Domwächter

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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 12,50 km
Höhenunterschied:
ca. 670 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
schwindelfrei
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Pfad
Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Jordangrund - Sandloch - Sachsenhöhle - Domwächter - Sandloch - gelber Strich - Kleiner Dom - Aussicht Domerker - Zurückesteig - blauer Strich - Aussicht Breite Kluft - Schrammsteinweg - Frühstücksplatz - Mittelwinkel - grüner Punkt - Zeughausweg - grüner Strich - Königsplatz - Wenzelweg - Bauweg - Liebentor - Teufelsmauer - Oberer Liebenweg - roter Strich - Hohe Liebe - Butterweg - Nasser Grund

Beschreibung:

Uns sind schon mehrmals ein paar Stufen gleich neben der Sachsenhöhle aufgefallen, aber irgendwie konnten wir uns nicht erklären, wohin diese denn führen. Da die große Tochter mal wieder Lust hatte, mit mir eine interessante Runde zu drehen, haben wir uns zu dieser Wanderung aufgemacht. Der Startpunkt liegt am unteren Ende des Nassen Grundes. Von hier geht es ungewöhnlicherweise vollkommen unmarkiert in den Nassen Grund über die breite Forststraße bergauf. Nach einer Strecke von ziemlich genau einem Kilometer biegt vor der ersten ernstzunehmenden Steigung nach links der Jordangrund ab. Im Gegensatz zum Nassen Grund ist dieser Waldweg ein ganzes Stück schöner und genussvoller. Insgesamt wandert man etwas weniger als einen Kilometer durch den Jordangrund, bis der Zeughausweg erreicht wird. Die grüne Wanderwegmarkierung wird nur überquert und gegenüber geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in das Sandloch bzw. ausgeschildert ist der Kleine Dom. Auf den nächsten 300 Metern versteht man sehr gut, warum der Weg Sandloch heißt. Der Weg hat eher etwas mit einem Strandspaziergang als mit einem Waldweg zu tun. Noch bevor der erste ernstzunehmende Höhenmeter absolviert wird, steht auf der linken Seite ein seltsamer Wegweiser, der nur in zwei Richtungen zeigt. Der interessanteste Weg geradeaus wird von dem Schild übersehen. Es ist eigentlich der Weg zum Großen Dom, der auf dieser Wanderung aber ignoriert wird. Trotzdem geht es zuerst mal auf diesem Weg geradeaus in Richtung Großer Dom weiter. Sachsenhoehle_von_oben_kleinNach ¼ Kilometer biegt nach rechts ein Pfad ab, der leicht ansteigend zur riesigen Sachsenhöhle führt. Die Höhle ist zwar nicht tief, aber dafür richtig breit und damit an der Felswand unübersehbar. Die Sachsenhöhle am Dom ist eine der offiziellen Boofen (Freiübernachtungsplatz) im Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz, aber anscheinend nicht besonders beliebt. Zumindest sieht man überhaupt keine Nutzungsspuren.
Rechts neben der Boofe gehen deutlich zu sehen ein paar Stufen und dann sogar ein paar wenige Eisenklammern den Hang hoch. Es handelt sich nur um einen Kletterzugang, dessen Aufstieg aber lohnenswert ist. Blick_vom_Domwaechter_zum_Sandlochwaechter_kleinNach einer relativ leichten Kletterpassage erreicht man eine Ebene, die zwischen dem Domriff und dem Domwächter/Domspitze ist. Hier kann man wunderbar ungestört die Felsen rund um diesen Bereich bestaunen und wie von einem Bilderrahmen eingerahmt blickt man aus dem Talkessel heraus. Der Platz hat wirklich was Entspannendes und lädt zu einem ersten Picknick ein. Die Ruhe wird höchstens durch Kletterer unterbrochen, die den schönen Platz auch kennen.
Nach dieser ersten interessanten Entdeckung eines wunderbaren Fleckchens geht es wieder auf dem bekannten Weg herunter bis zu dem Wegweiser und der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Dieser wird nach links weiter aufwärts gefolgt. Schon nach wenigen Metern nimmt die Zahl der Stufen zu und trotzdem kommt man am Kleinen Dom relativ angenehm die Felsen hoch. Blick_vom_kleinen_Domaufstieg_zum_Falkenstein_kleinDas liegt vermutlich auch daran, dass sich auf halber Strecke eine Felskanzel ganz hervorragend als Blick_vom_Domerker_zum_Domwaechter_kleinAussichtspunkt anbietet und zu einem kurzen Zwischenstopp einlädt. Hier kann man nett über das Tal auf den Falkenstein und noch mal zurück auf den Domwächter blicken. Der weitere Aufstieg erfolgt dann über eine Hühnerleiter und eine etwas steilere Leiter. Kurz vor dem Aufstiegsende ist noch eine kurze Holzbrücke mit ein paar wenigen Eisenklammern, die man aber normalerweise nicht benötigt.
Nach dem Aufstieg führt zwar der Wanderweg sofort nach links weiter, aber zuerst muss noch eine wirklich lohnenswerte Aussicht nach rechts besucht werden. Hier ist schon seit einigen Jahren zur Besucherlenkung ein Baum hin gefällt worden, aber trotzdem ist es legal, über ihn hinwegzusteigen und bis vor zu der Aussicht oberhalb des Domerkers zu gehen. Auch wenn es die dritte Aussicht innerhalb weniger hundert Meter ist, liefert sie schon wieder einen ganz anderen Blick in die Landschaft der Sächsischen Schweiz. Von hier sieht man auf der linken Seite die Schrammsteine, dann steht der Falkenstein ein wenig verloren in seiner Senke und auf der anderen Seite kann man sehr schön auf die Felsen des Domwächters und der Domspitze blicken.
Die Wanderung geht von der Aussicht wieder auf einem der Trampelpfade zurück und wenn man die gelbe Wanderwegmarkierung erreicht hat, hält man sich mehr rechts und wandert auf einem relativ breiten Weg um ein paar Felsen herum. Der Weg ist sehr einfach und angenehm zu gehen. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, die nach rechts in Richtung Schrammsteine weiter verfolgt wird. Die Wanderung geht auch auf der blauen Wanderwegmarkierung super angenehm fast ohne Höhenunterschied weiter. Zwischendurch wird ein Felseinschnitt passiert, der den Eindruck macht, als wenn er künstlich hergestellt wurde, aber er ist tatsächlich natürlichen Ursprungs. Nach einer Strecke von einem Kilometer erreicht die Wanderung die ziemlich große Aussicht oberhalb der Breiten Kluft. Dieser Platz ist sehr beliebt als Rastplatz. Die kleineren Felskanten laden als Sitzplätze auch ganz hervorragend dazu ein. Ein wenig versteckter, aber dadurch dann auch viel ruhiger, befindet sich eine weitere Aussicht nach rechts in Richtung Teufelsturm.
Nach diesem netten Platz geht es weiter in Richtung Schrammsteine. Je näher man den Schrammsteinaussichten kommt, desto wilder wird der Weg. schmaler_Gratweg_Schrammsteine_kleinDer erste Anfang sind ein paar Stufen und ein paar Engstellen, die dann aber schon mal etwas anspruchsvoller werden, da eine tiefere Senke überwunden werden muss. Hier kann man sehr gut feststellen, dass es sehr empfehlenswert ist, die Wanderung zu einer Zeit zu unternehmen, wenn nicht ganz so viele andere Mitmenschen durch das Gebirge krabbeln. Ganz schlecht stellt sich ein langes Wochenende in der Mittagszeit dar. Dann muss man damit rechnen, Blick_Gratweg_zum_Torstein_kleindass man auch schon mal eine Weile warten muss. Als wir die Wanderung unternommen haben, war es ein windiger Herbsttag. Zu unserer Wanderzeit waren relativ wenige andere Besucher unterwegs, aber zu unserer großen Verwunderung kamen uns auf dem Gratweg an den Schrammsteinen zwei Nacktwanderer entgegen. Das war schon ziemlich komisch, weil es einerseits nicht gerade ein schöner Anblick war und außerdem fand ich es in Bezug auf meine mitwandernde Tochter ziemlich unpassend. Genauso waren auch die Kommentare der Wanderer am Wegesrand. Sehr überraschend fand ich, dass sich die Tochter gar nicht an der Nacktheit störte, sondern über die nackten Füße auf den Gitterroststufen nachdachte. Anscheinend mache ich mir als Papa mehr Gedanken als notwendig.
Die Strecke über den Gratweg ist wirklich abwechslungsreich und steigert die Wanderlust zumindest unserer Treppen_vom_Gratweg_Schrammsteine_kleinKinder immer wieder. Kurz vor dem eigentlichen Bereich der Schrammsteinaussichten passiert man einen Platz, an dem auf der linken Seite der Abstieg Wildschützensteig ist und rechts ein paar Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Hier geht es noch ein paar wenige Stufen aufwärts, bis nach 50 Metern eine Eisenleiter den weiteren Weg hoch zur Schrammsteinaussicht ermöglicht. Hier verlässt man den Hauptweg und klettert nach links über den Besucherlenkungszaun. Dieses ist eine legale Möglichkeit und der Zaun soll nur verhindern, dass zu viele Besucher sich an dieser Stelle verirren. Der Pfad steigt sofort ein paar Höhenmeter ab und führt dann nach rechts auf einem gut sichtbaren Weg weiter. Nach einem Geschlängel am Felsen entlang erreicht man eine Selbstrettungsbox und gleich daneben eine breite Felsspalte. Auf der gegenüberliegenden Seite soll die Wanderung weiter in Richtung Frühstücksplatz Kletterpassage_zum_Fruehstuecksplatz_kleingehen und deshalb muss man erst in die Felsspalte hinunter klettern und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Insgesamt ist die Schlucht weniger als 10 Meter tief und unsere 10jährige Tochter hat die Stelle ohne fremde Hilfe bewältigt. Danach geht es wieder einfacher auf einem gut ausgetrampelten Pfad entlang. Felsen_hinter_dem_Fruehstuecksplatz_kleinVon der Schlucht bis vor auf die Ebene des Frühstücksplatzes ist es ziemlich genau ¼ Kilometer und dann hat man einen wunderbar ruhigen Platz erreicht. Es ist schon wirklich ungewöhnlich, dass sich oben auf den Schrammsteinaussichten die Besuchermengen knubbeln und hier ein paar Meter unterhalb so eine Ruhe herrscht.
Für die weitere Wanderung muss man das gesamte Stück wieder bis zu dem Hauptwanderweg (inklusive der Klettereinlage durch die Schlucht und den Besucherlenkungszaun) zurückgehen. Da man ja gerade auf einem tollen Rastplatz gewesen ist, sollte kein weiterer Halt notwendig sein und so wandert man auf der bekannten Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zurück. Nach ein paar wenigen Metern biegt nach links die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt in den Mittelwinkel ab. Eisenleiter_und_Treppe_Mittelwinkel_Schrammsteine_kleinDa es hier mit dem Mittelwinkel ziemlich steil von den Schrammsteinen abwärts geht, erfolgt der Abstieg über einige Holzstufen, ein paar kurze Leiterstufen und Gitterrosttreppen. Am Ende wird der Abstieg wieder flacher und man erreicht den Zeughausweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich. Auch wenn der Ausgangspunkt der Wanderung nach rechts liegt, folgt die Wanderung dem riesig breiten Forstweg nach links, um noch einen Bogen über die Hohe Liebe zu unternehmen. Schon auf den ersten Metern passiert man die sehr große Wildwiese mit der Scheune an der rechten Seite. Dieses Gebäude mit dem roten Dach ist schon vom Gratweg auf den Schrammsteinen gut sichtbar gewesen. Nach etwas weniger als einem Kilometer verlässt die grüne Wanderwegmarkierung die breiten Forstwege nach rechts und es geht noch ein Stück von 300 Metern weiter auf dem Waldweg.
Dann biegt der markierte Wanderweg nach links ab, aber für das nächste Ziel geht es geradeaus durch das unscheinbare Liebentor. Die Stelle fällt nur so gerade durch ein paar Felsen links und rechts des Weges auf. Sobald man die Stelle passiert hat, geht es leicht nach rechts und dann den Hang an einem unscheinbaren Weg aufwärts. Richtig gemein ist dieser Waldweg im Herbst, wenn die Buchen ihre Blätter über den Weg verteilt haben. Dann muss man schon wissen, dass hier ein Waldweg aufwärts führt, denn erkennen kann man ihn unter dem Laub kaum. Nach weniger als 100 Metern erreicht man einen weiteren Waldweg, dem man im spitzen Winkel nach links folgt. Dieser Waldweg endet wiederum auf dem ungewöhnlichen Aufstieg zur Hohen Liebe. Der Waldweg ist mit Betonplatten ausgelegt und mit dem roten Strich roter Strich markiert. Blick_von_der_Hoehen_Liebe_Richtung_Affensteine_kleinDer Aufstieg ist relativ einfach und die letzten paar Meter bis hoch zum Gipfel liegen links vom Weg. Diese Stelle ist ausgeschildert und damit wird man bis zum Bergsteiger-Ehrenmal geführt. Nahaufnahme_Blossstock_von_der_Hoehen_Liebe_kleinSofort fällt einem das Denkmal aus Sandstein auf, aber auf der linken Seite ist auch noch eine Art Buch aus Kupferplatten. Darauf wird an einige Kletterer erinnert, die in jüngerer Zeit irgendwo auf der Welt verunglückt sind. Damit ist die Hohe Liebe ein ziemlich besinnlicher Ort, der aber von den meisten Wanderern wegen seiner mangelhaften Aussicht gemieden wird. Im Moment (2012) gibt nur eine richtig ordentliche Sichtachse rüber auf die Affensteine.
Das letzte Stück der Wanderung führt weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung nach links vom Berg herunter. Der Weg ist schon an mehreren Stellen ziemlich uneben, aber dadurch ist er wenigstens nicht langweilig. Zwischendurch passiert man auf halber Strecke hinunter zum Ausgangspunkt einen breiteren Forstweg und dann geht es weiter auf einem Wanderweg mit dem Namen Butterweg. Hätte ich das Schild nicht schon vor ein paar Jahren gesehen, könnte man vermuten, dass der neue Nationalparkchef hier schon einen Ehrenweg erhalten hätte. Der Butterweg endet ganz knapp neben dem Parkplatz vom Nassen Grund und damit ist eine wirklich tolle Wanderung zu Ende gegangen. Die Runde hat einfach nur riesig Spaß gemacht und hat alle Komponenten einer schönen Wanderung durch die Sächsische Schweiz: interessante Felsen, Abwechslungen in Form von leichteren Klettereinlagen, ruhige aber auch spannendere Stellen und sehr nette Aussichten.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Domwächter“

  1. wir sind heute von Ostrau aus auf die beschriebene Wanderroute gelaufen – alle Vorhersagen haben sich bewahrheitet, und trotz des langen Wochenendes konnten wir dank der tollen Beschreibungen ruhige Plätze finden und genießen, vielen Dank!

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