Bruno Barthel

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,25 h
Entfernung:
ca. 12,50 km
Höhenunterschied:
ca. 340 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Stadt Wehlen - Stadtgut - Buschholzstraße - Teufelsgrund - Heringshöhle - Wehlener Grund - roter Punkt - Freundschaftsstein - Zscherregrund - Höllengrund - Steinerner Tisch - Wehlstraße - Basteistraße - gelber Strich - Buhu Horn - Amselgrund - blauer Strich - Amselfall - grüner Strich - Amselsee - Niederrathen - Weiße Brüche - Haldenweg - Stadt Wehlen

Beschreibung:

Nachdem wir eine geführte Wanderung auf den Spuren von Napoleon rund um den Lilienstein mit dem Nationalparkführer Christian Neumann unternommen hatten und uns der Stil von Hr. Neumann sehr gut gefallen hat, haben wir gleich ein paar Tage später eine weitere geführte Wanderung mit ihm unternommen. Auf der Internetseite des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) wurde die Führung wie folgt angeboten:

Auf den Spuren Bruno Barthels
Im Gebiet von Lohmen, Uttewalde und Wehlen war bis vor 50 Jahren Bruno Barthel, Sandsteinbrecher, Mundartdichter und Botaniker, zu Hause. Kurz vor dem Tod erschien sein Heimatbuch „Im di Bastei rim“. Wir erkunden die Schauplätze Barthel’scher Geschichten, kommen von der Waldidylle in Teufelsküche und hören seine Steinbrechergeschichten in einem stillgelegten Bruch. Gönnen Sie sich einen faszinierenden Tag im Elbsandsteingebirge. Erleben Sie spannende, lustige und nachdenkliche Barthel’sche Geschichten an Originalschauplätzen. Ich freue mich auf Sie!
Termin:               Mo
02.10.2006   10.00 Uhr
Anmeldung:         erforderlich
Treffpunkt:           Anreise: S-Bahn bis Wehlen, dann mit Fähre übersetzen nach Stadt Wehlen bis zum oberen oder unteren Parkplatz (beide sind gebührenpflichtig).
Zeitdauer:            ca. 4 Stunden; je nach Leistungsvermögen
Konzept und Durchführung: Nationalparkführer: Christian Neumann
Preis:                 Erw. 6,- €; Kinder 3,- €

Bruno_Barthel

Das heißt natürlich, dass es sich auch hierbei nicht um eine gewöhnliche Wanderbeschreibung handelt, sondern um einen Erfahrungsbericht zu einer geführten Wanderung. Die telefonische Anmeldung klappte wie bei allen anderen Führungen perfekt und am vereinbarten Termin trafen wir uns vor der Wehlener Kirche. Die Kirche nennt sich seit dem Jahre 2004 auch Fahrradfahrerkirche und das muss einen nicht wundern, da bei schönem Wetter der Elbe-Fahrradweg eine riesige Anzahl Besucher nach Wehlen schwemmt. Die Kirche haben wir, als Start der Führung, kurz umrundet, da auf der Rückseite zu den Zeiten von Bruno Barthel (27.02.1885 – 23.02.1956) eine Apotheke sich befand, die in einer seiner Geschichten einen tragende Rolle spielte. Von Stadt Wehlen sind wir in Richtung Buschholz aus dem Elbetal heraus gestiegen. Da der Aufstieg auf gewöhnlichen Fußwegen und einer Fahrstraße erfolgte, Teufelsgrund_Durchgang_kleinwar die Steigung ganz angenehm und wir konnten uns sehr gut unterhalten. Hr. Neumann erzählte eine paar Eckdaten über Bruno Barthel, z.B. wie seine familiären Verhältnisse gewesen sind, dass er als Steinbrecher gearbeitet hat und wo er gewohnt hat. Nach dem Aufstieg sind wir dann über die Teufelsschlüchte wieder in den Wehlener Grund abgestiegen. Der Weg durch die Teufelsschlüchte hat wirklich viel Spaß gemacht, da es nicht einfach nur ein gewöhnlicher Pfad durch eine Schlucht ist, sondern man schon ein paar Mal unter herabgestürzten Felsbrocken drunter her klettern muss. Vor bzw. in der Schlucht hat Hr. Neumann uns die Entstehung der Schluchten durch die drei Eiszeiten sehr eindrucksvoll erklärt. Daran konnten wir sehr deutlich heraushören, was er irgendwann mal studiert hat, da er uns dieses Thema spitzenmäßig erklären und veranschaulichen konnte.
Im Wehlener Grund sind wir dann ein kurzes Stück aufwärts gegangen, bis zum Abzweig des Uttewalder Grundes. Auf dem Teilstück der Wanderung hat uns Hr. Neumann die Geschichte des kleinen Bruno Barthel erzählt, als er von seiner Mutter zur Apotheke nach Wehlen geschickt worden ist. Ich möchte die Geschichte hier nicht wiedergeben, da man sie sich auf der geführten Runde von Hr. Neumann selber anhören sollte, oder im Buch “ Im di Bastei rim“ von Bruno Barthel nachlesen kann (was aber für einen normalen hochdeutsch sprechenden Menschen wie mich eine unlösbare Aufgabe ist). Wir sind nicht in den Uttewalder Grund reingewandert, sondern am Freundschaftsstein nach rechts weiter gegangen. Steinerner_Tisch_2_kleinAuch hier haben wir uns über Kleinigkeiten wie z.B. einen „Strudeltopf“, der rechts des Weges zu sehen ist, gefreut. Normalerweise läuft man an so einem seltsamen Loch vorbei, und nur wenn man ganz aufmerksam ist, stellt man sich die Frage, warum genau an dieser Stelle irgendwelche Leute so ein seltsames Loch gebohrt hätten. Mit einem geschulten Führer wandert man an solch einem Loch nicht einfach vorbei. Wir sind der roten Punkt Wegmarkierung roter Punkt weiter gefolgt und nach einem angenehmen Aufstieg am Steinernen Tisch angekommen. Natürlich hat uns Hr. Neumann auch hier den Hintergrund zu dieser steinernen Sitzgruppe erklärt.
Amselfall_kleinDa wir die Bastei und den ganzen Bereich drum herum schon ganz gut kannten, haben wir einen anderen Weg gewählt, als Hr. Neumann normalerweise geht, und so sind wir quer rüber bis zum Amselfall gegangen. Da sich meine Frau noch kurz in der Nationalpark- Informationsstelle Amselfall umgesehen hatte, haben wir das Glück gehabt, dass irgendein netter Besucher die 30 Cent für das kurz-Wasserfall-laufen-lassen ausgegeben hat. Wenn denn die Schleuse per Fernsteuerung geöffnet wird, dann ist der Wasserfall auch seinen Namen wert. Es rauscht und plätschert würdig. Nach dieser kleinen Einlage ging es auf dem viel besuchten Weg bis nach Rathen runter. Auf dieser Strecke waren an dem Brückentag schon so einige Wanderer unterwegs und es nahm mit dem Näherkommen an Rathen immer mehr zu. An der Elbe angekommen, ging es in die Richtung Wehlen, aber nicht auf dem Elberadweg, sondern auf der Terrasse der Steinbrüche. Hier oben haben wir überraschenderweise keinen einzigen anderen Mitmenschen angetroffen. Hr. Neumann hat uns einiges zu den gefährlichen Arbeitsweisen, den Hintergründen und der Geschichte der Steinbrüche erzählt. Es war sehr beeindruckend, wenn man auf dem kleinen Pfad über die Terrasse der Steinbrüche entlang wandert und so schön erklärt bekommt, wie es vor hundert Jahren hier ausgesehen hat. Knapp neben der Bergsteigerhütte, die beinah durch den Felssturz des Wartturms verschüttet wurde, haben wir eine kleine Rast eingelegt. Von hier oben konnten wir gut die Menschenmassen beobachten, die mit der Gierseilfähre in Rathen einfielen. Unser weiterer Weg führte zwischen dem Steinbruch und den ehemaligen Häusern der Steinbrecher vorbei. Heutzutage werden diese Häuser als Ferienhäuser benutzt. Faszinierend schön sind die steinernen Garten“türchen“. Kurz hinter dem Ortsanfang Wehlen sind wir dann wieder auf den Elberadweg gestoßen. Von hier aus ging es die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit war eine sehr schöne Wanderung zu Ende, die meiner Frau und mir sehr gut gefallen hat. Was uns auch ganz besonders gut gefallen hat, war, dass wir bei der Verabschiedung noch mal so etwas wie eine schriftliche Zusammenfassung der Wanderung erhalten haben. Hiermit möchten wir uns nochmals bei Hr. Neumann bedanken für die sehr gelungenen Führungen und die sehr gut rüber gebrachten Hintergrundinformationen.
Nachtrag: H. Neumann hat inzwischen eine eigene Internetpräsenz (www.nationalparkfuehrer-christian-neumann.de), auf der man alle seine geführten Wanderungen aufgelistet sind.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Stadt Wehlen mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Wehlen Elbe - Stadt Wehlen
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

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