ehemaliges Schloss Sebnitztal

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 196 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bahnhof Ulbersdorf - Ulbersdorf - Märchenturm - Hutbergweg - blauer Strich - Großer Hutberg - Sebnitztal - ehemaliges Schloss - Sebnitztal - blauer Strich - Bahnhof Ulbersdorf

Beschreibung:

Diese Wanderung habe ich gemacht, weil auf mehreren Wanderkarten der Sächsischen Schweiz in einem meiner Lieblingstäler ein Schloss eingezeichnet ist, das ich nicht kannte und von dem ich noch nie etwas gehört hatte. In der großen Übersichtskarte von Dr. Böhm heißt das Schloss Roschgärtners Raubschloss. Auch wenn ich mir sowas bisher nicht vorstellen konnte, so gibt es bis heute (Ende 2007) keinen einzigen Eintrag unter diesem Namen in Google. Das muss gleich mal geändert werden. Irgendwie war ich so neugierig, dass ich mich sogar bei einem wirklichen Sauwetter (Regen und Nebel) auf den Weg gemacht habe. Hier kommt der Versuch einer Beschreibung:
Bahnhof_Ulbersdorf_kleinDen Startpunkt habe ich ins Sebnitztal an den Ulbersdorfer Bahnhof gelegt. Hinter dem Bahnhof befindet sich ein größerer Platz, der so einige Autos aufnehmen könnte. Die ersten paar Meter sind auch die einzigen wirklich anstrengenden. Es geht vom Bahnhof auf der Fahrstraße den Berg hoch, Richtung Ulbersdorf. Maerchenturm_Dorfoberseite_kleinZum Glück sind auf der Straße nur selten Autos unterwegs. Man folgt also der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt bis nach Ulbersdorf. Die Markierung biegt kurz vor der Ortschaft nach rechts ab, Maerchenturm_Dorfunterseite_kleindie Wanderung geht aber weiter geradeaus auf der Hauptstraße durch den Ort. So ziemlich im Zentrum von Ulbersdorf steht auf der rechten Straßenseite (wenn man von unten kommt) das ehemalige Trafohaus. Heutzutage erstrahlt dieses Gebäude mit einer Vielzahl an Bildern, die alle irgendwelche Märchen darstellen. Die tolle Idee zu dieser Gestaltung hatte der Verein Märchenturm Ulbersdorf e.V. Auf der Internetseite www.ulbersdorf-sachsen.de befindet sich eine wirklich schön geschriebene Geschichte aus der Sicht des Turmes. Wir haben folgende Märchen auf dem Turm entdeckt: Rumpelstilzchen, Bremer Stadtmusikanten, Frau Holle, Hänsel und Gretel, Rapunzel, die sieben Raben, Der Froschkönig, Dornröschen, Hase und Igel.
Die Wanderung verläuft noch ein Stückchen weiter auf der Hauptstraße nach oben, bis man die Landstraße bzw. Staatsstraße erreicht. Zwischendurch kommt man noch an dem ehemaligen Rittergut Ulbersdorf – manchmal auch Schloss genannt – vorbei. Dieses erhabene Gebäude steht auf der linken Straßenseite. Das Gebäude ist uralt, bzw. zumindest die Grundmauern sollen aus dem 15./16.Jahhunderts stammen. Buswartehaeuschen_Ulbersdorf_kleinFrüher hat hier der Grund- und Bodenbesitzer der Ortschaft residiert, heutzutage sind der ortseigene Kindergarten und die Gemeindeverwaltung in dem Gebäude untergebracht. Nachdem man die Landstraße erreicht hat, sieht man auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine wirklich auffällige Buswartehäuschenbemalung. Passend zum Märchenturm ist hier der Gestiefelte Kater abgebildet und ist damit ein schöner Blickfang für die vorbei brausenden Autofahrer.
Auf die Landstraße braucht man bei dieser Wanderung überhaupt nicht, da es gleich im spitzen Winkel wieder zurückgeht. Die Straße Am Sportplatz/ Hutbergstraße geht zwischen dem Sportplatz und der Gaststätte Almenhof (www.almenhof.com) entlang und ist mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Nach wenigen Metern verlässt man die Ortschaft und knapp hinter dem letzten größeren Haus bzw. kurz vor der hohen Antenne biegt nach rechts ein Feldweg zum Großen Hutberg ab. Grosser_Hutberg_kleinDen Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen, da der Aufstieg wirklich nicht anstrengend ist und man vom Berg eine sehr ruhige Aussicht auf die Landschaft genießen kann. Die Wanderung geht wieder zurück bis zur Hutbergstraße, um nach rechts weiter auf dem markierten Wanderweg in die Richtung des Sebnitztals zu wandern. Auf der rechten Weg-/Straßenseite befinden sich noch ein paar vereinzelte Häuser, die man passiert und ein paar Meter hinter diesen Häusern verlässt der markierte Wanderweg unsere Wanderroute. Es geht weiter geradeaus auf einem unmarkierten Weg auf den Wald zu. Als ich die Wanderung durchgeführt habe, standen auf der linken Wegseite einige Autos im Feld geparkt. Irgendwie konnte ich schon deutlich erkennen, dass es sich um Jäger handeln musste. Wer parkt sonst sein Auto mitten auf dem Acker und ist dann nicht in der Nähe zu sehen. Damit hatte ich dann die Befürchtung, dass jetzt gleich am Waldrand ein Schild in der Form: Vorsicht Jagd! Betreten verboten! stehen würde. So etwas war uns wenige Tage vorher am Unger passiert. Dadurch, dass es während der Wanderung regnete, war der Waldweg ziemlich aufgeweicht und ich konnte deutliche Spuren der Jagdgesellschaft sehen (endlich mal wieder Indianer auf Spurensuche gespielt). Die Wanderung geht den Hang hinunter. Nur an einer Stelle teilt sich der Weg und hier geht es nach rechts weiter den Hang abwärts. Kurz hinter dieser Weggabelung saß auf meiner Wanderung der erste Jäger im Wald. Ich hab mich leise an ihm vorbei geschlichen. Aber schon nach wenigen Metern saßen gleich noch mehrere Jäger im Wald verteilt herum. Irgendwie sehen die Jäger ja wirklich witzig aus, wenn sie in erstklassigem Tarngrün im Wald herumsitzen, dann aber ein Reflexionsband um ihren Hut haben. Nach ein paar Hundert Metern saß ein Jäger mitten auf dem Waldweg und sein Hund sah eher so aus, als ob er mit mir spielen wollte, als langweilig herum zu sitzen. Da dieser Herr sehr freundlich dreinschaute, habe ich ihn gefragt, wie denn wohl diese Jagd funktioniert. Er war sehr gesprächsbereit, was ich überhaupt nicht erwartet hatte, und erklärte mir, dass es sich um eine Treibjagd handeln würde. Eine Gruppe Jäger würde durch den Wald streifen und die zweite Gruppe würde auf die flüchtenden Tiere warten. Meine Bedenken, dass ich durch ihr Jagdgebiet kreuzte, hatte er sehr nett entkräftet, da ich auch nichts anderes unternehmen würde als die Treiber. Mit meiner schönen roten Jacke bräuchte ich auch ganz sicher keine Bedenken haben, dass ein Jäger mich als Wild interpretiere. Die Wanderung ging nach diesem netten Gespräch weiter den Hang zur Sebnitz hínunter. Eigentlich hätte jetzt irgendwo auf der rechten Seite das ehemalige Schloss stehen sollen, aber es ist weit und breit nichts mehr zu sehen. Selbst irgendwelche Mauerreste habe ich nicht entdeckt. Entweder ist hier äußerst gründlich aufgeräumt worden, oder irgendein Kartenmaler hat für die abmalenden Kollegen ein Dummy eingezeichnet. Aber vermutlich ist es in diesem Fall eher ersteres, da ein Freund aus Ulbersdorf meinte, dass man eher Archäologe sein müsste, um noch Spuren zu finden.
Die Wanderung erreicht auf jeden Fall den rot markierten Wanderweg roter Punkt gleich an der Sebnitz bzw. der Bahnlinie. Jetzt geht es die letzten 1 ½ Kilometer nach links das Sebnitztal bergauf. Der Wanderweg macht schon so ein paar interessante Schlenker zwischen der Sebnitz und der Bahnstrecke. Auch sind die Stellen, an denen nur noch wenig Platz zwischen dem Bach und dem Hang war, ganz reizvoll. Mindestens an zwei Stellen ist der Pfad so knapp, dass Ketten zum Festhalten angebracht wurden. Damit ist auch dieses Teilstück der Wanderung noch ganz abwechslungsreich. Unter einer Brücke der Sebnitztalbahn ist dann noch ein Punkt, der mich ein wenig nachdenklich stimmt. An einem der Brückenköpfe ist eine kleine Tafel angebracht, die an den Tod von einem Herrn Peter Kupfer erinnert. Der genaue Wortlaut der Tafel ist: Im Gedenken an unseren lieben Peter Kupfer              * 25.10.1952 † 25.01.2003 der an dieser Stelle auf tragische Weise verunglückte. Pfad_zwischen_Sebnitz_und_Bahndamm_kleinSo eine Tafel kann einen schon nachdenklich stimmen. Ganz besonders da sie nichts über den Unfall verrät. Vielleicht was es ein Selbstmord (auffällige Ähnlichkeit von Geburtstag zum Todestag) oder ein Unfall bei der Bahnstreckensanierung (Tafel am Brückenkopf). Vielleicht wird sich dieses Rätsel irgendwann mal lüften. Von dieser Gedenkstelle geht es die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Ulbersdorfer Bahnhof, zurück. Die Wanderung hat zwar nicht das gewünschte Ziel in Form einer alten Ruine gebracht, aber trotzdem ist eine schöne Runde entstanden, die sich ganz besonders gut anbietet, wenn mal wieder der riesige Trubel in der Sächsischen Schweiz herrscht.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bundesbahn bis zur Haltestelle Ulbersdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Ulbersdorf Bahnhof

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