psychischen Unterstützung eine Kette als Handlauf bietet. Obwohl der Felsen eigentlich hier unten im Tal steht, gibt es eine wirklich nette Aussicht in westliche Richtung. Auf dem Felsen hat früher (erste urkundliche Nennung 1406) eine Schutzburg gestanden, die wie viele Burgen dann irgendwann in ein Raubschloss umwandelte wurde.
Das Interessanteste an dem Berg sind aber die Basaltsäulen im Inneren. Diese kann man am perfektesten aus dem Tal sehen und so geht es den kleinen Pfad abwärts bis zur Fahrstraße. Gleich am Fuß des Berges steht die Lehrpfadtafel Nr. 16, die über Basaltfelsen und die Fauna aufklärt. Basalt_Burg_Fredewald_kleinWenn man den Bach und die Bahnlinie überquert und dann noch ein paar Meter weiter parallel am Bach abwärts wandert, hat man einen sehr guten Blick auf die Basaltsäulen. Es sieht sehr ungewöhnlich aus, wie die Säulen erst senkrecht aus der Erde heraus kommen und dann in die Horizontale abbiegen. Wenn man den Waldweg ein paar Meter (150 Meter) bachabwärts wandert, dann erreicht man die Tafel Nr. 19, die über die Tierwelt an der Kamnenice (Kamnitz) informiert. Die Tafel Nr. 20 steht noch    1 ¼ Kilometer weiter bachabwärts in Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Um diese Tafel zu erkunden, muss man einmal zu dem Ort und auf dem gleichen Weg wieder zurück gehen.
Dazu hatte ich auf meiner Runde überhaupt keine Lust und so bin ich wieder zum Bahnübergang und der kleinen Brücke zurück gewandert. Der GPS-Track von meiner Vorlage hat an dieser Stelle den Marienbild_Kittlitz_kleinLehrpfad verlassen und ging nach rechts über die Wiese weiter. Bis hierhin hat es mir ganz gut gefallen auf dem Lehrpfad zu wandern und so bin ich dem Lehrpfadsymbol weiter gefolgt. Der Weg führt auf der Fahrstraße entlang. Schwarzspecht_Kittlitz_kleinIrgendwie war dieses Teilstück sehr ernüchternd, weil man wirklich nichts Besonderes zu sehen bekommt. Zwischendurch soll die Tafel Nr. 17 stehen, die ich aber auch bei einer zweiten Suche nicht entdeckt habe und knapp daneben befindet sich die Tafel Nr. 18, die über den Lachs in der Kamnenice (Kamnitz) aufklärt. Das Unterhaltsamste auf dem Teilstück an der Straße entlang war der sich schlängelnde Bach und ein Schwarzspecht, der sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht stören ließ.
Die Wanderung erreicht das Ortschild Kytlice (Kittlitz) und man wandert noch 1 ¼ Kilometer weiter, um dann gut gekennzeichnet nach links abzubiegen. Der Aufstieg aus dem Tal macht so einige Bögen, durch die die Steigung sehr angenehm ist. Auf diesem letzten Teilstück der Wanderung stehen insgesamt 5 Tafeln des Lehrpfads. Die erste Tafel (Nr. 2) erklärt sehr nett die Weißtanne und als Überschrift wird der Baum als Königin des Waldes bezeichnet. Zumindest sind diese schönen Bäume heutzutage so selten wie Königinnen. Tafel Nr. 3 beschreibt den Standort von Rippenfarn. Auf allen Tafeln gibt es eine Überschrift „Wissen Sie, dass ….“, die noch ein paar gute Stichpunkte beschreibt. Im Fall des Farns wird erklärt, warum Farn nicht von Insekten gefressen wird. Die Pflanze produziert das bei Insekten tödliche Phytoekdysone und damit ist erklärt, warum die Pflanze nie angeknabbert wird. Tafel Nr. 4 stellt die Europäische Lerche vor. Auch wenn man sie in den Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz häufiger sieht, so ist sie auch eine eingewanderte Sorte, die eigentlich eher aus den Alpen und Karpaten kommt. Auf der nächste Tafel (Nr. 5) wird der Bergahorn erklärt. Vermutlich habe ich nur nie so richtig darauf geachtet, aber irgendwie ist mir der Baum noch nicht in den Wäldern begegnet. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass er nie in großen geballten Mengen auftaucht. Zwischendurch passiert man ein Holzkreuz, das an den 29jährigen Waldarbeiter Miloslav Kočí erinnert, der hier am 24. September 1983 unter einem fallenden Baumstamm starb. Die letzte Tafel (Nr. 6) dieses Teilstücks befasst sich mit der häufig vorkommenden Buche. Im Nationalpark Sächsische/Böhmische Schweiz trifft man die Buche sehr häufig auf den Bergen an. Im Unterschied zu den Felsen (meistens mit „-stein“ im Namen) sind die Berge vulkanischen Ursprungs und dort finden die Buchen einfach bessere Wuchsbedingungen als auf dem Sandstein. So ist es auch Basaltausbruch_Grosser_Ahrenberg_kleinam Javor (Grosser Ahrenberg), an dessen Hang man sogar mehrere Basaltsausbrüche entdecken kann. Von diesen Hügeln sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Parkplatz steht etwas abseits die Tafel Nr. 7, die über den Siebenjährigen Krieg und einen Kampf zwischen den Preußen und den Österreichern an dieser Stelle berichtet. Dabei sind einige hundert Soldaten gefallen und auf der Wiese beerdigt worden.
Hätte ich die Wanderung so gemacht, wie sie mir vorgeschlagen worden war, hätte sie mir vermutlich viel besser gefallen. Da ich mich aber dazu hinreißen ließ, den Lehrpfad entlang zu gehen, war einfach zu viel Strecke auf gut befahrenen Straßen enthalten und das hat die Wanderung so abgewertet, dass ich den Weg über den ausgeschilderten Lehrpfad nicht empfehlen kann. Ich werde die Runde noch mal wiederholen und dann den leicht abgewandelten Weg des Tippgebers unternehmen, aber diese Beschreibung soll erstmal alle Mitmenschen vor dem nicht besonders angenehmen Lehrpfadverlauf warnen.
Noch ein kleiner Nachtrag zu den Tafeln und den fehlenden Nummern. Auch dies ist auf der Runde sehr seltsam. Drei Tafeln (Nr. 1, Nr. 20 und Nr. 21) stehen ziemlich abseits des Weges und sind nur über Abstecher mit jeweils gleichem Hin- und Rückweg zu erreichen. Die Nummerierung im Bereich der Kamnenice (Kamnitz) ist vollkommen durcheinander gekommen und lässt sich überhaupt nicht mit einer durchgängigen Strecke erklären.
Wer wenigstens das Teilstück auf der Straße im Tal Kamnitztal umgehen möchte, der sollte sich die Wanderung Burg Fredewald ansehen. Dabei handelt es sich um die Ergänzung, die der ursprüngliche Tippgeber mir geschickt hatte.

Eiswanderung in Böhmen

Gleich etwas vorne weg, als ich die Wanderung durchgeführt habe, war der Grenzübergang Rabenstein noch nicht geöffnet. Seit dem 28.10.2003 ist der Grenzübergang Rabenstein für Wanderer und Radler geöffnet.
Die Wanderung startet wie fast alle Wanderungen im Bereich Hinterhermsdorf auf dem großen Parkplatz von Hinterhermsdorf. Von dort geht es ins Dorf und man folgt immer der Ausschilderung „Bootsstation“ oder „Obere Schleuse“. Man folgt erst mal bis zur Buchenparkhalle den Wegmarkierungen grüner Punkt grüner Punkt, blauer Strich blauer Strich oder roter Strich roter Strich. An der Buchenparkhalle kann man auch ganz hervorragend parken. Die Parkplatzgebühren sind die gleichen wie im Ort, nur hier steht das Auto ziemlich im Wald. An der Buchenparkhalle folgt man weiterhin dem grünen Punkt. Die beiden anderen Wegmarkierungen gehen runter in Richtung Schleusen. Ungefähr 400 Meter hinter der Buchenparkhalle biegt der grüne Punkt nach rechts ab. Da man aber ins Kirnitzschtal hinunterkommen möchte, geht es den Weg geradeaus ins Tal runter. Die Wanderung geht über die alte Böhmerstraße immer weiter nach unten, durch mehrere Hohlwege, bis ins Kirnitzschtal. Am Ende der alten Böhmerstraße geht es nur noch links oder rechts. Auch wenn es nicht so aussieht (ich zumindest hatte das Gefühl, auf dem falschen Weg zu sein) geht es hier nach rechts. Nach 250 Metern erreicht man die Wegmarkierungen blauer blauer Strich und grüner grüner Strich Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man nach links. Beide Wanderwege biegen nach kurzer Strecke wieder nach links ab, man selber geht aber weiter geradeaus.
Grenzuebergang_Rabenstein_kleinVor einem liegt jetzt die Brücke über die Kirnitzsch. Die Brücke ist, aus welchem Grund auch immer, unpassierbar gemacht worden, indem man die Betonplatten entfernt und davor aufgestapelt hat. Die Nationalparkverwaltung plant für dieses Jahr (2003) einen Neubau dieser Brücke und ich schätze mal, dass es dann auch einen Grenzübergang für Fußgänger an dieser Stelle geben wird. Leider ist dieser Grenzübergang schon in mehreren Wanderkarten als offizieller Grenzübergang eingetragen und ich hatte mir diese Wanderung in den Kopf gesetzt. Also musste ich jetzt über diese seltsame Brücke.
An dieser Stelle befand sich bis 1945 der Ortsteil Hinter- Dittersbach. 1833 wurden 4 Häuser, um 1900 7 Häuser erwähnt. Die Böhmerstraße bildete die Grenze zwischen der Binsdorfer und der Böhmisch-Kamnitzer Herrschaft. Hier stand die alte Kirnitzschschänke und die beiden herrschaftlichen Forsthäuser. Ab dem letzten Jahrhundert war hier ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. (Dies stand so auf einer Informationstafel dort.)
Auf einem dieser Wanderwege geht es jetzt weiter. Man geht also über die Brücke und dann gleich links den Berg hoch. Oben angekommen, geht es einen sehr angenehmen Gratweg entlang. Ganz interessant ist, mit was für einer Mühe die Böhmen versuchen, einen natürlichen Mischwald wieder herzustellen. Es ist erfreulich und bewundernswert. Am Wegesrand sind zig Schonungen zu sehen, die mit wirklich schicken Holzzäunen umschlossen sind. Die Wanderung geht ab der Grenze über den böhmischen Wanderweg mit der Markierung grüner Strich grüner Strich. Nach drei Kilometern kreuzt der böhmische blaue Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links. Jetzt wird es wirklich romantisch. Es geht mehrere Male durch Hohlwege den Berg hoch und runter. Diese Schluchten sind so eng, dass mein Navigationssystem leider keine Satelliten mehr gefunden hat. So gibt es keine aufgezeichneten Höhendaten. Ich schätze, dass zu den aufgezeichneten Höhendaten 150 – 200 Meter dazukommen, da es in den Hohlwegen einige Male hoch und runter ging.
Eisweg_Boehmen_2_kleinLeider waren die Wege für die Sonne so unerreichbar, dass es so 6 – 7 Kilometer auf blankem Eis entlangging. Zum Teil waren die Wege unpassierbar, weil auch noch Regenwasser (ich hatte ein bisschen Pech mit dem Wetter) über die Eisfläche lief und damit ein Begehen fast unmöglich machte.
Irgendwann kommt dann der Wanderweg mit dem blauen Strich am Fußgängergrenzübergang an. Hier kann man mal wieder feststellen, dass Hr. Böhm seine Wanderkarten die besten sind. Es gibt mehrere andere Wanderkarten, da ist der Grenzübergang an der falschen Stelle eingezeichnet. Die Abweichung liegt im Bereich von einem halben Kilometer. Der Grenzübergang ist nicht gleich an der Niedermühlen, sondern ein Stück weiter nördlich.
Über den Grenzübergang geht es den Weg bis zu den nächsten zwei Wegmarkierungen: gelber gelber Strich und roter Strich roter Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man aber nur die nächsten 150 Meter. Jetzt geht ein direkter Forstweg nach links nach Hinterhermsdorf. Nach einem Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Hinterhermsdorf. Von hier aus geht es wieder dem gelben Strich gelber Strich über die asphaltierte Straße nach, bis man den Parkplatz wieder ereicht.

Fazit:
Die Wanderung ist eine sehr schöne Wanderung, aber im Winter leider unbrauchbar.

Fürst-Kinsky-Jägersteig

Die Wanderung zum Fürst-Kinsky-Jägersteig ist dadurch entstanden, dass Herr Bellmann vom Heimatbuchverlag (www.heimatberge.de) einen tollen Klettersteigführer zur Böhmischen Schweiz herausgebracht hat. Ich hatte zwar schon vorher von dem Weg im Bereich der Balzhütte gehört, aber die ordentliche Beschreibung fehlte noch und diese ist in dem Buch perfekt vorhanden. Also geht es in Hinterhermsdorf auf eine ruhige, langgezogene Erkundungstour in die Böhmische Schweiz.
Der Startpunkt befindet sich an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von dem Parkplatz bzw. der eigentlichen Buchenparkhalle geht es ganz wenige Meter die Buchenstraße abwärts, bis nach rechts der gelbe Punkt gelber Punkt abbiegt. Hier hat die Jugendfeuerwehr eine riesige Bank gebaut. Lange_Sitzbank_Buchenparkhalle_Hinterhermsdorf_kleinEs ist schon ganz schön ungewöhnlich, eine Bank von 37 Metern Länge in einem Stück zu finden. Die Herstellung der Bank und dann das Aufstellen an der Buchenparkhalle war bestimmt ein riesiger Spaß und hat das Gemeinschaftsgefühl gewaltig gestärkt. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt über den Seligtweg, den Heideweg und dann den Birkenweg. Danach erreicht man die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, auf der es nach rechts aus der Ortschaft hinausgeht. Zuerst passiert man eine Wiese, über die man hinwegblickt auf die Wiesen von Neudorf und Langk und dahinter auf die böhmischen Berge. Das ist wirklich ein netter Blick in die Landschaft. Gleich am Wegesrand steht eine Holzbank, an der ich jetzt schon mehrmals die Kinder des Hinterhermsdorfer Kindergartens getroffen habe. Es ist lustig, die Zwerge hier draußen in der Natur zu beobachten, auch wenn sie sich über andere Dinge als die Aussicht freuen.
Die Wanderung führt in den Wald hinein und nach ein paar hundert Metern passiert man den Pöhligstein. Rueckseite_Niedermuehle_Hinterhermsdorf_kleinAuf dem weiteren Weg geht es hinunter ins Kirnitzschtal bis zur Niedermühle. Kurz vor der Niedermühle macht der Wanderweg einen seltsamen Schlenker nach links den Hang hinauf. Dieser Bogen stammt noch aus der Zeit, als man die Grenze nicht passieren durfte. Heutzutage kann man einfach unten am Bachlauf entlang gehen und damit kommt man auch sehr leicht zum Übergang nach Tschechien. Nachdem man die Kirnitzsch überquert hat, biegt gleich darauf nach rechts ein relativ steiler Waldweg ab. Dieser Aufstieg ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und endet nach ¼ Kilometer auf einem breiten Forstweg. Die Wanderung geht nach rechts weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Hier ist mit der Na Tokání (Balzhütte) schon das nächste Ziel ausgeschildert. Nach ein paar Metern passiert man die Wolfstafel, auf der erklärt wird, dass im Jahre 1640 der Jäger Grohmann die letzten zwei Wölfe erschossen hat.
Weiter geht es ziemlich genau einen Kilometer auf dem böhmischen Radweg 3031, der dann nach links abbiegt. Die Wanderung wird noch ein Stückchen ruhiger und folgt weiterhin der blauen Wegmarkierung. Obwohl der Waldweg auch als Forstweg genutzt wird, absolviert er so einige Höhenmeter, aber für eine Wanderung durch ein Mittelgebirge ist das eigentlich auch nicht so ungewöhnlich. Der Wanderweg wird immer schmaler und steigt dann sehr abwechslungsreich hinunter ins Tal des Roten Floßes ab. interessanter_Brueckengrund_kleinHier könnte man nach rechts noch einen Abstecher von zwei Kilometer Länge bis vor zum Černá brána (Schwarzen Tor) unternehmen. Auf jeden Fall geht es auf der gegenüberliegenden Talseite wieder aufwärts (weiterhin auf der blauen Wanderwegmarkierung) durch den Zadní můstkový důl (Brückengrund). neue_Jungferntanne_Boehmische_Schweiz_kleinAuch dieser Waldweg ist sehr nett und durch so einige Einbauten (kleinere Brücken, Rinnen und Stufen) ziemlich abwechslungsreich. Am Ende passiert man eine der versteckten Zählstationen, die in einem künstlichen Baum am Wegesrand steht. Der Aufstieg stößt an der ehemaligen Jungferntanne auf eine Kreuzung mit gleich mehreren Forstwegen.
Jetzt beginnt ein Teilstück von fast 4 Kilometern, das auf so ziemlich gleichbleibender Höhe durch den böhmischen Wald führt. Der Weg ist immer noch mit dem blauen Strich gekennzeichnet. Da man nicht so besonders viele Aussichten auf diesem Teilstück hat, kann man sich ein paar Gedanken zum seltsamen Verhalten des böhmischen Nationalparks machen. Auf der linken Wegseite kennzeichnen rote Ringe die Grenze der böhmischen Kernzone. Sehr seltsam ist, dass hier reichlich Bäume gefällt wurden und dazu die mächtigen Forstmaschinen kreuz und quer durch den Wald gefahren sind. 3 Kilometer hinter der Jungferntanne kann man knapp unterhalb des Waldweges einen Felsen entdecken, an dem sich eine kleine Gedenktafel befindet. Der Text der Tafel ist: „Dem Andenken an unseren lieben Gatten und Vater Johann Neumann; Holzschläger aus Dittersbach; welcher hier am 5. Dezember 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tödlich verunglückte.“ erstes_Restaurant_Balzhuette_kleinAuf dem weiteren Weg in Richtung Na Tokání (Balzhütte) fällt vor einem eine Ansammlung von Felsen auf, die bald von oben als Aussichtspunkt dienen werden. Der Waldweg erreicht die Na Tokání (Balzhütte) von westlicher Seite und hier bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten, nett einzukehren. ungenutzter_Pool_Balzhuette_kleinEine besonders interessante Stelle an der Balzhütte ist das versteckt liegende Becken in dem Felsen auf der rechten Wegseite. Dieses erreicht man 150 Meter hinter dem ersten Haus über einen unscheinbaren Trampelpfad. Nach ein paar wenigen Höhenmetern erreicht man die Felsenoberseite und hier befindet sich tatsächlich ein blau gestrichener Pool. Heutzutage wird selbst im Hochsommer kein Wasser mehr hineingefüllt und so sammelt sich nur Regenwasser darin. Die Wanderung geht noch ein paar Meter weiter auf der Straße durch die Miniansiedlung von Na Tokání (Balzhütte), bis man die nach hinten versetzte Gaststätte erreicht.
Würde nicht im Wanderführer von Herrn Bellmann so nett stehen, dass man auf die Rückseite des Restaurants gehen soll, so würde ich mich hier niemals hin trauen, da es eher nach dem Wäscheplatz oder dem Kücheneingang aussieht als nach dem Beginn einer Steiganlage. Im Sommer 2013 hing an der linken Hausecke eine gelungene Skizze des Geländes und damit war es eindeutig, dass man hinter dem Haus richtig ist. Auch wenn dort Wäsche hängt, geht man in Richtung der Felsen weiter und dort weisen weiße Dreiecke den Weg aufwärts. Aussicht_Mariensruh_Balzhuette_kleinDer Aufstieg ist wirklich nicht schwierig und es sind auch einige Stufen zu erahnen. Der Weg auf dem Fürst-Kinsky-Jägersteig ist, auch wenn es sich manchmal nur um einen naturnahen Pfad handelt, mit den weißen Kennzeichnungen ganz eindeutig. Zwischendurch kann man nach links zu einer sehr netten Aussicht abbiegen. Dabei handelt es sich um die Felsen, die man vorhin schon von unten sehen konnte. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick in die Landschaft der Böhmischen Schweiz.
Für den weiteren Weg hat man zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder folgt man den weißen Dreiecken weiter und wird mit einem kleinen, aber angenehmen Bogen zurück zur Na Tokání (Balzhütte) geführt. Bei der zweiten Variante muss man schon ein wenig mehr Spürsinn für den Wegverlauf haben. Durchgang_am_der_Theodorenhalle_kleinZumindest im Sommer nimmt der Farn die Sicht auf den Wegverlauf. Wappen_der_Kinskys_am_der_Theodorenhalle_kleinDiese Strecke führt auf jeden Fall in nördliche Richtung und stößt, nachdem man sich ein ganz kleines Stück rechts gehalten hat, auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich. Jetzt geht es nach rechts über den interessanten Weg durch die Theodorenhalle abwärts. Hier kann man in der Felswand die Jahreszahl 1846 entdecken. Am Ende des Abstiegs passiert man auf der linken Wegseite ein Wappen der Kinskys aus dem Jahre 1849.
Der gelbe Wanderweg führt ans östliche Ende der Na Tokání (Balzhütte), wo man eine seltsame Wegkreuzung und eine größere Wiese erreicht. Auch wenn mitten auf der Wiese noch zwei sehenswerte, weil miteinander verschlungene Buchen stehen, geht die Wanderung noch vorher nach rechts auf dem gekennzeichneten Wald-/Radweg 3029 abwärts. Gleich am Anfang des Weges steht ein ungewöhnliches Schild, das die Radfahrer auf entgegenkommende Forstfahrzeuge hinweist. Auch wenn sich eigentlich das Gefälle noch in Grenzen hält, so zieht es sich sehr lange hin und dann kann man mit dem Rad schon ganz gut Fahrt aufnehmen und jegliches Fahrzeug ist stabiler als ein Radfahrer. Dafür, dass der Weg über den Fürst-Kinsky-Jägersteig ziemlich vielfältig war, ist das nächste Teilstück wirklich langweilig. Auch hier fallen mal wieder Forstarbeiten auf, die etwas sehr ungewöhnlich sind. So konnte man gerodete_Schlucht_am_Lagergrund_klein2013 auf der linken Wegseite einige Berghänge und Schluchten entdecken, die bis auf die letzte Pflanze gerodet waren. Selbst die Äste der Fichten sind fein säuberlich weggeräumt worden. Das sind typische Spuren eines Nutzwaldes und so richtig unterhaltsam wird solch eine Aufräumaktion, wenn das nächste Gewitter anrauscht. Die Spuren von so ein paar tausend Kubikmetern Regen sind gravierend und jedes Mal werden sie wieder beklagt.
Die Wanderung durch den Táborový důl (Lagergrund) stößt nach 3 ½ Kilometern auf eine Kreuzung, an der es nach rechts auf dem markierten Radweg 3030 weiter geht. Dafür, dass bis hierher der Felsenkeller_in_Hinterdittersbach_kleinRadweg entweder asphaltiert oder wenigstens sehr ordentlich planiert war, wird hier der Untergrund schon ein ganzes Stück mehr etwas für Geländeräder. Früher war die sogenannte Česká silnice (Böhmerstraße) eine wichtige Handelsstraße zwischen Sachsen und Böhmen und außerdem noch die Grenze zwischen den Herrschaften Clary-Aldringen und der von Kinskys. freigelegte_Grundmauern_in_Hinterdittersbach_kleinDavon zeugen auch so einige Grenzsteine, die man gleich neben dem Weg entdecken kann. Der Waldweg führt bis zur Grenze nach Deutschland. Hier hat bis zum Kriegsende eine kleine Ortschaft namens Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) gestanden. Die Spuren der paar Häuser sind 2013 freigelegt worden und so sieht man mindestens ein Kellergewölbe und die Grundmauern von zwei Gebäuden.
Die Kirnitzsch wird mittels einer Fußgänger-/Radfahrerbrücke überquert und dann geht es am Bachlauf weiter abwärts. Gleich am Grenzübergang hat man einen schönen Blick auf die Felsen der Rabensteine und eine größere Wildwiese im Kirnitzschtal. Der Wanderweg ist nach wenigen Metern an der Kirnitzsch entlang mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Nach 300 Metern erreicht man die Alte Böhmerstraße, auf der man nach rechts hinauf zur Buchenparkhalle abbiegen könnte. Damit es aber auf der Wanderung auch mal ein bisschen spannend wird, wandert man von der Kreuzung noch mal 300 Meter weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung, um dann auf der linken Seite mitten in der Wildwiese ein Hinweisschild auf die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz zu entdecken. Genau an dieser Stelle führt nach rechts, unter den großen Fichten, der Nickelsbergweg aufwärts. Der Aufstieg ist schon ein wenig anspruchsvoller als auf einem Forstweg, aber dafür ist man hier immer alleine unterwegs. Nach nur 100 Metern ist der größte Teil des Aufstieges (immerhin 50 Höhenmeter) geschafft und man geht nach links weiter. Der Wanderweg ist sehr eindeutig und führt ziemlich geradlinig durch das Finsterwäldchen. Nach einem Kilometer erreicht man die bekannte Alte Böhmerstraße, auf der es nach links weiter in Richtung Buchenparkhalle geht. Je länger man auf dem Forstweg unterwegs ist, desto breiter wird der Weg. Nach etwas weniger als einem Kilometer stößt die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich dazu und es geht die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle zurück.
Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, die mit dem Fürst-Kinsky-Jägersteig eine interessante Stelle beinhaltete. Ein bisschen schade ist das lange Stück über den böhmischen Waldradweg, weil dadurch die Wanderung etwas sehr langweilig wird. Durch die Länge der Wanderung ist mir aber leider keine Alternative eingefallen.

Grenzüberschreitend

Von Zeit zu Zeit muss auch immer mal wieder eine längere Wanderung unternommen werden. Blöderweise habe ich mir diese Tour an einem der heißesten Tage des Sommers 2015 ausgesucht und so war die Runde eher ein Kampf als eine Genusswanderung. Trotzdem ist es bei ordentlichem Wetter eine sehr nette Wanderung und deshalb wird sie hier beschrieben.
Der Startpunkt ist der Parkstreifen zwischen der ehemaligen tschechischen Grenzstation und Hřensko (Herrnskretschen). Elbeueberfahrt_Schoena_kleinVon hier geht es mit der kleinen Fähre auf die andere Elbeseite hinüber. Im Sommer 2015 hat die Überfahrt für einen Erwachsenen 1,50 € (Kinder 1 €) gekostet. Vom Anlegesteg geht es auf dem direkten Weg geradeaus unter der Bahnlinie entlang. Auf der rechten Seite vor dem Tunnel befindet sich ein Bahnhofsgebäude, an dem sich im Sommer 2015 riesige Mengen Schwalbennester befanden. Das sah schon ziemlich wild aus und irgendwie erwartet man, dass bei einer solchen Anzahl an Flugbewegungen Zusammenstöße unvermeidbar sind, aber in den paar Minuten, die ich das Treiben beobachtet habe, taumelte keine benommen zu Boden. Nachdem man durch den Tunnel gewandert ist, geht es auf der anderen Seite des Bahndamms nach rechts weiter. Die Zufahrtsstraße der paar Häuser hinter dem Bahndamm führt angenehm ansteigend den Hang aufwärts. Es ist wohl eine der letzten Pflasterstraßen, aber da sich die Steine doch schon ziemlich verschoben haben, ist das auch nur noch eine Frage der Zeit, denke ich. Aber vielleicht wird es an dieser doch relativ selten befahrenen Straße ja auch erhalten.
Nach dem Aufstieg aus dem Elbtal erreicht man die Ebene vor Schöna und damit ist das erste Ziel, die Kaiserkrone, auf der rechten Seite sichtbar. Kurz vor dem Ortsrand stößt die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt dazu und nach ¼ Kilometer biegt sehr unauffällig der Zugang auf die Kaiserkrone rechts ab. Wie es sich für eine Kaiserkrone gehört, Blick_von_Kaiserkrone_auf_Zirkelstein_kleinbesteht auch hier der Berg aus drei Spitzen. Jede dieser Spitzen bzw. Aussichten liefert eine andere Perspektive und deshalb sollte man auch keine davon auslassen. Außer den Aussichten kann man an der Kaiserkrone zwei Sandsteinlöwen, ein hohes Denkmal an die Weltkriegsopfer und den berühmten Felsen, auf dem Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ steht, entdecken. Von der südlichen Aussicht (also die Aussicht mit dem Sendemast) hat man schon den Blick auf das nächste Ziel, den Zirkelstein.
Es geht nun wieder bis auf die bekannte Dorfstraße (Bahnhofsstraße) zurück und dann der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt nach rechts hinterher. Die Wanderung macht einen kleinen Schlenker durch den südlichen Teil von Schöna und dann geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zum Zirkelstein weiter. Sandsteinboot_und_Tierfiguren_Schoena_kleinAm Ende der Ortschaft steht auf einer Verkehrsinsel ein Boot aus Sandstein mit gleich mehreren Tieren drauf. Das sieht wirklich toll aus und wertet den Platz gleich ein ganzes Stück auf. Die letzten Meter in Schöna führen an der Gaststätte Zirkelstein (www.gasthaus-zirkelstein.de) vorbei und dann aus dem Ort heraus. Vom Ortausgang bis zum Waldrand am Zirkelstein sind es nur ein paar wenige hundert Meter und hier Blick_vom_Zirkelstein_auf_Kaiserkrone_kleinbiegt man nach links auf den Zugang zum Zirkelstein ab. Der Waldweg führt auf die Rückseite (östliche Seite) des Felsens, auf der der einzige Aufstieg liegt. Auch wenn der Zirkelstein von unten gesehen relativ hoch erscheint, so sind es nur 40 Höhenmeter, die über einige Stufen bewältigt werden. Von oben hat man eine sehr schöne Rundumsicht, die bei gutem Wetter bis weit in die Böhmische Schweiz reicht. So fallen besonders der Rosenberg, die beiden Zschirnsteine, der Schneeberg und die Tafelberge der linken Elbeseite auf.
Nach dem Abstieg geht es auf dem bekannten Waldweg nach rechts weiter und schon bald erreicht man das Zirkelstein-Ressort (www.zirkelsteinresort.de), das rechts herum passiert wird. Die Zufahrt zu dieser Bungalowanlage endet auf der schon bekannten gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Auf diesem Feldweg geht es nun nach links weiter. Zuerst führt der Weg in einem Bogen über das Feld und dann am Waldrand entlang. Danach wird eine Kleingartenanlage passiert und es geht auf einem schnurgeraden, aber auch extrem ruhigen Waldweg  mit dem Namen Marktweg auf die Zschirnsteine zu. Auf der Strecke wird ein Tümpel auf der Rastplatz_am_Kalauschenborn_kleinlinken Wegseite passiert, der aber leider im Sommer 2015 annähernd ausgetrocknet war und ein paar Meter dahinter befindet sich auf der rechten Seite der Kalauschenborn mit einem Rastplatz. Schaechers_Kreuz_Zschirnstein_kleinKurz vor den Zschirnsteinen biegt der Wanderweg nach links ab und es geht in die Richtung der tschechischen Grenze. Am Wegrand steht die Kreusels Eiche und das Schechers Kreuz mit der Jahreszahl 1549. ¼ Kilometer hinter diesen beiden markanten Stellen biegt die Wanderung nach links auf den ersten möglichen Waldweg ab. Dieser Waldweg fällt leicht ab und erreicht nach etwas mehr als 300 Metern die Grenze. Diese Stelle wird das Böhmische Tor genannt und ist eigentlich ein vollkommen unauffälliger Übergang zwischen zwei Ländern.
Spätestens ab der Grenze ist der Waldweg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Für die weitere Strecke bieten sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten an. Die erste Variante ist, dass man von der Grenze an der grünen Wanderwegmarkierung etwas mehr als einen Kilometer folgt und dann nach links in Richtung Dolní Žleb (Niedergrund) auf die gelbe Wanderwegmarkierung abbiegt. Das ist die kürzere Variante. Die zweite Variante biegt schon nach ½ Kilometer hinter der Grenze nach links auf den ersten Forstweg ab. Dieser Forstweg führt in einem riesigen Bogen von 5 ½ Kilometer durch den Böhmischen Nutzwald. Auf der Strecke ist wirklich nichts außer Wald und dem asphaltiertem Weg zu sehen. Dafür hat man hier eine wunderbare Ruhe und wenn man zu mehreren unterwegs ist, dann ist es der passende Moment, um ordentlich zu schnattern. Interessant ist, dass man immer wieder auf der linken Seite in Täler blicken kann. Zuerst sind es die oberen Ausläufer des Gelobtbachtals und dann das Elbtal. Wenn man den kürzeren Weg gewählt hat, dann treffen die beiden Wege nach 2 ½ Kilometern alte_Sandsteinplatten_Weguntergrund_kleinwieder aufeinander. Die weitere Wanderung führt jetzt das Tal hinab. Dabei sollte man immer einigermaßen vorsichtig mit dem Untergrund sein, da die Kombination aus den großen Sandsteinplatten und dem Dolnožlebský Pohár (Lehmischbach) ganz schön rutschig werden kann. Der Weg in Richtung Elbtal wird gesäumt von gleich mehreren Quellen, Felsmalerei_Lehmischbach_kleindie anscheinend früher die Wasserversorgung der Ortschaft Dolní Žleb (Niedergrund) gewährleistet haben. Zumindest sind mehrere Quellen noch immer zugemauert. Zwischendurch erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links weiter das Tal abwärts geht. Im Bereich der Kreuzung steht links, gleich am Wegrand, ein großer Felsen, an dem anscheinend auch immer wieder ein kleines Lagerfeuer gemacht wird. Gleich links daneben sind einige seltsame Inschriften und Skizzen zu sehen. Die Jahreszahl 1972, ein Schwert und ein Schild mit einem Stierkopf darauf. Vielleicht ist es das Wappen eines Vereins.
In dem Bachlauf sind gleich mehrere Einbauten zu erkennen, die Erklärung dazu ist am Ortseingang zu finden. Dort stand früher eine Mühle, von der heutzutage nur noch eine Ruine vorhanden ist. In den letzten Jahren ist die Ruine aber wieder freigeschnitten worden und vielleicht wird dem Gelände wieder Leben eingehaucht. sommerlicher_Pool_Niedergrund_kleinDas ist auf jeden Fall ein paar Meter tiefer dem alten Gebäude auf der rechten Wegseite passiert. Es wird gerade super toll saniert und ganz besonders fällt der große, blau leuchtende Pool im Vorgarten auf. Zu meinem Wanderzeitpunkt waren es hier unten gut 30°C  und da wird man als durchgeschwitzter Wanderer schon ziemlich neidisch. Auf dem weiteren Weg abwärts wird die kleine Dorfkirche passiert und dann geht es unter der Bahnlinie entlang. Damit hat man einen freien Blick auf die Elbe. Gaststaette_Dolni_Grund_in_Niedergrund_kleinRechts vom Weg befindet sich das außergewöhnliche Restaurant Dolní Grund, das ungewöhnlicherweise zwei Zapfhähne gleich am Elberadweg hat (zumindest im Sommer). Zuerst war ich ratlos, warum das Mädel unterhalb der Gaststätte direkt an dem Radweg saß, aber schon nach kurzer Zeit hielt gleich eine große Gruppe Radfahrer dort Faehre_Niedergrund_kleinan und versorgte sich mit Gerstensaft. Schräg rechts vor sich hat man nun die Gierseilfähre, mit der es auf die gegenüberliegende Elbeseite geht. Die Fähre ist nicht gerade eine Schönheit, aber dafür kommt man zu einem Spottpreis (Sommer 2015: Erwachsene 0,60 € und Kinder 0,40 €) auf die andere Seite. Die Fähre ist immerhin so groß, dass auch Autos transportiert werden und der Fährmann fährt auch für einzelne Personen.
Am gegenüberliegenden Ufer angekommen, führt eine Treppe bis zur Straße hinauf. Irgendwie ist es ganz schön komisch, wenn man direkt neben dem Nachtclub die Treppen hochsteigt und alle Autofahrer einen dann an der Straße stehen sehen. Direkt über die Straße geht es dann weiter an den Aufstieg hinauf zum nächsten Ziel. Schon nach wenigen Metern erreicht man die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich, auf der es bis hoch zum Belvedér (Belvedere) geht. An dem Untergrund des Aufstiegs kann man sehr gut erkennen, dass es sich um einen uralten Weg handelt. Heutzutage würde sich keiner mehr die Mühe machen, den Rand auf beiden Seiten mit Sandsteinklötzen zu begrenzen. Erst auf den letzten paar hundert Metern führt der Weg in einigen Serpentinen aufwärts bis hinauf auf die Ebene am Belvedér (Belvedere). Die tolle Aussicht und die dazu passende Gastronomie liegen wenige Meter nach links und sind zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Aussichtsplattform_Belvedere_kleinIn meinem Fall waren mit dem letzten Aufstieg die 3 ½ Liter Wasser aus dem Grotte_am_Belvedere_kleinRucksack verbraucht und so musste ich erstmal ordentlich mit einem riesigen Getränk und einem Eisbecher nachladen. Der Preis war für so eine touristische Stelle ganz angemessen und die Bedienungen waren super freundlich. Nachdem der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen ist, muss man natürlich unbedingt zu der riesigen Aussichtsplattform wandern. Diese sieht man schon von der Terrasse der Gaststätte und so ist man schnell angekommen. Die Aussicht ins Elbtal und die Grotte sind schon etwas Besonderes.
Auch vom Belvedér (Belvedere) könnte man jetzt mal wieder die Strecke ein Stück abkürzen, indem man der roten Wanderwegmarkierung in Richtung Labská Stráň (Elbleiten) folgt. Die eigentliche Wanderung führt aber erstmal ein ganzes Stück auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Arnoltice (Arnsdorf) geradeaus. Wenn man sich die Strecke auf einer Wanderkarte ansieht, dann wirkt das jetzt kommende Stück auf der sogenannten Knížecí cesta (Allee) ziemlich langweilig, da es wirklich schnurgerade durch den Wald zieht. In der Realität fällt das gar nicht auf, da es leicht hoch und runter geht. Was schon eher auffällt, sind die seltsamen Sandsteinklötze links und rechts des Weges. Bis heute habe ich noch nirgendwo eine brauchbare Erklärung für diese Dinger bekommen. Auf jeden Fall hat die Knížecí cesta (Allee) früher das Schloss in Arnoltice (Arnsdorf) und die Aussicht Belvedér (Belvedere) verbunden. Heutzutage ist es ein angenehm ruhiger Waldweg.
Nach 2 ½ Kilometern biegt der rot markierte Wanderweg nach rechts ab, die Wanderung geht aber geradeaus auf dem Waldweg (ungefähr 700 Meter) bis zur nächsten Kreuzung weiter. Hier biegt die Wanderung nach links in Richtung Arnoltice (Arnsdorf) ab. Der Ort wird nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht. Hier fällt gleich am Ortsrand ein stattlicher Baum mit einem mächtigen Stamm auf, Dorfmittelpunkt_Arnsdorf_kleinder unter Naturschutz steht. Auf der Hauptstraße geht es nach links weiter. Bei der Ortschaft Arnoltice (Arnsdorf) fällt, wie so häufig in den Böhmischen Orten, die riesige Kirche im Zentrum auf. Auch wenn in deutschen Ortschaften die Kirche meistens kleiner ausfällt, so haben alle  das gleiche Problem, dass die Kirchengemeinden die Prachtgebäude einfach nicht mehr unterhalten können. In den Böhmischen Dörfern liegt es daran, das sie einfach kaum noch Einwohner haben und in Deutschland sind es die schwindenden Mitgliederzahlen. Trotzdem ist es schade, dass so ein prächtiges Gebäude zusehends verfällt. Hier in Arnoltice (Arnsdorf) fällt besonders auf, dass die Kirche in einem kleinen Bereich von der Außenseite saniert ist. So kann man ihre ursprüngliche Schönheit erahnen.
Gleich hinter der Kirche folgt man auf einer Dorfstraße der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Zuerst geht es noch durch bewohntes Gebiet, wo man sehr gut sehen kann, dass seit dem Beitritt von Tschechien in die EU die Häuser einen gewaltigen Sprung an Schönheit gemacht haben. So einige der Häuser sehen wirklich toll aus, ganz besonders das Haus auf der linken Straßenseite mit den Natursteinwänden. Der Wanderweg führt hinter dem Ortsrand leicht abfallend weiter. Zuerst werden ein paar Steinmauern, die früher die dahinterliegenden Grundstücke etwas begradigt haben, passiert und dann geht es in die oberen Ausläufer der Suchá Kamenice (Dürrkamnitz). Obwohl das Tal wirklich schön ist, trifft man nur Boofe_im_Duerrkamnitzgrund_kleinselten andere Wanderer an und meistens sind es am Wochenende Leute, die am rechten Felsfuß Feuer und eine Art größere Rast oder Picknick machen. So einige Stellen sehen nach Boofen aus, aber ich habe dort noch nie Schlafsäcke gesehen. Die blaue Wanderwegmarkierung geht in die rote Wanderwegmarkierung roter Strich über und je weiter man abwärts wandert, desto schöner und felsiger wird das Tal. Ganz kurz vor der Straße im Elbtal fallen ein paar Einbauten und Spuren in der Schlucht auf. Hier hat früher die Dürrkamnitzmühle gestanden, die sich immer wieder gegen Wasserknappheit oder aber riesige Wassermassen durchsetzen musste. Diesen Kampf hat das Gebäude schon 1882 verloren, aber auch heutzutage werden mit so manchen Unwettern riesige Felsmurmeln die Schlucht herunter gekullert. Es ist beeindruckend, welche Gewalt das Wasser hat. Auf der Straße angekommen, geht es nach rechts auf dem Bürgersteig weiter, bis man nach 1 ½ Kilometern den Ausgangspunkt der Runde wieder erreicht.
Die Wanderung ist eine nette Runde, die gleich zwei Mal über die deutsch-tschechische Grenze führt. Beide Seiten bieten so einige interessante Stellen und in großen Bereichen eine wunderbare Ruhe. Es ist keine der typischen Wanderungen durch die Sächsische bzw. Böhmische Schweiz, sondern eher eine sehr lang gezogene. Trotzdem ist sie sehr erholsam, nur zu meiner Wanderzeit war die Temperatur einfach zu hoch. Insgesamt habe ich fast 5 Liter Flüssigkeit zu mir genommen und ich hatte trotzdem noch das Gefühl, zu wenig getrunken zu haben.

Grundmühle Kamnitz

Im Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ist ein Klettersteigführer für die Böhmische Schweiz herausgekommen und dort sind gleich mehrere Wege im Tal der Kamenice (Kamnitz) im Bereich der Grundmühle  beschrieben. An der Grundmühle sind wir schon häufiger gewesen, aber die beschriebenen Stellen sind uns nie aufgefallen und deshalb muss gleich mal eine nette Wanderung dorthin unternommen werden. Als Wandertag hatte ich den Ostersamstag bei strahlendem Sonnenschein ausgesucht und es war mir schon bewusst, dass ein paar andere Wanderer unterwegs sein müssten, aber dass es so viele werden, hatte ich dann doch nicht gedacht. Ungewöhnlicherweise traten sie aber nur stellenweise auf.
Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Der Parkplatz hinter dem großen Hotel ist zwar riesig, aber immerhin war er an diesem Ostersamstag schon zur Hälfte gefüllt. Zum Glück bewegte sich der größte Teil der Besucher in Richtung Gabrielensteig bzw. Prebischtor. Als erstes geht es zur Vorderseite des Hotels. Wenn man auf das Hotel und den großen Biergarten blickt, befindet sich links hinter dem flachen Gebäude der eigentliche Start dieser Wanderung. Hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich in Richtung Kamenice (Kamnitz). Ungefähr ½ Kilometer vor dem Bach biegt die blaue Markierung nach links in ein sehr ruhiges Tal ab. Der Soorgrund führt bis zur Verbindungsstraße zwischen Jagdschloss_Zamecek_kleinMezní Louka (Rainwiese) und Vysoká Lípa (Hohenleipa). Ganz wenige Meter vor der Straße biegt die blaue Wegmarkierung sehr unauffällig nach rechts ab und führt dann auf der Zufahrt zum Zámeček (Jagdschloß) aufwärts. Der Name Zámeček (Jagdschloß) ist etwas irreführend, da das heutige Gebäude zwar ganz nett aussieht, aber mit einem Schloss überhaupt nichts mehr gemeinsam hat. Im Ursprung soll das Gebäude der fürstlichen Familie von Clary-Aldringen gehört haben, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei und dem Gebäudekomplex stünde eine grundlegende Sanierung ganz gut. Auf jeden Fall sind die draußen angebrachten Preise für die Gaststätte und die Übernachtung sehr niedrig. Sehr verwechslungsgefährlich ist, dass es in Rynartice ebenfalls noch mal den Namen Zámeček (Jagdschloß) gibt und bei jenem Hotel/Gaststätte dort handelt es sich genau um das Gegenteil zu diesem Ort hier.
Die Wanderung führt auf der Rückseite in den Wald hinein und schon bald erreicht man einen Wegweiser zum Ptačí kámen (Vogelstein). Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Aussicht, die zwar nicht berauschend, aber als ein netter kleiner Rastplatz gut zu gebrauchen ist. Die Wanderung geht wieder von der Aussicht zurück bis zur bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich und dort nach rechts weiter bis zum Ortsrand von Vysoká Lípa (Hohenleipa). Gleich an den ersten Häusern biegt eine kleinere Dorfstraße nach rechts in den Kirchgrund ab. Wer zu früh abbiegt, landet an einer Schranke mit dem Text „Soukromá cesta (Privatstraße)! Vstup zakázán (Zutritt für Unbefugte verboten)!“ Hier wird erstmal die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und es geht den sehr angenehm zu wandernden Grund abwärts. Kapellennische_Kirchsteig_kleinDer Abstieg auf dem Kirchsteig passiert eine Kapellennische mit einem Jesusbild und die Jahreszahl 1568. Der Weg durch den Grund ist als Verbindungsweg zur Kirche in Růžová (Rosendorf) angelegt worden. Es ist immer wieder faszinierend, welche aufwändigen Wege die Gläubigen früher zu ihrer Kirche in Kauf genommen haben. Ein anderes Beispiel dafür ist der Weg von Schmilka über die Heilige Stiege nach Lichtenhain.
Nachdem man unten im Tal der Kamenice (Kamnitz) angekommen ist, fallen gleich zwei Besonderheiten auf. Zuerst sieht man die Reste einer alten Brücke bzw. heutzutage die beiden Brückenlager und dann steht rechts einer der netten Besucherlenkungszäune und ein Kernzonenschild. Aha, sollte also hier irgendetwas Interessantes zu entdecken sein? Als ich dort herumgegeistert bin, gab es auch noch etwas drittes Besonderes und das war eine kleine Gedächtnisstätte an einen verstorbenen Hund namens Muf. Da ich einfach zu neugierig war, bin ich an dem Zaun vorbeigegangen und schon nach wenigen Metern wurde es etwas schwieriger mit dem Fortkommen. Steg_Kamnitz_Hoehle_Holle_kleinDer Weg führt über einen aus dem Felsen gearbeiteten Absatz, der früher ein Geländer und an einer Stelle sogar einen Steg hatte. lange_Hoehle_Kamnitz_kleinNachdem man diese Stelle passiert hat, geht es in eine relativ lange Höhle. Diese Höhle ist wirklich sehr einfach zu passieren, da es eigentlich nichts anderes ist als eine große Sandsteinplatte, die sich gegen eine andere neigt und die Kamenice (Kamnitz) hat ein wenig Sand hinein gespült. Im hinteren Teil der Höhle ist links ein Wappen zu entdecken. Auch auf der anderen Seite der Höhle führt ein Pfad weiter an dem Bach entlang, aber die Wanderung soll zur Grundmühle führen und deshalb geht es wieder zurück. grosse_Ruine_Grundmuehle_Kamnitz_kleinVon dem Besucherlenkungszaun schlängelt sich 400 Meter am Rande des Baches ein Pfad entlang, bis nach rechts eine Brücke zur Ruine der Grundmühle (Dolský mlýn) hinüber führt. viele_Steinmaennchen_Grundmuehle_kleinAuf der Rückseite der Gebäudereste steht eine Informationstafel, die netterweise auf Deutsch die Historie der Grundmühle (Dolský mlýn) erklärt. Im Sommer 2014 war die Ruine auf der rechten Seite mit hunderten Steinmännchen verziert. Das sah mit den vielen Familien mit Kindern richtig lustig aus. Hier dürften so einige Leute viel Spaß gehabt haben.
Von der Mühle geht es in einem Bogen um den Berg Kleiner Oybin. Dazu folgt man ein paar Meter der Wanderwegmarkierung Bunker_Grundmuehle_Kamnitz_kleingelber Strich gelber Strich durch die Ruinen der Grundmühle und dann auf dem breiten Waldweg nach links um den deutlich sichtbaren Hügel. Rechts neben dem Weg liegt in 80 Meter Entfernung einer der Bunker der Schöberlinie. Was auch immer dieser Bunker hier unten in dem Tal anstellen sollte, erschließt sich mir nicht, aber vermutlich wird er auch noch die nächsten 500 Jahre hier stehen. Der Waldweg stößt schon bald auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und auf dieser geht es weiter um den Hügel. Mit dem erneuten Erreichen der Kamenice (Kamnitz) kann man gleich einige interessante Stellen neben dem Weg entdecken. Einerseits ist es ein relativ gewöhnliches Steinkreuz mit einem eingebauten Bild. sanierte_Bruecke_Kamnitz_Grundmuehle_kleinDann steht links neben dem Weg ein großes Stufen_Felsen_Grundmuehle_Kamnitz_kleinHolzkreuz mit einem Bild von einem jungen Mann und das Auffälligste ist natürlich die wieder (2013) ordentlich hergerichtete Brücke. Über die Brücke kommt man wieder ans andere Ufer und hier geht es nach links weiter. Schon nach wenigen Metern kommt eine ganz unterhaltsame Stelle mit ein paar Stufen über einen Felsen und ein Steg. Der Abstieg bis hinunter zum Bach wird durch ein paar Eisenklammern erleichtert, ist aber bei weitem nicht mit einer Stiege vergleichbar. Man könnte den Abstieg auch ohne weiteres ohne die Eisen bewältigen, da einige Stufen in den Felsen gemeißelt sind.
Der blau markierte Wanderweg führt direkt zum Aufstieg durch den Mühlsteig. Im unteren Teil kann man so einige Spuren aus Menschenhand entdecken. Zuerst sind es ein paar Löcher und Inschriften, dann befinden sich auf der linken Seite ein paar rote Hände an einem Felsvorsprung und zu guter Letzt leuchtet einem die Jahreszahl 1716 entgegen. Nach dem Aufstieg erreicht man einen alten deutschen Friedhof, der im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Friedhöfen in der Tschechoslowakei nicht verwüstet worden ist. An noch sehr vielen Gräbern kann man die deutschen Namen lesen und bei ziemlich vielen handelt es sich um Opfer des ersten Weltkrieges. Es ist schon verwunderlich, dass die Gräber ein ganzes Jahrhundert erhalten geblieben sind.
Gleich gegenüber von dem Friedhof befindet sich ein kleiner Teich mit unterschiedlichen bunt angemalten Holzfiguren, die eine nette Bereicherung sind. Der Weg erreicht am Hotel Lípa die asphaltierte Dorfstraße, die dann nach links abwärts gewandert wird. Die achthundert Meter bis zur Gaststätte auf der rechten Straßenseite sind nicht ganz so angenehm, da man auf der Straße gehen muss, aber meistens hält sich der Autoverkehr hier noch so einigermaßen im Rahmen. An der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es weiter geradeaus auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Zwischenzeitlich stößt die rote Wanderwegmarkierung auch noch dazu und diese wird dann auch weitergewandert. Der Waldweg steigt hoch zum Fuße der Felsenburg Šaunštein (Schauenstein). Von der eigentlichen Burganlage ist nur sehr wenig erhalten geblieben, aber der Aufstieg und die Aussicht von dort oben sind wirklich lohnenswert. Hier kann man sich sehr gut vorstellen, dass sich die Ritter im 14. Jahrhundert perfekt schützen konnten. Der Aufstieg ist, wie bei fast allen interessanten Stellen in der Böhmischen Schweiz, mit dem grünen Dreieck gekennzeichnet.
Die Wanderung steigt noch ein paar weitere Höhenmeter (50 Höhenmeter) auf der roten Wanderwegmarkierung aufwärts, um dann mit dem Erreichen eines breiten Forstweges wieder nach links das grüne Dreieck zu entdecken. Blick_vom_Kleinen_Prebischtor_zum_Rosenberg_kleinHier geht es zum Kleinen Prebischtor. Der Aufstieg ist ziemlich einfach und tatsächlich sieht der Felsenbogen dem großen Prebischtor ähnlich. Blick_vom_Prebischtor_zum_Raubschloss_Hohenleipa_kleinNetterweise muss man hier keinen Eintritt bezahlen und die Besuchermengen sind viel geringer. Auch bei dem Kleinen Prebischtor ist es genau wie bei seinem großen Bruder, dass man auf den eigentlichen Felsenbogen nicht drauf darf, aber seit neustem ist eine Leiter und eine dazu passende Plattform daneben angebracht. Von dieser Ebene hat man eine gute Aussicht rüber auf die Felsenburg Šaunštein (Schauenstein) und den Rosenberg.
Vom Kleinen Prebischtor geht es wieder bis zum rot markierten Wanderweg roter Strich herunter, um dann nach links auf dem gut ausgebauten Waldweg weiter zu wandern. Nach ein paar wenigen hundert Metern (350 Meter) erreicht man eine Kreuzung, an der die rote Wanderwegmarkierung ziemlich unauffällig geradeaus auf einem Pfad weiter verläuft. Der Weg steigt an, um dann auf einem Gratweg am Vétrovec (Rauschenberg) vorbei zu gehen. Kurz vor Mezní Louka (Rainwiese) fällt der Wanderweg dann wieder ab und man erreicht die Ortschaft an der Siedlung mit den kleinen Hütten. Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die nur an wenigen Stellen überlaufen war, ein paar nette Aussichten hatte und mit der man sonst wunderbar durch die Böhmische Schweiz wandern kann.

Hanelberg

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich Wanderfreunden von dem seltsamen Platz um und auf dem Hanelberg erzählt habe und wir uns das gleich mal zusammen anschauen wollten. Natürlich könnte man einfach über die Alte Nixdorfer Straße hin und zurück gehen, aber solche Wanderungen sind nicht mein Ding und so haben wir uns einen Bogen durch das Weißbachtal ausgedacht. Blöderweise hat es an dem Tag, an dem wir uns verabredet hatten, ordentlich geregnet, aber wer möchte sich schon als Weichei entlarven und so waren wir beim Start noch guter Dinge, weil die unterschiedlichen Wetterberichte ab Mittag bzw. 11:00 ein Ende des Regens ankündigten. Leider sollte die Realität ein wenig anders aussehen. Deshalb sind aber auch alle Fotos in der Wanderbeschreibung aus anderen Wanderungen hinzugefügt, da keiner von uns seinen Fotoapparat aus der Tasche herausholen wollte.
Der Startpunkt liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf und von hier geht es in Richtung Neudorf. Dazu folgt man der Museum_Waldarbeiterstube_Hinterhermsdorf_kleinWanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich vom Parkplatz nach rechts. Zuerst passiert man das Erbgericht und nach ein paar Metern die Waldarbeiterstube des Heimatvereins Hinterhermsdorf (www.heimatverein-hinterhermsdorf.de). Auf der linken Hangseite steht die Engelkirche, auf deren Kirchhof sich ein Abstecher nicht nur wegen der sehenswerten Gräber, sondern auch für die nette Aussicht lohnt.
Ein paar Meter hinter der Waldarbeiterstube biegt nach links die Neudorfstraße mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ab. Auf dieser Dorfstraße geht es ein paar Meter entlang. Auf der linken Straßenseite fällt ein großes Haus mit Backsteinklinkern auf. Es handelt sich um den ehemaligen Verwaltungssitz der Forstbehörde für das Revier Hinterhermsdorf, das aber heutzutage als Kindergarten genutzt wird. Gleich anschließend kann man hinter den Wohnhäusern die großen Hallen der STAHL- UND ANLAGENBAU GmbH (www.sab-hinterhermsdorf.de) entdecken. Am Ende dieses Firmengeländes startet nach links ein wenig versteckt die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Auf diesem Weg wird die Ortschaft verlassen. Auch dieser markierte Wanderweg wird nur ein kurzes Stück von 400 Metern verfolgt, um dann an der ersten Möglichkeit nach rechts abzubiegen. Dieser Feldweg schlängelt sind super angenehm über die Ebene des Langk. Nach ¾ Kilometer sieht der Wanderweg an einem Wohnhaus so aus, als ob es nicht weiter geht, aber man kann sehr einfach vor dem Gebäude vorbeispazieren.
Dann geht es noch mal ½ Kilometer auf ziemlich gleichbleibender Höhe weiter bis zu den nächsten Häusern. Hier wandert man nach links und schon nach ein paar wenigen Metern erreicht man das nächste etwas abgelegene Haus. Auch hier sieht es so aus, als wäre der neue_Andachtsbuche_kleinWeg nur noch eine Zufahrt, aber auch dieses Haus kann mit einer kleinen Schleife umrundet werden und dahinter geht es weiter. Sehr interessant ist, dass man hier einen kleinen, in die Erde versenkten Pool passiert, der auch als Fischteich benutzt wird. Bald erreicht der Wanderweg die Kalkstraße, die nach links weiter gewandert wird. Hier geht es relativ angenehm aufwärts. Zwischendurch wird ein Buchenstumpf, eine neu gepflanzte Buche und eine kleine Tafel passiert. Es ist schon wirklich beeindruckend, dass die junge Buche im Jahre 2003 gepflanzt worden ist und immer noch so ein zierliches Bäumchen ist.
Insgesamt führt die Wanderung fast 2 Kilometer auf der Kalkstraße ganz angenehm ansteigend aufwärts, auch wenn es zwischendurch doch schon ein wenig langweilig sein kann. Da kann man sich freuen, wenn man einen angenehmen Gesprächspartner mit ein paar interessanten Themen hat. Ganz besonders, wenn es immer noch regnet. Nach den besagten 2 Kilometern erreicht die Kalkstraße eine größere Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich. Hier verlässt die Wanderung die Kalkstraße und biegt vor der gelben Wanderwegmarkierung nach rechts ab. Bei diesem Waldweg handelt es sich um den historischen Zeidlerweg, der aber durch die Zeiten der ernstzunehmenden Grenze in Vergessenheit geraten ist. Der Weg wird heutzutage wirklich nur noch ganz selten benutzt, ist aber trotzdem sehr angenehm und auch relativ leicht zu erkennen. Erst ganz kurz vorm Weißbach wird der Waldweg schwer erkennbar, das liegt aber nur daran, dass die paar Wanderer auf dem Weg sich zerstreuen und durch den flachen Wald bis zum markierten Weg gehen. Am Weißbach stößt man mal wieder auf die Wanderwegmarkierung gelber Strich, die aber auch nur überquert wird. Die beste Stelle zum Überqueren des Weißbaches ist Bach_und_alter_Zeidlerweg_kleindie nördliche Grenze der böhmischen Kernzone. Die Grenze ist sehr gut an den rot beringten Bäumen (Grenzsteinnummer 21) zu erkennen. Hier plätschert ein kleines Bächlein in den Weißbach und ein Trampelpfad führt ein paar wenige Meter ins Böhmische hinein. Schon nach 10 Metern weist ein Schild auf die Kernzone hin und hier biegt nach links ein ordentlicher Waldweg ab. Auf diesem geht es leicht ansteigend nach links. Die ersten paar hundert Meter verläuft der Weg in einer ziemlich tiefen Furche und dann durch einen der typischen Nutzwälder. Solche Furchen haben bei Regen den sehr unangenehmen Effekt, dass sich ziemlich viel Wasser drin sammelt und einem dann entgegen gelaufen kommt. Aber immerhin kann man damit sehr gut testen, wie wasserfest die Wanderschuhe sind. Ich war überrascht, dass meine Wanderschuhe (hohe Lowa Zephyr GTX) tatsächlich nach 4 Stunden Wassertreten immer noch trocken waren.
Nach 1 ½ Kilometern auf diesem Waldweg erreicht man eine Weggabelung mit einer Hütte in der Mitte. Es handelt sich um eine Wildfütterungsstelle, die auf der links Seite passiert wird, um dann nach ein paar hundert Metern den Waldrand zu erreichen. Der Wanderweg ist außer den paar Metern an der Grenze über die gesamte Strecke sehr einfach zu erkennen und so erreicht man nach Kasernengebaeude_Hanelberg_kleinfast 3 Kilometern die Schienen vor Mikulášovice (Nixdorf). Die Schienen werden für diese Wanderung nicht überquert, sondern es geht im spitzen Winkel auf dem linken Feldweg zurück in Richtung Deutschland. Nach einem Kilometer sieht man rechts vom Feldweg einen bewaldeten Hügel und zumindest im Frühjahr 2012 die Ruine eines langgezogenen Gebäudes. Fahrzeughalle_Hanelberg_kleinDas gesamte Areal ist zwar früher mit einem stabilen Zaun umgeben gewesen, aber dieser hat heutzutage so viele Löcher, dass man gleich an mehreren Stellen sehr einfach auf das Gelände kommt. So stehen auf beiden Seiten die Zugänge/Tore sperrangelweit offen und man gelangt ohne Anstrengungen bis hoch auf den Hanlův vrch (Hanelberg). Sehr ungewöhnlich ist die große betonierte Fläche auf dem Gipfel. Hier hat angeblich zu Zeiten des kalten Krieges eine russische Radarstation gestanden, was man sich mit den heutigen Spuren noch sehr gut vorstellen kann. Auf mehreren Wanderkarten ist zwar der Hanlův vrch (Hanelberg) als Aussichtpunkt eingezeichnet, aber selbst im Winter hat man überhaupt keine freie Blickachse in irgendeine Himmelsrichtung.
Über den eigentlichen Hauptzugang, der auch betoniert ist, geht es wieder herunter. Durch das große Tor wird das Gelände verlassen und es geht weiter geradeaus in Richtung Deutschland. Der Feldweg ist mit einem netten Feldrain gesäumt und erreicht nach ½ Kilometer die Alte Nixdorfer Straße. Dieser Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und führt links wieder zurück nach Hinterhermsdorf. Man passiert den gut gesicherten Fußgänger-Grenzübergang und hier stehen gleich auf beiden Seiten mehrere Informationstafeln, die sehr gut über ein paar Hintergründe zur Böhmischen und Sächsischen Schweiz aufklären. So sind auf der deutschen Tafel gleich mehre grenzübergreifende Wanderwege beschrieben. Eine der tschechischen Tafeln beinhaltet eine Landkarte mit dem sehr ungewöhnlichen Maßstab 1:150.000. Was so ein Maßstab an einem Rad- und Wanderweg macht, hat sich uns nicht so ganz erschlossen.
Auf der deutschen Seite der Alten Nixdorfer Straße wechselt die Wanderwegmarkierung in den blauen Strich blauer Strich und es geht ziemlich angenehm auf das letzte Teilstück der Wanderung. Reflektor_Geocache_kleinHier wird der Weifberg mit dem Aussichtsturm passiert und wem auf der Wanderung eine ordentliche Aussicht gefehlt hat, der hat hier eine einfach zu erreichende Möglichkeit hierzu. Auf unserer Wanderung habe ich gelernt, dass es von den Geocachern (Schnitzeljagd mit technischem Spielzeug) auch Aktionen in der Nacht gibt. Dabei sind bestimmte Stellen mit reflektierenden Stäbchen gekennzeichnet, die man über riesige Entfernungen erkennen kann. Ich war wirklich überrascht, dass so ein kleines Stäbchen am Zugang zum Weifberg auf eine Entfernung von ¼ Kilometer gesehen werden kann.
Am Ortsrand von Hinterhermsdorf befindet sich auf der linken Seite ein privater Parkplatz mit so einigen Grenzsteinen, die alle sehr unterschiedliche Geschichten erzählen. Damit erreicht die Wanderung auch bald wieder ihren Ausgangspunkt. Blöderweise hat es bei uns auf der gesamten Strecke geregnet und wir konnten die Runde überhaupt nicht so richtig genießen. Aber auch bei perfektem Wanderwetter ist es ganz sicher, dass dieses eine sehr ruhige Wanderung ist und man nur ganz wenige Mitmenschen antrifft.