Alter Wildenstein

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivpositiv
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 10,50 km
Höhenunterschied:
ca. 562 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
Kletterabschnitte
lange Treppe
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Jordangrund - Sandloch - gelber Strich - Großen Dom - gelber Strich - blauer Strich - Carolafelsen - Reitsteig - blauer Strich - Frienstein - Idagrotte - grüner Strich - Königsweg - Hinterer Heideweg - Zeughausstraße - Alte Wildenstein - Kirnitzschtal - Beuthenfall - Flößersteig - grüner Querstrich - Nasser Grund

Alter Wildenstein

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass im Winter/Frühjahr 2012 die Stiege am Großen Dom so einige Male in der Presse bzw. in Foren genannt wurde und wir dadurch neugierig waren, wie denn gerade der Stand der Dinge ist. Die Wanderstrecke sollte so einigermaßen kindergerecht sein und so haben wir diese Runde zusammengestellt.
Der Startpunkt liegt am unteren Ende des Nassen Grundes. Von hier geht es ohne Markierung aufwärts. Der Weg über diese breite Forststraße ist sehr angenehm und hat nur eine ganz leichte Steigung. Genau aus dem Grunde kann dieser Weg auch ganz hervorragend bei Elbehochwasser als Notzufahrt nach Ostrau benutzt werden. Nachdem man sehr genau einen Kilometer aufwärts gewandert ist, biegt der Forstweg nach rechts ab und wird ein ganzes Stück steiler. Hier verlässt die Wanderung den breiten Weg und führt geradeaus in den Jordangrund weiter. Dafür, dass der Nasse Grund ein ganz glatter Weg ist, geht es im Jordangrund etwas unebener aufwärts.
Etwas weniger als einen Kilometer führt die Wanderung durch diesen Grund, bis ein breiter Forstweg erreicht wird. Hier stößt man auf die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man in das Sandloch bzw. den Kleinen Dom folgt. Auf den ersten paar Metern fällt noch nicht auf, warum der Weg Sandloch genannt wird, aber kurz bevor man nach 300 Metern den markierten Weg verlässt, hat der Abzweig_gr_Dom_kleinUntergrund eher etwas mit einem Strandspaziergang als mit einer Wanderung durch eine Felslandschaft zu tun. Nach den besagten 300 Metern steht am linken Wegesrand ein ziemlich seltsamer Wegweiser, der nur nach links und rechts zeigt. Also eigentlich sollte man dieses einzelne Schild überhaupt nicht brauchen, da ja am Anfang und Ende des Sandloches bzw. Kleinen Doms die gleichen Informationen zu lesen sind. Aber vielleicht haben sich ja die Wegewarte gedacht, dass man auch wie im Straßenverkehr lieber ein paar Schilder mehr aufstellen kann, da die Mitmenschen schon mal etwas vergessen. Auf jeden Fall kann man dieses Schild sehr gut als Orientierungspunkt wählen, weil hier der gelb markierte Weg verlassen wird und es nach links in den Talkessel des Großen Doms hineingeht. Ausgeschildert ist der Pfad mit dem schwarzen Pfeil (also Zugang zum Klettergipfel). Zugang_Grosser_Dom_kleinNach 100 Metern gabelt sich der Pfad. Hier hält man sich links (nach rechts würde man zur riesigen Sachsenhöhle gelangen), um noch mal 300 Meter weiter zu wandern. Dann erreicht man eine große Felsmurmel, die hier in den Talkessel gekullert ist. Auf der dem Pfad zugewandten Seite ist eine uralte Zahl, die 171, eingemeißelt. Genau an dieser Stelle biegt nach rechts ein vollkommen unscheinbarer Aufstieg ab, der bis zur Felswand führt. Hier hält man sich links, nach rechts würde es wieder zur Sachsenhöhle gehen. Über ein paar wenige Treppenstufen und eine relativ leichte Klettereinlage gelangt man zum eigentlich markantesten Punkt am Großen Dom. Es handelt sich um eine schräge (geschätzte 45°) Felsplatte, die ohne Hilfsmittel nicht zu bewältigen ist.
Nachdem am Großen Dom schon seit Urzeiten ein Weg über diese schräge Fläche führte und immer mal wieder wechselnd ein Seil den Aufstieg erleichterte, hat sich der Nationalpark im Jahre 2013 durchgerungen, eine ordentliche Hilfe anzubringen. zu_kurze_Kette_am_Grosser_Dom_kleinEs ist eine sehr stabile Edelstahlkette, die an der rechten Seite der Schräge perfekten Halt liefert. Das einzige Manko an diesem Hilfsmittel ist, dass sich der Beginn ziemlich weit oben befindet. Wanderer mit einer Größe von mehr als 1,80 Meter schaffen es ganz gut, an das untere Ende zu gelangen, aber alle anderen brauchen eine Hilfestellung von Mitwanderern oder sind so geschickt wie die vielen Kletterer in der Sächsischen Schweiz. Warum auch immer der Nationalpark den einen Bogen Kette eingespart hat, erschließt sich uns nicht so richtig, vielleicht soll es die erste Hürde sein, damit die Besucher mit Badeschlappen schon ausgegrenzt werden.
Hinter der Schräge ist der weitere Weg sehr einfach zu erkennen und der Pfad endet auf dem gelb markierten Weg gelber Strich. Es ist schon immer wieder lustig, wenn man den Hang hoch kriecht und oben andere Wanderer auf dem Weg einen vollkommen irritiert anschauen. Hier geht es nach links ½ Kilometer sehr angenehm auf gleichbleibender Höhe entlang. Erst ganz kurz vor dem Abzweig zum Carolafelsen bzw. der Wilden Hölle wechselt man auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und es müssen ein paar Höhenmeter mit Stufen überwunden werden. truebe_Aussicht_am_Carolafelsen_kleinDie Aussicht Carolafelsen ist ein sehr beliebter Rastplatz, den man sich ganz sicher nicht entgehen lassen sollte. Deshalb verlässt die Wanderung für einen kurzen Abstecher von ein paar hundert Metern die blaue Wanderwegmarkierung und es geht nach links ein bisschen abfallend weiter bis zum Carolafelsen. Die Aussicht aus dem Talkessel in Richtung der Vorderen Sächsischen Schweiz ist wirklich schön und die beiden Felsen Falkenstein und Lilienstein in einer Linie zu sehen ist bestimmt schon millionenfach fotografiert worden.
Von der schönen Aussicht geht es wieder die Strecke zurück (also nach rechts leicht ansteigend) bis zur Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Dieser Markierung folgt man dann Blick_vom_Reitsteig_zum_Grossen_Winterberg_kleinweiter in Richtung Frienstein/Reitsteig/Großer Winterberg. Nach ein paar wenigen hundert Metern erreicht man eine weitere große Aussicht, die aber eine ganz andere Blickrichtung freigibt. Hier kann man sehr schön auf die andere Elbeseite blicken. Nachdem man 150 Meter von der Aussicht weiter gewandert ist, biegt nach links eine ausgeschilderte Abkürzung zum Frienstein/Idagrotte ab. Hier wird der markierte Weg verlassen und es geht ein paar Höhenmeter abwärts. Nach fast 200 Metern erreicht man wieder einen markierten Wanderweg. Hier steht eine lustige kleine „Hundehütte“, in der das Friensteinflössel (Quelle) entspringt. An der Hütte geht es vorbei und über ein paar Stufen hoch zum Frienstein. Vorsichtige_Umrundung_Idoagrotte_kleinDer Frienstein selber ist eigentlich ein ziemlich langweiliger Felsen, aber auf der nördlichen Seite befindet sich die Idagrotte mit ihrem spektakulären Zugang. Dieser erfolgt von der östlichen Seite über so einige hubbelige Felsen und eine Felsspalte. Im Frühjahr 2012 waren einige Totenköpfe mit Kreide auf die Felsen gemalt und so konnten wir Erwachsenen die Kinder auf die Gefahr des darauf folgenden Zugangs zur Idagrotte vorbereiten. Dieser Zugang erfolgt über ein Felsband, das nicht besonders breit ist, ein paar Eisenklammern zum psychologischen Festhalten bietet und von dem man ganz sicher nicht herunterfallen sollte. Hausberg_von_der_Idagrotte_gesehen_kleinAber von einem einen Meter breiten Bürgersteig fällt man ja auch nicht, solange man nicht zu viel Alkohol getrunken hat. Wackeliger_Stein_am_Kleinen_Winterberg_kleinDie Idagrotte selber ist eine größere Höhle mit einem Plateau davor, von dem man eine sehr schöne Aussicht auf die Hintere Sächsische Schweiz hat. Schräg links kann man den Kuhstall/Neuen Wildenstein mit dem Hausberg entdecken und mehr rechts befindet sich der Kleine Winterberg mit dem sehr markanten Felsen. Es ist wirklich verwunderlich, dass so ein Gebilde mit einem so schmalen Fuß stehen bleiben kann und nicht mit dem ersten Windstoß umgepustet wird.
Um von der Idagrotte weiter zu kommen, muss man wieder über das Felsband zurück bis zum Friensteinflössel wandern. Ganz kurz hinter der Quelle folgt man der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich in Richtung Beuthenfall. Die ersten paar Meter sind ein leicht abfallender Pfad, der aber bald in eine langgezogene Treppenanlage übergeht. So eine lange Treppe ist im Abstieg nur für Mitmenschen mit Knieproblemen beschwerlich. Dagegen ist der Aufstieg für die meisten Leute einfach nur schweißtreibend und mit jedem zusätzlichen Kilo, egal ob Rucksack oder Bauch, anstrengender. Am Ende der Treppen erreicht die Wanderung den Weg, der sich unterhalb der Affensteine entlang schlängelt. Es geht weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung leicht abfallend in Richtung Beuthenfall, bis nach einem Kilometer die breite Zeughausstraße erreicht wird. Hier wird die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach rechts ganz leicht ansteigend weiter. An der ersten Möglichkeit, an der man nach links abbiegen kann (nach ungefähr 300 Metern), wird die breite Zeughausstraße verlassen und es geht über einen unauffälligen Waldweg in die Richtung des Alten Wildensteins aufwärts.
Nach 200 Metern auf dem Waldweg erreicht die Wanderung eine Kreuzung, an der es wieder nach links weiter geht. Dieser Weg führt parallel zur Zeughausstraße und nach 400 Metern steht auf der rechten Wegseite der Alte Wildenstein. Hier führen mehrere Trampelpfade bis an die Felswand heran. Der einzige uns bekannte Zugang auf den Felsen befindet sich an der nordwestlichen Seite. Hier führt ein Trampelpfad auf den Felsen. Oben befinden sich gleich zwei Aussichten. Die vordere ist etwas kleiner und mit einer Miniklettereinlage durch eine Felsspalte schnell erreicht. Die etwas größere Aussicht erreicht man nach dem Blossstock_vom_alten_Wildensteinersten Aufstieg links an dem Felsen entlang. Dann geht es ein Stückchen über den Alten Wildenstein bis zur östlichen Seite. Von beiden Aussichten blickt man sehr schön auf den Talkessel der Hinteren Sächsischen Schweiz und rüber auf die Affensteinfelskette. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aussichten bzw. den für Wanderer erreichbaren Gipfeln ist der Alte Wildenstein ein wunderbar ruhiger Fleck.
Für das letzte Stück der Wanderung geht es wieder zurück auf den Waldweg vor dem Alten Wildenstein und dann nach rechts. Spätestens nach ¼ Kilometer endet dann der Waldweg ziemlich abrupt. Auch wenn es im ersten Augenblick so aussieht, als ob es hier nicht weiter geht, kann man rechts unten die Forststraße durch den Dietrichsgrund erkennen und genau an dem Hang führt auch ein unscheinbarer Pfad in einem wilden Zickzack abwärts. Erst ganz unten ist der Weg dann mit einem schwarzen Pfeil als Zugang zum Kletterfelsen gekennzeichnet. Nach dem Erreichen der Forststraße geht es auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich weiter abwärts bis zum Beuthenfall. Da der Startpunkt am Nassen Grund liegt, führt der letzte Kilometer der Wanderung das Kirnitzschtal abwärts. Dazu könnte man natürlich auf der Straße entlang wandern, aber viel schöner ist der Weg über den Flößersteig. Dazu biegt man noch vor dem Bach nach links ab und folgt der Wanderwegmarkierung grüner Querstrich grüner Querstrich. Der Flößersteig bietet so ein paar Unebenheiten und damit aber auch Abwechslungen, die den letzten Kilometer rasend schnell vergehen lassen.
Damit ist eine wirklich tolle Wanderung zu Ende gegangen, die alles einer besonders schönen Wanderung in der Sächsischen Schweiz enthielt: Felsen, Klettereinlage, Spannung, hervorragende Aussichten usw. Am Ende der Wanderung haben wir gemeinsam abgestimmt, wie die Wanderung bewertet werden sollte und das Ergebnis war eine Stimme mit 4 Sternen und fünf Stimmen für 5 Sterne. Das ist wirklich ein spitzenmäßiges Ergebnis.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Boofen Wildensteine

Die Wanderungsplanung fing damit an, dass uns gleich mehrere Leser unserer Internetseiten zum Thema Boofen angeschrieben hatten. Ich wusste, dass es diese Freiübernachtungsplätze an richtig vielen Stellen gibt, aber wo genau, war mir bis zum Start der einzelnen Wanderungen immer unbekannt. Auf schon sehr vielen Wanderungen sind uns immer mal wieder einzelne dieser Schlafplätze begegnet, aber eine Liste mit z.B. den Koordinaten habe ich im Internet nicht gefunden. Auf der Internetseite des Nationalparks gibt es eine Liste der offiziellen Boofen, aber leider nur mit dem Namen und einer sehr groben Karte. So sollte das eigentlich nicht bleiben und deshalb haben wir uns der Sache angenommen. Um möglichst viele Boofen zu finden, haben wir uns insgesamt vier Wanderrunden zu den Boofen in der Hinteren Sächsischen Schweiz ausgedacht und diese Runden nach den einzelnen Gebieten Schrammsteine, Schmilka, Wildensteine und natürlich der Bereich des Zschand sortiert. Die einzelnen Wanderungen sind aber nicht nur zur Boofensuche gut geeignet, sondern jede der Runden ist auch ganz hervorragend als eine selbstständige Wanderung durchzuführen und hat mal wieder zu neuen Plätzen bzw. Pfaden geführt. Für die Mitmenschen, die mit einem Navigationssystem durch den Wald flitzen, können die Wanderungen zu einer Abwandlung von Geocaching werden, da man mit dem Navigationssystem die einzelnen Boofen ganz hervorragend zu einer Art moderner Schatzsuche benutzen könnte.
Die Boofensuche im Bereich der Wildensteine startet am Beuthenfall und geht erstmal ein paar Meter über die Kirnitzschtalstraße bis zum Lichtenhainer Wasserfall, also bachaufwärts. Gleich hinter dem Parkplatz des Lichtenhainer Wasserfalls steigt nach rechts aus dem Tal die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt auf. leerer_Kuhstall_zum_Zugang_gesehen_kleinDer Weg steigt relativ angenehm in Richtung Neuer Wildenstein (der Großteil der Wanderer spricht vom Kuhstall) an. Nach 600 Metern erreicht man die ersten gut sichtbaren Felsen auf der rechten Wegseite. Der erste Felsen an der Spitze heißt Glocke und genau unterhalb von ihm liegt auch die erste Boofe auf dieser Runde. Die Wanderung führt weiterhin auf dem markierten Weg bis zum Felsentor am Neuen Wildenstein, dem sogenannten Kuhstall. Abstieg_vom_Neuen_Wildenstein_oben_kleinWenn man vom Felsentor in die Hintere Sächsische Schweiz blickt, dann Abstieg_vom_Neuen_Wildenstein_unten_kleinsieht man auf der gegenüberliegenden Seite den Kleinen Winterberg und die Felsen rundherum. In diese Richtung soll die Wanderung jetzt weiterführen und deshalb geht es kurz vor dem Felsentor abwärts der roten Wanderwegmarkierung weiterhin hinterher. Der markierte Weg folgt dem Fremdenweg einmal komplett durch die Senke, bis nach einem Kilometer die große Kreuzung mit der Zeughausstraße erreicht wird. Hier verlässt die Suche nach den Boofen den markierten Weg und biegt nach links auf die Forststraße ab. Der Weg fällt weiterhin deutlich merkbar ab, bis nach ca. 400 Metern die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich erreicht wird. Hier hat man das untere Ende der Quenenwiesen_kleinQuenenwiesen erreicht und es geht nach rechts auf der grünen Markierung hoch. Insgesamt steigt man 1 ¼ Kilometer einigermaßen angenehm durch den Quenengrund an, bis zur Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Hier biegt die Wanderung nach rechts ab, um auf dem angenehmen Pfad unterhalb der Felsen der roten Markierung zu folgen. Auf den ersten 400 Metern umrundet man den Heringstein, um dann das Gleitmannsloch zu erreichen. Genau vor einem befindet sich eine gewaltige Felswand, an deren Fuß sich die Boofe im Gleitmannsloch befindet. Auf den nächsten paar Metern passiert man die Sammlerwand, an deren Fuß sich wiederum die Boofe Sammlerwand befindet. Die Wanderung folgt weiterhin dem Pfad und umrundet den nächsten Felsen. Diesmal handelt es sich um das Gleitmannshorn und dahinter erreicht man dann die Hirschleckschlüchte. Hier befindet sich in der Mitte der Schlucht (vom Pfad aus gesehen nach oben) eine mächtige freistehende Felsmurmel, unter der sich anscheinend die Boofe befindet. Zumindest deutet verbranntes Holz drauf hin, aber das offizielle Schild einer Boofe ist uns weit und breit nirgends aufgefallen. Das wilde Geschlängel um die Felsen geht weiter. Die letzte offizielle Boofe an diesem Pfad erreicht man nach ungefähr 300 Metern. Diese Boofe liegt nördlich des Gleitmannsturms und ist im Verhältnis zu anderen Boofen eher ein kleiner Freiübernachtungsplatz. Ganz seltsam ist, dass wenige Meter hinter dieser Boofe ein großer Felsüberhang unterhalb der Winterbergscheibe kommt, der deutlich sichtbar als Freiübernachtungsplatz genutzt wird, aber nicht zu den offiziellen Plätzen gehört. Vielleicht sollte der Gedenkstein für eine erfolgreiche Jagd durch diese Einstufung als illegale Boofe geschützt werden.
Wenige Meter hinter diesem deutlich sichtbaren Platz erreicht die Wanderung wieder die bekannte Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt. trockener_Eichenborn_kleinHier geht es nach rechts den Hang hinunter. Der Waldweg passiert die Quelle mit dem Namen Eichenborn. An dem Namen kann man deutlich erkennen, dass er schon ziemlich alt ist, da in dem gesamten Wald nur noch äußerst wenige Eichen zu sehen sind. Eigentlich haben wir sogar nur noch abgestorbene Eichen entdeckt, aber wenigstens haben heutzutage hier die Buchen Oberhand gewonnen. Nach dem leichten Abstieg über den schnurgeraden Weg erreicht man die schon bekannte Kreuzung mit der Zeughausstraße. Hier wird wieder die Wanderwegmarkierung roter Punkt verlassen und geht es nach links, womit man alle vier Wege dieser Kreuzung einmal benutzt hat. Die Zeughausstraße fällt sehr angenehm in östliche Richtung ab. Nachdem man an der linken Wegseite erst einen Holzsammelplatz passiert und dann eine Böschung erreicht hat, biegt nach ca. 1,3 Kilometern nach rechts ein unauffälliger Weg im spitzen Winkel ab. Der Waldweg steigt leicht im Vorderen Wildensteiner Wald an, bis nach ¼ Kilometer eine Kreuzung erreicht wird. Hier geht es nach links weiter in Richtung des Alten Wildensteins. Zuerst wird noch ein dichterer Nadelwald passiert, um nach einer Strecke von ungefähr 300 Metern den Blick nach rechts auf die Felsen des Wildensteins freizugeben. Warum auch immer, aber der Blick_vom_Altem_Wildenstein_auf_Blossstock_kleinAlte Wildenstein hat wirklich die höchste Dichte an Boofen in der gesamten Hinteren Sächsischen Schweiz. Der Felsen kann ohne sonderliche Probleme umrundet werden und dabei kann man mindestens 5, wenn nicht sogar 6, Boofen entdecken. Wenn man die Runde um den Felsen entgegen des Uhrzeigersinns unternimmt, dann stößt man auf der Rückseite an den gut sichtbaren Aufstieg auf den Felsen. Heidematz_kleinDie Aussicht von dem Felsen ist wirklich berauschend und wird nur sehr selten durch andere Wanderer oder Kletterer gestört. Beim Aufstieg stellt man schon fest, dass der Boden flächendeckend mit Heidelbeeren überwuchert ist. Deshalb wird der Alte Wildenstein sehr häufig auch Heidematz bzw. Heidematzenstein genannt.
Das letzte Stückchen der Wanderung führt über den Waldweg vor dem Alten Wildenstein nach rechts (vom Felsen aus gesehen). Der Weg wird zusehend schmaler und endet an einem ziemlich steilen Abstieg in den Dietrichsgrund. Hier geht es die letzten paar Höhenmeter dann nach rechts auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich bis zum Beuthenfall und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, auf der doch einige Boofen aufgetaucht sind, die wir bis dahin noch nicht kannten und die hoffentlich auch noch für einige andere Wanderer als Zwischenstop dienen könnten.

Knechtsbach

Die Wanderung Knechtsbach ist eigentlich nur eine kleine Runde von Lichtenhain runter ins Kirnitzschtal und in einem kleineren Bogen zurück. Ich war selber neugierig auf den Knechtsbach und deshalb wollte ich diese Strecke ausprobieren. Hiermit kommt die passende Beschreibung zu dieser Wanderung. Den Startpunkt habe ich auf den kleinen Parkplatz neben dem Lichtenhainer Kindergarten gelegt. Von hier aus geht es ein kleines Stück in Richtung Sebnitz, bis die Dorfstraße am Ortsausgang ankommt. Spätestens hier ist die Wanderung für den nächsten ½ Kilometer mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert. Der Weg geht nach rechts raus auf ein größeres Feld und verläuft in einem riesigen Bogen fast ohne Höhenunterschied. Die grüne Wanderwegmarkierung verlässt den Feldweg bald, aber die Wanderung folgt weiterhin dem Feldweg. Auf der linken Seite passiert man nach einem Stück ein einzeln stehendes Ferienhaus und an mehreren Stellen kann man noch mal nach rechts hinüber nach Lichtenhain blicken. Diese Ebene ist normalerweise extrem ruhig, da kein nennenswertes Wanderziel weit und breit ist. Lichtenhain_von_Osten_gesehen_kleinOder zumindest empfindet das bis jetzt der Großteil der Wanderer so. Die Wanderung erreicht nach einer Strecke von insgesamt 1 ½ Kilometern eine steinerne Wegsäule. Leider habe ich mir nicht gemerkt, was drauf stand, aber es müsste eigentlich Lichtenhainer Mühle oder Kuhstall sein. Auf jeden Fall ist der Weg nach links runter deutlich zu erkennen und dort geht es jetzt den Hang hinunter. Wegkreuz_oberhalb_Knechtsbach_kleinDer Abstieg ist ziemlich angenehm und führt über einen breiten Waldweg. Auf halber Strecke (¾ Kilometer) steht rechts im Wald ein unscheinbares Kreuz. Leider sind die Inschriften überhaupt nicht mehr zu entziffern, darum vermute ich, dass es sich um ein relativ altes Kreuz handeln muss. Nachdem man erfolgreich den Abstieg bis hinunter ins Kirnitzschtal geschafft hat, sollte die Wanderung eigentlich gleich wieder durch das Knechtsbachtal hoch gehen. Ich bin die Wanderung aber an einem sehr heißen Tag im Sommer 2008 gewandert und dachte mir, vielleicht kann ich meine Füße in der Kirnitzsch etwas abkühlen. Also bin ich die paar Meter bis zur Baden_in_Kirnitzsch_bei_Lichtenhainer_Muehle_kleinLichtenhainer Mühle weiter gegangen und habe mit Überraschen gesehen, dass dort zwei Jungs hinter dem Stauwehr richtig in den Bach rein springen konnten. Hinter dem Stauwehr ist die Kirnitzsch tatsächlich mehr als einen Meter tief und ziemlich breit. Dadurch hatten die beiden einen gigantischen Spaß und waren etwas überrascht, als noch eine weitere Person ihr „Privatbecken“ entdeckt hatte. Einer von beiden kam zu mir hin und wir unterhielten uns kurz. Es sah wirklich witzig aus, wie er mit den Zähnen klapperte und dann trotzdem gleich wieder reinsprang. Ich habe das Baden lieber auf meine Füße beschränkt.
Jetzt ging es dann doch den besagten Weg mit einer leichten Steigung wieder hoch. Der Weg durch das Knechtsbachtal ist mit dem gelben Strich markiert. Ziemlich beeindruckend sind links und rechts am Wegesrand die Bergeinschnitte. Im Unterschied zu den größten Teilen der Sächsischen Schweiz besteht der Untergrund nicht aus Sandstein, sondern aus Granit. Schlucht_bei_Knechtsbachtal_kleinDamit hat ein ablaufender Bach einfach mehr zu kämpfen und kann nicht so breitflächig Gestein abtragen. Nach 1 ½ Kilometern kreuzt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt und der gelbe Strich verabschiedet sich nach links. Die Wanderung folgt weiterhin dem Bachlauf. Kurz hinter der Wegkreuzung wechselt die Wanderung die Bachseite, es geht aber weiterhin parallel zum Bach aufwärts. Erst kurz bevor die Wanderung den Panoramaweg erreicht, ist der Bach nicht mehr zu erkennen, aber das ist zum Glück nicht besonders schlimm, da alle Wege, die nach oben führen, über kurz oder lang auf dem Panoramaweg enden. Der Panoramaweg ist ein unübersehbarer breiter Waldweg, der auch häufiger von Forstfahrzeugen befahren wird. Diesem Weg folgt man nach links. Nach mehr oder weniger vielen Metern (abhängig vom Weg, den man nach oben genommen hat) erreicht man die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man weiter folgt. Der Panoramaweg verläuft hier auf der sogenannten Hohe Straße. Die Bezeichnung Straße ist aber leicht irreführend, da der Weg für den normalen Verkehr gesperrt ist. Es handelt sich um eine sehr alte Handelsstraße, auf der im Mittelalter Waren von Wendischfähre an der Elbe nach Nordböhmen transportiert wurden. Heutzutage bewegt sich der Verkehr zum Glück unten durch Sebnitz und Hertigswalde. Die Wanderung über den Panoramaweg ist sehr angenehm und kurz vor Lichtenhain hat man dann auch noch passend zum Namen des Weges einen erstklassigen Ausblick. Der Blick kann am Waldende über die Ebene schweifen und die Felskette der Affen- und Schrammsteine entdecken. Netterweise ist der Verlauf des Panoramaweges von der Landstraße weggelegt worden, wo er bis vor ein paar Jahren entlang lief. Damit ist dann aber auch schon wieder Lichtenhain und damit der Ausgangspunkt der Wanderung erreicht. Ich hatte diese Wanderung schon gut ein Jahr in der Planung gehabt und hab dann aber jedes Mal bei der Umsetzung doch andere Runden ausgesucht, weil ich vermutete, dass die Runde nicht besonders toll ist. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass sie gar nicht so schlecht war. Außerdem habe ich die Wanderung an einem sehr schönen Sonntag durchgeführt und trotzdem sind mir auf der gesamten Strecke nur eine Handvoll Wanderer begegnet. Das wäre in den Gebieten des Nationalparks ganz anders gewesen.

Kuhstall

Zwar würde ich diese Runde nicht so richtig als Wanderung bezeichnen, aber irgendwie kann man eine Schwangere nicht von den Vorzügen einer großen Wanderrunde überzeugen. Diese kurze Tour machen auch sehr viele Kuhstall_kleinBustouristen. Sie fahren bis zum Lichtenhainer Wasserfall und haben von dort die Möglichkeit, entweder eine Runde etwas gegen ihre Körperform zu unternehmen, indem sie dort lecker einkehren, oder sie betätigen sich teilsportlich und wandern zum Kuhstall. Bei uns hat die An- und Abreise länger gedauert als die gesamte Wanderung, da leider ein Urlauberbus im Baustellenbereich der Kirnitzschtalstraße zu langsam war und dadurch in der einspurigen Streckenführung dem Gegenverkehr im Wege stand. Na ja, man ist ja im Urlaub und da sieht man so ein Missgeschick schon mal mit Humor. Faszinierend war die Feststellung, dass es Leute gibt, die es nicht schaffen, 50 Meter rückwärts zu fahren, ohne einen Baum oder einen Oberleitungsmast zu treffen. Wie kommen diese Leute nur an ihren Führerschein?Himmelsleiter_von_unten_nach_oben
Also, los geht es mit der Miniwanderung. Der Start ist der Parkplatz an der Endhaltestelle der Straßenbahn. Man wandert über die uralte Steinbrücke auf dem Weg mit der roten Punktmarkierung roter Punkt den Berg hoch, quert die Fahrstraße zum Kuhstall und erreicht nach einem leichten Anstieg das Felsentor. Es hat die beeindruckenden Maße von 17 Meter Breite, 24 Meter Tiefe und 11 Meter Höhe. Aus dem Felsentor bietet sich einem ein fantastischer Blick auf ein komplett bewaldetes Tal, das durch mehrere Felswände begrenzt wird.
An der linken Seite befindet sich an einer unscheinbaren Stelle ein weiterer Aufstieg. Dieser nennt sich Himmelsleiter und ist vermutlich das einzig Aufregende an dieser Wanderung. Über eine sehr schmale Treppe steigt man auf das Felsplateau des Kuhstalls. Hier oben sind noch Spuren von der Burg Wildenstein zu sehen. In fast alle Blick_vom_neuen_Wildstein_kleinHimmelsrichtungen hat man einen fantastischen Ausblick über die hintere Sächsische Schweiz. Da die Himmelsleiter zu schmal ist, um auch noch Gegenverkehr aufzunehmen, geht es auf der anderen Seite des Felsens über eine normale Treppe wieder hinunter. Unten angekommen, hat man noch die Möglichkeit, durch das Schneiderloch zu kriechen. Da ich meine Tochter in einem Tragegestell auf dem Rücken hatte, Wasserwerk_Kuhstallhabe ich mir diesen Abstecher gespart. Zurück führt der Weg durch die Felsschlucht gegenüber der Gaststätte. Weiterhin folgen wir dem roten Punkt. Zuerst geht es über ein paar Stufen und danach noch über wenige Leitersprossen runter zu einer großen Wanderwegkreuzung. An der Kreuzung angekommen, nimmt man jetzt rechts den Weg mit der Markierung roter Strich roter Strich. Kuhstall_SteinbrueckeDieser führt einen wieder direkt zum Lichtenhainer Wasserfall. Man kommt vorbei an der kleinen Sehenswürdigkeit des uralten Wasserwerkes von 1911. Es soll angeblich zur Wasserversorgung des Gasthofes dienen. Im Tal angekommen, wandert man dann über die alte Steinbrücke zum Lichtenhainer Wasserfall (www.lichtenhainer-wasserfall.de) zurück. Hier hat man die Möglichkeit, sich zu einigermaßen zivilen Touristenpreisen zu erfrischen.

Lichtenhainer Wasserfall

Die Wanderung hatten wir zuerst anders geplant und auch das erste Mal anders gelaufen und beschrieben. Unsere erste Beschreibung ging am Beuthenfall bis ins Kirnitzschtal hinunter. Da wir aber schon damals die Strecke am Beuthenfall/Haidemühle/Kirnitzschtalstraße nicht so schön fanden, waren wir vom Vorschlag des Wirts des Lichtenhainer Berghofes gleich angetan und hier kommt die verbesserte Streckenbeschreibung:
Nachdem ich jetzt schon mehrmals in Lichtenhain von Autofahrern gefragt worden bin, wo denn jetzt der Lichtenhainer Wasserfall wäre, muss ich doch gleich mal versuchen, daraus eine Wanderung zu basteln. Obwohl die Ortschaft Lichtenhain und der Lichtenhainer Wasserfall nur 2 Kilometer auseinander liegen, gibt es nur eine gesperrte Fahrstraße zwischen den beiden Punkten. Wer von Lichtenhain mit dem Auto runter ins Kirnitzschtal möchte, muss einen Bogen von 16 Kilometern und 20 Minuten Fahrzeit unternehmen. Viel besser ist es, wenn man das Auto oben auf dem großen Parkplatz in Lichtenhain stehen lässt und von dort folgende schöne Wanderung unternimmt:
Vom Parkplatz startet die Wanderung nach rechts in die Richtung des Lichtenhainer Friedhofs. Der Weg ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert. Bis zum Friedhof muss man über die breite, aber wenig befahrene Dorfstraße wandern. Vor dem Friedhof biegt der markierte Wanderweg nach links ab. Der Weg geht auf dem asphaltierten Folgenweg auf das Kirnitzschtal drauf zu. Schon von diesem Weg hat man einen fantastischen Ausblick auf die Schrammsteine und die Affensteine. Nach einer Strecke von 650 Metern biegt nach rechts der Panoramaweg ab, die Wanderung geht aber weiterhin geradeaus. Nach etwas mehr als einem Kilometer wechselt der Untergrund von Asphalt auf normalen Feldweg und nach noch ein paar Metern geht es das erste Mal in bewaldetes Gebiet. Neuer_Wildenstein_Rueckseite_kleinNach einer Ministrecke durch den Wald kommt man auf eine Lichtung, die sich am Hang befindet. Von hier hat man eine erstklassige Aussicht rüber zum Bloßstock. Wenn man noch ein kleines Stück bis zum Ende der Lichtung geht, befindet sich auf der linken Wegseite eine wunderbar ruhige Aussicht. Von dieser Aussicht mit der Bank kann man sehr schön rüber zum Neuen Wildenstein blicken. Ein bisschen weiter nach rechts hinten liegt der Winterstein mit dem Hinteren Raubschloss. Der weitere Wanderweg wird hinter dieser Aussicht ein ganzes Stück steiler, und nach diesem ersten Abstieg erreicht man einen unauffälligen Querweg. Aufgeschildert ist er nach rechts mit „Rundwanderweg 1“. Dieser Weg verläuft ein paar Meter oberhalb der Kirnitzschtalstraße. Überraschend ist, dass an diesem Weg auf einmal eine Berghütte auftaucht. Die Hütte Bloßstockblick ist in einem sehr gepflegten Zustand und gehört dem Kletterklub Bergfreunde Sebnitz e.V. (www.kcb-sebnitz.de). Der Waldweg führt bis zur Verbindungsstraße zwischen Lichtenhain und dem Lichtenhainer Wasserfall. Diesen, wie erwähnt für Fahrzeuge gesperrten, asphaltierten Waldweg überquert man nur, um gleich gegenüber die letzten paar Meter bis zum Lichtenhainer Wasserfall hinunter zu steigen.
Der eigentliche Hauptpunkt der Wanderung ist an längeren oder besonders schönen Wochenenden schon mal ziemlich voll. Lichtenhainer_Wasserfall_in_Aktion_kleinAn einem Wochenende können am Lichtenhainer Wasserfall (www.lichtenhainer-wasserfall.de) schon mal so ein paar hundert Touristen einfallen, und dann ist sowohl die Gaststätte als auch der Platz, von wo aus man den Wasserfall sehen kann, ziemlich überfüllt. Für die anderen Zeiten bietet sich ein kleiner Aufenthalt im Biergarten an, um die Zeit bis zum nächsten Gasthof_Lichtenhainer_Wasserfall_mit_Strassenbahn_kleinWassersturz zu überbrücken. Nicht, dass irgendjemand glaubt, das Wasser stürzt sich immer wie die Niagarafälle den Felsen herunter, nein, es wird alle halbe Stunde ein kleiner Sturzbach durch eine ferngesteuerte Schleuse ausgelöst. 2007 waren die Zeiten immer 5 Minuten nach jeder vollen und halben Stunde (10:05; 10:35; 11:05 usw.). Früher musste man sogar einen kleinen Obolus entrichten, um den Wasserfall auszulösen. Was man an dem Lichtenhainer Wasserfall noch sehr schön beobachten kann, ist die Endhaltestelle der Straßenbahn und damit das Wenden der Straßenbahnen. Ich freue mich immer wieder über diese uralte Attraktion.
Nach diesem Aufenthalt geht es wieder an den Aufstieg hinauf nach Lichtenhain. Dazu folgt man links neben dem Komplex des Lichtenhainer Wasserfalls der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Staubecken_des_Lichtenhainer_Wasserfalls_kleinDer Weg steigt auf der anfangs schon erwähnten Fahrstraße, die allerdings für normale Fahrzeuge gesperrt ist, aus dem Kirnitzschtal heraus. Nach wenigen Metern kann man auf der rechten Wegseite das kleine Staubecken des Lichtenhainer Wasserfalls sehen. Wenn die Bäume es zulassen, dann kann man auch an der rechten Seite den Mechanismus erkennen, mit dem der Wasserschwall erzeugt wird. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Stöpsel an einer etwas größeren Badewanne, der von alleine irgendwie wieder zugeht. Die Wanderung steigt weiterhin auf der asphaltierten Straße an. Ich bin die Straße schon einige Male gewandert und bis heute ist mir nur einen Traktor und ein viel zu schneller Radfahrer auf der Straße begegnet. Die einzigen Fahrzeuge, die diese Straße auch noch runter fahren dürfen, sind die freiwilligen Feuerwehren von Altendorf, Mittelndorf und Lichtenhain, wenn irgendetwas im Kirnitzschtal oder in der Hinteren Sächsischen Schweiz passiert ist. Torbogen_Berghof_Lichtenhain_kleinNach ungefähr ¾ Kilometer auf der asphaltierten Straße biegt die rote Wanderwegmarkierung nach links ab und es geht auf einem kleinen Weg weiter den Hang hinauf. Man hätte zwar auch die asphaltierte Straße weiter hoch wandern können, aber das ist bei weitem nicht so schön, wie die Wanderung über den Waldweg und danach über den Hörnelweg auf die schönste Seite von Lichtenhain zuzugehen. Nachdem man auf das Rueckseite_des_Berghof_Lichtenhain_kleinFeld bzw. die Wiesen getreten ist, sollte man sich noch einmal umdrehen und die schöne Aussicht auf die Felsen der hinteren Sächsischen Schweiz genießen. Der Weg geht auf den Berghof Lichtenhain (www.berghof-li.de) drauf zu. Die Gaststätte bietet mit dem Biergarten und der Panorama-Veranda eine sehr gute Möglichkeit, die Wanderung angenehm abzuschließen. Nur der Vollständigkeit halber: Das letzte Stück der Wanderung geht dann auf der Fahrstraße wieder nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit ist dann eine kleine Wanderung beendet, bei der ich selber überrascht war, wie schön der Ausblick gewesen ist. Ich finde, so eine Wanderung kann man den fehlgeleiteten Autofahrern ohne schlechtes Gewissen empfehlen und entlastet die arme Straße im Kirnitzschtal ein bisschen.

Ottendorf

Die Wanderung von Ottendorf runter ins Kirnitzschtal startet vom Parkplatz gegenüber der Gaststätte „Zum Kirnitzschtal“. Netterweise ist der Parkplatz kostenlos und seltsamerweise nie vollkommen besetzt. Die ersten paar Meter gehen auf der Hauptstraße bis zur abknickenden Vorfahrtsstraße. Das sehr schön sanierte/renovierte Haus genau in der abknickenden Vorfahrtsstraße ist das alte Schulgebäude von Ottendorf. Mahnmal_Weltkriege_Endlerkuppe_kleinFrüher hat es hier zwei Schulklassen gegen, was heute nicht mehr möglich ist, da in einer Ortschaft wie Ottendorf noch nicht mal eine halbe Klasse zusammen kommen würde. An dieser Kreuzung geht es geradeaus den Hang hoch. Der Weg ist mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Nach wenigen Metern erreicht man ein auffälliges Denkmal für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. Unterhalb des Denkmals steht ein kleiner Rastplatz, der mit einem schönen Blick über das Dorf zum Verweilen einlädt. Innenhof_Endlerkuppe_kleinRechts neben dem Wasserwerk führt ein Weg zur Ruine eines riesigen Gebäudes. Es ist die so genannte Endlerkuppe. Das Gebäude ist 1929 als Internat, Ferienlager und Mädchenschule errichtet worden. Es gibt zwei Stellen, an denen die Größe des Komplexes am Eindrucksvollsten zu erkennen ist. Festsaal_Endlerkuppe_kleinDer eine Punkt ist im Innenhof, wenn man auf die Stirnseite des U-förmigen Gebäudekomplexes sieht. Der zweite Punkt befindet sich im Inneren und ist der riesige Festsaal. Leider verfallen die ganzen Gebäude, da anscheinend heutzutage keine Verwendung mehr gefunden werden kann. Es gibt zwar immer wieder Konzepte in Form von Diplomarbeiten der TU Dresden, aber bis heute hat sich kein Investor gefunden, der einen zweistelligen Millionenbetrag in diese herrliche Lage investieren möchte.
Der weitere Verlauf der Wanderung geht links vom Wasserwerk weiterhin auf der grünen Wegmarkierung entlang. Der Weg verläuft zuerst über ein paar Felder und dann im Wald bis vor zur Großsteinkanzel. Ausblick_Grosssteinkanzel_kleinDafür, dass man diese Aussicht so einfach erreicht, bietet dieser Felsen eine wunderbare Aussicht, die seltsamerweise nur von wenigen Wanderern besucht wird. Aussichts_Grosssteinkanzel_kleinVon der Großsteinkanzel hat man einen einzigartigen Rundblick über den hinteren Teil der Sächsischen Schweiz mit ihren Felsen. Das einzige Haus, das von dieser Aussicht zu sehen ist, ist die Felsenmühle unten im Kirnitzschtal. Genau diese Mühle ist das nächste Ziel der Wanderung. Dazu muss man von der Aussicht ein paar Meter (ca. 400 Meter) auf dem markierten Weg zurückgehen, um dann nach rechts ins Tal abzusteigen. Der Abstieg ist ganz angenehm und endet genau am Gasthaus der Felsenmühle.
Hier könnte man sich in der Gaststube erfrischen, aber meiner Ansicht nach ist die Wanderung bis hier noch nicht so richtig anstrengend gewesen und deshalb geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein paar Meter (höchstens 50 Meter) in den kleinen Zschand. Nach den paar Metern biegt nach rechts der Flößersteig ab. Dieser kleine Pfad ist mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich als Naturlehrpfad gekennzeichnet und schlängelt sich auf der linken Bachseite an der Kirnitzsch entlang. Der Weg hat als Untergrund zum Teil ein ziemliches Wurzelgeflecht, einige Auf- und Abstiege (höchstens 10 Höhenmeter) und bei nasser Witterung ist er etwas matschig. Trotzdem macht der Weg viel mehr Spaß, als auf der Fahrstraße entlang zu wandern und auch ein kleines Stück über eine anspruchsvollere Strecke zu gehen ist auch ganz nett. Der Wanderweg erreicht nach 1,5 Kilometern die Versorgungsstraße vom Kuhstall und auf dieser geht man nach rechts den Hang hinunter bis zur Kirnitzschtalstraße. Zum Glück müssen auf dieser Straße nur die nächsten 350 Meter nach links auf dem gelben Strich absolviert werden. Nicht, dass besonders viel Betrieb auf dieser Straße wäre, aber sie hat überhaupt keinen Bürgersteig und dann sind Autos doch ziemlich störend. Nach den 350 Metern verlässt der markierte Weg die Straße nach rechts in den Wald.
Der Weg strebt mit einer angenehmen Steigung durch das Knechtsbachtal den Berg hoch. Schlucht_im_Knechtsbachtal_kleinLinks und rechts des Weges kann man sehr gut sehen, welche Kraft Wasser hat. Der ganze Bereich, durch den die Wanderung jetzt verläuft, hat als Untergrund Granitfelsen aus der Lausitzer Verschiebung und selbst die kleinsten Rinnsale haben gewaltige Furchen in die Hänge gegraben. Irgendwie hatte ich bis jetzt immer die Vorstellung, dass Granit ganz sicher fester ist als Sandstein. Das scheint aber nur für die eigentliche Festigkeit zuzutreffen, nicht aber für die Widerstandskraft gegen Wasser. Ich habe den Eindruck, als wenn sich die kleinen Bäche viel leichter durch Granitfelsen durchfressen können als durch Sandsteinfelsen. Vielleicht irre ich mich auch, aber es sieht schon wirklich imposant aus, wenn armselige kleine Bächlein solche tiefen Schluchten graben können. Nach ungefähr 1,3 Kilometern durch das Knechtsbachtal zweigt rechts der grün markierte Weg grüner Punkt in Richtung Ottendorf ab. Der jetzt folgende Weg ist zwar etwas steiler als der vorangegangen Aufstieg, aber immer noch nicht besonders unangenehm. Der Weg kommt bald aus dem Wald heraus und die letzten paar Meter gehen über die Ebene bis nach Ottendorf. Der Weg erreicht die Ortschaft gleich neben der Gaststätte „Zum Kirnitzschtal“ und damit ist man wieder am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen.

Schmidt´s Linde

Wenn man von Ottendorf hoch zur Endlerkuppe wandert, dann kann man gleich zweimal Hinweisschilder zu Schmidt´s Linde entdecken. Bisher hatte ich noch nie die Zeit und Lust gehabt zu erkunden, was es mit diesem Baum auf sich hat. Jetzt war endlich der Zeitpunkt gekommen und es ist eine sehr nette Wanderung dabei entstanden.
Der Startpunkt liegt in Ottendorf gleich am Ortseingang. Von hier geht es rechts neben der Gaststätte Zum Kirnitzschtal (www.kirnitzschtal.de) auf die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Der Weg tritt bald auf die Felder hinaus und auf der linken Seite kann man oberhalb der Baumwipfel die Endlerkuppe entdecken. In der Verlängerung des Feldweges erkennt man die Ortschaft Lichtenhain, aber dazwischen befindet sich ein ziemlich unsichtbares Tal. herbstliches_Knechtsbachtal_kleinDer Feldweg mit dem Namen Ottendorfer Steig führt über eine Strecke von etwas mehr als einem Kilometer fast horizontal über die Felder und mit Erreichen des Waldes beginnt der Abstieg ins Knechtsbachtal. Netterweise ist irgendwann in den letzten Jahren eine neue Wasserleitung unterhalb des Weges verlegt worden und so ist der Abstieg noch nicht besonders ausgespült. Nach dem Abstieg von 70 Höhenmetern folgt man weiter dem Knechtsbach auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich in Richtung Kirnitzsch. Im Knechtsbachtal kann man sehr deutlich an der Geländeform erkennen, dass hier schon kein Sandsteinuntergrund mehr vorherrscht, sondern Granit von der Lausitzer Verschiebung. Eine Sandsteinschlucht ist mehr U-förmig und eine Granitschlucht ist V-förmig. Das kann man sehr deutlich an den einzelnen Schluchten auf der rechten Bachseite erkennen. Am Ende des Knechtsbachtals weitet sich der Grund kurz vor der Kirnitzschtalstraße und sofort fängt der Bach an, Schleifen zu legen und Schwemmgut abzulagern.
Mit Erreichen der Kirnitzschtalstraße kommt das unangenehmste Stück der Wanderung, aber zum Glück fahren in diesem Teil des Tals nur relativ wenige Fahrzeuge. Quelle_an_der_Kirnitzschtalstrasse_kleinAuf der Kirnitzschtalstraße biegt die Wanderung nach links ab und folgt weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung. Nach ungefähr 300 Metern befindet sich auf der linken Straßenseite eine kleine Quelle, ungewöhnlicherweise mit einem Wasserhahn und rechts biegt die herbstliches_Kirnitzschtal_kleinZufahrt zum Kuhstall ab. Nach ¼ Kilometer wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach links auf der grünen Markierung grüner Querstrich auf dem Flößersteig weiter. Der Flößersteig ist keiner der gut ausgebauten Wanderwege, sondern ein Pfad, der schon mal ein bisschen hubbelig und hoch und runter geht. Solange man aber keine größeren Knieprobleme hat, machen genau solche Wanderwege eigentlich viel mehr Spaß als eine gut ausgebaute Wanderautobahn. Vom ersten Betreten des Flößersteigs an kann man mehr oder weniger gut zwischen dem Pfad und der Kirnitzsch den alten Mühlgraben der Lichtenhainer Mühle erahnen. Muehlwehr_Lichtenhainer_Muehle_kleinUngefähr ¼ Kilometer flussaufwärts befindet sich das noch gut sichtbare Stauwehr mit mehreren Hubschützen und einer gebrochenen Mühlgrabenmauer. Hier hat die Natur den Menschen mal wieder gezeigt, wie vergänglich die meisten Bauten sind. Nach 1 ½ Kilometern erreicht der Flößersteig das Ende des Kleinen Zschand und hier wandert man dann bis zur Kirnitzschtalstraße abwärts.
Am Biergarten der Felsenmühle (www.pension-felsenmuehle.de) kann man ganz nett für eine kleine Erfrischung einkehren. Für die weitere Wanderung geht es gleich an der Felsenmühle hinter dem Wasserwerkhaus wieder aus dem Kirnitzschtal heraus. herbstliche_Eiche_mit_hohem_Isolator_kleinDer Wanderweg ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und führt so einigermaßen angenehm aus dem Tal hinauf. Sobald man das steilere Stück des Aufstiegs bewältigt hat, erreicht man eine Wildwiese auf der rechten Wegseite. Hier steht eine mächtige Eiche als einziger Baum in der Wiese und es sieht schon wirklich lustig aus, wenn man sich den Stamm etwas genauer ansieht. Hier befindet sich in ungefähr 2 Meter Höhe ein Isolator eines Weidezauns. Entweder haben auf der Wiese irgendwann mal Giraffen geweidet, oder der Isolator ist mit den Jahrzehnten nach oben gewachsen.
Die Wanderung erreicht bald eine Kreuzung, an der nach links der Großstein ausgeschildert ist. Die Aussicht an der herbstliche_Grosssteinkanzel_kleinVorderseite wird Großsteinkanzel genannt und man sollte sie unbedingt besuchen, da es ein sehr einfach zu erreichender Platz mit einem netten Blick in die Hintere Sächsische Schweiz und auf die Felsen links und rechts des Großen Zschand ist. Von hier oben kann man auch ganz hervorragend runter ins Kirnitzschtal und auf den Bereich der Felsenmühle blicken. Höchstens an sonnigen Sonntagnachmittagen trifft man hier andere Besucher, sonst fristet die Aussicht durch die Lage auf der „falschen“ Kirnitzschtalseite ein Schattendasein.
Von der Aussicht geht es wieder zurück, entweder auf dem bekannten Hinweg oder man wandert rechts um den Minigipfel herum. Beide Wege stoßen noch vor der Kreuzung mit dem Kirnitzschtal-Abstieg zusammen. Die Wanderung führt weiterhin auf fast gleichbleibender Höhe in Richtung Ottendorf/Endlerkuppe. Nach etwas mehr als ½ Kilometer verlässt der markierte Wanderweg den Wald und tritt auf die Felder vor Ottendorf. Die Wanderung führt auf den heutzutage sehr traurig aussehenden riesigen Gebäudekomplex der Endlerkuppe zu. Das Gelände ist mehr oder weniger gut eingezäunt, aber genau vor dem ersten Zaun biegt die Wanderung links auf einen breiten Weg ab. Dieser Weg führt einmal um die Endlerkuppe herum. Auf den ersten paar Metern passiert man ein paar ziemlich knorrige Obstbäume und dann geht es in ein kleines Waldstück hinein. Obwohl sich der Weg sehr gut gehen lässt, macht es den Eindruck, als wenn hier nur ganz selten andere Wanderer unterwegs sind. Wenn der Weg aus dem Waldstück wieder heraustritt, kann man vor sich schon die mächtige Schmidt´sche Linde entdecken. gewaltige_Schmidt_Linde_kleinIch kann mich nicht erinnern, in der Sächsischen Schweiz schon mal einen Baum mit solch einem Stammumfang gesehen zu haben. Ich würde mal schätzen, dass der Umfang 4,5 – 5 Meter beträgt und der Baum soll ein Alter von ungefähr 300 Jahren haben. Die Ottendorfer sind auf den Baum so stolz, dass er sogar in dem Ortswappen abgebildet ist. An der Linde stehen gleich mehrere Bänke, die zum Verweilen und Genießen der schönen Landschaft einladen. Als Aussicht hat man zwar keine Sächsische-Schweiz-typischen Felsen, aber dafür eine liebliche Landschaft. Der Hügel, der das Bild begrenzt, ist die Hochbuschkuppe zwischen Lichtenhain und Sebnitz.
Die Wanderung führt von der Schmidt´schen Linde noch die letzten paar Meter auf dem Rundweg um die Endlerkuppe, um dann die Zufahrt zum ehemaligen Jugenderholungsheim zu erreichen. schoenes_Umgebindehaus_Ottendorf_kleinHier geht es bergab auf der bekannten Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in die Ortschaft und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Weg dorthin passiert man zwei bemerkenswerte Gebäude. Auf der linken Wegseite befindet sich ein typisches und schön gepflegtes Beispiel für ein Umgebindehaus und rechts steht die alte Schule von Ottendorf. Eigentlich ist es schon ganz schön schade, dass früher die Zwerge zumindest die ersten Schuljahre im Ort bleiben konnten und heutzutage ein wildes Buskutschieren notwendig ist.
Die Wanderung war eine sehr angenehme Runde und, obwohl die Sächsische Schweiz an dem Wanderwochenende mal wieder vor Besuchermassen aus allen Nähten platzte, noch sehr angenehm zu gehen. Dass die Schmidt`sche Linde ein solch imposanter Baum ist, erfreut mich und es muss einen auch nicht wundern, wenn er als Naturdenkmal auswiesen ist.

Vogelberg

Im Buch „Bergpfade & andere Wege“ von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) hatte ich von einem Aufstieg aus dem Kirnitzschtal mit dem Namen Mühlsteig gelesen, der mir vollkommen fremd vorkam. So etwas kann nicht bleiben und deshalb haben wir diese kleinere Runde unternommen. Den Startpunkt haben wir ans Kriegerdenkmal unterhalb der Endlerkuppe gelegt. Von hier geht es auf dem grünen Strich grüner Strich Gedenkstein_vor_Grossstein_kleinin Richtung Kirnitzschtal. Der Feldweg verläuft nur ganz leicht abfallend bis zum Großstein. Auf halber Strecke steht auf der rechten Wegseite eine Steintafel, die schon einen sehr alten Eindruck macht und vermutlich genau aus diesem Grund auch kaum noch zu entziffern ist. Die Wanderung führt über das Feld und dann noch ein ganz angenehmes Stück weiter auf dem markierten Waldweg bis zum Großstein. Der Großstein ist eine sehr schöne Aussicht, die überraschend einfach erreicht werden kann und trotzdem sehr ruhig ist. Blick_von_Grossstein_auf_Lorenzsteine_kleinAuf der Aussicht befinden sich an unterschiedlichen Stellen gleich mehrere Bänke, die zum Verweilen und Genießen der Landschaft einladen. Von der vordersten Aussichtskanzel hat man einen tollen Blick auf die Felsen der hinteren Sächsischen Schweiz. Im Vordergrund liegen die beiden Lorenzsteine und leicht nach links sieht man die Felsen des Kansteins und des Teichsteins. Unten im Kirnitzschtal sieht man die Gebäude der Felsenmühle bzw. des heutigen Sägewerks. Genau dorthin soll die Wanderung als nächstes führen und deshalb muss man erstmal ein Stück auf der Wanderwegmarkierung wieder von dem Großstein zurückwandern, um dann nach rechts abzubiegen. Obwohl wir diesen Weg schon mehrere Male heruntergewandert sind, haben wir es tatsächlich geschafft, uns zu verlaufen. Schon wenige Meter hinter der Abzweigung biegt der markierte Weg nämlich noch einmal ab und hier sind wir auf dem verführerischen Weg geradeaus weiter gegangen. Man kann diesem Weg gut anmerken, dass so einige Wanderer hier lang gehen, aber immer mehr feststellen, dass es die falsche Richtung ist. Bei uns hat es ziemlich lange gedauert, bis wirklich nur noch ein schmaler Pfad übrig blieb. Jetzt hatten auch die Geiers festgestellt, dass ein Umkehren sinnvoll wäre. Also kehrt um und nach dem markierten Weg runter ins Tal gesucht. Der Abstieg endet auf der Kirnitzschtalstraße zwischen dem Wasserwerk und dem Gasthaus der Felsenmühle.
Das nächste Etappenziel für diese Wanderung ist die Neumannmühle. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Wege: Entweder man wandert hinter dem Sägewerk über den Flößersteig oder man wählt den ½ Kilometer auf der Fahrstraße. Der Flößersteig hat den kleinen Nachteil, dass es hinter dem Sägewerk erstmal ein paar Höhenmeter hoch geht und dann gleich wieder bis zum Bachlauf runter. Dazu hatten wir keine Lust. Über die Fahrstraße wollten wir aber auch nicht latschen. So sind wir ein paar wenige Meter die Straße entlang gegangen, mutige_Bachdurchquerung_kleinbis auf der gegenüberliegenden Bachseite der Flößersteig wieder hinter dem Sägewerk herunterkam. Hier haben wir die Schuhe ausgezogen und sind einmal durch die bibberkalte Kirnitzsch gewatet. Sehr lustig waren die Kommentare von den restlichen Wanderern auf der Kirnitzschtalstraße. Die Wanderung führt also bis zur Neumannmühle. Hier bietet sich natürlich erstklassig das technische Museum Neumannmühle an. In den ehemaligen Räumen der Mühle wird sehr anschaulich die Holzverarbeitung und Papierherstellung dargestellt. Auch von außen kann man schon sehr schön das riesige Wasserrad (4,9 m Durchmesser und 1,8 m breit) im Mühlgraben sehen.
Gegenüber dem Mühlrad startet der Mühlsteig. Dieser Aufstieg aus dem Kirnitzschtal ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und nur die ersten paar Meter sind wirklich anstrengend. Auf einer Wanderstrecke von 150 Metern werden 50 Höhenmeter mit einigen Stufen überwunden. Danach verlässt die Wanderung den Wald und es geht weiter über eine überraschend große Wiesenfläche mit dem Namen Die Folgen.

Vogelberg_Panorama_klein

Der Weg steigt immer noch leicht an auf den Vogelberg, aber diese Steigung ist nicht besonders unangenehm und bei dem Ausblick in die Natur fast unbemerkt überwunden. Was auf der Folge besonders auffällt, sind die einzelnen Birkenwäldchen. Hier stehen auf engstem Raum riesig viele junge Birken. Es sieht so aus, als ob jemand einige Handvoll Birkensamen auf der Wiese verteilt hätte. Die Wanderung folgt weiterhin der Wanderwegmarkierung und erreicht bald noch ein Waldstückchen, das mal eben durchquert wird. Die letzten paar Meter gehen wieder über die Felder am Vogelberg. Hier sollte man sich, wie auf der Wiese der Folge, immer mal wieder umdrehen und eine Prise der wunderbaren Aussicht genießen. Auf dem sehr unauffälligen Vogelberg stehen am höchsten Punkt zwei Bänke, die noch mal zum Verweilen einladen. Blick_von_Vogelberg_auf_Endlerkuppe_kleinNach noch ein paar Metern über den Feldweg erreicht man den Ausgangspunkt. Ich vermute mal, dass diese Runde in früheren Jahren von den Bewohnern der Endlerkuppe reichlich gewandert worden ist. Eigentlich kann man diesem riesigen Gebäudekomplex nur wünschen, dass sich ernsthaft in naher Zukunft jemand um die Erhaltung kümmert. Sonst können die Gebäude bald abgerissen werden und die Endlerkuppe ist nur noch eine nette Aussicht. Damit ist eine ganz nette kleine Runde zu Ende gegangen, die zwar nicht eine riesige Wanderung ist, aber als kleiner Spaziergang sehr gut geeignet.

Wappenstein

Dies ist keine von den typischen Wanderungen in der Sächsischen Schweiz, bei denen man, wenn man schon im Bereich des hinteren Nationalparks unterwegs ist, auch irgendwo auf einen Felsen oder Berg hoch steigt. Das ist in diesem Fall nicht vorgesehen, aber trotzdem kommen etwas mehr als 500 Höhenmeter zusammen.
Der Startpunkt liegt an der Felsenmühle im Kirnitzschtal. Irgendwie gibt es dort ein paar Parkplätze zwischen den Bäumen an der Kirnitzsch, aber ein paar Meter davor steht ein Halteverbot-Schild. Zwar habe ich hier schon häufig geparkt und noch nie nach der Wanderung einen Zettel unter dem Scheibenwischer vorgefunden, aber wer ganz sicher gehen möchte, kann am Lichtenhainer Wasserfall parken. Der dortige Parkplatz wird ziemlich am Ende der Wanderung  jedenfalls passiert.
Die Wanderung führt als erstes auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich den Kleinen Zschand aufwärts. Durchgangshoehle_Kleiner_Zschand_kleinNach einem ¾ Kilometer fällt auf der linken Wegseite eine ziemlich hohe Höhle auf, die zum Durchspazieren einlädt. Dynamitgrotte_Kleiner_Zschand_kleinEtwas mehr als 100 Meter danach findet man auf der rechten Wegseite eine künstliche Grotte. Dabei handelte es sich um eine Pulverkammer. Es gibt davon mehrere in der Sächsischen Schweiz. Das Pulver wurde benutzt, um die Baumwurzeln herauszusprengen. Wenn man sich so eine Kammer genau ansieht, dann entdeckt man darin noch mal ein kleines Fach, welches separat mit einer Türe verschlossen war. In diesem Fach ist ursprünglich der Sprengstoff aufbewahrt worden. Schon seit mehreren Jahren steht aber in der Pulverkammer im Kleinen Zschand ein Topf. Schon bald erreicht die Wanderung die Quenenwiesen, an deren Rand es weiterhin leicht ansteigend aufwärts geht. W_Glaser_1852_kleinDie Steigung nimmt zu, bis man die rote Wanderwegmarkierung roter Strich erreicht. Dieser folgt man nach rechts und schon nach ganz wenigen Meter fällt eine Felsmurmel mit der Inschrift W. Glaser 1852 auf. Das ist schon ganz schön beeindruckend, dass hier oben schon vor mehr als 160 Jahren Leute im Wald unterwegs waren und dann auch noch die Zeit hatten, solch eine schöne Inschrift zu interlassen. Wappenstein_1558_Kurfuersten_August_kleinDer Pfad schlängelt sich am Felsfuß entlang und nach 1 ¾ Kilometern geht es sehr nah an der Felswand und einem Überhang entlang. Bei diesem Felsen handelt es sich um den nördlichsten Ausläufer des Kleinen Winterbergs. Der Wappenstein steht gleich an der Felswand unterhalb des großen Überhangs und ist kaum zu übersehen. Dieser Gedenkstein soll daran erinnern, dass im Jahre 1558 Kurfürst August von einem Hirsch bedroht wurde und das Tier durch einen Schuss von dem Felsen stürzte und hier im Bereich des Felsfußes verendete.
Die Wanderung geht weiter auf der roten Wanderwegmarkierung. Nach wenigen Metern erreicht man die kreuzende Wegmarkierung roter Punkt. Blöderweise ist ausgerechnet der weitere Weg mit dem roten Strich nicht so einfach zu erkennen, da es der kleinste Pfad ist. Blossstock_durch_den_Wald_kleinPraktisch ist es nur die Fortsetzung des schon begangenen Pfades. Insgesamt geht es jetzt 2 ½ Kilometer auf dem Pfad entlang, bis man den Bloßstock erreicht. Hier fällt natürlich der frei stehende Felsen des Bloßstocks auf, aber auch die riesige Sandfläche an der großen, glatten Felswand ist markant. Von dem Felsen führt ein Weg mit Stufen weg und endet auf der unteren Affensteinpromenade. Dort geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt weiter. Der Weg ist ziemlich breit ausgebaut und für die bessere Aussicht geht die Wanderung hier eigentlich in die falsche Richtung. Wenn man anderes herum wandern würde, könnte man einmal auf die Felsnadel Bloßstock und dann auf die Brosinnadel blicken. So muss man sich für diese beiden Blicke herumdrehen. Eulentilke_schraeger_Stein_und_Ueberhang_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer biegt nach rechts der deutlich sichtbare Weg in die Eulentilke ab. Diese Schlucht ist für die Wanderung eine tolle Bereicherung, da sie mit vielen Felsen aufwartet und einen wirklich dichten Bewuchs hat. Nach etwas mehr als ½ Kilometer endet die Schlucht im Nassen Grund, der im Gegensatz zur Eulentilke mit seinem breiten Forstweg schon wieder einen langweiligeren Eindruck macht. Auf dem Weg geht es nach rechts bis hinunter ins Kirnitzschtal. Ganz kurz vor dem Bach biegt nach rechts der Flößersteig grüner Querstrich ab. Dieser Pfad ist wirklich viel schöner als auf der Straße entlang zu wandern. Felsen_im_Kirnitzschtal_hinter_Nassen_Grund_kleinGanz besonders, weil man von dem Pfad die Kirnitzsch beobachten kann. Noch stehen an so einigen Stellen Informationsschilder, die viel Wissen zu den jeweiligen Orten liefern. Leider ist es wie mit sehr vielen Lehrpfaden, dass diese mit irgendwelchen finanziellen Töpfen eingerichtet werden, aber leider keiner mehr an den Erhalt gedacht hat. Und so verschwinden mit der Zeit die einzelnen Stationen dann auch wieder. Das ist in diesem Fall besonders traurig, da der Flößersteig eine wirklich schöne Strecke am Bach entlang ist.
Das erste Teilstück des Flößersteigs endet am Beuthenfall. Von hier muss man ein Stück (½ Kilometer) am Straßenrand bis zum Lichtenhainer Wasserfall wandern. An diesem Haupt-Touristenmagnet der Hinteren Sächsischen Schweiz herrscht sehr häufig ziemlicher Trubel, was mich persönlich immer wieder verwundert, da der künstliche Wasserfall nicht gerade besonders hoch ist und auch keine besonders große Wassermassen herunter stürzen. Genauer gesagt wird alle ½ Stunde eine kleine Schleuse geöffnet, aus der sich dann ein paar Dutzend Eimer Wasser auf die Felsen ergießen. Aber immerhin wird noch ganz theatralische Musik dazu abgespielt.
Viel schöner ist aus meiner Sicht die Natur des Flößersteigs und deshalb geht es jetzt weiter den Bach aufwärts. alte_Bruecke_am_Lichtenhainer_Wasserfall_1836_kleinAm Ende des Parkplatzes führt eine Fußgängerbrücke aus dem Jahre 1836 über den Bach und dann geht es weiter auf dem Flößersteig. Auf dem jetzt kommenden Abschnitt trifft man Floessersteig_vor_Felsenmuehle_kleinnur ganz selten andere Wanderer an, was bestimmt daran liegt, dass dieses Stück schon relativ lang ist (3 ½ Kilometer), auch schon mal ein bisschen auf und ab geht und keine der Hauptpunkte verbindet. Schon bald erreicht die Wanderung die Rückseite der Lichtenhainer Mühle. Hier fällt besonders der lange, heutzutage trockene Mühlgraben und das dazugehörende Wehr auf.
Nachdem man die Alte Zufahrt zum Neuen Wildenstein bzw. dem Kuhstall passiert hat, wird das Tal wieder schmaler. Auf der gegenüberliegenden Bachseite kann man im Jahre 2015 immer noch sehr gut erkennen, welche Schäden das Hochwasser im Jahre 2013 angerichtet hat. Heutzutage sind zwar alle Stellen ausgebessert worden, aber bis die Natur die Stellen überdeckt, wird es noch eine Weile dauern. Mich wundert, dass die Hangbefestigungen der Straße aus L-Steinen erstellt wurden und die Schräge bis zur Straße festgestampfter Split ist. Das müsste doch beim nächsten größeren Hochwasser wieder herausgespült werden und dann ist die Straße mal wieder unpassierbar. Dem Flößersteig hat das Hochwasser nicht besonders zugesetzt und es geht auf dem Pfad die letzten paar hundert Meter bis zum Ausgangspunkt an der Felsenmühle. Auch wenn die Wanderung keine besonders tollen Aussichten liefert, so macht sie Spaß und führt in einem netten Bogen und mit einigen Abwechslungen durch die Hintere Sächsische Schweiz.

Alter und Neuer Wildenstein

Die Wanderung beginnt am Beuthenfall. Am Beuthenfall muss man leider an den Gebäuden feststellen, dass so manche schöne Überlegung zum Thema Tourismus nicht ganz so perfekt läuft. Die Gebäude vom Beuthenfall stehen mindestens schon 5 (wenn nicht sogar schon 10) Jahre leer und es macht auch nicht den Eindruck, als wenn sich irgendetwas in eine positive Richtung bewegt. Die Natur ist im Moment schwer damit beschäftigt, sich ihren Platz wieder herzustellen. Schade, aber so sieht es im Moment (Stand Herbst 2003) aus. Vom Beuthenfall geht es ein paar Meter auf der Kirnitzschtalstraße den Bach hoch bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Am Lichtenhainer Wasserfall kann man sehen, wie es auch am Beuthenfall aussehen könnte. Ich weiß nicht so genau, warum hier so häufig ein riesiges Touristenaufkommen ist, aber manchmal herrscht hier wirklich mehr Betrieb als auf der Bastei. Dabei kann man hier nur ein Wasserfällchen sehen, welches noch nicht mal dauerhaft läuft, sondern für die Touristen extra betätigt wird. Vielleicht bin ich noch nicht im richtigen Alten um das zu verstehen.
Zugang_SchneiderlochSchneiderlochAm Parkplatz vom Lichtenhainer Wasserfall geht es über die alte Steinbrücke auf dem Wanderweg mit der Markierung roter Punkt roter Punkt den Berg hoch. Diese Wegmarkierung führt über einen breiten Wanderweg direkt zum nächsten Touristischen Punkt der Sächsischen Schweiz, dem Kuhstall. Da aber der Anstieg schon etwas anstrengender ist, sind aber schon ein ganzer Teil der Gehandikapten im Tal geblieben. Dafür ist hier oben dann aber auch wieder eine bequeme Möglichkeit sich zu erfrischen. Der Kuhstall ist ein großes Felsentor mit einem fantastischen Ausblick in ein bewaldetes Tal, auf dessen anderer Seite die Affensteine emporragen. Balkon_SchneiderlochWenn man sich an diesem ersten Anblick satt gesehen hat, dann gibt es noch eine weitere Attraktion. Man kann durch einen schmalen Felsspalt, die so genannte Himmelsleiter, auf das Felsplateau hochklettern. Hier oben kann man noch Rest von Burg Wildenstein entdecken. Es geht über den Abstieg vom oberen Felsplateau wieder herunter. Auf der Höhe vom Kuhstall angekommen, kann man noch einen kurzen Abstecher zum Schneiderloch machen. Für mich war diese kleine Höhe eine wirkliche Überraschung. krumme_EmmaObwohl ich bestimmt schon 10 Mal auf dem Kuhstall gewesen bin, habe ich bis zu dieser Wanderung nicht festgestellt, dass man in die Höhle reinkriechen kann und man dann oben aus dem Balkon wieder rausschauen kann. Aus dem Loch wieder zurück, gibt es noch ein engeres Loch, dass aber noch witziger ist. Es geht auf der gegenüberliegenden Seite am Geländer entlang um die „krumme Emma“ herum. Man kommt in einen Innenhof mit ein paar verstreuten Felsen. Felsloch_hinter_krumme_EmmaHier hält man sich rechts und man kommt an ein wirklich schmales Felsloch. Auch wenn hier der Felsen schon etwas speckig aussieht, so sollte man doch mal in das Loch reinkriechen, der Ausblick ist auch hier hervorragenden und halt durch die Lage etwas ganz besonderes. Zurück geht es erstmal bis zum Gasthof Kuhstall. Jetzt ist der passende Zeitpunkt gekommen sich leicht zu erfrischen. Da der nächste Teil eigentlich nicht wirklich gefährliches mehr ist, dann man sich auch ohne weiteres einen leckeren Weizensaft gönnen.
Gegenüber vom Gasthof geht der schon bekannte Wanderweg mit dem roten Punkt den Berg, durch die nasse Schlucht, runter. Unten angekommen erreicht man eine Wanderwegkreuzung. Es geht ab jetzt nach rechts auf dem Wanderweg mit der Markierung roter Strich roter Strich weiter. 300 Meter folgt man dem roten Strich, dann erreicht man eine Abzweigung nach links, die Ausgeschildert ist mit Beuthenfall. FreiuebernachtungsstelleDer Weg verläuft parallel zum gerade noch beschrittenen Wanderweg auf der anderen Seite der Senke. Einen 1/2 Kilometer hinter der letzten Abzweigung vom markierten Wanderweg geht es auf dem ersten möglichen Weg nach links. Dieser Weg führt gerade auf den alten Wildenstein zu. Kurz vor dem Felsen macht der Weg einen kleinen Knick nach links und führt dann um den Felsen herum. Nachdem man fast vollständig um den Felsen herum gewandert ist, sieht man vom Weg aus ein breites Felstor. Jetzt heißt es zum Felsen durch das Felstor aufzusteigen. Man kann natürlich auch schon vorher an den Felsfuß hochgehen, aber um auf einem normalen Weg hoch zu kommen, geht es nur zwischen bzw. hinter dem Felstor auf den alten Wildenstein. Obwohl ich schon einige Jahre durch die Sächsische Schweiz wandere, ist mir an diesem Felsfuß das erste mal ein offizieller Boofenplatz (sächsische Bezeichnung für Freiübernachtungsstelle) begegnet. Was ich leider überhaupt nicht verstehen kann, wie frische Spuren von einem mächtigen Lagerfeuer genau unter dem Verbotsschild für offenes Feuer sein kann. Wenn der Wald mal wieder abgebrannt ist, dann ist das Gejammer wie immer sehr groß. Die Leute kommen doch gerade wegen der schönen Natur in die Sächsische Schweiz, warum müssen sie dann ein Lagerfeuer entfachen, bei dem ganze Bäume versucht werden zu verbrennen. Ich glaube mache Leute spinnen einfach nur noch.
Blossstock_vom_alten_WildensteinSo genug gezetert. Es geht also zwischen den beiden Felsen hindurch. Nach ein paar Metern geht es den Felsen an einer gemäßigten Stelle hoch. Der Weg ist nicht gerade ein breiter Wanderweg, aber trotzdem ganz gut zu erkennen. Diese Tatsache deutet schon drauf hin, dass man hier oben vermutlich ein ruhiges Plätzchen vorfinden wird. neuer_Wildenstein_vom_alten_WildensteinDer alte Wildenstein wird auch Heidematz bzw. Heidematzenstein genannt, was einen nicht besonders wundern muss, wenn man sich den Bewuchs ansieht. Fast am höchsten Punkt angekommen geht es nach links. Wenn man dann bis an die östlichste Spitze des Felsen wandert, gibt es zwei wirklich schöne Plätze zum Ausruhen. Von dem einen Platz kann man hervorragenden zu den Affensteinen/Bloßstock und an dem anderen Platz zum neuen Wildenstein rüber sehen. Wirklich lohnenswert.
Vom alten Wildenstein geht es wieder zurück bis auf den Wanderweg. Auf diesem Weg geht es nach rechts in die Richtung Beuthenfall. Zuerst verläuft der Waldweg fast auf einer Höhe entlang, bis kurz vor den Dietrichsgrund. Hier soll, laut H. Böhm seiner Wanderkarte, ein Pfad den Hang heruntergehen. Ich habe diesen Weg nicht gefunden, da ich im Herbst diese Runde versucht habe und ein Berg an Laub den Weg versteckt hatte. Aber das ist auch kein Problem, da man diesen Hang auch ohne einen Weg runter kommt. Unten angekommen, geht es die letzten Meter auf dem breiten Forstweg bis runter zum Beuthenfall.