Altes Bad Cunnersdorf

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 7,50 km
Höhenunterschied:
ca. 161 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
immer, auch an Wochenenden empfehlenswert.
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Cunnersdorf - Freibad - roter Strich - altes Bad - Querweg - grüner Punkt - Goldbrunnen - Bad - Cunnersdorf

Beschreibung:

Ich bin mal wieder mit dem Finger über die Karten von Herrn Böhm (www.boehmwanderkarten.de) gewandert und auf der Wanderkarte Königstein an einem Eintrag „Altes Bad“ in der Nähe von Cunnersdorf hängen geblieben. Obwohl ich die Felder östlich von Cunnersdorf schon ziemlich häufig gesehen habe, ist mir dort noch nie ein Teich oder so etwas aufgefallen. Das musste doch gleich mal mit einer kleinen Wanderung untersucht werden. Der Startpunkt liegt am neuen Freibad bzw. in Cunnersdorf spricht man vom Waldbad. Von hier geht es mit einer kleinen Dorfbesichtigung los. Dafür wandert man wieder auf der Zufahrtsstraße in Richtung Dorfmitte zurück. Netterweise sind in Cunnersdorf eine Vielzahl Informationstafeln aufgestellt worden, sodass man alle paar Meter über historische Stellen informiert wird. Gleich am Ende des Parkplatzes steht zum Beispiel ein Meiler, aus dem ein „Tortenstück“ zur besseren Anschauung herausgeschnitten ist. Die nächste Station ist ein Stückchen einer alten Wasserleitung. Leider kann man heutzutage schon deutlich sehen, dass Holz nicht richtig witterungsbeständig ist und deshalb wird diese Station wohl nur noch kurze Zeit dort erhalten bleiben. Auf dem weiteren Weg in die Dorfmitte passiert man noch das Wohnhaus von Gerd Neumann, einer herausragenden Persönlichkeit von Cunnersdorf, mehrere alte Wohnhäuser und das alte Floßwehr. Es ist immer wieder verwunderlich, dass mit solch einem regelbaren Staudamm die Baumstämme bis runter zur Elbe gespült werden konnten. Heutzutage kommt so ein riesiger Lkw in den Wald gefahren und transportiert das Holz dann irgendwohin in Europa. Da war die Arbeit früher doch um ein Vielfaches anstrengender und zeitaufwändiger, aber eben auch viel umweltschonender.
Ein paar Meter hinter dem Floßwehr erreicht die Wanderung die Hauptstraße (Cunnersdorfer Straße), auf der es nach links weiter dem Cunnersdorfer Bach hinterher geht. Gebaeude_kurfuerstlichen_Forstverwaltung_Cunnersdorf_kleinSchon von der Kreuzung aus kann man das riesige Herrenhaus bzw. den Forsthof (Sitz der kurfürstlichen Forstverwaltung für die linkselbische Sächsische Schweiz) sehen. Dieses Gebäudeensemble und die riesigen Stützenmauern an der Frontseite sind in einer Ortschaft wie Cunnersdorf schon wirklich besonders auffällig. Nach den ersten 200 Metern auf der Cunnersdorfer Straße kann man nach rechts auf die Schulstraße wechseln und parallel zum Bach weiter wandern. Auch hier weisen noch ein paar grüne Schilder auf besondere Bäume hin und dann passiert man noch ein paar Schaukästen vor einem Bauernhof. Hier wird sehr anschaulich dargestellt, dass Milch oder Käse nicht in der Theke des Supermarkts entstehen.
Die Schulstraße endet auf einer breiteren Straße (Kohlweg in Richtung Gohrisch) an der Kirche. Hier folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach rechts den Berg hoch. Schon nach ein paar Metern passiert man die ehemalige Schule von Cunnersdorf. Von 1844 bis 1979 wurde das Gebäude als Schule benutzt, aber in den letzten Jahren ist es leider vollkommen ungenutzt. Das wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren wieder ändern. Blick_auf_Cunnersdorf_von_Norden_kleinAn der ehemaligen Schule wird die Straße verlassen und es geht über einen gepflasterten Pfad aufwärts. Der Wanderweg ist hier immer noch mit dem roten Strich markiert. Nach dem halben Aufstieg bietet sich ein netter Rastplatz zu einem kurzen Zwischenstopp an. Von hier kann man sehr gut auf Cunnersdorf und die gegenüberliegende Talseite blicken.
Die Wanderung führt weiter auf dem Pfad den Hang hinauf. Nachdem man wieder aus dem Wald auf die Felder und Wiesen hinausgetreten ist, geht es an der ersten Möglichkeit (nach insgesamt ½ Kilometer Aufstieg) nach rechts. Der unmarkierte Weg führt auf vollkommen gleichbleibender Höhe durch den Wald. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht der Waldweg den Waldrand (zumindest auf der rechten Wegseite) und bei dieser Wiese handelt es sich um irgendetwas ganz besonderes. Blick_auf_Altes_Cunnersdorfer_Bad_kleinDie gesamte Fläche ist übersät mit größeren und kleineren Steinen und gleich an mehreren Stellen kann man hervorragend im Matsch versinken. Biotop_Altes_Cunnersdorfer_Bad_kleinAuf der schräg gegenüber liegenden Seite der Wiese befindet sich tatsächlich ein Teich, der heutzutage ein wunderbares Feuchtbiotop ist. Hier schwimmen tatsächlich eher Frösche und Molche, als dass irgendein Mensch in die Brühe steigt. Trotzdem ist das Biotop ein sehr schöner Anblick.
Die Wanderung führt über den bekannten Waldweg weiter, um nach ein paar Metern auf einem Feldweg bis zur Fahrstraße zu gelangen. Hier sollte man nicht versuchen, den kürzeren Weg an der Baumreihe über die Wiese zu wandern, da auch diese Wiese übersät ist mit Steinen. Das führt ziemlich schnell zu umgeknickten Füßen und dann ist eine Wanderung nur noch schwierig zu beenden. Auf der asphaltierten Straße geht es nach rechts. Schon von weitem kann man ein riesiges Jauchebecken, das mit einigen Sträuchern eingerahmt ist, sehen. Wenn man an diesem Becken vorbeiwandert, gibt es seltsamerweise überhaupt keine Geruchsbelästigung. Vielleicht ist es anders, wenn hier gerade Jauche abgepumpt wird, aber zu normalen Zeiten ist es fast geruchlos. riesige_Flachsilos_bei_Cunnersdorf_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer passiert die Wanderung eine Fahrstraße und dahinter erreicht man zwei riesige Flachsilos. Silos in solch einer Größe habe ich bis dahin noch nie gesehen. Die Silage stapelt sich auf fast 5 Meter Höhe und die Fläche dürften pro Fach mehr als 800 m² sein. Das ist wirklich riesig.
An dem Waldrand, den man nach ein paar Metern erreicht, befindet sich die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Hier geht es auf dieser Wanderwegmarkierung nach rechts weiter. Sehr seltsam ist, dass nach wenigen Metern ein kleines Holzschild nach links in den Wald zum Bad weist. Es stimmt natürlich, dass es auf diesem Weg zum Cunnersdorfer Waldbad geht, aber im Gegensatz zum markierten Wanderweg müsste man so einige Höhenmeter durch einen relativ langweiligen Wald unternehmen. Koeniglicher_Forstgrenzstein_bei_Cunnersdorf_kleinViel schöner ist der Weg am Waldrand entlang. Gleich neben dem breiten Waldweg stehen mehrere Grenzsteine mit deutlich sichtbaren Kronen, die damit signalisieren, dass es sich um Königliche Forstgrenzsteine handelt. Blick_ueber_Tal_zum_Alten_Bad_kleinWenn man einmal über das Tal hinweg blickt, dann kann man ungefähr die Lage des alten Bades erahnen. Der eigentliche Teich versteckt sich ganz hervorragend hinter ein paar Sträuchern, aber das Biotop mit der darüber liegenden Wiese ist gut zu erkennen.
Wenn man der grünen Wanderwegmarkierung folgt, dann erreicht man nach 1 ½ Kilometern eine größere Halle der Forstleute, die einmal umrundet werden muss. Auf allen möglichen Wanderkarten sind links von der Zufahrt die Goldbrunnen eingezeichnet. Wenn man nur wenige Meter von dem markierten Wanderweg abweicht, dann stellt man tatsächlich fest, dass sich hier überall kleine Rinnsale durch den Wald schlängeln. Leider habe ich auch beim gründlichen Schauen nichts Goldglitzerndes entdeckt. Also geht es von der Einfahrt die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt am neuen Waldbad von Cunnersdorf zurück.
Damit ist dann eine nette Wanderung zu Ende gegangen, die tatsächlich mal wieder eine bis dahin unbekannte Stelle in Form eines Alten Bades präsentiert hat. Auf der Umrundung des Tals war eine äußerst angenehme Ruhe und das an einem Samstagnachmittag mit dem einzigen schönen Tag in der Woche. Im Gegensatz dazu trampelten sich morgens früh die Wanderer auf den Schrammsteinen gegenseitig auf den Füßen herum. Da ist die linke Elbeseite tatsächlich deutlich im Vorteil.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Cunnersdorf Deutsches Haus mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Cunnersdorfer Bad

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