Granit - Basalt - Sandstein

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unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,25 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 463 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Lohsdorf - gelber Strich - ehemaliger Bahnhof Lohsdorf - Schwarzbachtal - Goßdorfer Raubschloss - Hankehübel - Goßdorf - Quellstein - Freibad - historische Landwirtschaftsausstellung - gelber Strich - Kohlichtgraben - roter Strich - Mühlweg - Waitzdorf - Waitzdorfer Höhe - Erbgerichtsweg - Kirchsteig - gelber Strich - Lohsdorfer Straße - Lohsdorf - Niederdorfstraße - ehemaliger Bahnhof Lohsdorf

Granit – Basalt – Sandstein

Die Idee zu dieser Wanderung stammt von der Infotafel am Lohsdorfer Bahnhof. Dort werden drei Runden vorgeschlagen, wovon jetzt die mit der Bezeichnung „Granit-Basalt-Sandstein“ gewandert wird. Der Startpunkt liegt damit an dem kleinen Parkplatz neben dem ehemaligen Bahnhof der Schmalspurbahn bzw. dem Landgasthof Schwarzbachtal. Zwischen dem eingezäunten Bahnhofsgelände und der Gaststätte Schwarzbachtal beginnt der Wanderweg gelber Strich gelber Strich. Schottertransportwagen_Schmalspurbahn_kleinAuf den ersten paar Metern kann man immer mal wieder dem emsigen Treiben des Vereins Schwarzbachbahn (www.schwarzbachbahn.de) zusehen und den Fortschritt bestaunen. Ich freue mich jedes Mal über den Einsatz der Vereinsmitglieder, alleine wenn man den Bahnhofsgelaende_Lohsdorf_kleinAufwand für die Streckenverlängerung sieht. Das kleine Bächlein hinter dem Lokschuppen ist schon der Schwarzbach und diesem geht es jetzt für einige Kilometer hinterher. Nach der ersten kleinen Fußgängerbrücke erreicht man einen Waldweg, dem man nach rechts folgt. Hier beginnt eins meiner Lieblingstäler. Bahntrasse_Richtung_Schwarzbachtal_kleinDas Schwarzbachtal ist sehr einfach zu begehen und zu jeder Jahreszeit interessant. Im Winter kann man häufig auf Eisskulpturen im Bachlauf stoßen, im Sommer ist das Tal angenehm kühl und im Herbst ist es durch den Mischwald schön bunt. Was das Wandern durch das Tal so einfach macht, ist die alte Bahntrasse der Schmalspurbahn, auf der der markierte Wanderweg arostige_Bruecke_Schwarzbachtal_kleinn einigen Stellen entlangläuft. Vielleicht schafft es der Verein Schwarzbachbahn, die Bahnlinie auch in dem Tal wiederherzustellen, dann muss natürlich der Wanderweg woanders angelegt werden, aber im Moment stehen der Wiederherstellung so einige bürokratische Hürden im Weg. Die Bahntrasse überquert gleich an einigen Stellen den Bachlauf und so sind an mindestens zwei Stellen noch die alten Stahlträger von Brücken zu entdecken. Von einer Brücke sind nur noch die Widerlager vorhanden. Links und rechts des Weges kann man, obwohl man vom Elbsandsteingebirge spricht, einen ganzen Bereich mit Granit sehen. Dabei handelt sich um die sogenannte Lausitzer Überschiebung, eine große Granitplatte, die sich über den Sandstein geschoben hat. Die Kante dieser Granitplatte verläuft vom Altendorfer Adamsberg durch den Kohlichtgraben nach Hohnstein. Damit ist das gesamte Schwarzbachtal ein Granittal, was man auch gut an der V-Form des Tals erkennen kann.

Nachdem man 1 ½ Kilometer durch das Schwarzbachtal gewandert ist, erreicht man einen Tunnel. oberer_Tunnel_Schwarzbachtal_kleinHier kann man sich zwischen zwei Wegvarianten entscheiden, die beide nach etwas weniger als einem Kilometer wieder aufeinandertreffen. Geht man den Weg geradeaus durch den Tunnel, dann ist der Weg bequemer, da man auf der ehemaligen Bahntrasse wandert. Vor dem Tunnel biegt aber der offizielle Wanderweg nach links ab und man folgt einem netten kleinen Waldweg mit gleich zwei Fußgängerbrücken über den Schwarzbach. Nach dem besagten Kilometer führt die Wanderung noch ein paar hundert Meter (genauer gesagt 350 Meter) weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung, um dann zum Goßdorfer Raubschloss aufzusteigen. Ruine_vom_Gossdorfer_Raubschloss_kleinDer Aufstieg ist ausgeschildert und mit einer schmalen Brücke aus einem einzelnen Felsblock wird der Schwarzbach mal wieder überquert. Der Aufstieg ist durch die Steigung und die 50 Höhenmeter schon etwas anspruchsvoller. Dafür wird man mit dem Goßdorfer Raubschloss Kuppel_vom_Gossdorfer_Raubschloss_kleinüberrascht. Die beiden sichtbaren Ruinenteile sind in Wirklichkeit nicht so alt wie man denkt und erst 1858 (da wären Amerikaner schon stolz drauf) gebaut worden. Im Ursprung hat hier eine Burg gestanden, die schon im Jahre 1372 das erste Mal urkundlich genannt wurde. Heutzutage ist es ein netter Rastplatz und für Kinder eine schöne Stelle, die Fantasie toben zu lassen. Ich staune immer wieder, was die Leute nicht alles so an einem Rastplatz liegen lassen. Als ich zu dieser Wanderung dort hochgeschnauft war, lagen da ein paar Wandersocken, eine Tupperdose mit Trauben als Inhalt und der übliche Müll in Form einer Geflügelwurstverpackung. Dass mal eine Verpackung vom Tisch fällt und aus Versehen liegen bleibt, das kann ich mir noch so ungefähr vorstellen, aber die Socken und eine Plastikdose auf dem Tisch zu vergessen irritiert mich schon gewaltig. Wenn man einen Rastplatz verlässt, schaut man doch einmal zurück, ob denn auch alle Utensilien wieder im Rucksack verschwunden sind. Ich kann es einfach nicht verstehen.

Die Wanderung geht weiter in Richtung Goßdorf und damit erstmal an dem Gebäude mit der Kuppel vorbei. Hier beginnt das anspruchsvollste Teilstück der Wanderung. Gratweg_am_Gossdorfer_Raubschloss_kleinEin Pfad führt über einen Gratweg aus Granit und das kann bei feuchtem Wetter schon ziemlich unangenehm werden. Hier stellt sich schnell heraus, ob man mit ordentlichen Wanderschuhen oder mit einem abgelatschten Profil unterwegs ist. Nachdem dieses kurze Stück überwunden ist, geht es noch so einige Höhenmeter aufwärts, bis man kurz vor Goßdorf aus dem Wald heraustritt. Nachdem man ein paar Meter über die Wiesen und Felder gewandert ist, fällt kurz vor der Ortschaft auf der linken Wegseite der Hankehübel mit seinem Rastplatz auf. Da man von dort einen echten Rundumblick hat und der Aufstieg fast ohne Anstrengung erfolgt, sollte man diesen kleinen Abstecher unbedingt unternehmen.

Die Wanderung führt von dem Zugang des Hankehübels auf direktem Weg (Name der Straße: Butterlecke) in die Ortschaft hinein und man erreicht bald die Hauptstraße (Name: Bergstraße). Durch den Ort fährt kaum Verkehr, da die Verbindung nach Kohlmühle im unteren Teil nur für ganz verwegene Autofahrer ist und so wandert man ganz angenehm nach rechts aufwärts. Nach ¼ Kilometer auf der Hauptstraße biegt nach links eine kleinere Dorfstraße ab, auf der die Zufahrt zum Goßdorfer Freibad bzw. dem Imbiss und zur Landwirtschaftlichen Ausstellung ausgeschildert ist. Spielplatz_Freibad_Gossdorf_kleinAuch wenn die Straße so aussieht, als ob es sich nur um eine Zufahrt zu einem Bauernhof handelt, kann man einfach zwischen den Gebäuden durchgehen und gelangt zum Freibad. Sehr schön an dem Naturbad ist, dass es mit viel Einsatz von einem Verein betrieben wird. Genauso nett ist es, wenn man dann weiter den Landwirtschaftliche_Geraeteausstellung_Gossdorf_kleinHang hinauf wandert. Dort stehen neun Hütten, in denen alte landwirtschaftliche Geräte sehr nett ausgestellt werden. So einige der Geräte hat man bestimmt schon mal gesehen, aber in dieser Vielzahl ist es schon ungewöhnlich und dazu sind sie dann auch noch in einem hervorragenden Zustand.

Am oberen Ende der Straße biegt die Wanderung nach rechts ab. Der Berg, auf den man zuwandert, ist der Gickelsberg. Bei dieser Wanderung wird er aber nicht bestiegen, da es an der nächsten Fahrstraße nach links runtergeht. Obwohl ich die Straße schon so einige Male gewandert und noch häufiger gefahren bin, war mir bisher noch nie aufgefallen, dass links von der Straße in ein paar Metern Entfernung ein Waldweg absteigt. Erst mit dieser Wanderung bin ich darauf gestoßen. Man kommt damit nach 200 Metern wieder auf die Straße, ohne deren spitze Kurve auslaufen zu müssen. Danach muss man nur 100 Meter weiter auf der Straße gehen, um dann nach links in den oberen Teil des Kohlichtgrabens abzubiegen. Obwohl dieser Weg sehr angenehm zu wandern ist, trifft man hier nur selten andere Wanderer. Im Zusammenhang mit dem Wanderungsnamen passiert man nach ca. 700 Metern die Grenze zwischen Sandstein und Granit. Damit man die Stelle auch ganz sicher nicht verpasst, steht netterweise eine Erklärungstafel auf der linken Wegseite. Gleich neben dem Weg fließt die ganze Zeit schon der Kohlichtbach. Nach ziemlich genau einem Kilometer durch den oberen Kohlichtgraben verlässt die geplante Wanderung den Kohlichtgraben (was eigentlich ziemlich schade ist, da der jetzt beginnende untere Teil noch viel schöner ist) und man geht geradeaus auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Waitzdorf weiter. Da Waitzdorf hoch liegt, muss man so ungefähr 110 Höhenmeter auf einer Strecke von 2 Kilometern überwinden. Der sogenannte Mühlweg ist aber ganz angenehm zu wandern und so erreicht man die kleine Ortschaft an ihrer östlichen Seite. In Waitzdorf fallen ganz besonders die Koppeln mit den Galloway-Rindern auf. Genau auf die gegenüberliegende Seite muss man jetzt und so empfiehlt es sich, die eingeschlagene Blick_von_der_Waitzdorfer_Hoehe_kleinRichtung weiter zu wandern, bis man am Ende der Wiesen den Waldrand erreicht. Hier steigt ein Feld-/Waldweg auf, der zur Waitzdorfer Höhe hochführt. Auch wenn dieser Berg ziemlich unscheinbar ist, so hat man von ihm einen guten Ausblick und dabei fällt besonders der Blick rüber auf die andere Elbseite mit ihren Tafelbergen auf.

Die Wanderung führt über den Waitzdorfer Berg hinweg und in östliche Richtung zum Wald hin. Dort weist ein Schild auf den Waitzdorfer Rundweg in den Wald und nach ca. 400 Metern im Wald kommt das nächste Schild mit dem Hinweis auf den Erbgerichtsweg und die Grundmühle nach links. Schon nach 300 Metern erreicht man den Waldrand und nach noch ein paar hundert Metern die Verbindungsstraße zwischen dem Tiefen Grund und den Ortschaften Goßdorf/Waitzdorf, der man nach rechts etwas mehr als 100 Meter folgt. Die Straße ist hier mit dem gelben Strich gelber Strich markiert. Dann biegt man nach links auf eine der Zufahrtsstraßen von Lohsdorf ab. Es gibt wirklich schönere Wege, als auf dieser Landstraße entlang zu wandern, aber immerhin hat man einen netten Blick in die Landschaft. Nach ungefähr 2 Kilometern auf dieser Straße erreicht man den Ortsrand und mit der Hauptstraße kommt man dann auch wieder an den Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Wanderung ist in den größten Teilen eine sehr schöne Runde und nur das Stück auf der Landstraße entlang hat mir nicht gefallen. Hier hat mir aber ein Fuchs auf der linken Fuchs_als_Wolf
Wiese viel Abwechslung geliefert, da ich erst feste davon ausgegangen war, dass es ein Wolf ist. Auf 400 Meter war es für mich aber nur sehr schwer zu erkennen, wer dort parallel zur Straße lief und dann kann der Kopf schon mal ein kleines bisschen verrückt spielen und drüber nachdenken, was man denn wohl tun würde, wenn der Vierbeiner die Richtung wechselt. Auch wenn ich gerne mal ein Foto von einem freilaufenden Wolf gemacht hätte, so bin ich doch ganz froh, dass es nur ein Fuchs war. Damit sind auch ein zukünftiges Wandern und das geliebte Boofen ein wenig unbekümmerter.

Lohsdorfer Hufeisenpfad

Die Idee zu dieser Wanderung stammt von der großen Informationstafel am Schmalspurbahnhof in Lohsdorf. Dort sind drei Wanderungen beschrieben. Die Hufeisensymbole, mit denen diese Wanderung markiert ist, sind uns schon vorher mehrmals begegnet und deshalb musste die Strecke mal ausprobiert werden. Das Hufeisen soll das Symbol für Handel und Dienstleistung mit Durchreisenden in weit vergangenen Zeiten sein. Es ist auf der gesamten Strecke überall sehr gut zu entdecken und damit ist das Finden der Strecke sehr einfach. schoenes_Vogelhaus_Lohsdorf_klein
Der markierte Wanderweg startet in der Mitte von Lohsdorf und deshalb geht es vom Parkplatz an der Schmalspurbahn erstmal einen halben Kilometer auf der Dorfstraße (Niederdorfstraße) bergauf. Die Straße führt an der ehemaligen Schule mit ihren beiden Glocken auf dem Dach vorbei. Kurz dahinter steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein großes Vogelhaus, das wunderschön gestaltet ist. Hier kann jemand wirklich gut mit Holz umgehen.

Bald darauf biegt nach rechts eine Dorfstraße ab und führt leicht ansteigend in nördliche Richtung. Nach 150 Metern erreicht man die Straße An der Glasstraße, auf der es nach links weitergeht. Auch nachdem die Bebauung aufhört, wandert man leicht ansteigend auf dem Feldweg weiter. Blick_in_Richtung_Hintere_Saechsische_Schweiz_kleinDer Weg führt am Waldrand entlang und man hat einen schönen Blick auf das Oberdorf von Lohsdorf. Je länger man auf dem Weg wandert, desto mehr öffnet sich die Landschaft und man hat einen sehr schönen Blick über die Ebene hinüber zur Hinteren Sächsischen Schweiz. Sandsteinsaeule_Alte_Boehmische_Glasstrasse_klein
Der Weg endet auf der Alten Böhmischen Glasstraße, auf der es nach rechts weiter dem Hufeisensymbol hinterher geht. Diesen asphaltierten Feldweg wandert man ½ Kilometer, um dann im spitzen Winkel nach links abzubiegen. Auf der Spitze steht einer der uralten Wegweiser aus Sandstein. Rastplatz_am_Gickelsberg_mitten_im_Feld_kleinMan folgt dem Weg nach Goßdorf über den Betonplattenweg. Nach etwas mehr als einem Kilometer wird die Straße zwischen Lohsdorf und Waitzdorf überquert und auf der Aussicht_hinterm_Gickelsberg_kleingegenüberliegenden Seite folgt man in der Verlängerung des vorherigen Weges einem Feldweg. Schon bald sieht man auf der linken Wegseite ein paar Bäume und einen Rastplatz, zu dem es aber überhaupt keinen Zugang gibt. Sehr seltsam. Der Abstecher quer über das Feld lohnt sich aber, da man hier einen sehr netten Blick über die Landschaft hat.

Die Wanderung geht wieder zurück auf den Feldweg und dann in einem Bogen um den Gickelsberg herum. Am
Blick_vom_Fuss_des_Gickelberges_kleinFuße des Berges steht ein einzelnes Haus, von dessen Zufahrt man eine hervorragende Aussicht auf die Tafelberge der gegenüberliegenden Elbseite und über Goßdorf hinweg auf die Schrammsteine hat. Der markierte Wanderweg geht ein kleines Stückchen den Gickelsberg hoch, um dann aber nach rechts in einen dichten Fichtenwald abzubiegen. Schon nach wenigen Metern verlässt die Wanderung diesen Wald wieder und es geht über eine Wiese weiter. Nach ein paar hundert Metern auf der Wiese biegt der markierte Weg nach rechts ab und man erreicht einen sehr netten Rastplatz mit Blick_oberhalb_Gossdorf_auf_Schrammsteine_kleineiner schönen Aussicht auf die Felsen der Hinteren Sächsischen Schweiz. Ganz besonders fällt dabei der vordere Teil der Schrammsteinkette auf. Gleich an dem Rastplatz biegt man nach links auf die Alte Goßdorfer Straße ab. Der Name suggeriert eine Straße, aber in der Realität handelt es sich um einen gut zu gehenden Feldweg. Vermutlich ist es eher eine dieser uralten Verbindungen zwischen den Dörfern, als man noch zu Fuß oder mit dem Pferd unterwegs war.

Nach ungefähr 200 Metern biegt der Hufeisenweg nochmal nach links ab, es handelt sich weiterhin um die Alte Goßdorfer Straße, und führt dann fast ohne weitere Höhenunterschiede bis nach Lohsdorf. Der Weg endet auf der schon bekannten Hauptstraße (Niederdorfstraße) von Lohsdorf, auf der man noch ein paar wenige Meter nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück wandern muss.

Diese Wanderung ist eine sehr nette entspannte Runde, die nichts besonders spektakuläres beinhaltet, aber einige sehr schöne Aussichten in die Landschaft bietet. Sie ist gut geeignet, wenn die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen ist oder man Lohsdorf oder Goßdorf als seinen Ausgangspunkt gewählt hat.

winterliches Schwarzbachtal

Es hatte mal wieder richtig ordentlich geschneit und ich wollte unbedingt eine Runde wandern gehen. Mir war von vornherein klar, dass eine Strecke durch die Felsen bei 30 cm Schnee nicht empfehlenswert ist. Auf Felsen oder schmalen Pfaden gehen bis maximal 10 cm Schnee noch ganz gut, aber alles darüber führt schnell zu umgeknickten Füßen und deshalb war eher eine Runde auf breiteren Wegen angesagt.

Dazu habe ich mir eine Strecke von Altendorf ins Schwarzbachtal ausgesucht. Der Startpunkt ist der Parkplatz am Feuerwehrhaus. Von hier winterlicher_Adamsberg_kleingeht es gleich mal aus dem Dorf hinaus und hinauf auf den Adamsberg. Auch wenn der Berg wirklich keine hohe Erhebung ist, so hat dort oben ordentlich der Wind gepfiffen und ich war sehr zufrieden, als ich wieder die paar wenigen Höhenmeter abgestiegen war. Vom Adamsberg gibt es zwei Wege herunter. Einmal den direkten Weg quer über die Wiese in Richtung Altendorf und dann den schmalen, steileren Pfad, der, steht man vor der Schutzhütte und blickt nach Altendorf, nach links (nordwestlich) den Berg hinunterführt. Der Pfad mündet auf dem Feldweg, der von Altendorf herankommt und es geht nach links weiter bergab. Bald führt der Weg an einem Schrebergarten entlang und dann rechts hinunter in den Wald. Dieser Weg schlängelt sich ein bisschen durch den Wald und es geht immer weiter runter bis ins Sebnitztal. Der Waldweg endet auf dem Pfad,der an der Bahnlinie zwischen Bad Schandau und Sebnitz entlanggeht. Eigentlich könnte man jetzt direkt nach rechts gehen, aber viel netter ist der Bogen nach links. Markiert ist der Weg mit dem gelbem Strich gelber Strich und diesem folgt man bis zur Straße. Hier wird die Sebnitz auf einer kleinen separaten Brücke überquert und dann geht es nach rechts auf der Straße entlang. An der nächsten abknickenden Vorfahrtsstraße wandert man nach rechts und gleich darauf nochmal nach rechts. Der Weg führt zwischen den Mehrfamilienhäusern und der Sebnitz entlang und überquert nach 350 Metern die Bahntrasse. Dahinter erreicht man wieder die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich. winterliche_Nationalparkbahn_im_Sebnitztal_kleinHier gibt es zwei Möglichkeiten weiter zu wandern. Entweder folgt man der gelben Wanderwegmarkierung nach links am Bahndamm entlang oder man geht unmarkiert geradeaus weiter. Falls der Weg geradeaus nicht gerade durch einen Weidezaun versperrt ist, würde ich diesen Weg empfehlen. Nach einem kleinen Bogen stoßen beide Wege wieder aufeinander und die Sebnitz wird über eine bogenförmige Eisenbrücke überquert. Hier sollte man sich immer ordentlich festhalten, da diese Eisenroste wirklich zu allen Zeiten elend rutschig sind. 

Der markierte Wanderweg verläuft noch ein paar hundert Meter am Fuße des Bahndamms entlang und dann geht es an einem ehemaligen Bahnwärterhaus mal wieder über die Gleise. Gleich hinter diesem Übergang erreicht man zwei Brückenauflager. Die ehemalige Brücke hier gehörte zur Trasse der Schmalspurbahn zwischen Kohlmühle und Hohnstein. An dem rechten Brückenkopf steigt ein Trampelpfad hoch und dann geht es weiter auf der ehemaligen Bahntrasse. Heutzutage fehlen die Schienen und die Bahnschwellen, aber auf dem Schotter kann man ganz gut wandern. winterliches_Viadukt_im_Sebnitztal_kleinNach wenigen Metern wird es etwas aufregender, da es mit einem Viadukt über die Sebnitz geht. Weil die Brücke schon etwas höher ist und nur auf einer Seite ein Geländer besitzt, ist ein leichter Nervenkitzel vorhanden. Aber nur Wandersleute mit richtiger Höhenangst werden hier scheitern, die restlichen sollten einfach mal drüber nachdenken, wie häufig sie schon von einem Bürgersteig gefallen sind und dann kommt man auch rüber. Auf der gegenüberliegenden unterer_Tunnel_Schmalspurbahn_kleinSeite wandert man ein paar Meter auf dem Bahndamm weiter, um dann einen 63 Meter langen Tunnel zu erreichen. Natürlich geht es durch diesen Tunnel und hier wachsen im Winter ordentlich lange Eiszapfen von der Decke. Einen riesigen Vorteil von einem kalten Winter kann man hier im Tunnel auch feststellen: Am Ende des Tunnels sammelt sich sonst immer Wasser und dadurch ist es dort dann auch ziemlich matschig. Wenn aber der Untergrund gefroren ist, hat sich das Thema erledigt. Die Wanderung geht weiter auf der Bahntrasse, auch wenn man sie auf der Rückseite des Tunnels (zumindest bei Schnee) nicht so einfach erkennen kann. Wenn man sich aber ins Bewusstsein ruft, dass Eisenbahnen nicht rechtwinkelig abbiegen, dann ist der Streckenverlauf sehr gut zu erkennen.

Als ich die Wanderung unternommen habe, hatte es am Vortag geschneit und überraschenderweise war noch kein Mensch hier unten durch das Schwarzbachtal gewandert. Vollkommen lustig war, welche riesigen Mengen an Tieren hier kreuz und quer gelaufen waren. Es hat wirklich viel Spaß gemacht zu rätseln, welche Spur zu welchem Tier gehören könnte. Verwunderlich ist die Menge an Spuren. Wenn man sonst durch den Wald wandert, dann freut man sich schon, wenn man mal ein Eichhörnchen oder ein Reh sieht, aber anhand der Spuren kann man erahnen, welche Mengen an Tieren hier innerhalb von ½ Tag herumflitzen.

150 Meter hinter dem Tunnel erreicht man die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, auf der es aber auch nur ein paar Meter weiter geradeaus geht. winterliches_Schild_Schwarzbachtal_kleinNoch bevor der markierte Wanderweg den Schwarzbach überquert, wird er verlassen und es geht auf dem gut ausgebauten Waldweg weiter. Praktisch ist es immer noch die Bahntrasse der Schmalspurbahn und das stellt man auch sehr schnell durch den künstlichen Felseinschnitt und das dahinterstehende Eisenbahnschild Schwarzbachtal fest. Eiszapfen_im_oberer_Tunnel_kleinDer Weg steigt mit einer typisch für eine Bahnlinie angenehmen Steigung an und einen Kilometer hinter dem letzten Tunnel kommt ein etwas kürzerer (38 Meter). Das Besondere an diesem Tunnel ist, dass er in einem Bogen verläuft und einen eigentlich ziemlich kleinen Felsausläufer durchquert. Gleich hinter dem Tunnel stößt man wieder auf die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich, der man nach rechts folgt. Der Wanderweg führt einmal um den Felsausläufer herum und dann über eine Fußgängerbrücke über den Schwarzbach. Das ist jetzt schon wieder der Rückweg und dieser erfolgt dann zwar durch das gleiche Tal, aber die Perspektive und der Weg sind vollkommen anders.

Am Ende der langen Geraden wird der Schwarzbach wieder über winterlicher_Schwarzbach_kleineine kleine Fußgängerbrücke überquert und dann wandert man etwas mehr als 100 Meter auf dem schon bekannten Forstweg entlang. Dann gabelt sich der Weg und man geht nicht wieder zum ersten Tunnel zurück, sondern nach links über eine breitere Brücke mal wieder über den Schwarzbach hinweg. Der Weg führt weiterhin gelb winterliche_Wiese_am_Raubschloss_kleinmarkiert um das Goßdorfer Raubschloss herum und dann unter der Bahnlinie Bad Schandau – Sebnitz drunter her. Diese Stelle kann bei langanhaltenden Minustemperaturen ganz amüsant werden, da dann hier der Schwarzbach von unten her zufriert und dann der Wanderweg auch mit Eis bedeckt wird.

Hinter dem Bahndamm wird die große Wiese überquert und mit der letzten Brücke, die diesmal die Sebnitz überquert, gelangt man auf das ehemalige Gelände der Buttermilchmühle. Leider ist diese Ausflugsgaststätte und auch das Ferienheim durch einen Blitzschlag abgebrannt und so kann man nur noch (und bei Schnee noch nicht mal das) ein paar Fundamente, einen Felsenkeller und den Mühlgraben entdecken, letzterer ist auch nur noch ein Tümpel. Nach ein paar wenigen Metern auf dieser Seite der Sebnitz kommt von links der Kohlbach heruntergelaufen und seit vielen Jahren (oder sogar Jahrzehnten) plätschert hier ein kleines Wasserrad. Das Ding ist schon einige Male ersetzt und am_Waldrand_vom_Muehlenweg_kleinrepariert worden und irgendwie erfreut es uns immer wieder. Ein paar Meter oberhalb dieser Stelle gabelt sich der Wanderweg und man geht nach links den Mühlenweg (roter Strich roter Strich) aufwärts. Auch wenn es bis nach Altendorf hinauf 130 Höhenmeter sind, so ist nur das erste Stück steil. Sobald man aus dem Wald heraustritt, lenkt der Blick über die Wiesen auf den Adamsberg und den Weinberg in Mittelndorf von der Steigung ab.

Auch wenn das jetzt keine besonders spektakuläre Runde war, ist sie zumindest auch ungefährlich und besonders schön ist, wenn man auf ganz frischem Schnee als erster entlang wandern kann. Mir hat die Runde viel Spaß gemacht, auch wenn sie viel anstrengender war, als wenn man im Sommer unterwegs ist.

Blümelpfad Sebnitz

Passend zum Wandertag in Sebnitz wurde auch ein Themenwanderweg eröffnet. Früher galt Sebnitz als die Kunstblumenstadt in der tausende von Arbeiter/innen in mehr als 100 unterschiedlichen Betrieben arbeiteten. Ganz besonders an diesem Handwerksbereich ist, dass auch noch riesige Mengen an Heimarbeitsplätze gab und einige der Produktionsstätten wirklich repräsentative Gebäude waren. Genau auf diesen Spuren verläuft der Blümelweg und steuert die meisten der Häuser an. Sehr überraschend ist, obwohl die Häuser zum Teil schon sehr alt sind und auch schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb sind, immer noch hervorragend aussehen.

Zu der Runde gibt es ein offizielles Faltblatt, das in der Touristeninformation ausliegt. Der Startpunkt ist das Rathaus mit der Stationsnummer 1. Als besonders guter Orientierungspunkt bietet sich die evangelische Kirche knapp oberhalb des Markts an. An jeder der Stationen hängt eine kleine silberne Tafel, die ein bisschen von der Geschichte des Haus erklärt und das jeweilige Produkt.

Blumenfachschule Sebnitz – Neustadt (Sa.)
Kirchstraße 5
1_bluemelpfad_schild_kirchstrasse_5_klein1_bluemelpfad_haus_kirchstrasse_5_klein1_bluemelpfad_haustuere_kirchstrasse_5_klein
Blumenfabrik Mey und Co.
Lange Straße 7
2_bluemelpfad_schild_lange_strasse_7_klein2_bluemelpfad_haus_lange_strasse_7_klein
Blick auf Blumenfabrik Curt Lönhardt & Co.
Lange Straße 36
3_bluemelpfad_schild_lange_strasse_36_klein3_bluemelpfad_haus_lange_strasse_36_klein
Blumenfabrik Kurt Morgenstern
Promenade 32
4_bluemelpfad_schild_promenade_32_klein4_bluemelpfad_haus_promenade_32_klein
Brautschmuck Franz Janich
Hammerstraße 4
5_bluemelpfad_schild_hammerstrasse_4_klein5_bluemelpfad_haus_hammerstrasse_4_klein
Drahtfabrik Rudolph Preißler
Hammerstraße 11
6_bluemelpfad_schild_hammerstrasse_11_klein6_bluemelpfad_haus_hammerstrasse_11_klein
Blätterfabrik Max Endler
Talstraße 1
7_bluemelpfad_schild_talstrasse_1_klein7_bluemelpfad_haus_talstrasse_1_klein
Blumenfabrik Richard Etscher
Talstraße 7
8_bluemelpfad_schild_talstrasse_7_klein8_bluemelpfad_haus_talstrasse_7_klein
Blumenfabrik Schiller & Koch
Talstraße 10
9_bluemelpfad_schild_talstrasse_10_klein9_bluemelpfad_haus_talstrasse_10_klein9_bluemelpfad_rueckseite_haus_talstrasse_10_klein
Blumenfabrik Moritz Andreas
Böhmische Straße 32
10_bluemelpfad_schild_boehmische_strasse_32_klein
Ehem. Gasthaus „Zum Rosenberg“
Böhmische Straße 14
11_bluemelpfad_schild_boehmische_strasse_11_klein
Blumenfabrik Goldbach und Henke
Weberstraße 30
12_bluemelpfad_schild_weberstrasse_30_klein12_bluemelpfad_haus-1_weberstrasse_30_klein12_bluemelpfad_haus-2_weberstrasse_30_klein
Blumenfabrik Oswin Dressel
Weberstraße 20
13_bluemelpfad_schild_weberstrasse_20_klein13_bluemelpfad_haus_weberstrasse_20_klein
Blumenfabrik Gustav Döring
Weberstraße 8
14_bluemelpfad_schild_weberstrasse_8_klein14_bluemelpfad_haus_weberstrasse_8_klein
Blumenfabrik Paul Klemm
Weberstraße 2-4
15_bluemelpfad_schild_weberstrasse_2-4_klein15_bluemelpfad_haus_weberstrasse_2-4_klein
Blumenfabrik Moritz Vollmann
Hertigswalder Straße 3
16_bluemelpfad_schild_hertigswalder_strasse_3_klein16_bluemelpfad_haus_hertigswalder_strasse_3_klein
Blumenfabrik Alwin Sturm
Hertigswalder Straße 9
17_bluemelpfad_schild_hertigswalder_strasse_9_klein17_bluemelpfad_haus_hertigswalder_strasse_9_klein
Blumenfabrik Ernst Weber
Hertigswalder Straße 25/27
18_bluemelpfad_schild_hertigswalder_strasse_25-27_klein18_bluemelpfad_haus_hertigswalder_strasse_25-27_klein
Palmenfabrik Gustav Kluge
Hertigswalder Straße 38
19_bluemelpfad_schild_hertigswalder_strasse_38_klein19_bluemelpfad_haus_hertigswalder_strasse_38_klein19_bluemelpfad_detail_hertigswalder_strasse_38_klein
Wachsblumen Wilhelm Petters
Schillerstraße 21
20_bluemelpfad_schild_schillerstrasse_21_klein20_bluemelpfad_haus_schillerstrasse_21_klein
Blumenfabrik Hugo Werner
Schillerstraße 13-15
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Kartonagenfabrik Robert Müller
Schillerstraße 3
22_bluemelpfad_schild_schillerstrasse_3_klein22_bluemelpfad_haus_schillerstrasse_3_klein
Blumenfabrik Alwin Müller
Schandauer Straße 26
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Lampenfabrik Friedrich Hoffmann
Neustädter Weg 10
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Die Runde ist sehr nett und führt an Stellen und Gebäude die uns bisher noch nie aufgefallen waren. Einige der Gebäude sind wirklich riesig und der größte Teil ist, obwohl ihrem hohen Alten, in einem sehr gut gepflegten Zustand.

Gluto Steig

In dem Buch „Geheimnisvolle Wege im Sandstein“ Band 2 von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) ist der Glutosteig beschrieben. Irgendwie ist es schon wirklich seltsam, wenn man in Altendorf wohnt und noch nie dort entlanggekommen ist. In den letzten Jahren ist gleich bei der Ochelbaude ein Klettersteig entstanden (der ganz sicher nichts für mich ist), aber dass dort auch noch ein normaler Aufstieg sein soll, ist bei den steilen Wänden nur schwer vorstellbar. Und schon mal direkt vorweg: diese Wanderung führt gleich mehrmals unmarkiert durch die Kernzone und deshalb sollten sich die Leser, die sich regelkonform benehmen wollen, bitte eine andere Wanderung aussuchen.

Natürlich habe ich den Startpunkt nach Altendorf gelegt, aber das bietet sich auch für alle anderen Wanderer an, da man dort auf zwei Parkplätzen kostenlos parken darf. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, für den bietet sich natürlich auch die Bahnlinie durch das Sebnitztal perfekt an. Von den beiden Parkplätzen geht es zuerst auf den Adamsberg. Man folgt der Blick_Adamsberg_Richtung_Tafelberge_kleinAusschilderung Feuerwehrhaus an der Rathmannsdorfer Straße und dann geht es dort auf den gut sichtbaren Adamsberg. Der Aufstieg ist sehr schnell geschafft und man wird mit einer wirklich tollen Aussicht belohnt. Man kann nicht nur in Richtung der Hinteren Sächsischen Schweiz, sondern auch rüber zu den Tafelbergen und auf der Rückseite der Waldkrone zur Vorderen Sächsischen Schweiz blicken.

Die Wanderung geht auf der östlichen (oder auch rechten) Seite den Berg wieder herunter und dann mit der Ausschilderung Kohlmühle Bahnhof ins Sebnitztal abwärts. Der Weg gabelt sich gleich mehrmals, aber man geht immer dem abfallenden Weg hinterher und so gelangt man an die Bahnlinie zwischen Bad Schandau und Sebnitz. Der Wanderweg neben den Gleisen ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert und führt zuerst in Richtung des großen Linoleumwerks. schoenes_Wohnhaus_Kohlmuehle_kleinÜber Jahrzehnte wurde in der Fabrik Fußbodenbelag hergestellt, aber leider ist auch dieser Betrieb dann irgendwann auf der Strecke geblieben. Dabei sollen es aber noch nicht mal die Personalkosten gewesen sein, sondern eher die Erhaltungs- und Unterhaltungskosten für das riesige Betriebsgelände. riesiger_Backsteinbau_Kohlmuehle_kleinIm Augenblick (Sommer 2016) ist eine wilde Diskussion über die weitere Verwendung entbrannt. Das Sonderbarste daran ist, das in dem Gebäude unbekannte Mengen an Altlasten und Schadstoffen lagern sollen. Ich finde es unverantwortlich, wenn die Maschinen aus der Fabrik verkauft, aber die Altlasten einfach dort stehen gelassen werden. Meiner Ansicht nach hätte man mit dem Geld die gröbsten Sachen dort entsorgen müssen.

Der rot markierte Wanderweg führt an der rechten Seite um das Gebäude und den alten Bahnhof Kohlmühle herum und dann in den Ochelgrund hinein. Eigentlich ist ein Wanderweg auf einer Straße immer negativ, aber hier kommen nur sehr wenige Autos entlang und durch die geringe Breite der Straße rast auch keiner durch das Tal. Nach etwas mehr als einem Kilometer passiert man die Ochelmühle. Sandstein_und_Getriebe_Ochelmuehle_kleinAm Straßenrand steht vor der Mühleneinfahrt ein Stahlklotz (ich würde mal auf ein Getriebe tippen) und oben drauf befindet sich ein Sandstein. In den Stein ist ein Wappen gemeißelt und der Spruch „Unser täglich Brot gib uns heute“. Hier unten war nämlich nicht nur eine Mühle, sondern auch ein Bäcker, der mit Pferdegespannen die Brote in den umliegenden Ortschaften verteilt hat.

Die Wanderung geht noch ein kleines Stück weiter, bis die Bahnlinie das nächste Mal unterquert wird. Gleich dahinter kommt auf der linken Straßenseite eine Wiese. Da genau hinter der Eisenbahnbrücke der Aufstieg beginnt, bin ich auf den Bahndamm gestiegen und dann über die Brücke gegangen. Wer nicht ganz taub ist, kann diesen Weg wählen, sonst muss man einen Bogen über die Ochelbaude nehmen. Aber es sollte jedem bewusst sein, dass diese Variante verboten ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite geht es dann nach links an der Felswand aufwärts. Es ist immer wieder verwunderlich, wo man so alles Boofen entdecken kann. Auch hier hat es sich anscheinend jemand unter dem Überhang gemütlich gemacht. Der Aufstieg ist ein Trampelpfad, der aber gut zu erkennen ist. Schon nach wenigen Metern passiert man paar deutlich sichtbare Stufen und spätestens nach 100 Metern Aufstieg biegt der Weg nach rechts in die erste Schlucht ab. schwieriger_Aufstieg_Gluto_Steig_kleinBald sind ein paar Steinstufen erreicht und dahinter befindet sich ein Felsgang, der etwas steiler ist. Diese Stelle kann man trotz der Steigung ganz gut überwinden. Wem die Stelle aber zu steil ist, der kann sie auf der rechten Seite umgehen. Knapp dahinter hat man dann auch schon den Aufstieg gemeistert und man erreicht den Waldrand. Nach der Beschreibung von Axel Mothes hatte ich eigentlich mit einem schwierigeren Aufstieg gerechnet, aber praktisch war er gut zu bewältigen.

Rechts neben dem Aufstieg sind noch ein paar Felsen zu sehen und auf diese sollte man unbedingt einmal vorwandern. Blick_vom_Scheinenhorn_auf_Ochelbaude_kleinDazu geht es ein Stück auf der hinteren Seite um den Felsen herum, um dann hinaufzusteigen. Auf dem sogenannten Scheibenhorn wandert man 100 Meter in Richtung Ochelgrund, um dort eine sehr nette Aussicht zu erreichen. Seltsamerweise ist eine Feuerstelle im Waldboden am höchsten Punkt zu sehen. Irgendwie scheinen manche Mitmenschen durchzuknallen und auf so einem trockenem Riff ein Feuerchen zu machen. Knapp neben der Aussicht ist gut sichtbar ein Stern in den Felsen gemeißelt.

Für die weitere Wanderung geht es wieder über den Felsenausläufer zurück bis zum hinteren Ende und dann nach rechts weiter. Der Abstieg ist ganz gut zu sehen und man landet im Titzengraben. Irgendwie scheint das auch der Abstieg des gegenüberliegenden Klettersteigs zu sein. Der Grund wird deutlich von so einigen Leuten beschritten und es gibt viele kleine Pfade. Im oberen Teil ist quer über den Grund eine Art Seilbahn gebaut worden. Sehr vorbildlich ist, wie das Seil an den Bäumen befestigt wurde. Klettersteig_Ochelbaude_kleinKurz bevor man wieder im Ochelgrund angekommen ist, befindet sich auf der linken Seite der Zugang zum Klettersteig. Die Klammern und Seile sehen sehr gut aus, aber irgendwie kann ich es mir nicht vorstellen, an einer senkrechten Wand hochzuklettern. Aber auch dies scheint doch so einigen Leuten Spaß zu machen, wenn man sich diese Stelle oder die Schäferwand bei Decin ansieht.

An der Ochelbaude angelangt, geht es nach links auf der Zufahrt bis zur Straße durch den Ochelgrund. Zugang_Ochel_Steig_kleinHier wird wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt für 100 Meter weiter gewandert. Kurz bevor man die Straße zwischen Bad Schandau und Hohnstein erreicht, steht auf der rechten Straßenseite eins dieser netten Kernzonenschild. Hier ging für viele Jahrzehnte und sogar Aufstieg_Oechel_Steig_kleinJahrhunderte der Ochel-Steig aufwärts. Heutzutage ist der Aufstieg nur mit sehr viel Fantasie zu erkennen. Die ersten Meter sind relativ steil, aber dann erreicht man einen Ueberhang_Ochel_Steig_kleinÜberhang, an dem ein Felsen mit der Jahreszahl 1785 liegt. Nachdem man den Aufstieg bis hoch auf die Ebene geschafft hat, hält man sich in dem Fichtenwald links und nach ungefähr 150 Metern erreicht man den Ochelweg. Auf diesem geht es erstmal zur Entspannung wunderbar angenehm nach rechts. Der Ochelweg ist so ein richtiges Stiefkind unter den Wanderwegen in der Sächsischen Schweiz. Obwohl der Weg sehr angenehm zu gehen ist, trifft man hier nur äußerst selten andere Wanderer. Insgesamt folgt man dem Weg 1 ½ Kilometer, bis mal wieder nach rechts eines der netten Kernzonenschilder steht. Es ist wirklich faszinierend, dass immer an den interessantesten Stellen diese Schilder aufgestellt wurden. Man kann sich wirklich gut daran orientieren. Zugang_Kalte_Kueche_kleinSchon vor ein paar Jahren ist genau an dieser Stelle eine Fichte in etwas mehr als Kopfhöhe abgebrochen und ebenfalls als Wegkennzeichen gut geeignet. Der gut sichtbare Waldweg geht hier sehr schön gerade in einen Bereich mit mächtigen Buchen. Insgesamt sind es 300 Meter, die man in Richtung Ochelgrund wandert. Dann erreicht man eine größere Fläche. Geradeaus würde es nach 50 Metern ordentlich abwärts gehen und deshalb empfiehlt es sich, nach links weiter über die Ebene zu wandern. Auch hier stehen gleich mehrere richtig dicke Buchen. In der hinteren rechten Ecke beginnt der Abstieg runter zur sogenannten Kalten Küche. Der Pfad führt immer auf dem Grat abwärts und ist eindeutig zu erkennen. schwierige_Stelle_Kalte_Kueche_kleinNur einmal macht der Abstieg einen kleinen Schlenker nach rechts und ein weiteres Mal muss man eine Stufe von einem Meter Höhe überwinden. Ein paar Kerben erleichtern diese Stelle aber. Bei dem Abstieg passiert man auch noch die Ruine einer alten Antenne, die hier im Wald vergessen wurde. Erst ganz kurz bevor man unten angekommen ist versperren ein paar umgefallene Bäume den normalen Pfad und so muss man über diese Baumstämme drüberklettern, um dann noch einen kleinen Bogen nach links einzulegen. Das Ende des Abstiegs führt parallel zu den beiden kleinen Häusern am Ortsrand von Kohlmühle. Auch hier hörte sich die Beschreibung von Axel Mothes schlimmer an, als es wirklich ist. Oder vielleicht ist es, wenn man es einmal geschafft hat (z.B. wie die Häntzschelstiege) auch alles nur noch halb so schlimm.

Für die weitere Wanderung geht es nach links auf der schon bekannten Straße durch Kohlmühle. Damit nicht zu viel auf der bekannten Strecke gewandert wird, geht es gleich hinter der nächsten Kurve an den Garagen entlang. Ruine_Kohlmuehle_kleinDie Wanderung führt hinter einer Ruine mit der Aufschrift „Kolonial- u. Wurstwaren Verkauf“ vorbei. Sie ist von außen gesehen ein schönes, großes Haus, aber vermutlich wird es im Inneren verheerend aussehen. Auf jeden Fall steht es schon seit sehr vielen Jahren leer. Die Wanderung erreicht das Ufer der Sebnitz und dort geht es weiter bachaufwärts. Zuerst werden ein paar Mehrfamilienhäuser und eine Schrebergartenkolonie passiert und dann geht es über die Schienen der Bahnlinie Bad Schandau – Sebnitz. Dahinter folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach links. Es werden zwei größere Wiesen und eine nicht ganz so praktische Fußgängerbrücke passiert. Auf der Brücke muss man so einigermaßen achtgeben, da das Stahlgitter überhaupt nicht für nasse Wanderschuhe geeignet ist. Insgesamt ist man etwas mehr als einen Kilometer auf der Wanderwegmarkierung unterwegs, bis sie hinauf nach Altendorf abbiegt. Damit beginnt der letzte Aufstieg von immerhin 130 Höhenmetern und einem Kilometer Länge. Am Ende des Mühlenweges befindet sich die Hauptstraße (Sebnitzer Straße) von Altendorf, auf der man noch ein paar wenige Meter nach rechts bis zum Ausgangspunkt gehen muss.

Ich fand diese Runde überraschend schön, da sie selbst für einen Einheimischen aus Altendorf ganz viele neue Stellen ergab. Es ist doch zu seltsam, wenn man kreuz und quer fast jeden Weg in der Sächsischen Schweiz kennt, sich aber gleich vor der Haustüre drei unbekannte Pfade (Gluto-, Ochelsteig und Kalte Küche) verstecken.

Schwarzbachtal

Die Wanderung durch das Schwarzbachtal gehört schon seit wirklich vielen Jahren zu meinen Lieblingsstrecken. Das Schöne an ihr ist eine wunderbare Ruhe, selbst wenn im Nationalpark mal wieder Hochbetrieb herrscht. Der beste Startpunkt für diese Runde ist Altendorf. Hier findet man zu jeder Zeit einen Parkplatz und das netterweise sogar kostenlos. Adamsberg_vom_Fussballplatz_gesehen_kleinEs ist egal, auf welchem der beiden Parkplätze man sein Auto abgestellt hat, es geht zuerst mal über die Rathmannsdorfer Straße in Richtung Feuerwehrhaus und dann weiter zum Adamsberg. Der Adamsberg ist ein unscheinbarer Hügel, der sehr schnell bestiegen ist, aber dafür eine supertolle Aussicht auf fast die komplette Sächsische Schweiz liefert.

Auf der rechten (östlichen) Seite des Adamsbergs befindet sich der einzige Blick_vom_Adamsberg_ueber_Sebnitztal_kleinoffizielle Zugang auf den Berg und an dessen Ende weist ein Wegweiser mit der Aufschrift Kohlmühle Bf den weiteren Weg. Auch wenn sich der Weg gleich mehrere Male gabelt, so muss man einfach nur immer abwärts gehen. Der Waldweg endet an einem Rastplatz neben der Bahnlinie. Der Pfad neben der Bahnlinie ist markiert mit dem gelben Strich gelber Strich und man folgt ihm für diese Wanderung nach rechts. stabile_Fussgaengerbruecke_Kohlmuehle_kleinSchon nach ein paar Metern (weniger als 200 Meter) passiert man eine der tollen neuen Fußgängerbrücken, die nach dem Hochwasser 2013 gebaut worden sind. Diese Brücken sehen aus wie eine Eisenbahnbrücke im Verkleinerungsmaßstab und dadurch wirken sie unverwüstbar. Nach einem weiteren Teilstück von ½ Kilometer erreicht man eine andere Fußgängerbrücke, bogenfoermige_Fussgaengerbruecke_Sebnitz_kleindie viel filigraner wirkt, aber einen gravierenden Nachteil hat. Wenn man durch die feuchte Wiese gelaufen ist, sollte man sich auf der Brücke unbedingt am Geländer festhalten. Durch die Bogenform rutscht man sonst sehr schnell aus und das kann die Wanderung ordentlich verderben. Schon bald erreicht man ein altes Bahnwärterhäuschen und hier werden die Gleise des „Wildschweinexpresses“ (zumindest nennen die Altendorfer die Bahnlinie so) überquert. Gleich hinter dem kleinen Bahnübergang sieht man zwei Brückenauflager (komische Betonklötze links und rechts des Weges). Sie stammen von der Schmalspurbahn durch das Schwarzbachtal. Vor dem rechten Brückenauflager führt ein Trampelpfad hinauf. Man könnte zwar auch weiterhin dem gelben Strich folgen, aber dieser Streckenverlauf ist viel interessanter. Auf dem ursprünglichen Bahnkörper angekommen, wandert man ein paar Meter weiter, um dann eine besondere Überquerung der Sebnitz zu erreichen. Es handelt sich um ein Weg_ueber_das_Viadukt_Sebnitzbach_kleinViadukt aus Beton, das zwar schon seit vielen Jahrzehnten (stillgelegt am 27.5.1951) nur noch als Fußgängerbrücke benutzt wird, aber dessen Ursprung als Eisenbahnbrücke noch gut zu erkennen ist. Seltsamerweise haben mit dieser Brücke so einige Wanderer ein Problem, da es nur an einer Seite ein Geländer gibt. Zwar kann man sich noch so gut einreden, dass man auch nicht von einem drei Meter breiten Bürgersteig runterfallen würde, aber wenn das Gehirn verrücktspielt, dann muss man die paar Meter zurück und auf der gelben Wanderwegmarkierung weiter wandern.

Damit verpasst man dann aber auch die nächste Attraktion in weniger erster_unten_Tunnel_Schmalspurbahn_Schwarzbachtal_kleinals 100 Metern. Hier unterquert man mit einem 63 Meter langen Tunnel den Gratweg zwischen dem Goßdorfer Raubschloss und der Ortschaft Goßdorf. Das ist immer wieder unterhaltsam und besonders Kinder haben an dieser kleinen Erkundung einen riesigen Spaß. Besonders ungewöhnlich ist, dass es im Sommer in dem Tunnel viel dunkler ist als in der blattlosen Zeit. Hinter dem Tunnel erreicht man wieder die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich, auf der es geradeaus weiter geht. An der nächsten Kurve fällt einerseits auf, dass hier die Bahnlinie durch einen Ausläufer des Berghanges gehauen wurde und andererseits der empfohlene Wanderweg nach rechts abbiegt. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt über eine kleine Brücke und dann parallel zum Schwarzbach weiter. Schwarzbachueberquerung_kleinMan hätte auch auf der alten Bahntrasse weiter aufwärts wandern können, aber der schönere Weg ist tatsächlich der rechts (von unten gesehen) vom Bach. An der Bahntrasse steht lustigerweise ein riesiges Schild mit der Aufschrift Schwarzbachtal. Nach ein paar hundert Metern wird der Schwarzbach mal wieder überquert und schon bald geht es auf einem Stück Bahntrasse weiter. oeberer_Tunnel_Schwarzbachbahn_kleinDer Weg durch das Schwarzbachtal ist immer, egal ob im Hochsommer oder im tiefsten Winter, schön abwechslungsreich. Der breite Wanderweg verlässt die Bahntrasse auch mal wieder und man romantischer_Schwarzbach_kleinkann noch die Reste von weiteren Bahnbrücken neben dem Wanderweg entdecken. Ich bin mal sehr gespannt, ob der Schmalspurbahnverein Lohsdorf es schafft, die Bahntrasse im Schwarzbachtal zu reanimieren. Zumindest sind im Jahr 2015 aufwendige Rodungsarbeiten auf der Bahntrasse durchgeführt worden, aber es dürfte bestimmt noch ein Riesenaufwand sein, die notwendigen vorbereitenden Arbeiten durchzuführen.

Die Wanderung führt auf der rechten Seite einer großen Wiese herum und erreicht dann einen Wegweise (Ulbersdorf 30 min) nach rechts. Der Weg ist erst in den letzten Jahren mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich gekennzeichnet worden. Die ersten Meter sind etwas steiler, aber dann ist es ein sehr angenehmes Stück bis an den Ortsrand von Ulbersdorf. Auf der linken Wegseite ist in 5 Kilometern der Unger mit seinen beiden Türmen zu sehen. Blick_ueber_Ulbersdorf_kleinNachdem man die ersten Häuser und die erste Straße (Hutbergweg) von Ulbersdorf erreicht hat, geht es nach rechts auf der Dorfstraße mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich weiter. Hier reihen sich ein paar Häuser an der Straße entlang, die aber, je Blick_von_Rastplatz_Schirm_Richtung_Mittelndorf_klein weiter man wandert, desto weiter auseinander stehen. Schon bald hat man auf der linken Straßenseite einen sehr schönen Blick über die Ortschaft hinweg auf die Landschaft rund um Sebnitz. Hinter dem letzten Haus auf der rechten Straßenseite biegt die grüne Wanderwegmarkierung nach rechts ab und es geht ein paar Meter (½ Kilometer) bis zur Schutzhütte mit dem Namen Schirm. Von hier kann man angenehm ruhig in die Richtung der Hinteren Sächsischen Schweiz blicken.

Von diesem Rastplatz geht es weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Waldrand. Gleich am Waldrand angekommen, biegt die Wanderung nach links ab und folgt leicht abfallend der Wanderwegmarkierung. Insgesamt geht es auf diesem Waldweg einen Kilometer abwärts. Zwischendurch gabelt sich der Weg mehrmals, wenn man sich aber bewusst ist, dass es immer abwärts geht, dann sind selbst die fehlenden Wegmarkierungen gar nicht so schlimm. Man erreicht die Talsohle am ehemaligen Mittelndorfer Bahnhof. Sehr seltsam ist, dass diese kleine Haltestelle inzwischen komplett eingestellt worden ist. Bisher war es so, dass der Zug nur bei Bedarf angehalten hat, aber ganz stillschweigend ist der Haltepunkt ganz gestrichen worden. Natürlich ist diese Stelle mitten im Sebnitztal nicht gerade eine der viel benutzten Ein- und Ausstiege, wenn man aber irgendwann nur noch die großen Stationen bzw. Städte verbindet, dann fährt auch keiner mehr mit der Bahn.

Nachdem man die Bahnlinie unterquert hat, geht es nach rechts weiter auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt. Der Wanderweg führt zwischen dem Sebnitzbach und dem Bahndamm entlang und man hat sehr gut die Möglichkeit, den Bach zu beobachten. Es ist sehr interessant, wie der Bach immer mal wieder seinen Verlauf ändert und noch besser wäre es, einen der neuen Bewohner des Bachs zu sehen. Leider habe ich bisher nur die Spuren der Biber an wirklich vielen Stellen entdeckt, aber die Tiere selber habe ich noch nie gesehen. Vermutlich sind sie eher in den Abend- und Nachtstunden unterwegs und das ist nicht meine bevorzugte Wanderzeit. Schon bald erreicht man eine große Wiese, an deren linker hinterer Ecke der Wanderweg die Sebnitz überquert. Direkt hinter der Brücke befand sich die Buttermilchmühle, die  am 28. Mai 1985 durch Blitzeinschlag abgebrannt ist. Zuerst war es tatsächlich nur eine Mühle, wandelte sich aber schnell zu einer Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeit. Jetzt ist nur noch das Areal mit ein paar Fundamentresten, Teilen des Mühlgrabens und einem kleinen Felsenkeller zu entdecken. Heutzutage hätte eine Gaststätte hier unten im Tal aber wohl überhaupt keine Chance, auch nur andeutungsweise wirtschaftlich zu arbeiten. Es ist schon wirklich verwunderlich, wie das früher klappen konnte.

Was ich immer wieder toll finde, ist das kleine Wasserrad, wenn man ein paar wenige Meter weitergewandert ist. Das Ulkige ist, dass der Kohlbach, der von links den Hang herunterläuft, auch im heißesten Sommer immer reichlich Wasserrad_an_der_Buttermilchmuehle_kleinWasser führt und damit das Wasserrad antreibt. Hier hat irgendjemand immer Detail_Wasserrad_Buttermilchmuehle_kleinwieder Spaß und baut kleine Wasserräder. Da ist man selbst als erwachsener Mann drüber erfreut und muss ein bisschen dran herumspielen. Und wenn es nur ein paar Stöckchen oder Laub sind, die entfernt werden, aber ein paar kleine Spielereien müssen einfach sein.

Der Wanderweg erreicht kurz hinter dem Buttermilchmühlengrundstück eine Wegkreuzung, an der es nach links  auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich den Berg nach Altendorf hoch geht. Ziemlich am Ende des Aufstiegs passiert man den unscheinbaren Pinsenberg und dann geht es die letzten Meter (¾ Kilometer) bis nach Altendorf. Im Ort angekommen muss man noch ein paar Meter auf der Hauptstraße (Sebnitzer Straße) nach rechts wandern, um dann den Ausgangspunkt zu erreichen. Damit ist eine sehr nette Runde zu Ende gegangen, die ich persönlich sehr gerne unternehme, wenn es mal wieder so richtig in der Sächsischen Schweiz brummt und man jede Aussicht mit ein paar dutzend anderen Wanderern teilen müsste.

Adamsberg

In dem Wanderführer Genusswandern Sächsische Schweiz vom Bruckmann Verlag (www.bruckmann.de) ist eine nette Wanderung von Bad Schandau zum Altendorfer Adamsberg beschrieben. Das hat mich darauf gebracht, dass ausgerechnet unser Altendorfer Hausberg bei uns noch keine eigene Wanderung erhalten hat und das musste gleich mal geändert werden.
Der Startpunkt liegt also in Bad Schandau, an der Poststraße bzw. am Anfang des Panoramawegs. Kletterwand_oberhalb_Bad_Schandau_kleinDieser Wanderweg, der sich bis hinauf nach Saupsdorf hinzieht, hat die eigene Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Der Zugang ist sehr einfach zu finden und gleich auf den ersten paar Metern steht auch eine Wanderkarte mit dem kompletten Verlauf des Panoramawegs. Zuerst geht es ein paar Stufen aufwärts, bis man einen Ministeinbruch erreicht. Hier sind einige Klettergriffe im Felsen montiert und so lassen sich sogar in kleiner Höhe ein paar Kletterversuche unternehmen. Natürlich sollte man nicht zu übermütig werden und möglichst in der Nähe des Bodens bleiben. Sehr interessant sind auch die Inschriften an den Felsen. So kann man ein paar Namen dort lesen und die dazugehörenden Jahreszahlen (1882 und 1889) deuten darauf hin, dass hier schon seit langer Zeit Wanderer vorbeikommen.
Aus dem Steinbruch führt eine Blick_Schlossberg_Bad_Schandau_klein Eisentreppe ein Stück aufwärts und schon bald erreicht man die Zaukenpromenade. Auf diesem Waldweg könnte man nach links zum Zaukenhorn wandern, aber die Aussicht nach rechts (ehemalige Schloßbastei) ist einfach viel schöner. Von den Terrassen der ehemaligen Gaststätte hat man einen hervorragenden Blick über Bad Schandau.
Gleich gegenüber vom Zugang der Schlossbastei führt die gelbe Wanderwegmarkierung den Hang weiter aufwärts. Ruine_Schomberg_Bad_Schandau_kleinNach wenigen Metern Aufstieg steht man auf einmal vor der Ruine Schomburg. Auch wenn der Turm den Eindruck macht, dass er uralt wäre, ist er erst 1883 erbaut worden. Trotzdem ist die Stelle schon in frühen Jahren (vor 1419) als Strom- und Straßenwarte genutzt worden. Gratweg_Schomburg_Kiefricht_kleinWenn denn die Bäume heutzutage nicht ganz so hoch gewachsen wären, dann könnte man sich das von der Spitze des Turms ganz hervorragend vorstellen. Heutzutage sind noch zwei Sichtachsen, in Richtung der Elbebrücken und zum Schneckenbad, vorhanden. Die Wanderung führt über den Gratweg weiter bis zur Kleingartenanlage Kiefricht. Im Gegensatz zu relativ vielen anderen Schrebergärten sehen hier die meisten Parzellen noch genutzt aus. Aber auch hier ist festzustellen, dass es einen Wandel von Gemüsebeten hin zu Erholungsgärten gibt.
Wenn man auf dem rechten Weg durch die Gärten wandert, dann kann man in der Verlängerung schon den Namensgeber der Wanderung, den Adamsberg, entdecken. Am anderen Ende der Kleingartenanlage erreicht man einen großen Parkplatz. Rechts von dem Parkplatz befinden sich gleich drei besuchenswerte Stellen. Zuerst ist es die auffällige Stele, die an Schiller erinnert. Dann befindet sich gleich unterhalb der Säule eine kleine Grotte mit einem Tonnengewölbe und kurz vor dem Abstieg (der hier aber nicht begangen wird) eine nette, ruhige Aussicht in Richtung Ostrau und zu den Schrammsteinen. Die Wanderung führt diagonal über den Parkplatz hinweg, um der gelben Wanderwegmarkierung weiter zu folgen. Zuerst schlängelt sich der Panoramaweg am Waldrand entlang und dann runter ins Goldgründel. Blick_Panoramaweg_Adamsberg_kleinDer Grund ist nur eine kleine Senke, die schnell passiert ist und dann geht es auch schon wieder aus dem Wald heraus. Nach einem kurzen Stück über die Felder weiß man sehr schnell, warum der Weg Panoramaweg heißt. Blick_Panoramaweg_Vordere_Saechsische_Schweiz_kleinNach links sieht man den eher unauffälligen Adamsberg und rechts ein fantastisches Bild vom Falkenstein und den Schrammsteinen. Auch wenn eigentlich ein schnurgerader Weg über Felder sonst eher langweilig ist, ist das mit dieser Aussicht überhaupt nicht der Fall und so erreicht man bald den südwestlichen Rand von Altendorf. Auf dem Wiesenweg geht es nach links in Richtung Adamsberg. Nach ein paar hundert Metern ist die Durchgangsstraße (Sebnitzer Straße) erreicht, der ein sehr kurzes Stück nach links gefolgt wird, und dann führt die Alte Rathmannsdorfer Straße nach rechts. Gleich hinter dem Sportplatz führt ein Feldweg bis zum Adamsberg. Blick_vom_Adamsberg_auf_Schrammsteine_kleinDer Aufstieg ist schnell geschafft und schon wird man mit einer sehr schönen Aussicht belohnt. Blick_vom_Adamsberg_auf_Altendorf_kleinIn dem kleinen Wäldchen auf dem Gipfel führt ein Rundweg entlang, an dem gleich mehrmals Blicke in alle möglichen Himmelsrichtungen möglich sind. Es ist immer wieder verwunderlich, dass auf dem doch sehr einfach zu erreichendem Berg nur wenige Besucher anzutreffen sind. Ganz besonders, wo man so knapp vor der Aussicht sogar einen immer freien Parkplatz findet.
Der Rückweg führt zunächst auf dem gleichen Weg erstmal bis zur Durchgangsstraße (Sebnitzer Straße) zurück. Diese wird nach links gewandert, ein Ministück weiter als beim Hinweg (insgesamt 120 Meter). Hier biegt die Untere Dorfstraße nach rechts ab. Auch wenn diese Straße einmal komplett durch den unteren Teil der Ortschaft führt, so halten sich der Verkehr und die Geschwindigkeit der Autos im erträglichen Rahmen. Die Straße und der Lemmebank_Altendorf_kleindarauffolgende Wanderweg sind mit dem roten Strich roter Strich markiert. Kurz hinter dem Dorfrand passiert man eine Bank mit dem Gedenkstein an den Heimatforscher und Felsmurmel_am_Loewenkopf_kleinDorflehrer Hermann Lemme und dann geht es auch schon in die Richtung der Altendorfer Dorfbachklamm. Bevor es die ersten Stufen in den Grund hinein geht, bietet es sich an, kurz geradeaus zu wandern und an der Felsmurmel namens Löwenkopf einen Blick über das Kirnitzschtal zu genießen. Dadurch, dass an dieser Stelle das Kirnitzschtal am engsten ist, hat man natürlich auch einen sehr guten Blick auf die gegenüberliegende Felswand.
Der Abstieg in der Gitterrosttreppe_Altendorfer_Dorfbachklamm_kleinDorfbachklamm erfolgt über Holzstufen, Felsmurmeln und zwei relativ lange Gitterrosttreppen. Obwohl der Malerweg über diese Stufen ins Kirnitzschtal absteigt, trifft man hier relativ selten andere Wanderer an. Wenn man die lange Stahltreppe hinuntersteigt, dann sieht man zwar, dass dort der Dorfbach aus den Felsen austritt, aber dass es eine relativ lange Höhle (33 Meter lang und 19 Meter tief) ist, sieht man nicht. Praktisch lässt sie sich auch nur schwer und schmutzig erkunden. Der Weg durch die Dorfbachklamm ist noch gar nicht so alt (1938), was bei einem solchen Verbindungsweg sehr ungewöhnlich ist. Im Ursprung führte ein kleinerer Pfad, der Steinbrecherweg, auf der linken Seite vom Löwenkopf hinunter, der aber bei weitem nicht so angenehm zu gehen ist wie der heutige Weg.
Der Abstieg endet auf der Hartungpromenade, der man nach rechts weiter auf der roten Wanderwegmarkierung folgt. Dieser Waldweg ist wirklich super angenehm zu gehen und man hat immer mal wieder etwas anderes zu entdecken. So kann man die Kirnitzsch beobachten, die uralten Einbuchtungen für eine kurze Rast nutzen, die Gaststätte Waldhäusl umrunden oder auch einkehren und natürlich die Straßenbahnen mit ihrem Depot sehen. Im Sommer 2014 (02. September) ist kurz hinter dem Straßenbahndepot ein Felssturz passiert, der schon ziemlich gewaltig war. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen, obwohl die größte Murmel (30 Kubikmeter und 70 Tonnen schwer) mitten auf die Fahrstraße gepurzelt ist. Heutzutage erinnert nur noch der neu errichtete Fangzaun an dieses Ereignis.
Die Hartungpromenade endet am ersten Haus auf der rechten Straßenseite. Kneippbecken_im_Kurpark_Bad_Schandau_kleinVon dort geht es am besten auf der linken Straßenseite weiter bachabwärts. Schon bald wird die Kirnitzschtal-Klinik erreicht und unterhalb von ihr beginnt auch der Kurpark. Durch diesen kann man sehr schön schlendern und das Spiel des Baches beobachten. Am unteren (südlichen) Ende des Parks ist dann auch schon die Poststraße erreicht und damit der Anfangspunkt dieser sehr netten, kleinen Runde.

Alte Ulbersdorfer Straße

Als ich mal wieder mit dem Finger über die Wanderkarte Bad Schandau von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) gefahren bin, ist mir ein Eintrag „Alte Ulbersdorfer Straße“ zwischen Altendorf und Mittelndorf aufgefallen. Wenn man als Ausgangspunkt Altendorf hat, dann muss so etwas untersucht werden und deshalb haben wir uns das in den Osterferien das erste Mal angesehen. Der Startpunkt liegt also in Altendorf und es geht auf der Hauptstraße (bzw. die Straße heißt offiziell Sebnitzer Straße) in Richtung Mittelndorf/Sebnitz. Schrammsteine_vom_Panoramaweg_bei_Altendorf_kleinKurz hinter dem Ortsausgang biegt nach rechts der Panoramaweg ab, von dem man selbst in diesem vorderen Teil schon einen netten Blick rüber auf die Felsenkette der Schrammsteine und Affensteine hat. Dem Weg folgt man ein Ministück von 300 Metern, um dann wieder zurück nach links auf die Landstraße zu gehen. Folgenweg_bei_Altendorf_kleinAuf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Feldweg auf die Ebene in nördliche Richtung. Dabei handelt es sich schon um die Alte Ulbersdorfer Straße bzw. ein weiterer Name ist Folgenweg. Von diesem Weg hat man einen guten Blick nach rechts auf den Mittelndorfer Weinberg und damit auf das leuchtend rote Ferienwohnungshaus (www.weinberghaus-saechsische-schweiz.de).
Nachdem man 400 Meter auf dem Feldweg gewandert ist, macht dieser einen deutlichen Schlenker und auf der rechten Seite kommt der Wald dem Weg am nächsten. Alte_Ulbersdorfer_Strasse_bei_Altendorf_kleinGleich in dem Zipfel beginnt die eigentliche Alte Ulbersdorfer Straße. Auch nach Jahrzehnten des Nichtbenutzens ist der Weg noch deutlich zu erkennen. Als wir den Weg das erste Mal zu Ostern hinunter gegangen sind, war er etwas leichter zu wandern, da er noch nicht mit Farn und Brombeerranken zugewuchert war und wir durch die tieferen Temperaturen mit langen Hosen unterwegs waren. Das war auf der nächsten Erkundung im Sommer natürlich ganz anders und erschwerte den Abstieg ein wenig. Diese zugewucherten Teilstücke sind aber nur auf ganz wenigen Abschnitten, wodurch man die Richtung sehr gut erkennen kann. Der Weg führt immer weiter runter ins Sebnitztal und am Ende im Tal wechselt der Untergrund in einen dichten grünen Teppich an kleinen Pflänzchen.
Im Tal angekommen, hält man sich rechts auf einem deutlich sichtbaren Pfad, der nach ¼ Kilometer einen Wegweiser_aus_Sandstein_im_Sebnitztal_kleinuralten Wegweiser passiert. Hier stößt man auf die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, der nach links weiter gefolgt wird. Schon nach wenigen Metern kam im Jahre 2012 fehlende_Bruecke_unterhalb_Mittelndorfer_Bad_kleineine Hürde, die zumindest im Winter überhaupt keinen Spaß mehr macht. Hier ist durch das Hochwasser 2010 die Brücke über die Sebnitz weggespült worden und wir hatten keine Lust, durch das bibberkalte Wasser zu waten. Damit haben wir den ersten Versuch abgebrochen und es kam zum zweiten Anlauf im Sommer. Bei angenehmeren Temperaturen ist es kein großes Problem mehr, die Wandertreter auszuziehen und die Füße ein paar Meter zu kühlen. Grundsätzlich soll aber im nächsten Jahr (2013) die Brücke wieder aufgebaut werden und dann ist die Bachüberquerung wieder vollkommen unkompliziert möglich.
Mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich erreicht man dann Saechsisch-Boehmischen_Nationalparkbahn_Sebnitztal_kleinbald die Haltestelle Mittelndorf der Sächsisch-Böhmischen Nationalparkbahn. Die Bahnlinie wird nur unterquert und dann beginnt der Aufstieg nach Ulbersdorf. Ziemlich ungewöhnlich an dem Waldweg ist, dass er zum Teil in einer tiefen Furche verläuft. Nach einem Kilometer und Gipfel_Schirm_bei_Ulbersdorf_klein120 Höhenmetern erreicht man den Waldrand und vor einem befindet sich rechts vorne eine Schutzhuette_auf_dem_Ulbersdorfer_Schirm_kleinAllee und ein Miniwäldchen. Der kleine Wald ist ein unscheinbarer Gipfel mit einer Schutzhütte, bei der man sehr ungewöhnliche Fundamente entdecken kann. Es handelt sich um ausrangierte Grabsteine. Der Gipfel wird Schirm genannt und bietet eine nette Fernsicht auf die Hintere Sächsische Schweiz.
Die weitere Wanderung führt in Richtung Ulbersdorf und gleich am Ortsrand stehen mehrere Bänke, die zum Verweilen und Genießen der Landschaft einladen. Sehr auffällig an der Ortsstraße ist, dass die vereinzelten Häuser mit riesigen Grundstücken alle auf der linken Straßenseite stehen. Brieftraegersteig_bei_Ulbersdorf_kleinNach den ersten vier Häusern auf der linken Seite biegt nach links ziemlich versteckt der gelb markierte Briefträgersteig gelber Strich ab. Dieser Weg führt sehr angenehm runter ins Schwarzbachtal und erreicht dort den gut ausgebauten Waldweg an der großen Schutzhütte. Hier führt die Wanderung nach links das Schwarzbachtal weiter herunter. Schon nach wenigen Metern gabelt sich der Weg. Entweder geht man auf dem kleineren Wanderweg nach links weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung oder man folgt rechts dem breiteren Weg auf der ehemaligen Schmalspurbahn. Beide Wege haben schon etwas Besonderes, 38_Meter_Tunnel_Schmalspurbahn_Schwarzbachtal_kleinder linke führt gleich zwei Mal über den Schwarzbach und ist kleiner und abwechslungsreicher, der rechte führt gleich zum Anfang durch einen Tunnel (38 Meter lang) und ist einfacher zu gehen. Beide Wege stoßen nach einem Kilometer wieder aufeinander und es geht weiter auf der ehemaligen Bahntrasse. 63_Meter_Tunnel_Schmalspurbahn_Schwarzbachtal_kleinSchon nach 100 Metern verlässt die Wanderung die markierten Wanderwege und man wandert geradeaus auf einen weiteren Tunnel drauf zu. Dieser Tunnel ist ein Stück länger (63 Meter) als der erste und dadurch auch schon ein ganzes Stück dunkler. Netterweise ist der Untergrund in dem Tunnel aber ziemlich eben und so kommt man auch ohne Beleuchtung ganz gut durch. Auf der anderen Seite geht es gleich mit einem Viadukt über die Sebnitz weiter. Über dieses Viadukt staune ich immer wieder. Einerseits finde ich es sehr verwunderlich, dass so ein Bauwerk mehr als ein halbes Jahrhundert dort steht und immer noch unbeschädigt ist und andererseits noch kein Sicherheitsfanatiker auf die Idee gekommen ist, dort Warnschilder (z.B. Benutzen auf eigene Gefahr) aufzustellen oder sie sogar zu sperren. Das wird bestimmt bald kommen, denn in einem Land, wo man Schilder aufstellt, dass es dort, wo geputzt wird, nass ist, in solch einem Land kann es doch nicht sein, dass man über eine Brücke wandert, die nicht jährlich geprüft wird und auf beiden Seiten ein genormtes Geländer hat.
Eigentlich müsste die Wanderung auf der Bahntrasse weiter gehen bis kurz vor die Ortschaft Kohlmühle, aber leider fehlen ein paar Streckenteile dazu. Deshalb geht es ein paar Meter hinter dem Viadukt von dem Bahndamm herunter (hier fehlt die ehemalige Brücke) und nach links über die Bahngleise der Sächsisch-Böhmischen Nationalparkbahn. Hier ist der Wanderweg wieder mit dem gelben Strich gelber Strich gekennzeichnet und führt weiter zwischen ein paar großen Wiesen und der Bahntrasse. Die Sebnitz wird ein weiteres Mal auf einer neu aufgebauten Bogenbrücke überquert und dann ist auch schon der Ortsrand von Kohlmühle erreicht. Wenn man denn dann dem gelb markierten Wanderweg weiter folgt, wird man die nächste Brücke entdecken, die beim Hochwasser 2010 zerstört wurde. Es ist eine kleine Fußgängerbrücke, die sich gleich neben der Eisenbahnbrücke befand. Ich möchte keinen dazu auffordern, die 10 Meter auf der Eisenbahnbrücke zu bewältigen, aber die Bahn verkehrt hier nicht gerade mit einer besonders hohen Taktrate und praktisch ist der Zug auch kaum zu überhören.
Hinter dieser Brücke geht es auf einem kleinen Pfad am Bahndamm entlang, bis die erste Möglichkeit kommt, nach links den Berg aufwärts abzubiegen. Hier befindet sich ein Rastplatz und außerdem ist hier das letzte Ziel mit Altendorf ausgeschildert. Der Waldweg steigt schon so einigermaßen steil an und kurz nachdem man aus dem Wald wieder herauskommt, ist auch der Ausgangspunkt der Wanderung in Altendorf erreicht. Diese Wanderung ist keine der besonderen Touren in der Sächsischen Schweiz, aber immerhin eine der sehr abseits gelegenen Wanderungen, auf der nur ganz wenige andere Wanderer anzutreffen sind.

Altendorfer Steinbrecherweg

Auf den Wanderweg bin ich durch den Stiegenführer Teil 1 von Axel Mothes gekommen. Dass irgendwo in der Nähe von Altendorf ein Weg ist, den ich nicht kenne, konnte ich einfach nicht glauben und deshalb musste die Strecke gleich ausprobiert werden. Meine Frau behauptete zwar, dass ich schon einmal mit ihr über den Weg gegangen bin, aber irgendwie kann ich mich nicht erinnern. Mal schauen, wenn ich den Weg gehe, ob die Erinnerung wieder kommt.
Der Start ist in Altendorf und hier bietet sich am besten der Parkplatz unterhalb des Heiteren Blicks
(www.heiterer-blick.info) an. Auf der Hauptstraße geht es bis 10 Meter vor das Ortsende. Hier kreuzt die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Es geht nach rechts die Straße Zum Hegebusch herunter. Da Altendorf keine riesige Ortschaft ist, erreicht man nach 450 Metern den Ortsrand. Der Ortsrand verschiebt sich gerade weiter in Richtung Kirnitzschtal, da hier ein kleines Neubaugebiet entsteht. Im Moment (2006) sieht es noch ganz witzig aus, da auf dieser Fläche nur ein paar einzelne Häuser stehen. Ich bin immer wieder verwundert, in welcher kurzen Zeit hier Häuser entstehen können. So war es bei dieser Wanderung, dass ich vor 6 Wochen das letzte Mal die Neubausiedlung gesehen habe und gerade der Keller von einem Haus ausgehoben wurde. Jetzt stand an der Stelle ein vollständiges Haus und man war fleißig damit beschäftigt, den Innenausbau durchzuführen. Am Waldrand angekommen, weist ein Schild drauf hin, dass hier die Grenze des Nationalparks Sächsische Schweiz ist. Im ersten Augenblick sieht es so aus, als wenn der Weg nach rechts weiter gehen würde, aber ich empfehle eine kleine Abkürzung, die gleich hinter dem Schild in den Wald führt. Der Weg ist etwas steiler, aber trotzdem ganz gut zu gehen. Auch dieser Pfad schlägt die rechte Richtung ein, da sonst das Gefälle für einen normalen Abstieg zu steil wäre. Nach ein paar Metern (ca. 200 Meter) erreicht man den Verbindungsweg von Altendorf zur Ostrauer Mühle.  Altendorfer_Steinbrecherstiege_kleinDiesem breiteren Weg folgt man jetzt nach links, den Hang weiterhin abwärts bis zum Campingplatz Ostrauer Mühle (www.ostrauer-muehle.de). Der Campingplatz bietet auch Nicht-Gästen die Möglichkeit sich kurz zu erfrischen, um dann den Aufstieg aus dem Kirnitzschtal zu meistern.
Es geht nach rechts am Bach talabwärts, auf ein paar Metern dem Flößersteig
grüner Querstrich hinterher. Gleich hinter dem Campingplatz Ostrauer Mühle verläuft der gerade erwähnte Flößersteig oberhalb der Straße auf dem Promenadenweg weiter.  Altendorfer_Steinbrecherweg_kleinDieses Teilstück ist sehr angenehm zu gehen und man kann sich bestimmt sehr gut vorstellen, wie in weit vergangenen Zeiten die Bad Schandauer Kurgäste hier entlang flaniert sind. Nach ungefähr ½ Kilometer zweigt nach rechts der schon bekannte rote Strich roter Strich in die Altendorfer Dorfbachklamm ab. Über diesen Pfad steigt man zunächst 79 Stufen aus dem Kirnitzschtal empor. Hinter der 79. Stufe biegt man nach rechts ab. Auch wenn es an der Stelle nicht so aussieht, als wenn der Weg hier weiter geht, so muss man nur ein paar Meter höher steigen, dann sieht man auf der linken Seite am Hang ein paar Stufen.  Durchgang_am_Loewenkopf_kleinDer Aufstieg ist nicht besonders schwer oder kompliziert und man kommt unterhalb vom so genannten Löwenkopf wieder heraus. Der Löwenkopf ist eine größere Felsmurmel, die zum Verweilen einlädt. Wenn man von dieser Aussicht auf die gegenüberliegende Seite blickt, dann kann man sich kaum vorstellen, dass dazwischen eine fast 110 Meter tiefe Schlucht liegt. Das Teilstück zwischen der Ostrauer Mühle und der Altendorfer Dorfbachklamm ist aber auch die engste Stelle des ganzen Kirnitzschtals.
Kurz hinter dem Löwenkopf geht es wieder auf dem rot markierten Weg weiter den Berg hinauf. Der Aufstieg verläuft zuerst noch auf einem Waldweg, geht aber dann in einen breiteren Forstweg über, um nun das letzte Stück in Altendorf zu bewältigen. 
Ausblick_am_Loewenkopf_kleinDamit man möglichst wenig auf der viel befahrenen Hauptstraße wandern muss, empfehle ich, am unteren Löschteil nach links auf den Wiesenweg abzubiegen. Dieser führt am westlichen Rand von Altendorf entlang und erreicht die Hauptstraße – eigentlich heißt die Straße Sebnitzer Straße – kurz vor dem Ausgangspunkt.
Damit ist eine sehr kurze Runde beendet, die meiner großen Tochter und mir ganz gut gefallen hat. Ich glaube zwar nicht, dass irgendjemand extra von weither anreist um dann diese kleine Runde zu absolvieren, aber vielleicht hat ja irgendein Gast des Heiteren Blicks nach einem ordentlichen Essen das Bedürfnis, einen etwas anspruchsvolleren Verdauungsspaziergang zu machen. Oder ein Gast des Campingplatzes möchte noch eine kleine Abendrunde veranstalten. Leider kann ich mich immer noch nicht dran erinnern, ob ich diese Wanderung tatsächlich schon mal gemacht habe. Anscheinend ist der Altendorfer Steinbrecherweg mit irgendeiner grauen Zelle auf der Strecke geblieben. Aber das soll ja auch nicht schlecht sein, weil so kann man immer wieder neue Stellen entdecken.  

Angst

Diese Runde ist eine kleine Entdeckungstour, die ein wenig nachdenklich machen kann, aber zu einem Punkt führt, den nur ganz wenige Besucher der Sächsischen Schweiz jemals sehen werden. Praktisch ist dieser Punkt sogar in der Karte Brand-Hohnstein von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) eingetragen, aber irgendwie habe auch ich ihn über Jahrzehnte übersehen.
Der Startpunkt liegt am oberen Ende des Schwarzbachtals bzw. dem Schmalspurbahnhof Lohsdorf. Von hier geht es auf der alter_Bahndamm_Schwarzbachtal_kleinWanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in das überraschend ruhige Schwarzbachtal. defekte_Bruecke_Schmalspurbahn_Schwarzbachtal_kleinDurch das Tal ist bis zum Jahre 1951 die Schmalspurbahn gefahren und diese Bahntrasse kann man auch jetzt noch deutlich erkennen. So sind der Bahndamm, mehrere Brücken und Tunnel zu entdecken. Heutzutage ist der Verein Schwarzbachbahn (www.schwarzbachbahn.de) ernsthaft und mit großem Einsatz damit beschäftigt, diese Bahnlinie wieder zum Leben zu erwecken.
Nachdem man 700 Meter in das Schwarzbachtal hinein gewandert ist, betritt der markierte Wanderweg das erste Mal den ursprünglichen Bahndamm und auf der rechten Seite benutzt man die kleine Brücke, um auf die andere Seite des Baches zu gelangen. Grab_Lohsdorf_kleinHier geht es 40 Meter bachabwärts und dann ist der breite Törre-Wiesen-Graben erreicht. An der rechten Grundseite steigt ein Trampelpfad den Hang hinauf (40 Höhenmeter) und schon nach einer kurzen Strecke (weniger als 100 Meter) fällt ein kleiner umzäunter Bereich mit einer Grabstätte darin auf. Schild_Waldgrab_Lohsdorf_kleinSehr beeindruckend ist, dass diese Gedenkstätte auch heute noch gepflegt wird. Auf dem hölzernen Kreuz bzw. der Tafel ist folgendes zu lesen: Hier ruh’n in Frieden: Bruno Marx geb. 7.12.1896; Marie Marx geb. 7.10.1898; Elfriede Marx geb. 4.3.1933; Anna verw. Henke geb. 20.7.1868; Sie starben am 10. Mai 1945. Auch wenn ich es in diesem Fall nicht sicher weiß, so deutet es doch darauf hin, dass sich auch hier eine Familie aus Angst vor den Besatzern nach dem Krieg selbst getötet hat. Solche Stellen kann man gleich mehrfach in den Wäldern der Sächsische Schweiz entdecken. So sind unterhalb von Altendorf gleich zwei solcher traurigen Stellen vorhanden und auch am Kleinen Zschirnstein erinnert ein Kreuz daran. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorzustellen, welche unsagbare Angst diese Leute gehabt haben müssen, dass sie sich und ihre Familie lieber umgebracht haben.
Von dieser denkwürdigen Stelle im Wald führt ein Weg gleich nach links auf die Wiese, die bis zum gegenüberliegenden Feldweg überquert wird. Auf dem nun erreichten, gut ausgebauten Waldweg wandert man 400 Meter nach links, bis wieder nach links ein deutlich sichtbarer Weg abbiegt. Dieser führt ungefähr 100 Meter in Richtung Schwarzbachtal und dann soll laut Karte ein Schlenker nach rechts in die Senke vorhanden sein. Entweder hatten wir Nebel auf der Brille oder der Weg versteckte sich hervorragend. Den etwas tieferen Verlauf des Weges sieht man aber auf jeden Fall deutlich und so ging es quer durch den Wald abwärts. Da es ein hoher Fichtenwald mit einem sauberen Waldboden ist, ist es überhaupt kein Problem. Der kleine Grund endet genau an der Stelle, an der der Wanderweg wieder mal mit einer Brücke den Schwarzbach überquert. Hier geht es ein kurzes Stück (1/2 Kilometer) nach rechts durch das Schwarzbachtal. Ganz kurz vor dem ersten Bahntunnel biegt nach links der Briefträgersteig und damit die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich ab. Dieser Aufstieg hat eine sehr wanderfreundliche Steigung und ungewöhnlicherweise ist mir hier noch nie irgendein anderer Wanderer begegnet. Am Ende des Aufstiegs geht es aus dem Wald aufs Feld hinaus und spätestens an der Fahrstraße in Ulbersdorf hat man einen sehr netten Blick über die leicht geschwungene Landschaft in Richtung Sebnitz und Unger. Mit einem sehr kurzen Stück von Teich_Ulbersdorf_klein40 Metern geht es nach links und dann gleich nach rechts weiter. Dieser Weg führt runter zu zwei kleinen, aber netten Teichen. winterliches_Rittergut_Ulbersdorf_kleinZwischen den beiden Teichen führt die Wanderung hindurch, um dann in den Ort hinein zu gehen. Schon bald fällt das relativ große Gebäude des Ritterguts Ulbersdorf auf. Auch wenn es eigentlich nicht stimmt, so wird bei dem Gebäude häufig vom Schoss Ulbersdorf gesprochen und zumindest vom Aussehen strahlt es etwas Würdevolles aus.
Vor dem Rittergut biegt nach links ein Weg ab, der hinter dem Ulbersdorfer Sportplatz entlang führt. Am Ende des Weges geht es über die Dorfstraße (Hutbergweg) nur hinweg und dann mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich auf die Felder hinaus. Dieser Weg wird auch Langer Weg genannt und damit sind 1 ½ Kilometer ziemlich gerader Weg gemeint. Trotzdem ist die Wanderung hier ziemlich unterhaltsam, da es zuerst über Felder mit Aussicht geht und dann der Abstieg wieder zurück ins Schwarzbachtal durch einen abwechslungsreichen Wald führt. Im Schwarzbachtal angekommen, muss man noch 400 Meter nach rechts gehen, um zum Ausgangspunkt der Runde zu gelangen.
Diese Wanderung ist keine der typischen Wanderungen in der Sächsischen Schweiz, aber trotzdem kann man etwas Denkwürdiges entdecken, zumindest den oberen Teil des schönen Schwarzbachtals genießen und dann gibt es noch den wirklich liebreizenden Blick in die Landschaft rund um Ulbersdorf.