Boofen Schmilka

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 6,50 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 1273 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lang
schwindelfrei
viele Höhenmeter
lange Treppe
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Elbetal - Aspenbloß - Elbleitenweg - grüner Punkt - Breite Kluft - grüner Strich - Großvaterstuhl - Heilige Stiege - gelber Strich - Rotkehlchenstiege - Falkoniergrund - Elbleitenweg - grüner Punkt - Rauschenstein - Falknerturm - Heringsgrund - gelber Strich - Wurzelweg - grüner Punkt - Roßsteigel - Elbleitenweg - grüner Punkt - grüner Strich - Kleine Bastei - Kahntilke - Holzlagerplatz - Elbetal

Beschreibung:

Die Wanderungsplanung fing damit an, dass uns gleich mehrere Leser unserer Internetseiten zum Thema Boofen angeschrieben hatten. Ich wusste, dass es diese Freiübernachtungsplätze an richtig vielen Stellen gibt, aber wo genau, war mir bis zum Start der einzelnen Wanderungen immer unbekannt. Auf schon sehr vielen Wanderungen sind uns immer mal wieder einzelne dieser Schlafplätze begegnet, aber eine Liste mit z.B. den Koordinaten habe ich im Internet nicht gefunden. Auf der Internetseite des Nationalparks gibt es eine Liste der offiziellen Boofen, aber leider nur mit dem Namen und einer sehr groben Karte. So sollte das eigentlich nicht bleiben und deshalb haben wir uns der Sache angenommen. Um möglichst viele Boofen zu finden, haben wir uns insgesamt vier Wanderrunden zu den Boofen in der Hinteren Sächsischen Schweiz ausgedacht und diese Runden nach den einzelnen Gebieten Schrammsteine, Schmilka, Wildensteine und natürlich der Bereich des Zschand sortiert. Die einzelnen Wanderungen sind aber nicht nur zur Boofensuche gut geeignet, sondern jede der Runden ist auch ganz hervorragend als eine selbstständige Wanderung durchzuführen und hat mal wieder zu neuen Plätzen bzw. Pfaden geführt. Für die Mitmenschen, die mit einem Navigationssystem durch den Wald flitzen, können die Wanderungen zu einer Abwandlung von Geocaching werden, da man mit dem Navigationssystem die einzelnen Boofen ganz hervorragend zu einer Art moderner Schatzsuche benutzen könnte.
Bei dieser Boofensuche ist es ganz extrem, es wird ein wildes Zickzack unternommen und es geht auch wieder auf Wege, die den meisten Wanderern fremd sein dürften (inklusive mir) und so ist es eine unterhaltsame Runde. Der Startpunkt liegt am Wanderparkplatz vor Schmilka und von hier geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite der B172 über den breiten Forstweg mit dem Namen Holzlagerplatzweg los. Warum auch immer der Weg so heißt, heutzutage habe ich hier noch nie einen Holztransporter gesehen. Auf diesem Forstweg verläuft die Wanderung sehr angenehm ca. 300 Meter, bis nach links der erste Aufstieg beginnt. Dieser Aufstieg durch den Aspenbloß gewinnt auf kurzer Strecke einiges an Höhe und nach 120 Höhenmetern erreicht man den ersten breiteren Waldweg. Diesem folgt man nach links und bald erreicht man den Elbleitenweg, der sich zwischen der Elbe und den Schrammsteinen auf halber Höhe entlang schlängelt. Hier ist der Elbleitenweg mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und man geht dieser Markierung nach links hinterher. Nach wenigen hundert Metern erreicht man den ersten Zugang zur Boofe am Teufelsturm. Ich würde mal schätzen, dass es unter den 57 offiziellen Boofen keinen Zugang gibt, der auffälliger gebaut worden ist. Hier könnten ganze Horden Freiübernachter entlang ziehen, ohne eine Heidelbeerpflanze umzuknicken.
Von dieser ersten erfolgreichen Boofensuche geht es wieder ein paar Meter den Elbleitenweg zurück in Richtung Schmilka, bis nach links die Wandermarkierung grüner Strich grüner Strich über einige Stufen auf die Schrammsteine aufsteigt. Nachdem man alle Stufen des Aufstiegs geschafft hat, verlässt man den markierten Weg und es geht nach rechts auf einem unscheinbaren Pfad auf einem Felsband entlang. Dieser Pfad schlängelt sich erstklassig um die einzelnen Felsenausläufer und dadurch kommt man natürlich auch an die einzelnen Vorderseiten der Felsen und kann jeweils eine sehr schöne Aussicht genießen.

Panorama_Breite_Kluft_klein

So ist z.B. die Aussicht am Großvaterstuhl erstklassig. steinerner_Gossvaterstuhl_kleinUngefähr 200 Meter hinter dem künstlich ausgearbeiteten Sitzplatz erreicht man die Boofe auf dem oberen Band westlich der Rotkehlchenstiege. Kurz dahinter passiert der Pfad eine Stelle, an der das Felsband schon ziemlich schmal ist. Da der Felsen aber nicht senkrecht abfällt, kann man hier noch ganz gut entlang gehen. Rauschenstein_vom_Grossvaterstuhl_kleinDie Rotkehlchenstiege überquert den Pfad und es geht weiter auf dem Felsband. Ca. 200 Meter hinter dem beliebten Aufstieg kommt noch mal eine richtige Herausforderung an die Schwindelfreiheit. Pfad_oberhalb_der_Rotkehlchenstiege_kleinHier ist das Felsband genauso schmal wie wenige Meter vorher, aber dafür fällt hier der Felsen senkrecht ab. Wer diese Stelle nicht passieren kann, der kann bis zur Rotkehlchenstiege zurück wandern und über den Zurückesteig bis zur Heiligen Stiege einen Schlenker einlegen. Band_an_der_Rotkehlchenstiege_kleinÜber beide Möglichkeiten erreicht man die Heilige Stiege und die geht es dann bergabwärts. Die Heilige Stiege ist heutzutage die längste Eisentreppe der Sächsischen Schweiz. Der Name Heilige Stiege ist dadurch entstanden, dass früher die Leute aus Schmilka Sonntags diesen Weg rüber nach Lichtenhain zur Kirche gewählt haben. Über solch eine Strecke könnte man heute keinen mehr zum Gottesdienst bekommen.
Nachdem man die langen Eisentreppen passiert hat, geht es den zweiten Kletterzugang (Aussparung in dem Besucherlenkungsgeländer) nach rechts. Der Pfad führt in eine Senke, und nach etwas mehr als hundert Metern erreicht man die Boofe unterhalb der Bussardwand. Pfad_an_Felskante_kleinDiese Boofe sieht so aus, als wenn sie nur sehr selten genutzt wird. Die Wanderung führt wieder zurück auf den Zugang der Heiligen Stiege und ein kurzes Stück wieder bergauf. Ganz knapp vor der Eisentreppe befindet sich der erste Kletterzugang und hier geht es auf das untere Felsband. Obwohl ich im Bereich von Schmilka ziemlich häufig unterwegs bin, war es mir noch nicht bewusst, dass es zwei unterschiedlich hohe Felsbänder gibt. Das untere Felsband ist einfacher als das obere zu gehen und so schlängelt sich der Pfad ganz nett 50 Höhenmeter unterhalb des Hinweges. Nach der zweiten Umrundung des Verborgenen Horns erreicht man bald die Rotkehlchenstiege. Um noch die Boofe auf dem unteren Band westlich der Rotkehlchenstiege zu erreichen, überquert man die Stiege und findet die riesige Boofe.
Der Pfad führt vor der Boofe entlang und schon erreicht man den unteren Teil des Großvaterstuhls. Hier sind gleich drei Boofen zu finden. Auf der Nordöstlichen Seite des Falknerturms ist die erste Boofe. Danach kommt erst noch ein kurzes Kletterstück durch einen Felseinschnitt oder ein paar Meter weiter unter einem Felsüberhang drunter her. Beide Möglichkeiten bringen in den Verlauf der Wanderung eine interessante Abwechslung. Auf der Rückseite bzw. Westseite der Falknertürme befinden sich die nächsten zwei Boofen. Wenn man an diesen beiden Boofen vorbeiwandert, kommt man in den Rauschengrund bzw. den Zugang der Starken Stiege. Der Pfad verläuft hier schon nicht mehr auf einem Band, sondern am Felsfuß. Wenige Meter vor der Starken Stiege befindet sich rechts die Rauschengrundboofe in einer Höhle in der rechten Talseite. Die nächste Boofe liegt auch noch im Rauschengrund. Um diese Boofe zu erreichen, muss man erst in die Senke absteigen, um dann gleich auf der gegenüberliegenden Seite wieder bis zum Felsfuß hoch zu klettern. Diese Boofe befindet sich unterhalb des Rauschengrundkegels und ist wieder eine der größeren Boofen. Für die letzte Boofe im Rauschengrund geht es zurück auf den Zugangspfad der Starken Stiege und von dort die Senke weiter bergab. Auf der rechten Seite des Talkessels erkennt man, das hier die Felsenkette unterbrochen ist und genau an dieser Stelle befindet sich die Boofe der Rauschengrundverschneidung. Dazu muss man die paar Höhenmeter bis zum Felsen hoch klettern und staunen, wie viele Kletterer hier die Felsen besonders gerne erklimmen. Bei schönem Wetter sieht es hier schon mal eher nach einem Ameisenhaufen aus.
Die Wanderung führt wieder runter in die Senke des Rauschengrundes und dann auch weiter talwärts. Auf der linken Talseite (von oben gesehen) sieht man die Felsen der Falknertürme. Der vorderste Felsen steht etwas separat und bietet einen Durchgang auf die Ostseite. Genau dort befindet sich die Boofe am Pionierturm. Um diese Boofe zu erkunden, muss man entweder den Kreuz-und-Quer-Weg den Hang hoch wählen oder man wandert bis runter zum Elbleitenweg und steigt von dort über den Kletterzugang wieder zum Felsen auf. An der Pionierboofe ist besonders auffällig, dass hier einige riesengroße Koniferen stehen. Ein paar sind zwar in der letzten Zeit (Anfang 2009) gefällt worden, aber komischerweise ist ein ganzer Bereich mit Jungbäumen stehen gelassen worden.
Die Wanderung führt bis runter zum bekannten Elbleitenweg und man folgt der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, bis nach ca. 100 Metern nach links die Markierung gelber Strich gelber Strich abbiegt. Es geht in den Heringsgrund hinein. Bei dem Heringsgrund ist besonders der Untergrund auffällig. Hier sind schon riesige Mengen Sand ins Tal gespült worden und so steigt man ziemlich strandmäßig in die Richtung der Heiligen Stiege auf. Der Weg verläuft fast schnurgerade durch das Tal und am ersten Linksknick verlässt man den Wanderweg. Auf der rechten Seite ist eine abgetragene Böschung zu erkennen, die den Zugang zur Wenzelwand bildet. Der Pfad steigt deutlich an und nach 300 Metern hat man die Boofe erreicht. Als ich die Boofensuche das erste Mal unternommen habe, hatten hier oben drei Mädels ihr Lager aufgeschlagen und waren vollkommen irritiert, einen Wanderer zu treffen. Aber eigentlich kein Wunder, da der gesamte Talkessel eine Sackgasse ist und man hier nur bis zu der riesig hohen Felswand gehen kann und es dann wieder zurück geht. Die drei Frauen hatten in einem ziemlich seltsamen Gebilde Hängematten und ihr Hab und Gut aufgehängt.
Die Wanderung führt wieder hinunter bis zum Zugang der Heiligen Stiege im Heringsgrund. Nachdem man dort den markierten Weg (gelber Strich) wieder erreicht hat, geht es ein Ministück von maximal 100 Metern talabwärts und dann wieder nach links auf einem unscheinbaren Pfad in die Richtung der Felsen. Bei diesem Pfad handelt es sich um den Zugang zur Rübezahlstiege. Kurz vorm Erreichen der hinteren Felswand liegt auf der linken Talseite die Boofe am Schwarzen Horn. Um die nächste Boofe zu erreichen, steigt die Wanderung noch ein Ministück in die Richtung der Rübezahlstiege und biegt dann nach links auf einen dieser Trampelpfade ab. Ziemlich genau auf der gegenüberliegenden Seite der vorherigen Boofe erreicht man die Boofe unterhalb des Märchenturms. Auch wenn ich es mir nicht erklären kann, so scheint die Märchenturmboofe weniger beliebt zu sein als die Boofe am Schwarzen Horn. Aber vermutlich sind auf der linken Talseite mehr interessante Kletterfelsen als auf der rechten Seite. Hinter der Märchenturmboofe erfolgt die weitere Boofensuche immer am Felsfuß entlang. Nur an einer Stelle sieht es so aus, als wenn der Pfad nicht weiter führt. In dieser Felseinkerbung liegen einige Felsenmurmeln ziemlich wild durcheinandergewürfelt herum, aber mit ein paar größeren Schritten kann man diese Hindernisse ganz gut überwinden. Ziemlich überraschend ist auf einmal ein Hinweisschild, das einerseits die Richtung Rübezahlstiege und andererseits den Kletterzugang zum Felsen Heringsgrundturm kennzeichnet. Die Wanderung führt weiter und man erreicht die Boofe am Sprunghorn. Wenige Meter hinter der Boofe hat man eine erstklassige Aussicht in das Tal des Heringsgrundes. Der Pfad überquert den Lehnsteig und erreicht hinter der nächsten Kurve die beiden Boofen östlich und südlich des Lehnriffs. sichere_Aufbewahrung_Baby_in_Boofe_kleinAuf einer meiner Erkundungstouren zu diesen Boofen musste ich hier ziemlich staunen, da ich das Gebrabbel von einem Baby hörte, aber nirgends so einen Zwerg fand. Er steckte vollkommen eingewickelt in einer Hängematte, die komplett um ihn herum geschlungen war und damit den Zwerg vorm Herausfallen schützte. Das sah sehr lustig aus und war eine ganz sichere Aufbewahrungsmöglichkeit für dieses Baby von kletterbegeisterten Eltern (die natürlich in seiner Nähe waren). In der Boofe südlich des Lehnriffs turnten ein paar Kletterer mit einem riesigen Hund herum. Dieses Kalb an Hund hatte gerade einen richtigen Happen Sand zu sich genommen und knirschte übelste Sorte mit den Zähnen. Nur bei dem Geräusch konnte ich mir sehr gut den Sand im eigenen Mund vorstellen. Igitt.
Die Wanderung führt immer noch weiter auf dem Pfad, der inzwischen mehr zu einem Felsband geworden ist. Oberhalb des Wurzelwegs muss man noch einmal ein ganz kleines Stück durch einen Felseinschnitt klettern. Hinter dem Felseinschnitt erreicht man dann vollkommen überraschend eine Kletterwand, die entweder von einem Kletterveranstalter zum ersten Üben benutzt wird oder einfach nur eine äußerst beliebte Wand ist. Auf jeden Fall standen hier auf dem Felsband mindestens 20 Kletterer herum, die entweder jemanden sicherten oder selber mit irgendwelchen Vorbereitungen beschäftigt waren. Die Wanderung erreicht den Wurzelweg. Um auch noch die letzte Boofe zu erreichen, geht es noch mal 300 Meter den Weg nach oben in Richtung Großer Winterberg, bis der nächste Kletterzugang nach links abbiegt. Hier befindet sich die Wurzelboofe nur 50 Meter neben dem Wurzelweg. Diese Boofe liegt nett versteckt hinter einer Felsmurmel, ist aber trotzdem durch den Zugang ganz gut zu finden.
Nachdem jetzt alle offiziellen Boofen im Bereich des Schmilkaer Kessels entdeckt wurden, geht es auf den Rückweg zum Ausgangspunkt. Damit das aber nicht ganz so anstrengend ist wie der Weg bis hierhin, steigt man über den grünen Punkt grüner Punkt den Wurzelweg bergabwärts. Je länger man der Wanderwegmarkierung folgt, desto breiter wird der Weg, bis es sich am Elbleitenweg um einen breiten Forstweg handelt. Insgesamt geht es etwas mehr als zwei Kilometer dem grünen Punkt hinterher, bis nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in Richtung Kleine Bastei abbiegt. Auch wenn die Wanderung jetzt schon ziemlich anstrengend ist, Aussicht_Kleine_Bastei_flussaufwaerts_kleinso sollte man unbedingt noch den Abstecher bis zur Aussicht_Kleine_Bastei_flussabwaerts_kleinAussicht Kleine Bastei unternehmen. Warum auch immer so viele Aussichtspunkte ins Elbtal immer wieder Kleine Bastei genannt werden, erschließt sich mir nicht, aber der Aussicht tut das keinen Abbruch und man sollte sie genießen. Nach diesem Abstecher geht es weiter auf der Markierung runter ins Elbtal. Nachdem man den breiten Forstweg mit dem Namen Holzlagerplatzweg wieder erreicht hat, sollte man den markierten Wanderweg verlassen und nach rechts abbiegen. Der Holzlagerplatzweg führt wieder bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Damit ist eine interessante Runde zu Ende gegangen, die zu einigen Punkten geführt hat, die man als ganz normale Wanderung sicher niemals ansteuert.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Schmilka Ortsanfang mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schmilka kleine Bastei
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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