Kirchgang

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 5,25 h
Entfernung:
ca. 18,00 km
Höhenunterschied:
ca. 1065 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lang
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Schmilka - gelber Strich - Mühlweg - Heringsgrund - Heilige Stiege - Zurückesteig - blauer Strich - Frienstein - grüner Strich - Hinterer Heideweg - Dietrichsgrund - Kirnitzschtal - Beuthenfall - roter Punkt - Kirnitzschtalstraße - Lichtenhainer Wasserfall - roter Strich - Wasserfallstraße - Hörnelweg - Lichtenhain - Berghof - Kirche - Hauptstraße - grüner Punkt - Friedhof - Folgenweg - Beuthenfall - Dietrichsgrund - grüner Punkt - Untere Affensteinpromenade - Zwillingsstiege - Obere Affensteinpromenade - Wolfsfalle - Zurückesteig - blauer Strich - Rotkehlchenstiege - Falkoniergrund - Elbleitenweg - grüner Punkt - grüner Strich - Kleine Bastei - Kahntilke - Holzlagerplatzweg - Schmilka

Kirchgang

Irgendwie bin ich schon so häufig über die Heilige Stiege gewandert und habe dabei überlegt, was die Gläubigen früher für einen Weg für den Kirchenbesuch in Kauf genommen haben, dass ich es selber mal ausprobieren musste. Das Einzige, was ich wusste, war, dass angeblich die Schmilkaer Kirchgänger über die Heilige Stiege gegangen sind, um in die Lichtenhainer Kirche zu gelangen. Der Start liegt also in Schmilka am großen Parkplatz. Von dort geht es die einzige Straße aufwärts in Richtung Großer Winterberg. Markiert ist der Wanderweg mit dem gelben Strich gelber Strich. Die Dorfstraße Brauhaus_Schmilkaer_Muehle_kleinsteigt überraschend steil an und gleich zwei Mal ist sie von Gebäuden überbaut. In dem zweiten Gebäude befindet sich die Historische Mühle, eine Bäckerei und ganz neu die Brauerei. Der Duft aus der Backstube verleitet einen sehr schnell, einen Abstecher in den kleinen Verkaufsraum zu unternehmen. Am Ortsende passiert man eine kleinere Informationsstelle des Nationalparks und dann geht es weiter bergauf. Auch wenn es eigentlich die Zufahrt zum Großen Winterberg ist, so kommen einem hier nur sehr selten Fahrzeuge entgegen, da man mit Privatwagen nicht hochfahren darf. Auch wenn die Zufahrtstraße nach einigen hundert Metern nach rechts abbiegt, folgt man weiter der gelben Wanderwegmarkierung. Die Steigung des Weges nimmt mit der Zeit ab und kurz vor der Heiligen Stiege geht es über einen extrem sandigen Waldweg. Hier hat man eher das Gefühl, am Stand entlang zu wandern als durchs Gebirge. Treppe_Heilige_Stiege_kleinDie Heilige Stiege besteht heutzutage aus einigen Eisentreppen, die unterschiedlich lang, aber doch einigermaßen gut aufwärts zu steigen sind. In den Felsen links und rechts der Schlucht kann man so einige Widerlager von alten Hölzern entdecken. Zu deren Zeiten ist der Aufstieg ganz sicher nicht so einfach gewesen wie jetzt.

Insgesamt sind es 130 Höhenmeter, die man mit den Treppen überwindet, um dann erstmal ein kleines Stück horizontal weiter zu wandern. Dann erreicht man den blau markierten Zurückesteig blauer Strich, der nach rechts weiter gewandert wird. Es geht noch ein paar Meter hinauf, um dann wieder ein Stück angenehm horizontal weiter zu wandern. Schon bald passiert man eine größere Aussicht, an der fast immer irgendwelche Wanderer sitzen und von der man einen sehr schönen Blick über einen Talkessel (Heringsgrund) auf die andere Elbeseite hat. Wenige Meter (ca. 150 Meter) hinter dieser Aussicht biegt nach links ein unmarkierter Wanderweg zur Idagrotte/Frienstein ab. Nach ein paar Metern Abstieg erreicht man die Quelle Friensteinflössel in ihrer lustigen kleinen Hundehütte. Ab hier geht es nach links bzw. sogar eher geradeaus auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich von den Affensteinen herunter. Der Abstieg erfolgt über so einige Serpentinen und am Felsfuß geht es dann weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung bis ins Kirnitzschtal hinunter. Hier stehen die unterschiedlich erbärmlichen Gebäude des Beuthenfalls. Auf der Straße durch das Kirnitzschtal geht es nach rechts weiter bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Ganz knapp vor diesem touristisch beliebten Punkt biegt nach links die Wasserfallstraße ab. Dieser Aufstieg nach Lichtenhain ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Knapp oberhalb der Gebäude bzw. des Wasserfalls kann man schön sehen, wie der Wasserfall auch in den wasserärmeren Zeiten funktioniert. Der Lichtenhainer Bach füllt hier ein kleines Staubecken, das dann alle halbe Stunde gezogen wird. (Früher musste man für diese „Attraktion“ einen kleinen Obulus entrichten, woran folgendes Textfragment aus einem Liedchen erinnert „… drei Eemer voll Wasser die schderz’n mit Dosn und Brausn herein, da mussde en Groschn bezahlen, mei Sachsenland wie bisde fein.“ – Erinnerung der Ehefrau) 

Die Straße bis hoch nach Lichtenhain ist von 2010 bis 2015 wegen Hochwasserschäden gesperrt gewesen, dann ein halbes Jahr wieder geöffnet worden und jetzt schon wieder seit einem Jahr gesperrt. Wenn die Straße so unwichtig ist, dann wundere ich mich, warum sie erst (1993/94) für fast 3 Millionen wiederaufgebaut wurde. Die Wanderung führt auf jeden Fall weiter auf der Straße aufwärts, bis der Bach überquert wird. Dahinter biegt der markierte Wanderweg nach links ab und führt ein Stück auf einem Pfad den Hang hinauf. Schon bald tritt der Wanderweg aus dem Wald heraus und man hat einen freien Blick auf Lichtenhain und das Ziel der Wanderung in Blick_vom_Hoernelweg_auf_Lichtenhain_kleinForm der Lichtenhainer Kirche. Kurz vor der Kirche führt der Wanderweg durch das schöne Gelände des Berghofs (www.berghof.li). Die kleine Kirche von Lichtenhain ist eigentlich nichts Besonderes, aber unsere Familie hat doch eine Beziehung zu ihr. Immerhin haben wir in ihr geheiratet und eine unserer Töchter ist in ihr getauft worden. Ein bisschen traurig macht, wie wenige Besucher Sonntags in der Kirche sitzen, das ist früher ganz sicher anders gewesen. Aber da gab es auch keine Handy, Fernseher und sonstige Kirche_Lichtenhain_kleinelektronische Informationsquellen. Wenn denn früher die Gläubigen tatsächlich von Schmilka nach Lichtenhain gewandert sind, dann haben sie von mir größten Respekt. Immerhin sind sie dann etwas mehr als 2 ½ Stunden und 500 Höhenmeter in eine Richtung unterwegs gewesen. Vielleicht hat dann aber auch nicht die Kirche um 10:00 Uhr begonnen.

Da ich es überhaupt nicht mag, den gleichen Weg zurück zu gehen, führt die Wanderung erstmal in westliche Richtung ein paar Meter auf einer Dorfstraße bis zum Friedhof. In diesem Bereich folgt die Wanderung dem grünen Punkt grüner Punkt. Vor dem Friedhof geht es nach links auf die Felder hinaus. Ganz schön seltsam ist, dass es mindestens zwei Blick_vom_Folgenweg_auf_Affensteine_kleinWanderkarten gibt, die diesen Feldweg als Radweg ausgeben. Das könnte auch für die ersten 1 ½ Kilometer stimmen, aber dann geht es ordentlich abwärts ins Kirnitzschtal. Das wird man mit einem üblichen Fahrradfahrstil kaum schaffen, dort heile runter zu kommen. Dieser Abstieg führt hinter dem Beuthenfall herunter und hier kann man sehr gut erkennen, dass das Gebäude gleich neben dem Wasserfall ganz sicher nicht mehr zu retten ist.

Im Kirnitzschtal angekommen geht es gleich wieder auf der gegenüberliegenden Seite auf dem schon bekannten Weg ein paar wenige Meter aufwärts (immer noch grün markiert). Dann biegt nach rechts ein Pfad ab, der den Hang ziemlich steil aufsteigt. Nach ein paar Metern wird es flacher und man folgt dem breiter werdenden Waldweg. Der Weg gabelt sich und man wandert auf der linken Seite weiter in Richtung Affensteine. Der Weg führt geradewegs auf den Bloßstock zu und eigentlich wäre ich gerne die Häntzschelstiege hochgestiegen, aber wenn dort schon 15 Leute am unteren Ende warten, dann gibt es die hervorragende Alternative in Form der Zwillingsstiege. Dazu empfehle ich den vorher beschriebenen Einstieg_Zwillingsstiege_kleinWaldweg bis zur Unteren Affensteinpromenade (grüner Punkt) zu wandern, dort 130 Meter nach rechts zu gehen und dann nach links abzubiegen. Ein Pfad mit der Kennzeichnung schwarzer Pfeil Kletterzugang steigt in die Richtung der Felsen hoch und nach ¼ Kilometer Klammern_der_Zwillingsstiege_kleinbefindet sich an der rechten Felswand die Zwillingsstiege. Ein paar Eisenklammern erleichtern den Aufstieg und Kletterhilfe_Wurzel_Zwillingsstiege_kleinman steigt über ein Felsband aufwärts. Nachdem man eine Engstelle passiert hat, geht es ein paar wenige Meter über neu angebrachte Klammern wieder abwärts und dann hilft ein Baum mit einer ungewöhnlich langen Wurzel beim Aufstieg.

Schon bald erreicht man die Obere Affensteinpromenade, auf der man nach links weiter wandert. Nach ungefähr 100 Metern kann man sehr gut nach links in den Talkessel blicken und dort auf der gegenüberliegenden Seite die Zwillingsstiege wiederentdecken. Als nächstes passiert man einen kleineren Durchgang und knapp dahinter ist rechts in der Felswand eine tiefe Spalte. Es handelt sich um den Zugang zur Oberen Häntzschelstiege. In den letzten Jahren hat sich die Stiege zu einem echten Besuchermagneten entwickelt, was natürlich zu mehr Besuchern und damit auch zu mehr Leuten mit Problemen in dem Aufstieg führt. Bei allen meinen letzten Aufstiegen, egal ob es der untere oder der obere Teil war, sind mir Besucher begegnet, die entweder mit vor Angst schreienden Kinder unterwegs sind oder den Rückzug antreten. Beides ist nicht gerade ein Hochgenuss und deshalb empfehle ich den Aufstieg nur zu besucherarmen Zeiten. Als eine kleine Umleitung bietet sich das Weiterwandern auf der Oberen Affensteinpromenade bis zur Wolfsfalle an. Der Zugang befindet sich sehr genau ½ Kilometer hinter dem Häntzschelstiegeneingang und ist der erste deutliche Aufstieg nach rechts. Vorher sieht man die ganze Zeit auf der rechten Seite nur Felswände und dann kommt der erste Talkessel, in den auch ein deutlich sichtbarer Trampelpfad hinein geht. Der Aufstieg ist überraschend einfach und auf einmal steht man auf dem Wanderweg vom Langen Horn.

Hier geht es nach links weiter und schon bald erreicht man einen dieser Bucherlenkungszäune mit einer Aussparung. Gleich hinter dieser Stelle geht es ganz wenige Meter nach links und dann sofort auf der blauen Wanderwegmarkierung  blauer Strich abwärts. Der Wanderweg auf dem Zurückesteig Kelch_Zurueckesteig_kleinist recht abwechslungsreich, da ganz unterschiedliche Treppen und Stufen überwunden werden und ein freistehender Felsen mit einem sehr dünnen Fuß passiert wird. Insgesamt wandert man einen ¾ Kilometer auf der blauen Wegmarkierung, bis nach links eine deutliche Senke den Weg auf die andere Felsenseite ermöglicht. Mitten in der Senke steht eine Buche und ein unscheinbares Schild weist den Weg zur Rotkehlchenstiege. Schon nach wenigen Metern erreicht man einen Pfad auf der anderen Felsseite, auf dem man nach links ein Ministück entlang wandert. Dann biegt der oberste Teil der Rotkehlchenstiege ziemlich unauffällig ab. Abstieg_Rotkehlchenstiege_kleinDie meisten Stiegen in der Sächsischen Schweiz sind Einbahnstraßen nach oben, aber die Rotkehlchenstiege darf in beide Richtungen begangen werden und ist auch von der Schwierigkeitsstufe gut zu bewältigen. Nachdem man den oberen Teil geschafft hat, gelangt man auf eine Ebene, die so aussieht wie eine riesige Boofe, aber seltsamerweise ist es kein offizieller Schlafplatz. Diese große Sandkuhle passiert man und wandert wenige Meter auf dem Pfad weiter. Dann biegt nochmals die Rotkehlchenstiege für den unteren Teil unauffällig ab. Genauso wie beim oberen Zugang muss man hier schon ziemlich aufmerksam den Hang beobachten, sonst findet man den Einstieg nicht. Der untere Teil der Rotkehlchenstiege ist harmloser als der obere Teil und über den darauffolgenden Falkoniergrund gelangt man auf den Elbleitenweg. Es wird vermutet, dass die Rotkehlchenstiege im Ursprung die Heilige Stiege gewesen ist. Das kann man sich auch ganz gut vorstellen, da die Steigung bei der heutigen Heiligen Stiege schon ziemlich groß ist.

Wenn denn tatsächlich die Kirchgänger den Weg über die Rotkehlchenstiege gewählt haben, dann sind sie ganz bestimmt auf dem Elbleitenweg nach links zurück nach Schmilka gewandert. Da das aber heutzutage nicht gerade der schönste Weg ist und man ihn schon vom Aufstieg kennt, empfehle ich den kleinen Schlenker nach rechts. Der gut ausgebaute Forstweg ist mit dem grünen Punkt grüner Punktmarkiert und wird für Blick_von_Kleiner_Bastei_Richtung_Bad_Schandau_kleineinen ¾ Kilometer entlang gewandert. Dann biegt nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich  ab. Dieser Weg führt zur Kleinen Bastei, einer lohnenswerten Aussicht ins Elbtal und dann runter an die Elbe und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Runde hat ordentlich viel Spaß gemacht und einen Eindruck davon hinterlassen, was sich die Gläubigen früher für eine Mühe gegeben haben, um zu ihrer Kirche zu gelangen. Die Wanderung ist grundsätzlich mit ihren 18 Kilometern nicht besonders lang, aber die 1.000 Höhenmeter merkt man schon ziemlich. Es könnte aber auch sehr gut sein, dass die Gläubigen früher in Bad Schandau zur Kirche gegangen oder gefahren sind. Das wären dann nur 12 Kilometer und ein paar wenige Höhenmeter.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Schmilka Grenzübergang mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schmilka Ortmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

Luchsweg Bad Schandau

Wer in Bad Schandau durch die Stadt spaziert und von Zeit zu Zeit den Blick nach unten senkt, stößt unweigerlich auf Pfotenabdrücke. Diese Tapsen sind richtig hochwertig als separate Steine in die gewöhnlichen Bürgsteigsteine eingelassen und sollten so manche Reinigung und Winterdienste überstehen. Sie kennzeichnen den Bad Schandauer Luchsweg. Im Nationalparkhaus und auf dessen Webseite (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt www.lanu.de) gibt es ein sehr gut gemachtes Faltblatt mit dem Wanderweg, das man sich vorher besorgen bzw. ausdrucken sollte.

Der Start liegt passend dazu am Nationalparkhaus. Von hier geht es zuerst zwischen dem Rathaus und der Sparkasse zum großen Parkplatz an der Elbe hinunter. Stadtplan_hinter_dem_Rathaus_Schandau_kleinGleich hinter dem Rathaus ist die erste Station des Luchsweges. Hier ist vor den Bänken mit Pflastersteinen ein riesiger Stadtplan erstellt worden und wenn man sich schon so ungefähr in Bad Schandau auskennt, ist es lustig, die einzelnen Stellen zu erkennen. Von dieser ersten Station geht es nach links vor der ersten Häuserreihe entlang. Es ist wirklich toll, wie Bad Schandau durch den Bau des Hotels Elbresidenz aufgewertet wurde. Vorher waren die einzelnen Gebäude nur hässliche Rattenburgen und jetzt ist es eine wunderbare Häuserfront. Gut, dass jemand den Mut hatte, so ein riesiges Projekt zu stemmen und erfolgreich umzusetzen. Wenn man weiter an der Elbpromenade entlang wandert, ändert sich die Umgebung und die Toskana-Therme rückt in den Vordergrund. Knapp dahinter sollen sich zwei Stationen zum Luchsweg befinden, aber wir haben nur den Sandkasten entdeckt. Es ist beeindruckend, wie riesig weit ein Luchs springen kann.

An der zweiten Station neben dem Schwimmbad sollte eigentlich ein Aussichtsfernrohr stehen, um zu sehen wie ein Luchs, aber irgendwie haben wir es nicht entdeckt. Aufzug_Bad_Schandau_kleinDie Wanderung führt noch ein kurzes Stück an der Elbe entlang. Zuerst wird die Mündung der Kirnitzsch überquert und dann geht es durch den Sendig-Park zum Aufzug. Gleich vor dem Aufzug Luchspuzzle_kleinsteht ein Holzpuzzle, das, wenn es richtig angeordnet wird, einen liegenden Luchs darstellt. Ganz schön komisch ist, wenn man mit seinen Kindern die Runde unternimmt und die Racker einem zeigen, wie schnell man die Klötze an die richtige Stelle schieben kann. Die Fahrt mit dem Aufzug ist immer wieder nett, da die Aussicht mit zunehmender Höhe immer besser wird. Blick_ueber_Bad_Schandau_kleinEiner der beiden Fahrstuhlführer ist auch der Pfleger der beiden Luchse an der oberen Station und antwortet sehr gerne auf Fragen zu den Tieren. Bevor man aber zu den beiden Luchsen geht, muss man natürlich die Aussicht von hier oben auf Bad Schandau und die Elbe genießen.

Am Ende des Zugangsstegs befindet sich die nächste Station des Luchswegs. Hoertrichter_Bad_Schandau_kleinEs ist ein Hörtrichter, der wirklich gut funktioniert und uns Menschen ein viel besseres Hören ermöglicht. Da dürften die beiden Luchse in dem Gehege bestimmt schon mitbekommen, dass Besucher kommen, ohne dass man überhaupt den Fahrstuhl betreten hat. Meistens liegen die beiden schön versteckt in ihrem Gehege und ignorieren die Menschen vollständig. Es ist nett, dass die Gehege seit kurzem ein Stück größer geworden sind und noch ein paar Spielsachen mehr enthalten. Dass die Gehege immer noch viel zu klein sind, ist leider das Problem von solchen Tieren, die normalerweise gigantische Reviere haben. Beim Luchs sind es mehrere hunderte Quadratkilometer, was man aber einfach nicht zur Verfügung stellen kann. Nachdem man die beiden hoffentlich ordentlich beobachteten konnte aufmerksamer_Luchs_klein(was bei unserer Runde leider nicht so gewesen ist, deshalb gibt es ein Foto aus dem Winter), geht es auf den Rückweg. Luchsbank_Karls_Ruhe_kleinDazu wandert man nach links (egal ob oberhalb oder unterhalb des Geheges) in Richtung Bad Schandau zurück. Nach 300 Metern erreicht man eine nette Aussicht (Karls Ruh), die aber leider in den letzten Jahren etwas zugewuchert ist. Sehr lustig ist aber, dass man hier mit einem Luchs zusammen auf einer Bank sitzen kann.

Der Weg steigt ohne weitere Luchswegmarkierungen runter ins Kirnitzschtal und Martin_Luther_Denkmal_Bad_Schandau_kleinzwischendurch überrascht ein wirklich großes Luther-Denkmal. Im Ursprung ist es zum 300. Jahrestag der Reformation errichtet und danach noch mal saniert worden. Heutzutage sieht es sehr gut erhalten aus und wird bestimmt auch zur 500- Jahrfeier eine Rolle spielen. Der Abstieg endet am südlichen Ende des Kurparks. Dieser wird nur durchquert, um dann auf der gegenüberliegenden Seite nach links der Kirnitzschtalstraße zu folgen. Brunnen_und_Kirche_Bad_Schandau_kleinDer weitere Weg ist dann die Poststraße (1. Straße rechts) und danach die Marktstraße. Am Ende der Straße befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Tourismusbüro und genau an dem Bürgersteig befinden sich dann auch wieder Pfotenabdrücke, die nach rechts bis zum Nationalparkhaus führen.

Diese Runde ist wirklich nichts Besonderes, aber trotzdem ganz gut geeignet, um nach einem guten Essen ein paar Kalorien zu verbrauchen oder nach einer anstrengenden Anreise den Kopf auf die schöne Landschaft einzustimmen.

Jagdfalkenhof

Wir haben uns riesig gefreut, als im Frühjahr 2016 die Greifvögel vom Schloss Moritzburg nach Ostrau umgezogen sind. Das ist eine nette Bereicherung für das Freizeitangebot in der Sächsischen Schweiz und das mussten wir uns natürlich ansehen. Man könnte ganz einfach mit dem Auto bis auf den Hof der Falknerei fahren, aber das wäre nicht in unserem Sinn und so haben wir eine kleine Wanderung zu den Piepmätzen unternommen.

Als Startpunkt haben wir den Parkplatz oberhalb der Schrammsteinbaude im Zahnsgrund ausgewählt. Von hier geht es ein paar Meter die Straße hinunter, bis gleich hinter der Schrammsteinbaude (also unterhalb) nach rechts ein Pfad abbiegt. Der Weg steigt hinter ein paar Gärten in dem Meergründel aufwärts. Es ist wirklich nett, wie schön die Gärten hier gepflegt sind und das Haus im oberen Teil des Blick_von_Emmabank_auf_die_Elbe_kleinAufstiegs sieht auch sehr romantisch aus. Nach 400 Metern Aufstieg (65 Höhenmeter) erreicht man einen Waldweg, den man nach links weiter wandert. Der Weg führt wenige Meter neben dem Waldrand entlang und nach ein paar hundert Metern erreicht man gleich zwei Aussichten, wobei die hintere eine Bank (die sogenannte Emmabank) und eine sehr schöne Aussicht über den Zahnsgrund ins Elbtal bietet.

Für den weiteren Spaziergang geht es wieder auf dem gleichen Weg zurück und auch über die Kreuzung mit dem Meergründel hinweg. Gleich an mehreren Stellen kann man hier Zufahrten nach rechts in den Wald entdecken. Hier liegen ein paar Häuser sehr gut im Wald versteckt und sind nur zu erahnen. Die Häuser sind wirklich wunderbar, haben einen sehr schönen Blick auf die Schrammsteine und Geräuschbelästigungen dürften höchstens die Form von piependen Vögeln haben. Blick_auf_Schrammsteine_Falkenstein_kleinNach etwas weniger als ½ Kilometer erreicht man die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, auf der nach links weitergewandert wird. Bald kommt man an den großen Parkplatz vor Ostrau. Von dem Parkplatz geht es nach rechts auf der Falkensteinstraße und der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich bis zur Falknerei.

Wir haben schon so manche Vorführung von Falknern gesehen und auch mit mehr Tieren, aber Herr Schaaf (Jagdfalkenhof Schaaf) bringt es ganz besonders gut rüber, Geier_beim_Jagdfalkenhof_kleindass er die Tiere wirklich gern hat und man gewinnt einen guten Eindruck von den Raubvögeln. Besonders unterhaltsam fand die gesamte Familie den Raben mit dem Namen Klaus und dass gleich mehrere Vögel bei den sehr heißen Temperaturen überhaupt keine Lust hatten zu fliegen. So mussten zwei Raubvögel mit besonderen Leckerchen und sehr gutem Zureden davon überzeugt werden, wieder von ihren Fichten herunter zu kommen. Ein Buntfalke musste im oberen Teil Eule_Jagdfalkenhof_kleindes Geländes gezeigt werden, da er unter dem Napoleon-Komplex (welch wunderbarer Name) leidet und alle größeren Raubvögel angreift. Das bekommt ihm nicht besonders gut, da er so klein ist, dass die größeren Raubvögel ihn für eine Weisskopfseeadler_kleinfliegende Vorspeise halten würden. Die eigentliche Greifvogel-Flugshow findet etwas unterhalb des großen Gebäudes in einem dafür hervorragend geeigneten Talkessel statt. Nur der Seeadler, der wirklich schon ziemlich groß ist, durfte hier nicht fliegen, da es zu gefährlich wäre, wenn unten auf der Straße ein Hundebesitzer vorbei geht und nachher der Vogel mit dem Hund und dem Besitzer an der Leine versucht wegzufliegen. Die Flugshow hat wirklich allen sehr gut gefallen und ist von unserer Seite sehr zu empfehlen.

Von dem Gelände der Falknerei geht es für 300 Meter wieder auf dem bekannten Fußweg neben der Straße (roter Strich roter Strich) zurück in Richtung Ostrau. Bis 2015 befand sich links von der Straße etwas in den Wald zurück versetzt die Gaststätte Zschiehädelhof, aber diese ist jetzt geschlossen. Schade. Die Wanderung führt aber auf dieser Zufahrt zur Gaststätte entlang und steigt dann durch einen sehr netten Grund ab. Wirklich interessant ist, wenn man die paar Stufen abgestiegen ist und dann nach rechts oben zu den Felsen hochblickt. Haus_oberhalb_Zschiehadel_kleinHier steht eines der Häuser an der Felskante. Dafür mussten ein paar Stützsäulen gebaut werden. Das sieht sehr ungewöhnlich aus, aber damit dürfte eine sehr schöne Perspektive entstanden sein. Auf jeden Fall sieht auch dieses Haus vorbildlich gepflegt aus. Dass hier auf dieser Seite des Zahnsgrundes noch so ein netter Grund vorhanden ist, habe ich erst vor kurzem entdeckt. Es scheinen aber auch nur wenige Besucher hier entlang zu wandern, obwohl es eine schöne Alternative zu dem gewohnten Weg vom Ostrauer Parkplatz rüber zu den Schrammsteinen ist. Der Weg endet gleich am Ausgangspunkt der kleinen Wanderung. Es ist wirklich keine weltbewegende Runde gewesen, aber mit dem Schlenker über die Emmabank hat die Runde eine nette Aussicht und mit dem Abstieg durch den Zschiehädelgrund auch ein paar typische Sandsteinfelsen. Der Besuch in der Falknerei war ein sehr gelungener Abstecher und wir freuen uns sehr, dass diese Attraktion in die Sächsische Schweiz umgezogen ist. Hoffentlich bleibt sie noch lange am jetzigen Standort.

Elbleitenweg

Die Wanderung startet auf dem Wanderparkplatz vor Schmilka. Zuerst geht es über die B172 (Straße zwischen Bad Schandau und Schmilka) Kleine_Bastei_Richtung_Grenze_kleinund dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang des Forstweges mit dem seltsamen Namen Holzlagerplatzweg in die Richtung Schmilka. Nach ungefähr 900 Metern überquert der Wanderpfad mit der grünen Markierung grüner Strich den Weg. Auf diesem Wanderpfad geht es nach links den Berg hoch. Kleine_Bastei_Richtung_Bad_Schandau_kleinDer Aufstieg erfolgt über einige Stufen, bis der Weg nach links abknickt. Ab dieser Stelle führt der Weg fast ohne Steigung bis zum netten Aussichtpunkt Kleine Bastei. Dieser Aussichtpunkt ist wirklich sehenswert, da man von ihm sehr gut ins Elbetal in die Richtung Bad Schandau und Grenzübergang blicken kann. Normalerweise ist auf der Aussicht nicht besonders viel Betrieb und die Bank verleitet einen zu einer ersten Rast.
Von der Aussicht wandert man wieder 100 Meter zurück, um dem grün markierten Weg nach links zu folgen. Der Weg geht durch eine kleinere Senke und endet dann auf dem Elbleitenweg. Dieser breite Forstweg wird jetzt weiter nach links verfolgt und ist noch immer mit dem grünen Strich markiert. Der Elbleitenweg ist ein sehr angenehmer Forstweg und obwohl er eigentlich ein viel besuchter Weg sein müsste, trifft man selten andere Wanderer an. Nach ungefähr einem Kilometer auf dem Elbleitenweg biegt der markierte Weg nach rechts ab, um auf die Schrammsteine hochzusteigen. Der Aufstieg erfolgt natürlich über einige Stufen, wie sollte man auch sonst auf die Schrammsteine hochkommen. Oben angekommen wird die grüne Wegmarkierung verlassen und es geht auf der blauen Markierung blauer Strich nach links in die Richtung der Schrammsteine weiter. Muellerstein_kleinDas erste Teilstück erfolgt noch auf einem normalen Wanderweg/pfad, was sich aber nach ein paar Meter ändert und dann geht es zwischen ein paar Felsen mit Leitern und Treppen weiter. Hier macht die Wanderung besonders viel Spaß, da die Strecke ziemlich abwechslungsreich und auch sehr aussichtreich ist. Das einzige Manko könnte sein, dass man einige Male warten muss, da die Schrammsteinaussicht ein sehr beliebtes Ziel unter den Wandern ist. Wenn man aber die Wochenenden meidet, dann steht einer ruhigen Wanderung nichts im Wege. Schrammsteine_Richtung_Falkenstein_kleinNach 1,7 Kilometern erreicht man die Hauptaussicht auf den Schrammsteinen. Zumindest ist es die Hauptaussicht für normale Wanderer. Nur Kletterer könnten noch weiter nach vorne in den Schrammsteinen vordringen. Auf die Felsen im ganz vorderen Teil kommt man aber auch nur noch von unten dran und hier gibt es unzählige Weg an der Felswand hoch. An den Schrammsteinen finde ich immer wieder faszinierend, dass der Felsen eigentlich nur eine sehr schmale Scheibe ist, die senkrecht in der Landschaft herumsteht. An der schmalsten Stelle ist der Felsen 50 Meter breit, aber 100 Meter hoch.
Nach dieser sehr schönen Aussicht geht es auf den Rückweg. Dazu wandert man wieder ungefähr 400 Meter zurück, bis nach rechts der Jägersteig vom Felsen absteigt. Der Wildschützensteig, der ein paar Meter vorher von den Schrammsteinen runter geht, ist eine Einbahnstraße in die falsche Richtung und deshalb geht es auf dem Jägersteig nach unten. Der Abstieg erfolgt über einige Treppen und eine Leiter. Elbleitenweg_kleinAm Felsfuß angekommen, verläuft der weitere Weg nach links, zuerst auf der Vorderen Promenade und dann geht der Weg in den Elbleitenweg über. Die Bezeichnung Vordere Promenade ist leicht irreführend, da es sich um einen ganz normalen Wanderweg handelt. Bei Promenade denke ich eher an eine Allee, aber in diesem Fall ist es ein netter Wanderweg. Den Übergang in den Elbleitenweg kann man sehr gut dran erkennen, dass der Weg mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert ist. Auf diesem Weg geht es weiter bis man die schon bekannte Stelle mit dem grünen Strich erreicht. An der Stelle ging auf dem Hinweg der Aufstieg auf die Schrammsteine nach links. Damit man nicht wieder auf der gleichen Strecke, also dem schon bekannten Teil des Elbleitenweg, zurück wandert, geht es nach rechts die Breite Kluft herunter. Dieser Abstieg ist ziemlich angenehm zu gehen und seltsamerweise immer sehr leer. Das ist schwer verwunderlich, da die Breite Kluft der schnellste Weg vom Schmilkaer Wanderparkplatz zu den Schrammsteinen hoch ist. Am Ende der Breiten Kluft erreicht man wieder den Holzsammelplatzweg, den man nach rechts bis zum Ausgangspunkt der Wanderung verfolgt.

Affensteinpromenade

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass mich ein netter Mitmensch per Mail gefragt hat, welche Strecke ich von der Schrammsteinbaude zum Großen Winterberg empfehlen würde. Na ja, dass es über die Schrammsteine gehen muss, ist selbstverständlich und außerdem bietet sich natürlich die obere Affensteinpromenade an. Da aber eine rein theoretische Wanderempfehlung immer noch ein paar Risiken beinhalten kann, habe ich die Runde gleich mal selbst durchgeführt. Hier kommt die Beschreibung:
Die Wanderung startet wie schon gesagt an der Schrammsteinbaude bzw. auf dem Wanderparkplatz oberhalb der Gaststätte. Der Aufstieg in Richtung Schrammsteine erfolgt durch den Schießgrund. Diese enge Schlucht ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und führt mit einer mäßigen Steigung zum Fuße des Falkensteins. Der Falkenstein ist für mich als „Nicht-Kletterer“ immer wieder ein faszinierender Felsen, der leider nur von Kletterern erobert werden kann. Auf der grünen Wanderwegmarkierung bleibt man so lange, bis man die Wegmarkierung gelber Strich gelber Strich erreicht. Auf dieser Markierung geht es nach links am Fuße der Schrammsteinkette entlang. Es ist die so genannte „Hintere Promenade“ der Schrammsteine, die in Form eines breiten Forstwegs ausgebaut ist. Dieser Weg ist eigentlich der Zubringer zu allen nördlichen Aufstiegen auf die Schrammsteine. So soll es auch diesmal sein, nur ist der Aufstieg mal etwas anders. Zuerst folgt man fast 2,5 Kilometer dem gelben Strich, bis dieser im Sandloch zu einem Aufstieg über Treppen zu den Schrammsteinen hinauf steigt. Auf diesem Weg kommt man zwar auch hoch, aber es gibt einen interessanteren Aufstieg. Den Leuten, die sich nicht trauen, ein ganz kleines bisschen Abzweig_gr_Dom_kleinzu klettern, empfehle ich den Weg über die Treppen, die anderen müssen an dem Hinweisschild (Bild links) nicht mehr dem markierten Weg folgen. Domwaechter_kleinDer Weg ist nur noch als Kletterzugang markiert, aber so schlimm ist er ganz sicher nicht. Vor einem türmt sich der Finger des Domwächters auf, der auf dem rechten Bild zu sehen ist. Auch wenn dieser Weg eigentlich überhaupt kein offizieller Weg mehr ist, so muss er früher viel benutzt worden sein. Im unteren Teil ist er sogar mit Sandsteinplatten ausgelegt. 400 Meter nach dem Hinweisschild erreicht man den Aufstieg. Die Stelle ist überhaupt nicht zu übersehen. In dem einzigen riesigen Felsklotz am Wanderweg ist die Zahl 171 eingeschlagen und einen Meter weiter steht auch noch für den letzten Blinden „gr. Dom“. An diesem Felsen steigt man nach rechts den Hang hinauf. Aufstiegshilfe_Grosser_Dom_kleinDer Aufstieg ist sehr einfach zu finden, da er aus alten Sandsteinstufen, einer ehemaligen Holztreppe und, als Besonderheit, einer steilen glatten Fläche, die im Herbst 2011 als Hilfsmittel Eisenklammern erhalten hat, besteht. Ohne diese Klammern wäre der Aufstieg bestimmt relativ schwierig und für die Natur auf der linken Seite der Felsplatte ziemlich zerstörend. So aber sollte die Stelle wirklich jeder schaffen.
Oben angekommen, biegt man nach links auf die obere Affensteinpromenade ab. Die obere Affensteinpromenade ist ein Wanderweg, der fast keinen Höhenunterschied bewältigt, aber trotzdem ziemlich anstrengend sein kann, da der Weg keine dieser ausgebauten Wanderautobahnen ist. So muss man einige Male über ein paar Felsen klettern und außerdem ist es eine richtige Slalomstrecke. Trotzdem macht dieses Teilstück richtig viel Spaß, da es relativ ruhig ist und man am laufenden Bande fantastische Aussichten genießen kann.
Auf dem Weg kommt man auch an einigen Stellen vorbei, die man sich nicht entgehen lassen sollte bzw. die unumgänglich sind. Zugang_Idagrotte_kleinSo liegt fast auf dem Weg die Idagrotte. Eigentlich ist die Idagrotte selbst gar nicht so das wahnsinnig Aufregende. Idagrotte_kleinViel interessanter ist der wirklich coole Zugang. Es geht auf einem Felsvorsprung am Felsen entlang, neben dem es bestimmt 100 Meter senkrecht abwärts geht. Die Stelle ist ganz sicher nur etwas für Leute, die nicht ganz so große Höhenangst haben. Ein wenig hilfreich sind an der Stelle ein paar Eisenbügel, an denen man sich festhalten kann. Die Stelle kann aber auch ohne Probleme ausgespart werden, da der Zugang zur Idagrotte sowieso nur eine Sackgasse ist und man auch wieder zurückgehen muss. Von der Idagrotte selber gibt es dann wieder mal einen dieser gigantischen Blicke auf die gegenüberliegenden Felswände.
Apropos fantastische Blicke, auf der gesamten oberen Affensteinpromenade hat man immer wieder die Chance, von Aussichtpunkten die Felslandschaft zu genießen. An einigen Stellen kann man von ruhigen Plätzen in die einzelnen Talkessel blicken oder einen Blick auf die beiden Wildensteine auf der gegenüberliegenden Seite genießen. Von der Affensteinpromenade kann man auch, bei guter Sicht, das Felstor Kuhstall am Neuen Wildenstein sehen.
Die Wanderung verläuft weiterhin auf der oberen Affensteinpromenade. Ungefähr ab der Idagrotte ist der Weg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. 1,3 Kilometer hinter der Idagrotte steigt von der linken Seite die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt auf. Diese zeigt jetzt den weiteren Verlauf der Wanderung. An der Stelle, an der der rote Punkt auf unseren Wanderweg stößt, sollte man unbedingt mal den Blick nach rechts oben richten. Dort oben auf dem Felsen steht ein alter kleiner Pavillon. Leider ist der auf keinem normalen Weg zu erreichen, oder zumindest habe ich bis heute noch keinen gefunden. Vermutlich liegt das aber auch daran, dass der Pavillon schon im Bereich der Kernzone steht und damit kein offizieller Weg hin führt. Heutzutage ist aber auch der Wald so zugewachsen, dass von dem Pavillon kein besonderer Ausblick mehr möglich ist. Deshalb geht es auf der oberen Affensteinpromenade weiter. Die Wanderwegmarkierung roter Punkt geht zuerst noch über den schmalen Pfad der oberen Affensteinpromenade, um dann aber die letzten Meter (1,3 Kilometer) auf einem breiten Weg zum Großen Winterberg zu führen.
Auf dem Großen Winterberg hat man zwei wirklich wichtige Punkte. Als erstes gibt es hier oben eine Nationalparkhaus_Gr_Winterbergungewöhnlich billige Gaststätte, bei der man sehr freundlich bedient wird und dazu noch ein ordentliches Essen bekommt. Wirklich überraschend ist die Internetadresse von dem Hotel/Restaurant www.elbsandstein.de. Die zweite Stelle auf dem Großen Winterberg, die man sich unbedingt ansehen sollte, ist das neue Nationalparkhäuschen. Es ist eingebaut in das alte Eishaus der Berggaststätte und besteht aus zwei Räumen. Im unteren Raum wird anhand von Tafeln alles Mögliche zum Nationalpark und dem Wald erklärt. Der obere Raum ist mehr als Veranstaltungsraum gedacht, der aber noch eine nette Überraschung bietet. Hier werden über einen Beamer sehr schöne Bilder von der Sächsischen Schweiz gezeigt. Seit kurzem ist auch der Aussichtsturm hinter bzw. neben der Gaststätte wieder grundlegend saniert und von ihm hat man einen netten Blick über die Buchenwälder in die nördliche Himmelsrichtung. Leider sind die Buchen auf der südlichen und westlichen Seite zu groß geworden, sodass man in diese Richtung nur im Winter blicken kann.
Nachdem man sich ausreichend informiert hat, geht es die Fahrstraße den Berg hinunter. Vorbei kommt man an dem neu angelegten Feuerlöschteich, um dann nach ungefähr einem halben Kilometer die ausgebaute Zufahrt zum Winterberg nach rechts zu verlassen. Nach einer sehr kurzen Strecke (< 100 Meter) erreicht man erneut einen sehr breiten Forstweg. Dieser führt in einem Bogen um den Großen Winterberg, um dann wieder auf den breiten Wanderweg zu gelangen (roter Punkt), den man von dem Hinweg zum Großen Winterberg schon kennt. Auf ihm geht es nach links in Richtung Schrammsteine. Jetzt hält man sich an die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Falkenstein_von_Schrammsteinen_fotografiert_kleinZum Anfang ist der Wanderweg ein breiter, sehr angenehm zu gehender Weg, der mit einigen fantastischen Aussichtspunkten ausgestattet ist. Eigentlich ist es so, dass die Anzahl der schönen Aussichten mit der Annäherung an die Schrammsteinaussichten zunimmt, da der Felsgrat immer schmaler wird. Dadurch gibt es an einigen Stellen die Möglichkeiten, nach links und nach rechts herunter zu sehen und den wunderbaren Ausblick zu genießen. Treppen_im_Jaegersteig_kleinMit dem Genießen ist es natürlich so eine Sache. Leider gehören die Schrammsteinaussichten zu den beliebtesten Wanderzielen. So kann eine Wanderung an einem langen Wochenende oder bei besonders schönem Wanderwetter schon mal eine Geduldsfrage bedeuten. Auf dem Schrammsteinweg sind einige Stellen, die sehr schmal sind und über Leitern oder Treppen bewältigt werden müssen. Wenn einem an solch einer Stelle Horden von Wanderern entgegenkommen, dann weiß man, warum ich diese Wanderung nur für werktags empfehle. Auf jeden Fall sollte man sich nicht die Schrammsteinaussichtspunkte entgehen lassen. Es gibt keinen besseren Platz, um einen Blick auf die grandiosen Sandsteinformationen zu werfen. Von der vordersten Aussicht geht es ca. 400 Meter zurück, um dann über den Jägersteig auf der Elbeseite abzusteigen. Schrammtor_kleinDieser Abstieg geht über eine ganze Ansammlung von Treppen und Leitern zum Fuße der Schrammsteine. Der Weg ist weiterhin mit dem blauen Strich markiert. Auch am Fuße der Schrammsteine geht es auf dieser Wanderwegmarkierung weiter. Der Weg führt durch das Schrammtor. Meiner Ansicht nach ist eigentlich der Ausdruck Schrammtor falsch. Hier ist kein Tor vorhanden, sondern nur ein gewaltig aussehender Durchgang durch die Felswände der Schrammsteine. Von dem Schrammtor steigt man auch weiterhin auf dem blauen Strich runter durch den Lattengrund zur Schrammsteinbaude (www.schrammsteinbaude.de). Hier unten könnte man sich noch mal von der langen Wanderung stärken. Ganz besonders ist die Terrasse/Biergarten der Schrammsteinbaude zu erwähnen. Von der Schrammsteinbaude geht es die letzten paar Meter die Fahrstraße den Berg hoch, bis man den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht.

Anwandern

Nachdem Rolf Böhm schon mehrmals wirklich schöne Beschreibungen seiner Neujahrswanderungen zum Großen Winterberg erstellt hatte und auf der Webseite dieses höchsten Berges der Sächsischen Schweiz auch wieder zum „Neujahrsempfang“ eingeladen wurde, musste ich das dieses Jahr endlich auch einmal ausprobieren. Netterweise war das Wetter überhaupt nicht winterlich und sogar trocken, sodass die Ausgangslage recht gut war. Wie das so an einem Silvesterabend üblich ist, habe ich natürlich auch „einen Schluck“ zum Anstoßen getrunken und dadurch fiel die Autofahrt bis nach Schmilka aus. Der Startpunkt lag damit in Altendorf am Heiteren Blick. Da ich ja vorher wusste, dass die Strecke ungefähr 13 Kilometer lang ist und ich zur Büffeteröffnung um 6:00 da sein wollte, war der Startzeitpunkt um 3:30 Uhr. Erstklassige Uhrzeit, wenn man gerade ins neue Jahr hineingefeiert hat. Ich bin also schön müde aus dem Bett gekrochen. Die ersten paar Meter erfolgten auf dem Wiesenweg. Es war interessant, welche Menge an Feuerwerksmüll auf der Straße herumlag. Der Wiesenweg endet auf der Unteren Dorfstraße, die nach rechts abwärts gewandert wird. Am Ende der Straße wird es dann für diese Wanderung ordentlich duster. Hier musste ich feststellen, dass genau der 1. Januar 2014 Neumond war. Das war mir bis dahin nicht klar, aber irgendwie versteckte sich der Mond so perfekt, dass es mir schon ein wenig seltsam vorkam.
Spätestens am Ortsrand startet die rote Wanderwegmarkierung roter Strich, der man aber auch nur ein paar wenige Meter (150 Meter) hinterher wandert, um dann nach links abzubiegen. Der Wanderweg führt bald über eine kleinere Wiese und auf der gegenüberliegenden Seite verschwindet der Weg dann in den Wald. Obwohl diese Stelle eigentlich ziemlich breit und tagsüber sehr gut sichtbar ist, ist es in der Nacht schon beinahe unmöglich, den Zugang zu finden. Der Abstieg runter ins Kirnitzschtal erfolgt auf einem breiten Waldweg, der mit großen Sandsteinplatten ausgelegt ist. Solange die Platten trocken sind, kann man ganz gut abwärts wandern, bei Nässe ist Obacht zu geben. Der Abstieg passiert ein kleines Bächlein, das leider im Sommer 2013 die Brücke mitgerissen hat, sodass im Dunkeln ein kleiner Sprung notwendig war. Damit die Wanderung nicht gleich auf den ersten paar Metern mit nassen Füßen startet, habe ich mir hier besondere Mühe gegeben, nicht gleich im Wasser zu landen. Die Kirnitzschtalstraße wird gleich an der Ostrauer Mühle erreicht und hier geht es auf den Campingplatz.
Auf dem Campingplatz hatte ich mich mit einem netten Mitwanderer verabredet und tatsächlich haben wir uns dort auf die Minute genau getroffen. Obwohl wir wirklich nicht viel getrunken haben, so sind wir hier ziemlich blöde herumgeirrt und haben den Aufstieg hoch in die Richtung der Schrammsteine gesucht. Die Stelle haben wir schon viele Male bei Tageslicht passiert, aber diesmal hat es einfach nicht so richtig geklappt. Auf dem Campingplatz standen so einige Wohnwagen, aber zum Glück hat uns keiner bei der Suche gesehen (zumindest haben wir niemanden gesehen oder gehört) und so haben wir mit einer dicken Taschenlampe den Zugang zum grünen Strich dann doch noch mal gefunden. Der Aufstieg ist selbst mit ordentlichen Taschenlampen etwas schwierig, da der Waldweg mehrere Haken schlägt und dann auch noch einen Hohlweg passiert.
Nach diesem ersten Aufstieg erreicht die Wanderung die verstreuten Häuser des oberen Zahnsgrundes und wir haben uns über ein paar wenige Außenleuchten gefreut. Das nächste Stück über den Steinbrecherweg war dann wieder angenehmer, auch wenn man im Dunklen ganz anders auf die Wegbeschaffenheit achten muss als am Tage. Bei einem Weg mit einem ordentlichen Wurzelgeflecht, wie beim Steinbrecherweg, bleibt man sonst ziemlich schnell hängen und dann ist die Nachtwanderung viel zu schnell beendet. Bei Tageslicht fällt das Liebentor gleich neben dem Wanderweg auf, jetzt in der Dunkelheit ist es vollkommen unsichtbar und wird einfach nur passiert. Der Steinbrecherweg bzw. im weiteren Verlauf heißt der Weg Bauweg endet auf dem breiten Wenzelweg. Hier geht es auf der gegenüberliegenden Seite unmarkiert weiter in Richtung Schrammsteine bzw. Schrammtor. Ab hier heißt der Wanderweg Elbleitenweg und damit startet ein relativ ebener Waldweg, der sich aber auch riesig lange um die Schrammsteine herumschlängelt und damit ziemlich langweilig wird. Nach ein paar hundert Metern erreicht die Wanderung kurz vor den Felsen die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, auf der es nach links weiter geht. Auch wenn man es Nachts nicht mitbekommt, so führt der Elbleitenweg in einem Bogen um die vorderen Ausläufer der Schrammsteine und dann weiter in Richtung Großer Winterberg bzw. Schmilka. Auf unserer Wanderung war es in diesem Bereich immer noch stockdunkel und wir sind die ganze Zeit immer nur dem Lichtkegel der Taschenlampen gefolgt. Das ist super langweilig, wenn man weiß, welche tolle Felsenlandschaft links vom Weg liegt. Die einzige ernstzunehmende Abwechslung war irgendein Reh oder Wildschwein, das auf einmal rechts neben dem Weg vor uns aus seinem Schlaf gerissen wurde und dann den Hang hinunter flitzte. Vermutlich hat das Tier einen ähnlich großen Schreck wie wir bekommen und alle Kreisläufe waren wieder ordentlich in Schwung. Auf der grünen Wanderwegmarkierung geht es für fast 6 Kilometer horizontal durch die Nacht und dann über den Wurzelweg aufwärts. Das erste Stück von der Zwieselhütte aufwärts ist noch ganz gut ausgebaut, aber je weiter man hoch kommt, desto mehr ist der Name des Weges zutreffend und man muss jeden Schritt aufmerksam gehen.
Der Aufstieg endet auf dem Reitsteig, der nach rechts bis hoch auf den Großen Winterberg weiter gewandert wird. Zwischendurch wechselt die Wanderwegmarkierung auf den blauen Strich blauer Strich und kurz vor dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz kommt noch mal ein Aufstieg von 80 Höhenmetern. Eintrag_Turmbuch_01-01-2014_kleinZu Neujahr war der Aussichtsturm auch schon um 6:00 geöffnet und so war natürlich das erste Ziel das neue Turmbuch. Tatsächlich hatten sich schon um 0:01 ein Wanderer und drei Boofer eingetragen. Ganz schön unterhaltsam war, dass im Turm zuerst ein paar hohe Wanderstiefel standen und dann ein Schlafsack ohne erkennbaren Kopf lag. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass es der erste Eingetragene im Turmbuch war, der sich hier niedergelassen hatte. In der Gaststätte war ein sehr nett hergerichtetes Frühstücksbüffet aufgebaut und so ging es ans Stärken für den Rückweg.
Dieser wurde nach 1 ½ Stunden Schlemmen und netter Unterhaltung angetreten. Überraschenderweise war es draußen inzwischen so einigermaßen hell und damit stand einer Wanderung über den Schrammsteingrat nichts mehr im Wege. Zurück geht es auf der bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich in Richtung Wurzelweg und darüber hinaus. Selbst bei diesem morgendlichen Licht wirkte die Waldfläche mit dem Borkenkäferbefall trostlos, aber immerhin lässt sich erahnen, dass es nur noch wenige Jahre dauern wird, bis ein wilder, schöner Mischwald herangewachsen ist. sehr_schmale_Stelle_Gratweg_Schrammsteine_kleinEin richtiger Hit wäre dieses Teilstück der Wanderung gewesen, morgendlicher_Blick_zum_Zirkelstein_kleinwenn jetzt so langsam die Sonne aufgestiegen wäre und die Strecke ordentlich beleuchtet hätte. Dem war leider nicht so, sondern tatsächlich stieg der Nebel von den Feldern und dem Elbtal auf. Damit war an den beiden großen Aussichten Heringsgrund und Breite Kluft kein besonderer Blick rüber auf die andere Elbseite zu erhaschen, aber immerhin herrschte hier oben erholsame Ruhe. Auf der gesamten Strecke sind mir ganze zwei Boofer und zwei einzelne Wanderer entgegen gekommen. Selbst im tiefsten Winter trifft man normalerweise mehr Mitmenschen auf dieser Strecke, aber zum Neujahrsmorgen um 9:00 zieht es einfach nur ein paar wenige Verwegene hier herauf.
Selbst die Stellen mit den Leitern und den vereinzelten Engstellen sind durch den fehlenden Gegenverkehr schlanker_Felsen_Zurueckesteig_kleinschnell passiert und so erreicht die Wanderung ¼ Kilometer vor der eigentlichen Schrammsteinaussicht den Abstieg in den Mittelwinkel. Aufstieg_Leiter_Treppen_Mittelwinkel_Schrammsteine_kleinEigentlich hatte ich mir fest in den Kopf gesetzt, bis zu der Aussicht vor zu gehen, aber irgendwie war der Blick in die Nebellandschaft nicht so richtig verheißungsvoll und deshalb ging es gleich auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt über die Treppen und Leitern abwärts. Unten angekommen geht es noch ein kurzes Stück grün markiert weiter, bis nach vorne auf einem unmarkierten Waldweg der Nasse Grund und das Kirnitzschtal ausgeschildert sind. Auf dem gut ausgebauten Forstweg Nasser Grund steigt die Wanderung bis ins Kirnitzschtal ab. Dort angekommen, biegt man noch vor dem Bachlauf nach links auf den Flößersteig mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Querstrich ab. Dieser Pfad ist dann auch schon ein Stückchen anspruchsvoller als z.B. der Elbleitenweg und so geht es dem Bachlauf abwärts hinterher. Am gut sichtbaren Forsthaus befindet sich eine Fußgängerbrücke, auf der man trockenen Fußes den Bach überquert.
Auf der Kirnitzschtalstraße wandert man 100 Meter abwärts (also nach links) und dann biegt nach rechts der ausgeschilderte Aufstieg nach Mittelndorf ab. Es sind zwar nur 125 Höhenmeter, aber irgendwie kam mir dieser Aufstieg schon ziemlich lang vor und ich war froh, endlich oben den Rand der Ortschaft zu erreichen. Nachdem man wenige Meter (ca. 80 Meter) auf der Straße Mühlberg gewandert ist, biegt im spitzen Winkel die Dorfstraße ab. morgendliches_Apartmenthaus_Mittelndorf_kleinHier ist der Panoramaweg mit der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt ausgeschildert. Dieser schöne Wanderweg führt knapp hinter der Gärtnerei aus der Ortschaft heraus und nett über die Felder in Richtung Altendorf. In der Mitte zwischen den beiden Ortschaften hat man gleich zwei Mal einen spitzenmäßigen Blick rüber auf die Felsenkette der Schrammsteine und Affensteine. Altendorf wird auf der dem Startpunkt gegenüberliegenden Seite betreten und mit ein paar Metern auf der Hauptstraße wird der Anfang der Runde wieder erreicht. Auf meiner Neujahrswanderung war ich immerhin um 10:30 wieder am Ausgangspunkt angelangt: für eine Runde von der Länge eine ganz schön beeindruckende End-Uhrzeit.
Am Tage dürfte es sich um eine ganz nette Wanderung handeln, aber die lange Strecke durch die Dunkelheit hat sich aus meiner Sicht nicht ausgezahlt. Die Schönheit der Sächsischen Schweiz ist auf dem Hinweg vollkommen verschluckt worden und damit lohnt sich das erbärmlich frühe Aufstehen überhaupt nicht. Es war eine interessante Erfahrung, die aber nicht noch mal wiederholt werden muss.

Boofen Schrammsteine

Die Wanderungsplanung fing damit an, dass uns gleich mehrere Leser unserer Internetseiten zum Thema Boofen angeschrieben hatten. Ich wusste, dass es diese Freiübernachtungsplätze an richtig vielen Stellen gibt, aber wo genau, war mir bis zum Start der einzelnen Wanderungen immer unbekannt. Auf schon sehr vielen Wanderungen sind uns immer mal wieder einzelne dieser Schlafplätze begegnet, aber eine Liste mit z.B. den Koordinaten habe ich im Internet nicht gefunden. Auf der Internetseite des Nationalparks gibt es eine Liste der offiziellen Boofen, aber leider nur mit dem Namen und einer sehr groben Karte. So sollte das eigentlich nicht bleiben und deshalb haben wir uns der Sache angenommen. Um möglichst viele Boofen zu finden, haben wir uns insgesamt vier Wanderrunden zu den Boofen in der Hinteren Sächsischen Schweiz ausgedacht und diese Runden nach den einzelnen Gebieten Schrammsteine, Schmilka, Wildensteine und natürlich der Bereich des Zschand sortiert. Die einzelnen Wanderungen sind aber nicht nur zur Boofensuche gut geeignet, sondern jede der Runden ist auch ganz hervorragend als eine selbstständige Wanderung durchzuführen und hat mal wieder zu neuen Plätzen bzw. Pfaden geführt. Für die Mitmenschen, die mit einem Navigationssystem durch den Wald flitzen, können die Wanderungen zu einer Abwandlung von Geocaching werden, da man mit dem Navigationssystem die einzelnen Boofen ganz hervorragend zu einer Art moderner Schatzsuche benutzen könnte.
Als erstes eine kleine Warnung vorneweg: Diese Wanderung ist mit ihren direkt gelaufenen 22 Kilometern schon relativ lang und durch die mehr als 1.100 Höhenmeter ziemlich anstrengend. Wer nicht nur wandern, sondern auch die einzelnen Boofen suchen möchte, sollte schon einen kompletten Tag einplanen.
Die Wanderung startet im Zahnsgrund oberhalb der Gaststätte Schrammsteinbaude (www.schrammsteinbaude.de). Oberes_Ende_Schiessgrund_kleinVon dem Parkplatz geht es durch den Schießgrund auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt an die ersten paar Höhenmeter. Der Aufstieg durch den Grund ist angenehm und nach einer Strecke von fast 900 Metern biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab. Geradeaus ist einer dieser Besucherlenkungszäune mit einem Durchgang zum Kletterfelsen. Hier verlässt die Wanderung erstmal den markierten Weg und es geht zum Fuße des Falkensteins. Der Falkenstein ist fest in der Hand der Kletterer, da es überhaupt keinen Aufstieg ohne Kletterseil gibt. An der linken (westlichen) Seite des Falkensteins befindet sich die erste Boofe mit dem Namen Knabe, da die einzelne Felsmurmel davor so heißt.
Die Wanderung führt wieder zurück bis auf den grün markierten Wanderweg und es geht wenige Meter (ca. 50 Meter) nach links. Hier biegt wieder nach links leicht abfallend ein Waldweg ab, der zuerst durch einen Hohlweg und dann ganz gerade bis zum Wenzelsweg führt. Dieser sehr breite Forstweg führt vom Nassen Grund hoch nach Ostrau und ist  zu diesem Zeitpunkt der Wanderung nur zu überqueren. Auf dem gegenüberliegenden Waldweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich geht es weiter. Nach einer Strecke von 300 Metern erreicht man das Liebentor, an dem man nach rechts den Waldweg verlässt. Der Pfad führt in eine ziemlich große Senke mit einer Felswand, die mir bis zu dieser Wanderung noch nie begegnet war. Teufelsmauer_kleinDiese sogenannte Teufelsmauer erstreckt sich über 500 Meter unterhalb der Hohen Liebe und ungefähr in der Hälfte befindet sich die Boofe Teufelsmauer. Für die weitere Boofensuche geht es wieder zurück auf den grün markierten Wanderweg und auf den schon bekannten Wenzelsweg. Schrammsteine_von_der_Wildwiese_gesehen_kleinDer Weg bzw. eigentlich ist es eher eine Forststraße fällt auf den ersten paar Metern nur leicht ab und man erreicht die Wildwiese. Auf dieser Wildwiese fand am 23. April 1991 die Gründung des Nationalparks statt und ich finde, die Schrammsteine bieten eine sehr schöne Kulisse dazu. Gleich neben dem Schuppen auf der Freifläche befindet sich auch eine der offiziellen Feuerstellen im Nationalpark, mit dem passenden Hinweis auf die jeweils aktuelle Waldbrandstufe.
Auch wenn die grüne Wanderwegmarkierung den Forstweg zwischendurch verlässt, so führt die Wanderung weiter hinunter in den Nassen Grund. 300 Meter nachdem die Forststraße eine deutliche Linkskurve macht, ist der steilere Teil zu Ende und nach links biegt ein unauffälliger Pfad ab. Guenthers_Boernel_kleinDieser Weg steigt wieder an und nach ¼ Kilometer erreicht man die Quelle Günthers Börnel. Diese Quelle sprudelt anscheinend immer und ist nicht zu übersehen, da sie mit einem Schild und einer Tasse ausgestattet ist. Ein paar Meter hinter der Quelle befindet sich an der linken Felswand die Boofe gleichen Namens. Um die nächste Boofe zu finden, geht es wieder hinunter auf den Weg durch den Nassen Grund. Der Forstweg wird nur überquert und es geht gegenüber auf den Reitsteig. Wenn man noch vor dem Weg in den Reitsteig rechts den Hang unterhalb der Felswand hochkraxelt, dann kann man die Reste der Boofe im Nassen Grund finden. Früher war diese Boofe, wie mir ein älterer Herr erzählte, gut ausgebaut mit fließendem Wasser und einem Boofenbuch, aber leider ist davon überhaupt nichts mehr übrig geblieben. Heutzutage wird diese Boofe nicht mehr benutzt.
Die Wanderung führt auf dem Reitsteig hoch in Richtung Affensteine. Der Reitsteig ist ein Verbindungsweg zwischen dem Nassen Grund und der Unteren Affensteinpromenade und verläuft parallel zur Eulentilke. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Verbindungswegen ist, dass über die Eulentilke einige Wanderer unterwegs sind und auf dem Reitsteig keiner. Dafür liegen aber auch am Reitsteig immer mal wieder ein paar Bäume wie kleine Hindernisse herum und der Weg ist nicht so ausgelatscht. Auf der Affensteinpromenade geht es nach links der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt hinterher. Brosinnadel_von_unterer_Affensteinpormenade_kleinNach ½ Kilometer auf dem angenehmen Weg unterhalb der Affensteine sieht man vor sich den Felsen der Brosinnadel in den Himmel ragen. Besonders nett ist, dass man genau auf diesen abgespaltenen Felsen drauf zu wandert und dann mit dem nächsten Wanderzugang über einen Pfad zum Felsenfuß abbiegt. Am Felsenfuß geht es wieder zurück in südliche Richtung und nach wenigen Metern erreicht man eine kleinere Felsmurmel, an der sich die Boofe Glatze/Frisör befindet. Auf dem Pfad am Hang entlang führt der Weg weiter, bis unterhalb vom Wilden Kopf wieder ein einzelner Felsen liegt und auch an ihm ist eine offizielle Boofe ausgeschildert.
Damit ein paar Höhenmeter eingespart werden können, empfiehlt es sich, den Pfad noch ein kleines Stück weiter zu wandern, um dann den Aufstieg der Wilden Hölle zu erreichen. Über diesen Aufstieg geht es hoch auf die Affensteine. Der Aufstieg ist aus meiner Sicht relativ einfach, aber hier habe ich doch auch schon so manchen zetern und schimpfen gehört. Es geht an einem 45° steilen Felsen mit der Unterstützung von ein paar Klammern aufwärts. Da dieses meine damals 5-jährige Tochter ohne Unterstützung von mir geschafft hat, sollte es eigentlich jeder schaffen. Aber manchmal ist es eben nicht so sehr die physische Herausforderung, sondern eher die psychische, die einem zu schaffen macht und hier sind die Zwerge so manchem Erwachsenen haushoch überlegen, da sie sich nicht mit so Fragen wie „was wäre wenn“ beschäftigen. Nach dem Aufstieg durch die Wilde Hölle erreicht man die Obere Affensteinpromenade, der man nach links folgt. Im Gegensatz zur Unteren Affensteinpromenade handelt es sich bei der Oberen um ein noch wilderes Zickzack mit einigen Höhenmetern und einem Bergpfad, der auch mal leichte Klettereinlagen bietet. Kurz bevor man die Häntzschelstiege zwischen dem unteren und oberen Teil kreuzt, befindet sich eine Selbstrettungsbox und die Bauerlochboofe an der Häntzschelstiege. Hier befindet sich zwar kein offizielles Kennzeichen, aber der Platz ist eindeutig zu erkennen. Der Felsen an der Häntzschelstiege wird umrundet und es geht auf dem Felsband ca. 700 Meter entlang, bis hinter dem Häntzschelturm ein größerer Talkessel auf der rechten Seite zu sehen ist. Hier befindet sich die Boofe unterhalb des Häntzschelturms.
Von dieser riesigen Boofe in der versteckten Nische der Affensteine geht es weiter über die Obere Affensteinpromenade, bis nach etwas mehr als 100 Metern rechts ein breites Tal mit einem Pfad abbiegt. Dieser sehr angenehm ansteigende Pfad führt auf einen weiteren Reitsteig. Diesmal handelt es sich um den Reitsteig auf den Affensteinen mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Dieser Markierung folgt man die nächsten 400 Meter bis zur gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Hier geht es dann nach rechts gelb markiert weiter. Um noch die Boofe unterhalb des Carolafelsens zu finden, folgt man der gelben Markierung diesmal nur 100 Meter, um dann nach rechts mal wieder die Obere Affensteinpromenade zu bewandern. Hier geht der Pfad auf den Affensteinen verführerisch leicht vorwärts, aber eigentlich muss man nach nur 150 Metern den markierten Weg verlassen, um in der ersten Linkskurve geradeaus zu wandern. Ein vollkommen unscheinbarer Zugang führt zur Boofe im südlichen Winkel des Carolafelsen. Jetzt geht es wieder zurück auf die gelbe Wanderwegmarkierung und damit auf die Obere Affensteinpromenade. deutsches_Prebischtor_Obere_Affensteinpromenade_kleinSehr nett ist nach ungefähr 300 Metern ein Felsbogen, der aussieht wie ein kleines Prebischtor, und eine gewaltige Buche mit einem riesigen Wurzelgeflecht. Wenn man der Wanderwegmarkierung ordentlich folgt, dann verlässt man die Affensteine am Kleinen Dom über eine Vielzahl an Stufen. Sandlochwaechter_und_Teil_Hoellenwand_kleinAuf der gegenüberliegenden Talseite sind die Felsen der Höllenwand zu bestaunen. Damit es aber nicht zu langweilig wird, geht es auch noch an einer schmalen Felskante mit Haltegriffen vorbei und zum Überwinden eines Felsens ist eine Leiter angebracht. Das hört sich aber alles schlimmer an, als es wirklich ist. Den Abstieg schafft wirklich jeder.
Unten angekommen geht es auf einem ziemlich sandigen Weg ¼ Kilometer vor, bis die erste Möglichkeit kommt, nach rechts abzubiegen. Hier wird der markierte Weg kurz verlassen und der Große Dom umrundet. Auf der nördlichen Seite des Großen Doms befindet sich die Sachsenhöhle mit der offiziellen Boofe. Irgendwie finde ich Sachsenhöhle leicht übertrieben, da ich mir darunter eine echte Höhle mit einem großen Format vorstellen würde. Der Felsüberhang ist zwar tatsächlich riesig, aber so eine richtige Höhle ist es dann doch nicht. Die nächste Boofe liegt eigentlich nur ein paar Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Talseite am Sandlochturm. Die vollständige Bezeichnung beinhaltet aber auch schon eine Beschreibung des Problems: Boofe auf dem Band unter dem Sandlochturm. Ah, auf dem Band! Mit normalen Kletterkünsten erreicht man diese Boofe nur von der Rückseite über den östlichen Ausläufer des Bandes. Dazu geht es also wieder aus dem Tal am Großen Dom zurück auf den markierten Wanderweg und die nächsten 300 Meter bis zur Wegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Dieser folgt man nach rechts, bis nach ¼ Kilometer wieder nach rechts der Zugang zur Hölle abbiegt. Den Pfad geht es leicht ansteigend aufwärts, bis schon wieder nach rechts der erste Kletterzugang in die Richtung der Felsen abbiegt. Mit diesem Pfad kommt man automatisch auf das Band am Sandlochturm und damit an die relativ kleine Boofe in einer niedrigen horizontalen Felsspalte. Anscheinend hat es hier irgendwelchen Boofern (nennt man Mitmenschen, die in einer Boofe übernachten, so?) zu sehr gezogen und deshalb ist die linke Seite mit kleinen Felsen zugesetzt.
Die Boofensuche geht wieder auf den grün markierten Waldweg zurück und damit in Richtung Schrammsteine/Schrammtor. Bekanntermaßen stößt zu der grünen Wanderwegmarkierung die gelbe wieder dazu. Diese beiden Markierungen führen zusammen um die Lorenzwände. Genau an der Spitze bzw. dem oberen Fuß der Lorenznadel befindet sich die nächste Boofe. Leider ist der Zugang nur vom oberen Teil der Lehne zu erreichen. Das heißt, man wandert auf den beiden Wegmarkierungen (gelbe und grüne) eine Strecke von ca. 700 Metern und dann biegt nach links der bequeme Aufstieg namens Lehne ab. Den Aufstieg geht es 600 Meter aufwärts. Lorenznadel_Lorenzturm_kleinAuf der linken Wegseite sieht man schon die ganze Zeit die Felsen bzw. den Fuß der Felskette und genau darunter verläuft der Zugang zur Lorenznadel. Auch wenn der Pfad zwischendurch nicht so aussieht, so führt er 350 Meter bis zur Spitze der Felsen und auf der Rückseite (nördliche Seite) befindet sich die Boofe.
Nach dieser sehr abseits gelegenen Boofe geht es wieder zurück auf den markierten Wanderweg, um den letzten großen Block an Boofen zu suchen. Es empfiehlt sich, nur noch der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zu folgen. Nachdem der grüne Punkt die Wanderung verlassen hat, erreicht man nach etwas mehr als ½ Kilometer in der ersten größeren Rechtskurve den hervorragend ausgebauten Kletterzugang zum Torstein. Die ersten beiden Boofen liegen an der östlichen Seite des Torsteins. Falkenstein_vom_Torstein_gesehen_kleinDadurch, dass auf dieser Seite der Felsfuß relativ hoch liegt, hat man eine erstklassige Aussicht auf den Falkenstein. Für die nächsten zwei Boofen am Torstein geht es auf die westliche Seite. Diese beiden Boofen liegen etwas tiefer und so muss man leicht absteigen und dann den Felsen umrunden. Die erste westliche Boofe befindet sich an einer dicken Felsmurmel. Kletterzugang_durch_Felsspalte_kleinUm die letzte Boofe dieser Boofensuche zu finden, geht es ein kleines Stückchen wieder aufwärts bis zum Felsfuß. Der Aufstieg bis zur Boofe ist mit ein paar Stufen ganz gut ausgebaut und leicht zu erreichen. Damit sind alle offiziellen Boofen im Bereich der Schrammsteine/Affensteine gefunden. Ganz lustig ist noch der Kletterzugang links von der letzten Boofe. Wenn man aufmerksam auf den Felsen blickt, dann ist dort ein schwarzer Pfeil, der nach oben zeigt. In einer Art Kamin ist hier ein Aufstieg, der aus meiner Sicht nur noch reinen Kletterern vorbehalten bleibt.
Das letzte Stück der Wanderung führt jetzt zurück auf den Weg unterhalb der Schrammsteine und damit wieder auf die gelbe Wanderwegmarkierung. Nach ein paar hundert Metern stößt die Wanderung auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Schlucht_Lattengrund_kleinBruecke_im_Lattengrund_kleinZuerst verlaufen die beiden Wegmarkierungen noch parallel, aber dann biegt die gelbe Markierung links ab und es empfiehlt sich, der blauen nach rechts zu folgen. Die Wanderung führt runter in den Lattengrund und diese Schlucht ist genauso interessant wie der Schießgrund vom Anfang der Wanderung. Beides sind sehr enge Schluchten und eine schöne Einstimmung auf die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz. Nachdem man am Ende des Lattengrundes angekommen ist, geht es die letzten paar Meter über die Fahrstraße nach oben bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine ganz lustige Wanderung zu Ende gegangen, die zwar ziemlich anstrengend war, aber eine Vielzahl interessanter Plätze zu Tage gefördert hat. Außerdem ist diese Wanderung auch eine schöne Runde mit einigen Felsen und vielen tollen Aussichten.

Carolafelsen

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass meine Tochter (zu dem Zeitpunkt 4 ½ Jahre) unbedingt mit mir auf irgendeinen Felsen klettern wollte, aber mindestens ein Picknick in der Wanderrunde enthalten sein sollte. Also habe ich mir folgende Runde ausgedacht:
Der Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Nassen Grundes im Kirnitzschtal. Warum auch immer der Nasse Grund diesen Namen erhalten hat, mir erscheint er nicht nasser als alle anderen Schluchten in diesem Bereich. Wenn überhaupt, dann ist der Nasse Grund im unteren Bereich, kurz vor der Kirnitzsch, etwas feuchter. Der Weg in die Richtung der Schrammsteine ist ganz angenehm zu gehen und durch die Felskulisse am Wegesrand auch ein Wohlgenuss fürs Augen. 650 Meter nach dem Start im Kirnitzschtal biegt nach links ein kleinerer Weg ab. Ausgeschildert ist er mit dem Namen Eulentilke und als Ziel führt der Weg zur Wilden Hölle bzw. dem Carolafelsen. Genau diese beiden Punkte sollen die nächsten Ziele der Wanderung sein. Eisenklammern_Wilde_Hoelle_kleinDer Aufstieg durch die Eulentilke ist leicht geschafft und nach dieser Schlucht erreicht man den unteren Affensteinweg. Hier steht das nächste Hinweisschild auf den Zugang der Wilden Hölle, aber mit dem Zusatz „schwierig“. Na, das hörte sich doch mal genau nach einem Weg an, der mit einem kleinen Zwerg absolviert werden muss. Gut, dass unsere Tochter nicht lesen kann, und so ging es frohen Mutes an den echten Aufstieg. Aufstieg_Wilde_Hoelle_kleinZuerst geht es über einige Stufen und Treppen den Berg hoch. Bei unserer Wanderung waren an der Stelle zwei Paar Erwachsene vor uns unterwegs und überraschenderweise setzte meine Tochter doch tatsächlich zum Überholen an. Ich war vollkommen sprachlos und dachte mich jetzt in die Psyche der Erwachsenen hinein, dass sie von einer Vierjährigen überholt werden. Als Papa war ich natürlich super stolz gewesen und so haben wir uns an den jetzt schwierigeren Aufstieg gewagt. Das Schwierige an diesem Aufstieg ist, dass es nicht über einen normalen Weg, sondern über ein paar Felsstufen, ein paar eiserne Haltegriffe und an einem glatten Felsen entlang geht. Also eigentlich überhaupt nichts Schwieriges und selbst unsere Tochter hat es ganz alleine geschafft. Ein bisschen habe ich drauf aufgepasst, dass sie nicht aus Versehen daneben tritt, aber selbst dann geht es in der Wilden Hölle nirgendwo besonders steil oder gefährlich nach unten. Dieser Aufstieg hat nichts mit der Klasse einer Stiege wie z.B. der Häntzschel-, Zwillings- oder Rotkehlchenstiege zu tun. Nach der Geräuschkulisse hinter uns, hatten die Herrschaften aber doch irgendwie Probleme mit diesem Aufstieg. Ausblick_Carolafelsen_Richtung_Falkenstein_kleinZwischendurch hörte sich das sogar so an, als wenn eine der beiden Frauen wieder umkehren wollte. Nach dem Aufstieg erreicht man am Ende der wilden Hölle eine Wegkreuzung, an der man weiter geradeaus Richtung Carolafelsen geht. Nach wenigen Metern geht es dann nach rechts den Zugang zur Aussicht Carolafelsen hinauf. Der Zugang ist ausgeschildert, und wer den Weg durch die Wilde Hölle geschafft hat, der kommt auch ganz sicher die letzten paar Meter über ein paar Felsstufen bis zur Aussicht. Die Aussicht ist eigentliche eine ganze Ansammlung an Felsen, die zur Rast einlädt und einen fantastischen Ausblick auf die Hinterseite der Schrammsteine, den Falkenstein und die Steine der vorderen Sächsischen Schweiz bietet.
Von der Aussicht geht es wieder die ersten paar Meter zurück, den Zugang hinunter, und dann nach rechts das letzte kleine Stück des Weges. Nach wenigen Metern (ca. 300 Meter) erreicht man den so genannten Reitsteig, der mit dem blauen Strich blauer Strich markiert ist. Dem Weg folgt man jetzt nach links in die Richtung des Großen Winterbergs. Auf der rechten Wegseite erreicht man nach kurzer Zeit eine eindrucksvolle Aussicht, an der man in den Aussicht_Heringsgrund_kleinHeringsgrund blicken kann. Das so beeindruckende an diesem Blick sind die Felsen links und rechts des Grundes und die linkselbige Ebene dahinter. Auch diese Aussicht ist genauso groß wie der Carolafelsen und damit ist es überhaupt nicht störend, wenn noch ein paar andere Mitmenschen eine Pause auf dem Platz machen. Es geht noch die nächsten 200 Meter auf dem Reitsteig weiter, bis nach links ein Weg abbiegt. Ausgeschildert ist der Frienstein. Der Weg steigt über ein paar Treppen bis zur oberen Affensteinpromenade ab. An dem Friensteinfloessel_kleinFriensteinflössel, eine kleine Quelle, die in eine Art Hundehütte eingebettet ist, geht es auf dem grün grüner Strich markierten Weg nach links zum Abstieg. Der Weg von den Affensteinen erfolgt über eine große Zahl an Stufen in einem wilden Zickzack. Am Felsenfuß angekommen geht es weiterhin dem grün markierten Weg hinterher. Zum Anfang verläuft der Pfad noch auf gleicher Höhe und biegt dann aber nach rechts ins Tal hinunter ab. Je länger man auf der grünen Markierung den Hang abwärts geht, desto breiter wird der Weg, bis man ganz zum Schluss am Beuthenfall die Kirnitzschtalstraße erreicht.
Damit man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung kommt, muss man jetzt die letzten 1,2 Kilometer der Kirnitzsch flussabwärts folgen. Der schnellste, aber nicht der schönste Weg wäre, wenn man auf der Straße entlang wandert. Viel schöner ist wenn man auf der anderen Bachseite (also linke Bachseite) dem Flößersteig grüner Querstrich folgt. Der Weg verläuft zwar nicht ganz gerade entlang, aber dafür ist er sehr abwechslungsreich und viel mehr kindergeeignet als die Straße. Damit kommt man wieder am Ausgangspunkt an und die schöne Runde ist beendet. Auf jeden Fall ist die Runde durch die Qualitätskontrolle einer Tochter gekommen und sie war vollkommen begeistert.

Domerker

Diese Wanderung ist durch die Empfehlung einer netten Leserin entstanden. Ihre Beschreibung hörte sich so gut an, dass ich die Runde ausprobieren musste. Den ersten Wanderversuch habe ich im Sommer unternommen, aber leider hat es schon am Parkplatz Nasser Grund geschüttet wie blöde. Das erste Stück bis hoch auf die Affensteine habe ich auch noch unternommen, aber irgendwie passt der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unzureichende Kleidung“ nur zur einer Nord- oder Ostseewanderung. Ich war nass, nass, nass und damit machte die Wanderung einfach keinen Spaß.
Den nächsten Anlauf habe ich dann zum Tag der Deutschen Einheit unternommen. Durch den Felssturz im Kirnitzschtal war ich der festen Überzeugung, dass kaum jemand außer mir im Kirnitzschtal und damit auf dieser Seite der Schramm- und Affensteine sein könnte. Schon die Fahrt durch das Kirnitzschtal belehrte mich aber eines Besseren und der gesamte Teil der Hinteren Sächsischen Schweiz war ordentlich überlaufen. Der Startpunkt liegt im Kirnitzschtal am unteren Ende des Nassen Grunds. Obwohl der Nasse Grund ein viel bewanderter Zubringer zu den Schramm- und Affensteinen ist, hat er keine Wanderwegmarkierung. Die Wanderung folgt dem gut ausgebauten Forstweg ganz leicht ansteigend, bis nach ziemlich genau einem Kilometer links der gut sichtbare Waldweg Jordan abbiegt. Aufstieg_Jordan_kleinIm Gegensatz zum Nassen Grund ist dieser Weg schon ein ganzes Stück unebener und zum Teil mit großen Sandsteinplatten ausgelegt, aber dafür macht dieser Weg mit seinen Felswänden und der riesigen Anzahl unterschiedlicher Moose einen viel natürlicheren Eindruck. Nach etwas weniger als einem Kilometer durch diesen schönen Grund erreicht man wieder einen gut ausgebauten Waldweg (Zeughausweg), der aber nur überschritten wird. Auf der gegenüberliegenden Wegseite beginnen zwei unterschiedliche Wege. Für diese Wanderung wird der rechte, etwas unscheinbarere Aufstieg gewählt. Der Aufstieg bzw. Schlucht_Lorenzloecher_kleinder Grund heißt Lorenzlöcher und führt erst mit einer kleinen Steigung aufwärts. Nach 400 Metern zeigt ein schwarzer Pfeil Kletterzugang nach links und an der Felswand links oben ist noch ein Pfeil zu entdecken. Auch wenn im Sprachgebrauch der Sächsischen Schweiz der schwarze Pfeil Zugang zum Klettergipfel heißt, so kommt man hier auch als Wanderer ohne Klettereinlagen hinauf und außerdem ist der Pfad ganz sicher nicht nur für Kletterer reserviert.
Der Aufstieg führt in einem Bogen um die Felswand herum und steigt dabei über so einige unterschiedliche Felsband_Lorenzloecher_kleinStufen auf das erste Felsband. Hier geht es dann weiter in den Grund hinein. Das Felsband ist ausreichend breit (an der engsten Stelle 2 Meter), so dass man angenehm auf fast gleichbleibender Höhe die nächsten 200 Meter wandern kann. Dann erreicht man eine gemeine Stelle, an der beim ersten Versuch jeder hereinfällt. Es macht den Eindruck, als ob der Pfad durch den Grund geradeaus weiter geht. Je weiter man hineinwandert, desto mehr stellt man fest, dass es eine Sackgasse ist und man eigentlich hätte vor dieser Schlucht rechts entlang gehen müssen. Wenn man dies, so wie ich, festgestellt hat, kehrt man also wieder um und geht zurück und die erste Möglichkeit nach links. Hier wechselt das Tal auch den Namen und heißt ab jetzt Wilder Grund. Der weitere Weg führt durch die 1 ½ Meter breite Felsschlucht und hier kann man gut feststellen, ob die Wanderschuhe so einigermaßen dicht sind. An manchen Tagen sind die ersten paar Meter ein matschiger Bereich. Der Aufstieg bis ganz kurz vor dem breiten Wanderweg ist sehr eindeutig zu erkennen, nur auf den letzten Metern muss man sich in dem auslaufenden Grund leicht rechts halten.
Es ist wirklich ulkig, dass die gesamte Sächsische Schweiz voller Besucher ist, mir aber in dem ganzen Grund gerade mal 2 andere Wanderer begegnet sind. Das änderte sich schlagartig mit dem Erreichen des markierten Wanderweges. Hier oben war es so voll, dass ich mich fast in den Besucherstrom einreihen musste. ueberfuellte_Aussicht_Fluchtwand_kleinEs geht auf jeden Fall nach links auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich weiter. Zuerst verläuft der Waldweg horizontal sehr angenehm in Richtung Großer Winterberg. Nach ein paar hundert Metern kommen ein paar Höhenmeter, die über Treppen bewältigt werden. Dieses Teilstück heißt Zurückesteig und führt über einen kleinen Ausläufer der Affensteine. Nach diesen paar Höhenmetern geht es wieder angenehm weiter auf dem gestorbene_Fichten_Reitsteig_kleinReitsteig und der blauen Wanderwegmarkierung. Auf dem Weg zum Winterberg passiert man ein Waldgebiet, welches im Moment ziemlich traurig aussieht. Hier hat der Borkenkäfer einen großen Bereich der Fichten dahingerafft und zur Wegesicherung hat der Nationalpark die Bäume am Wegesrand in den Wald hineingezogen. Es ist irgendwie ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wird jeder private Waldbesitzer sofort vom Förster aufgefordert, einen Borkenkäferherd zu entfernen, aber andererseits soll im Nationalpark die Natur sich selber überlassen werden. Ich selber tendiere ja mittlerweile eher zu der zweiten Variante, aber dann muss man für einige Jahre den hässlichen Anblick des sterbenden Waldes hinnehmen. Immerhin sind schon nach relativ kurzer Zeit wieder die ersten Pflanzen und kleinen Bäume aus dem Unterholz hervorgewachsen und es ist schön, zu sehen, wie ein natürlicher, gesunder Mischwald entsteht.
Der blau markierte Wanderweg führt bis hoch auf den Großen Winterberg. Obwohl man hier auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz ist, hat man nur von dem frisch sanierten Aussichtsturm einen Blick in die Landschaft. Weil der Turm einer Privatperson gehört, muss man für den Aufstieg einen kleinen Obolus entrichten, der sich aber auch lohnt. Auf dem Großen Winterberg befindet sich eine nette Gaststätte und in den warmen Jahreszeiten ein Biergarten davor.
Für die weitere Wanderung geht es wieder auf der gleichen Strecke ein Stück von 900 Metern zurück, Abstieg_auf_dem_Wurzelweg_kleinbis nach links der Wurzelweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt abbiegt. Der Name Wurzelweg hört sich schlimmer an, als es dann wirklich ist. Praktisch ist es ein normaler Waldweg, der von den Felsen herunter führt. Das Gefälle ist angenehm und nur, wenn man ahnt, dass man alle die Höhenmeter auch wieder hinauf muss, ein wenig ärgerlich. Insgesamt folgt man der grünen Wanderwegmarkierung etwas weniger als 2 Kilometer (auch wenn es dann schon wieder leicht aufwärts geht), Aufstieg_Rotkehlchenstiege_kleinbis nach rechts ein Bergpfad mit einem grünen Pfeil Bergpfad ausgeschildert ist. Es handelt sich um den Falkoniergrund und darauffolgend die Rotkehlchenstiege. Auch wenn der Begriff Stiege in der Sächsischen Schweiz immer eine Kletterei beschreibt, so ist es in diesem Fall eine sehr leichte, die über ein paar größere Stufen aufwärts führt. Nach diesem leichten Aufstieg (zumindest für eine Stiege) erreicht man ein Felsband und nach links eine ungewöhnlich große Sandfläche. Hier beginnt der zweite Teil der Rotkehlchenstiege, der aber auch nicht schwieriger ist. Am Ende des Aufstiegs erreicht man wieder die bekannte Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und hier wandert man ¼ Kilometer nach rechts. Dann biegt nach links ein unmarkierter Weg ab. Hier geht es mit einem wilden Geschlängel an den Felsen entlang. Insgesamt bleibt man für einen Kilometer auf dem Weg mit immer gleicher Höhe, dann erreicht man die gelbe Wanderwegmarkierung. Sehr genau an der Stelle steigt eigentlich die gelbe Wanderwegmarkierung von den Affensteinen ab, aber hier wandert man erstmal nach links auf ein paar Trampelpfaden in die Richtung der vorderen Felszipfel. Der gesamte vordere Bereich dieses Felsausläufers hat gleich mehrere nette Plätze, die sich als Rastplatz und tolle Aussicht anbieten. Besonders beeindruckend ist der Blick über den Talkessel des Großen Dom auf die Felswand (Höllenwand) und die einzelnen Felsen. Gleich vor den Aussichten steht die einzelne Felsspitze des Domerkers, an der sehr häufig Kletterer zu beobachten sind. Es ist ganz schön lustig, wenn man auf der Aussicht höher steht als die Kletterer auf dem Felsen.
Die Wanderung geht wieder die 100 Meter bis zum gelb markierten Wanderweg gelber Strich zurück, um dann nach links vom Felsen herunter zu steigen. Steg_und_Klammern_Kleiner_Dom_kleinEs handelt sich um den Abstieg am Kleinen Dom, der über so einige Stufen und eine Hühnerleiter abwärts führt. Auf halber Strecke passiert man erst einen kurzen Steg, der extra mit Haltegriffen ausgestattet wurde, damit auch wirklich jeder dort entlang kommt, und kurz darauf erreicht man eine Felskanzel, von der man einen Falkenstein_vom_Kleinen_Dom_gesehen_kleinwirklich tollen Blick aus dem Felsenkessel des Doms zum Falkenstein hat. Der weitere Abstieg ist schnell gemeistert und nach ½ Kilometer von der eigentlichen Felswand entfernt erreicht man wieder die bekannte Kreuzung mit dem Zeughausweg. Diesmal geht es auf dem Forstweg nach rechts der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt hinterher. Auch wenn der Weg auf Karten schön eben aussieht, so ist in der Realität eine Senke zu durchschreiten, bis man nach ziemlich genau einem Kilometer eine Wegkreuzung mit dem ersten Schild antrifft. Hier geht es nach links hinunter in die Eulentilke. Auch dieser Weg ist, genauso wie auf dem Hinweg der Jordan, eine sehr schöne Verbindung zum Nassen Grund. Dieser wird nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht und auf ihm geht es die letzten Meter nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit ist eine sehr nette, aber auch anstrengende Runde zu Ende gegangen. Der Abstieg in den Schmilkaer Kessel bringt so einige Höhenmeter mit sich, aber dadurch gelangt man auch noch mal an die doch ziemlich nette Rotkehlchenstiege. Was ich auf jeden Fall nie wieder machen werde, ist zum Tag der Deutschen Einheit im Bereich des Nationalparks zu wandern. Dann sind die typischen Wege der Sächsischen Schweiz so überlaufen, dass dann die Natur nur noch sehr eingeschränkt genossen werden kann.

Domwächter

Uns sind schon mehrmals ein paar Stufen gleich neben der Sachsenhöhle aufgefallen, aber irgendwie konnten wir uns nicht erklären, wohin diese denn führen. Da die große Tochter mal wieder Lust hatte, mit mir eine interessante Runde zu drehen, haben wir uns zu dieser Wanderung aufgemacht. Der Startpunkt liegt am unteren Ende des Nassen Grundes. Von hier geht es ungewöhnlicherweise vollkommen unmarkiert in den Nassen Grund über die breite Forststraße bergauf. Nach einer Strecke von ziemlich genau einem Kilometer biegt vor der ersten ernstzunehmenden Steigung nach links der Jordangrund ab. Im Gegensatz zum Nassen Grund ist dieser Waldweg ein ganzes Stück schöner und genussvoller. Insgesamt wandert man etwas weniger als einen Kilometer durch den Jordangrund, bis der Zeughausweg erreicht wird. Die grüne Wanderwegmarkierung wird nur überquert und gegenüber geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in das Sandloch bzw. ausgeschildert ist der Kleine Dom. Auf den nächsten 300 Metern versteht man sehr gut, warum der Weg Sandloch heißt. Der Weg hat eher etwas mit einem Strandspaziergang als mit einem Waldweg zu tun. Noch bevor der erste ernstzunehmende Höhenmeter absolviert wird, steht auf der linken Seite ein seltsamer Wegweiser, der nur in zwei Richtungen zeigt. Der interessanteste Weg geradeaus wird von dem Schild übersehen. Es ist eigentlich der Weg zum Großen Dom, der auf dieser Wanderung aber ignoriert wird. Trotzdem geht es zuerst mal auf diesem Weg geradeaus in Richtung Großer Dom weiter. Sachsenhoehle_von_oben_kleinNach ¼ Kilometer biegt nach rechts ein Pfad ab, der leicht ansteigend zur riesigen Sachsenhöhle führt. Die Höhle ist zwar nicht tief, aber dafür richtig breit und damit an der Felswand unübersehbar. Die Sachsenhöhle am Dom ist eine der offiziellen Boofen (Freiübernachtungsplatz) im Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz, aber anscheinend nicht besonders beliebt. Zumindest sieht man überhaupt keine Nutzungsspuren.
Rechts neben der Boofe gehen deutlich zu sehen ein paar Stufen und dann sogar ein paar wenige Eisenklammern den Hang hoch. Es handelt sich nur um einen Kletterzugang, dessen Aufstieg aber lohnenswert ist. Blick_vom_Domwaechter_zum_Sandlochwaechter_kleinNach einer relativ leichten Kletterpassage erreicht man eine Ebene, die zwischen dem Domriff und dem Domwächter/Domspitze ist. Hier kann man wunderbar ungestört die Felsen rund um diesen Bereich bestaunen und wie von einem Bilderrahmen eingerahmt blickt man aus dem Talkessel heraus. Der Platz hat wirklich was Entspannendes und lädt zu einem ersten Picknick ein. Die Ruhe wird höchstens durch Kletterer unterbrochen, die den schönen Platz auch kennen.
Nach dieser ersten interessanten Entdeckung eines wunderbaren Fleckchens geht es wieder auf dem bekannten Weg herunter bis zu dem Wegweiser und der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Dieser wird nach links weiter aufwärts gefolgt. Schon nach wenigen Metern nimmt die Zahl der Stufen zu und trotzdem kommt man am Kleinen Dom relativ angenehm die Felsen hoch. Blick_vom_kleinen_Domaufstieg_zum_Falkenstein_kleinDas liegt vermutlich auch daran, dass sich auf halber Strecke eine Felskanzel ganz hervorragend als Blick_vom_Domerker_zum_Domwaechter_kleinAussichtspunkt anbietet und zu einem kurzen Zwischenstopp einlädt. Hier kann man nett über das Tal auf den Falkenstein und noch mal zurück auf den Domwächter blicken. Der weitere Aufstieg erfolgt dann über eine Hühnerleiter und eine etwas steilere Leiter. Kurz vor dem Aufstiegsende ist noch eine kurze Holzbrücke mit ein paar wenigen Eisenklammern, die man aber normalerweise nicht benötigt.
Nach dem Aufstieg führt zwar der Wanderweg sofort nach links weiter, aber zuerst muss noch eine wirklich lohnenswerte Aussicht nach rechts besucht werden. Hier ist schon seit einigen Jahren zur Besucherlenkung ein Baum hin gefällt worden, aber trotzdem ist es legal, über ihn hinwegzusteigen und bis vor zu der Aussicht oberhalb des Domerkers zu gehen. Auch wenn es die dritte Aussicht innerhalb weniger hundert Meter ist, liefert sie schon wieder einen ganz anderen Blick in die Landschaft der Sächsischen Schweiz. Von hier sieht man auf der linken Seite die Schrammsteine, dann steht der Falkenstein ein wenig verloren in seiner Senke und auf der anderen Seite kann man sehr schön auf die Felsen des Domwächters und der Domspitze blicken.
Die Wanderung geht von der Aussicht wieder auf einem der Trampelpfade zurück und wenn man die gelbe Wanderwegmarkierung erreicht hat, hält man sich mehr rechts und wandert auf einem relativ breiten Weg um ein paar Felsen herum. Der Weg ist sehr einfach und angenehm zu gehen. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, die nach rechts in Richtung Schrammsteine weiter verfolgt wird. Die Wanderung geht auch auf der blauen Wanderwegmarkierung super angenehm fast ohne Höhenunterschied weiter. Zwischendurch wird ein Felseinschnitt passiert, der den Eindruck macht, als wenn er künstlich hergestellt wurde, aber er ist tatsächlich natürlichen Ursprungs. Nach einer Strecke von einem Kilometer erreicht die Wanderung die ziemlich große Aussicht oberhalb der Breiten Kluft. Dieser Platz ist sehr beliebt als Rastplatz. Die kleineren Felskanten laden als Sitzplätze auch ganz hervorragend dazu ein. Ein wenig versteckter, aber dadurch dann auch viel ruhiger, befindet sich eine weitere Aussicht nach rechts in Richtung Teufelsturm.
Nach diesem netten Platz geht es weiter in Richtung Schrammsteine. Je näher man den Schrammsteinaussichten kommt, desto wilder wird der Weg. schmaler_Gratweg_Schrammsteine_kleinDer erste Anfang sind ein paar Stufen und ein paar Engstellen, die dann aber schon mal etwas anspruchsvoller werden, da eine tiefere Senke überwunden werden muss. Hier kann man sehr gut feststellen, dass es sehr empfehlenswert ist, die Wanderung zu einer Zeit zu unternehmen, wenn nicht ganz so viele andere Mitmenschen durch das Gebirge krabbeln. Ganz schlecht stellt sich ein langes Wochenende in der Mittagszeit dar. Dann muss man damit rechnen, Blick_Gratweg_zum_Torstein_kleindass man auch schon mal eine Weile warten muss. Als wir die Wanderung unternommen haben, war es ein windiger Herbsttag. Zu unserer Wanderzeit waren relativ wenige andere Besucher unterwegs, aber zu unserer großen Verwunderung kamen uns auf dem Gratweg an den Schrammsteinen zwei Nacktwanderer entgegen. Das war schon ziemlich komisch, weil es einerseits nicht gerade ein schöner Anblick war und außerdem fand ich es in Bezug auf meine mitwandernde Tochter ziemlich unpassend. Genauso waren auch die Kommentare der Wanderer am Wegesrand. Sehr überraschend fand ich, dass sich die Tochter gar nicht an der Nacktheit störte, sondern über die nackten Füße auf den Gitterroststufen nachdachte. Anscheinend mache ich mir als Papa mehr Gedanken als notwendig.
Die Strecke über den Gratweg ist wirklich abwechslungsreich und steigert die Wanderlust zumindest unserer Treppen_vom_Gratweg_Schrammsteine_kleinKinder immer wieder. Kurz vor dem eigentlichen Bereich der Schrammsteinaussichten passiert man einen Platz, an dem auf der linken Seite der Abstieg Wildschützensteig ist und rechts ein paar Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Hier geht es noch ein paar wenige Stufen aufwärts, bis nach 50 Metern eine Eisenleiter den weiteren Weg hoch zur Schrammsteinaussicht ermöglicht. Hier verlässt man den Hauptweg und klettert nach links über den Besucherlenkungszaun. Dieses ist eine legale Möglichkeit und der Zaun soll nur verhindern, dass zu viele Besucher sich an dieser Stelle verirren. Der Pfad steigt sofort ein paar Höhenmeter ab und führt dann nach rechts auf einem gut sichtbaren Weg weiter. Nach einem Geschlängel am Felsen entlang erreicht man eine Selbstrettungsbox und gleich daneben eine breite Felsspalte. Auf der gegenüberliegenden Seite soll die Wanderung weiter in Richtung Frühstücksplatz Kletterpassage_zum_Fruehstuecksplatz_kleingehen und deshalb muss man erst in die Felsspalte hinunter klettern und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Insgesamt ist die Schlucht weniger als 10 Meter tief und unsere 10jährige Tochter hat die Stelle ohne fremde Hilfe bewältigt. Danach geht es wieder einfacher auf einem gut ausgetrampelten Pfad entlang. Felsen_hinter_dem_Fruehstuecksplatz_kleinVon der Schlucht bis vor auf die Ebene des Frühstücksplatzes ist es ziemlich genau ¼ Kilometer und dann hat man einen wunderbar ruhigen Platz erreicht. Es ist schon wirklich ungewöhnlich, dass sich oben auf den Schrammsteinaussichten die Besuchermengen knubbeln und hier ein paar Meter unterhalb so eine Ruhe herrscht.
Für die weitere Wanderung muss man das gesamte Stück wieder bis zu dem Hauptwanderweg (inklusive der Klettereinlage durch die Schlucht und den Besucherlenkungszaun) zurückgehen. Da man ja gerade auf einem tollen Rastplatz gewesen ist, sollte kein weiterer Halt notwendig sein und so wandert man auf der bekannten Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zurück. Nach ein paar wenigen Metern biegt nach links die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt in den Mittelwinkel ab. Eisenleiter_und_Treppe_Mittelwinkel_Schrammsteine_kleinDa es hier mit dem Mittelwinkel ziemlich steil von den Schrammsteinen abwärts geht, erfolgt der Abstieg über einige Holzstufen, ein paar kurze Leiterstufen und Gitterrosttreppen. Am Ende wird der Abstieg wieder flacher und man erreicht den Zeughausweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich. Auch wenn der Ausgangspunkt der Wanderung nach rechts liegt, folgt die Wanderung dem riesig breiten Forstweg nach links, um noch einen Bogen über die Hohe Liebe zu unternehmen. Schon auf den ersten Metern passiert man die sehr große Wildwiese mit der Scheune an der rechten Seite. Dieses Gebäude mit dem roten Dach ist schon vom Gratweg auf den Schrammsteinen gut sichtbar gewesen. Nach etwas weniger als einem Kilometer verlässt die grüne Wanderwegmarkierung die breiten Forstwege nach rechts und es geht noch ein Stück von 300 Metern weiter auf dem Waldweg.
Dann biegt der markierte Wanderweg nach links ab, aber für das nächste Ziel geht es geradeaus durch das unscheinbare Liebentor. Die Stelle fällt nur so gerade durch ein paar Felsen links und rechts des Weges auf. Sobald man die Stelle passiert hat, geht es leicht nach rechts und dann den Hang an einem unscheinbaren Weg aufwärts. Richtig gemein ist dieser Waldweg im Herbst, wenn die Buchen ihre Blätter über den Weg verteilt haben. Dann muss man schon wissen, dass hier ein Waldweg aufwärts führt, denn erkennen kann man ihn unter dem Laub kaum. Nach weniger als 100 Metern erreicht man einen weiteren Waldweg, dem man im spitzen Winkel nach links folgt. Dieser Waldweg endet wiederum auf dem ungewöhnlichen Aufstieg zur Hohen Liebe. Der Waldweg ist mit Betonplatten ausgelegt und mit dem roten Strich roter Strich markiert. Blick_von_der_Hoehen_Liebe_Richtung_Affensteine_kleinDer Aufstieg ist relativ einfach und die letzten paar Meter bis hoch zum Gipfel liegen links vom Weg. Diese Stelle ist ausgeschildert und damit wird man bis zum Bergsteiger-Ehrenmal geführt. Nahaufnahme_Blossstock_von_der_Hoehen_Liebe_kleinSofort fällt einem das Denkmal aus Sandstein auf, aber auf der linken Seite ist auch noch eine Art Buch aus Kupferplatten. Darauf wird an einige Kletterer erinnert, die in jüngerer Zeit irgendwo auf der Welt verunglückt sind. Damit ist die Hohe Liebe ein ziemlich besinnlicher Ort, der aber von den meisten Wanderern wegen seiner mangelhaften Aussicht gemieden wird. Im Moment (2012) gibt nur eine richtig ordentliche Sichtachse rüber auf die Affensteine.
Das letzte Stück der Wanderung führt weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung nach links vom Berg herunter. Der Weg ist schon an mehreren Stellen ziemlich uneben, aber dadurch ist er wenigstens nicht langweilig. Zwischendurch passiert man auf halber Strecke hinunter zum Ausgangspunkt einen breiteren Forstweg und dann geht es weiter auf einem Wanderweg mit dem Namen Butterweg. Hätte ich das Schild nicht schon vor ein paar Jahren gesehen, könnte man vermuten, dass der neue Nationalparkchef hier schon einen Ehrenweg erhalten hätte. Der Butterweg endet ganz knapp neben dem Parkplatz vom Nassen Grund und damit ist eine wirklich tolle Wanderung zu Ende gegangen. Die Runde hat einfach nur riesig Spaß gemacht und hat alle Komponenten einer schönen Wanderung durch die Sächsische Schweiz: interessante Felsen, Abwechslungen in Form von leichteren Klettereinlagen, ruhige aber auch spannendere Stellen und sehr nette Aussichten.