Burglehnpfad

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,25 h
Entfernung:
ca. 13,00 km
Höhenunterschied:
ca. 278 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
immer, auch an Wochenenden empfehlenswert.
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Lohmen - Bahnhof - Herrenleite - Katzbach - Mockethal - Mockethaler Grund - Elbe - Burglehnpfad - Copitz - Wesenitz - Hinterjessen - Liebethaler Grund - Richard Wagner Denkmal - Lochmühle - Daube - Lohmen

Beschreibung:

In der Originalbeschreibung zur Genusswanderung wurde ein Abstecher zum Burglehnpfad empfohlen und auf der Wanderung zur Herrenleite war mir ein seitlicher Zugang ins Auge gefallen. Da zu Pfingsten die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen war, musste eben mal der Rand der schönen Landschaft erkundet werden. So liegt der Startpunkt für diese Wanderung in Lohmen. Hier darf man im gesamten Ort noch kostenlos parken und so ist es ziemlich egal, an welche Stelle man den Startpunkt legt, es sollte nur ungefähr im westlichen Bereich von Lohmen sein. Von der Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) zweigt der Herrenleither Weg in südliche Himmelsrichtung ab. Auch wenn das die direkte Zufahrt in das Tal ist, fahren hier nur ganz vereinzelt Autos und dadurch kann man schon den Weg aus Lohmen heraus mit einem Blick in die Landschaft genießen. Auf der linken Seite verläuft ziemlich parallel die Kastanienallee und rechts kann man auch vereinzelt über die Ebene der Felder blicken. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht der Weg den Wald und es geht in einem typischen Sandsteingrund abwärts.  Einfahrt_Lohmener_Motorradclub_kleinNach einem sehr angenehmen Weg in das eigentliche Haupttal der Herrenleite passiert man auf der rechten Seite das Gelände des Lohmener Motorradclubs und links die unteren Ausläufer des Feldbahnmuseums. Sehr ungewöhnlich sehen die Gebäude und die Umzäunung des Motorradclubs aus. Dabei handelt es sich um ein altes Militärlager, das in ausgedehnten Stollensystemen untergebracht war. Heutzutage können hier die etwas lauteren Feste gefeiert werden, ohne dass irgendjemand gestört wird.
Auf dem Gelände des Feldbahnmuseums trifft sich ein wirklich fleißiger kleiner Verein. Es ist ganz schön verwunderlich, dass in einem Land, in dem wirklich alles genormt ist, die Spurweiten der Eisenbahnen so unterschiedlich sind. So gibt es Schienen, die 530, 600, 700, 750, 780, 900 und 1000 mm breit sein müssen. Genau so etwas und vieles mehr kann man auf dem Gelände entdecken und selbst außerhalb der offiziellen Besuchstage (Samstags Mai – Oktober) finden.
Die Wanderung führt von dem Herrenleither Weg nach rechts auf den Herrenleitenweg. Hier weist ein seltsames Verkehrsschild (Privatstraße des Bundes. Benutzen auf eigene Gefahr) auf die Historie des Tals hin. Als ich die Wanderung zum Pfingstmontag unternommen habe, standen gleich noch ein paar weitere seltsame Schilder herum. So wies ein Schild auf Draisinenfahrten und deren Vorfahrt hin und außerdem sollte man nicht auf dem Randstreifen parken, da ein Busverkehr hier eingerichtet wäre. Tatsächlich begegnete mir in dem Tal ein historischer Bus, der als Pendelverkehr zwischen Pirna und dem Museumsgelände unterwegs war. Trabi_Draisine_kleinAuf der Bahntrasse neben der Straße fuhren mindestens zwei motorgetriebene Draisinen, von denen eine (Schienentrabi) ungewöhnlicherweise am Ende der Strecke durch eine raffinierte Drehvorrichtung gewendet wurde. Die Fahrgäste hatten einen riesigen Spaß, durch das schöne Tal gefahren zu werden.
Das Tal der Herrenleite endet auf der Wehlener Straße, die nur ganz wenige Meter (ca. 50 Meter) nach links begangen werden muss, um dann gleich wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist ab der Kreisstraße mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und steigt dann nach Mockethal an. Hier stehen gleich mehrere tolle alte Häuser und Bauernhöfe. Die Dorfstraße Am Rundling endet auf einem schönen Dorfplatz mit einem Teich in der Mitte. Hier versteckt sich der weitere Weg ein wenig, Kaelbergarage_Mockethal_kleinaber es geht auf der rechten Seite gelb markiert weiter. Die Wanderung passiert einen größeren Bauernhof, der sich auf Rinderzucht spezialisiert hat. Super lustig sehen die Kälbergaragen zwischen den Ställen und dem Wanderweg aus. Die Tiere leben zwar nicht auf einer riesigen Fläche, aber für einen vollkommenen unwissenden Mitmenschen wie mich sehen die Kälber trotzdem ganz zufrieden aus.
Gleich hinter dem Hof führt die Wanderung auf das Feld hinaus und man kann nett in die Landschaft blicken. Nach einer kurzen Strecke von 200 Metern beginnt der Abstieg runter in den Mockethaler Grund. Der größte Teil der 50 Höhenmeter erfolgt über einige Stufen und am Ende erreicht man den Radweg/die Fahrstraße im Elbtal. Hier geht es gleich wieder die nächsten 170 Meter auf der Fahrstraße den Mockethaler Grund aufwärts, bis nach links (kurz vor der Hausnummer 6a) die gelbe Wanderwegmarkierung abbiegt. Der Aufstieg ist außerdem mit dem Symbol des Sächsischen Weinwanderwegs gekennzeichnet und führt mit so einigen Schlenkern aus dem Elbtal heraus. Ehrenhain_Gedenkstein_Copitz_kleinAm Ende erreicht man die Ebene und gleich fallen einem der toll angelegte Pfad an dem Postaer Elbhang und ein relativ großer Ehrenhain auf. vorderer_Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Pirna_kleinDer Burglehnpfad ist 2006 saniert worden und bietet einige sehr schöne Aussichten ins Elbtal und rüber auf Pirna bzw. das Schloss. Der Weg ist durch eine großzügige Spende von Reny Zieschang-Wieder und Herbert Zieschang saniert worden. Sehr pfiffig ist, dass selbst die Pflege und Unterhaltung des Weges durch eine neue Solaranlage auf dem Dach der Pirnaer Grundschule finanziell gesichert ist. An mindestens 7 Stellen stehen Bänke und die Blickachse auf die andere Elbseite ist ordentlich toller_Burglehnpfad_Pirna_kleinfreigeschnitten. Der Burglehnpfad ist ungefähr einen Kilometer lang und es macht wirklich viel Spaß, ihn Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Schloss_Pirna_kleinentlang zu wandern. Nach dem Kilometer biegt nach links eine Treppe ab, von der man noch mal einen netten Blick auf das Panorama von Pirna hat. Ganz reizvoll ist, sich vorzustellen, dass es hier reichlich Häuser gibt, die alle diesen netten Blick genießen und dabei auch noch hochwassersicher sind. Eigentlich kein Wunder, dass die Häuser hier oben auch Schöne Höhe genannt werden.
Am Ende der Treppe geht es nach rechts auf der Straße Oberleite und dann auf der Niederleite weiter. Diese Straße endet auf der Hauptstraße und spätestens ab dieser folgt man der Wanderwegmarkierung blauer Punkt blauer Punkt. Nach einem kurzen Stück (weniger als 200 Meter) gabelt sich der Weg und es geht nach links, auch wenn die Straße rechts verführerischerweise schoene_Villa_Pirna_kleinLohmener Straße heißt, auf der Pillnitzer Straße weiter. Die blaue Wanderwegmarkierung führt durch den nördlichen Teil von Pirna und mit dem Übergang von der Pillnitzer Straße auf die Liebethaler Straße wird der Straßenverkehr wieder besondere_Villa_Pirna_kleinangenehm und man kann so einige prachtvolle Häuser bestaunen. Zwischendurch passiert man ein Feuchtgebiet und dann muss man noch ein ganzes Stück an der Kreisstraße Altjessen bzw. Liebethaler Grund entlang wandern. Aber auch auf dieser Straße hält sich der Straßenverkehr sehr in Grenzen und man kann gut am Rand entlang wandern. Kurz nachdem man die Grundmühle im Wesenitztal passiert hat, wird das Tal enger und auf der linken Straßenseite ragt die erste Felswand eines alten Steinbruchs auf. Diese Wand sieht sehr ungewöhnlich aus, da die gesamte Fläche zugewuchert ist.
Bevor die Fahrstraße nach links aus dem schönen Liebethaler Grund verschwindet, passiert man die Liebethaler Mühle, die auch heute noch zumindest als Wassermühle in Funktion ist. Gleich neben den Gebäuden befindet sich ein Wendehammer bzw. Parkplatz, an dem am Wochenende ruhige_Wesenitz_kleineine große Anzahl an Kletterern anzutreffen ist. In dem ehemaligen Steinbruch versuchen viele ihr Können an der Felswand. Selbst wenn die Kletterer nicht in der Wand hängen, kann man hier sehr gut ihre Spuren erkennen, da anscheinend einige mit Magnesia geklettert sind. An vielen Griffen sind diese markanten Spuren zu sehen und man kann sich drüber freuen, dass dieses Hilfsmittel in der Sächsischen Schweiz verboten ist.
Das letzte größere Teilstück der Wanderung beginnt mit dem Weg in den Liebethaler Grund. Hier weist auf der linken Wegseite eine dieser tollen Glastafeln auf den Start des Malerwegs hin. Der Wanderweg durch das Tal der Wesenitz ist wirklich fantastisch und der Bachlauf ist mal ganz ruhig und dann wieder vollkommen wild und stürzt sich über Felsen hinweg. Steg_zum_ehemaligen_Copitzer_Elektrizitaetswerk_kleinNach 1 Kilometer passiert man die Ruine eines Wasserkraftwerkes (Copitzer Elektrizitätswerk), das immer mal für romantische Fotos einer Industrieruine herhalten muss. Ganz besonders die Sprossenfenster und das alte Turbinengehäuse tauchen Wagner-Denkmal_im_Liebethaler_Grund_kleinimmer mal wieder bei der Fotocommunity (www.fotocommunity.de) auf. Dieses Wasserkraftwerk wurde über ein langes Rohr mit Wasser versorgt und dieses kann man flussaufwärts gleich neben dem Wanderweg entdecken. Bald erreicht man das riesige Richard-Wagner-Denkmal, das hier unten im Liebethaler Grund vollkommen überrascht, aber wenn man erfährt, dass Herr Wagner hier unten die ersten Entwürfe für Lohengrin skizziert hat, dann ist es ein wenig verständlicher
Auf dem weiteren traurige_Lochmuehle_und_Wesenitz_kleinWeg passiert man die trostlose Lochmühle und dahinter geht es über die Wesenitz hinweg. Hier stürzt sich das Wasser ganz besonders wild wilde_Wesenitz_an_der_Lochmuehle_kleinüber eine größere Stufe im Bachbett hinunter. In der Verlängerung der Brücke geht es mit einer langen Treppenanlage aus dem Tal heraus und hinauf in die Ortschaft Daube. Da erreicht man einen netten Dorfplatz, der mit einer Straße umrundet wird. Genau auf dieser Straße geht es nach vorne bis zur nächsten Aufstieg_von_Wesenitz_nach_Daube_kleinQuerstraße. Dort wandert man nach links in Richtung Lohmen. Nach wenigen hundert Metern erreicht man die Lohmener Kläranlage, die überraschenderweise überhaupt nicht stinkt. Gleich an der Kläranlage biegt nach rechts der Kirchsteig ab. Blick_Kirchsteig_zur_Kirche_Lohmen_kleinDiese Wohnstraße führt an einer Vielzahl neuer Einfamilienhäuser vorbei, bis nach ein paar hundert Metern der Kirchsteig in einen reinen Gehweg übergeht. Der Name für diesen Weg ist mit Steig irgendwie leicht irritierend, aber die Bezeichnung Kirchsteig ist ziemlich zutreffend, da man wirklich geradlinig auf die Lohmener Kirche zugeht. Nach insgesamt ½ Kilometer auf dem Kirchsteig sollte man nach rechts abbiegen. Hier bietet sich sehr gut die Fabrikstraße oder die Pestalozzistraße an, um dann auf der Bahnhofstraße nach links bis zur Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) weiter zu wandern. Damit ist man am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen. Ich war wirklich überrascht von dem schönen Burglehnpfad und noch mehr erfreut mich, dass eine Privatperson so viel Geld für einen Weg und damit dem Vergnügen der Allgemeinheit spendet.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Lohmen Bahnhofstraße mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Lohmen Kirche

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