Petermannhöhle/Franzosenhöhle

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unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 5,50 km
Höhenunterschied:
ca. 185 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Vordere Sächsische Schweiz - Karte 10;
Sachsen Kartographie GmbH Dresden
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Prossen - Spielplatz - Talstraße - gelber Strich - Prossener Schloß - Ringweg - Sellnitz - Kirchweg - Petermannhöhle/Franzosenhöhle - blauer Strich - Franzosenborn - Sellnitzgrundweg - Prossener Grund - grüner Punkt - Prossen - Gründelweg - gelber Strich - Talstraße - Spielplatz

Petermannhöhle/Franzosenhöhle

6Ein netter Mitmensch hatte uns gefragt, ob wir die Franzosenhöhle am Lilienstein kennen würden. Die Höhle wurde als relativ groß beschrieben und sollte super einfach zu finden sein. Nun hatten wir irgendwie einen Nachmittag Zeit und wollten noch eine Runde drehen. Da erschien uns ein kleiner Bogen als Erkundungstour ganz hervorragend geeignet. Lilienstein_von_Prossen_gesehen_kleinEine ganz kurze Runde, indem wir einfach auf dem Parkplatz vorm Lilienstein parken, erschien uns aber doch nicht ganz so passend und deshalb liegt der Startpunkt in Prossen am Spielplatz. Von hier geht es in Richtung Prossener Schloss und Königstein los. Markiert ist der Wanderweg, auch schon auf der Straße, mit dem gelben Strich gelber Strich. Schon bald erreicht man ein sehr nett aussehendes Gebäude, an dem die Straße anscheinend endet. Es handelt sich um das Schloss Prossen, das in der ersten Hälfte des Schloss_Prossen_klein18. Jahrhunderts gebaut worden ist. Sehr interessant ist, wie viele Besitzer das Gebäude hatte. So taucht darunter z.B. der Name des Verlegers Friedrich Brockhaus auf. Selbst heutzutage ist das Gebäude mal wieder verkauft bzw. zum Verkauf angeboten worden. Besonders schön sehen das Balkongeländer über dem Haupteingang und die Decke in dem Raum aus. Eines der größten Mankos des Hauses ist bestimmt die Lage zu nah an der Elbe. Das merkt man, wenn man rechts an dem Gebäude vorbeiwandert (es handelt sich um eine Fahrstraße und den Elberadweg) und man passiert ein Wohnhaus mit Hochwassermarkierung. Wenn man von dort zum Schloss rüber peilt, dann dürfte zumindest in der unteren Etage auch die braune Brühe gestanden haben.

Die Wanderung umrundet auf der gelben Wanderwegmarkierung das Schloss und auf der Rückseite geht es noch bis ganz kurz hinter das Ortsausgangsschild. Siebenschlaefer_Sellnitz_kleinDort biegt nach rechts die gelbe Wanderwegmarkierung auf den Ringweg ab. Dieser Waldweg verläuft mit einer einigermaßen angenehmen Steigung in Richtung Lilienstein aufwärts. Immerhin sind es 80 Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Garten_Sellnitz_kleinDann geht es mit einer minimalen Steigung weiter bis zur Sellnitz. Diese Nationalpark-Jugendbildungsstätte liefert gleich eine Vielzahl tolle Stationen im Gartenbereich, die man sich anschauen bzw. auch ausprobieren sollte. Sehr schön ist auch, dass alle diese Stationen sehr gut gepflegt und anscheinend immer Anfang des Jahres wieder überarbeitet werden.

Die Wanderung folgt noch ¼ Kilometer dem gelben Strich, bis eine Kreuzung erreicht wird. Hier geht es nach links bzw. mehr nach geradeaus in Richtung Ebenheit unmarkiert weiter. Nach 200 Metern befindet sich auf der rechten Seite ein Pfad, den man beim aufmerksamen Beobachten entdeckt. Er biegt im spitzen Winkel ab und führt mit mittelmäßiger Steigung und ein paar wenigen Stufen aufwärts. Nach etwas mehr als 100 Metern erreicht man den Zugang zum nördlichen Aufstieg des Liliensteins, der aber auch sofort wieder nach links verlassen wird. Dem gut sichtbaren Pfad folgt man 100 Meter und dann erreicht man schon den Eingang der Höhle. Wir sind schon so häufig den Weg entweder hoch oder runter vom Lilienstein gegangen, aber die Höhle war uns bis zu dieser kleinen Tour fremd. Eingang_Franzosenhoehle_kleinEs ist immer wieder verwunderlich, was man nicht noch so alles entdecken kann. Die Höhle ist ein ziemlich großer Raum, zu dem es zwei unterschiedliche Geschichten gibt. Einerseits soll es wie bei der Lichterhöhle und der Gamrighöhle eine Stelle zur Sandgewinnung gewesen sein. Irgendwie hört sich das für mich sehr seltsam an, da man eigentlich überall in Sächsischen Schweiz Sand antrifft, aber es soll ganz besonders feiner gewesen sein, der auch als Putzmittel in der Küche benutzt wurde. Damit würde die Höhle Petermannhöhle heißen. grosser_Innenraum_Franzosenhoehle_kleinDie zweite Geschichte zu der Höhle ist, dass die Franzosen rund um den Lilienstein gelagert haben und die Höhle ein Horchposten und Aufenthaltsort war. Da die Höhle 9 x 6 Meter groß und fast 3 Meter hoch ist, konnten hier schon ein paar Soldaten untergebracht werden. Dadurch ergibt sich der zweite Name Franzosenhöhle.

Die Wanderung führt wieder auf den breiten Zugang zum Lilienstein zurück. Wer noch ein bisschen sportlich sein möchte, der kann jetzt eben auf den Lilienstein hoch steigen und die erstklassige Aussicht von dem Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz genießen. Die Wanderung folgt auf jeden Fall der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich den Hang hinab. Nachdem der Wanderweg fast kein Gefälle mehr hat (ungefähr nach 300 Metern) kann man links vom Weg etwas versteckt den Franzosenborn entdecken. Eigentlich soll es ein Brunnen sein, aber irgendwie sieht er heutzutage sehr trocken aus und man kann sich nur schwer vorstellen, dass hier mal ein Teil einer französischen Armee Wasser geschöpft hat. Auf der anderen Wegseite sind ein paar größere Kuhlen im Wald zu sehen, die früher drei riesige Kanonen der Franzosen beherbergt haben sollen. Der Wanderweg überquert am Waldrand die Zufahrt zur Sellnitz mit dem ungewöhnlichen Untergrund und führt aufs Feld hinaus. Auf der rechten Seite fällt eine schöne Wildwiese auf, die wirklich das ganze Jahr ohne Pflege wuchern darf. Kurz dahinter (nach 400 Metern auf dem Feld) steht rechts ein Schild, das auf den Sellnitzgrundweg bzw. Prossen hinweist. Hier wird der markierte Wanderweg verlassen und es geht den Sellnitzgrundweg abwärts. Der Weg führt mit einem super angenehmen Gefälle ins Tal und man trifft nur äußerst selten andere Wanderer an. Nach fast einem Kilometer gabelt sich der Weg und man geht nach links weiter dem Bachlauf hinterher. Nach ½ Kilometer stößt man auf den Gründelweg (grüner Punkt grüner Punkt), den man nach rechts weiter abwärts wandert. Schon sehr bald ist der Ortsrand von Prossen erreicht und dort der schon bekannte Elberadweg, der die letzten Meter nach links bis zum Ausgangspunkt gewandert wird.

Die Wanderung zum Lilienstein bzw. der Petermannhöhle / Franzosenhöhle ist keine riesige Runde, aber sehr nett zu wandern und macht als kleine Zwischendurch-Runde Spaß. Wer die Wanderung zu einer ordentlichen Strecke ausbauen möchte, kann den Aufstieg zum Lilienstein einbauen und dann mit der Höhle einen netten Zwischenstopp einlegen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Prossen Wendeplatz mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Prossen Spielplatz

Wanderung mit Alpakas

Dies ist zwar keine echte Wanderbeschreibung, sondern eher ein Erfahrungsbericht, aber es lohnt sich, die Runde zu wiederholen. Kuchelalpakas_kleinUnsere Kinder sind begeisterte Alpaka- Fans und das ging so weit, dass sie sich jeweils ein eigenes Alpaka-Kuscheltier gekauft haben. Zumindest aus meiner Sicht haben diese Stofftiere nur sehr wenig mit der Realität zu tun, aber das liegt bestimmt nur an der Perspektive eines Erwachsenen. In der Sächsischen Schweiz werden gleich an mehreren Stellen Touren mit Alpakas angeboten und uns hat die freundliche und schnelle Antwort des Bauernhofs Zum Festungsblick (www.ferienhofzumfestungsblick.de) auf unsere Anfrage überzeugt. Treffpunkt war um 10:00 auf dem Bauernhof zwischen Lilienstein und dem Elbtal. Dort haben wir erstmal ein bisschen Grundsätzliches zu Alpakas gehört. So z.B., dass die Tiere schreckhaft, aber auch neugierig sind und man ihnen zeigen soll, wer das Sagen hat. Da diese Runde ein kleines Stück auf einer Straße entlang führte, sollten wir uns beim Annähern eines Autos nach rechts auf den Rand bewegen. Netterweise ist Herr Lehmann mit uns mitspaziert, sodass wir jemand Alpakaerfahrenen dabei hatten, der uns auch noch eine ganze Menge Interessantes zum Gebiet um den Lilienstein erzählen konnte. Vom Bauernhof auf der Ebenheit sind wir mit drei Alpakas auf der Straße in Richtung des Panoramahotels (www.hotel-lilienstein.de) spaziert. Alpakas sind anscheinend keine Tiere, die besonders schnell unterwegs sein wollen, dafür aber sehr genau beobachten, was um sie herum so alles passiert. Bei jedem Auto oder auch dem Müllwagen sah es eher so aus, als ob sie sich hinter ihrem menschlichen Führer verstecken wollten. Sehr nett war, dass wirklich jeder Autofahrer seine Geschwindigkeit stark reduziert hatte und auch die beiden Lkws nur noch mit Schrittgeschwindigkeit an uns vorbeifuhren. Alpaka_Wanderung_kleinBei unserer Runde um den Lilienstein war es nicht ganz so auffällig, aber sobald man mit den Tieren irgendwo auftaucht, wird der Fotoapparat oder das Handy gezückt und erstmal ein Bild gemacht. Dabei hilft ganz besonders, dass es eine klare Hierarchie in einer Herde gibt und sich diese beim hintereinander Wandern immer wieder einstellt.

Nachdem wir das Panoramahotel passiert hatten, ging es weiter bis zur unteren Lastenseilbahnstation des Liliensteins. Der Kirchsteig führt zwischen dem Lilienstein und dem Elbtal weiter und hier dürfen die Alpakas auch mal nebeneinander wandern, da auf diesem Teilstück wirklich nur ganz selten andere Wanderer unterwegs sind. Das hinterste Alpaka in der Reihenfolge war ganz schön verschmust und hat der kleinsten Tochter auch immer mal wieder Abwechslung geliefert. Wandergesellschaft_mit_Alpaka_kleinSo hat es anscheinend auch mal irgendetwas am Bauch oder der Seite gejuckt und schon war es eine kleine Acht durchs Gebüsch gegangen. Hier kam der Tochter die Ponyerfahrung zugute und sie bekam solche kleinen Eskapaden schnell in den Griff.  Am Zugang des westlichen Aufstiegs hinauf zum Lilienstein hat uns Herr Lehmann dann die alten Geschützstellungen, die man auch heutzutage noch sehr gut in der Natur entdecken kann, erklärt. Wer schon mal auf dem Lilienstein gewesen ist, der kann sich vorstellen, wie die Kanonen der französischen Truppen die Elbe von hier oben kontrollieren konnten. Heutzutage ist es mit dem dichten Waldbestand von dem Standort etwas schwieriger. Herr Lehmann hat sehr gut erklärt, wie sich hier die großen Truppenverbände der Franzosen gesammelt haben und warum die Elbe genau an dieser Stelle so wichtig gewesen ist.

Die Alpakarunde ging dann um den Franzosenborn herum und danach durch den Wald in Richtung des Lilienstein-Parkplatzes. Die meisten Besucher des Liliensteins benutzen nicht diesen Weg, sondern den Parallelweg am Waldrand. lustiges_Alpaka_kleinSo kann man hier wunderbar ungestört mit den Alpakas weiter spazieren. Herr Lehmann hatte schon am Anfang der Runde gesagt, dass wir in der Alpaka-Geschwindigkeit unterwegs sind. Auf diesem Waldweg hatte das Alpaka der kleinen Tochter mehr das Bedürfnis, eine kleine Rast einzulegen und ließ sich einfach mal fallen. Schon saß es zufrieden auf dem Waldweg und schaute sich die Reaktion der zufriedener_Alpakafan_kleinrestlichen Wandergruppe an. Ohne größere Anstrengungen bekam die Tochter das Alpaka aber auch wieder zum Weitergehen überzeugt und so sind wir bis zum Waldrand oberhalb des Parkplatzes weiter gewandert. Da ja nicht das Ziel war, mit den Tieren auf den Lilienstein zu wandern, sondern eine nette Runde um den Felsen zu unternehmen, sind wir weiter am Feldrand hoch zum Hochbehälter gegangen. Hier haben wir die nette Aussicht genossen und die Alpakas haben sich ins Gras gelegt und genüsslich dran herumgeknabbert. Natürlich musste auch hier wieder das Alpaka von der kleinen Tochter wieder etwas Besonderes unternehmen. So einfach nur da liegen reicht nicht aus und so machte es eine Rolle den Hang hinunter. Danach hatte es grüne Knie und wir haben gestaunt, dass nicht nur Menschenkinder Blödsinn machen können.

Das letzte Stück führte uns dann über das Feld (blauer Strich blauer Strich) mit dem neu angelegten Rand bis zur Straße vor dem Panoramahotel zurück. vor_der_Festung_kleinDiese kleine Runde war sehr erholsam, da die Alpakas eine wunderbare Ruhe ausstrahlen und es wirklich keine komplizierte Wanderung ist. Wir haben einen netten Einblick in eine Tierart erhalten, die wir bisher nur von Bildern oder Filmen hatten und unsere Mädels haben ein neues Lieblingstier. Zu diesen Erfahrungen kam noch, zumindest für uns beide Eltern, ein Stück Geschichtsunterricht über die Befreiungskriege im Jahre 1813.

Abseits der Touristenströme

Ich gehe immer wieder gerne mit den Nationalparkführern. Auch wenn ich die Strecken fast immer schon kenne, so liefert doch jede Führung noch eine Vielzahl an interessanten Punkten und Informationen. Wenn nun eine Führung mit den Worten „abseits der Touristenströme“ beworben wird, dann hört sich das sehr ansprechend an und muss gleich mal mitgemacht werden. Die Wanderung wird/wurde auf der Internetseite des Nationalparks Sächsische Schweiz als eine Turnuswanderungen mit folgendem Text beworben:

Rathener Gebiet – es führt Sie Steffen Petrich abseits der Touristenströme
Treffpunkt: Kurort Rathen, Haus des Gastes, bei individueller Anreise Kfz bitte linkselbisch P abstellen)
Uhrzeit:10:00 Uhr
Dauer: ca. 4 h, mäßig anstrengend
Kosten: 6,00€ Erwachsene, 3,00€ Kinder bis 12 Jahre
Anmeldung: Für diese Wanderungen müssen Sie sich nicht anmelden, sondern einfach zum angegebenen Treffpunkt pünktlich erscheinen.

Der Start verlief problemlos und überraschenderweise waren 6 Teilnehmer mit bei der Wanderung. Bis jetzt ist unsere Erfahrung, dass an den geführten Wanderungen nur ganz wenige Leute teilnehmen und man häufig sogar eine private Betreuung hat. In dieser Gruppe waren zwei Ehepaare, die unser Wanderführer sogar persönlich am Bastei-Hotel abgeholt hatte, eine einzelne Frau und ich. Herr Petrich wollte erst mal aus dem Trubel von Rathen heraus und so sind wir zunächst von der Touristeninformation ein paar Meter die Straße abwärts in Richtung Elbe bis zum Hotel Amselgrundschlößchen (www.amselgrund.de) gewandert. Brunnen_mit_Figuren_in_Rathen_kleinAuf dem Weg dorthin sind wir an dem Brunnen auf der linken Straßenseite vorbeigekommen. Netterweise hat Herr Petrich hier erklärt, was das für Figuren oben auf den Sandsteinsäulen sind. Es handelt sich, passend zu den Felsen des Rathener Gebietes, um die markantesten Felsen. So sieht man folgende Figuren: Gans, Onkel und Tante, Türkenkopf, Lamm, Höllenhund, Lokomotive, Talwächter. Schräg gegenüber von dem Brunnen beginnt der Amselgrund und hier sind wir einige Meter hinein spaziert, bis zu einer Hauskante, an der die einzelnen Hochwassermarkierungen zu sehen sind. Es ist schon wirklich beeindruckend, wie hoch hier hinten das Wasser schon mehrere Male gestanden hat. Herr Petrich hat die vielen Hochwasser in der letzten Zeit mit der Häufung der Wetterlage Vb erklärt. Dieses Wetter beruht auf einer ganz bestimmten Zugbahn von Tiefdruckgebieten vom Mittelmeer um die Alpen herum nach Ostdeutschland (und natürlich alles drum herum). Wenn das Tiefdruckgebiet zu langsam über die Gebiete zieht, dann entlädt es sich über kleinere Gebiete und damit wird es für einzelne Bereiche sehr feucht.
Von der Hochwassermarke sind wir wieder die paar Meter zurück auf die Straße neben dem Bach (Rathener Straße), um hier noch ein Stück (20 Meter) nach rechts in Richtung Elbe weiter zu wandern. Dann biegen ganz unauffällig nach links eine Brücke und ein Aufstieg ab. Der Weg führt in einem Zickzack den Berg hinauf. Talwaechter_bei_Rathen_kleinHier war Herr Petrich super geschickt und hat ein paar kleine Erklärungs-Haltepunkte eingebaut, sodass die Gruppe immer wieder schön zusammenkam. Einer der Punkte war z.B. die Besiedlung der Täler der Sächsischen Schweiz. Das ist natürlich bei dem Weg sehr anschaulich, da man schön auf die Häuser von Rathen blicken kann. Ein weiterer Punkt, den Herr Petrich hier schon einmal erklärt hat, waren die Kletterer, die man an den Felsen oberhalb der Ortschaft (z.B. am Talwächter) gut erkennen konnte.
Am Ende des Aufstiegs erreicht die Wanderung den Rhododendronpark mit den unterschiedlichen Pflanzen und natürlich den zum Teil riesigen Rhododendren. Den Park haben wir nur an der nördlichen Seite passiert, aber trotzdem haben wir einen schönen Einblick in die Fläche erhalten. Blick_von_Kleiner_Batei_zu_den_Weissen_Bruechen_kleinAuf der gegenüberliegenden Seite steigt die Wanderung ein ganz kleines Stück wieder abwärts in Richtung Elbe, um sehr schnell die Aussicht Kleine Bastei zu erreichen. Den Namen Kleine Bastei gibt es gleich an mehreren Stellen im Elbtal (hier, bei Schmilka und in Krippen), aber das Prinzip ist immer das gleiche. Man kann toll von einem Felsvorsprung ins Tal und auf die Felsen der gegenüberliegenden Seite blicken. Hier hat man einen schönen Blick auf Oberrathen, den Rauenstein, den Lilienstein, die Weißen Brüche und die Elbe natürlich.
Nach dieser sehr schönen Aussicht sind wir gleich an den Felsen entlang gewandert und an der ersten Bank nach ein paar Meter haben wir einen weiteren Stopp eingelegt. Hier hat Herr Petrich sehr anschaulich den Sandstein und die unterschiedlichsten Festigkeiten erklärt. Es ist schon sehr interessant, dass die dunkle obere Schicht ziemlich fest ist, aber das Innenleben sehr bröselig. Die Wanderung führt weiter parallel zur Elbe in Richtung Süden. Die ersten paar Meter verlaufen auf einem Pfad, der dann aber auf einer Waldstraße endet. Dabei handelt es sich aber nur um die Zufahrt zum Rhododendronpark und den paar Häusern und damit braucht man keine Befürchtungen haben, dass hier zu viele Autos entlang fahren. Das Sträßchen ist, obwohl gerade neu ausgebaut, auch nicht dazu ausgelegt, um zu zügig hier entlang zu fahren. Der Weg führt super angenehm vom Rhododendronpark über die Ebene bis zur Straße.
Auf der Straße zwischen Waltersdorf und Rathen muss man ein Ministück von 300 Metern nach links wandern, bis nach rechts der Gamrig ausgeschildert ist. Der Zugang zu dem Felsen ist erst ein Stück in der Ebene und dann führen ein paar Stufen bis zum Gipfel hoch. Zwischendurch haben wir einen kurzen Abstecher über die Absperrung unternommen, da Herr Petrich uns ein Teil zum Klettern in der Sächsischen Schweiz erklären wollte. Sehr schön war, dass an dem Felsen gerade zwei Kletterer noch ziemlich weit unten versuchten, aufwärts zu kommen. Unser Wanderführer hat sich kurz mit den beiden unterhalten und einen Tipp gegeben, wie sie die Stelle meisten könnten. Damit zeigte er ohne jegliche Angeberei, dass er sich sehr gut mit dem Klettern auskennt und damit waren die Ausführungen nicht nur ein allgemeiner Teil, sondern schon sehr fundiert. Dass die beiden Kletterer genau in dem Moment hinter dem Felsen hingen, war natürlich sehr gut als Anschauungsobjekt von Herrn Petrich organisiert.
Nach den letzten paar Stufen haben wir oben auf dem Gamrig eine Rast eingelegt und Herr Petrich hat die Felsen und Tafelberge der Reihe nach erklärt. Blick_von_Gamrig_auf_Feldsteine_und_Honigsteine_kleinObwohl es eigentlich ein angenehm warmer Tag war, so zog es hier oben doch ziemlich, sodass wir uns bald wieder von der schönen Blick_von_Gamrig_auf_Wehlen_und_Elbe_kleinAussicht herunter machten und wieder bis 5 Meter vor die Straße zurück gewandert sind. Gleich an der Straße zweigt ein Wanderweg nach rechts in den Aspichgraben ab. Nach ungefähr ½ Kilometer erreicht die Wanderung eine Wiese, über die man einen sehr schönen Blick rüber auf die Feldsteine und die Gansfelsen hat. Am Ende des Weges erreicht man wieder die Straße durch Rathen und damit den Ausgangspunkt der Wanderung. Diese geführte Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht. Herr Petrich hat sich als sehr guter Kenner der Sächsischen Schweiz ausgewiesen und die Einlage mit den Kletterinformationen war auch sehr gut. Herr Petrich hat sich super gut auf die Gruppe eingestellt und damit sind auch für mich sehr viele neue Informationen zusammen gekommen. Ein ganz dickes Danke schön noch mal von meiner Seite für diese Führung

Amselfall

Es gibt eine große Anzahl toller Fotos, auf denen die beiden Wasserfälle Amselfall und Lichtenhainer Wasserfall in den Wintermonaten als riesige Eiszapfen zu sehen sind. Das wollte ich mir zumindest beim Amselfall ansehen und deshalb habe ich diese nette Runde unternommen. Es wäre natürlich ein Leichtes gewesen, mal eben von Rathewalde die paar Meter bis zum Amselfall hinunter zu wandern und den Wasserfall zu begutachten, aber so etwas würde nicht meinen Vorstellungen von einer ordentlichen Wanderung entsprechen. Deshalb startet die Runde in Rathewalde und geht vom Parkplatz in der Ortsmitte auf dem Basteiweg der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich hinterher. Diese kleine Anliegerstraße führt sehr angenehm auf fast gleichbleibender Höhe zuerst noch am Rande von Rathewalde entlang. Als erstes passiert man das nette „Kleine Landhotel“ (www.landhotel-luk.de) und danach einen alten Bauernhof (Lindenhof), an dem die Balkone an den Hausecken ganz besonders auffallen. Dieser Bauernhof ist wirklich riesig und besonders nett sieht die Durchfahrt auf der hinteren Seite der Gebäude aus, durch die man auf die hinteren Wiesen des Gehöfts kommen könnte.
Die Wanderung geht aber weiter auf dem Basteiweg und führt bald aus der Ortschaft heraus. Auch wenn dieser Weg die direkte Verbindung zwischen Rathewalde und der Bastei ist, so ist er ein sehr angenehmer ruhiger Weg, zumindest bis zur Basteistraße. Dass die Basteistraße eine von den vielbefahrenen Straßen in der Sächsischen Schweiz ist, sollte allen bekannt sein, aber zum Glück verläuft die Wanderung in einem gewissen Abstand zu dieser Straße. Erst wenn die Besuchermassen an der Bastei zu gewaltig sind, so dass der vordere Parkplatz besetzt ist, dann ist auch auf dem Waldweg relativ viel Betrieb, da man über den Waldweg auch zum Reserveparkplatz kommt. Diese Befürchtungen braucht man aber in den Wintermonaten nicht zu haben. Basteikreuz_kleinDer markierte Wanderweg führt sehr angenehm bis zur Bastei. Ich habe schon einige Male auf der Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) gleich neben dem Basteiparkplatz einen Eintrag gesehen, der Basteikreuz heißt. Auch wenn ich die Stelle schon sehr häufig passiert habe, so habe ich dort noch nie ein Kreuz im Wald entdeckt. Selbst auf einer Wanderung mit einem Nationalparkführer konnte sich dieser wissende Profiwanderer nicht an ein Kreuz erinnern. Jetzt im Winter war das Kreuz auf einmal sehr deutlich genau in der Mitte zwischen dem Wanderweg und der Begrenzung des Parkplatzes zu sehen. Dem Aussehen nach handelt es sich um ein uraltes Sühnekreuz, das schon seit mehreren hundert Jahren im Basteiwald steht. geschlossene_Selbstbedienung_Bastei_kleinDie Wanderung führt weiter auf die Bastei zu. Wenn man die Bastei nur aus der warmen Jahreszeiten kennt, dann ist man wirklich sprachlos, wenn man im Winter auf einmal vollkommen alleine über die Zufahrtsstraße spaziert und selbst an einem Freitag Nachmittag die Bastei menschenleer ist. Das ist ein wahrer Hochgenuss. Im Januar 2009 war selbst der Bereich um das Hotel ganz menschenleer, da das Berghotel/Panoramarestaurant Bastei (www.bastei-berghotel.de) wegen Instandhaltungsmaßnahmen geschlossen hatte. Die Aussichtsplattformen boten im Januar 2009 einen kleinen Vorgeschmack auf etwas, leere_Basteibruecke_mit_Schnee_kleinwas den Rest der Wanderung noch häufiger auftauchen sollte: gemeines Glatteis. Der seitliche Weg runter zur Basteibrücke war spiegelglatt und nur Kanzel_Bausteibruecke_im_Schnee_kleinnoch durch seltsames Trampeln auf dem äußersten Rand zu bewerkstelligen. Aber hier hatte ich noch die Hoffnung, dass dieses Glatteis durch die größeren Besuchermassen nur bis zur Basteibrücke gehen würde. Die Felsenlandschaft um die Bastei sieht mit einer Schneeschicht noch viel toller aus, als sie im Sommer sowieso ist. Felsen_am_Wehlengrund_im_Schnee_kleinSehr schön ist, wenn man von der Basteibrücke über den Wehlgrund hinwegsieht und dort die Felsen z.B. der Kleinen Gans mit einer Schneeschicht bedeckt sind.
Felsenburg_Neurathen_im_Schnee_kleinDie Basteibrücke ließ sich ganz hervorragend passieren und die Felsenburg Neurathen sah mit dem Schnee einfach nur romantisch aus. Von der Basteibrücke aus ist der Wanderweg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Der Abstieg von der Felsenburg bis zur Tiedge- Aussicht (Aussicht Elbe_und_Wartturm_im_Schnee_kleinhinter der großen Felsmurmel) waren ein ziemliches Herumgeeier, aber zum Glück Elbe_Rathen_Lilienstein_im_Schnee_kleinhat keiner gesehen, wie ich mit beiden Händen am Geländer die Treppen abgestiegen bin. Hinter der Aussicht waren die Treppenstufen dann auf einmal wieder gut zu passieren und es ging abwärts bis zum Kassenhäuschen der Felsenbühne.
Mit dem Erreichen des Grünbaches ist auch der tiefste Punkt der Wanderung erreicht und es geht wieder aufwärts. Dazu folgt man der grünen leerer_Amselsee_im_Winter_kleinWanderwegmarkierung nach links auf den Amselsee drauf zu. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Amselsee genauso wie die Obere Schleuse in Hinterhermsdorf im Winter immer abgelassen wird, aber im Winter 2008/2009 war der Amselsee nur noch eine Pfütze. Es kann aber auch sein, dass er nur wegen den Bauarbeiten für die neue Randbefestigung abgelassen worden ist. Die Wanderung steigt langsam aber stetig dem Grünbach immer weiter entgegen. Die Wanderwegmarkierung verlässt am Ende des Amselsees den Grünbach, aber die Wanderung bleibt weiterhin am Bachlauf. Nach einem relativ leichten Aufstieg erreicht man die Gebäude am Amselfall. Auch hier herrscht im Winter vollkommene Ruhe. Amselfall_im_Winter_kleinLichtenhainer_Wasserfall_in_Eis_kleinDas einzige Hörbare ist das Geplätscher des Wasserfalls, welches aber auch nur sehr gedämpft passiert, da sich im Winter tatsächlich ein gewaltiger Eiszapfen bildet. Dadurch, dass die Schlucht ziemlich eng ist, hält sich die Eissäule hier auch viel länger als die restlichen Eissäulen in der Sächsischen Schweiz. So fand ich den gefrorenen Wasserfall des Amselfalls viel imposanter als den gefrorenen Lichtenhainer Wasserfall. Nachdem man sich an dem Wasserfall bzw. dem riesigen Eiszapfen erfreut hat, geht es die letzten paar Meter (1,4 Kilometer bzw. 60 Höhenmeter) Rathewalder_Muehle_im_Schneebis zum Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch passiert man noch die Gebäude der Rathewalder Mühle (www.rathewalder-muehlen.de). Der gesamte Komplex sieht so aus, als wenn hier ein paar mutige neue Besitzer Hand angelegt haben und mit viel Einsatz dieser Anlage das alte Flair wiedergeben möchten.
Am Ende des Grundes wird die Ortschaft Rathewalde wieder erreicht und damit der Ausgangspunkt der Wanderung. Insgesamt habe ich mich sehr über die Runde gefreut, da sie selbst auf der Bastei eine wunderbare Ruhe hatte und auch im Winter noch neu zu entdeckende Punkte (z.B. Basteikreuz oder gefrorener Amselfall) bietet. Da ist ein kleines Hindernis wie ein spiegelglatter Wanderweg/Abstieg schnell vergessen.

Amselgrund/See

Schaufelraddampfer_MeissenDie Wanderung beginnt auf der rechten Elbeseite, am großen Parkplatz in Oberrathen. Von dort geht es zur kleinen Gierseilfähre, die einen am laufenden Band auf die andere Elbeseite bringt. Zuerst habe ich nicht ganz verstanden, warum die Fähre von Zeit zu Zeit so seltsam wartet. Aber eigentlich ist das ganz einfach. Wenn sich ein anderes Schiff angekündigt hat, dann darf die Fähre nicht auf der linken Elbeseite sein, da sonst das Gierseil quer durch die Elbe gespannt ist. Die Überfahrt kostet für Hin- und Rückfahrt 1,30 €. Von der Schiffsanlegestelle geht es hoch in den Ort, bis die ersten Straße nach links geht. Diese kleine Straße geht es nur 50 Meter entlang, um dann wieder nach links abzubiegen. Hier ist die Bastei ausgeschildert und außerdem ist der Weg mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Der Weg steigt, über eine fast unbegrenzte Zahl Stufen, hoch zur Bastei an.
Amselsee_kleinMan kommt zur Bastei von der Seite der Felsenburg Neurathen. Diese Felsenburg und alles was darum ist, habe ich auf der Wanderung Bastei einigermaßen ausführlich beschrieben. Falls man es also noch nicht gesehen hat, dann sollte man sich unbedingt auch die Felsenburg Neurathen ansehen. Alleine für den schönen Blick runter zur Freilichtbühne Rathen lohnt sich der Eintritt. Vom Ein- bzw. Ausgang der Felsenburg geht es über die eigentliche Brücke der Bastei und den Hotelkomplex vorbei in die Richtung des Parkplatzes. Damit man aber nicht den Touristenströmen hinterher latschen muss, geht man gleich hinter dem Hotel nach recht auf dem Wanderweg parallel zur Straße auf dem blauen Strich weiter. Amselsee-Staumauer_kleinAuch wenn dieser Wanderweg die Ausmaße einer Wanderautobahn hat, sind im Verhältnis zur Straße fast keine Wanderer unterwegs. Der Weg entfernt sich bald von der Straße und führt auf die andere Seite des Felsenkessels. Kurz bevor der markierte Weg die Schwedenlöcher runter geht, hat man noch einmal die Chance von einer Aussicht an der Felskante auf die Bastei zu blicken.
Der Weg geht durch eine sehr ruhige Schlucht runter ins Tal. Im Tal angekommen geht es über den Grünbach drüber und dann nicht mehr dem markierten Weg hinterher, sondern talabwärts nach rechts. Nach kurzer Strecke erreicht man die Wegmarkierung grüner Strich grüner Strich, die aber auch nur weiter den Bach nach unten verfolgt. Ab der Brücke, an der der grüne Strich zum Wanderweg dazustößt, beginnt auch der Amselsee. Dieser 600 Meter lange See ist ein kleiner idyllischer See, der zum Verweilen einlädt. Egal, ob man dem Treiben auf dem See nur zusieht, oder ob man sich selber ein Boot ausleiht und eine Runde auf dem See rumpaddelt. Amselsee_und_Lokomotive_kleinEs ist sehr beeindruckend die Felsen um sich herum in einer Kahnfahrt zu genießen. Vom Amselsee geht es an einigen Fischteichen vorbei, immer weiter das Tal hinunter. Die Wegmarkierung verlässt den Talweg, wir gehen aber weiter talabwärts. In der Ortschaft Rathen geht es auch weiterhin dem Bach nach, also nach rechts, bis man wieder die kleine Fähre erreicht.
Auf der anderen Elbeseite gibt es gleich neben dem Parkplatz noch eine tolle Attraktion, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Der Klanggarten. Schon vor einem Jahr habe ich das Ding im strömenden Regen besucht und da hat es mir überhaupt nicht gefallen. Jetzt war sehr schönes Wetter und außer uns war nur noch eine Familie dort. Es ist sehr angenehm, dieses schöne Panorama mit der Musik von allen Seiten zu genießen.

Auf den Spuren Napoleons

Zuerst das Wichtigste vorneweg. Dieses ist keine Wanderbeschreibung im eigentlichen Sinn, sondern ein Erfahrungsbericht zu einer geführten Wanderung durch einen Nationalparkführer. Nachdem ich die ersten guten Erfahrungen mit den Nationalparkführern gemacht habe, war es mal wieder an der Zeit, eine Runde mit einem Profi zu unternehmen. Auf der Internetseite des Nationalparks Sächsische Schweiz (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) habe ich folgende Führung entdeckt und das hörte sich viel versprechend an:

Auf den Spuren Napoleons
Das Gebiet zwischen Lilien- und Hohnstein geriet im Sommer 1813 in den Blickpunkt der Weltgeschichte. Napoleonische Truppen und die Bewohner des Landstrichs errichteten Bauwerke für den militärischen Erfolg des Kaisers. Diese Spuren sind heute noch gut erhalten. Wir werden einige von ihnen entdecken und Sie werden erfahren, ob die damaligen Anstrengungen von Erfolg gekrönt waren. Gönnen Sie sich einen faszinierenden Tag im Elbsandsteingebirge. Erleben Sie das spannende Kriegsgeschehen von 1813 an Originalschauplätzen und lauschen Sie den Geschichten rund um den Kaiser der Franzosen. Ich freue mich auf Sie! Es besteht die Möglichkeit des Besuches des Freigeländes der Nationalparkbildungsstätte am Lilienstein.
Termin:               Fr
29.09.2006   10.00 Uhr
Anmeldung:         erforderlich
Treffpunkt:           Treffpunkt: Panoramahotel Lilienstein Königstein – Halbestadt
Zeitdauer:            ca. 4 Stunden; je nach Leistungsvermögen
Konzept und Durchführung: Nationalparkführer: Christian Neumann
Preis:                 Erw. 6,- €; Kinder 3,- €

Schon bei der Anmeldung hörten wir, dass Hr. Neumann extra für uns diese Wanderung durchführte, da bis abends sich noch kein anderer Teilnehmer angemeldet hatte. Soldat_Frankreich-Alte-GardeDa es aber keine Mindestteilnehmerzahl gab und Hr. Neumann auch nicht den Eindruck machte, als wenn ihm das unangenehm wäre, haben wir uns auf dem Parkplatz unterhalb des Liliensteins verabredet. Soldat_OesterreichWir waren etwas vor dem vereinbarten Termin vor Ort und haben mit jedem ankommenden Besucher gerätselt, ob es Hr. Neumann wäre, bis auf einmal ein wirklich freundlich dreinschauender Mitmensch auf den Parkplatz bog. Es war unser Nationalparkführer für diese Runde. Pünktlich zum Termin startete unsere Privatführung und gleich auf den ersten Metern erlebten wir das erste Aha- Erlebnis. Der Weg ging vom Parkplatz durch den Wald am Fuße des Liliensteins entlang in die Richtung Sellnitz. Nach nur wenigen hundert Metern erreichten wir die erste Schanze aus der Zeit von Napoleon. Obwohl ich über diesen Waldweg schon einige Male gewandert war und uns Hr. Neumann im Vorhinein schon drauf hingewiesen hatte, dass etwas in den nächsten Metern kommen würde, hatten wir das alte Bauwerk nicht erkannt. Es befindet sich auf der rechten Wegseite, zwischen Weg und Lilienstein. Wenn man drauf hingewiesen wird, dann kann man die beiden Erdwälle sehr gut erkennen und wenn man sich den Wald vor der Schanze wegdenkt, kann man sich vorstellen, warum genau diese Position gewählt worden ist. Vor der Schanze befindet sich eine große Ebene, die angeblich eine strategische Bedeutung hatte. Auf jeden Fall ging über diese Ebene die alten Heerstraße. Der Wanderweg ging ein paar Meter weiter in Richtung Sellnitz. Wieder auf der rechten Seite befindet sich eine Quelle mit dem Namen Franzosenborn. Auch hier war es mal wieder sehr schön, einen erfahrenden Führer dabei zu haben. Ich habe diese Quelle schon zweimal vorher gesehen, aber mir ist nie die Pferdetränke ein paar Meter davor aufgefallen. Dieser kleinere Steintrog ist wirklich deutlich zu sehen, aber trotzdem ist er mir nicht aufgefallen. Der Franzosenborn hat zu den Zeiten von Napoleon zwei Schanzen mit frischem Quellwasser versorgt. Die zweite Schanze befindet sich gleich am Elbehang und hat so riesige Ausmaße, dass wir auch sie im ersten Anlauf übersehen haben. Der äußere Erdwall hat bestimmt einen Durchmesser von 100 Metern und liegt heute links unterhalb des Wanderweges. Auf dieser Schanze haben drei bis vier Kanonen den ganzen Bereich der Ebene und der Elbe abgedeckt bzw. eigentlich sagte man „bestrichen“.
Der weitere Weg führte dann auf der Vorderseite des Liliensteins entlang. Hier kann man tatsächlich noch alte Fundamente von Lagerstellen der Wachmannschaften für die Schanzen im Wald finden. Soldat_Frankreich-GeschuetzHeutzutage sind es zwar nur noch einzelne Mauersteine, die aber deutlich in Form eines Gebäudes im Wald herumliegen. Auf der Vorderseite des Liliensteins sind wir dann auf den blau markierten Wanderweg blauer Strich gestoßen und den haben wir dann quer über die Ebenheit, vorbei am Panoramahotel Lilienstein, bis runter zur Elbe verfolgt. Auf dem Elberadweg angekommen ging es flussabwärts bis zur Hausnummer 28. Dieses unscheinbare, aber sehr schön hergerichtete Haus in der zweiten Reihe ist weit über 400 Jahre alt (genauer gesagt ist es Baujahr 1575). Da es genau zwischen den beiden Pontonbrücken von Napoleon steht, ist es gut möglich, dass es bei den beiden Überquerungen von Napoleon sogar von ihm selber benutzt worden ist. Selbst wenn es nicht so ist, dann ist es immer noch ein Wunder, dass ein so uraltes Haus dort steht. Was auf jeden Fall auffällig ist, dass die älteren Häuser immer ein Stückchen weiter oben stehen und damit von einem Hochwasser nicht so betroffen sind. Sollten sich die Leute damals mehr Gedanken gemacht haben als heutzutage?
Die weitere Wanderung führte zuerst am alten Hafen von Königstein vorbei. Über die Halbinsel des Hafens führte eine der Pontonbrücken, Soldat_Frankreich-Pionier_Fahrerauf der ein Teil der Truppen von General Vandamme die Elbe überquert hat und dann in Richtung Dresden weiter gezogen ist. Fast die gesamten Truppen sind damals über eine Straße vom Lilienstein den Hang hinunter gekommen, die heutzutage ein extrem ruhiges Dasein fristet. Wir sind diese Straße wieder hinauf gewandert und haben uns sehr über die angenehme Steigung gefreut. Soldat_Frankreich-PionieroffizierDie Straße musste aber eine einigermaßen kleine Steigung bzw. Gefälle haben, da über sie die Geschütze ins Tal transportiert werden sollten. Sehr deutlich sind auf der Straße noch die großen Sandsteinbrocken zu sehen, die als Straßenbelag verarbeitet worden sind. Der Aufstieg erreicht die Ebenheit in der Nähe der alten Napoleonstraße. Damit wir nicht über eine Fahrstraße wandern mussten, sind wir links davon auf einem Weg am Waldrand, bis fast wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung, gegangen. Von hier aus ging es dann auf den Lilienstein hoch. Leider gibt es auf den Lilienstein keinen Weg mit einer angenehmen Steigung, und so ging es über die Treppen nach oben. Der Lilienstein ist eine wunderschöne Aussicht, die auch ganz besonders gut geeignet ist, einen Überblick über den Streckenverlauf von Napoleons Truppen zu erhalten. Selbst 200 Jahre nach den Truppenbewegungen lässt sich gut erahnen, warum Napoleon genau diesen Weg gewählt hat. Auf dem Lilienstein haben wir eine kleine Rast eingelegt und sind dann, nach einem kurzen Blick von allen Aussichten, auf der gegenüberliegenden Seite des Liliensteins wieder abgestiegen.
Netterweise hat Hr. Neumann dann mit uns noch einen kleinen Abstecher zur Nationalpark-Bildungsstätte Sellnitz unternommen. Hier versucht man Kindern und Jugendlichen die Natur etwas spielerisch näher zu bringen. Dieses erfolgt im Bereich Sellnitz durch die Sensibilisierung der Sinne in Form mehreren Außenstationen. Nach diesem Abstecher ging es die letzten paar Meter zurück bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit war eine sehr informative Wanderung zu Ende, die uns so viel Spaß gemacht hat, dass wir gleich ein paar Tage danach mit Hr. Neumann noch eine geführte Runde zum Thema „Bruno Barthel“ unternommen haben.

Nachtrag: H. Neumann hat inzwischen eine eigene Internetpräsenz (www.nationalparkfuehrer-christian-neumann.de), auf der man alle seine geführten Wanderungen aufgelistet sind.

Bastei

Die Wanderung rund um die Bastei ist eigentlich keine richtige Wanderung, sondern eher ein Ausflug zu einer besonderen Sehenswürdigkeit der Sächsischen Schweiz. Aber auch hierbei liegt gleich meine Empfehlung, dass man diese Stelle lieber besucht, wenn:

  • Kein langes Wochenende/ selbst kein normales Wochenende ist.
  • Nicht die Hauptbesuchszeit 10:00 – 16:00
  • Und vielleicht nicht in der Hauptreisezeit Frühjahr

Basteibruecke_von_obenIn diesen Zeiten fahren sehr viele Bustouristen aus Dresden zur Bastei. Man kann zwar auch zu diesen Zeiten zur Bastei fahren, aber dann sollte man sich nicht wundern, dass mehr Betrieb als auf der Kölner Domplatte ist. Man kann schon an der Zufahrt zur Bastei sehr gut am Parkleitsystem erkennen, wie die Besucherzahlen sind. Elbeblick_von_BasteiSobald man auf dem vorderen Parkplatz parken soll und dann mit dem Shuttlebus transportiert wird, dann ist ein romantischer Aufenthalt weit entfernt.
Es geht vom großen Parkplatz in die Richtung Bastei. Der Weg/ die Straße ist auf den ersten paar Metern ohne Wanderwegmarkierung, das ändert sich aber bald und dann ist der Weg mit fast allem markiert, was in der Sächsischen Schweiz möglich ist,  gelber gelber Strich, grüner grüner Strich, blauer Strich blauer Strich und roter Punkt roter Punkt. Viel mehr gibt es nicht. Es geht an dem Hotel und den Restaurants vorbei. Hinter der Terrasse erreicht man dann endlich die steinerne Basteibrücke. Wenn man auf dieser Brücke steht, dann weiß man, was die ganzen Touristenmassen hier oben wollen. Von hier hat man einen sehr schönen Ausblick in den Talkessel der Felsenbühne und auf die andere Seite ins Elbetal. kleine-grosse_Gans_von_BasteiDafür, dass man diese Punkte ohne jeglichen Höhenunterschied erreichen kann, ist es ein wirklich toller Ausblick. Es geht weiter bis zur Felsenburg Neurathen. Zum Betreten der Ausgrabung bzw. Rekonstruktion muss man 1,50 € Eintritt bezahlen. Alleine für den weiterhin interessanten Ausblick lohnt sich dieser Eintrittspreis. Auch finde ich die rekonstruierte Steinschleuder beeindruckend. Dass man mit so einer Konstruktion überhaupt etwas treffen kann, ist wirklich verwunderlich.
Im frühen 13. Jahrhundert wurde diese Höhenburg errichtet, die bis 1469 bestanden hat. In den Jahren 1982 bis 1984 konnte durch aktiven Einsatz Sebnitzer Bergsteiger eine Rekonstruktion vorgenommen werden. Im gleichen Zeitraum wurden archäologische Forschungen betrieben.

Felsenburg

Von der Felsenburg Neurathen läuft man wieder zurück über die Bastei und an dem Hotel vorbei. Knapp hinter dem Hotel geht rechts der markierte Wanderweg blauer Strich blauer Strich ab. Auf diesem geht es 900 Meter entlang, Basteibruecke_von_vornebis der Weg nach links über Treppen den Berg hinab führt. Es geht an dieser Stelle nach rechts zur Aussicht auf die Bastei. Von hier aus hat man einen sehr schönen/ruhigen Aussichtspunkt auf die Bastei von der anderen Seite des Talkessels. Früher durfte man auf der Felszunge noch ein paar Meter nach vorne gehen, aber heutzutage gilt dieser Bereich als Kernzone und damit ist diese noch bessere Aussicht gestorben. Schade. Jetzt geht es wieder mal eine Strecke zurück. Der Weg ist eben schon auf der Rückseite des Parkplatzes entlang gegangen und genau bis zu diesem Ausgangspunkt geht es zurück.
Am Kassenautomaten ist mir dann noch das super dämliche Missgeschick passiert, dass ich mein Navigationssystem auf den Automaten gelegt und dann dort vergessen habe. Aber die Ehrlichkeit der Leute ist doch wirklich nicht zu unterschätzen. Nach einer halben Stunde lag das Ding mit geänderten Menüs immer noch auf dem Automaten. Danke, dass die Welt doch nicht so schlecht ist, wie immer erzählt wird.

Bastei mit Nationalpark – Ranger

Vom Nationalpark Sächsische Schweiz werden einige geführte Wanderungen angeboten und so habe ich im Juni 2006 auf der Internetseite des Nationalparks folgende Beschreibung gefunden:

Die Bastei aus anderer Sicht
Die kurze, wenig anstrengende Wanderung öffnet den Blick für den Reiz der Wildnis und den Weg bis dahin. Ihr „inneres Auge“ sieht mehr als nur Felsen und Bäume. Viele Besucher und unberührte Natur schließen sich nicht aus. Kommen Sie mit „Natur schauen“?
Termin:            immer
Donnerstag von April – Oktober, jeweils 10.30 Uhr
Treffpunkt:        Bastei, Haltestelle Buswendeschleife
Durchführung:   Nationalpark – Ranger

Die Anzeige hatte mich neugierig gemacht und so habe ich mich zur Bastei aufgemacht. Der Buswendeplatz befindet sich gleich hinter dem großen Parkplatz der Bastei. Zum angegebenen Termin war der Nationalpark Ranger und ein weiterer Mitarbeiter der Nationalparkwacht da gewesen. Dieser weitere Mitarbeiter stellte sich im Nachhinein als Ranger heraus, der aber noch lernen wie man eine Führung durchführt. Außer mir war zuerst kein anderer Teilnehmer zu sehen, aber noch wenigen Minuten erschienen noch zwei Frauen, die sich als Praktikanten des Nationalparkhauses in Bad Schandau vorstellten. Für mich war es eine Überraschung, dass das Nationalparkhaus und der Nationalpark Sächsische Schweiz (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) nichts mit einander zu tun haben. Das Nationalparkhaus gehört zur Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (www.lanu.de) und hat damit nicht mit dem Nationalpark zu tun.
Die Führung startete in die Richtung der Schwedenlöcher auf dem Wanderweg blauer Strich blauer Strich hinter dem Parkplatz entlang. Gleich nach ein paar Metern war der erste informative Zwischenstopp, auf dem der Nationalpark Ranger erstmal kurz sich und die Funktionen des Nationalparks Sächsische Schweiz vorstellt. Ganz interessant fand ich, dass von 20 Nationalpark Ranger in den Wintermonaten die Hälfte im Forst arbeitet und die Hauptaufgabe der Ranger die Besucherinformation ist. Bis jetzt hatte ich eher das Gefühl, dass die Ranger die Polizei sind des Nationalparks, aber dieses Bild hat sich nach dieser Führung gravierend geändert. Noch dieser kurzen Vorstellung hat der Ranger die unterschiedlichen Zonen der Sächsischen Schweiz erklärt. So werden in der Sächsischen Schweiz folgende die Bereich unterschieden: Landschaftsschutzgebiete (Rand der Sächsischen Schweiz), Nationalpark und die Kernzone im Nationalpark. Der Nationalpark unterscheidet noch einmal in drei unterschiedliche Zonen: Naturzone A und B und einer so genannten Pflegezone. Die Naturzone A ist für mein Verständnis die eigentliche Kernzone, in die Natur sich selber überlassen wird und der Mensch nur noch zur Wegesicherung eingreift. Die Kernzone ist aber ein ganzes Stück größer als die Naturzone A (zumindest heute noch) und ist eigentlich mehr dazu gedacht, die Besucher auf dem Weg zu halten.
Nach dieser Exkursion ging die Wanderung weiter auf der blauen Wegmarkierung bis zur Aussicht gegenüber der Bastei. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber die Aussicht müsste Pavillonwände Aussicht heißen. Hier hat der Nationalpark Ranger ein paar Worte zur Felsenbühne und einem Raubvogelhorst oberhalb der Bühne erzählt. Leider weiß ich nicht mehr welche Vogelart es ist, die sich an dieser Stelle niedergelassen hat, aber dass diese Vogelart normalerweise möglichst viel Ruhe braucht und dass an dieser Stelle nun wirklich nicht gegeben ist. Außerdem hat der Ranger sehr eindrucksvoll rüber gebracht, dass ein toter Baum zu einem normalen Wald dazu gehört. So konnte man sehr gut in der Schlucht zwischen der Aussicht und der Bastei mehrere abgestorbene Bäume erkennen. Ein sehr netter Ausdruck des Rangers war, dass ein Baum mit dem Tot sein zweites Leben beginnt.
Von der Aussicht ging es dann wieder zurück in die Richtung des Parkplatzes. Am Parkplatz angekommen sind wir dann ein kleines Stück auf dem gelben Strich gelber Strich weiter bis zur Basteistraße gewandert. Diese Straße haben wir nur überquert und sind dann auf der unmarkierten Wehlstraße, die nur ein Forstweg ist, bis zum Steinernen Tisch weiter gewandert. Am Steinernen Tisch war dann der nächste Halt, an dem kurz der Name und die Herkunft der Sitzgruppe erklärt wurde. Obwohl die Führung an einem Donnerstagmorgen durchgeführt wurde, waren doch schon einige Touristen im Bereich der Bastei unterwegs. Da auch einige der Besucher ihre Hunde dabei hatten und diese unangeleint auf den Wegen herumwuselten, war ich überrascht wie freundlich, aber durchsetzungsstark, die beiden Ranger die Besitzer der Hunde auf diesen Missstand hinwiesen.
Der weitere Weg führte dann über den Fremdenweg mit der roten Punktmarkierung roter Punkt wieder in die Richtung der Bastei. Für mich war es sehr interessant, dass die beiden Wege Griesgrund und Rahmhanke quer durch die Kernzone gehen, aber beide als alte Bergpfad gelten und damit auch weiterhin begangen werden dürfen. Ich selber hatte bei meiner Wanderung über die Rahmhanke so meine Bedenken, aber hiermit sind diese zerstreut worden.
Die Wanderung geht bis zur Bastei.  Schweizerhaus_auf_der_Bastei_kleinHier wird ein kleiner Zwischenstopp zwischen dem Schweizerhaus und dem Panoramarestaurant eingelegt, um nach links in den Talkessel zu blicken. Von der kleinen Aussicht unterhalb des Restaurants kann man sehr gut die Aussicht, auf der man eben noch gestanden hat, auf der anderen Seite des Tals sehen. Hier hat der Nationalpark Ranger kurz ein paar Worte zur neue Informationsstelle des Nationalparks im alten Schweizerhaus gesagt. Dieses Haus wird gerade renoviert/saniert und soll ab dem Herbst 2006 für Besucher offen stehen. Es wird überlegt, ob dann dort eine Gemäldeausstellung mit Bildern vom Malerweg stattfinden soll.
Kleine_Gans_von_Wehlsteinaussicht_kleinVon dieser Aussicht ging es dann zur Aussicht an der Vorderseite der Bastei. Hier knubbelten sich zwar wie immer die Menschenmassen, aber irgendwie haben wir es tatsächlich geschafft einen Platz am Geländer zu ergattern. Hier hat der Nationalpark Ranger zuerst einen Hinweis und ein paar Hintergrundinformationen zum Felssturz am Wartturm geben. Danach haben wir auf der linken Seite der Aussicht an der Felswand noch ein paar Kletterern zugesehen und dabei bot sich natürlich für den Nationalpark Ranger die Gelegenheit die grundlegenden Regeln des Kletterns in der Sächsischen Schweiz zu erklären.  Kleine_und_Grosse_Gans_von_Bastei_kleinNach diesen Informationen war diese Führung beendet.
Ich habe mich sehr über diese Führung gefreut, da sie mir sehr viele interessante Informationen und Eindrücke zum Thema Nationalpark und Nationalpark Ranger gebracht hat. Leider finde ich es sehr schade, dass nur so wenige Besucher der Sächsischen Schweiz dieses Angebot annehmen. Deshalb habe ich gleich ein paar Tage später noch zwei weitere Führungen mit Nationalpark Ranger durchgeführt: Waldkundliche Führung und Waldhuschenführung.

Burglehnpfad

In der Originalbeschreibung zur Genusswanderung wurde ein Abstecher zum Burglehnpfad empfohlen und auf der Wanderung zur Herrenleite war mir ein seitlicher Zugang ins Auge gefallen. Da zu Pfingsten die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen war, musste eben mal der Rand der schönen Landschaft erkundet werden. So liegt der Startpunkt für diese Wanderung in Lohmen. Hier darf man im gesamten Ort noch kostenlos parken und so ist es ziemlich egal, an welche Stelle man den Startpunkt legt, es sollte nur ungefähr im westlichen Bereich von Lohmen sein. Von der Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) zweigt der Herrenleither Weg in südliche Himmelsrichtung ab. Auch wenn das die direkte Zufahrt in das Tal ist, fahren hier nur ganz vereinzelt Autos und dadurch kann man schon den Weg aus Lohmen heraus mit einem Blick in die Landschaft genießen. Auf der linken Seite verläuft ziemlich parallel die Kastanienallee und rechts kann man auch vereinzelt über die Ebene der Felder blicken. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht der Weg den Wald und es geht in einem typischen Sandsteingrund abwärts.  Einfahrt_Lohmener_Motorradclub_kleinNach einem sehr angenehmen Weg in das eigentliche Haupttal der Herrenleite passiert man auf der rechten Seite das Gelände des Lohmener Motorradclubs und links die unteren Ausläufer des Feldbahnmuseums. Sehr ungewöhnlich sehen die Gebäude und die Umzäunung des Motorradclubs aus. Dabei handelt es sich um ein altes Militärlager, das in ausgedehnten Stollensystemen untergebracht war. Heutzutage können hier die etwas lauteren Feste gefeiert werden, ohne dass irgendjemand gestört wird.
Auf dem Gelände des Feldbahnmuseums trifft sich ein wirklich fleißiger kleiner Verein. Es ist ganz schön verwunderlich, dass in einem Land, in dem wirklich alles genormt ist, die Spurweiten der Eisenbahnen so unterschiedlich sind. So gibt es Schienen, die 530, 600, 700, 750, 780, 900 und 1000 mm breit sein müssen. Genau so etwas und vieles mehr kann man auf dem Gelände entdecken und selbst außerhalb der offiziellen Besuchstage (Samstags Mai – Oktober) finden.
Die Wanderung führt von dem Herrenleither Weg nach rechts auf den Herrenleitenweg. Hier weist ein seltsames Verkehrsschild (Privatstraße des Bundes. Benutzen auf eigene Gefahr) auf die Historie des Tals hin. Als ich die Wanderung zum Pfingstmontag unternommen habe, standen gleich noch ein paar weitere seltsame Schilder herum. So wies ein Schild auf Draisinenfahrten und deren Vorfahrt hin und außerdem sollte man nicht auf dem Randstreifen parken, da ein Busverkehr hier eingerichtet wäre. Tatsächlich begegnete mir in dem Tal ein historischer Bus, der als Pendelverkehr zwischen Pirna und dem Museumsgelände unterwegs war. Trabi_Draisine_kleinAuf der Bahntrasse neben der Straße fuhren mindestens zwei motorgetriebene Draisinen, von denen eine (Schienentrabi) ungewöhnlicherweise am Ende der Strecke durch eine raffinierte Drehvorrichtung gewendet wurde. Die Fahrgäste hatten einen riesigen Spaß, durch das schöne Tal gefahren zu werden.
Das Tal der Herrenleite endet auf der Wehlener Straße, die nur ganz wenige Meter (ca. 50 Meter) nach links begangen werden muss, um dann gleich wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist ab der Kreisstraße mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und steigt dann nach Mockethal an. Hier stehen gleich mehrere tolle alte Häuser und Bauernhöfe. Die Dorfstraße Am Rundling endet auf einem schönen Dorfplatz mit einem Teich in der Mitte. Hier versteckt sich der weitere Weg ein wenig, Kaelbergarage_Mockethal_kleinaber es geht auf der rechten Seite gelb markiert weiter. Die Wanderung passiert einen größeren Bauernhof, der sich auf Rinderzucht spezialisiert hat. Super lustig sehen die Kälbergaragen zwischen den Ställen und dem Wanderweg aus. Die Tiere leben zwar nicht auf einer riesigen Fläche, aber für einen vollkommenen unwissenden Mitmenschen wie mich sehen die Kälber trotzdem ganz zufrieden aus.
Gleich hinter dem Hof führt die Wanderung auf das Feld hinaus und man kann nett in die Landschaft blicken. Nach einer kurzen Strecke von 200 Metern beginnt der Abstieg runter in den Mockethaler Grund. Der größte Teil der 50 Höhenmeter erfolgt über einige Stufen und am Ende erreicht man den Radweg/die Fahrstraße im Elbtal. Hier geht es gleich wieder die nächsten 170 Meter auf der Fahrstraße den Mockethaler Grund aufwärts, bis nach links (kurz vor der Hausnummer 6a) die gelbe Wanderwegmarkierung abbiegt. Der Aufstieg ist außerdem mit dem Symbol des Sächsischen Weinwanderwegs gekennzeichnet und führt mit so einigen Schlenkern aus dem Elbtal heraus. Ehrenhain_Gedenkstein_Copitz_kleinAm Ende erreicht man die Ebene und gleich fallen einem der toll angelegte Pfad an dem Postaer Elbhang und ein relativ großer Ehrenhain auf. vorderer_Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Pirna_kleinDer Burglehnpfad ist 2006 saniert worden und bietet einige sehr schöne Aussichten ins Elbtal und rüber auf Pirna bzw. das Schloss. Der Weg ist durch eine großzügige Spende von Reny Zieschang-Wieder und Herbert Zieschang saniert worden. Sehr pfiffig ist, dass selbst die Pflege und Unterhaltung des Weges durch eine neue Solaranlage auf dem Dach der Pirnaer Grundschule finanziell gesichert ist. An mindestens 7 Stellen stehen Bänke und die Blickachse auf die andere Elbseite ist ordentlich toller_Burglehnpfad_Pirna_kleinfreigeschnitten. Der Burglehnpfad ist ungefähr einen Kilometer lang und es macht wirklich viel Spaß, ihn Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Schloss_Pirna_kleinentlang zu wandern. Nach dem Kilometer biegt nach links eine Treppe ab, von der man noch mal einen netten Blick auf das Panorama von Pirna hat. Ganz reizvoll ist, sich vorzustellen, dass es hier reichlich Häuser gibt, die alle diesen netten Blick genießen und dabei auch noch hochwassersicher sind. Eigentlich kein Wunder, dass die Häuser hier oben auch Schöne Höhe genannt werden.
Am Ende der Treppe geht es nach rechts auf der Straße Oberleite und dann auf der Niederleite weiter. Diese Straße endet auf der Hauptstraße und spätestens ab dieser folgt man der Wanderwegmarkierung blauer Punkt blauer Punkt. Nach einem kurzen Stück (weniger als 200 Meter) gabelt sich der Weg und es geht nach links, auch wenn die Straße rechts verführerischerweise schoene_Villa_Pirna_kleinLohmener Straße heißt, auf der Pillnitzer Straße weiter. Die blaue Wanderwegmarkierung führt durch den nördlichen Teil von Pirna und mit dem Übergang von der Pillnitzer Straße auf die Liebethaler Straße wird der Straßenverkehr wieder besondere_Villa_Pirna_kleinangenehm und man kann so einige prachtvolle Häuser bestaunen. Zwischendurch passiert man ein Feuchtgebiet und dann muss man noch ein ganzes Stück an der Kreisstraße Altjessen bzw. Liebethaler Grund entlang wandern. Aber auch auf dieser Straße hält sich der Straßenverkehr sehr in Grenzen und man kann gut am Rand entlang wandern. Kurz nachdem man die Grundmühle im Wesenitztal passiert hat, wird das Tal enger und auf der linken Straßenseite ragt die erste Felswand eines alten Steinbruchs auf. Diese Wand sieht sehr ungewöhnlich aus, da die gesamte Fläche zugewuchert ist.
Bevor die Fahrstraße nach links aus dem schönen Liebethaler Grund verschwindet, passiert man die Liebethaler Mühle, die auch heute noch zumindest als Wassermühle in Funktion ist. Gleich neben den Gebäuden befindet sich ein Wendehammer bzw. Parkplatz, an dem am Wochenende ruhige_Wesenitz_kleineine große Anzahl an Kletterern anzutreffen ist. In dem ehemaligen Steinbruch versuchen viele ihr Können an der Felswand. Selbst wenn die Kletterer nicht in der Wand hängen, kann man hier sehr gut ihre Spuren erkennen, da anscheinend einige mit Magnesia geklettert sind. An vielen Griffen sind diese markanten Spuren zu sehen und man kann sich drüber freuen, dass dieses Hilfsmittel in der Sächsischen Schweiz verboten ist.
Das letzte größere Teilstück der Wanderung beginnt mit dem Weg in den Liebethaler Grund. Hier weist auf der linken Wegseite eine dieser tollen Glastafeln auf den Start des Malerwegs hin. Der Wanderweg durch das Tal der Wesenitz ist wirklich fantastisch und der Bachlauf ist mal ganz ruhig und dann wieder vollkommen wild und stürzt sich über Felsen hinweg. Steg_zum_ehemaligen_Copitzer_Elektrizitaetswerk_kleinNach 1 Kilometer passiert man die Ruine eines Wasserkraftwerkes (Copitzer Elektrizitätswerk), das immer mal für romantische Fotos einer Industrieruine herhalten muss. Ganz besonders die Sprossenfenster und das alte Turbinengehäuse tauchen Wagner-Denkmal_im_Liebethaler_Grund_kleinimmer mal wieder bei der Fotocommunity (www.fotocommunity.de) auf. Dieses Wasserkraftwerk wurde über ein langes Rohr mit Wasser versorgt und dieses kann man flussaufwärts gleich neben dem Wanderweg entdecken. Bald erreicht man das riesige Richard-Wagner-Denkmal, das hier unten im Liebethaler Grund vollkommen überrascht, aber wenn man erfährt, dass Herr Wagner hier unten die ersten Entwürfe für Lohengrin skizziert hat, dann ist es ein wenig verständlicher
Auf dem weiteren traurige_Lochmuehle_und_Wesenitz_kleinWeg passiert man die trostlose Lochmühle und dahinter geht es über die Wesenitz hinweg. Hier stürzt sich das Wasser ganz besonders wild wilde_Wesenitz_an_der_Lochmuehle_kleinüber eine größere Stufe im Bachbett hinunter. In der Verlängerung der Brücke geht es mit einer langen Treppenanlage aus dem Tal heraus und hinauf in die Ortschaft Daube. Da erreicht man einen netten Dorfplatz, der mit einer Straße umrundet wird. Genau auf dieser Straße geht es nach vorne bis zur nächsten Aufstieg_von_Wesenitz_nach_Daube_kleinQuerstraße. Dort wandert man nach links in Richtung Lohmen. Nach wenigen hundert Metern erreicht man die Lohmener Kläranlage, die überraschenderweise überhaupt nicht stinkt. Gleich an der Kläranlage biegt nach rechts der Kirchsteig ab. Blick_Kirchsteig_zur_Kirche_Lohmen_kleinDiese Wohnstraße führt an einer Vielzahl neuer Einfamilienhäuser vorbei, bis nach ein paar hundert Metern der Kirchsteig in einen reinen Gehweg übergeht. Der Name für diesen Weg ist mit Steig irgendwie leicht irritierend, aber die Bezeichnung Kirchsteig ist ziemlich zutreffend, da man wirklich geradlinig auf die Lohmener Kirche zugeht. Nach insgesamt ½ Kilometer auf dem Kirchsteig sollte man nach rechts abbiegen. Hier bietet sich sehr gut die Fabrikstraße oder die Pestalozzistraße an, um dann auf der Bahnhofstraße nach links bis zur Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) weiter zu wandern. Damit ist man am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen. Ich war wirklich überrascht von dem schönen Burglehnpfad und noch mehr erfreut mich, dass eine Privatperson so viel Geld für einen Weg und damit dem Vergnügen der Allgemeinheit spendet.

Das Treppchen

Wenn man im Zscherregrund (von der Bastei in Richtung Wehlen) unterwegs ist, fallen einem ein paar Stufen aus dem Grund hinaus auf. Nachdem es mich doch so sehr interessiert hat, wohin diese Stufen führen, habe ich zuerst auf der Karte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) nachgesehen und dort den netten Namen Das Treppchen entdeckt. Da der Weg anscheinend keine Sackgasse ist, musste gleich mal eine Erkundung dort unternommen werden.
Damit eine ordentliche Wanderung draus wird, habe ich den Startpunkt nach Uttewalde gelegt. Zumindest im Jahre 2012 konnte man dort sogar noch kostenlos parken und das auf einem wirklich toll aussehenden Parkplatz. Gleich an der Straße vor dem Parkplatz führt die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich  vorbei. Auf ihr geht es ein paar Meter in Richtung der Ortschaft. Gleich am Ortseingang gabelt sich die Straße und es geht nach rechts unmarkiert weiter. Die Straße ist eine Schleife, die einmal komplett durch das Dorf führt, aber mit wirklich nur sehr wenig Verkehr. Garten_und_Pension_Uttewalde_kleinAn der östlichen Seite des Orts befindet sich der Gasthof & Pension Uttewalde und auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein ehemaliger Bauernhof mit einem gigantischen Grundstück und einer Natursteinmauer drum herum. Gleich vor der Gaststätte geht es nach rechts weiter in den Uttewalder Grund. Der Abstieg erfolgt über so einige Stufen, die anscheinend sogar mit Straßenlaternen beleuchtet werden, bis in den Grund hinunter. Dort erreicht man dann auch sofort eine der wenigen Gaststätten, die sich im Gebiet des Nationalparks befinden. Der Gasthof Waldidylle besteht bereits seit 1790 und ist immer schon eine Wandergaststätte gewesen. Sehr ungewöhnlich ist, dass die Gaststätte eigentlich Montags Ruhetag hat, aber trotzdem einen „Notbetrieb“ in Form von Getränken und Wandernahrung auf der Terrasse anbietet.
Durch den Felsecke_im_Uttewalder_Grund_kleinUttewalder Grund führt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, der man talabwärts folgt. Das Tal ist relativ eng und an den Seiten stehen unterschiedlichste Felsformationen, bei denen es immer wieder Spaß macht, die ungleichen Oberflächen zu bestaunen. Gesamtbild_Freundschaftsstein_kleinMal sind ganz glatte Flächen zu finden, dann wiederum regelrechte Honigwaben. Auch gibt es auf der linken Wegseite einen netten Höhlengang, der ganz besonders bei den Kindern beliebt ist. Nach ½ Kilometer liegt vor einem eine große Felsmurmel mit so einigen Inschriften und Zeichen. Dabei handelt es sich um den Freundschaftsstein, auf dem man mindestens die Jahreszahl 1839 entdecken kann.
Hier geht es nach links das Tal hoch, weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung. Gleich nach ein paar Metern kann man noch mal unterschiedlichste Inschriften im Felsen finden. alte_Felsinschrift_1792_Zscherregrund_kleinEinerseits ist in einem vorgelagerten Steinbrocken ein Vogel mit einem Zweig im Schnabel und zu Füßen ein paar Trauben eingraviert und in dem Felsen dahinter befindet sich ein Emblem mit der Jahreszahl 1792. Das ist schon eine ziemlich stolze Zahl, wenn man überlegt, dass der größte Teil der Inschriften in der Sächsischen Schweiz auf Freizeitbeschäftigungen beruht. Gleich daneben befindet sich dann auch die besagte Treppe. Wenn man den Zscherregrund noch ein paar ganz wenige Meter weiter aufwärts wandert, dann kann man einen eindrucksvollen Strudeltopf mit einer sehr guten Erklärungstafel gleich neben dem Weg finden.
Die Wanderung verlässt aber über das Treppchen den Zscherregrund und steigt ziemlich einfach aus dem Tal heraus. Das_Treppchen_am_Zscherregrund_kleinNach den ersten paar Stufen wechselt der Pfad in eine Schlucht, an deren Felswänden eine Schlucht_am_Treppchen_kleinVielzahl an Fahnen und Moosen wachsen. Das sieht besonders interessant aus, wenn sich in den Morgenstunden der Tau dort niedergeschlagen hat. Am Ende der Schlucht erreicht man eine Ebene, auf der ein Pfad weiter geradeaus führt. Nach weniger als 100 Metern auf der Ebene erreicht der Pfad einen breiteren Waldweg, auf dem es nach rechts weiter geht. Dieser Waldweg ist relativ breit ausgebaut, wird aber anscheinend nur ganz selten benutzt. Bald wird eine Wildwiese mit einer netten Aussicht erreicht. Hier kann man sehr schön in die Landschaft rund um den Lilienstein blicken.
Am unteren Ende der Wiese erreicht man die ersten Häuser der Minisiedlung Grögers Gut. freies_Hauschwein_am_Groegers_Gut_kleinDiese Siedlung ist wirklich verwunderlich, weil die Häuser hier recht weiträumig verteilt herumstehen. Ganz lustig war, dass gleich vor den ersten Häusern auf der großen Wiese ein kleines Schwein seine Kreise zog und sich von mir überhaupt nicht stören ließ. herbstliches_Groegers_Gut_kleinAuf jeden Fall war es kein Wildschwein, sondern ein schwarz-buntes Hausschwein, was mich stark verwunderte, aber doch beruhigte. Der Weg endet auf der eigentlichen Fahrstraße der Siedlung. Hier geht es nach links leicht ansteigend weiter. Das nächste Teilstück der Wanderung erfolgt auf einem alten Waldweg, der überraschend breit (ungefähr 6 Meter) und mit mächtigen Sandsteinplatten ausgelegt ist. Bei diesem Waldweg handelt es sich um den Steinrückenweg, der von Stadt Wehlen hoch zum Steinernen Tisch führt. bemoste_Felswand_im_Hoellengrund_kleinBesonders schön sehen dieser Weg und der Wald drum herum im Frühjahr aus, wenn die Buchen im leuchtendem Hellgrün strahlen. Die Wanderung folgt dem breiten Waldweg über eine Strecke von insgesamt 1 ¼ Kilometer, bis auf der linken Wegseite eine alte Sandsteinsäule und ein neumodischer Wegweiser stehen. Hier biegt man nach links auf die bekannte Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in den Höllengrund ab. Der Abstieg durch den Höllengrund ist ganz ähnlich wie der Uttewalder Grund ziemlich abwechslungsreich und bietet einen schönen Einblick in die Felsenvielfalt der Sächsischen Schweiz.
Der uberragender_Felsen_im_Kohlgrund_kleinHöllengrund endet wieder im bekannten im Zscherregrund, der aber nach rechts, leicht ansteigend, aufwärts begangen wird. Hier ist der befahrbare Waldweg ohne Wanderwegmarkierung und er wird auch Kohlgrund genannt. Obwohl hier am Wegesrand die gleichen Sandsteinfelsen wie im Höllengrund stehen, wirken diese Felsen schon wieder ganz anders. Im Kohlgrund wachsen zwar auf den Sandsteinfelsen auch Farne, aber nur ganz wenige Moose. Die Felsen ragen im Kohlgrund ziemlich weit in und zum Teil über den Weg und dadurch macht dieser auch ein paar Schlenker. Das sieht ganz besonders schön aus und ist schon wirklich häufig für tolle Fotos abgelichtet worden.
Durch den Kohlgrund wandert man 300 Meter, bis der Bachlauf unter dem Forstweg die Straßenseite wechselt und nach links ein deutlich sichtbarer Pfad abzweigt. Muellersteig_Richtung_Uttewalde_kleinDabei handelt es sich um den Müllersteig, der angenehm aus dem Grund heraus steigt. Im Jahre 2012 sah der Wald auf der rechten Wegseite sehr interessant aus. Hier konnte man schön sehen, wie zwei unterschiedliche Schichten im Wald vorhanden sind. Hoch oben sieht man noch den alten Baumbestand, aber von unten hat sich ein sehr netter Mischwald gebildet. Nach etwas weniger als 200 Metern auf dem Müllersteig erreicht man den breiten Brückwaldweg, der ein paar Meter (60 Meter) nach rechts gewandert wird. Dann biegt der Müllersteig nach links ab. Abstieg_vom_Muellersteig_Uttewalder_Grund_kleinDer Waldweg ist relativ breit und mit Gras bewachsen. Dadurch sieht er sehr nett aus und es macht Spaß, die 300 Meter in Richtung Uttewalder Grund zu wandern. Da der Uttewalder Grund noch einmal durchquert werden muss, um dann hoch nach Uttewalde zu gelangen, geht es über die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich einmal den Kluftsteig abwärts und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch. Das sind zum Glück nur 50 Höhenmeter auf beiden Seiten, die man relativ schnell überwinden kann.
Nachdem man aus dem Grund wieder hoch gestiegen ist, geht es in Bruno_Bartel_Felsen_am_Uttewalder_Parkplatz_kleinUttewalde der gelben Wanderwegmarkierung hinterher und bald ist der Ausgangspunkt der Runde erreicht. Mitten auf dem Parkplatz steht ein Sandsteinfelsen mit einem fest montierten Gipfelbuch. Dieser Felsen ist mit einer kleinen Gedenktafel an Bruno Bartel ausgestattet. Herr Bartel war ein lokaler Mundartdichter, der einen Teil seiner Kindheit in Uttewalde verbracht hat. Ich war auf dieser Tour stark davon überrascht, dass es so schöne ruhige Wege in der Vorderen Sächsischen Schweiz gibt und jetzt weiß ich endlich, wohin die paar Treppenstufen führen.