Forststeig Teil 3

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Dauer:
ca. 5,00 h
Entfernung:
ca. 20,00 km
Höhenunterschied:
ca. 625 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
,
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Willys Ruh - Hühnerberg - gelber Strich - Hühnerbergweg - Taubenteich - Grenze - Böhmisches Tor - roter Punkt - Wildbretkeller - Großer Zschirnstein - Zschirnsteinweg - Kreusels Eiche/Schächers Kreuz - Gelobtbach - Elbhäuser - Bahnhof Schöna

Forststeig Teil 3 (Willys Ruh – Bahnhof Schöna)

Nach den ersten beiden anstrengenden Tagen auf dem Forststeig war die Nacht in der Trekkinghütte wunderbar erholsam und ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Selbst von dem kleinen Radaubruder namens Bilch/Siebenschläfer habe ich nichts mitbekommen. Was morgens ziemlich grässlich ist sind Wanderstiefel, die überhaupt nicht getrocknet sind, weil die Trekkinghuette_Willys_Ruh-3_kleinTrekkinghütte im tiefsten Wald steht und kein Wind oder Sonnenstrahl durchdringt. Vielleicht hätte ich mal einen der Öfen anschmeißen sollen und die Stiefel oben drauf stellen. Tja, im Nachhinein weiß man es dann. Nachdem ich die Hütte einmal durchgekehrt und meinen ganzen Müll inklusive der Teelichter eingesammelt hatte, ging es los zur letzten Etappe.

Bisher (ausgenommen am Vortag) war ich immer auf der Vorderseite der Trekkinghütte Willys Ruh angekommen und wieder weggewandert. Der Weg auf der Rückseite ist aber irgendwie viel besser, da man gleich auf den Waldweg über den Hühnerberg kommt. Für diese Wanderung muss man also den Weg hinter der Hütte nehmen und dann nach rechts einmal den Berg überqueren. Nach 1 ¼ Kilometern erreicht man die Grenze. Auf ihr folgt man dem Forststeig nach links. Auch wenn ich am vorherigen Tag ein riesiges Stück gewandert war, so hatte ich trotzdem noch einen Abendspaziergang bis zum Taubenteich unternommen und mir die neue Biwakhütte dort angesehen. Ich war natürlich auch neugierig, ob dort womöglich jemand die Nacht verbringen würde. Dem war aber nicht so. Jedenfalls brauchte ich am dritten Wandertag nun keinen Abstecher mehr zum Taubenteich unternehmen.

Die Wanderung führt weiter an den Grenzsteinen entlang und ist auf der gesamten Strecke sehr angenehm zu wandern. Meistens ist ein schmaler Pfad zu sehen oder der Pfad ist mit langem Gras (aber keinem Farn) zugewuchert. Durch die Grenzsteine ist der Weg aber immer eindeutig. hoehes_Gras_am_Grenzweg_kleinNach 2 ½ Kilometern auf der Grenze erreicht man die Quelle Studánka Sedmilhářů (Siebenlügner), die sogar mit einem eigenen Schild markiert ist. Quelle_der_Siebenluegner_kleinDie Quelle läuft mit einer ordentlichen Schüttung gleich aus dem Felsen und es gibt dort sogar eine Tasse. Ich habe die Tasse zwar nicht benutzt, aber so einiges Wasser aus der Quelle getrunken und mein Magen hat nicht rebelliert. Die Quelle ist übrigens auch sehr zu empfehlen, wenn man als Übernachtungsort die Trekkinghütte Grenzbaude gewählt hat. Diese Trekkinghütte befindet sich nur ½ Kilometer entfernt und ist bisher die ruhigste der bestehenden Trekkinghütten.

Nur ein paar wenige Meter weiter an der Grenze entlang kommt eine wilde Boofe und eine Miniklettereinlage. Von dort wandert man nochmal 2 ¼ Kilometer auf der Grenzlinie bis zum Grenzstein 5/5. Hier biegt nach links ein gut sichtbarer Forstweg ab, den man bis zum Gliedenbachweg oder auch zur gelben Wanderwegmarkierung weiterwandert. Biwakhuette_Zschirnstein_kleinDort steht gleich neben dem breiten, gut ausgebauten Forstweg die Trekkinghütte Zschirnstein. Diese Hütte ist dieses Jahr (2017) noch sehr gut nachgebessert worden und besitzt jetzt auch verschließbare Fenster. Die Konstruktion erscheint sehr funktional und bietet einen perfekten Schutz vor dem durchpfeifenden Wind. Gleich von dem Platz der Trekkinghütte führt ein breiter Waldweg in Richtung Großer Zschirnstein. Kurz vor dem Felsfuß wird die Steigung ziemlich unangenehm, besonders, weil mir der Wegverlauf mal wieder verloren kam. Aber praktisch ist das egal, da man einfach nur aufwärts muss und dann auf einen deutlich sichtbaren Weg stößt. Obwohl ich schon wirklich häufig auf und um den Großen Zschirnstein gewandert bin, ist mir dieser Weg vollkommen fremd gewesen. Dabei handelt es sich um einen wirklich tollen Weg, der sich auf fast gleichbleibender Höhe nach links (westlich) um den Felsen schlängelt. Nachdem man den schmaleren Aufstieg zum Großen Zschirnstein erreicht hat, geht es auf den höchsten Stein der Sächsischen Schweiz hinauf und dann über die gesamte Fläche bis zur südlichen Spitze. trigonometrische_Saeule_Grosser_Zschirnstein_klein
Erst hier hat man eine wirklich schöne Aussicht in die Böhmische Schweiz. An der großen Aussicht fällt die steinerne, trigonometrische Säule auf, die in weit vergangenen Zeiten zum Vermessen der Landschaft diente. So ziemlich auf allen höheren Felsen/Bergen kann man diese Vermessungspunkte antreffen und staunen, wie man damals damit eine so ungewöhnlich genaue Vermessung hinbekommen konnte.

Ich habe zwar schon mehrmals gehört, dass es außer den beiden markierten Aufstiegen zum Großen Zschirnstein noch eine dritte Möglichkeit geben soll, aber bisher war mir dieser Zugang unbekannt. Jetzt sollte es genau diesen Weg abwärtsgehen. Dazu geht man von der Aussicht kommend nach rechts auf einem Trampelpfad an der Felskante entlang, bis nach ¼ Kilometer ein gut sichtbarer Pfad abwärtsführt. Dieser Pfad endet auf einem Felsband, das eigentlich nach links weitergewandert werden soll, wenn man aber nach rechts geht, kann man die Zschirnsteinhöhle und mehrere Boofen entdecken. Die Wanderung geht also auf dem Felsband ein Ministück in nördliche Richtung, um dann nach rechts abzusteigen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich die Stelle für den Abstieg schon verpasst hätte und so habe ich mich mal wieder kreuz und quer durch eine gerodete Fläche gemacht. Wie immer haben mich die Brombeeren an die blöde Idee mit der kurzen Hose erinnert und ich war glücklich, nach 150 Metern den Zschirnsteinweg zu erreichen. Auf ihm geht es nach rechts weiter, bis das Schächers Kreuz an dem breiten Forstweg erreicht ist. Hier geht es gleich hinter dem Denkmal hinein und dann kommt das letzte Mal für mich ein Rätselstück. Der GPS-Track, den ich hatte, bog auf einen Rückeweg ab, der zum Anfang relativ einfach aussah. Da der Weg sich aber immer mehr unsichtbar machte und einfach kein Durchkommen war, bin ich dann doch lieber zurückgewandert und habe den gut sichtbaren Waldweg weiter gewählt. Auch dieser Weg endete oberhalb des Tals vom Hertelsgrundbach, aber der Abstieg war in diesem Fall sehr einfach und ich konnte das Ziel wenigstens von oben schon gut sehen.

Die Wanderung geht abwärts dem Bachlauf hinterher, bis dieser mit dem Gelobtbach zusammenfließt. Hier könnte man bequem nach links auf dem gut ausgebauten Forstweg weiterwandern und nach einem ¾ Kilometer die Ziskaquelle erreichen, aber das Ziel des Forststeigs ist, möglichst auf unbekannten Wegen zu wandern und so geht es gleich am Bachlauf bzw. an den Grenzsteinen weiter. Nach ziemlich genau einem Kilometer stoßen die Grenze und der normale Wanderweg wieder aufeinander. Die Wanderung steigt das Tal des Gelobtbachs noch 800 Meter abwärts, bis von links ein Weg kommt und ein Bächlein den Waldweg in eine dauerfeuchte Fläche verwandelt. Hier biegt ein unscheinbarer Pfad nach links ab. Die ersten paar Meter erfolgen noch über einen Haken aufwärts, dann geht es aber ziemlich angenehm am Hang entlang. Hier hat mich der Forststeig mal wieder erfreut, da ich diesen Pfad schon mehrmals auf Wanderkarten gesehen habe, ihn aber noch nie gegangen bin. Teich_im_Schiebmuehlenbach_kleinBesonders auffällig an dem Weg ist der Bereich des Schiebmühlenbachs mit seinen vielen Teichen und Einbauten. Das Wasser in den Teichen ist auffallend klar. Der gesamte ehemaliges_Bauwerk_Schiebmuehlenbach_kleinBereich, den man hier bewandert, gehörte zu den Steinbrüchen und man kann auch mal eine Boofe gleich neben dem Weg entdecken. Direkt oberhalb des Bahnhofs Schöna ist ein unwahrscheinlich kräftiges Bauwerk für ein Minibächlein errichtet worden. Bauwerk_fuer_Bachlauf_oberhalb_Bahnhof_Schoena_kleinIch vermute mal, dass man früher schon ausreichend Erfahrung hatte, warum man so einen Aufwand treibt, um das Wasser hier oben so zu leiten. Leider hat man das heute wieder vergessen und so sind deutliche Auflösungserscheinungen zu sehen. Aber das Gejammer wird nach einem ordentlichen Gewitter dann schon kommen, wenn die Felsquader im Bahnhof liegen.

Von hier geht man bis zur Verbindungsstraße zwischen Schöna und dem Bahnhof. Für die letzten paar Meter bis zum Bahnhof steigt man nach rechts noch den Hang hinunter und damit ist der Forststeig bewältigt. Ich hätte nicht gedacht, noch so viele neue Wege zu entdecken und für mich war es eine ganz neue Erfahrung, über mehrere Tage auf einem Weg unterwegs zu sein. Wirklich schade ist, dass die Trekkinghütten ein wenig ungünstig liegen und dadurch in der Mitte eine riesige Strecke vorhanden ist, in der man entweder auf eine Übernachtungsmöglichkeit in Tschechien zurückgreifen oder irgendwo boofen muss. Was mich riesig freut ist, dass hier die Forstleute einen wirklich abwechslungsreichen Weg geplant haben und das Ziel nicht, wie bei dem Malerweg, ist, möglichst viele Touristen anzulocken, sondern den Menschen die Natur wieder näher zu bringen. Das hat auf jeden Fall perfekt geklappt und mir (ausgenommen meinen Schienbeinen) sehr gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall die Runde auch nochmal im Frühjahr in die andere Richtung unternehmen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Cunnersdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Cunnersdorfer Bad

Forststeig Teil 2 (Willys Ruh – Osterzgebirge – Tschechien)

Nachdem ich hervorragend in der Trekkinghütte Willys Ruh geschlafen habe, was bei der Strecke vom Vortag und einem halbem Liter TetraPak-Rotwein kein Trekkinghuette_Willlys_Ruh_von_unten_kleinWunder ist und nur im Hintergrund etwas von dem Getrappel der kleinen Bilche/Siebenschläfer mitbekommen habe, war ich früh morgens gut ausgeschlafen. Noch mal eben ein Sparfrühstück eingeworfen und schon ging es auf den riesigen Bogen des zweiten Tages. Das Wetter sah mit blauem Himmel und Sonnenschein sehr gut aus und so habe ich noch nicht mal einen Regenponcho mitgenommen. Das sollte sich eine Weile später als saudumme Idee erweisen. Aber zuerst geht es mal von dem Übernachtungsplatz wieder zurück bis ins Tal des Fuchsbachs. Dazu wandert man von der Trekkinghütte abwärts bis auf den Unteren Hühnerbergweg und dann bis zum Fuchsbach. Dieser wird nur überquert und auf der gegenüberliegenden Seite geht es Mathens Hohlweg leicht ansteigend aufwärts. An der ersten Spitzkehre wird der breite Weg verlassen und es geht nach links auf dem Brückweg weiter. Der Weg ist nachher nur noch ein unscheinbarer Pfad, der mir zwischendurch sogar vollkommen verloren gekommen ist, aber wenn man sich rechts hält, dann stößt man mit einem ordentlichen Gestampfe den Berg hoch an die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Nach ein paar Metern erreicht man die Alte Tetschener Straße und die Schutzhütte mit dem Blick über Rosenthal hinweg. Bei guter Sicht kann man bis weit nach Dresden hinein blicken.

Die Wanderung folgt der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt geradeaus. Der Sommerhübelweg führt bis zum Schneeberger Kreuz und hier wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht weiter geradeaus auf den Rand des Bielatals zu. Der Weg gabelt sich und man folgt dem linken Weg im kleinen Abstand zum Bielatal. Dieser unscheinbare und manchmal etwas feuchte Pfad endet auf dem Steinbornweg. Dieser Weg ist mal wieder mit dem bekannten roten Punkt roter Punkt markiert, der aber auch nur für ganz wenige Meter verfolgt wird. Das nächste Teilstück führt genau auf der Grenze entlang, bis man unten im Bielatal angekommen ist. Jetzt gibt es mal wieder zur Erholung ein Stück auf gewöhnlichen Wanderwegen. Dazu geht man nach rechts ein paar wenige Meter das Bielatal hinunter, um dann nach links auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zur Grenzplatte hochzusteigen. Der Aufstieg bis zur oberen Kante des Bielatals und damit zur ersten Aussicht ins Tal ist schnell geschafft und man hat die Möglichkeit, mit einem sehr schönen Blick die Felskante zu bestaunen. Zu meiner Wanderzeit hat mich hier ein ordentlicher Schauer erwischt und irgendwie habe ich so schnell keine Unterstellmöglichkeit gefunden. Damit war ich schön abgekühlt. Was aber viel erbärmlicher war: jetzt waren die Wanderstiefel endgültig klitschnass.

Die Wanderung geht von der Grenzplatte nach rechts (von der Aussicht auf den Weg gesehen) weiter. Die ersten Meter sind noch mit dem roten Strich roter Strich markiert, sobald der aber nach links abknickt, geht die Wanderung geradeaus weiter. Diese Stelle habe ich schon unwahrscheinlich häufig gesehen, aber irgendwie bin ich noch nie auf dem Waldweg weitergewandert. Vermutlich liegt es aber auch ganz einfach daran, dass hier im Sommer alles Gemeine wächst, was man als Wanderer nicht so richtig liebt: Brennnesseln, Disteln und meine verhassten Brombeeren. Ich glaube, ein Großteil der Muskel- und Gelenkschmerzen nach der gesamten Wanderung sind dadurch entstanden, dass ich mich wie eine Ballerina durch das Gestrüpp gewunden habe. Der Weg wird zwischendurch auch hier ziemlich unsichtbar, aber es ist kein sonderliches Problem, da rechts immer die Felskante als Orientierungshilfe dient. Felsen_am_Abstieg_Alte-1_kleinDer Abstieg mit dem Namen Alte Eins nach einem ¾ Kilometer ist unübersehbar und nur bei sehr feuchtem Wetter eine Herausforderung. Als ich die Wanderung unternommen habe, hat es an der Grenzplatte angefangen zu regnen und damit bin ich gleich zweimal bei dem Abstieg auf nassem Gras ausgerutscht. Na ja, wie die Wanderhose danach aussah, brauche ich wohl nicht zu beschreiben.

Der Abstieg endet auf der Straße durch das Bielatal. Hier geht es gleich auf der gegenüberliegenden Seite mit dem Lattenweg wieder aufwärts, um dann an dem linken Felsfuß entlang zu wandern. Ausgeschildert sind hier die Schwedenhöhle und das Eisloch. Gleich zum Anfang dieses Pfades passiert man eine Felsengruppe, an der immer irgendwelche Kletterer herumturnen. Ich habe immer einen riesigen Respekt für diese Sportler, da sie doch sehr häufig wahre Kunststücke vollbringen. Der Pfad geht sehr angenehm Baumhaus_Ottomuehle_kleinunterhalb der Felsen entlang und stößt nach einem Kilometer wieder auf die Forststraße im Bielatal. Kurz hinter dem Ortseingang von Ottomühle fällt ganz besonders ein wirklich tolles Baumhaus auf der linken Wegseite auf. Hier hatte ein Papa bestimmt einen riesigen Spaß, für seine Kinder einen schönen Spielplatz zu bauen. Auf dem bequemen Weg wandert man ¼ Kilometer, um dann nach links mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich wieder ein Stück aufzusteigen. Ausgeschildert ist die Bennohöhle. Schon nach kurzer Strecke wird aber die rote Markierung wieder verlassen und man geht nach rechts auf dem breiten Waldweg in die Richtung zur Bennohöhle weiter. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und endet auf der Forststraße durch den Glasergrund. Diese geht man ganz wenige Meter in Richtung Ottomühle (also nach rechts), um noch vor dem Waldrand nach links abzubiegen. Hier schlängeln sich mehrere Pfade durchs Unterholz. Wenn man sich aber bewusst ist, dass es unterhalb der Felsen entlanggeht und erst hinter dem letzten sichtbaren Felsen hinauf, dann findet man den richtigen Weg. Oben angekommen ist auch wieder ein breiter Waldweg zu sehen, der zuerst auf den Kerbensteig (ups, noch ein Kerbensteig, wobei der Kerbensteig bei Hinterhermsdorf viel aufregender ist) mit seinen Aussicht_von_der_Johanniswacht_kleinoffiziellen Wanderwegmarkierungen stößt, dieser aber nur überquert wird, um dann gegenüber den Bereich der Johanniswacht zu erreichen. Diese Aussicht ist schon etwas ganz Besonderes, da man einerseits die Felsen auf der Aussichtseite und andererseits die Felsen und die Kaiser-Wilhelm-Feste auf der gegenüberliegenden Seite bestaunen kann.

Oh nein, die Wanderung geht schon wieder runter ins Bielatal. Ich hätte selber niemals den Mut gehabt, eine Strecke mit fünfmal durch das Bielatal zu empfehlen, aber auf dieser Runde ist es nichts Besonderes und so erreicht man nach einem schönen Gang durch die Felsengasse die Fahrstraße zur Ottomühle. Felsengang_an_der_Herkulessaeule_klein
Auf der Straße muss man noch ganz wenige Meter (unter 50 Meter) nach links wandern, um dann nach rechts kurz der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zu folgen. Noch bevor der Weg aus dem Bielatal heraussteigt, biegt nach links ein Weg zwischen die Felsen ab. Dabei handelt es sich um einen wirklich abwechslungsreichen Weg, der sich zwischen den beliebten Kletterfelsen entlangschlängelt. Herkulesquelle_kleinKurz bevor man mal wieder die Straße erreicht, passiert man die Herkulesquelle, die bis vor kurzem noch zur Wasserversorgung benutzt wurde. Ich habe in der gesamten Sächsischen Schweiz noch nie eine Quelle mit so einer riesigen Ausschüttung gesehen. Keine Ahnung, wie viele Literflaschen  man hier in der Sekunde füllen kann, aber es müssten so einige sein. Es ist ein ordentlicher Strahl, der in ein rundes Becken läuft.

Nachdem man die Straße erreicht hat, muss man ein kurzes Stück zurück, also nach links, wandern, Tuermchen_an_der_Schweizermuehle_kleinum dann im spitzen Winkel nach rechts abzubiegen. Sophienquelle_kleinDie ersten paar hundert Meter erfolgen im Flachen hinter den Häusern bzw. dem netten kleinen Turm. Knapp hinter dem Pavillon der Sophien-Quelle verlässt man den bequemen Pfad durch das Tal und steigt nach links auf. Aussicht_vom_Nachbar_kleinNachdem man mal wieder am oberen Rand des Bielatals angekommen ist, bietet sich nochmal eben ein Miniabstecher zur Aussicht Nachbar an. Es ist eine nette Aussicht, die einen Blick über die Ortschaft Schweizermühle auf die gegenüberliegende Seite ermöglicht. Da der notwendige Schlenker gerade mal 50 Meter ausmacht, ist es bei der Länge der Wanderstrecke zu verschmerzen. Die Wanderung folgt der Wegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt, bis nach einem Kilometer nach rechts die breite Forststraße mit dem Namen Rosenthaler Straße abbiegt. Diese Straße wirkt ganz besonders breit, da links von ihr eine Stromleitung mit darunter freigeschnittenem Gelände verläuft. Da die Wanderung einfach schon wieder viel zu lange auf offiziellen Wanderwegen entlanggegangen ist, wird der breite Forstweg nach 400 Metern an der ersten Möglichkeit verlassen und es geht über einen Waldweg weiter. Schon nach etwas mehr als 300 Metern biegt man wieder nach rechts ab, um dann geradeaus auf den Diebsgrund zuzuwandern. In diesen Grund muss man für diese Wanderung hinuntersteigen. Es bietet sich an, am Ende des Weges für 200 Meter nach links zu wandern, um sich dann wild den Hang hinunter zu schlängeln. Am Kletterfelsen Dieb kommt man ganz gut den Hang hinunter und hier kann man auch gleich mehrere Boofen am Felsfuß entdecken.

Unten im Tal angekommen wandert man ein paar wenige Meter (ungefähr 50 Meter) nach rechts, um dann nach links den angenehm ansteigenden Zauschengrund weiterzugehen. Das obere Ende dieses Grunds befindet sich an einer dieser gut ausgebauten Forststraßen der linken Elbseite. Auf dieser geht man nach links, um dann gleich nach 100 Metern die erste Möglichkeit wieder nach rechts abzubiegen. Hier befindet sich noch ein netter Rastplatz. Die Stelle wird Ratskiefer genannt. Moorteich_Kochemoor_kleinSchon bald erreicht der Waldweg eines der seltenen Moore (das sogenannte Kochemoor) in dem Bereich der Sächsischen Schweiz. Hinter dem Moor bzw. der freien Wasserfläche biegt man nach links ab und schon bald stößt man auf die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Auf dieser wandert man eine Strecke von nur ¼ Kilometer, um dann nach rechts auf einen unmarkierten Waldweg abzubiegen. Dieser Weg führt in zwei größeren Bögen den Hang hinauf und dann in der Ebene weiter. typischer_Forsteigweg_ueberall_Farn_kleinWürde hier nicht eine Kombination aus brusthohem Farn und Brombeermist wachsen, wäre die Strecke schnell erledigt. Mit diesen Hindernissen kann es schon mal etwas länger dauern. Die Wanderung erreicht wieder die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Punkt und mit einem kurzen Gipfelbuch_Hartenstein_klein
Abstecher (200 Meter) zum Hartenstein hat man auch mal wieder eine Aussicht, die eine ganz andere Perspektive liefert. Hier blickt man auf das Osterzgebirge und damit seichtere Berge mit großen Wiesenflächen. Der Hartenstein hat als Besonderheit ein Gipfelbuch, das man auch ohne Kletterei erreicht.

Für die weitere Strecke geht es wieder zurück auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Punkt und dieser dann nach rechts bis zum Zugang_Zeisigstein_kleinZeisigstein hinterher. Ein paar Eisentreppen erleichtern den lohnenswerten Aufstieg ungemein und auch hier bietet sich ein schöner Blick in die Landschaft. Von der Aussicht geht Aussicht_vom_Zeisigstein_klein
es auf die Rückseite des Felsens und dann an den Fichtenwänden entlang. Knapp neben der Felskante läuft oben ein Forstweg mit den bekannten Weghindernissen (Farn-Brombeer-Gemisch) entlang. Da befindet sich ein angenehm aussehender Weg vor einem und dann so ein Mist, der einen daran hindert, die Strecke so einigermaßen zügig zu schaffen. Auch wenn ich wusste, dass ich eigentlich nach rechts den Hang hinunter müsste, so habe ich keinen brauchbaren Abstieg gefunden und erst nach ½ Kilometer hatte ich endgültig die Nase voll und bin kreuz und quer abgestiegen. Der Weg unten in der Senke ist einfach zu gehen und kurz vor der Grenze steigt man wieder nach links den Hang hoch. An der Grenze geht es sehr angenehm entlang. Ganz schön interessant ist, das sich an der gesamten Grenze ein Pfad entlang schlängelt, der meistens sehr gut zu gehen ist. In diesem Teilstück ist es ziemlich genau ein Kilometer bis zum oberen Ende des Glasergrunds. Hier wird die Grenze nach Tschechien überschritten und dann geradeaus bis zur Turistická chata (Touristenbaude) an den Tiské Stěny (Tyssaer Wände) gewandert. Auch wenn der Name Touristenbaude den Eindruck suggeriert, dass es hier relativ teuer ist, so sind die Preise zwar schon eine Idee höher als in abgelegeneren Gaststätten, aber es hält sich noch sehr im Rahmen und so kann man hier gut eine Stärkung zu sich nehmen.

Die Wanderung geht ganz wenige Meter wieder auf dem vorherigen Weg zurück, um dann nach rechts der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Ostrov (Eiland) zu folgen. Vor der Ortschaft passiert man einen Bereich mit so einigen Felsen. Vielleicht ist der Name Himmelreich doch ein bisschen übertrieben, aber schön ist die Stelle auf jeden Fall. Ganz schön komisch ist, dass ein gepflasterter Weg hinunter und durch diesen Bereich führt. Praktisch stehen die Steine aber ziemlich wild herum und bei Feuchtigkeit muss man schon Obacht geben, dass man nicht ausrutscht. Noch schlimmer wird es bei Schnee oder Eis sein, aber dann gibt es die Möglichkeit, am Rande entlang zu gehen. Die Ortschaft wird durchquert bis zur Hauptstraße. Hier biegt man nach rechts ab und folgt der roten Wanderwegmarkierung bis in den Nachbarort Sněžník (Schneeberg) und dann hoch auf den Vysoký Sněžník (Hohen Schneeberg). Die ersten Meter auf den Schneeberg führen über die asphaltierte Straße aufwärts, aber dann biegt die rote Wegmarkierung nach rechts ab und der Untergrund stellt eine Herausforderung dar, wenn man tatsächlich dieses lange Teilstück hinter sich hat. Ab dem Aufstieg zum Vysoký Sněžník (Hohen Schneeberg) hatte es bei meiner Tour mal wieder richtig angefangen zu regnen und von oben kamen nur noch Wanderer, die aussahen, als ob sie auf der Flucht wären. Aber so eine nette Abkühlung ist doch überhaupt kein Problem. Nur die Schuhe quietschen inzwischen. Turm_auf_dem_Schneeberg_kleinAuf dem Basaltuntergrund ist es besonders gemein, wenn es gerade geregnet hat. Oben angekommen gibt es gleich zwei Gaststätten, die zu sehr angenehmen Preisen für einen Kaloriennachschub sorgen können. Ein steinerner Turm an den Gaststätten bewirkt, dass man den Schneeberg von wirklich jeder Seite immer gut erkennen kann.

Die Wanderung führt nach dieser Rast weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich in östliche Richtung. Wenn man hier oben über den Schneeberg wandert, stellt man erst fest, wie lang das Plateau ist. Der Abstieg ist ähnlich wie der Aufstieg und man gelangt von den Gaststätten nach ungefähr 3 Kilometern an einen Parkplatz und überquert die Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt die Zufahrt zur Kristin Hrádek (Christianenburg). Der Name ist leicht irreführend, da es sich heutzutage um ein gehobenes Restaurant mit doch angenehmen Preisen handelt. An den Gebäuden geht es rechts vorbei und man folgt dem Waldweg bis an die Grenze. Diese wird für das letzte Stück bis zur Willys_Ruh_oder_Die_sieben_Zwerge_kleinTrekkinghütte Willys Ruh überschritten und dann geht es den letzten 1 ¼ Kilometer geradeaus über den Hühnerberg hinweg. 
Als ich zur Hütte zurückkehrte, war zwischenzeitlich irgendjemand dagewesen und hat von dem Außentisch eine Tupperdose mit verschimmelten Essensresten, die irgendjemand dort vergessen hatte, mitgenommen und in der Hütte die Stühle sehr nett aufgestellt. Irgendwie sah es so aus wie bei den sieben Zwergen.

Forststeig Teil 1 (Bad Schandau – Willys Ruh)

Obwohl der Forststeig erst im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll, war er schon im Frühjahr/Sommer 2017 in allen unterschiedlichen Medien im Gespräch. Da ich selber ziemlich neugierig auf die neue Wanderstrecke war, habe ich mich mal an die Planung gemacht. Unter anderem musste ich drüber nachdenken, was ich für so eine lange Strecke einpacken wollte, da die Zwischendurch-Versorgung doch recht eingeschränkt ist. Die Strecke vermeidet so ziemlich jegliche Zivilisation und damit ist ein Getränke- oder Nahrungskauf schwierig. Grundsätzlich hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die Runde in drei Tagen schaffen zu wollen. Es war mir schon ziemlich klar, dass das eine ordentliche Herausforderung würde, aber 50 Kilometer war ich schon mehrmals gewandert und damit sollte das also kein Problem sein. Der große Vorteil bei nur drei Tagen war, dass ich einfach weniger an Getränken und Essen mitnehmen musste. Der Rucksack war trotzdem 16 kg schwer und hat die erste Etappe noch zusätzlich zu den vorhandenen Höhenmetern und der Streckenlänge erschwert.

Ohne ein gutes GPS-Gerät und so einigermaßen brauchbare Wegmarkierungen ist die Strecke nur sehr schwer zu finden. Ich bin die Strecke nach den GPS-Daten von einem der ersten Testwanderer gegangen und musste feststellen, dass nicht nur ich manchmal keinen Plan hatte. Der Forstweg ist kaum oder nur sehr schwer zu beschreiben, da einfach zu viele unmarkierte Wege benutzt werden. Dieses soll sich aber bis zum Frühjahr 2018 noch ändern.

Bisher hatte ich nur Beschreibungen zum Forststeig gelesen, in denen die Leute in Schöna gestartet sind. Ich fand die Runde andersherum bei der ersten Planung einfach besser und deshalb bin ich am Bahnhof in Bad Schandau gestartet. Von hier geht es erstmal auf der Straße in Richtung Bad_Schandaus_Promenade_kleinKrippen. Der Blick über die Elbe auf Bad Schandau und die Elbpromenade ist schon sehr nett, aber die kommenden Übernachtungen werden eher das Gegenteil von 5 Sternen in der Elbresidenz sein. Der Aufstieg aus dem Elbtal erfolgt am Täppichtsteig mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Insgesamt erfolgt der Aufstieg aber auch nur ½ Kilometer auf dieser Wanderwegmarkierung und dann geht es schon nach rechts auf einen unscheinbaren Pfad. Der Pfad durch den Täppichtwald, Kuhsteig genannt, ist mir vorher noch nie aufgefallen. Nach einem Bogen erreicht die Wanderung ein paar Schrebergärten, vor denen es nach rechts weitergeht. Am Rande der Kleingärten wandert man 150 Meter entlang und dann biegt man nach rechts auf den Nagelweg ab. Dieser Waldweg führt 400 Meter schnurgerade, leicht ansteigend durch den Wald. Dann biegt die Wanderung nach schräg links vorne auf den Weißen Tannenbuschweg ab und nach wieder 400 Metern geht es nach links auf den Wanderweg mit dem lustigen Namen Hippekrübel. An der Beschreibung kann man schon gut erahnen, wie wichtig gute Wanderkarten sind. Ohne solche Karten oder ein gutes Navi wird diese Wanderung zu einem Reinfall. Der Königsteiner Steig (breite Forststraße) wird nur überquert und gegenüber wandert man auf dem Höllenweg hoch auf den Kleinhennersdorfer Stein. Kurz vor dem Gipfel biegt der Boofe_am_Kleinhennersdorfer_Stein_kleinAufstieg nochmal nach links an der ersten gut sichtbaren Boofe ab. Der Kleinhennersdorfer Stein mit seinen drei schönen Höhlen ist für Kinder ein wunderbarer Erkundungsfelsen bzw. fast ein Spielplatz. Auf der südlichen Seite geht es auf dem gewöhnlichen Zugangsweg wieder herunter und dann einfach geradeaus zum nächsten Felsen namens Papststein. Blick_vom_Papststein_zum_Gohrisch_kleinDer Aufstieg zu diesem schon interessanten Felsen ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Oben auf dem Papststein befindet sich eine Gaststätte, die sehr gerne von Wanderern angesteuert wird. Die Gerichte sind etwas anders als die Standard-Bockwurst mit Pommes, die man hier oben vielleicht erwarten würde und damit etwas teurer, aber ihren Preis auch wert.

Die Wanderung steigt mit der roten Wanderwegmarkierung auf der westlichen Seite ab und dann auf der anderen Seite des Parkplatzes auf dem Malerweg hinauf auf den Gohrisch. Aufstieg_zum_Gohrisch_kleinDer Aufstieg erfolgt durch eine Schlucht unter Zuhilfenahme von ein paar Treppen und Leitern. Blick_vom_Gohrisch_zur_Festung-Lilienstein_kleinDas hört sich schwierig an, ist aber für jemand, der diese Wanderung unternimmt, kein ernstzunehmendes Problem. Der Gohrisch bietet eine lustige_Wetterfahne_Gohrisch_kleinsehenswerte Wetterfahne und zu allen Seiten sehr schöne Aussichten. Die Wanderung führt auf der südlichen Seite (Malerweg) herunter und auch am Felsfuß die Treppe weiter abwärts. Am Petrichs Felsen wird die gelbe Wanderwegmarkierung nur überquert und man wandert weiter, riesiger_Wasserbehaelter_Gohrisch_kleinbis links vom Weg der große Wasserbehälter auftaucht. Hier geht’s auf dem Balzweg der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt hinterher. Der Wanderweg schlägt zwei Haken und erreicht eine ganz komische Kreuzung an der Papstdorfer/Pfaffendorfer Straße. Hier ist in wenigen Metern der Rastplatz am Denkmal_Koenig_August_kleinKönig-Friedrich-August-Denkmal ausgeschildet, wobei man aber wieder zurück zur roten Wanderwegmarkierung muss. Man muss ganz wenige Meter auf der Straße nach Cunnersdorf wandern, um dann einen unscheinbaren Pfad nach rechts zu entdecken. Immerhin steht ein Wegweiser zum Quirl (und die rote Wanderwegmarkierung) dort. Nach 350 Metern auf dem sogenannten Todweg wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht geradeaus weiter. Die Wanderung folgt jetzt ein riesiges Stück (2 ½ Kilometer) dem Niederen Kohlweg. Das ist ein wirklich wunderbarer, ruhiger Waldweg, der von sehr wenigen anderen Wandern begangen wird. Da ich hier noch relativ früh am Tage unterwegs war, sind meine Schuhe und Socken durch den Tau im Gras ganz elend nass geworden. Leider ist dieser Zustand bis zum vollkommenden Ende der Wanderung so geblieben. Seltsamerweise wird der Waschbecken_1850_Quirl_kleinPfaffenstein nur umrundet und der nächste Felsen, der bestiegen wird, ist der Quirl. Der Aufstieg erfolgt über den Kanonenweg, aber zuerst passiert man noch das Sandsteinbecken aus dem Jahre 1850. Wozu mag diese Kinderbadewanne hier oben im Wald gewesen sein? Der Aufstieg über den Kanonenweg ist für einen Weg auf einen Felsen sehr angenehm zu wandern und für eine der wenigen Aussichten vom Quirl herunter geht es einmal hin und zurück nach rechts zum südöstlichen Zipfel des Felsens. Wenn man schon nicht auf den Pfaffenstein hinaufgestiegen ist, Blick_vom_Quirl_zum_Pfaffenstein_kleinkann man von hier wenigstens zu ihm hinüberblicken. Der Quirl ist ein ungewöhnlich langer Felsen, was einem erst beim Wandern über die ungewöhnlich flache Ebene auffällt. Der Abstieg erfolgt auf der gegenüberliegenden, nördlichen Seite über einige Stufen. Am Felsfuß stößt man wieder auf die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt, der man nach rechts weiter folgt. Diebskeller_am_Quirl_kleinNach ¼ Kilometer erreicht man die Diebshöhle. Diese Schichtfugenhöhle ist ungewöhnlich groß (zumindest für die in der Sächsischen Schweiz vorhandenen Höhlen) und das Ungewöhnlichste ist der große Steintisch in der Mitte.

Der Wanderweg verlässt an der Höhle den Felsfuß und man folgt noch etwas mehr als ½ Kilometer der roten Wanderwegmarkierung. Bei der zweiten Spitzkehre hinter der Diebshöhle geht es unmarkiert weiter geradeaus. Dieser Waldweg bietet gleich mehrmals einen guten Blick auf die Festung Königstein auf der anderen Seite des Bielatals. Damit könnte man jetzt auch so einigermaßen erklären, warum die hintere Auffahrt zum Quirl Kanonenweg heißt. Von der Ebene auf dem Quirl bis rüber zur Festung ist es in der Luftlinie ziemlich genau ein Kilometer. Ich habe leider keine Ahnung, ob man früher mit einer Kanonenkugel über so eine Distanz schießen konnte, aber die Position dürfte immer noch viel besser gewesen sein als aus dem Tal heraus.

Der Weg führt sehr angenehm am Hang oberhalb von der Königsteiner Papierfabrik entlang. Der Quirl wird mit diesem Weg in einem riesigen Bogen von 2 ½ Kilometern umrundet, um dann auf einem vollkommen unsichtbaren Weg nach rechts abzubiegen. Diese Stelle ist wirklich nicht zu beschreiben und selbst mit einem guten Wandernavigationsgerät nicht zu erkennen. An der Stelle biegt ein breiterer Waldweg nach rechts ab, aber der geplante Wegverlauf ist schon 5 Meter vorher im spitzen Winkel nach rechts in den Wald verschwunden. Erst nach ein paar Metern entdeckt man, dass dort wirklich ein Pfad abwärts zur Kreuzung nach Cunnersdorf führt. Hier hoffe ich mal, dass die zukünftige Wanderwegmarkierung für den Forststeig die Wegfindung vereinfacht. Der Pfad landet ziemlich genau an der besagten Kreuzung und gegenüber von der Straße nach Cunnersdorf beginnt ein breiter Forstweg mit einer Schranke. Noch vor der Schranke befinden sich zwei komische blaue Deckel und genau zwischen den beiden geht es über einen Pfad nach rechts den Hang hinauf. Der Aufstieg ist ziemlich unsichtbar, aber das wird sich ändern, wenn auf dem Forststeig mehr Leute wandern. Nach einem wilden Zickzack von einem Kilometer und 130 Höhenmetern erreicht man einen breiten Waldweg, der schnurgerade und ohne Höhenmeter durch einen Kiefernwald führt. Irgendwie sind solche Kiefernwälder in der Sächsischen Schweiz was wirklich Besonderes und fallen ziemlich auf. Der geplante Wanderweg führt zuerst in Richtung Labyrinth, aber kurz davor gibt es nochmal einen Schlenker nach rechts, um einmal über die Nikolsdorfer Wände zu steigen. Naturbuehne_Leupoldishain_kleinDabei passiert man eine weitere schöne Aussicht zur Festung hinüber und die Naturbühne von Leupoldishain. Wenn man sich die Wanderstrecke der letzten paar Kilometer auf einer Karte anschaut, dann sieht man, was der grundsätzliche Gedanke zu dem Forststeig ist: Die großen Waldwege und die markierten Wanderwege werden gemieden und es geht sehr häufig über vollkommen unbekannte Forstpfade. Eingang_Labyrinth_kleinSelbst die paar Meter bis hoch zum Labyrinth erfolgen auf der unmarkierten Rückseite. Auch wenn ich das Labyrinth sehr mag, so habe ich den Hügel nur überquert und mich von außen über den Spaß der Kinder gefreut. Mir war das Krabbeln durch das Felsengewirr mit dem riesigen Rucksack einfach zu kompliziert.

Das Labyrinth wird auf der Vorderseite (südliche Seite) verlassen und es geht tatsächlich mal ¼ Kilometer auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich entlang. Nach diesem ¼ Kilometer wird der offizielle Wanderweg verlassen und es geht geradeaus hinunter ins Bielatal. Nach einer Spitzkehre erreicht man die Straße nach Bielatal/Rosenthal, die aber nur überquert wird. Obwohl ich die Straße schon wirklich häufig gefahren bin, ist mir noch nie aufgefallen, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch ein Weg aus dem Tal aufsteigt. Der Aufstieg ist ein paar hundert Meter lang und dann geht es auf dem Waldweg mit dem seltsamen Namen Leichenweg nach links weiter. Der Waldweg umrundet einen Felshang und steigt dann mal wieder ein paar Höhenmeter ins Tal des Bielbachs ab. Tja und dann kam mal wieder so eine Stelle, an der ich mit einem netten Zickzack den Weg am Hang gesucht und nicht gefunden habe. Vermutlich wäre es viel einfacher gewesen, wenn ich an solchen Stellen einfach geradeaus den Hang hinauf gestapft wäre. Das ist bei der Steigung zwar ganz schön anstrengend, aber die Anzahl der Höhenmeter bleibt gleich. Parallel zu dem unteren Forstweg am Bachlauf verläuft in 300 Meter Entfernung und 80 Meter Höhe der Obere Fleischerweg. Nachdem man ein paar hundert Meter (350 Meter) nach links gewandert ist, biegt nach rechts im spitzen Winkel ein gut sichtbarer Waldweg ab. Der Weg führt ziemlich geradlinig in Richtung Lampertstein. Dabei wird einmal die Cunnersdorfer Straße, die in diesem Fall nur ein Waldweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Punkt ist, überquert und auf der Rückseite des Lampertsteins hochgestiegen. Der Aufstieg bis zum Felsfuß ist einfach zu finden und auch die Boofe unterhalb der Aussicht verpasst man nicht. Sehr unterhaltsam war ein kleiner Zettel, der das Verhalten beim Freiübernachten erklärte. Rechts oben war per Hand der Hinweis geschrieben, dass hier schon am 29.04.2017 ein Probewanderer für den Forststeig gewesen ist oder sogar hier genächtigt hat. Also kann man hier nicht ganz so falsch sein. Das änderte sich dann auf den nächsten Metern gravierend. Der weitere Weg sollte links (östlich) des Lampertsteins entlanggehen. Praktisch habe ich überhaupt keinen Weg gefunden und mich ganz elend durch ein Dickicht aus kleinen Fichten gezwängt. Immerhin stößt man nach 150 Metern wieder auf den offiziellen Wanderweg und man könnte den Lampertstein mit seiner einfach zu erreichenden Aussicht genießen. Weil der Tag aber schon ziemlich fortgeschritten war, habe ich diesen Felsen ausgelassen und bin die nächsten Meter auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich gewandert. Nach dem Abstieg kann man gleich geradeaus auf den Kohlberg hochsteigen. Damit ergibt sich eine Aussicht in die westliche Richtung über die Ortschaft Bielatal hinweg. Der weitere Weg folgt der gelben Wanderwegmarkierung nach rechts (vom Kohlberg kommend) in Richtung Cunnersdorf/Katzstein. Neuteich_kleinDer markierte Wanderweg steigt ins nächste Tal ab. In diesem Fall ist es das Tal des Lampertsbaches, das ein paar hundert Meter abwärts bis zum romantischen Neuteich gewandert wird. Wenn man die Gesamtstrecke in mehr Etappen als ich aufteilen würde, dann passiert man vielleicht diese Stelle etwas früher am Tag und kann sich an den vielen Seerosen erfreuen. Zu meiner Zeit hatten sich schon alle Blüten wieder geschlossen. Über den Damm des Teichs geht es weiter und endlich mal wieder ein paar Höhenmeter aufwärts. Nach 400 Metern erreicht man dann die schon bekannte Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, die nach links weiterverfolgt wird. Ungefähr einen Kilometer wandert man um den Müllerstein herum, dann erreicht man den Zugang zum Spitzen Stein. Dieser Felsen ist eine sehr nette Aussicht, die leicht zu besteigen ist und einen sehr guten Rundumblick liefert.

Die Wanderung folgt immer noch der gelben Wanderwegmarkierung in Richtung Cunnersdorf, bis nach rechts der Felsen namens Signal und der Katzstein ausgeschildert sind. Dieser Weg schlängelt sich unterhalb der Aussicht am Felsfuß entlang, um dann über eine Eisentreppe aufzusteigen. Die Aussicht wird passiert und dann geht es noch ein paar Meter über den Katzstein zum Katzfelsen. Katze_am_Katzfelsen_kleinSeit letztem Jahr (2016) steht rechts neben der langen Leiter eine Katzenstatue und damit ist es auch ganz sicher, dass man am Katzfelsen angekommen ist. Die Aussichtsplattform oben auf dem Felsen ist nicht besonders groß, aber die Aussicht in Richtung der Hinteren Sächsischen Schweiz ist wirklich toll. Rotstein_kleinVon dem Felsen geht es wieder runter und knapp neben ihm führt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt entlang, auf der man nach links in die Richtung des Rotsteins weiter wandert. Diese Felsengruppe ist vollkommen unscheinbar und versteckt sich im Wald. Sehr ungewöhnlich ist, dass der Stein tatsächlich ein bisschen rot leuchtet.

An dem Felsen geht es aber nur dran vorbei und man hat einen U-förmigen Schlenker zu ihm unternommen. Nachdem man die Wanderwegmarkierung roter Strich nur überquert hat, geht es von dem geplanten Wanderweg einfach geradeaus den Hang hinunter. Eigentlich ist dieser Waldweg ein breiter Weg, der an einem Zaun abwärtsführt. Praktisch war der Weg im Sommer 2017 aber vollkommen mit Farn und ganz elenden Brombeeren zugewuchert. Da ich Depp nur eine kurze Hose anhatte, war das überhaupt kein Vergnügen und meine Schienbeine sahen danach schon sehr mitgenommen aus. Ich bin zwar immer mal wieder nach rechts in den Wald ausgewichen, aber irgendwie hat das die Lage nicht sonderlich verbessert. Am Ende dieses hässlichen Weges befindet sich die Rotsteinhütte, die ganz hervorragend als Nachtlager geeignet ist. Als ich die Wanderung unternommen habe, waren vor der Hütte gerade fünf junge Männer damit beschäftigt, ihre Schlafsäcke auszubreiten, da sie in der vorherigen Nacht in einem ordentlichen Gewitter draußen geschlafen hatten.

Mein Plan war von vorneherein, in der Trekkinghütte Willys Ruh zu nächtigen und so habe ich mich noch ein Weilchen mit den Jungs unterhalten und bin dann weiter den Hang abgestiegen. Der Weg bis zum Cunnersdorfer Bach ist einfach zu finden und auch schnell bewältigt. Dort unten geht es nach rechts und schon bald erreicht man die Stelle, an der sich der Fuchsbach und der Taubenbach vereinigen und dann mit dem Namen Cunnersdorfer Bach weiterfließen. Die Wanderung geht den Fuchsbach (der rechte Bach) weiter hinauf und schon nach wenigen Metern erreicht man die Quelle Siebentannenborn. Aus der Quelle sprudelt reichlich Wasser, das man aus meiner Sicht perfekt trinken kann. Auf jeden Fall habe ich hier alle verfügbaren Flaschen wieder aufgefüllt und keinerlei Magenprobleme bekommen. An der nächsten möglichen Trekkinghuette_Willys_Ruh_kleinStelle bin ich nach links auf den Unteren Hühnerbergweg abgebogen und bis zur Trekkinghütte Willys Ruh gewandert. Dass ich von vorneherein geplant hatte, diese Hütte anzusteuern, lag daran, dass ich damit den größten Teil meines Rucksacks hier für den nächsten Tag liegen lassen konnte und nur einen Minirucksack mit Getränken auf die große Schleife mitnehmen musste. Erfreulicherweise war die Hütte leer und nur ein paar Bilche/Siebenschläfer teilten sie mit mir. Am nächsten Tag ging es mit der Wahnsinnstour weiter.