Der Flug nach Schweden

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 14,00 km
Höhenunterschied:
ca. 517 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kleingießhübel - gelber Punkt - Wiesenweg - Alte Tetschener Straße - Flügel B - Wildbrethöhe - roter Punkt - Großer Zschirnstein - Zschirnsteinweg - gelber Strich - Die Hand - Kreusels Eiche - Schächers Kreuz - Gliedenbachweg - Absturzstelle - Krippenbach - grüner Punkt - Hertelsgrund - Schifferweg - Hirschgrundweg - roter Punkt - Kleingießhübel

Beschreibung:

Die Sächsische Schweiz war mal wieder bis zum Rande mit Tagesbesuchern überlaufen (was bei blauem Himmel und herbstlich gefärbtem Wald kein Wunder ist) und so haben wir uns eine Strecke auf der linken Elbseite ausgesucht. Hier gibt es nur ganz wenige Stellen, die an solchen Tagen überlaufen werden und dazu gehört der Bereich um den Großen Zschirnstein eigentlich nicht. Da wir relativ früh gestartet waren, gab es auch noch eine ordentliche Stelle auf dem Wanderparkplatz in Kleingießhübel. Vom Parkplatz kommend geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt leicht ansteigend los. Aussicht_Kleingiesshuebel_hinter_Parkplatz_kleinNoch vor den letzten Häusern hat man einen netten Blick hinüber zu den Lasensteinen und dem Kohlbornstein. Danach geht es sehr angenehm auf dem Wiesenweg, der heutzutage überhaupt keine Wiese mehr passiert, entlang. Dieser gut ausgebaute Forstweg hat auch noch den Zweitnamen Alte Tetschener Straße. Irgendwie kann man sich kaum vorstellen, dass das hier oben eine Verbindungsstraße nach Děčín (Tetschen) gewesen sein soll, aber die Straße durch das Elbtal, ganz besonders bei Hřensko (Herrnskretschen), war früher nur ein Pfad.
Auf diesem heutigen Forstweg wandert man 1 ¾ Kilometer und 120 Höhenmeter aufwärts, bis der gelbe Punkt nach rechts abbiegt. Hier geht es weiterhin gelb markiert in Richtung der Zschirnsteine. Der Waldweg führt zwischen den beiden Zschirnsteinen entlang, was aber in der Natur überhaupt nicht auffällt. Nach ½ Kilometer biegt eigentlich die gelbe Wanderwegmarkierung nach rechts auf den Kleinen Zschirnstein ab, macht auf ihm einen Schlenker und kommt wieder auf dem gleichen Weg zurück. Diese kleine Schleife wird auf dieser Wanderung ignoriert und es geht in die Richtung des Großen Zschirnsteins weiter. Ganz unterhaltsam ist der Wanderwegweiser an dieser Kreuzung. Es ist egal, in welche Richtung man auf dem breiten Weg wandert, überall geht es mit dem gelben Punkt nach Kleingießhübel. Nach ein paar hundert Metern (etwas mehr als 300 Meter) fällt zuerst auf der linken Wegseite, etwas abseits des Weges, eine Höhle in Form von zwei Felsplatten, die sich aneinander gelegt haben, auf. Es handelt sich um eine Wildbrethöhle, diente also zur geschützten Aufbewahrung geschossenen Wildes. Gleich an dieser Stelle ist auch der Aufstieg zum Großen Zschirnstein ausgeschildert und mit dem roten Punkt roter Punkt gekennzeichnet. Obwohl der Große Zschirnstein der höchste noerdlich_Aussicht_Grosser_Zschirnstein_kleinFelsen der gesamten Sächsischen Schweiz ist, ist der Aufstieg ziemlich einfach zu bewerkstelligen. Es geht ein kleiner Zickzackweg aufwärts und schon nach 60 Höhenmetern erreicht man das Felsplateau. Hier empfiehlt es sich, ein paar wenige Meter zurück bis zur Felskante zu gehen. Von dort hat man einen netten, aber auch leicht zugewucherten Blick in Richtung Schrammsteine.
Die Wanderung führt jetzt ziemlich genau einen Kilometer auf dem Plateau des Großen Zschirnsteins entlang. Der Weg steigt leicht an und endet am südlichen Rand des Felsens an einer riesigen Aussicht. Erst hier merkt man dann wirklich, dass man sich auf dem höchsten Felsen der Sächsischen Schweiz befindet. Vor einem fällt die Felswand steil und tief ab und man hat einen weiten Blick ins Böhmische. Das Besondere daran ist, dass man auf eine ohne jegliche Unterbrechungen bewaldete Landschaft blickt. Außer der lohnenswerten Aussicht findet man hier oben noch eine Schutzhütte, einige Felsen, auf denen sich fast immer ein paar Wanderer zur suedliche_Aussicht_Grosser_Zschirnstein_Triangulierungssaeule_kleinRast niedergelassen haben, eine halbrunde Metallscheibe mit der Grosser_Zschirnstein_Bergring_kleinBeschreibung aller Berge am Horizont und eine Triangulierungssäule. Auf einigen höheren und gut sichtbaren Felsen (z.B. Lilienstein, Großer Zschirnstein, Cottaer Spitzberg) wurden 1865 diese Säulen aufgestellt und damit das Land vermessen. Dieses Verfahren basiert auf Winkelmessungen und mathematischen Dreiecksberechnungen. Damit wurde ein Netz über das gesamte Land gelegt und dadurch eine überraschend genaue Lagebestimmung durchgeführt.
Wenn man von dem Felsen an der Triangulierungssäule nach rechts hinunter blickt, sieht man zwei kleinere Hubbel (Hinterer und Vorderer Würzhübel) und genau auf halber Strecke zwischen dem Standpunkt und dem linken Hubbel (Vorderer Würzhübel) befindet sich das Hauptziel dieser Wanderung. Von hier oben kann man heutzutage die Stelle nur erahnen und deshalb geht es erstmal die komplette Strecke über das Felsplateau zurück. Der einzige Unterschied zum Hinweg ist, dass man den breiteren Abstieg nimmt. Der Weg den Zschirnsteinweg hinunter ist weiterhin mit dem roten Punkt gekennzeichnet. Nachdem man die eigentliche Ebene des Großen Zschirnsteins verlassen hat, geht es noch etwas weniger als einen Kilometer abwärts Hand_Wegweiser_Schoena_kleinund man erreicht mal wieder die Alte Tetschener Straße. Hier wird der rote Punkt verlassen und es geht nach rechts auf dem gelben Strich gelber Strich weiter. An diesem breiten Forstweg fällt nach ¼ Kilometer eine uralte Sandsteinsäule auf, die früher als Wegweiser gedient hat. Besonders auffällig an der Säule sind die Jahreszahl 1840 und der Richtungsweiser in Form einer Hand nach Schöna. Noch mal ¼ Kilometer später stehen auf der rechten Seite Schächers Kreuz und Kreusels Eiche, welch Letztere aber inzwischen keinen gesunden Eindruck mehr macht. Beide erinnern an den gewaltsamen Tod einerseits eines Wegelagerers (Schächer) um 1548 und andererseits des Sohnes des Schönaer Försters Kreusel.
Von dieser Gedenkstelle wandert man 1 ½ Kilometer weiter auf dem Forstweg mit der gelben Wanderwegmarkierung. Der Weg fällt leicht ab und verläuft parallel zum Gliedenbächel. Nach den besagten 1 ½ Kilometern biegt deutlich zu erkennen ein Waldweg nach rechts vorne ab. Diesen Weg geht es 150 Meter hinein, um dann nach rechts eine Treppe aufwärts in Richtung des Großen Zschirnsteins zu entdecken. Gedenkstelle_Flugzeugabsturzstelle_kleinDie paar Stufen (15 Höhenmeter) geht es aufwärts und dann erreicht man einen Gedenkplatz an die zwei Opfer eines Flugzeugabsturzes. In diesen Hang des Großen Zschirnsteins ist am 14.02.2010 eine Cessna 550B mit den Gedenkstein_Flugzeugabsturzstelle_kleinbeiden Piloten an Bord abgestürzt. Der Grund des Absturzes ist laut der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung eine von den Piloten absichtlich durchgeführte Rolle (Drehung um die Längsachse) und der darauffolgende Verlust der räumlichen Orientierung. Sehr überraschend an der Absturzstelle ist, dass immer noch Teile des Flugzeugs neben der Gedenkstelle liegen und auch nach mehr als 5 Jahre noch frische Blumen an dem Gedenkstein stehen. Der Name dieser Wanderung ist die Bezeichnung eines Geocaches, der sich in der Nähe der Treppe befindet und beschreibt, dass der Flug eigentlich von Prag nach Karlstad (Schweden) führen sollte.
Die Wanderung geht wieder zurück auf den breiten Forstweg (also den gelben Strich gelber Strich) und dann nach rechts weiter den Hang hinab. An der nächsten Kreuzung (nach 1 ¼ Kilometer) verlässt man die gelbe Wanderwegmarkierung und es geht auf dem breiten Forstweg dem Krippenbach weiter hinterher. Nach einem Kilometer erreicht man einen Rastplatz und die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Hier ist es erstmal mit dem besinnlichen Dahinwandern vorbei und es geht nach rechts den Hang hinauf. Irgendwie ist mir bei der Planung dieser Wanderung überhaupt nicht aufgefallen, dass es so kurz vorm Ende der Runde noch mal so ein happiges Stück, immerhin sind es 135 Höhenmeter, aufwärts geht. Die Wanderung erreicht nach diesem Anstieg das obere Ende des Hirschgrundes und hier geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Wanderung war eine ziemlich ruhige Runde, bei der man zum Anfang mit dem Aufstieg hinauf zum Großen Zschirnstein kaum merkt, dass man so einige Höhenmeter überwindet. Dagegen sind die Höhenmeter am Ende der Runde schon ziemlich nervig, da einfach durch den Aufstieg nichts Sehenswertes erreicht wird. Das eigentliche Ziel der Wanderung, die Absturzstelle am Hang des Großen Zschirnsteins, war auch interessant und praktisch so etwas Ähnliches wie Schächers Kreuz und Kreusels Eiche. In allen Fällen sind Angehörige traurig darüber, dass ein Leben vorzeitig beendet wurde.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kleingießhübel Wendeplatz mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Kleingießhübel

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