Luchspfad Mezní Louka

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Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 2,00 km
Höhenunterschied:
ca. 60 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Mezní Louka (Rainwiese) - roter Strich - Kozí Hřbet (Ziegenrücken) - Luchspfad - roter Strich - Kozí Hřbet (Ziegenrücken) - Mezní Louka (Rainwiese)

Luchspfad Mezní Louka

Nachdem wir gerade den kleinen Bogen auf dem Bad Schandauer Luchsweg unternommen haben, fiel uns ein, dass es auch noch einen Luchspfad bei Mezní Louka (Rainwiese) gibt. Als wir das letzte Mal die Runde zum Prebischtor und dann über den Gabrielina stezka (Gabrielensteig) nach Mezní Louka (Rainwiese) gewandert sind, haben wir zwar den Eingang zum Luchspfad gesehen, ihn aber wie der größte Teil der Wanderer ignoriert. Dieses Freigelände lebt unberechtigter Weise ein ähnlich unbeachtetes Dasein wie die Waldhusche in Hinterhermsdorf. Da geben sich die beiden Nationalparks so eine Mühe, den Besuchern die Natur näher zu bringen und die gehen einfach dran vorbei. Wir haben auf jeden Fall einen netten Ausflug mit unseren beiden Mädels dorthin unternommen und uns über die vielen Stationen gefreut.

Der Startpunkt ist Mezní Louka (Rainwiese) mit seinen vielen unterschiedlichen Parkmöglichkeiten. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Pravčická brána (Prebischtor). Gleich am Ortsausgang befindet sich links eine Nationalparkinformationsstelle, an der Karten, schoene_Ferienhaeuser_Mezni_Louka_kleinKalender und Bilder verkauft werden und auf der rechten Seite eine Ferienhaussiedlung mit schicken Häusern. Der jetzt folgende Waldweg heißt Kozí Hřbet (Ziegenrücken), wird aber für diese Wanderung nur wenige Meter (ungefähr 100 Meter) genutzt. Dann steht rechts eine Tafel, die den Luchspfad beschreibt und ein Pfad führt in den Wald. Auf der Tafel kann man schnell erkennen, dass es sich eigentlich um zwei Pfade von 0,3 Kilometer und 0,8 Kilometer handelt. Luchspfad_TafelAuch wenn beide Pfade mit so einigen Stationen ausgestattet sind, so deuten die Zeitangaben von ½ – 1 Stunde für die kleinere Runde und 1 – 2 Stunden für die „größere“ Runde auf ein genüssliches Schlendern hin. Beide Pfade lassen sich perfekt miteinander verbinden und es entsteht ein netter kleiner Bogen.

Nachdem man den Pfad 100 Meter in den Wald gewandert ist, biegen links der kürzere und rechts der längere Weg ab. Wir haben die Runde nach rechts gewählt. Nacheinander tauchen hier die folgenden Stationen auf:

Station: Was wächst hier?
An dieser Station werden einige Pflanzen (Stieleiche, Vogelbeere, Waldkiefer, Brombeere usw.) aus dem Wald auf Tafeln vorgestellt und sind in der Nähe auch anzutreffen.
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Station: Das Waldhochhaus
Auf dem Fußboden der Station ist ein schlanker Baum abgebildet und in den einzelnen Höhen kann man dann passend die jeweils dort lebenden Tiere entdecken.
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Station: Unauffälliges im Wald
Hier kann man über drei unterschiedliche Vorrichtungen in den Wald blicken und dadurch Details entdecken, die man sonst einfach übersieht.
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Station: Spaziergang durch eine neue Wildnis
So ein Spaziergang über eine Hängebrücke macht nicht nur auf einem Spielplatz Spaß, sondern auch in der relativ steilen Fassung in der Natur.
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Station: Erholungszentrum im Wald
Dass hier genau für unsere Familie passend sehr schöne Liegestühle stehen ist wirklich perfekt.
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Station: Holzhusche
Sehr ungewöhnlich. In Tschechien darf man tatsächlich selber einen Baumstamm die Rinne hinunterschubsen.
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Station: Wald-Dendrophon
Es ist ziemlich überraschend, dass nicht nur die Länge, sondern auch die Holzsorte einen Einfluss auf den Klang hat.
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Station: Waldtümpel
Eine geniale Idee, nicht nur einen langweiligen Steg über den Tümpel zu bauen, sondern so ein nettes Kunstwerk anzulegen.
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Station: Olympische Spiele der Tiere
Hier darf man zwar nicht selber springen, aber sehr interessant sind die Sprungweiten schon. Sehr unterhaltsam ist der weiteste Springer: Mike Powel mit 8,95 Meter.
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Station: Leben in einer Baumhöhle
Die einzige Station auf der gesamten Runde, die schon ein wenig abgenutzt aussah.
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Station: Was geschieht unter der Rinde?
Tolle Station, die bestimmt richtig viel Arbeit war. Sehr anschaulich und trotzdem perfekt zum Spielen.
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Station: Unauffälliger Schmetterling
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Dann geht es auf dem kürzeren Pfad wieder zurück. Dabei wandert man dann entgegen der eigentlichen, vorgeschlagenen Richtung. Hier passiert man dann die folgenden Stationen:
Station: Waldpavillon
Da in dem schönen Pavillon gerade eine Gruppe Wanderer ihre Rast machte, gibt es kein Foto von dem Rastplatz.
Station: Spannweite der Flügel
Es ist beeindruckend, wie riesig manche der Vögel sind. Wenn man das Glück hat und mal z.B. einen Schwarzstorch von unten sieht, hat man keinerlei Größenvergleich und so scheint er knapp größer als eine Amsel. Hier kann man gut sehen, dass die Spannweite doch ein ganzes Stück größer ist.
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Station: Reise in die Vergangenheit
Ganz schön seltsam, wenn ein Walderlebnispfad des Nationalparks den Auerhahn als ausgestorben bezeichnet, aber gleichzeitig wegen diesem Tier der Grenzweg gesperrt ist.
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Station: Gedächtnis der Bäume
Diese Station sieht durch ihre Glasplatte sehr gut aus, aber ob das so ein paar Jahre hier draußen überlebt ist fraglich.
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Station: Spurensuche
Wie auch immer man die Fußabdrücke in die Bretter gemacht hat, es sieht besonders lustig beim Baummarder aus.
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Station: Barfuß wie die Tiere
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Station: Wieviel wiegen wir?
Das ist eine super Idee, das Gewicht der Tiere als kleine Fitnessübung zu verpacken. Jetzt weiß man auch als Erwachsener, warum bei einem Wildunfall die Fahrzeuge so verbeult aussehen.
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Station: Was schmeckt uns?
Überraschend war für uns, dass der Schwarzstorch als Nahrung Fische liebt. Bisher dachten wir eher an Frösche und andere Wiesenbewohner.
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Nach diesem kleinen Bogen geht es wieder auf dem Kozí Hřbet (Ziegenrücken) nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.

Diese Runde ist eher ein kleiner Spaziergang, der aber sehr gut dazu benutzt werden kann, die Kinder an die frische Luft zu locken und dabei noch eine Kleinigkeit von der Natur zu lernen. Natürlich lässt sich dieser Bogen auch ganz hervorragend in die Prebischtorrunde einbauen. Wenn sich der Nationalpark schon so viel Mühe gibt, dann sollte man so eine Stelle auch besuchen.

Kellertafel

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mir ein netter Leser unserer Webseite einen echten Brief – auf Papier, mit der Post! –  geschickt hat. Ich muss ehrlich zugeben, das habe ich noch nie erlebt und es hat mich wirklich gewundert und total erfreut. Der Brief bestand aus zwei gut beschriebenen Wanderungen, wovon diese Wanderung hier eine ist. Der Startpunkt befindet sich an der Kirche von Jetřichovice (Dittersbach). Vor der Kirche befindet sich ein mittelgroßer Parkplatz, auf dem ich bisher seltsamerweise immer einen Platz gefunden habe. Kirche_Dittersbach_Heiliger_Johannes_Nepomuk_kleinDie ersten Schritte der Wanderung führen zur Kirche hinauf und dann rechts neben der Kirche aus der Ortschaft hinaus. Neben der Kirche steht eine Tafel, auf der ein bisschen zur Kirche, dem Friedhof und dem Pfarrhaus erklärt ist. Etwas irritierend ist, dass dort steht, dass die Kirche 1992 – 93 erneuert wurde. Irgendwie kann ich mir das nur schwer vorstellen. Vermutlich ist eher eine Sanierung zu dem Zeitraum gemeint.

Knapp hinter dem Ortsrand hat man einen sehr netten Blick auf die Felsen Rudolfstein, Wilhelminenwand und Marienfelsen. Auf der linken Wegseite beginnt bald ein Wald, der sich rund um den unscheinbaren Michelův vrch, oder auch Vyhlídka genannt, (Michelsberg) erstreckt. Zwischen dem Gipfel und dem Feldweg befindet sich der Felsen Kočičí kostel (Katzenkirche). Vom Weg aus gesehen wirkt der Felsen nicht gerade besonders aufregend, aber wenn man am Ende der Wanderung nochmal auf den Michelův vrch (Michelsberg) blickt, sieht man, dass es sich um eine relativ hohe, freistehende tolle_Bank_Katzenkirche_kleinFelsnadel handelt, die schon was Besonderes ist. Es sieht ganz schön lustig aus, da der Felsen richtig nett aus dem Wald herausragt. Vollkommen platt war ich von der Holzbank, die gleich am Wegesrand steht. Irgendwie bin ich ja schon dran gewöhnt, dass die Rastplätze im Böhmischen einfach viel einladender als auf der deutschen Seite sind. Aber diese Bank hat so tolle Schnitzereien, dass man unweigerlich eine Rast einlegen muss.

Ganz wenige Meter (ca. 60 Meter) weiter steht wieder auf der linken Wegseite das Johanka-Michel-Flurkreuz. Kreuz_Peters_Wald_kleinAuch hier sieht man, dass fleißige Hände sich um die Pflege kümmern. Das Kreuz ist frisch saniert und auf der Vorderseite steht der Text: „Vaterlein deine Hunde empfehle ich meinen Geist 1819“. Hier war sich wohl jemand mit dem Text nicht ganz so sicher, denn eigentlich müsste es doch eher heißen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Aber vielleicht irre ich mich auch. Die Wanderung folgt in einem Bogen dem Weg und nach ¼ Kilometer geht es nach rechts am Waldrand weiter aufwärts. Bei diesem Weg handelt es sich um die Česká silnice (Böhmerstraße), einen uralten Verkehrsweg von Böhmen in die Lausitz. Nach ein paar hundert Metern (400 Meter) auf diesem Weg stand auf der rechten Wegseite das Fiedlerův kříž (Fiedlers Kreuz). Im Sommer 2016 haben davon aber nur noch zwei Sandsteinblöcke dort gelegen. Ich habe das Kreuz vor ein paar Jahren schon mal in einem besseren Zustand gesehen und gehe mal davon aus, dass es gerade zur Sanierung entfernt wurde. Hoffentlich.

Die Wanderung führt die nächsten 700 Meter auf fast gleichbleibender Höhe entlang und erreicht die kleine Nischenkapelle Kapelle_am_Gohlisch_kleinKaple na Kolišti (Kapelle am Gohlisch) mit einem wiederhergestellten Ölgemälde. Die Inschriften links und rechts der Nische sind „M.A. Kny“ und „J. Kny“ und unterhalb befindet sich die Jahreszahl 1840. Das Gemälde zeigt das Jüngste Gericht und hat mich wirklich wütend gestimmt. Irgendein Idiot hat mit einem Edding links unten deutschen Mist draufgeschrieben. Wie bekloppt ist der Mensch eigentlich, der mit einem schwarzen Stift wandern geht und dann die ordentliche Arbeit eines Malers so verschandelt. Es ist schon schlimm genug, mit einem Stift auf Geländern und Stangen herumzukritzeln, aber das geht eindeutig viel zu weit. Ich schäme mich dafür, dass ein deutscher Idiot so dreist ein Kulturgut missachtet und die Arbeit anderer beschädigt.

Ganz wenige Meter hinter der Kapelle befindet sich die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man nach rechts den Hang hinauf folgt. Der sogenannte Jubiläumsweg ist auf den ersten Metern durch 70 Höhenmeter etwas anstrengender, aber dann ist es ein sehr angenehmer Weg. Im Übergang von Aufstieg zu flachem Weg steht eine Tafel des Dittersbacher Lehrpfades, die nett erklärt, dass sich früher in der Schlucht eine Waldhusche (Rutsche für Baumstämme) befunden hat. Das kann man sich sehr gut vorstellen und die Stämme dürften gut was an Geschwindigkeit gewonnen haben. Auf dem horizontalen Wanderweg passiert man mehre Aussichten mit mehr oder weniger guten Blicken in Richtung des Rosenbergs. Nach 1 ½ Kilometern auf dem roten Strich erreicht man eine Stelle namens Pohovka (Kanapee). Hier steht seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, eine Bank und heutzutage ist es wieder mal eine Bank, die ihrem Namen alle Ehre macht. Es ist ein richtig langes Exemplar mit Schnitzereien. Gedenktafel_Kessler_kleinLeider gibt es kein ordentliches Foto davon, weil immer schon irgendjemand darauf saß, wenn ich vorbeigekommen bin. Wenn man nach rechts ein paar Meter (140 Meter und 25 Höhenmeter) den Hang hinabsteigt, erreicht man eine Gedenktafel an Rudolf Georg Kessler. Er ist Oberförster, Erbauer der gerade begangenen Forststraße und Ehrenbürger von Dittersbach gewesen.

Die Wanderung geht aber wieder hinauf zum Pohovka (Kanapee) und dann geradeaus ohne Wanderwegmarkierung oder Wegweiser weiter. Schon nach etwas mehr als  ½ Kilometer auf dem bequemen Forstweg erreicht man einen breiten Waldweg auf der rechten Seite. Der Waldweg wird Königsteichgrund genannt und ist angenehm zu wandern. Ich glaube, dass sich hier nur sehr wenige Wanderer hinein verirren. Meistens dürfte es noch der Jäger sein, da nach ein paar hundert Kreuz_Storms_Kinder_kleinMetern eine Wildfütterung auftaucht. Knapp oberhalb dieser Futterkrippe ist auf der linken Hangseite ein Kreuz mit der Jahreszahl 1855 zu sehen. Dabei handelt es sich um eine traurige Stelle, an der zwei Kinder sich verirrt haben und eins dadurch gestorben ist. Beide hießen mit Familiennamen Storm (wobei sie aus unterschiedlichen Familien gestammt haben sollen) und deshalb wird die Stelle Stormovy děti (Storms Kinder) genannt.

Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg zurück und dann nach rechts für 800 Meter den Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) weiter. Dann erreicht man den Radweg 3029. Eigentlich würde die Wanderung nach rechts weiter gehen, aber da das Ziel dieser Wanderung ist, möglichst viele der Kleindenkmale in dem Gebiet anzusehen,  geht es zuerst mal nach links weiter.

Der Weg durch den Velký Mokrý důl (Großen Nasser Grund) ist sehr angenehm zu wandern und obwohl es einer der gut ausgebauten Radwege ist, begegnen einem nur selten Radfahrer. Schon eher sind es diese großen Treträder, die man oben in Balzhütte ausleihen kann. Die Wanderung erreicht nach einem ¾ Kilometer die Triefbartel_kleinČeská silnice (Böhmerstraße) und hier geht es 50 Meter nach links. Hier befindet sich eine weitere Nischenkapelle mit dem Namen Triefbartel. In der Nische steht heutzutage ein Bild mit der Krönung der Jungfrau Maria. Unterhalb der Nische stehen mehrere Nameskürzel (Jos R, St R, Joh R und NC) und darüber ist die Jahreszahl 1861 eingemeißelt.

Die Wanderung führt wieder zurück auf dem Radweg 3029 und nach dem bekannten ¾ Kilometer über die Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) hinweg in den Táborový důl (Lagergrund). Etwas mehr als einen Kilometer hinter der Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) biegt nach rechts eine deutlich sichtbare, breite Schlucht ab. Im Sommer 2016 standen eine Vielzahl an kleinen Fichten, Tannen und Kiefern in der Schlucht namens Medvědí díry (Bärenlöcher). Nach ein wenigen Metern (höchstens 130 Meter) gabelt sich die Schlucht und es geht nach rechts weiter. Dann wird es etwas feuchter und man erreicht einen Felsabsatz von ungefähr 2 Meter Höhe. noch_intakte_Holzleiter_kleinHier stand bis im Sommer 2016 eine Leiter. Irgendwie erschien mir das Exemplar schon ziemlich marode und deshalb bin ich links an der Wurzel hochgeklettert. Bis ganz oben kam ich aber so nicht, deshalb bin ich doch noch rüber auf die vorletzte Sprosse getreten. Rasend schnell war ich wieder unten und meine Hose hatte ein riesiges Lüftungsloch. Jetzt stehen dort leider nur noch zwei halbe Leitern – eine rechte und eine linke Hälfte… Ohne Leiter erschien mir der Absatz als unüberwindbar, aber ein paar Meter den Grund zurück befindet sich an der linken Seite eine schmale Spalte, durch die man ganz gut aufsteigen kann. Schon ist die blöde Stelle umgangen und man kann die letzten paar Meter (ca. 150 Meter) in der Schlucht aufsteigen. Kellertafel_kleinDie Gedenktafel an Rudolf Keller befindet sich an der rechten hinteren Felswand. Normalerweise kann man die Schrift nicht ganz so gut erkennen, aber für das Foto habe ich sie mit Kreide nachgezeichnet. Herr Keller ist im Frühjahr 1899 verschwunden und bei den Zahlen unter dem Namen handelt es sich um den Tag, an dem die Leiche gefunden wurde (26.9.1899). Es wird vermutet, dass Herr Keller von Wilderern getötet wurde.

Für die weitere Wanderung muss man wieder aus der Schlucht heraus bis auf den bekannten Radweg 3029 bzw. Táborový důl (Lagergrund). Auf diesem asphaltierten Weg geht es nach links zurück, bis nach etwas weniger als einem Kilometer rechts der Balzgrund abgeht. Diesem gut ausgebauten Waldweg wird ganz leicht aufsteigend gefolgt, bis nach 300 Metern rechts ein Pfad abbiegt. Dieser heißt Kramářův důl und ist ein netter kleiner Weg, der erst ganz am Ende etwas schwieriger wird. Auf dem ersten ½ Kilometer ist das Maximum an Schwierigkeit der etwas matschige Untergrund und dann kommt ein Anstieg, bei dem nicht die Steigung, sondern eher die Wegfindung das Problem ist. Zwischendurch gabelt sich die Schlucht und hier empfiehlt es sich, die rechte Seite zu nehmen. Solange man aufsteigt, ist man aber immer auf dem richtigen Weg und man landet automatisch auf dem Weg zwischen der Panenská jedle (Jungferntanne) und Na Tokání (Balzhütte). Markiert ist dieser breite Waldweg mit dem blauen Strich blauer Strich und wird nach rechts weiter gewandert. Felsen_mit_Gedenktafel_Neumann_kleinSchon in dem nächsten Grund auf der rechten Seite liegt eine größere Felsmurmel, an der eine kleine Granittafel mit der Inschrift  „Dem Andenken an unseren lieben Gatten u. Vater Johann Neumann Holzschläger aus Dittersbach, welcher hier am 5. Dez. 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tötlich Verunglückte.“ abgebracht ist.

Nach insgesamt einem Kilometer erreicht man das erste Haus der Siedlung Na Tokání (Balzhütte). Kreuz_Balzhuette_kleinHier steht auf der linken Seite ein gut gepflegtes Kreuz und das Haus beinhaltet eine Gaststätte, in der man ganz hervorragend zu sehr angenehmen Preisen essen kann. Die Siedlung besteht aus nur drei größeren Häusern. Schwimmbecken_Balzhuette_kleinDem mittleren Haus gegenüber versteckt sich etwas sehr Ungewöhnliches. Wenn man über die Wiese und dann den gut sichtbaren Pfad entlang ein paar Meter hochsteigt, erreicht man ein Schwimmbecken im Sandsteinfelsen, das zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr gefüllt wurde, aber trotzdem eigentlich schön aussieht.

Die Wanderung geht weiter auf dem blauen Strich auch noch am letzten (eigentlich ist es eher das erste) Haus vorbei. Auch hier ist eine Gaststätte drin, in der man gut einkehren kann. Rollerverleih_Balzhuette_kleinGleich am Wegrand befand sich im Sommer 2016 eine Roller-Ausleihstation. Genau solche großen Roller waren mir schon im Táborový důl (Lagergrund) begegnet und die Fahrer sahen so aus, als ob sie einen riesigen Spaß hätten. Das Lustigste ist, dass man die Strecke nur abwärts fährt und dann irgendwie (Bus oder Shuttleservice) wieder hoch kommt. Zur blauen Wanderwegmarkierung stößt knapp hinter Na Tokání (Balzhütte) der gelbe Strich gelber Strich hinzu. Kurz danach biegt der blaue Strich links ab, aber wir folgen dem gelben bis zum nächsten Rastplatz in einem Kilometer Entfernung.  Hier zweigt nach rechts der Zugang zum Rudolfův kámen (Rudolfstein) ab. Von dem Rastplatz bis zum Felsfuß sind es 400 Meter und dann geht es mit einer leichten Klettereinlage hoch bis zur Aussicht bzw. der Schutzhütte. Oelgemaelde_Fuerst_Rudolf_Kinsky_kleinDer Rundumblick von hier oben ist wirklich toll. Sehr amüsant sind zwei Bilder in der Hütte, die meiner Ansicht nach gestempelt sind. Das eine ist eine Libelle und das andere eine Bärentatze. In einer Ecke der Hütte hängt auch noch ein sehr gelungenes Ölgemälde von Fürst Rudolf Kinský (1802 – 1836).

Nun geht es den gleichen Weg zurück bis zu dem Rastplatz. Jetzt folgt man dem roten Strich roter Strich weiter geradeaus. Der Weg ist ziemlich angenehm zu wandern und gleich an mehreren Stellen kann man sehen, dass dem Komfort der Strecke ganz schön nachgeholfen wurde. Mehrmals ist der Felsen so entfernt worden, dass ein bequemes Vorwärtskommen möglich ist. Nach einem ¾ Kilometer weist ein Schild auf die Vilemínina stěna (Wilhelminenwand) hin. Oelgemaelde_Fuerstin_Wilhelmine_Kinsky_kleinAuch wenn es eine ganz ähnliche Stelle wie der Rudolfův kámen (Rudolfstein) ist, so kommt man so einfach zu der Aussicht, dass man sie einfach nicht auslassen sollte. Die Aussicht ist nach Fürstin Wilhelmine Kinský (1804 – 1870) benannt, sie war die Ehefrau des eben schon erwähnten Fürsten Rudolf Kinský. Von dieser Aussicht kann man sehr schön nach links auf den Mariina skála (Marienfelsen) und geradeaus nach Jetřichovice (Dittersbach) und den Rosenberg blicken. Die verbrannten Bäume am Mariina skála (Marienfelsen) sehen sehen noch ziemlich hässlich aus, aber man kann schon sehr gut die neue Vegetation sehen und auch die vielen unterschiedlichen Bäumchen.

Genau dorthin soll es als nächstes gehen und so muss man zuerst die paar Meter wieder zurück Balzers_Lager_kleinbis auf den markierten Wanderweg (roter Strich roter Strich) und dann nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern geht es ein paar Höhenmeter hinunter und man erreicht eine Stelle namens Balzerovo ležení (Balzers Lager). Eigentlich ist es nichts anderes als ein überhängender Felsen, aber man kann gleich Rastplatz_Balzers_Lager_kleinmehrere uralte (aus z.B. den Jahren 1632 und 1856) Inschriften im Felsen finden und zwei wunderbare Sitzplätze. Die Wanderung geht noch ein paar hundert Meter weiter, bis nach rechts der Weg zur letzten Aussicht des Tages, hoch zum Mariina skála (Marienfelsen) abbiegt. Die Aussicht wird über ein paar viele Stufen erreicht. Das war für mich etwas ungünstig, da meine Hose ja am Hintern zerrissen war und wenn man dann die Stufen hochgeht, sieht das für die nachfolgenden Wanderer sehr unterhaltsam aus. Aber für den Blick vom Felsen herunter muss man so etwas schon mal in Kauf nehmen.

Für das letzte Stück der Wanderung geht es wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich nach rechts weiter. Der Abstieg ist relativ schnell geschafft Kindererholungsheim_Dittersbach_kleinund man passiert noch das ehemalige Kindererholungsheim (das im Sommer 2016 immer noch leer steht). Schon ist man wieder am Anfangspunkt der Wanderung in Jetřichovice (Dittersbach) angekommen. Die Wanderung ist auf jeden Fall die Runde mit den meisten Zwischenstopps, was man auch an der Länge der Beschreibung gut sehen kann. In meinem Fall hat mir die Wanderung ein paar Minuspunkt durch den Zusammenbruch der Leiter beschert, aber dafür bin ich dann auch gleich wieder bei der Näherin für Outdoor-Bekleidung (www.kalhoty-kb.cz) in Chřibská (Kreibitz) vorbeigefahren und habe mich mit drei neuen Wanderhosen ausgestattet. Die Schneiderin und ihr Mann haben ganz schön amüsiert geschaut, als sie meine Rückseite sahen.

Burg Fredewald

Nachdem ich mal wieder gemeint hatte, dass ich es besser könnte als einer meiner netten Hinweisgeber, musste ich die Wanderstrecke dann doch wenigstens in Teilen noch einmal wiederholen. In diesem Fall ist es die Wanderstrecke Lehrpfad Kaltenberg. Ein Leser hatte mir die Empfehlung für die Strecke geschickt und ich hatte unterwegs beschlossen, konsequent auf dem Lehrpfad zu bleiben. Damit war ein häßliches Stück Wanderung auf einer böhmischen Landstraße enthalten, was in der Ursprungsempfehlung mit genau dieser Wanderung umgangen worden wäre. Also kommt hier die Erweiterung zu dieser Runde, die aber auch als separate Runde sehr empfehlenswert ist.

Der Startpunkt liegt unterhalb der Burg Fredewald an der Straße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Mlýny (Hillemühl). Von dem Parkstreifen geht es über die kleine Brücke der Kamenice (Kamnitzbach) auf die gegenüberliegende Bachseite. Zuerst wandert man noch ein paar wenige Meter horizontal, bis rechts hinten der gut sichtbare Waldweg aufsteigt. Wasserwerk_am_KamnitzbachGenau an dieser Stelle kann man links ein paar Meter neben dem Weg eins der alten Wasserwerke entdecken. In diesem Fall ist es das schönste in dem gesamten Bereich. Der Aufstieg erfolgt über 350 Meter und 80 Höhenmeter. Dann erreicht man einen Bergsattel, von dem man schon mal einen netten Blick auf der anderen Seite hinunter hat. Die Wanderung geht nach links (vom Aufstieg aus gesehen) weiter. Ausgeschildert ist der rote Pfeil und der Herdstein und Střední vrch (Mittenberg). Nach ½ Kilometer erreicht man ein Schild mit dem Namen Herdstein. Das komische ist, dass sich dieser vollkommen uninteressante Berg gar nicht an dieser Stelle, sondern ½ Kilometer nördlich befindet. Wenn aber jeglicher Hügel in Tschechien inzwischen einen tschechischen Namen hat, aber der Herdstein immer noch Herdstein heißt, dann ist das vermutlich auch schon ein Zeichen, wie uninteressant der Hügel ist. Viel besser ist der Střední vrch (Mittenberg) und deshalb geht es schräg rechts weiter. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man eine Abstieg_Mittenberg_kleinKreuzung, an der man nach rechts weiterwandert. Schon bald fällt auf der linken Wegseite ein seltsamer Geröllhang auf, über den ein Pfad nach oben steigt. Der Untergrund besteht aus Basaltsteinen und deshalb sollte man bei feuchtem Wetter besonders aufmerksam sein. Nach 30 Höhenmetern ist auch schon der Aussicht_Mittenberg_kleinGipfel des Střední vrch (Mittenberg) erreicht und das Beeindruckenste ist die perfekte Rundumsicht ohne einen einzigen störenden Baum. Man kann wirklich gut in das Lausitzer Gebirge, die Sächsisch-Böhmische Schweiz und das Böhmische Mittelgebirge blicken.

Also wir dort oben gewesen sind, hat es ordentlich gepfiffen und deshalb war es nicht ganz so das Vergnügen und wir haben uns schnell wieder davongemacht. Am Ende des Auf- bzw. Abstieges geht es schoener_Rastplatz_Mittenberg_kleinnach links. Schon bald passiert man einen dieser gut gepflegten Rastplätze und nach insgesamt 200 Metern geht es rechts weiter. An der Stelle haben wir uns gut amüsiert, da ich die Wanderung als Weg für das Navigationssystem erhalten hatte und genau an dieser Stelle hat sich unser Ideengeber für diese Runde um ein Ministück verlaufen. Genau diesen Schlenker sind wir damit dann auch gewandert. In meinem aufgezeichneten Track ist jetzt aber diese Minischleife herausgelöscht. Nach 150 Metern geht es nochmal nach rechts und dann an der nächsten Möglichkeit (ca. 250 Meter) links herum. Abstieg_Hillemuehl_kleinAb hier wandert man auf einem abfallenden Waldweg bis runter nach Mlýny (Hillemühl). Der Weg ist angenehm zu gehen und man erreicht die Hauptstraße kurz hinter dem westlichen Dorfrand. Dieser Straße folgt man nach links für 200 Meter, um dann nach rechts auf die Straße hoch zur Kreuzbuche abzubiegen. Auch wenn die Straße asphaltiert ist, so trifft man nur ganz selten Fahrzeuge an. Das ist auch als Autofahrer ganz angenehm, da zwei Autos hier nur schwer aneinander vorbei können. Die Straße wird etwas mehr als ½ Kilometer aufwärts gewandert, um dann an der ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Hier wandert man auf einem netten Waldweg für zwei Kilometer mit einer leichten Steigung aufwärts. Ganz kurz vor der hässlichen Landstraße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Kytlice (Kittlitz) erreicht man einen Waldweg, dem man nach links folgt. Nach ein paar hundert Metern (ca. 400 Meter) stößt die rote Wanderwegmarkierung roter Strich hinzu, auf der es weiter geradeaus geht. Der Waldweg fällt ins Tal der Kamenice (Kamnitzbach) ab und eigentlich ist es ganz schön ungewöhnlich, dass sich hier unten früher eine Burg befunden hat. Kurz bevor man nach links in den untersten Teil des Abstiegs abbiegt, befindet sich geradeaus eine große Informationstafel zur Burg Fredewald. Leider ist die Tafel nur in Tschechisch geschrieben, aber es gibt zur Geschichte der Burg netterweise eine Wikipedia-Seite (de.wikipedia.org/wiki/Burg_Fredevald). Wenn es tatsächlich stimmt, dass die Mauer_Burg_Fredewald_kleinBurg schon 1440 erobert und dann zerstört wurde, dann ist es wirklich sehr verwunderlich, dass man noch so viele Spuren entdecken kann. So befindet sich gleich links vom Aufstieg eine große Mauer mit einem Fenster. Auf der rechten Seite ist eine Art Wall von einer ursprünglichen Mauer zu entdecken. Diese beiden Teile gehörten zum unteren Teil der Burg. Aussicht_Burg_Fredewald_kleinDer Aufstieg erfolgt über einen Pfad, der zwischendurch sogar eine Kette als Handlauf hat. Diese Hilfe benötigt man aber nur, wenn der Untergrund Aussicht_von_Burg_Fredewald_kleinnass ist und damit die Basaltsteine rutschig werden. Auf dem Gipfel befindet sich eine überraschende Aussicht, von der man schön in die bewaldete Landschaft und hinüber zur Ortschaft Kamenice (Kamnitz) blicken kann. Dadurch, dass der Gipfel ziemlich weit unten im Tal der Kamenice (Kamnitzbach) liegt, erwartet man eigentlich keine nennenswerte Aussicht.

Die letzten paar Meter dieser Wanderung führen auf der roten Wanderwegmarkierung bis zum Bach hinunter. Hierbei muss man ein kurzes Stück durch eine Senke abwärts wandern und bisher Basalt_Burg_Fredewald_kleinwar diese Stelle immer feucht und matschig. Es ist immer wieder unterhaltsam, wenn Besucher nur einen kurzen Abstecher zu einer Attraktion (in diesem Fall das Gelände der Burg Fredewald) unternehmen und dabei dann Schuhwerk anhaben, dass mehr für ein Einkaufscenter geeignet wäre. An dem Start- bzw. Endpunkt angekommen, kann man die riesigen Basaltsäulen von Fredewald bestaunen. Sehr ungewöhnlich sieht aus, dass die Säulen zuerst vertikal aus dem Boden herauswachsen und dann in die Horizontale abgebogen sind.

Die Runde ist eine nette Wanderung mit gleich mehreren Aussichten, angenehmer Ruhe und mindestens der Attraktion der Burgruine. Das einzige Manko an der Runde ist, dass sie doch ein ganzes Stück von der eigentlichen Sächsischen Schweiz entfernt liegt. Damit ist die Anreise schon ziemlich lang. Was wir auf jeden Fall noch empfehlen können, ist auf dem Nachhauseweg einen Abstecher zu dem kleinen Wander- und Klettershop (www.kalhoty-kb.cz) an der Kreuzbuche zu unternehmen. Hier schneidert eine Dame mit ihrer Tochter Bekleidung für den Freizeitbereich. Die Anziehsachen sind wirklich sehr gut und durchdacht verarbeitet und dazu noch zu einem angenehmen Preis.

Windmühle

Seit einigen Jahren sind mir bei dem Weg durch die Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) immer wieder die kleine Brücke und der Wegweiser nach Janov (Jonsdorf) aufgefallen. Irgendwie kam mir das immer seltsam vor, denn meiner Vorstellung nach musste noch ein Tal dazwischen liegen. So etwas muss untersucht werden. Als guter Startpunkt bietet sich der Parkplatz am unteren Ende der Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) an. Von hier geht es so einigermaßen angenehm die Schlucht aufwärts. Schon nach wenigen Metern Aufstieg kann man im Bachlauf noch Spuren Kaiserbank_Duerrkamnitzklamm_kleinder ehemaligen Dürrkamnitzmühle (1793 – 1882) entdecken. Ähnlich versteckt befindet sich auf der linken Bachseite (von unten gesehen) einer der vielen Bunker der Schöberlinie aus dem Jahre 1938 und auf der rechten Wegseite eine Bank aus dem Jahre 1908. Diese Bank sollte an das 60jährigeThronjubiläum von Kaiser Franz Joseph erinnern und deshalb wird der Weg auch Kaiserweg genannt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung.
Wir hatten bei der ersten Wanderung den Weg nach rechts ausgewählt, da wir an der linken Fichte die Wegmarkierung und den Wegweiser nicht gesehen haben. Wenn man dieser gelben Wegmarkierung folgt, geht es sehr angenehm durch einen ruhigen Wald und dann in die Senke des Erbischbach_ehemaliger_Staudamm_kleinJanovský potok (Erbischbach). Hier fallen ein paar dicke Rohre und Reste einer Staumauer auf. Der Aufstieg endet bei ein paar Wochenendhäusern. Hier folgt man nach rechts der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich und erreicht bald den Ortsrand von Janov (Jonsdorf) und damit die ehemalige Windmühle.
Wer an der besagten Kreuzung nach dem Aufstieg aus dem Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) nach rechts wandert, wird ein toll saniertes Wegkreuz und ein typisches Böhmisches Dorf entdecken. Beide Wegvarianten sind lohnenswert. Der Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kleine_Bruecke_Duerrkamnitzklamm_kleinKamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts auf einem gut ausgebauten Waldweg weiter geht. seltsame_Garage_kleinDer Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Leider geht jetzt das nächste Stück dieser Wanderung nach links auf der Straße entlang. Die ist zwar nur eine Verbindungsstraße zwischen zwei kleineren Ortschaften, aber meistens versuchen wir, Straßen auf Wanderungen zu meiden. In diesem Fall lässt es sich aber nicht vermeiden, da zwischen dem gerade begangenen Waldstück und der Ortschaft Janov (Jonsdorf) schoenes_Wegekreuz_vor_Jonsdorf_kleineine ordentliche Senke (Janovský potok – Erbischbach) liegt, die anscheinend von keinem einzigen Waldweg durchkreuzt wird. Nach ein paar hundert Metern auf der Straße erreicht man ein altes Kreuz, von dem der obere Teil in den letzten Jahren toll renoviert wurde.
Die Straße führt über eine Brücke, an der wir wirklich gestaunt haben. Als wir die Wanderung unternommen haben, war die Straße bis zu der Brücke schneefrei. Kurz vor der Brücke macht die Straße einen kräftigen Linksknick und auf der Brücke war eine ordentliche Eisschicht. Da staunt man als Autofahrer bestimmt nicht schlecht, wenn die Geschwindigkeit der Witterung doch nicht ganz so angepasst war, wie es eigentlich sein sollte. Knapp hinter der Brücke erreicht man das Ortseingangsschild von Janov (Jonsdorf). Ganz ähnlich wie mit dem winterliche_Kappele_Jonsdorf_kleinKreuz am Straßenrand ist es im Zentrum von Janov (Jonsdorf) mit der kleinen Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers. An der Kapelle befindet sich ein kleines Schild, das ein paar wenige Eckpunkte über die Geschichte berichtet. Am unteren Rand kann man dann auch lesen, wer der Geldgeber für die Sanierung war: Europäischer Fond für regionale Entwicklung, Investition in Ihre Zukunft. Es gibt aus unserer Sicht wirklich blödsinnigere Möglichkeiten, das Geld der EU zu versenken und so kann man sich an den erhaltenden Maßnahmen erfreuen, die hier in den letzten Jahren ergriffen worden sind.
Knapp hinter der Kapelle und vor der Gaststätte verlässt die Wanderung die Hauptstraße und biegt nach links ab. Hinter der Gaststätte verläuft die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man nach links winterlicher_Teich_vor_Windmuehle_kleinaus der Ortschaft heraus folgt. Am Ortsrand fällt zuerst ein gut gepflegter Teich auf, der im Sommer auch immer wieder gerne von Kindern zum Toben benutzt wird. winterliche_Muehle_Jonsdorf_kleinGleich dahinter steht eine alte Windmühle, die heutzutage als Ferienhaus genutzt wird. Leider hat das Gebäude keine Windflügel mehr, aber auch so sieht es immer noch sehr schön aus und ist für die Sächsische und Böhmische Schweiz eine Besonderheit. Wie in jedem Landstrich musste natürlich auch hier gesägt und gemahlen werden, aber dies geschah in der Gegend mehr mit Wasser- als mit Windkraft. Uns sind nur noch drei Standorte von Windmühlen bekannt. Die zwei noch erhaltenen Gebäude in Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) und dann der ehemalige Standort bei Struppen. Im Bereich von Růžová (Rosendorf) sollen noch drei weitere Windmühlen gestanden haben, die uns aber noch unbekannt sind. Die Windmühle in Janov (Jonsdorf) wurde im Jahre 1844 gebaut und bis zum Kriegsende als Mühle und Wohnhaus benutzt. Danach verfiel sie und sollte eigentlich abgerissen werden. Zum Glück hat dann aber der Besitzer gewechselt und das Gebäude ist wieder aufgebaut worden.
Von der Ortschaft kommend, führt die Wanderung an der rechten (also nördlichen) Seite der Windmühle vorbei und dann Spielzeugwelt_Hresnko_kleinan einem Feldrain entlang. Nur auf dem Feld und die ersten paar Meter im Wald ist der Weg noch relativ breit und geht dann in einen netten Waldweg über, der hinunter zur Aussicht oberhalb Hotel_Labe_Hrensko_kleinvon Hřensko (Herrnskretschen) führt. Der Wegverlauf ist durch die gelbe Wanderwegmarkierung sehr einfach zu finden und die Aussicht auf das Gewusel in der Ortschaft sehr unterhaltsam. Natürlich sind auch die Aussichten in das Tal der Kamenice (Kamnitz) und der Elbe ganz nett. Von hier oben sieht alles im Tal irgendwie wie Spielzeugeisenbahn aus.
Der Abstieg führt an der Hangseite der Elbe über ein ziemliches Zickzack abwärts und man erreicht die Weihnachtsbaum_Hrensko_kleinTalsohle an dem Parkplatz vor der Nationalparkinformation. Hier steht in den Adventswochen ein wirklich riesiger Weihnachtsbaum, mit sehr bunten und flackernden Lichtern. Auch wenn ich eigentlich solche Lämpchen auf einem Weihnachtsbaum überhaupt nicht mag, sieht es hier wirklich schön aus und auch unsere Kinder waren davon wirklich angetan, als ich noch mal im Dunkeln mit ihnen hierher gefahren bin. Das letzte Stück (1 ¼ Kilometer) der Wanderung führt auf dem Bürgersteig nach links (also Elbeaufwärts).
Dadurch, dass die Runde zwei Varianten enthält kann sich jeder selber überlegen, worin man selber den Schwerpunkt legt. Wenn man lieber eine ruhigere Waldwanderung unternehmen möchte, dann kann man links herum gehen und wen es nicht stört, dass es ein Stück auf einer ruhigen Landstraße entlang geht, der kann rechts herum wandern und hier bietet sich natürlich auch noch ein Abstecher in eine der Gaststätten in Janov (Jonsdorf) an.

Lehrpfad Kaltenberg

Nachdem ich eine Runde über den Studenec (Kaltenberg) beschrieben hatte, tauchte ziemlich schnell daraufhin eine Mail von einem Leser auf, dass er eine andere sehr schöne Runde im Bereich des Kaltenbergs unternommen hätte. Netterweise waren an der Mail auch gleich noch die aufgezeichneten GPS-Daten und so habe ich mich noch mal auf den Weg gemacht.
Der Startpunkt dieser Runde liegt am Rastplatz U Křížového buku (An der Kreuzbuche) an der Straße zwischen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) und Chřibská (Kreibitz). Hier findet man einige Informationstafeln über die Verteidigungslinie der Tschechoslowakei gegenüber Deutschland. Die sogenannte Schöberlinie ist zwar niemals zum Einsatz gekommen, aber trotzdem fallen die Befestigungsanlagen auch so viele Jahre nach dem Krieg immer noch im Wald auf. So auch auf dieser Wanderung. Bunker_An_der_Kreuzbuche_kleinVon dem kleinen Parkplatz geht es über die Landstraße hinweg und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich hinterher. Schon nach wenigen Metern steht knapp rechts neben dem Waldweg einer der Bunker der Schöberlinie. In Tschechien gibt es kaum einen Bunker, den man nicht betreten kann, aber irgendwann wird es langweilig, da fast alle der Bunker der Schöberlinie das gleiche Baumuster haben.
Die rote Markierung biegt nach ungefähr ½ Kilometer ab, die Wanderung bleibt aber auf dem gut ausgebauten Waldweg. Schon bald steht neben dem Weg eine Erklärungstafel zum Thema Eichen. Die Tafel ist zweisprachig und enthält eine kleine Übersichtskarte eines Lehrpfades. Erst durch diese kleine Karte ist mir aufgefallen, dass der empfohlene Wanderweg fast genau die Strecke des Naturlehrpfades ist. Dadurch ist jetzt die weitere Orientierung überhaupt kein Problem mehr, da der Lehrpfad netterweise mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich gekennzeichnet ist. Hinter der Tafel Nr. 8 mit den Eichen erreicht man schon bald die Tafel Nr. 9, die über das kleine, eingezäunte Naturschutzgebiet mit einer Pflanze namens Mondviole (im Gartenbereich häufiger Silberblatt genannt) informiert. Da Wildtiere, besonders Hirsche, die Pflanze sehr gerne fressen, ist für die Wachstumszeit ein Zaun um den 5 Hektar großen Bereich gezogen worden. In den restlichen Zeiten sind die beiden Tore geöffnet.
Die Wanderung geht weiter auf dem hervorragend ruhigen Waldweg und passiert bald eine der riesigen Futterkrippen und dazu passend die Erklärungstafel Nr. 10. Auf der Tafel wird erklärt, dass es im Bereich des Kaltenbergs 250 Gämsen geben soll, die in den Jahren 1907 und ’08 aus den Alpen hier angesiedelt wurden. Auch wenn diese Tiere eigentlich in den baumlosen Gegenden leben, sollen sie sich auf den hubbeligen Hängen recht wohl fühlen und die Anzahl der Tiere muss von Jägern reglementiert werden. Schon bald erreicht die Wanderung eine Kreuzung mit einem schönen Rastplatz und einem schicken Wegweiser. Hier verlässt der Lehrpfad den gut ausgebauten Waldweg nach links und es geht leicht ansteigend den Černý vrch (Schwarzer Berg) hoch. Auf diesem Teilstück steht die Tafel Nr. 11, die die Gemeine Esche mit den beiden Typen Auen- und Bergesche erklärt. Der Waldweg tritt knapp vor dem Studenec (Kaltenberg) aus dem Wald auf eine Wiese heraus. Der Lehrpfad führt schräg nach rechts über die Wiese und am unteren Rand des Studenec (Kaltenberg) befindet sich die Tafel Nr. 12. Hier werden der Bewuchs und die Schuttfelder der Hänge erklärt. Turm_auf_dem_Kaltenberg_kleinDer Aufstieg hoch auf den Studenec (Kaltenberg) ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas anspruchsvoller. Einerseits ist der Berg mit seinen 737 Metern schon relativ hoch, der Basaltuntergrund ist bei feuchter oder Blick_vom_Kaltenbergturm_kleinverschneiter Witterung nicht gerade wanderfreundlich und zu guter Letzt hat der Name etwas mit kalt zu tun. Durch seine Höhe pfeift hier schon mal ganz ordentlich der Wind und spätestens auf dem Aussichtsturm kann man sich im durchgeschwitzten Zustand eine nette Erkältung einfangen. Kiste_Gipfelbuch_Kaltenberg_kleinSo habe ich es auf der Runde geschafft. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg sehr, da man mit dem Blick von dem Turm und der Aussicht an dem Schuttfeld entschädigt wird. Gleich am Turm befindet sich eine sehr stabile Eisenkiste, in der sich ein Gipfelbuch befindet. In ihm wird auch erklärt, warum der Turm bei der Rekonstruktion nicht erhöht wurde (technisches Baudenkmal) oder der Wald nicht für eine bessere Rundumsicht freigeschnitten wurde (Naturreservat). So ist die Aussicht vom Turm in östliche Himmelsrichtung ziemlich eingeschränkt.
Gleich an dem Schuttfeld befindet sich die Tafel Nr. 13, die das Leben in dem Geröllfeld beschreibt. Die Wanderung führt den kompletten bekannten Weg bis zur Wiese wieder zurück und dann dem Lehrpfadsymbol weiter hinterher. Der Weg passiert das obere Ende von Líska (Hasel) und folgt der Ausschilderung Zlatý vrch (Goldberg). Auf dem Weg zu diesem sehenswerten Berg passiert man einen Gedenkstein an die 1757 gefallenen Soldaten des Siebenjährigen Kriegs. Balsaltsaeulen_Goldberg_kleinDer Aufstieg hoch zum Zlatý vrch (Goldberg) ist sehr einfach und hier oben erklärt die Tafel Nr. 14, wie sich die tollen Basaltsäulen gebildet haben. Die Wanderung führt einmal über die Abbauterrasse des Zlatý vrch (Goldberg) und dann auf der gegenüberliegenden Seite abwärts. Hier ist der Weg nicht besonders gut ausgeschildert, aber grundsätzlich geht es abwärts und nach ¼ Kilometer im spitzen Winkel weiter. Gleich an der Spitzkehre steht rechts vom Weg oder auch im Windschatten des Zlatý vrch (Goldbergs) der vollkommen unscheinbare Stříbrný (Silberberg). Dieser Berg macht eher den Eindruck, als ob er eigentlich zum Zlatý vrch (Goldberg) gehört und vermutlich ist es auch nur eine andere Stelle, an der die Lava ausgetreten ist. Die beiden Gipfel sind ziemlich genau ¼ Kilometer voneinander entfernt.
Der Weg führt noch über ein Stück Wiese und endet dann auf einer dreispurigen Straße. Vermutlich war es den Erstellern des Lehrpfades so peinlich, einen Wanderweg über so eine Straße zu legen, dass sie gleich mal die Wanderwegmarkierung weggelassen haben. Man muss 350 Meter nach rechts auf dieser wirklich hässlichen Straße wandern, um dann nach links in den Wald abzubiegen. Der abfallende Waldweg ist im Gegensatz zu der Straße dann wieder ein Genuss. Nach ½ Kilometer stößt zu dem Lehrpfad, der kurz hinter der Straße auch wieder markiert ist, die Wanderwegmarkierung roter Strich dazu. Ziemlich überraschend kommt kurz vor der Talsohle ein Hinweis auf die Sehenswürdigkeit Pusty Zamek (Wüstes Schloss oder auch Burg Fredevald genannt). Am Felsfuß befindet sich eine große Informationstafel Mauer_Burg_Fredewald_kleinund interessant ist, dass hier auf der linken Wegseite noch eine massive Mauer mit einem Fenster steht. Der Aufstieg erfolgt über einen kleineren Pfad, der nicht besonders Aussicht_Burg_Fredewald_kleinschwierig ist und zur psychischen Unterstützung eine Kette als Handlauf bietet. Obwohl der Felsen eigentlich hier unten im Tal steht, gibt es eine wirklich nette Aussicht in westliche Richtung. Auf dem Felsen hat früher (erste urkundliche Nennung 1406) eine Schutzburg gestanden, die wie viele Burgen dann irgendwann in ein Raubschloss umwandelte wurde.
Das Interessanteste an dem Berg sind aber die Basaltsäulen im Inneren. Diese kann man am perfektesten aus dem Tal sehen und so geht es den kleinen Pfad abwärts bis zur Fahrstraße. Gleich am Fuß des Berges steht die Lehrpfadtafel Nr. 16, die über Basaltfelsen und die Fauna aufklärt. Basalt_Burg_Fredewald_kleinWenn man den Bach und die Bahnlinie überquert und dann noch ein paar Meter weiter parallel am Bach abwärts wandert, hat man einen sehr guten Blick auf die Basaltsäulen. Es sieht sehr ungewöhnlich aus, wie die Säulen erst senkrecht aus der Erde heraus kommen und dann in die Horizontale abbiegen. Wenn man den Waldweg ein paar Meter (150 Meter) bachabwärts wandert, dann erreicht man die Tafel Nr. 19, die über die Tierwelt an der Kamnenice (Kamnitz) informiert. Die Tafel Nr. 20 steht noch    1 ¼ Kilometer weiter bachabwärts in Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Um diese Tafel zu erkunden, muss man einmal zu dem Ort und auf dem gleichen Weg wieder zurück gehen.
Dazu hatte ich auf meiner Runde überhaupt keine Lust und so bin ich wieder zum Bahnübergang und der kleinen Brücke zurück gewandert. Der GPS-Track von meiner Vorlage hat an dieser Stelle den Marienbild_Kittlitz_kleinLehrpfad verlassen und ging nach rechts über die Wiese weiter. Bis hierhin hat es mir ganz gut gefallen auf dem Lehrpfad zu wandern und so bin ich dem Lehrpfadsymbol weiter gefolgt. Der Weg führt auf der Fahrstraße entlang. Schwarzspecht_Kittlitz_kleinIrgendwie war dieses Teilstück sehr ernüchternd, weil man wirklich nichts Besonderes zu sehen bekommt. Zwischendurch soll die Tafel Nr. 17 stehen, die ich aber auch bei einer zweiten Suche nicht entdeckt habe und knapp daneben befindet sich die Tafel Nr. 18, die über den Lachs in der Kamnenice (Kamnitz) aufklärt. Das Unterhaltsamste auf dem Teilstück an der Straße entlang war der sich schlängelnde Bach und ein Schwarzspecht, der sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht stören ließ.
Die Wanderung erreicht das Ortschild Kytlice (Kittlitz) und man wandert noch 1 ¼ Kilometer weiter, um dann gut gekennzeichnet nach links abzubiegen. Der Aufstieg aus dem Tal macht so einige Bögen, durch die die Steigung sehr angenehm ist. Auf diesem letzten Teilstück der Wanderung stehen insgesamt 5 Tafeln des Lehrpfads. Die erste Tafel (Nr. 2) erklärt sehr nett die Weißtanne und als Überschrift wird der Baum als Königin des Waldes bezeichnet. Zumindest sind diese schönen Bäume heutzutage so selten wie Königinnen. Tafel Nr. 3 beschreibt den Standort von Rippenfarn. Auf allen Tafeln gibt es eine Überschrift „Wissen Sie, dass ….“, die noch ein paar gute Stichpunkte beschreibt. Im Fall des Farns wird erklärt, warum Farn nicht von Insekten gefressen wird. Die Pflanze produziert das bei Insekten tödliche Phytoekdysone und damit ist erklärt, warum die Pflanze nie angeknabbert wird. Tafel Nr. 4 stellt die Europäische Lerche vor. Auch wenn man sie in den Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz häufiger sieht, so ist sie auch eine eingewanderte Sorte, die eigentlich eher aus den Alpen und Karpaten kommt. Auf der nächste Tafel (Nr. 5) wird der Bergahorn erklärt. Vermutlich habe ich nur nie so richtig darauf geachtet, aber irgendwie ist mir der Baum noch nicht in den Wäldern begegnet. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass er nie in großen geballten Mengen auftaucht. Zwischendurch passiert man ein Holzkreuz, das an den 29jährigen Waldarbeiter Miloslav Kočí erinnert, der hier am 24. September 1983 unter einem fallenden Baumstamm starb. Die letzte Tafel (Nr. 6) dieses Teilstücks befasst sich mit der häufig vorkommenden Buche. Im Nationalpark Sächsische/Böhmische Schweiz trifft man die Buche sehr häufig auf den Bergen an. Im Unterschied zu den Felsen (meistens mit „-stein“ im Namen) sind die Berge vulkanischen Ursprungs und dort finden die Buchen einfach bessere Wuchsbedingungen als auf dem Sandstein. So ist es auch Basaltausbruch_Grosser_Ahrenberg_kleinam Javor (Grosser Ahrenberg), an dessen Hang man sogar mehrere Basaltsausbrüche entdecken kann. Von diesen Hügeln sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Parkplatz steht etwas abseits die Tafel Nr. 7, die über den Siebenjährigen Krieg und einen Kampf zwischen den Preußen und den Österreichern an dieser Stelle berichtet. Dabei sind einige hundert Soldaten gefallen und auf der Wiese beerdigt worden.
Hätte ich die Wanderung so gemacht, wie sie mir vorgeschlagen worden war, hätte sie mir vermutlich viel besser gefallen. Da ich mich aber dazu hinreißen ließ, den Lehrpfad entlang zu gehen, war einfach zu viel Strecke auf gut befahrenen Straßen enthalten und das hat die Wanderung so abgewertet, dass ich den Weg über den ausgeschilderten Lehrpfad nicht empfehlen kann. Ich werde die Runde noch mal wiederholen und dann den leicht abgewandelten Weg des Tippgebers unternehmen, aber diese Beschreibung soll erstmal alle Mitmenschen vor dem nicht besonders angenehmen Lehrpfadverlauf warnen.
Noch ein kleiner Nachtrag zu den Tafeln und den fehlenden Nummern. Auch dies ist auf der Runde sehr seltsam. Drei Tafeln (Nr. 1, Nr. 20 und Nr. 21) stehen ziemlich abseits des Weges und sind nur über Abstecher mit jeweils gleichem Hin- und Rückweg zu erreichen. Die Nummerierung im Bereich der Kamnenice (Kamnitz) ist vollkommen durcheinander gekommen und lässt sich überhaupt nicht mit einer durchgängigen Strecke erklären.
Wer wenigstens das Teilstück auf der Straße im Tal Kamnitztal umgehen möchte, der sollte sich die Wanderung Burg Fredewald ansehen. Dabei handelt es sich um die Ergänzung, die der ursprüngliche Tippgeber mir geschickt hatte.

Eiswanderung in Böhmen

Gleich etwas vorne weg, als ich die Wanderung durchgeführt habe, war der Grenzübergang Rabenstein noch nicht geöffnet. Seit dem 28.10.2003 ist der Grenzübergang Rabenstein für Wanderer und Radler geöffnet.
Die Wanderung startet wie fast alle Wanderungen im Bereich Hinterhermsdorf auf dem großen Parkplatz von Hinterhermsdorf. Von dort geht es ins Dorf und man folgt immer der Ausschilderung „Bootsstation“ oder „Obere Schleuse“. Man folgt erst mal bis zur Buchenparkhalle den Wegmarkierungen grüner Punkt grüner Punkt, blauer Strich blauer Strich oder roter Strich roter Strich. An der Buchenparkhalle kann man auch ganz hervorragend parken. Die Parkplatzgebühren sind die gleichen wie im Ort, nur hier steht das Auto ziemlich im Wald. An der Buchenparkhalle folgt man weiterhin dem grünen Punkt. Die beiden anderen Wegmarkierungen gehen runter in Richtung Schleusen. Ungefähr 400 Meter hinter der Buchenparkhalle biegt der grüne Punkt nach rechts ab. Da man aber ins Kirnitzschtal hinunterkommen möchte, geht es den Weg geradeaus ins Tal runter. Die Wanderung geht über die alte Böhmerstraße immer weiter nach unten, durch mehrere Hohlwege, bis ins Kirnitzschtal. Am Ende der alten Böhmerstraße geht es nur noch links oder rechts. Auch wenn es nicht so aussieht (ich zumindest hatte das Gefühl, auf dem falschen Weg zu sein) geht es hier nach rechts. Nach 250 Metern erreicht man die Wegmarkierungen blauer blauer Strich und grüner grüner Strich Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man nach links. Beide Wanderwege biegen nach kurzer Strecke wieder nach links ab, man selber geht aber weiter geradeaus.
Grenzuebergang_Rabenstein_kleinVor einem liegt jetzt die Brücke über die Kirnitzsch. Die Brücke ist, aus welchem Grund auch immer, unpassierbar gemacht worden, indem man die Betonplatten entfernt und davor aufgestapelt hat. Die Nationalparkverwaltung plant für dieses Jahr (2003) einen Neubau dieser Brücke und ich schätze mal, dass es dann auch einen Grenzübergang für Fußgänger an dieser Stelle geben wird. Leider ist dieser Grenzübergang schon in mehreren Wanderkarten als offizieller Grenzübergang eingetragen und ich hatte mir diese Wanderung in den Kopf gesetzt. Also musste ich jetzt über diese seltsame Brücke.
An dieser Stelle befand sich bis 1945 der Ortsteil Hinter- Dittersbach. 1833 wurden 4 Häuser, um 1900 7 Häuser erwähnt. Die Böhmerstraße bildete die Grenze zwischen der Binsdorfer und der Böhmisch-Kamnitzer Herrschaft. Hier stand die alte Kirnitzschschänke und die beiden herrschaftlichen Forsthäuser. Ab dem letzten Jahrhundert war hier ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. (Dies stand so auf einer Informationstafel dort.)
Auf einem dieser Wanderwege geht es jetzt weiter. Man geht also über die Brücke und dann gleich links den Berg hoch. Oben angekommen, geht es einen sehr angenehmen Gratweg entlang. Ganz interessant ist, mit was für einer Mühe die Böhmen versuchen, einen natürlichen Mischwald wieder herzustellen. Es ist erfreulich und bewundernswert. Am Wegesrand sind zig Schonungen zu sehen, die mit wirklich schicken Holzzäunen umschlossen sind. Die Wanderung geht ab der Grenze über den böhmischen Wanderweg mit der Markierung grüner Strich grüner Strich. Nach drei Kilometern kreuzt der böhmische blaue Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links. Jetzt wird es wirklich romantisch. Es geht mehrere Male durch Hohlwege den Berg hoch und runter. Diese Schluchten sind so eng, dass mein Navigationssystem leider keine Satelliten mehr gefunden hat. So gibt es keine aufgezeichneten Höhendaten. Ich schätze, dass zu den aufgezeichneten Höhendaten 150 – 200 Meter dazukommen, da es in den Hohlwegen einige Male hoch und runter ging.
Eisweg_Boehmen_2_kleinLeider waren die Wege für die Sonne so unerreichbar, dass es so 6 – 7 Kilometer auf blankem Eis entlangging. Zum Teil waren die Wege unpassierbar, weil auch noch Regenwasser (ich hatte ein bisschen Pech mit dem Wetter) über die Eisfläche lief und damit ein Begehen fast unmöglich machte.
Irgendwann kommt dann der Wanderweg mit dem blauen Strich am Fußgängergrenzübergang an. Hier kann man mal wieder feststellen, dass Hr. Böhm seine Wanderkarten die besten sind. Es gibt mehrere andere Wanderkarten, da ist der Grenzübergang an der falschen Stelle eingezeichnet. Die Abweichung liegt im Bereich von einem halben Kilometer. Der Grenzübergang ist nicht gleich an der Niedermühlen, sondern ein Stück weiter nördlich.
Über den Grenzübergang geht es den Weg bis zu den nächsten zwei Wegmarkierungen: gelber gelber Strich und roter Strich roter Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man aber nur die nächsten 150 Meter. Jetzt geht ein direkter Forstweg nach links nach Hinterhermsdorf. Nach einem Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Hinterhermsdorf. Von hier aus geht es wieder dem gelben Strich gelber Strich über die asphaltierte Straße nach, bis man den Parkplatz wieder ereicht.

Fazit:
Die Wanderung ist eine sehr schöne Wanderung, aber im Winter leider unbrauchbar.

Falkenstejn

Gleich mehrmals bin ich schon an der ehemaligen Sokolí (Felsenburg Falkenštejn) vorbeigekommen, sogar an den Aufstieg hatte ich mich schon mal begeben, war jedoch gescheitert, aber nun musste doch mal wieder ein Anlauf unternommen werden. Die Strecke war schon ziemlich lange geplant und jetzt war es endlich an der Zeit, einen Ausflug nach Jetřichovice (Dittersbach) zu unternehmen. Gleich in der Ortsmitte liegt zwischen der Kirche und der Touristeninformation ein Parkplatz, der sich ganz hervorragend als Startpunkt für diese Wanderung empfiehlt. Obwohl das Wetter ziemlich schlecht war –  es regnete schon seit Bad Schandau – war der Parkplatz belegt, aber ein netter Traktorfahrer zeigte mir eine super Parkmöglichkeit gleich neben dem Parkplatz. Bei so einem netten Start konnte die Wanderung nur super werden.
Von dem Parkplatz geht es hinunter bis auf die Hauptstraße und dort nach links der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich hinterher. Schon bald wird die Touristeninformation passiert und kurz dahinter biegt die Wanderwegmarkierung nach links ab. Hier fällt sofort das riesige Gebäude und Seitenansicht_Kindersanatorium_Dittersbach_kleinGelände des ehemaligen Kindersanatoriums auf. Auch wenn es so aussieht, als würde es sich um ein historisches Schloss handeln, ist es erst 1927 fertiggestellt worden. Durch den Bau ist damals Jetřichovice (Dittersbach) aufgestiegen zum Ferienort mit einer großen Anzahl an bis dahin fremden Arbeitstätigkeiten. Obwohl das Gelände auch heute noch gepflegt wird, liegt es trotzdem in einem Dornröschenschlaf. Sehr seltsam ist, dass der Großteil der Fenster vergittert ist und drei sehr große Treppen zum Haupteingang führen.
Das Gelände wird an der rechten Seite passiert und schon bald führt ein angenehmer Waldweg aus dem bewohnten Gebiet heraus in das Harový důl (Stammbrückental). ½ Kilometer hinter den letzten Häusern stehen auf der linken Wegseite mehrere Tafeln, die einerseits die Felsenburg Falkenštejn (leider nur in Tschechisch) und den Waldbrand rund um den Mariina skála (Marienfelsen) erklären. Gleich zwischen den Informationstafeln geht es an den Aufstieg. Der Weg ist ein sehr sandiger Pfad, der aber deutlich zu erkennen ist. Zwischendurch gabelt er sich und hier hält man sich links. Eingang_Felsenburg_Falkenstejn_kleinDie Felsenburg ist der freistehende Felsen auf der linken Seite. Sobald man an seinem Fuße angekommen ist, geht es nach rechts. Schon nach wenigen Metern erreicht man die Felsspalte mit dem Aufstieg. Aufstieg_Felsenburg_Falkenstejn_kleinRechts neben der Spalte hängt eine Gedenktafel an den 22-jährigen Bohumil Kletečka, der hier 1974 verunglückt ist. Im Sommer 2014 stand netterweise eine kurze Holzleiter für die ersten 2 Meter Aufstieg am Felsen. Danach ist man in der Felsspalte und kommt relativ leicht aufwärts. An der rechten Felswand sind einige Stufen zu sehen, aber irgendwie waren diese nicht so richtig hilfreich für mich. Ich bin, ganz bestimmt nicht elegant, dort weiter hoch gekrochen und habe durch den klitschnassen, grünen Felsen wie ein Schwein ausgesehen. Aber immerhin bin ich hinaufgekommen.
Nachdem ich dann oben aus der Felsspalte herausgekrochen bin, wusste ich, wozu die Anstrengungen gut waren. Raum_im_Felsen_Felsenburg_Falkenstejn_kleinHier oben sind tatsächlich richtig viele Spuren einer alten Felsenburg zu sehen. Das beginnt mit Treppenstufen, Felseninschrift_Felsfenster_Felsenburg_Falkenstejn_kleinmehreren Zisternen, einem großen, aus dem Felsen gemeißelten Raum, einem Felsfenster und unzähligen Inschriften. Dass so ein interessanter Ort bisher an mir vorbeigegangen ist, konnte ich mir kaum vorstellen. Was hier oben außerdem noch besonders schön ist, ist die Rundumsicht auf die Felsen der Umgebung. Bei der Aussicht ist es überhaupt kein Wunder, dass sich hier oben die Räuber angesiedelt haben.
Leider schüttete es bei meiner Wanderung hier oben wie aus Eimern, sodass es relativ bald wieder an den Abstieg ging. Als ich in die Felsenspalte schaute, war eine Frau gerade mit dem Aufstieg beschäftigt. Da die Schlucht mit Gegenverkehr überhaupt nicht zu bewältigen ist, habe ich mich noch mal in dem Felsenraum untergestellt. Nachdem ich eine ganze Weile gewartet hatte und keiner auftauchte, musste ich mit Überraschen feststellen, dass die Dame auf der halben Strecke kehrtum gemacht hatte. Also bin ich selber die Felsspalte wieder hinuntergekrabbelt und war überrascht, dass der Abstieg leichter ging als der Aufstieg. Normalerweise ist das immer anders herum.
Der weitere Abstieg erfolgt über den bekannten sandigen Pfad bis zu den Informationstafeln im Harový důl (Stammbrückental). Hier biegt die Wanderung nach links auf die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich ab und führt dann das leicht ansteigende Tal hinauf. Am Wegesrand fallen kleinere Schilder auf, die fast nur aus einem QR-Code (diese neumodischen Barcodes) bestehen. Wenn man diese Bilder einliest, dann landet man auf einer ganz besonders tollen Webseite des Nationalparks Böhmische Schweiz, auf der zu jeder der 20 Stationen ein gelungenes Rätsel enthalten ist. Die einzelnen Fragen sind sehr interessant und damit dürften so einige Kinder mit ihren schönen Smartphones in der Natur auch eine Anwendung gefunden haben. Das einzige Manko dürfte sein, dass die meisten Leser dieser Webseite eher einen deutschen Datentarif für ihr Handy haben werden und damit die QR-Codes gar nicht abfragen können. Dann hilft es, wenn man die Webseite und damit die Fragen zu Hause ansehen kann: http://stezka.cesv.cz/wald1.
Beim Aufstieg durch das Harový důl (Stammbrückental) fallen zwei weitere Dinge auf: erstens der sehr ungewöhnliche Wegesrand mit den ziemlich großen Becken und zweitens die vielen abgestorbenen Bäume auf der linken Seite. unterer_Teil_Stammbrueckental_kleinEin mehrtägiger Waldbrand hat hier 2006 große Teil des Waldes zerstört, aber mittlerweile kann man sehr schön erkennen, wie sich die Natur von alleine erholt und der Wald wiederkommt. oberes_Stueck_Stammbrueckental_kleinDa die Steigung immer sehr flach ist, wandert man sehr angenehm durch das Tal. Auch wenn zwischendurch eine größere Kreuzung passiert wird, so geht es von den Erklärungstafeln ziemlich genau 2 Kilometer bergaufwärts, bis nach rechts die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich abbiegt. An der Kreuzung mit dem Namen pod Suchým vrchem (ungefähr übersetzt trockener Hügel) ist schon das nächste Ziel Rynartice (Rennersdorf) ausgeschildert. Der blau markierte Wanderweg führt etwas weniger als 3 Kilometer durch unterschiedlichste Waldstücke, an denen man deutlich sehen kann, dass sich der Förster sehr viel Mühe mit der Artenvielfalt gibt. Der eigentliche Waldweg wird anscheinend auch schon sehr lange genutzt, da gleich an einigen Stellen künstliche Durchbrüche geschaffen wurden und man die Jahreszahlen 1892, 1891 und 1890 entdecken kann. Kreuz_am_Kreuzberg_Rennersdorf_kleinKurz bevor man Rynartice (Rennersdorf) erreicht, tritt die Wanderung aus dem Wald und umrundet den Křížový vrch (Kreuzberg). Nachdem man die ersten Häuser von Rynartice (Rennersdorf) passiert hat, sollte man unbedingt zum Gipfel des Křížový vrch (Kreuzberg) hochsehen. Dort kann man ein ziemlich großes Kreuz entdecken und damit ist der Name des Berges sehr gut erklärt. Der ungewöhnlich hohe Berg (736 Meter) vor einem ist der Studenec (Kaltenberg).
Die Wanderung erreicht die Hauptstraße und es geht nach Hotel_Zamecek_Rennersdorf_kleinrechts weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung. Nach wenigen Metern fällt auf der rechten Straßenseite ein besonders schick saniertes Gebäude auf. Es handelt sich um das Hotel und Restaurant Zámeček. Ganz besonders nett sind die Terrasse mit einer tollen Aussicht und die ungewöhnlichen, runden Dachfenster. Kurz vor dem unteren Dorfende biegt zwar die blaue Wanderwegmarkierung nach links ab, aber für einen kurzen Abstecher wird erstmal auf der Fahrstraße weiter gewandert. Waldkapelle_Rennersdorf_kleinZuallererst fällt eine kleine Waldkapelle mit einem Jesusbild auf. 200 Meter hinter dem Ortsausgang befindet sich auf der rechten Zwergengang_Rennersdorf_kleinStraßenseite der Zwergenfelsen. Hier ist ein Gang mit einigen unterschiedlichen Zwergen in den Felsen gemeißelt. In der Literatur wird von sieben Zwergen gesprochen, aber eigentlich sind es 7 Zwerge und ein ähnlich buntes Gesicht. Zwei Zwerge sitzen am Rande jeweils einer Steinbank Zwergenbank_Rennersdorf_kleinund geben ein perfektes Fotomotiv ab. Die Skulpturen hat 1870 der Rennersdorfer Bauer Eduard Vater angefangen und sein Sohn hat sie fertig gestellt. Es ist eine nette Kleinigkeit am Straßenrand, die auch die wandermüdesten Kinder noch mal aus der Bewegungsscheue reißt.
Der Pfad zu den Zwergen endet wieder auf der Fahrstraße, die jetzt die paar Meter (ca. 300 Meter) bis zum blauen Strich blauer Strich zurück gewandert wird. Hier geht es nach rechts abwärts. Die ersten paar Meter führen noch über eine Wiese und dann geht es im Wald den Pavlínino údolí (Paulinengrund) hinunter. Der Abstieg ist ein gewöhnlicher Waldweg und unten erreicht man den Chřibská Kamenice (Kreibitzbach). Nachdem man den Bach überquert hat, folgt man noch ein paar wenige Meter der Wanderwegmarkierung blauer Strich, bis eine Kreuzung mit dem roten Strich roter Strich erreicht wird. Hier geht es dann in den eigentlichen Pavlínino údolí (Paulinengrund) bzw. dem Bachlauf hinterher. Auf allen Wanderkarten wirkt das nächste Teilstück ziemlich kurz, aber immerhin sind es 2 ½ Kilometer durch ein fantastisches Tal. erhoehter_Wanderweg_Kreibitzbach_kleinEs geht auf einem netten Waldweg mit immer mal wieder wechselnder Bachseite abwärts. Zwischendurch führt die Wanderung auf einem kleinen künstlichen Absatz am Felsen entlang, Aussicht_auf_Kreibitzbach_kleinder einen schönen Blick auf den Bachlauf frei gibt. Es ist immer wieder faszinierend, dass der Bach einen vollkommen harmlosen Eindruck macht und wirklich viele Kinder (und auch Erwachsene) hier schon drin geplanscht und Dämme gebaut haben. Alle paar Jahre steigt dann aber mit einem Gewitter oder Starkregen das Wasser so erschreckend hoch an, dass sogar die Brücken weggespült werden.
Nach der besagten Strecke fällt ein künstlicher Kanal gleich neben dem Weg auf. Nach einigen Metern zwischen dem Wanderweg und der Felswand biegt der Kanal nach links ab und läuft einige Stufen hinunter. Nymphengrotte_Paulinenteich_kleinWenn man dem Kanal folgt, dann erreicht man einerseits einen Teich und gleich am Ufer die Rusalčina jeskyně (Najadenhöhle) bzw. auch Rusalčina (Nymphengrotte) genannt. Umrundung_Paulinenteich_kleinDie Wanderung umrundet einmal den Paulinenteich und passiert das Grundstück der Grieslův mlýn(Grieselmühle). Dahinter erreicht man wieder den untersten Teil des Pavlínino údolí (Paulinengrund) und damit die bekannte Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Der Wanderung führt nur noch ein ganz kurzes Stück bis zum Freibad/Campingplatz am Bachlauf entlang. Dann geht es nach rechts den Hang aufwärts. Diese Zufahrt vom Campingplatz ist sehr angenehm zu gehen und schon bald erreicht man das Grieslův kříž (Grieselkreuz). Netterweise muss man aber auch hier noch nicht an der Straße entlang wandern, sondern kann über einen kleinen Weg den Straßenschlenker umgehen. Die letzten Meter erfolgen dann aber doch auf der Straße bis zum Ausgangspunkt in Jetřichovice (Dittersbach).
Diese Wanderung hat mir, abgesehen von dem erbärmlichen Wetter zum Anfang, super gut gefallen. Der besondere Höhepunkt war natürlich der Aufstieg und dann die Erkundung des Sokolí (Felsenburg Falkenštejn). Auf der Runde sind einige nette Aussichten und wunderbar ruhiger Wald anzutreffen. Das macht Spaß und ist eine wirklich lohnenswerte Wanderung in der Böhmischen Schweiz.

Felsensteig

Die Wanderung Felsensteig ist dadurch entstanden, dass wir letztes Mal auf einer Wanderung mit Freunden aus Celle festgestellt haben, dass noch keiner von uns auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) gewesen war. Nach einer kurzen Internetrecherche stellte sich dieser Berg als besteigenswert heraus und so war das nächste gemeinsame Ziel bestimmt. Eigentlich sollte die Wanderung auch Wolfsberg heißen, aber ein späteres Teilstück der Strecke war noch viel überraschender und so wurde aus der Wolfsbergwanderung eine Felsensteigwanderung. Jetzt aber zur eigentlichen Beschreibung.
Den Startpunkt haben wir nach Brtníky (Zeidler) gelegt. Hier am wunderschönen Haus des Behindertenheims war der Treffpunkt und damit der Startpunkt der Wanderung. Jeder, der einmal durch Brtníky (Zeidler) gefahren/gewandert ist, kennt dieses auffällige Haus an der abknickenden Vorfahrtsstraße. Damit die Wanderung auch ordentlich startet, haben wir uns gleich mit dem ersten Schritt verlaufen. Das war schon eine Meisterleistung, da wir mit 4 Personen, zwei Navigationsgeräten und zwei Wanderkarten gleich mal die falsche Richtung eingeschlagen haben. (Schuld waren die Männer mit ihren Navigationsgeräten, die feste erzählend und nur hin und wieder mal einem Blick auf ihre Navis werfend jeden Einwand seitens der Frauen mit einem wegwerfenden „jaja, wir kommen gleich auf den richtigen Weg“ oder „die Richtung stimmt schon so“ abtaten! – Anm. d. Ehefrau)  Von der abknickenden Vorfahrtsstraße sind wir geradeaus gelaufen, wie auch auf der offiziellen Karte des Nationalparks Böhmische Schweiz eingezeichnet ist. Hier sollte eigentlich der markierte Wanderweg entlang gehen. Schade, da dieser in der Realität von der abknickenden Vorfahrtsstraße abbiegt. Wir hätten lieber mal die Wanderkarte von Herrn Böhm mitgenommen, dann wären wir auch richtig geführt worden. Das haben wir aber erst im Nachhinein festgestellt und so sind wir die leicht ansteigende Straße ungefähr 350 Meter entlang gewandert. Nach den 350 Metern kam uns das dann doch irgendwie seltsam vor und so sind wir nach rechts in den ersten möglichen Weg abgebogen.
Der Weg führte zuerst an einem alten Fabrikgelände entlang und schon nach wenigen Metern aus dem Ort heraus. Die Wanderung passiert zum ersten Mal die Bahngleise und es geht auf die Felder und Wiesen hinaus. Auf der rechten Wegseite kann man das erste Mal den Vlčí Hora (Wolfsberg) sehen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Fahrstraße, der wenige Meter nach rechts gefolgt wird, um dann gleich wieder nach rechts in einen Feldweg abzubiegen. Der Feldweg passiert nach ein paar Metern eine Minisiedlung, die anscheinend früher ein Bahnhof gewesen ist. Ein paar Meter hinter der Siedlung befindet sich ein weiterer Bahnübergang, der dann in die Richtung des Vlčí Hora (Wolfsberg) führt. Der Feldweg steuert geradlinig auf den Berg zu. Nachdem man den Waldrand erreicht hat, biegt nach links der gelb markierte Wanderweg gelber Strich ab.
Genau diese Kreuzung war im Ursprung auf unserer Wanderungsplanung der nächste Punkt und damit geht die Wanderung endlich wieder auf dem beabsichtigten Weg weiter. Basaltsaeulen_auf_Wolfsberg_kleinDie nächste Etappe ist der Aufstieg auf den Vlčí Hora (Wolfsberg). Auch wenn die Form des Berges sehr dem Rosenberg gleicht, so empfanden wir den Aufstieg doch als relativ angenehm. Basaltsaeulen_neben_Aussichtsturm_Wolfsberg_kleinSehr interessant sind auf dem Gipfel die vielen Basaltsäulen, die kreuz und quer aus der Erde ragen. Auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) befindet sich ein Wohnhaus und ein Aussichtsturm. Ohne den Aussichtsturm wäre der Vlčí Hora (Wolfsberg) einer dieser gemeinen Berge (wie zum Beispiel der Rosenberg), die man besteigt und dann aber keinerlei Aussicht hat, aber von diesem Turm kann man wunderbar in die Runde schauen. Um auf den Turm zu gelangen, muss man einen Miniobolus (Stand Anfang 2010: 0,70 €) entrichten. Aussichtsturm_vom_Wolfsberg_kleinBeim Aufstieg durch das Treppenhaus fallen einem die wahnsinnig vielen Bilder mit anderen Aussichtstürmen aus Tschechien auf. eine_Torte_Wolfsberg_kleinDas gesamte Treppenhaus und die Aussichtsplattform machen einen sehr gepflegten Eindruck. Sehr nett ist auch das Modell des Vlčí Hora (Wolfsberg) in der Form einer Torte. Rund um die Torte sind noch riesig viele Nah- und Fernziele aufgelistet. Zum Glück ist dieses kleine Kunstwerk unter Glas aufbewahrt, sodass es nicht beschädigt werden kann.
Die Wanderung führt auf der gegenüberliegenden Seite wieder den Berg hinunter. An der ersten Möglichkeit hält man sich rechts in die Richtung der Häuser (rote Wanderwegmarkierung roter Strich). Nach dem Erreichen der Häuser geht es auf der asphaltierten Straße weiter bergab. Links und rechts der Straße stehen ein paar vereinzelte Häuser, die in einem hervorragenden Zustand erstrahlen. Nachdem man die Häuser auf der linken Seite passiert hat, sieht man über einer Wiese eine Kirche, die irgendwie eine optische Täuschung ist. Die Kirche ist da, aber aus der Entfernung wirkt sie viel größer, als sie dann wirklich ist. Der Wanderweg steuert quer über die Wiese auf diese Kirche drauf zu. An der Hauptstraße angelangt, geht es ein paar Meter nach links, um dann am letzten Haus nach rechts weiterhin der roten Wanderwegmarkierung zu folgen. Hier sieht der Verlauf des Wanderweges ziemlich seltsam aus, da man das Gefühl hat, dass man direkten Weges in den Garten des Hauses in der zweiten Reihe geführt wird. Aber am Zaun des Grundstückes biegt der markierte Wanderweg nach links ab. Hier führt ein Pfad mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins Tal des Bächleins. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man einen Querweg, auf dem es nach rechts weiter bergab geht. Die Wanderwegmarkierung verlässt diesen Weg nach wenigen Metern nach links, die Wanderung geht aber unmarkiert weiter auf dem Weg geradeaus.
Nach 1,2 Kilometern erreicht die Wanderung die paar Häuser von Dlouhý Důl (Langengrund) und damit die Fahrstraße nach Kyjov (Khaa). Auf dieser Straße muss jetzt ein kleines Stück (¾ Kilometer) gewandert werden, aber zum Glück ist es nur eine der normalen Dorfstraßen mit ein paar wenigen Autos. Die Straße verläuft den größten Teil fast horizontal und erst an der Stelle, an der das Kyjovské údolí (Khaatal) nach rechts abzweigt, müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Nach 200 Meter leichtem Anstieg auf der Straße erreicht man eine Schule auf der rechten Straßenseite. Hier verlässt die Wanderung die Straße und es geht rechts neben dem Schulgebäude auf der gelben bzw. grünen Wanderwegmarkierung grüner Querstrich weiter. Gleich hinter der Schule befindet sich ein uralter deutscher_Friedhof_in_Khaa_kleinFriedhof, wo man bis auf ganz wenige Ausnahmen nur deutsche Namen findet. Man kommt man schon ziemlich ins Grübeln, wenn man weiß, dass es heutzutage dort nur noch wenige Leute mit deutschen Namen gibt. Ziemlich traurig ist, wenn man Erzählungen von Zeitzeugen hört, wie die damaligen Bewohner der Region in ganz kurzer Zeit (innerhalb weniger Stunden) ihr Hab und Gut verlassen mussten. Wir stellen es uns schrecklich vor, wenn man sein Haus und alles so verlassen muss. Was würde man wohl selber einpacken, wenn es hieße, in zwei Stunden seid ihr raus?
Hinter dem Friedhof beginnt ein äußerst interessanter Wanderpfad. Dieser Felsensteig soll schon im Jahre 1884 vom „Gebirgsverein für das Khaatal“ angelegt worden sein. Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich. Nicht nur, dass es auf einem schmalen Pfad entlang geht, zwischendurch muss man mal durch das Hoellentor_kleinHöllentor und die Loewenhoehle_kleinLöwenhöhle, über den Bach Käsewasser und auch mal hoch auf die Aussichten Brüdersteine und Fahnelstein. Der Fahnelstein ist ziemlich einfach zu erkennen, da auf ihm eine kleine Eisenfahne steht. Hier kann man mit einem kleinen bisschen Klettern hinauf gelangen. Die große Überraschung passiert, wenn man die paar Stufen bis zum Gipfel hoch kraxelt. Sobald man den Bergsattel erreicht hat, stellt man fast, dass es auf der anderen Seite ein riesiges Stück (vielleicht waren es 50 Meter) senkrecht abwärts geht. Ich bin auf den Felsen hochgekrabbelt und habe dann auch ganz schnell den Rückzug eingeleitet. Das war einfach zu viel für ein Wanderergehirn.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Weg über den Felsensteig gelangt die Wanderung wieder ins Kyjovské údolí (Khaatal), das dann nach links weiter verfolgt wird. Das Kyjovské údolí (Khaatal) ist eigentlich ein nettes Tal, das sich aber ziemlich lang hinzieht und sich zu einer der Lieblingsstrecken der tschechischen Radfahrer entwickelt. Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) einen ¾ Kilometer, bis nach rechts die erste Brücke über den Bach führt. Auf der gegenüberliegenden Bachseite geht es eigentlich leicht ansteigend aufwärts. Warum auch immer man hier ein Geländer mit einer Eisenkette angebracht hat, verstehen wir eigentlich nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass dieser Aufstieg im Winter ganz besonders beliebt ist. Feenhoehle_mit_Teelichtern_und_Tropfen_kleinAm Felsenfuß befindet sich nämlich die Jeskyně víl (Feenhöhle), in der sich im Winter riesig viele Eis-Stalaktiten und -Stalagmiten bilden. Damit diese dann auch noch auf Fotos besonders schön aussehen, werden anscheinend häufig Teelichter hinter die Eiszapfen gestellt und schon leuchtet die Höhle wirklich zauberhaft. Im Internet befinden sich schon einige Bilder von dieser sehr schön leuchtenden Höhle, nur leider haben wir bis heute noch kein Foto von der winterlichen Jeskyně víl (Feenhöhle). Wir waren zu einer wärmeren Jahreszeit im Kyjovské údolí (Khaatal) und so tropfte es nur an allen Stellen und einige hunderte Teelichter bzw. die Schälchen davon standen in der Höhle herum.
Damit es nicht zu langweilig wird, sind wir dann durch die Schlucht an der Jeskyně víl (Feenhöhle) weiter aufgestiegen. Der Weg ist einfach zu gehen und man kann sich ganz sicher nicht verlaufen. Nachdem man oben auf der Ebene ankommt, hält nach sich leicht links und erreicht bald einen Forstweg. Diesem folgt man nach links. Auch wenn der Wanderverlauf in diesem Bereich auf einer Karte seltsam aussieht, da er in einem großen Halbbogen verläuft, so ist die Wanderstrecke sehr einfach zu finden, da man immer dem breit ausgebauten Forstweg folgt. Sandstein_Gleitspiegel_kleinAuf dem Weg passiert man eine Informationstafel zu den sogenannten Gleitspiegeln mit einem sehr interessanten Anschauungsobjekt. Bei diesen Felsen handelt es sich um Sandsteinblöcke bzw. -flächen, die spiegelglatt sind. Dieses ungewöhnliche Aussehen entsteht, wenn unterschiedliche Felsen übereinander geschoben werden, so z.B. die Sandsteinschicht über die Granitschicht der Lausitzer Verschiebung.
Die Wanderung führt durch einen typischen böhmischen Nutzwald und erreicht nach etwas mehr als 1 ½ Kilometern die Waldgrenze und damit die bewohnten Gebiete vor Vlčí Hora (Wolfsberg). Hier stehen ein paar vereinzelte Häuser, die einen schönen Blick auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) haben. (Irgendwie hört sich das komisch mit den beiden Wolfsbergen an. Man muss unterscheiden zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und der Ortschaft Vlčí Hora (Wolfsberg) am Fuße des Berges.) Durch das Tal zwischen dem aktuellen Standort und dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) wirkt der Berg noch ein Stück imposanter und in der laubfreien Jahreszeit ist der boehmischer_Wolfsberg_kleinAussichtsturm auch in seiner vollen Größe gut zu erkennen. Nach ½ Kilometer biegt an einer schönen Aussicht mit Bank ein Weg nach links ab. Diesem abfallenden Weg folgt man, um dann nach 1 ½ Kilometern auf die Straße zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und Brtníky (Zeidler) zu gelangen. Hier könnte man entweder die letzten paar Meter bis Brtníky (Zeidler) auf der Straße entlang wandern oder nach wenigen hundert Metern nach links über den Feldweg noch einen kleinen Schlenker einlegen. Über den Weg geht es noch ein paar wenige Höhenmeter aufwärts, um noch einen Blick über Brtníky (Zeidler) zu erhalten und dann nach rechts auf dem grün markierten Wanderweg grüner Strich in die Ortschaft herabzusteigen.
Die Wanderung war in den größten Teilen sehr interessant. Ganz besonders war natürlich der Vlčí Hora (Wolfsberg), die Felsengasse bei Kyjov (Khaa) und die Jeskyně víl (Feenhöhle). Nur das letzte Stück der Wanderung war dann doch ein bisschen langatmig, aber leider lässt sich das für diese Runde nicht ändern bzw. wir haben nichts Besseres entdeckt. Durch eine sehr nette Wanderergruppe war es aber eine sehr gelungene Tour und hat uns mal wieder in fremde Wandergebiete geführt, die wirklich lohnenswert waren.

Finsterer Grund

Ich habe schon ziemlich häufig den Weg in den Finstergrund gesehen und bin auch schon ein paar Mal bis zu den beiden Gedenkkreuzen gewandert, aber weiter in den Grund bin ich noch nie gewandert. Da es mich ziemlich interessierte, wohin der Weg führen könnte, habe ich mich auf diese Erkundungstour begeben. Die erste theoretische Suche auf Wanderkarten war sehr ernüchternd, da der Grund zwar überall eingezeichnet ist, aber in jeder Wanderkarte irgendwann im Nichts endet. Irgendwie konnte ich mir das nicht so richtig vorstellen und die Realität sah dann zum Glück auch anders aus.
Der Start liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf. Gleich gegenüber vom Parkplatz befindet sich das Erbgericht, Pfarrhaus_in_Hinterhermsdorf_kleinan dem es an der rechten Seite auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zuerst mal bis zu dem schön gestalteten Platz vor dem Pfarrhaus geht. Hier befinden sich ein paar Wasserspielzeuge bzw. Springbrunnen, die ganz besonders im Sommer bei den jüngeren Besuchern beliebt sind. Rechts oben neben dem Weg steht die Engelskirche, die immerhin im Ursprung 1688 gebaut wurde. Der Namensgeber ist ein Taufengel aus dem Jahre 1701. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt aus dem Ort hinaus und gleich am Ortsausgang hat man einen schönen Blick über die Senke mit dem Namen Viehbigt auf den Weifberg. Vom Ortsrand wandert man auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis nach 150 Metern nach rechts der Aussichtspunkt (AP) Emmabank ausgeschildert ist. Hier wird der gelbe Strich verlassen und es geht leicht ansteigend aufwärts. Nach links hat man immer noch einen Blick_von_der_Keil_auf_Weifberg_kleinnetten Blick auf den Weifberg und seinen Aussichtsturm. Schon nach einem kurzen Stückchen auf dem Weg Blick_von_der_Keil_ueber_Hinterhermsdorf_kleinerreicht man einen netten Rastplatz mit sogar einer Schutzhütte. Von hier kann man weiterhin zum Weifberg, aber auch auf Hinterhermsdorf und rüber zur Hinteren Sächsischen Schweiz blicken. Eigentlich ist es schon richtig schade, dass man gerade erst losgewandert ist, denn so wird hier noch nicht Rast gemacht und es geht in einem Schlenker weiter auf dem Feldweg. Die Wanderung stößt auf die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt, die aber nur armselige 50 Meter gegangen wird, um dann geradeaus in die östliche Himmelsrichtung weiter zu wandern.
Im Osten von Hinterhermsdorf liegen einige Häuser ein ganzes Stück außerhalb der eigentlichen Ortschaft und genau an ein paar von diesen Häusern geht es jetzt entlang. Das Gebiet nennt sich Langk und ist einer der ruhigsten Flecken, Wegweiser_Am_Langk_2-3_kleinzumindest im Bezug zu Wanderungen, im Bereich der Sächsischen Schweiz. Nach den ersten paar hundert Metern steht ein einzelner Baum auf der Höhe, unter dem sich eine Bank und ein schöner steinerner Hinweis auf zwei versteckte Häuser befindet. Es handelt sich um die Häuser Am Langk 2 + 3. Das ist eine wirklich nette und passende Variante für die Sächsische Schweiz. Die Wanderung führt aber weiterhin geradeaus in östliche Richtung, um dann vor der nächsten Ansiedlung einmal kurz nach rechts und dann wieder links abzubiegen. Das ist sehr einfach zu finden, da man sonst auf dem Hof der Bewohner dort landet. Der Feldweg endet am Waldrand neben den nächsten Häusern. Hier geht es nach links auf dem Langkweg leicht abfallend abwärts, bis schon nach wenigen Metern das nächste Anwesen erreicht ist. Hier macht der Weg einen wirklich komischen Schlenker um das eigentliche Wohnhaus und irgendwie habe ich immer den Eindruck, als ob man den Bewohnern durch den Garten spaziert. Dem ist aber nicht so und die Bewohner grüßen und weisen den Weg immer super freundlich.
Hinter dem Haus fällt der Weg steiler ab, aber für Wanderer immer noch relativ angenehm. Es geht runter ins Tal des Heidelbachs. Hier stößt man auf die Zufahrtsstraße zur Obermühle, der weiter bachabwärts gefolgt wird. Auch wenn hier eigentlich Fahrzeuge fahren dürften, so trifft man nur ganz selten welche an und trotzdem sind gleich mehrere Brücken über den Minibach gebaut worden. Links von der zweiten Brücke befindet sich eine Felswand mit der eingravierten Jahreszahl 1821. Die Jahreszahl ist überhaupt kein Wunder, da sich an der Obermühle und auch weiter in Richtung Böhmische Schweiz schon vor sehr langer Zeit Kalkbergwerke befunden haben. Rastplatz_unter_Felsen_am_Heidelbach_kleinDie Wanderung führt neben dem Heidelbach abwärts und ist für den nächsten ½ Kilometer mit dem roten Strich roter Strich gekennzeichnet. Zwischendurch passiert man einen wirklich ungewöhnlichen Rastplatz unterhalb eines großen Überhangs. Der Rastplatz ist zwar ganz hervorragend gegen schlechtes Wetter geschützt, aber dafür steht eine riesige Felswand über den Bänken und dem Tisch. Links neben dem Rastplatz weist eine Gedenktafel an ein dunkles Stück der deutschen Geschichte. Der Tafeltext ist: „In Hinterhermsdorf ermordete die SS-Wachmannschaft der Todeskolonne aus dem faschistischen KZ Schwarzheide die Antifaschisten Paul Fischer, Wilhelm Slatin, Herbert Altschul, Friedrich Kaufmann, Erwin Teichner, Kurt Altschuh, den Polen Matzesky und einen Franzosen.“ Das Thema wird uns noch einmal auf der Wanderung begegnen. Neben dem Gedenkstein befindet sich eine kleinere Felswand, auf der so einige Inschriften zu entdecken sind, die ich zwar nicht mehr entziffern konnte, aber zumindest die Schriftart deutet drauf hin, dass es sich um ältere Graffiti handelt.
Nach dem besagten ½ Kilometer erreicht man eine Wanderwegkreuzung mit einem Wegweiser mit richtig vielen Schildern. Hier biegt man nach links ab in Richtung Grenzübergang und Tschechien. Zuerst passiert die Wanderung eine Informationstafel und einen Rastplatz in Pilzform. Mauer_vom_Muehlgraben_Boehmische_Muehle_kleinAuf der rechten Wegseite fließt die Kirnitzsch und wenn man den Bachlauf aufmerksam beobachtet, dann kann man ein paar alte Einbauten für z.B. einen Mühlgraben entdecken. Gleich an der letzten Wegkreuzung in Deutschland stand früher die Böhmische Mühle. Zu dieser und der Niedermühle ein paar Meter bachabwärts gibt es die Geschichte, dass die beiden verfeindeten Schwestern sich 1863 jeweils gegenseitig die Mühle angezündet haben. Danach sind beide Mühlen als Schneidemühle und Restauration wieder aufgebaut worden. Die Böhmische Mühle ist nach der Vertreibung leider verfallen und 2 Jahre später abgerissen worden.
Die Grenze ist sehr schnell erreicht und die hölzerne Hütte hinter der Kirnitzschbrücke ist früher von den Grenzschützern benutzt worden. Gleich an der Hütte erreicht man auch schon eine Kreuzung, Quelle_Finsterergrund_kleinan der es nach rechts und sofort wieder nach links geht. Hier fängt der Finstergrund an und nach wenigen Metern befindet sich eine in Stein gefasste Quelle. In den Stein ist die römische Zahl M.D.C.C.C.C (1900) eingemeißelt. Gedenktafeln_Finsterer_Grund_kleinDiese Quelle passiert man und sofort erreicht man zwei große Gedenksteine/tafeln, die hier ziemlich im Tal versteckt stehen. Beide Gedenkstätten erinnern daran, dass hier unten zum Ende des 2. Weltkrieges einige KZ-Insassen entlanggetrieben wurden und auch mehrere davon hier gestorben sind. Das regt zum Nachdenken an. Hoffentlich werden diese Tafeln nicht so schnell wie ihre Vorgänger zerstört.
Die Wanderung führt den Finstergrund weiter aufwärts und mit dem weiteren Aufstieg wird der Weg schmaler. Weg_im_Finsterem_Grund_kleinTrotzdem lässt er sich sehr gut wandern und die Steigung wird wirklich erst ganz am Ende etwas mehr. An zwei Stellen gabelt sich der Weg und beide Male folgt man dem breiten Weg nach links. Ausstieg_Finsterer_Grund_kleinDas letzte Stück aus dem Finstergrund ist ein Pfad, der aber sehr gut zu erkennen ist und auf einem breiten Waldweg endet. Dieser Weg führt nach rechts als Sackgasse auf den Kozí Hřbet (Ziegenrücken) und nach links runter zum Radweg 3031. Diese Kreuzung ist für Radfahrer, die sich von rechts schon bis hierher hoch gekämpft haben, richtig gemein, weil es gleich hinter dem Knick noch weiter aufwärts geht. Die Wanderung geht ein Felsengasse_vor_Piket_kleinpaar hundert Meter nach links ansteigend auf dem Radweg entlang. Zwischendurch führt der Weg durch eine künstliche Felsschlucht, die deutliche Bearbeitungsspuren aufweist. Bei den meisten künstlichen Schluchten kann man auch immer eine Jahreszahl entdecken, aber seltsamerweise bei dieser nicht. Aber nach den Bearbeitungsspuren muss die Erstellung dieser Durchfahrt schon wirklich lange her sein. Am Ende der Auffahrt steht eine Forsthütte mit dem Namen Piket und rechts daneben befindet sich ein hölzernes Kreuz mit der Aufschrift: na věčně čekané revírník; Václav Šuster; 14.4.1953 – 7.10.2011. Bei dem Herrn, an den hier erinnert wird, handelte es sich um einen Ranger.
Gleich gegenüber der Hütte versperrt eine Schranke den Radfahrern einen Waldweg. Auf diesem geht die Wanderung weiter. Der Weg führt super angenehm auf gleichbleibender Höhe um den Pytlák (Bittler). Auch dieser Waldweg wird ganz ähnlich wie der Finstergrund nur ganz selten von anderen Wandern beschritten. Nach etwas mehr als 300 Metern erreicht man eine Kreuzung bzw. Weggabelung, an der man schräg links möglichst ebenerdig weiter geht. Der nächste Kilometer ist schnell gewandert und wer aufmerksam den kleinen Felsen rechts neben dem Weg betrachtet, wird die Jahreszahl 1805 entdecken. Abstieg_zum_Natterborn_kleinDas finde ich ganz schön verwunderlich, dass hier vor mehr als zwei Jahrhunderten Leute durch den Wald gezogen sind und anscheinend sogar schon breite Wege angelegt haben. Heutzutage endet der Waldweg vor einer Schranke. Warum auch immer an dieser Stelle die Schranke ist, die Durchfahrt war ja schon 1 ½ Kilometer vorher versperrt, aber ungefähr 100 Meter hinter der Schranke beginnt die Kernzone der Böhmischen Schweiz. Die Wanderung biegt aber vor der Schranke nach rechts ins Tal ab. Der Abstieg ist einfach zu entdecken, Rinne_am_Natterborn_kleinungewöhnlich leicht und man passiert mindestens zwei Talkessel. Erst nach ½ Kilometer gabelt sich der Weg in der Ebene und hier wandert man nach links in der Horizontalen weiter. Nach wenigen Metern (ca. 125 Meter) erreicht man den Hadí pramen (Natterborn oder auch Schlangenquelle), aus dem immer ein ordentlicher Wasserstrahl über eine Rinne herausgeführt wird.
Gleich unterhalb der Quelle verläuft der breite Waldweg mit der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich, dem nach rechts hinterher gewandert wird. Auf dem nächsten Kilometer werden nur ganz wenige Höhenmeter überwunden und zwischendurch befindet sich die uralte Vlčí deska (Wolfstafel), auf der erklärt wird, dass im Jahre 1640 der Forstmeister Hans Grohmann die letzten zwei Wölfe hier erlegt hat. Fahrzeugsperre_zur_Niederen_Muehle_kleinEin paar Meter hinter dieser Tafel (ca. 150 Meter) steht ein Hinweisschild hinunter zur Niedermühle. Der Weg wäre ohne dieses Schild sehr schnell zu übersehen, Niedere_Muehle_im_Dunst_kleinobwohl knapp neben dem Weg eine gigantische Sperre die Radfahrer an der Abfahrt hindern soll. Diese Sperre ist wirklich eine seltsame Konstruktion und eigentlich sieht sie eher so aus, als ob auch LKWs und Panzer mit ihr aufgehalten werden sollen. Nach einem Abstieg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich bis runter zur Kirnitzsch geht es darauf nach links der roten Wanderwegmarkierung roter Strich ein ganz kurzes Stück hinterher. Mit der nächsten Möglichkeit wird das Kirnitzschtal auch schon nach rechts auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich verlassen. Aussichtspunkt_am_Taubenstein_kleinDer Pfad nach oben passiert schon ziemlich weit unten die Reißerhöhle und steigt dann auf einem abwechslungsreichen Weg aufwärts. Ziemlich am Ende des Aufstiegs weist nach rechts ein Schild auf die Taubensteinaussicht, die super einfach zu erreichen und ein netter Platz zum Erholen ist. Von der Aussicht blickt man in das bewaldete Kirnitzschtal und unten im Tal sieht man auf die Niedermühle.
Die Wanderung führt weiter auf dem Lehmhübelweg und dann in Hinterhermsdorf auf der Neuwegstraße bis ins Zentrum zurück. Heimatmuseum_in_Hinterhermsdorf_kleinKurz vor dem Ausgangspunkt passiert man die Heimatstube und die Engelskirche. Engelskirche_von_Hinterhermsdorf_kleinDamit hat man dann am Erbgericht das Ende der Wanderung erreicht. Die Runde ist sehr angenehm zu gehen und auch wenn man schon ziemlich viel in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, so dürfte der Finstergrund und der Abstieg zum Natterborn etwas Besonderes sein. Auf jeden Fall ist es eine angenehm ruhige Runde, die selbst bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz mit nur wenigen andern Mitmenschen geteilt werden muss.

Fremdenweg – Prebischtor

Nachdem ich mal wieder den Entenpfützenweg gegangen war und danach die Beschreibung aktualisiert hatte, schrieb mir ein netter Mensch, dass ich an der Grenze überhaupt nicht auf dem Fremdenweg gewandert wäre. Dieser historische Weg würde sich ein kleines Stückchen südlich bzw. westlich von dem Grenzweg befinden und wäre heute mit einer Vielzahl gefällter Baume blockiert. Nun bin ich zwar schon oft auf einzelnen Abschnitten des Fremdenweges unterwegs gewesen, habe aber noch nie den kompletten Weg abgewandert. Das soll hiermit geändert werden. Zumindest heutzutage beginnt der Fremdenweg in allen Wanderkarten am Kuhstall und damit soll auch diese Wanderung dort starten. Da der Kuhstall bzw. Neue Wildenstein schon ein Stück oberhalb des Kirnitzschtales liegt, ist der eigentliche Startpunkt am Lichtenhainer Wasserfall. Bei diesem Miniwasserfall kann man sich sehr sicher sein, dass hier schon sehr lange Touristen alte_Bruecke_Lichtenhainer_Wasserfall_1858_kleineinkehren und ganz besonders lustig ist, dass gleich an der kleinen Hütte neben dem Wasserfall eine uralte Preisliste für Träger hinauf zum Kuhstall hängt. Heutzutage muss man selber wandern. Dazu geht es gleich am Parkplatz auf die gegenüberliegende Bachseite und dort aufwärts. Die Brücke ist immerhin schon von 1858 und damit dürfte die Anzahl der Wanderer, die darüber gegangen sind, der Einwohnerzahl so einiger Großstädte entsprechen.
Die Wanderung Wasserwerk_Kuhstall_1911_kleinsteigt auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt in Richtung des Kuhstalls an. Schon auf den ersten Metern fällt auf der linken Wegseite das ursprüngliche Wasserwerk des Kuhstalls von 1911 auf. An der ersten Wegkreuzung steht eine der ursprünglichen Steinsäulen, die schon seit vielen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten die Richtung zum Kuhstall, zur Lichtenhainer Mühle oder dem kleinen Winterberg weist. Solche Wegweiser stehen einige am Fremdenweg und lassen erahnen, dass hier schon seit sehr langer Zeit Wanderer unterwegs sind. leerer_Kuhstall_am_Fremdenweg_kleinDie Wanderung führt auf einem breiten Waldweg bis hinauf zum Kuhstall. Hier erfreut ein Gasthaus gleich neben dem relativ großen Felsentor mit einer Erfrischungsmöglichkeit. Das Felsentor mit seiner Breite von 17 Metern und 11 Metern Höhe ist schon ganz schön imposant und der Ausblick in das Tal der Hinteren Sächsische Schweiz ist auch etwas Besonderes. Wenn man sich von der Aussicht bzw. dem Geländer herum dreht, dann fallen am schwarze_Inschriften-am_Kuhstall_kleinoberen Rand des Felsentors schwarze Inschriften auf. Diese sind ungefähr 200 Jahre alt und dadurch entstanden, dass in dem ersten Wanderführer der Sächsischen Schweiz („Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz“; Wilhelm Leberecht Götzinger von 1804) die Empfehlung zum Mitführen von „Pinsel und trockner Farbe um seinen Namen anzuzeichnen“ stand. Herr Götzinger stellte aber schnell fest, dass dies zur Verschandelung der schönen Landschaft führte und schon in der 2. Auflage des Buches war diese Empfehlung verschwunden. Es ist ganz schön verwunderlich, dass man sich damals in so einer luftigen Höhe verewigt hat, aber dadurch sind diese uralten Graffitis auch heute noch zu erkennen.
An der rechten Seite (wenn man mit dem Rücken zum Geländer steht) befindet sich ein kleiner Durchgang mit dem Hinweisschild „Himmelsleiter“. Dieser Weg führt als einzelner Aufstieg oben auf das Felsentor. Der Weg durch die langgezogene Felsspalte ist schon sehr interessant und auch dort kann man eine eingemeißelte Jahreszahl von 1839 entdecken. Der Neue Wildenstein ist aber schon im Jahre 1409 als Burg Wildenstein benutzt worden Schneiderloch_am_Kuhstall_kleinund davon kann man ein paar wenige übriggebliebene Spuren auf dem oberen Plateau entdecken. Auf der westlichen Seite geht es über ein paar Stufen wieder herunter. Hier kann man noch einen Miniabstecher zum Schneiderloch unternehmen und dann geht es auf der bekannten roten Wanderwegmarkierung roter Punkt gegenüber des Gasthauses weiter abwärts. Der Weg durch die Nasse Schlucht ist immer wieder faszinierend und seltsamerweise sind hier auch nur relativ wenige Besucher unterwegs. Kurz nachdem man den Fuß des Neuen Wildensteins erreicht hat, gelangt man an eine Kreuzung, an der wieder eine Sandsteinsäule den Weg in Richtung Winterberg weist. Der Waldweg führt ziemlich angenehm einmal komplett durch die große Waldfläche der Hinteren Sächsische Schweiz, um dann nach etwas weniger als 1 ½ Kilometern zum Kleinen Winterberg aufzusteigen. Heutzutage erfolgt der Aufstieg über eine ziemlich langweilige Treppenanlage. Links von der Treppe kann man noch sehr gut den ursprünglichen Zickzackweg erkennen, aber vermutlich war es einfach zu viel Aufwand, diesen Weg zu erhalten und so ist der langweilige Aufstieg entstanden. Rechts von den Treppen fällt eine riesige glatte Felswand auf, die mich immer wieder verwundert. Es sieht so aus, als wenn dort eine Eisenschicht eingelagert wäre, aber dann würde ich mal vermuten, dass so eine Schicht horizontal sein müsste.
sanierter_Pavillon_Kleiner_Winterberg_kleinIn der blattlosen Jahreszeit kann man links oben das nächste Ziel dieser Wanderung entdecken, den Pavillon auf dem Kleinen Winterberg. Nachdem die Treppenanlage erfolgreich bewältigt ist, geht es nach links weiter. Der Pavillon wird umrundet und dann weisen schwarze Pfeile Kletterzugang nach oben. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da der Aufstieg nun wirklich nicht zu irgendeinem Klettergipfel führt, aber damit ist er wenigstens legal. Tafel_Kleiner_Winterberg_Pavillon_kleinDer kleine Pavillon ist schnell erreicht und gleich oberhalb der Türe fällt eine große Steinplatte mit lateinischem Text auf. Da ich in der Schule nie Latein hatte, freue ich mich, dass in dem Gebäude eine Übersetzung hängt. Der jetzige Pavillon ist aus dem Jahre 1818 und ist im Jahre 2013 mit einem neuen bzw. sanierten Dach ausgestattet worden. Es ist nur seltsam, dass alle Hauptbalken von dem Dach durch neue ersetzt worden sind und nur ein völlig vergammelter, dem schon die Hälfte an Substanz fehlt, wiederverwendet wurde. Wer schon so viel an Material hier hoch schleppt bzw. mit einer Seilbahn hochfährt, der hätte doch den einen Balken auch noch ersetzen können. Im Sommer ist der Blick aus den Fenstern in die Landschaft durch den Buchenwald verwehrt, aber die Wanderer auf dem Unteren Fremdenweg entdecken dadurch das kleine runde Gebäude hier oben auch nur ganz selten .
Von dem Pavillon führt auf fast gleichbleibender Höhe der Obere Fremdenweg in südliche Richtung. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Selbstrettungsbox, eine Sandsteinsäule und wieder die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt. Wegweise_am_Winterberg_mit_Prebischtor_kleinAuf ihr geht es weiter in Richtung Großer Winterberg. Nach einem ¾ Kilometer kommt man an eine Wegkreuzung und auch hier steht mal wieder eine der Sandsteinsäulen. Im Gegensatz zu allen anderen sieht diese relativ jung aus und das Besondere an ihr ist, dass hier das Prebischtor ausgeschildert ist. Zuerst soll es aber noch zum höchsten Berg der Sächsischen Schweiz  gehen und deshalb folgt man der roten Wanderwegmarkierung weiter. Ziemlich überrascht war ich, als ganz knapp vor dem Gipfel an der steilsten Stelle ein Rangerauto vom Nationalpark am Wegesrand im Wald stand. Natürlich kann ich sehr gut verstehen, dass die Ranger nicht zu Fuß hoch kommen, aber warum muss das bei spiegelglatten Wegen sein? Und wenn der Ranger schon am Nationalparkhaus Eishaus vorbeikommt, dann könnte er es auch aufschließen. Vielleicht hätte er dann auch gleich das Auto auf der sonnigen und damit aufgetauten Seite des Winterberges stehen lassen können. Ganz gewitzt ist dann auch noch das Schild an der Türe des Eishauses, dass man sich den Schlüssel beim Wirt der Gaststätte Großer Winterberg abholen kann, wenn die Gaststätte im Winter leider nur Samstags und Sonntags auf hat (Stand Winter 2013/2014).
Also geht es auf der östlichen Seite des Berges über den blauen Strich blauer Strich abwärts. Schon nach ¼ Kilometer erreicht man den Müllerwiesenweg, hier geht es nach links weiter geht. An der Kreuzung steht auch einer der steinernen Wegweiser. Das Stück zwischen diesem Wegweiser und dem nächsten (½ Kilometer) heißt mal wieder Fremdenweg. Sehr seltsam ist, dass der größte Teil der Richtungsweisungen herausgemeißelt oder anderweitig unkenntlich gemacht wurden. An der zweiten Sandsteinsäule befindet sich auch ein Besucherlenkungszaun und das bedeutet immer, dass dahinter ein alter Wanderweg entlang ging. In diesem Fall ist es der Fremdenweg und deshalb startet hier der nicht ganz legale Teil dieser Wanderung. Jeder sollte sich bewusst sein, dass er Ärger bekommen könnte, wenn er hier angetroffen wird. Ich selber finde, dass ein Ranger in einem Auto, der die Kernzone befährt oder ein Waldarbeiter in einem Havester einen viel größeren Schaden anrichtet, als wenn ich mit meinem „Fliegengewicht“ durch den Wald streiche. Aber leider sieht die Rechtsprechung anders aus und dessen sollte man sich bewusst sein. Ganz besonders seltsam finde ich, wenn Wege wie der Fremdenweg, die schon lange vor jedem Ranger und der kurzen Zeit des Bestehens des Nationalparks durch die Landschaft führen, durch einige absichtlich gefällte Bäume blockiert werden.
Die paar kreuz und quer liegenden Bäume sind schnell an den Außenseiten passiert und schon nach wenigen Metern (< 200 Meter) erreicht man die ersten Grenzsteine, die für die weitere Strecke eine perfekte Orientierung sind. Nach 400 Metern biegt eigentlich der Fremdenweg nach rechts ab und führt dann parallel zur Grenze (maximal 100 Meter von der Grenze entfernt) bis zum Zugang des Prebischtors. Dieser Weg ist tatsächlich heutzutage überhaupt nicht mehr passierbar. Es liegen über eine richtig lange Strecke zersägte Bäume auf dem Fremdenweg und deshalb führt diese Wanderung auf dem Grenzweg weiter. Unterhalb des Grenzsteins 9/12 kann man die ungewöhnlich alte Jahreszahl 1568 entdecken. Zu dieser Zeit wurden hier oben schon Bäume gefällt. Kurz nachdem man den traumhafter_Blick_zum_Rosenberg_kleinGrenzstein 8/13 passiert hat und noch vor dem Grenzstein 8/12 biegt nach rechts ein deutlich sichtbarer Pfad ab. Dabei handelt es sich um die hinteren Ausläufer des Prebischtors. Man wandert vollkommen unbeschwert 400 Meter auf dem Pfad und passiert gleich mehrere schöne Aussichten in Richtung Rosenberg. Zuerst liegt das Prebischtor noch leicht nach vorne versteckt zwischen den Bäumen, aber nach den besagten suedliche_Seite_Prebischtor_klein400 Metern hat man eine schöne Aussicht auf die südlichen Seite des Felsentors. Man könnte hier oben sogar bis auf den Felsenbogen weiter wandern, aber das dürfte tatsächlich nur für ganz Übermütige etwas sein. An der Stelle kann man wirklich von allen Seite gesehen werden und das an einem Punkt, den man ganz sicher nicht betreten darf. Auch ist es nicht der Hit, wenn man ausgerechnet auf dem Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz herum turnt.
Deshalb geht es ein paar wenige Meter zurück, um dann nach links auf einem deutlich sichtbaren Pfad in einen Grund abzusteigen. Dabei handelt es sich um einen alten Zugang zur Rückseite des Prebischtors. Da heutzutage das Besuchen des Prebischtors kostenpflichtig ist, hat man diesen Zugang unpassierbar gemacht. Früher gab es auch noch eine Brücke, die von den Aussichten am Prebischtor auf den Felsenbogen rüber führte, aber diese ist schon sehr lange entfernt. Nach wenigen Metern Abstieg passiert man einen überhängenden Felsen, an dem anscheinend früher eine Hütte gestanden hat. Zumindest sind einige Balkenlager zu sehen. Der Weg in den Grund macht so einige Schlenker und dann kann kommt die große Überraschung, weil man mitten in mehreren Müllkippen steht. Die Unmengen an Plastikbechern könnten vielleicht noch von Besuchern hier herunter geworfen worden sein, aber die Töpfe, Dachrinnen, Abflussrohre und Schuppenreste stammen ganz eindeutig von den Prebischtorbetreibern. Ich würde behaupten, dass in allen Kernzonen der Sächsischen und Böhmischen Schweiz zusammen weniger Müll herum liegt, als in den 100 Metern von dieser Schlucht. Das ist eine ordentliche Sauerei und hat sich über viele Jahre hier angesammelt.
Abstieg_am_Prebischtor_mit_Seil_kleinDer Abstieg ist weiterhin einfach zu erkennen und bald erreicht man die Oberseite eines Talkessels. Hier befindet sich an der linken Seite ein Abstieg, der schon etwas schwieriger ist. Netterweise war durch drei Ösen ein Kletterseil gezogen, so dass man sich sehr gut daran festhalten kann und der Abstieg über die zwei schrägen Felsplatten gut klappt. Das Seil sah so aus, als ob es schon seit einigen Jahren dort hängt und von so einigen Mitmenschen genutzt wurde. Zum Glück verkraften das Kletterseile ganz hervorragend.
Der weitere Weg ist dann ziemlich einfach und bald erreicht die Wanderung den offiziellen Zugang hoch zum Prebischtor bzw. dem Gabrielensteig. toller_Rastplatz_am_unteren_Ende_des_Langen_Grundes_kleinDa man auf dieser Wanderung aber viel ruhigere Stellen des Prebischtors gesehen hat, geht es weiter geradeaus auf der Wanderwegmarkierung roter Strich den Dlouhý Důl (Langen Grund) abwärts. Am Rande des Weges stehen ein paar sehr schöne Tafeln vom Lehrpfad Gabrielensteig und am Ende des Grundes befindet sich einer der tollen Rastplätze der Böhmischen Schweiz. Mir würde auf Anhieb kein einziger Rastplatz auf der deutschen Seite einfallen, der so schön und aufwändig gestaltet ist. Hier gibt es einen Fahrradständer, eine Landkarte, mehrere Bänke und Tische und sogar einen Mülleimer.
Damit ist die eigentliche Wanderung zu Ende, aber praktisch ist diese Stelle tatsächlich nur dann sinnvoll, wenn man mit dem Touristenbus nach Deutschland zurück fährt. Es ist sehr schön, dass es diese Buslinie gibt, aber irgendwie finde ich sie einfach zu teuer und deshalb empfiehlt es sich, an der Straße weiter abwärts zu wandern. Auch wenn das kein wirklich schöner Weg ist, aber immerhin kommt man damit entweder zum Parkplatz am oberen Rand von Hřensko (Herrnskretschen) oder bis runter in die Ortschaft. Von hier hat man dann eine sehr gute Startposition, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Deutschland zu finden.
Es ist wirklich schade, dass heutzutage ein Teil des Fremdenweges gesperrt ist. Ich glaube kaum, dass es der Natur einen Schaden zufügen würde, wenn man vom Großen Winterberg an der Grenze entlang bis zum Prebischtor wandern dürfte. Selbst die finanziellen Interessen des Prebischtors sollten mit dem Rückseiten-Zugang kein Problem darstellen, wenn man auch dort Eintritt kassieren würde, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sehr viele Besucher lieber eine längere Strecke durch die Hintere Sächsische Schweiz wandern, als ihr Auto zu Wucherpreisen in Tschechien abzustellen und dann die hässliche Strecke an der Straße von Hřensko (Herrnskretschen) hoch zuwandern.