Anders Hof

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 450 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Elbe - Prossen - gelber Strich - Prossener Grund - Waltersdorf - Mühlberg - Polenztal - roter Punkt- Waltersdorfer Mühle - roter Strich - Neuweg - Hohnstein - gelber Strich - Napoleonschanze - grüner Strich - Sportplatz - Lohsdorfer Weg - Alte Böhmische Glasstraße - gelber Strich - Apfellehrpfad - Ehrenberg - Anders-Hof

Beschreibung:

Bei dieser Wanderung handelt es sich um eine Streckenwanderung, die von der Elbe hoch nach Ehrenberg geht. Normalerweise mag ich Streckenwanderungen überhaupt nicht, da ich fast immer nur mit unserem Auto zu einem Startpunkt fahre und dann natürlich auch wieder zurück zu diesem Punkt muss. In diesem Fall habe ich mich aber so auf den Weg gemacht und netterweise ist eine tolle Wanderung dabei herausgekommen. Hier ist die Beschreibung zu der Runde.
Der Startpunkt liegt an der Elbe in Prossen. Von hier geht es zuerst in die Richtung des Liliensteins, bis kurz vor das Ortsende von Prossen. Hier erreicht man ein prächtiges Gebäude an einem Wendehammer. Bei dem Gebäude handelt es sich um das Rittergut Prossen, welches an der rechten Seite passiert wird. Hier wird die Straße ein ganzes Stück schmaler und man wandert auf dem Elberadweg. Nur wenige Meter hinter dem Schloss wird dieser schon wieder nach rechts verlassen. Auch wenn es so aussieht, als ob es nur auf den Hof der Firma Ford Mischner bzw. dem zweiten Standbein Quad Verleih (www.quadrevier.de) geht, so kann man hier bis in das Prossener Gründel durch wandern. Dieses versteckte Tal heißt es jetzt bergaufwärts zu durchwandern bis nach Waltersdorf. Ziemlich interessant ist das Minibächlein neben dem Pfad. Weg_durch_Prossener_Gruendel_kleinAuch wenn es sehr unscheinbar aussieht, so ist es doch schon einige Mal zu einem gewaltigem Bach angeschwollen. Das liegt an der Talform im oberen Teil. Wenn man sich die Geländeform hier ansieht, dann entdeckt man große flache Hänge, die alle in diesem Bach enden. Sobald sich ein Gewitter in diese breite Senke entlädt, wird aus dem Rinnsal ein ordentlicher Bach. Der Aufstieg durch das Prossener Gründel ist aber aus zwei Gründen sehr angenehm zu wandern. Einerseits ist die Steigung immer sehr wanderfreundlich und außerdem herrscht hier immer eine wunderbare Ruhe, da der Grund wirklich ein Geheimtipp ist.
Am Ende des Pfades erreicht man die südlichen Ausläufer von Waltersdorf und damit die Liliensteinstraße. schoener_Loeschteich_Waltersdorf_kleinDieser Straße folgt man nach rechts bis zur vielbefahrenen Verlängerung des Ziegenrückens. Eigentlich hatte ich geplant, auf dieser Straße ca. 600 Meter nach links zu wandern, bis zur Mühlbergstraße ins Polenztal. Aber schon nach ein paar Metern, noch vor dem Ortsausgang, biegt ein Feldweg nach rechts, also in Richtung Polenztal, ab. Also folgt man gleich diesem Pfad. Der Wanderverlauf ist leicht zu finden, wenn man sich daran orientiert, dass man immer weiter hinunter gehen muss. An einer Stelle (nach 350 Metern) gabelt sich der Pfad, hier hält man sich rechts und es geht über das Rinnsal hinweg. Ziemlich auffällig ist, dass die Schluchten in diesem Bereich gewaltig steil sind. Solche Geländeformen sind eigentlich nur bei Granituntergrund üblich, aber hier hat sich im Sandstein der steile Einschnitt gebildet.
Die Wanderung erreicht den Wanderweg im Polenztal, dem nach links auf der Wegmarkierung roter Punkt roter Punkt gefolgt wird. Nach ¼ Kilometer ermöglicht es eine uralte Brücke (Baujahr 1898), den Bach zu überqueren. Hinter der Brücke geht es nach links. Nach wenigen Metern biegen zwei Wege nach rechts den Hang hinauf ab. Wir wandern den zweiten Weg mit der Beschilderung Hohnstein und Neuweg aufwärts. Dadurch, dass sich der Aufstieg über eine Strecke von einem Kilometer hinzieht, ist die Steigung relativ angenehm und man erreicht die Ebene zwischen Brand und Hohnstein. Der Neuweg verläuft dann weiter bis an die Ortsgrenze von Hohnstein, an der man dann aber gleich wieder nach rechts auf die Brandstraße (gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich) abbiegt. Der Name Brandstraße hört sich nach Autoverkehr an, aber es fahren normalerweise nur Fahrzeuge der Brandbaude hier entlang. Blick_von_Napoleonschanze_auf_Hohnstein_kleinNach ¼ Kilometer erreicht man eine Wiese und einen offiziellen Feuerplatz auf der linken Wegseite. Hier wird die Wanderwegmarkierung schon wieder verlassen und es geht den Hang hinauf zur Napoleonschanze. Dieser unscheinbare Hügel (Schanzberg) bietet eine sehr schöne Rundumaussicht mit der Stadt Hohnstein zu Füßen. Um den Hügel befinden sich auch mehrere Rastplätze, die zu einer kleinen Pause einladen.
Die Napoleonschanze wird auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in Richtung Hohnstein verlassen. Blick_vom_Viadukt_auf_Honsteiner_Freibad_kleinDer Pfad schlängelt sich durch einen Hohlweg in Richtung des Hohnsteiner Freibades. Aber noch bevor das Freibad erreicht wird, geht es nach links hinauf auf ein kleines Viadukt. Im Sommer ist es ziemlich lustig, wenn man auf der Brücke steht und unten im Bad die wildesten Wasserschlachten mit der passenden Geräuschkulisse stattfinden. Hoffentlich kann das Bad noch lange weiter erhalten werden und muss nicht wegen irgendwelcher Sparmaßnahmen geschlossen werden.
Das Viadukt stammt von einer Schmalspurbahn, die bis nach dem 2. Weltkrieg (30.04.1898 – 27.05.1951) Hohnstein mit der Kohlmühle verbunden hat. Eigentlich ist das per Luftlinie keine sonderliche Entfernung, aber eine Eisenbahn ist mit einer zu starken Steigung schnell überfordert und so führte die Bahnstrecke in einem großen Bogen über Ehrenberg, Lohsdorf und das Schwarzbachtal. Selbst ½ Jahrhundert nach dem Abriss sind noch an ganz vielen Stellen Spuren dieser Bahntrasse zu finden. In der Verlängerung der Brücke geht es in die Richtung der Straße zwischen Hohnstein und Bad Schandau. So wie das Gebäude aussieht, das ganz kurz vor der Straße umrundet wird, würde ich doch mal tippen, dass es auch zur Schmalspurbahn gehört hat. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es zwischen dem Sportplatz und der Kleingartenanlage weiter. Auch wenn die Durchfahrt ziemlich genau in der Hälfte unterbrochen ist, geht man als Wanderer schnurgeradeaus durch die gesamte Siedlung. Falabella-Ponys_Hohnstein_kleinZwischendurch passiert man noch eine Pferdekoppel mit wirklichen Minipferden. Meine beiden Töchter haben mich mit Freude darüber aufgeklärt, dass es sich um Falabella-Ponys handelt. Was man als Papa von zwei Mädels nicht alles lernt.
Der gerade Weg durch die Kleingartenanlage erreicht eine Fahrstraße, die aber nur geradewegs überquert wird und dann geht es auf einem asphaltierten Feldweg/Radweg weiter. Dass die ersten paar Meter bis zu dem Gehöft asphaltiert sind, muss einen ja nicht verwundern, aber über das Stück dahinter habe ich mich doch ziemlich gewundert. Auf jeden Fall wandert man hier angenehm auf der Alten Böhmischen Glasstraße. Sandsteinsaeule_1820_Ehrenberg_kleinNach ungefähr 1 ½ Kilometern passiert man die Kreuzung zwischen Ehrenberg und dem Campingplatz Entenfarm. Hier steht mitten auf der Kreuzung eine Sandsteinsäule aus dem Jahre 1820, die den Weg in alle vier Himmelsrichtungen weist. Eigentlich kann man sich kaum vorstellen, dass an so zentraler Stelle ein Wegweiser schon fast zwei Jahrhunderte überlebt hat. Ganz besonders auffällig an der Säule ist auch, dass nicht ein Pfeil die jeweilige Richtung weist, sondern eine Hand mit einem ausgestreckten Finger.
An dem Weg nach rechts in Richtung Entenfarm steht eine Erklärungstafel zum Pomologischen (Obstbaukunde) Lehrpfad Ehrenberg. Wenn man nach links gehen würde, dann würde man eine Vielzahl unterschiedlichster Apfelbaumsorten mit jeweils einer Erklärungstafel entdecken, aber dieser interessante Teil wird auf einer späteren Wanderung erkundet. Jetzt folgt die Wanderung dem Weg noch ein kurzes Stück von 400 Metern geradeaus, bis nach links ein deutlich sichtbarer Feldweg abbiegt. Auch dieser Weg läuft ganz gerade in Richtung Ehrenberg. Das komische ist, dass man die Ortschaft überhaupt nicht sieht. Das Dorf ist zwar ziemlich langgezogen, aber seltsamerweise versteckt es sich ganz hervorragend in der Senke. Erst auf den letzen 100 Metern tauchen ein paar Gebäude auf. Auch wenn der Feldweg so aussieht, als wenn er direkt auf einen Bauernhof führen würde, so biegt er genau davor ab und macht einen Schlenker nach links um das Gehöft. Nach ein paar wenigen Metern Abstieg erreicht man die Hauptstraße durch Ehrenberg.
Hier gibt es für den Papi von zwei Mädels ein ganz besonders Ziel. Es ist der Reiterhof Anders (www.anders-hof.de), wo meine Frau und unsere Töchter auf mich warteten. zwei_Maedels_ein_Pferd-PonyWie sich das gehört, so sind auch unsere beiden Mädchen wie verrückt hinter Pferden her. Damit die beiden von Zeit zu Zeit auch mal etwas Besonderes machen können, dürfen sie auf dem Anders-Hof ein paar Reitstunden nehmen. Das Ehepaar Anders führt die Reitstunden so toll und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten durch, dass wir es uns wirklich nicht besser vorstellen können. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch unsere Kinder sind vollkommen begeistert und so ist diese Wanderung an dem Reiterhof mit zwei glücklichen Mädchen, die im nächsten Urlaub in der Sächsischen Schweiz auch ein paar Tage Reiterferien auf dem Anders-Hof machen wollen, zu Ende gegangen.

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