Aldringen Stein

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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 430 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rainwiese - roter Strich - Ziegenrücken - Schwarzer Grund - Graf Aldringen Stein - roter Strich - Gabrielensteig - Grafenkrone - Prebischtor - gelber Strich - Mühlweg - Stinnersdorf - Straße - Rainwiese

Beschreibung:

Die Wanderung zum Aldringen Stein ist dadurch entstanden, dass Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) den Felsen in seinem Buch Heimat- und Naturgeschichte der Sächsischen Schweiz Band 3 sehr interessant beschrieben hat und so etwas gleich mal in der Natur angeschaut werden muss.
Der Startpunkt zu dieser Wanderung liegt in der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) auf dem großen Parkplatz hinter dem Hotel. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich von der Straße in Richtung Ziegenrücken bzw. Gabrielensteig. Noch in der Ortschaft passiert man die Touristeninformation auf der linken Wegseite. Sehr nett sind die neue_Ferienhaeuser_Rainwiese_kleintollen Landschaftsfotos an den riesigen Fenstern. Auf der rechten Wegseite befinden sich ein paar Ferienhäuser, die im Frühjahr 2013 nagelneu waren. Ziemlich schön sehen auch die hoelzerner_Jaeger_Rainwiese_kleinBilder auf der Webseite (www.uforta.cz) vom Inneren der Häuser aus. Dann geht es aus der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) auf dem Ziegenrücken heraus. Der Waldweg steigt langsam an; es handelt sich um einen wirklich uralten Verbindungsweg nach Deutschland. Heutzutage geht es leider nur noch bis zum Gabrielensteig, aber das reicht für diese Wanderung auch.
Der Schwarze Grund, in dem sich der Aldringen Stein befinden soll, fällt deutlich sichtbar gegenüber des Großen Zschand- Zugangs ab. Blöderweise befindet sich der nette Sitzplatz aber in einem anderen, steinerner_Wegweiser_Gabrielensteig_Grosser_Zschand_kleinkleineren Ausläufer des Schwarzen Grundes und deshalb habe ich insgesamt 4 Anläufe gebraucht, den Stein zu finden. So wandert man ein paar Meter weiter in Richtung Prebischtor. Den Abzweig in den Großen Zschand passiert man an der Sandsteinsäule und folgt von der steinerneren Hinweissäule dem Gabrielensteig ¼ Kilometer. Den kleineren Ausläufer in den Schwarzen Grund erreicht man genau vor den ersten künstlichen Holzstufen. Aldringen_Stein_Vorderseite_kleinHier geht es sehr unscheinbar nach links in den Grund hinein und dann entdeckt man nach 60 Metern die beiden mannshohen Felsen mit dem eingearbeiteten Sitzplatz. Wenn man den richtigen Einstieg zum Schwarzen Grund gefunden hat, dann ist auch der Aldringen Stein sehr einfach zu finden. Rechts neben dem eigentlichen Sitzplatz ist in den Felsen die Inschrift „Graf Aldringen Stein“ eingearbeitet. Rueckseite_Aldringen_Stein_kleinEs war schon ein ziemlicher Glücksmoment, endlich den steinernen Sitzplatz gefunden zu haben. Der Schwarze Grund ist ein wirklich gut überschaubares Tal und dann ist es wirklich ärgerlich, immer wieder unverrichteter Dinge umzukehren. Vermutlich war ich einfach nur zu dämlich, den Text in Axel Mothes Buch richtig zu deuten. Zum Glück war der Aldringen Stein aber auch noch auf einer Wanderkarte (Hinterhermsdorf 1:16.666 Meinhold) aus dem Jahre 1913 eingezeichnet und ein netter Mitmensch hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Natürlich könnte man nach dem Finden des Aldringen Steins sofort wieder zum Ausgangspunkt zurück gehen, aber wenn man schon in dieser Ecke der Böhmischen Schweiz ist, dann kann man hervorragend noch bis zum Prebischtor wandern. Dazu geht es aus dem Schwarzen Grund aufwärts bis zum Gabrielensteig mit der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Dem Gabrielensteig folgt man nach links. Der Pfad schlängelt sich auf gleichbleibender Höhe am Felsfuß entlang. An mehreren Stellen werden mit sehr schönen Informationstafeln Besonderheiten des Elbsandsteingebirges erklärt. Nach ein paar hundert Metern auf dem Gabrielensteig steigt der Weg ein paar Stufen hoch und hinter diesen Stufen kann man sehr Grafenkrone_Aldringen_kleineinfach auf der rechten Felswand eine Krone entdecken. Diese Krone sieht ein bisschen wie die Grafenkrone des böhmischen Fürstengeschlechts Clary und Aldringen aus. Vermutlich könnte das Wappen aber auch hunderte andere Wappen, in denen vier Felder enthalten sind, darstellen. Auf jeden Fall ist es ein Wappen und ganz bestimmt nicht erst in den letzten Jahrzehnten angebracht worden.
Die Wanderung über den Gabrielensteig ist wirklich angenehm, aber nur im Winter kann man auch ein bisschen in die Landschaft blicken. In den Jahreszeiten mit Laub auf den Bäumen ist der weitläufige Blick nur an einem, höchstens zwei Punkten möglich. Dafür wandert man an so einigen hohen Felswänden entlang, die immer wieder unterschiedliche Formen aufweisen. Zum Teil ist die Zersetzung der Felsen durch große Sandflächen unterhalb der Felsen zu erkennen Hoehlenbaum_Gabrielensteig_kleinund an mehreren Stellen kann man durch hoch stehende Wurzeln erahnen, dass so manche Sandschicht von den Besuchern abgetragen worden ist. An mehreren Stellen werden Ausläufer bzw. winterlicher_Zuckerhut_am_Gabrielensteig_kleinEinschnitte der Felsen durch Bögen umwandert und diese können schon ganz schön imposant aussehen. So kann man beim Umrunden des Becksteins zum böhmischen Zuckerhut hoch blicken, der ganz besonders auffällig mit einer Schneeschicht aussieht. Natürlich ist die große Felswand am Gabrielensteigturm auch ein Hingucker.
Nachdem man 3,5 Kilometer auf dem Gabrielensteig gewandert ist, wird noch ein kleinerer Felsenausläufer des Prebischtors umrundet, bei dem man von beiden Seiten das größte natürliche Felsentor von Europa entdecken kann. Blick_vom_Garbielensteig_zum_Prebischtor_kleinObwohl ich die Strecke über den Gabrielensteig schon sehr häufig gegangen bin, ist mir dies tatsächlich erst mit dieser Wanderung aufgefallen. Vermutlich liegt es daran, dass man eher in die Weite der Landschaft blickt, als nach vorne den Felsen hoch. Das Prebischtor ist ein zweischneidiges Schwert, da einerseits wirklich sehr viele Besucher hier oben herumlaufen, aber andererseits ist der Blick schon wirklich etwas Besonderes. Deshalb sollte man den kurzen Abstecher bis hoch zum Felsentor unbedingt unternehmen, aber es ist besser, die Wanderung bzw. den Zeitpunkt so legen, dass man nicht in der Hauptwanderzeit unterwegs ist. Ein weiteres ungewöhnliches Manko des Prebischtors ist, winterlicher_Bogen_Prebischtor_kleindass man einen kleinen Obolus als Eintritt bezahlen muss. Im Frühjahr 2013 waren es 3 € für Erwachsene und 1 € ermäßigt. In den Wintermonaten ist das Prebischtor geschlossen und höchstens am Wochenende (dann aber kostenlos) betretbar. Von den westlichen Aussichten hat man einen wirklich fantastischen Ausblick auf die böhmische Landschaft, die Felsen der Langgrundwände und natürlich das eigentliche Prebischtor. Gleich neben dem Prebischtor befinden sich auch mehrere Möglichkeiten, das Verhungern oder die Unterhopfung zu verhindern.
Der Abstieg vom Prebischtor erfolgt wieder auf dem gleichen Zickzackweg wie auf dem Hinweg und am Ende geht es nach rechts auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich weiter. Der Weg erfolgt mit einem angenehmen Gefälle durch den Langen Grund bzw. der Weg wird auch Pelagiensteig genannt und endet auf der Straße zwischen Rainwiese und Herrnskretschen. Diese Straße muss nur überquert werden und auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich wieder aufwärts. Die Steigung hoch nach Mezná (Stimmersdorf) ist sehr angenehm und es fällt fast nicht auf, Wasserwerke_im_Lange_Biele_kleindass man 3 Kilometer auf dem Mlýnská cesta (Mühlweg) unterwegs ist. Zwischendurch kann man im Tal der Dlouhá Bělá (Lange Biele) so einige umzäunte Gebäude entdecken. Dabei handelt es sich um Wasserwerke, die das Grundwasser anzapfen und damit die Bewohner der Böhmischen Schweiz versorgen. Fast am Ende des Mlýnská cesta (Mühlweg) hat man noch mal einen schönen Blick rüber auf die Felsen rund um das Prebischtor tolles_Wandgemaelde_Stimmersdorf_kleinund dann geht es in die Ortschaft hinein. Hier ist wirklich jedes Haus auf hungrige und durstige Touristen eingestellt und man kann relativ günstig einkehren. Auf der rechten Straßenseite kann man in den wärmeren Zeiten sehr nett draußen auf der Terrasse sitzen und mit einer Stärkung winterlicher_Zufahrt_Stimmersdorf_kleinden Blick in die Landschaft genießen. Die letzten Meter (1 ½ Kilometer) führen dann über die einzige Zufahrtsstraße der Ortschaft zum Ausgangspunkt zurück. Dadurch, dass Mezná (Stimmersdorf) nur aus den paar Restaurants und Häusern besteht, hält sich der Verkehr so einigermaßen in Grenzen und man kann auch hier noch mal den Blick auf die Felsen genießen. Auf halber Strecke erinnert ein Gedenkstein an die im Krieg gefallenen Soldaten und netterweise sind die Namen in den letzten Jahren wiederhergestellt worden. Dadurch, dass es sich mehrheitlich um deutsche Namen gehandelt hat, waren diese kurz nach dem Krieg entfernt worden. Am Ende der Straße wird wieder die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) erreicht und damit ist eine nette Runde durch die Böhmische Schweiz geschafft. Wir haben die ersten drei Wanderungen im Winter unternommen und es war mit der Ausnahme von glatten Wegen eine sehr angenehme Runde. Nur die letzte Erkundungstour fand im Mai statt und deshalb sind auch die Bilder vom Aldringen Stein ohne Schnee.

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