Drachenstiege

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 5,00 h
Entfernung:
ca. 16,00 km
Höhenunterschied:
ca. 635 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Klettern
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - Höllstraße - grüner Punkt - Finsterwäldchenweg - Nickelsbergweg - Kirnitzschtal - blauer Strich - Rabensteinen - Grenzübergang Hinterdittersbach - grüner Strich - Jankenwaldweg - Jungferntanne - blauer Strich - Brückengrund - Drachenstiege - Bittler - Radewatchgrund - blauer Strich - Unterer Weg - Wolfstafel - Kirnitzschtal - Grenzübergang Hinterdaubitz - roter Strich - Liebschenräumicht - Hinterdaubitzer Straße - Hinterhermsdorf - Neudorf - Heideweg - gelber Punkt - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Die Drachenstiege ist wirklich nicht unsere Stiege bzw. Wanderung. Nachdem wir es jetzt mehrmals versucht haben, sind wir einmal daran gescheitert, dass ein Schild auf die Brutzeit von seltenen Vögeln hinwies und die nächste drei Male haben wir einfach in den vollkommen falschen Tälern gesucht. Das hat man davon, wenn man das Buch (Axel Mothes Bergpfade Band 3 www.stiegenbuchverlag.de), in dem die Stiege beschrieben ist, zu Hause lässt oder einfach nur dem Orientierungssinn vertraut. Aber im 5. Anlauf sollte es dann doch klappen.
Der Startpunkt ist die Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf. Von hier muss man natürlich erst mal runter in Kirnitzschtal. Dazu geht es vom Parkplatz nach rechts auf der Höllstraße auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt entlang. Nach 400 Metern verlässt die Wanderung den grün markierten Wanderweg und es geht unmarkiert weiter geradeaus. Ausgeschildert ist an der Kreuzung der Königsplatz. Das ist zwar ein wenig komisch, da diese nette Aussicht wieder links oben liegt, aber als erste Orientierung ist sie trotzdem ganz gut zu gebrauchen. Den Aufstieg, der aber nicht hochgegangen wird, erreicht man nach etwas weniger als einem Kilometer. Auf der gegenüberliegenden Seite biegt nach rechts ein Forstweg ab. Es handelt sich um den Finsterwäldchenweg, der einfach nur geradeaus verfolgt wird. Je weiter man geht, desto netter wird der Weg. Abstieg_Nickelsbergweg_kleinZuerst ist es noch ein Forstweg, der dann in einen anmutigen Waldweg und dann mit dem Nickelsbergweg in einen Pfad wechselt. Erst ganz kurz vor dem Kirnitzschtal muss man den Weg etwas suchen, aber es geht tatsächlich über ein paar uralte Stufen abwärts. Hier ist eine ordentliche Karte oder ein GPS-Gerät schon sehr hilfreich. Früher ist der Nickelsbergweg viel häufiger begangen worden, aber seit die Ziegengrundbrücke verschwunden ist und außerdem der weitere Weg in Richtung Luchsstein durch den Nationalpark verboten wurde, sind die Stufen nur noch ein ruhiger Weg für Insider. Wer zu große Befürchtungen hat, den passenden Weg nicht zu finden, der kann auch einfach die Alte Böhmerstraße (links von den Wegen Finsterwäldchenweg und Nickelsbergweg) wählen.
Am Ende von beiden Möglichkeiten wandert man nach links auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich das Kirnitzschtal aufwärts. Schon nach wenigen hundert Metern sieht man geradeaus den Grenzübergang für Wanderer und Radfahrer. Hier wird die blaue Wanderwegmarkierung schon wieder verlassen und es geht über die Kirnitzsch hinweg. Gleich hinter der Brücke befindet sich einer der typischen böhmischen Rastplätze, die wirklich toll gepflegt werden und für einen Rastplatz mitten im Wald sehr gut ausgestattet sind (Fahrradständer, Landkarte, Bänke, Tisch und überdacht). Direkt vor diesem Rastplatz verläuft die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, die jetzt nach links weiter verfolgt wird. Gleich hinter dem Rastplatz weist ein Schild darauf hin, dass der Waldweg für Radfahrer gesperrt ist und durch seine Lage weit abseits jeglicher Ortschaften ist der Weg auch sehr ruhig. Der Wanderweg steigt leicht an und man kann über eine wirklich lange Strecke feststellen, dass es ein Gratweg ist. Sehr seltsam ist, dass auf der linken Wegseite die roten Ringe an den Bäumen die tschechische Kernzonengrenze signalisieren, Huette_und_Krippe_am_Jankenwaldweg_kleinaber seit mehreren Jahren deutliche Spuren von Forstfahrzeugen zu sehen sind. Nach etwas mehr als 2 Kilometern biegt der Weg nach rechts ab und macht einen Bogen um eine Hütte und eine Krippe. Forstmaschine_beim_Buendeln_kleinAn dieser Stelle habe ich jetzt schon mehrmals riesige Berge Holz liegen gesehen. Auf der letzten Wanderung waren es Berge an Restholz (Kronen- und Wurzelholz), das gerade von einer seltsamen Forstmaschine zu Bündeln (ca. 1 Meter Durchmesser und 3 Meter Länge) geschnürt wurde. Die Maschine ist, wie fast jede Forstmaschine, ein gewaltiges Fahrzeug, das auch aus der gleichen Fertigungslinie wie ein Panzer sein könnte. Die Holzbündel sollen danach in einem Biomassekraftwerk verwertet werden. Bisher habe ich immer nur gesehen, dass solche Holzreste in riesige Container geschreddert werden.
Die Wanderung folgt weiterhin der grünen Markierung. Ein paar hundert Meter hinter der Wildwiese taucht auf der linken Wegseite ein Felsen auf, nur wenige Meter höher als alles drum herum. Nach noch ein paar Metern weiter auf dem Waldweg erreicht man eine Kreuzung mit mindestens vier größeren Wegen. kleine_neue_Jungferntanne_kleinGeradeaus steht ein Stumpf von einem mächtigen Baum. Bei diesem hat es sich um die sogenannte Jungferntanne gehandelt. An dieser Stelle soll sich ein junges Mädchen bei einem Köhler vor einem Verfolger in Sicherheit gebracht haben. Netterweise ist vom Nationalpark Böhmische Schweiz auf der gegenüberliegenden Wegseite wieder eine neue Tanne mit einem stabilen Schutzzaun angepflanzt worden. Gleich an diesem Zaun ist eine geschnitzte Tafel aufgestellt worden, auf der die Geschichte erklärt wird. Unverschämter Weise haben aber irgendwelche Idioten den deutschen Text stark zerkratzt.
An dieser Kreuzung wird die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht auf der Markierung blauer Strich blauer Strich nach links in Richtung Černá brána (Schwarzes Tor) weiter. 10 Meter hinter der Kreuzung biegt der markierte Wanderweg von dem Forstweg ab und führt auf einem abwechslungsreichen Waldweg hinunter. Nur bei ganz feuchtem oder sehr kaltem (unter 0°) Wetter ist der Abstieg unangenehm, weil sich dann das Rinnsal neben dem Pfad bemerkbar macht. Nach einem Kilometer erreicht man das Bächlein Červený potok (Rotes Floß). Hier ist nach links das Černá brána (Schwarzes Tor) ausgeschildert. Dazu müsste man ein ganzes Stück (1 Kilometer) dem Bachlauf folgen. Da die Strecke aber schon lang genug ist, haben wir diesmal das unübersehbare Felsentor ausgelassen und es geht weiter auf dem markierten Wanderweg. Fast gegenüber von dem Abstieg geht es auch gleich wieder aus dem Tal heraus. Der Aufstieg überwindet 50 Höhenmeter und dann geht es auf einem sehr angenehmen Waldweg für ½ Kilometer weiter.
Dort fällt in der ersten Linkskurve auf der linken Seite eine Schlucht runter ins Kirnitzschtal bzw. zur Oberen Schleuse auf. Auf der gegenüberliegenden Seite (also rechte Wegseite) befindet sich ein flacher Zugang in einen Grund. Genau hier ist man richtig. Man sollte sich bewusst sein, dass man damit die tschechische Kernzone betritt und sich Ärger einhandeln kann. Die ersten paar hundert Meter (¼ Kilometer) sind ganz flach und dann erreicht man eine große Felsmurmel, die ziemlich in der Mitte des Grundes liegt. Hinter ihr hält man sich rechts und es geht auf einem Zick-Zack-Trampelpfad den Hang hinauf. Der Aufstieg ist relativ leicht und bald erreicht man eine Felsenterasse mit einem deutlich sichtbaren Pfad nach links und rechts. Hier kann man zuerst ein paar Meter nach rechts wandern, um eine kleine Höhle und die Jahreszahl 1913 zu entdecken. Der eigentliche Weg zur Drachenstiege führt aber in die andere Richtung und so geht es über einen wirklich deutlich sichtbaren Pfad weiter. grosse_Hoehle_an_der_Drachenstiege_kleinSchon bald erreicht man einen großen Felsenkessel mit einer ungewöhnlich großen Höhle bzw. Überhang. Sie hat die gleiche Form und Größe wie die Hickelhöhle und Sachsenhöhle Drachenstiege_von_unten_kleinin der Sächsischen Schweiz. Auf dem Weg zur Höhle kann man auf der gegenüberliegenden Seite die Felsspalte mit dem Namen Drachenstiege schon entdecken. Nachdem man den Felskessel einmal umrundet hat, geht es an den Aufstieg durch die Drachenstiege. Über das Wort Stiege muss man sich keine großen Sorgen machen, der Jahreszahl_1929_RKON_Drachenstiege_kleinAufstieg ist relativ einfach und nur das herunter rutschende Laub ist ein kleines Hindernis. Am Anfang und in der Schlucht kann man mehrere Jahreszahlen entdecken. Wir haben mindestens die Zahlen 1901, 1921 und 1929 gefunden. Damit ist es sehr eindeutig, dass es sich um einen historischen Aufstieg auf die Ebene Käs und Brot handelt.
Nachdem man den Aufstieg erfolgreich bewältigt hat, muss man unweigerlich noch mal zurück blicken und von Drachenstiege_von_oben_kleindort sieht der Weg wirklich schwierig und erschreckend steil aus. Gleich am Ausstieg aus der Drachenstiege stößt man auf den Pfad zwischen dem Felsen Dravci skala (Käs und Brot) und in die andere Richtung Pytlak (Bittler). Die Wanderung folgt dem Pfad nach links weiter in Richtung Pytlak (Bittler). Je weiter man auf dem Weg wandert, desto breiter wird er und bald steht man vor einer Schranke mitten im Wald. Das ist irgendwie ziemlich seltsam, da bis hierhin ganz sicher kein Fahrzeug unterwegs ist. An der Stelle befindet sich auch nicht die Grenze der tschechischen Kernzone, aber irgendjemand kontrolliert hier, ob Wanderer die Stelle passiert haben. Normalerweise geht man auf der linken Seite durch die Schranke. Hier ist eine Kerbe in der Schranke und irgendjemand stellt da immer wieder einen Stock mit einem eingeklemmten Ästchen dran. Sobald man den Stock anhebt, fällt das Ästchen auf den Boden. Auf solche Ideen kommen eigentlich nur Ranger.
Auf der anderen Seite der Schranke geht es auf dem angenehmen Waldweg um den Pytlak (Bittler) herum. Auf der linken Wegseite kann man zwischendurch an einer kleineren Felswand die Jahreszahl 1905 (oder ist es sogar 1805) lesen. Damit weiß man, dass hier der richtige Wanderweg verläuft. Nach 1 ¼ Kilometer erreicht man wieder eine Schranke und einen dieser gut ausgebauten Radwege im Böhmischen Wald. riesige_Abfahrt_beim_Bittler_kleinAuf der gegenüberliegenden Wegseite steht eine Holzhütte mit dem Namen Piket. Dort geht es nach links weiter. Schon nach wenigen Metern passiert man eine sehr auffällige Stelle. Hier ist extra für den Forstweg eine riesige Abfahrt in den Felsen gearbeitet worden. Das ist mit heutigen Großgeräten bestimmt kein Problem mehr, aber die Spuren an den Seitenwänden deuten darauf hin, dass diese Arbeiten schon vor sehr langer Zeit durchgeführt wurden. Heutzutage sind die größten Nutznießer von dieser Streckenführung die Radfahrer. Obwohl die Fahrradstrecke ganz sicher nur in eine Richtung Spaß macht. Immerhin geht es auf den nächsten 1 ½ Kilometern  ungefähr 100 Höhenmeter abwärts, bis wieder mal einer dieser schönen tschechischen Rastplätze erreicht wird.
Hier geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich weiter. Dieser Waldweg verläuft ziemlich parallel zur Kirnitzsch und nach ein paar hundert Metern passiert man die uralte Wolfstafel (immerhin von 1640) auf der linken Wegseite. Felsen_am_Grenzuebergang_kleinDer Wanderweg verläuft immer noch auf dem tschechische Radweg Nr. 3031, der aber in diesem Bereich relativ wenig befahren wird. Ziemlich genau einen Kilometer hinter der Wolfstafel erreicht man den Grenzübergang, um wieder zurück nach Deutschland zu gelangen. Das nächste Stückchen ist nur als Radweg gekennzeichnet und gleich hinter der Kirnitzschbrücke steht eine ausführliche Informationstafel des Nationalparks Sächsische Schweiz. Nach ½ Kilometer erreicht man eine Wiese, einen Rastplatz in Pilzform und den markierten Wanderweg roter Strich roter Strich. herbstliche_Wildwiese_Liebschenraeumicht_kleinDiesem folgt man ein Ministück von 200 Metern nach rechts, bis nach links die große Wiese des Liebschenräumicht auftaucht. Gleich neben der Wiese führt ein Forstweg mit einer angenehmer Steigung bis hoch nach Hinterhermsdorf. Es handelt sich um die ehemalige Hinterdaubitzer Straße, die aber heutzutage von nur noch wenigen der abgelegenen Häuser im Kirnitzschtal als Fahrstraße benutzt wird. Nachdem die Wanderung in Hinterhermsdorf angekommen ist, kann man auf der linken Seite die Buchenparkhalle leicht oberhalb des Feldes sehen. Für die letzten Meter folgt man der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt nach links.
Insgesamt haben wir fünf Anläufe für die Erkundung gebraucht. Zwei Mal sind wir ungefähr 50 Meter (einmal am unteren Ende und einmal am oberen Ausgang) neben der Drachenstiege gewesen. Drachenstiegesuche_kleinDas lässt sich ganz hervorragend auf den ausgezeichneten Bewegungen links auf der Karte erkennen. Erst unter Zuhilfenahme der neuen Karte von Rolf Böhm haben wir es dann endlich geschafft und im Nachhinein betrachtet hat sich der Aufwand gelohnt. Das Wandern in der Böhmischen Schweiz ist immer wieder ein Wohlgenuss mit wirklich großer Ruhe, beeindruckenden Felsen und immer neu zu entdeckenden Stellen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.