Ausweichgleis Schwarzbachtal

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,75 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 445 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Altendorf - Panoramaweg - gelber Strich - Mittelndorf - altes Freibad - Tragnerweg - grüner Strich - Sebnitzbachtal - Lachssteg - Mittelndorfer Bahnhof - Thümmelweg - roter Punkt - Schwarzbachtal - gelber Strich - ehemaliges Ausweichgleis Schwarzbachtalbahn - Schwarzweg - Gossdorf - Hankehübel - Hankeweg - Sebnitztal - Kohlmühle - Sebnitztalstraße - Adamsberg - Altendorf

Beschreibung:

Nachdem ich auf der Internetseite von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) etwas zur Ausweichstelle im Schwarzbachtal gelesen habe und mir selber auch schon das große Schild aufgefallen war, wollte ich mir die Stelle doch gleich noch mal genau ansehen. Damit es kein langweiliger Spaziergang wird, ist noch ein kleiner Schlenker mit ein paar Höhenmetern zum Hankehübel eingebaut. Der Start liegt, wie bei sehr vielen Wanderungen im Bereich des Sebnitztales, in Altendorf. Durch die Ortschaft geht es erst ein paar Meter auf der Hauptstraße bis zum oberen Ortsausgang. Hinter dem Ortsausgangsschild startet auf der rechten Straßenseite der Panoramaweg (Wanderwegsymbol gelber Punkt gelber Punkt). Netterweise ist der Weg ein bisschen abseits von der Staatsstraße zwischen Bad Schandau und Sebnitz. So kann man den ersten Vorgeschmack bekommen, warum der Weg Panoramaweg heißt und man wird nicht ganz so Blossstock_vom_Panoramaweg_kleinvom Straßenverkehr belästigt. Der Weg stößt auf die Zufahrt zur Schäfertilke. Hier geht es ein paar wenige Meter nach rechts, um dann den kleinen Wald nach links zu umrunden. Hinter dem Wäldchen kommt ein schöner Rastplatz mit zwei Bänken und einer fantastischen Aussicht. Von den Bänken blickt man über ein Feld auf die Felsenkette der Schramm- und Affensteine. Das Besondere an dieser Aussicht ist die vollkommene Ruhe.
Die Wanderung führt noch ein Stück um das Wäldchen herum, weiterhin auf dem Panoramaweg. Auch der nächste Abschnitt des Panoramaweges verläuft wieder parallel zur Staatsstraße. Wenn man über das Feld und die Straße hinweg sieht, dann entdeckt man sehr schnell eines der auffälligsten Gebäude der hinteren Sächsischen Schweiz. Apartmenthaus_Weinberg_vom_Panoramaweg_kleinEs handelt sich um das Apartmenthaus Weinberg (www.weinberghaus-saechsische-schweiz.de), Affensteinkette_vom_Panoramaweg_kleindas mit seiner roten Farbe von allen möglichen Stellen der Hinteren Sächsischen Schweiz aus sehr gut sichtbar ist und so als Orientierungspunkt dienen kann. Auf der anderen Wegseite versteckt sich das Kirnitzschtal und darüber befindet sich die Hintere Sächsische Schweiz mit ihren imposanten Felsengebilden.
Nachdem man in Mittelndorf auf der Dorfstraße angekommen ist, geht es nach links hoch. Hier fallen die vielen Tafeln vom aufwendiges_Schild_in_Mittelndorf_kleinDörflichen Rundweg auf. Die Hinweistafeln sind unterschiedlich groß, aber jede ist mit besonderer Mühe hergestellt worden und ein echter Hingucker. Nach 300 Metern auf der Dorfstraße stößt man wieder auf die Staatsstraße, die aber nur überquert werden muss, um dann hinter der Gaststätte Am Weinberg (www.pension-weinberg.de) weiter zu wandern. Nach weniger als 200 Metern biegt an dem Parkplatz/Wendehammer nach rechts ein unscheinbarer Feldweg ab. Dieser führt zwischen einem Gebüsch und der Weide abwärts in Richtung des ehemaligen Freibades von Mittelndorf. Leider kann so ein kleines und abseits liegendes Freibad von keiner Gemeinde mehr unterhalten werden und so wuchert auch der Weg langsam aber sicher zu. Zum Glück gehen immer mal wieder ein paar Wanderer den Weg herunter, so dass die Natur noch nicht ganz so schnell überhand nehmen kann. Das Freibad ist noch ganz deutlich zu erkennen, schon, weil in dem Jahr der Stilllegung noch die Gebäude ordentlich hergerichtet und dann gesichert wurden.
Die Wanderung führt quer über das Gelände des Schwimmbades, um dann auf der gegenüberliegenden Seite weiter ins Sebnitztal abzusteigen. Der Weg bis an den Bach hinunter ist ziemlich angenehm zu wandern und wird mit einer Informationstafel zur ehemaligen Sputmühle bereichert. Auf dem Weg nach unten stößt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt mit auf den Waldweg. Kurz vor dem Bach befindet sich auf der linken Wegseite eine alte Sandsteinsäule, an der im Sommer 2011 ein ziemlich ausgetretener Pfad vorbeiführte. Dazu konnte ich mir in dem Moment noch nicht den richtigen Reim machen, aber ein paar Meter später wusste ich, wo dieser Pfad hinführte. Jetzt ging es erst mal auf dem Wanderweg weiter bis zum Bach, aber fehlende_Bruecke_unterhalb_vom_Mittelndorfer_Bad_kleindie kleine Brücke über die Sebnitz ist beim August-Hochwasser 2010 zerstört und seitdem auch nicht mehr aufgebaut worden. Tja, da ich dachte, dass ein Entlangwandern auf der falschen Seite der Sebnitz über eine weite Strecke nichts bringt (da erst in 600 Metern die nächste Brücke kommt), habe ich die Wanderschuhe ausgezogen und bin durch die Sebnitz gewatet. Der Bach ist selbst im Sommer ziemlich kalt und die Tiefe habe ich auch unterschätzt. Das Wasser ging mir in der Mitte des Baches bis an die Knie. Auf jeden Fall war es ein erfrischendes Erlebnis und eigentlich sogar ein kleines Abenteuer.
Auf der anderen Seite geht es dann neben dem Bachlauf auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt bachabwärts. Der Pfad führt zwischen dem relativ hohen Bahndamm der Bahnlinie Bad Schandau – Sebnitz und dem Sebnitzbach entlang. Nach ein paar Metern (ca. 160 Meter) macht die Sebnitz einen provisorische_Bruecke_Sebnitzbach_kleinkleinen Schlenker und hat hier schon seit Jahren eine Insel gebildet. Genau an dieser Stelle lag im Sommer 2011 tatsächliche eine kleine provisorische Brücke aus zwei Stämmen und ziemlich vielen Latten. Jetzt wusste ich endlich, wo der Trampelpfad neben der Sandsteinsäule hinführte. Hier hätte ich also auch den Bach mit einem kleinen Abenteuer überqueren können.
Die Wanderung erreicht bald die große Wiese an der ehemaligen Buttermilchmühle. Von dieser ehemals beliebten Gaststätte ist fast nichts mehr übrig geblieben, der Platz hier unten im Tal strahlt aber heutzutage eine wunderbare Ruhe aus. Hier verlässt die Wanderung das Sebnitztal und biegt nach rechts unter der Bahnlinie ins Schwarzbachtal ab. Der Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und wirklich äußerst angenehm zu wandern. Nach einem Bogen um das Goßdorfer Raubschloss erreicht man auf der Rückseite knapp hinter der Brücke die vollkommen unauffällige ehemalige Bahntrasse der Schmalspurbahn zwischen Kohlmühle – Ehrenberg – Hohnstein. Auf diesem Waldweg geht es das Tal leicht ansteigend aufwärts, Basaltdurchbruch_Schwarzbachtal_kleinbis der markierte Wanderweg nach rechts um einen Hügel herumgeht. Hier folgt die Wanderung aber der alten Bahntrasse, für die an der Stelle ein Durchbruch durch den Berghang geschaffen wurde. Ganz deutlich ist dort zu erkennen, dass das Gebirge kein Sandstein mehr, sondern Granit ist und damit die Bauarbeiter damals bestimmt ordentlich zu kämpfen hatten.
Gleich hinter dieser Stelle erreicht man den Platz, nach dem diese Wanderung benannt ist:  eine langgezogene Wiese auf der linken Seite, die ganz besonders auffällt. So eine große, ganz ebene Fläche ist schon sehr ungewöhnlich. Ausweichsgleis_Schwarzbachtal_kleinDass sich hier eine Wiese befindet, liegt daran, dass der Verein der Schwarzbachbahn (www.schwarzbachbahn.de) die ehemalige Bahntrasse aufgeräumt und die ganzen Bäumchen auf dieser Ebene entfernt hat. Dr. Böhm hat sehr nett über diese Fläche spekuliert und ihm ist aufgefallen, dass im Gegensatz zur gesamten Schmalspurstrecke (zwischen 2,85% und 3,33%) die Steigung hier (1,25%) geringer ist. Damit lässt sich vermuten, dass es sich entweder um ein Ausweichgleis oder sogar einen weiteren geplanten Bahnhof (Goßdorf) gehandelt hat. Bahnhofsschild_Schwarzbachtal_kleinHeutzutage sieht die Stelle ganz besonders lustig aus, da hier auf einmal ein Bahnhofsschild mit der Aufschrift Schwarzbachtal steht. Über den Verein Schwarzbachbahn muss ich immer wieder staunen. Als wir das erste Mal (2006) bei einem Bahnhofsfest in Lohsdorf gewesen sind, waren wir uns sicher, dass sich hier ein paar Männer eine groß geratene Spielzeugeisenbahn zugelegt haben und die Wiederherstellung der Schmalspurbahn ein Traum bleiben wird. Nach dem Bahnhofsfest 2011 glauben wir nun, dass die Realisierung doch ein großes Stück näher gerückt ist, da in dem Verein anscheinend einige sehr tatkräftige Mitglieder sind, denen man den Wiederaufbau einer längeren Strecke im Schwarzbachtal durchaus zutrauen könnte.
Von der Ausweichstelle geht es noch ein paar hundert Meter (400 Meter) weiter, bis nach links der erste gut sichtbare Waldweg abbiegt. Der Aufstieg ist mit dem Namen Schwarzweg und Goßdorf ausgeschildert. Obwohl es einige (110) Höhenmeter aufwärts geht, ist die Steigung noch ganz angenehm. Auch wenn man auf der Wanderung schon die Granitfelsen gesehen hat, kann man an der Form der Schluchten rechts vom Weg noch einmal erkennen, dass man jetzt nicht mehr Sandstein, sondern Granit im Untergrund hat. Eine Granitschlucht ist V-förmig, eine Sandsteinschlucht viel mehr wie ein U. Das kann man hier und genauso wie im oberen Teil des Kirnitzschtales bei z.B. dem Knechtsbachtal entdecken.
Die Wanderung führt nach ½ Kilometer aus dem Wald heraus und es geht über ein paar Felder und Wiesen in Richtung Goßdorf. Hankehuebel_bei_Gossdorf_kleinNach ein paar Metern stehen auf der rechten Wegseite einige uralte Obstbäume, ich glaube es waren Apfelbäume. Sehr komisch ist, wie die Bäume da in zwei Reihen stehen. Es sieht so aus, als ob im Ursprung der Feldweg zwischen den Bäumen entlang gegangen wäre. Blick_vom_Hankehuebel_auf_Weinberg_und_Blossstock_klein150 Meter vor Goßdorf biegt nach links der Weg zum Hankehübel ab. Dieser wirklich unscheinbare Hügel ist schon mit nur ein paar Höhenmetern erklommen, aber dafür, dass man so einfach hinauf kommt, hat man einen super schönen 360° Panoramablick. Hier steht wirklich kein Baum störend im Sichtfeld.
Eigentlich bin ich schon häufig auf dem Hankehübel gewesen, aber dass hier ein Weg in südliche Richtung weggeht und tatsächlich bis zur Kohlmühle runter führt, ist erst bei der Planung der Runde aufgefallen. Auf der Wanderkarte von Dr. Böhm ist hier auch ein Feldweg eingezeichnet, aber da sieht er so aus, als wenn er irgendwie mittendrin aufhört. Das ist aber in der Realität nicht so und deshalb geht es vom Hankehübel die paar Meter herunter und dann nach links auf die große Wiese. In der Mitte der Wiese verläuft ein Feldweg, den man vielleicht schon von oben gesehen hat. Traktorgespann_am_Hankehuebel_kleinEhrlich gesagt ist mir der Weg erst aufgefallen, als ich auf dem Hügel war und ein Traktor mit Anhänger auf dem Weg vorbei fuhr. Im Anhänger stand eine Frau und, obwohl es ein ziemliches Hin- und Hergeschüttel war, machte sie eine wirklich gute Figur. Es sah so aus, als wenn sie dieses Transportmittel nicht zum ersten Mal benutzte.
Der Feldweg führt in Richtung Süden und zwischendurch ist nur noch ein schmaler Wiesenstreifen zwischen dem linken und rechten Waldteil vorhanden. Hier steht vollkommen überraschend auf einmal sogar ein Wegweiser runter in die Kohlmühle und zum Bahnhof. Hinter dem Wegweiser stößt man dann auf eine größere Wiese, auf der tatsächlich der Feldweg ein wenig verloren kommt. Zumindest im Sommer 2011 konnte man aber doch ein paar Trampelspuren erkennen, die nach links zum Waldrand führten. Gleich neben dem Hochsitz führt ein breiter, aber super gut versteckter Waldweg abwärts zur Ortschaft Kohlmühle. Der Weg führt ziemlich steil den Hang hinunter und man kann gut sehen, dass er nur mit größerem Aufwand und ordentlichen Erdbewegungen angelegt werden konnte.
Nachdem man unten im bewohnten Gebiet angekommen ist, geht es auf der einzigen Straße nach rechts ein Stückchen talabwärts, bis auf der linken Seite die Schranke und die Zufahrt zum Werksgelände der Firma Likolit (www.likolit.de) zu sehen sind. Die Wanderung geht nach links über den Bahnübergang und gleich dahinter wieder nach links über die Fußgängerbrücke der Sebnitz. Zwischen der Bahntrasse und den Schrebergärten führt der rot markierte Wanderweg roter Strich ein paar Meter (200 Meter) bis zum Abzweig nach Altendorf. Hier beginnt der unmarkierte Aufstieg bis hoch zum Adamsberg. Das größte Stück führt durch einen dichten Wald und erst ganz kurz vor dem Adamsberg tritt man auf eine Wiese heraus. Auf der linken Seite kann man schon das Blick_von_Adamsberg_auf_Schrammsteine_kleinZiel/Ende der Wanderung sehen, aber wir empfehlen auf jeden Fall noch einen Abstecher auf den Adamsberg. Wer die Strecke aus dem Sebnitztal bis hier hoch geschafft hat, den können die paar Höhenmeter (15 Meter) ganz sicher nicht mehr abhalten, zu dieser doch sehr schönen Aussicht zu gelangen. Vom Adamsberg hat man zwar keinen 360° Blick wie beim Hankehübel, aber dafür kann man sehr schön auf die Felsenkette der Schrammsteine und die restlichen Berge der Hinteren Sächsischen Schweiz blicken. Diese Aussicht ist auch ganz besonders in den Abendstunden beliebt, wenn die Sonne von hinten über den Adamsberg auf die Schrammsteine leuchtet.
Nach diesem sehr schönen Platz auf dem Altendorfer Hausberg geht es zurück zum Ausgangspunkt nach Altendorf. Die Wanderung wäre noch schöner gewesen, wenn nicht der Weg runter zum Mittelndorfer Schwimmbad so übel mit Brennnesseln zugewuchert wäre. Aber vielleicht wird das ja wieder etwas, wenn die kleine Fußgängerbrücke über die Sebnitz aufgebaut wird.

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