Donnergrund

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 373 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rainwiese - grüner Strich - Donnergrund - Kleinen Ziegengrund - Luchsstein - Lindengründel - Brückengrund - grüner Strich - Altarstein - Stimmersdorfer Weg - Roßmaulwiese - Großer Zschand - roter Strich - Ziegenrücken - Rainwiese

Beschreibung:

Die Wanderung Donnergrund ist dadurch entstanden, dass uns ein netter Leser unserer Wanderbeschreibungen eine andere Variante der Luchsstein-Wanderung empfahl. Bei unserer ersten Luchsstein-Erkundung ging es von Deutschland aus zur besagten Felsmurmel und diesmal sollte es von Böhmen aus rüber gehen. Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Hier findet man immer einen Parkplatz, aber leider schlagen die Tschechen inzwischen gewaltig über die Stränge und verlangen für ein Tages-Park-Ticket 5 €. Wenn man überlegt, dass der Mindestlohn für eine 40-Stunden-Arbeitswoche in Tschechien 8 000 CZK (entspricht 315 € Stand: Anfang 2008) pro Monat beträgt, dann sind 5 € ein typischer Fall von Touristennepp. Ganz besonders, wenn man z.B. in Brtníky (Zeidler) für 7 € ein vollständiges Essen mit Getränk bekommt.
Die Wanderung startet nach links, wenn man auf das Hotel Mezní Louka blickt. Der Weg führt ein kurzes Stück (höchstens 100 Meter) auf der Fahrstraße entlang, bis nach links die Zufahrt zum Campingplatz kommt. Hier biegen die beiden Wanderwegmarkierungen roter und grüner Strich grüner Strich ab. Aufstieg_Donnergrund_kleinDer Weg führt über den Campingplatz mit den festen Hütten und verschwindet dann in den Wald dahinter. Beide Wegmarkierungen biegen nacheinander nach rechts ab, die Wanderung geht aber immer weiter geradeaus. Auch wenn der Weg an der Stelle schon Donnergrund heißt, so sollte man sich nicht täuschen lassen, da es zwischen den Hundsteinen und dem Donnerberg hindurchgeht. Damit steigt der Weg bis zur höchsten Stelle der Wanderung an, um dann auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter zu gehen. So ungefähr 200 Meter hinter dem höchsten Punkt kommt dann die einzige wirklich schwierige Stelle, und das auch nur im Sinne der Streckenfindung. Links vom Weg steht eins dieser seltsamen grünen Schilder mit der Aufschrift: Zugang_Kleiner_Ziegengrund_klein1. ZÓNA NÁRODNÍHO PARKU. AUSSERHALB DER MARKIERTEN WANDERWEGE EINTRITT VERBOTEN. Dieses Schild haben wir überhaupt nicht verstanden, da der Weg schon seit die beiden Wanderwegmarkierungen abgebogen sind unmarkiert ist. Auch würde dieser breite Forstweg in einem großen Bogen um den Donnerberg herum führen und das ohne jegliche Markierung. Oder ist mit markiertem Wanderweg womöglich nur der Eintrag in einer Wanderkarte gemeint? Dann wäre der weitere Weg über den Pfad nach links legalisiert. Falls man diesen Abzweig verpasst, dann wird der aufmerksame Wanderer spätestens nach weiteren 200 Metern noch eine Zugangsmöglichkeit auf den Pfad entdecken. Uns ist es selber auch so passiert, deshalb wissen wir das so genau. Der Pfad führt wunderbar ruhig immer weiter abwärts. Auf der linken Wegseite befindet sich eine Felswand mit einer ganzen Ansammlung Inschriften. Das auffälligste ist ein männlicher Kopf, der aussieht wie ein Felsinschrift_Irokese_kleinIrokese, oder vielleicht ein russischer Soldat mit Käppi. Außerdem sind noch einige Herzen und Jahreszahlen in den Felsen gemeißelt. Die Jahreszahlen weisen drauf hin, dass dieses Tal schon seit ein paar Jahrhunderten begangen wird. Ein paar Jahreszahlen, die wir auf Anhieb entziffern konnten, sind 1923, 1880 und 1842. Der Pfad führt durch den Kleinen Ziegengrund, der eine sehr ruhige Felsschlucht ist, bis zur deutschen Grenze.Kleiner_Ziegengrund_klein Ab der Grenze geht es nach links auf der Grenzlinie weiter. Auch wenn es sich beim weiteren Streckenverlauf nur um einen Pfad handelt, so ist er durch die Grenzsteine sehr einfach zu finden und nach 200 Metern erreicht man den Luchsstein auf der rechten Wegseite. Luchsstein_im_Schnee_kleinDie Inschrift auf dem Felsen zeigt einerseits einen Luchs in originaler Lebensgröße und andererseits den Hinweis darauf, dass auf sächsischer Seite der letzte Luchs 1743 vom Förster Joh. Gottfried Puttrich erschossen wurde. In letzter Zeit sind wieder Luchse hier eingewandert. Sie sind aber sehr scheu, so dass man sie nicht zu Gesicht bekommt. Selbst der Revierförster der Hinteren Sächsischen Schweiz hat während seiner gesamten Arbeitszeit keinen Luchs zu sehen bekommen, und das, obwohl er sogar gleich im Nationalpark am Zeughaus gewohnt hat.
Der weitere Weg führt durch das Lindengründel nach oben, um nach einem ¾ Kilometer auf den grün markierten Wanderweg grüner Strich zu treffen. Hier geht es nach links bis zum Altarstein. Der markierte Wanderweg verläuft sehr angenehm mit nur einer kleineren Steigung bis zum Altarstein. Auch wenn die Wanderung den grün markierten Wanderweg ca. 30 Meter vor dem Altarstein_im_Schnee_kleinAltarstein verlässt, so sollte man sich dieses Naturdenkmal nicht entgehen lassen. Ich finde es immer wieder verwunderlich, dass Menschen für ihren Glauben solche Strapazen auf sich nehmen und aus Böhmen bis hierher gewandert sind, um ihren Gottesdienst abzuhalten. Vermutlich ist so etwas heutzutage, zumindest in unseren Religionsgemeinschaften, nicht mehr vorstellbar. Um die Wanderung auf dem geplanten Weg fortzusetzen, geht es wieder die besagten 30 Meter zurück, um dann nach rechts abzubiegen. Die ersten paar Meter des Weges führen noch fast horizontal am Berg entlang, dann geht es aber ein bisschen steiler aufwärts. Der Weg führt zwischen den südlichen Ausläufern der Thorwalder Wände und den Hundsteinen hindurch. Wenn man von unten kommt, dann erinnert diese Stelle an Thorwalder_Waende_Felssenke_Caspar_David_Friedrich_kleinCaspar David Friedrich. Nachdem man auch auf diese Erhöhung hoch geschnaubt ist, geht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter. Der Streckenverlauf ist ziemlich einfach zu finden und nach dem Abstieg erreicht man den roten Wanderweg roter Strich. Hier traf uns dann fast der Schlag, als wir die Menschenmassen sahen. Bis dahin waren uns am Ostersamstag ganze drei Wanderer auf der gesamten Strecke begegnet und jetzt kamen uns auf dem letzten Kilometer gut 50, meist Deutsche, entgegen, die vermutlich alle zum Prebischtor unterwegs waren. Auf jeden Fall folgt man der roten Markierung nach links, bis man den Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht. Ganz witzig sieht noch das erste Haus an der Straße aus. Hier ist eine Wandmalerei mit einem plastisch aus der Wand ragenden Hirsch zu sehen. An der Seite des Hauses steht ein Jäger. Ob diese Verschönerung nun Kitsch oder Kunst ist, kann man sich drüber streiten, auf jeden Fall hat sich hier jemand ziemlich viel Arbeit gemacht.
Das war eine sehr nette Wanderung, nicht zu lang, nicht zu kurz, nicht übermäßig anstrengend, schön ruhig. Dies ist eine Bewertung von mir, Steffi, der Ehefrau. Für Ingo wird es eher ein Nachmittagsspaziergang gewesen sein, so für zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken…

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