Einsiedel

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivnegativnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 460 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rugiswalde - Skilift - Grenzübergang - Obereinsiedel - Frohnbusch - Niedereinsiedel - Sächsische-Böhmischen Nationalparkbahn - Sebnitz - grüner Strich - Finkenberg - Sport- und Freizeitzentrum - blauer Strich - Peststein - Rugiswalde

Beschreibung:

Diese Wanderung ist durch die Überlegung entstanden, dass Rugiswalde so nah an der Grenze liegt und bestimmt eine ehemalige Straße rüber nach Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) führt. Das wollte ich mir mal ansehen. Außerdem hatte ich schon mehrmals davon gelesen, dass in naher Zukunft die Bahnverbindung zwischen Sebnitz und Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel) wieder aktiviert werden soll. Auch dies erschien mir ansehenswert. Also geht es los:
Der Startpunkt liegt in Rugiswalde am Todesteich_Rugiswalde_kleinkleinen Teich. Dieser Parkplatz ist sehr einfach zu finden, da man auf der abknickenden Dorfstraße genau auf diesen Parkplatz drauf zu fährt. Dieser Platz hat gleich drei erwähnenswerte Besonderheiten: Zuallererst eine kleine Stele mit dem eingravierten Text „In der gesetzlosen Zeit wurden hier am 15. Mai 1945 erschossen: Willy Trepte, Emma Trepte, Erfried Schuster, Max Thonig, Hans Winkler, Julius Liebing, Wolfgang Lücke. Gewidmet im Mai 2005“. Zuerst dachte ich, das müssten auch Teilnehmer am sogenannten Todesmarsch sein, aber dieser war in der Zeit von 20. – 22. April in der Nähe von Rugiswalde. Das zweite Erwähnenswerte dieses Ortes ist der kleine Teich. Zu diesem Teich gibt es die Sage, dass an der Stelle früher das Kirchlein der Ortschaft Frohnau stand. Über der Ortschaft soll ein Fluch gelegen haben und so soll der Ort in der Tiefe verschwunden sein. Zuweilen soll man die Kirchglocke vom Grunde des Teiches hören. Nach diesen eher düsteren Sachen gibt es auch noch einen sehr erfreulichen Punkt aus der Neuzeit. Rechts neben dem Parkplatz sind einige kleinere als auch größere Bäume gepflanzt. Diese Bäume tragen alle ein nettes Schild mit Kindernamen und deren jeweiliges Geburtsdatum. Diese Idee mit den sogenannten Geburtsbäumen empfinde ich als eine sehr tolle Sache und hoffentlich wird es lange als ein Brauch weitergeführt.
Nach diesen ersten paar interessanten Punkten schon am Start geht die Wanderung auf der Dorfstraße nach links ins Dorf hinein. Nach ungefähr 400 Metern erreicht man einen sehr nett Dorfplatz_Rugiswalde_kleinhergerichteten Dorfplatz mit einem ziemlich schmucken Informationshäuschen. Gleich dahinter befindet sich am rechten Hang der Skilift von Rugiswalde. Ich finde es immer wieder erstaunlich, einen Skilift im Bereich Skilift_Rugiswalde_kleinder Sächsischen Schweiz zu finden, denn in den letzten Jahren ist das Schneeaufkommen doch ziemlich armselig, aber mindestens in Rugiswalde und Sebnitz gibt es noch gute Geister, die solch eine Anlage pflegen und am Leben erhalten. In Rugiswalde scheint man aber auch der Natur ein bisschen nachzuhelfen, da links von der Skipiste eine Schneekanone steht. An der untersten Säule des Skiliftes hängt ein Schild mit folgenden technischen Daten: Skilift HLB 15,5; Massensporthang Rugiswalde; Technische Daten; Hersteller IG Liftbau BSG Fort. Neustadt; Baujahr: 1988; Fabr.-Nr.: 1; Geschwindigkeit m/s: 2,6; Anzahl der Gehänge: 32; Förderleistung 600 Personen/h; Liftlänge: 310 m; Höhenunterschied: 70 m. Die Wanderung führt weiter durch das Dorf, bis am unteren Ende des Dorfes die Grenze erreicht wird. Seit Tschechien zu den Schengener Staaten gehört, braucht man sich keine Gedanken mehr zu dem Grenzübergang machen. Hier darf man einfach so darüber wandern. Im Frühjahr 2008 lagen noch ein Felsbrocken und eine Barriere im Wege, aber das wird sich in der nächsten Zeit bestimmt noch ändern. Der Forstweg fällt gemächlich bis zur Ortschaft Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) ab. Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) ist nicht gerade eine riesige Ortschaft und man erreicht die Hauptstraße am einzigen bunten Farbtupfer, der Tankstelle. Wenige Meter bevor man die Hauptstraße erreicht, geht nach rechts ein Feldweg hinter dem ersten Haus den Hang wieder hoch. Da ich nichts besonders Interessantes in Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) entdeckt habe, geht es auf diesem Weg schon wieder aus der Ortschaft heraus. Mit ziemlich der gleichen Steigung, wie es eben runter auf das Dorf zu gegangen ist, geht es jetzt wieder nach oben. Auch wenn dieser Teil des böhmischen Waldes überhaupt keine Wanderwegmarkierung besitzt, ist es relativ einfach, den Weg zu finden. Ziemlich verwunderlich ist, dass auf einmal, mitten im Wald, an einer Lichtung ein ziemlich ordentliches Haus steht. Wer auch immer hier im einsamen Wald wohnt, der hat auf jeden Fall eine wunderbare Ruhe. Selbst Wanderer dürften hier kaum vorbeikommen, zumindest ist mir auf der ganzen Strecke zwischen den beiden Einsiedel-Orten keiner begegnet. Der Aufstieg ist beendet an einer auffälligen Futterkrippe_Gerstenberg_kleinFutterkrippe. Hierbei handelt es sich einerseits um eine normale Futterkrippe, wie man sie auch überall in Deutschland im Wald findet, und ein ordentlich gebautes Holzhaus, das anscheinend als Heulager benutzt wird. Diese Schuppen habe ich schon einige Male in der Böhmischen Schweiz gesehen und mich darüber gewundert, wie ordentlich die Dinger gebaut sind. Diese Wildfütterungsstelle steht sehr gut sichtbar gleich neben dem Weg und hier geht es nach links den Hang wieder abwärts. Auch dieser Abstieg ist einfach zu finden, nur einmal nach 400 Metern sollte man nicht dem verführerischen Weg geradeaus folgen, weil man sonst wieder am Ausgangspunkt bzw. dem einsamen Waldhaus herauskommt. Hier empfiehlt sich also, nach rechts abzubiegen. Nach einer ganz angenehmen Waldwanderung erreicht man die Teich_Nieder_Einsiedel_kleinTeiche bei Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel). Ob diese Teiche außer zum Angeln auch noch als Badeteiche benutzt werden, war leider im Frühjahr 2008 bei 7° Grad Außentemperatur nicht so richtig zu erkennen. Aber der Rand des Teiches deutet ein bisschen darauf hin. Wenn man dem Weg nach links folgt, erreicht man den Bahnhof_Nieder_Einsiedel_kleinBahnhof von Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel). Hier war ich wirklich überrascht. Der Bahnhof ist für solch eine kleine Ortschaft wirklich riesig. Er hat zwar nur einen Bahnsteig, was aber bei einer Sackgasse an Bahnlinie nicht wirklich verwunderlich sein sollte, aber an der größten Stelle befinden sich immerhin 5 Gleisstränge. Diese sind anscheinend früher für den Güterverkehr genutzt worden. Heutzutage sehen die ehemaligen Lagerhallen verlassen, aber immer noch gepflegt aus. Am Ende der Bahngleise kann man gut sehen, wo früher die Bahnverbindung nach Deutschland weiterging. Die ehemalige Bahntrasse ist immer noch deutlich zu sehen, obwohl sie ziemlich zugewuchert ist und ein Teil der Schienen und Schwellen herausgerissen worden sind. Hier empfiehlt es sich aber nicht, weiter zu gehen, da es anscheinend dann in Deutschland nur noch den weiteren Weg über die befahrene Bahnlinie gibt. Das möchte ich natürlich niemanden empfehlen und so geht es wieder ein kleines Stück bis zu den Teichen zurück. Hier zweigt nach ca. 200 Metern ein Weg nach links ab. Damit erreicht man eine kleinere Schrebergartenanlage in Deutschland. Diese Gärten liegen noch vor der deutschen Bahnlinie und sind ganz gut von den Teichen aus zu sehen. Ein kleines Zick-Zack über die Wiese verkürzt den Weg ganz angenehm. An der Kleingartenanlage sieht man auch noch ziemlich deutlich die Grenzbefestigungen, damit keiner den Weg mit dem Auto gleich durch bzw. an den Gärten entlang wählt.
Am Ende der Gärten befindet sich ein unbeschrankter Bahnübergang und schon ist man auf der äußersten Straße (Dr.-Steudner-Straße) von Sebnitz angekommen. Dieser folgt man ein kleines Stück nach rechts, bis sich die erste Möglichkeit bietet, nach links auf die Parallelstraße zu kommen. Dieser (Dr.-Hesse-Straße) folgt man nach rechts bis zum Ende. Hier steigt der Weg hoch zum Finkenberg. Der Aufstieg bewirkt zwar schon wieder einige Höhenmeter, aber entlohnt auch mit einer sehr netten Aussicht über Sebnitz in die Hintere Sächsische Schweiz. Oben auf dem Finkenberg befindet sich die Finkenbaude (www.finkenbaude.de), die mit ihrer schönen Terrasse zum Verweilen einlädt. Spätestens ab der Finkenbaude ist die Wanderung mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und damit geht es nach dieser schönen Aussicht wieder den Berg herab. Der Weg führt ziemlich parallel zur Fahrstraße zwischen Sebnitz und Neustadt durch den Wald entlang. Kurz bevor man die Bahnlinie mal wieder über- bzw. unterquert, stößt man neben dem Kreiskrankenhaus auf ein Haus_ohne_Fenster_in_Dr-Steudner-Strasse_kleinKinder- und Jugendwohnheim und ein wirklich überraschendes Haus. Dieses Haus steht ein bisschen unterhalb der Dr.-Steudner-Straße und hat einen sehr schön gepflasterten Hof. Wenn man ganz genau hinsieht, dann entdeckt man, dass überhaupt keine Fenster im Haus enthalten sind, sondern nur angemaltes Holz. Selbst wenn man wenige Meter vor dem Haus steht, fällt einem das überhaupt nicht auf. Sehr nett gemacht und ganz sicher besser als eine Ruine mit zerstörten Fenstern. In diesem Zustand war das Haus im Frühjahr 2008. Im Haustürsturz befindet sich die Jahreszahl 1805.
Der Weg geht weiter unter der besagten Bahnlinie drunter her und dann durchquert man die Sportanlage „Solivital“. Der Wanderweg geht wirklich quer durch das Sport- und Freizeitzentrum und die einfachste Orientierungshilfe ist der hohe Zaun des Fußballfeldes. In der hinteren rechten Ecke des Fußballfeldes verlässt der markierte Wanderweg das Sport- und Freizeitzentrum und steigt ziemlich steil ein letztes Mal den Berg hoch. Der Aufstieg hoch auf den Gerstenberg ist der steilste in dieser Wanderung, aber mit einem gemächlichen Tempo ganz gut zu schaffen. Nach 200 Metern Aufstieg erreicht man ein Hinweisschild auf den Peststein_Sebnitz_kleinPeststein. Diese eher unscheinbare Felsmurmel liegt 100 Meter abseits des Wanderweges im Wald. An ihr steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Allhier ruhet in ihrem Erlöser Jesu Christo sanft und selig die Weyland viel Ehr und Tugend belobte Frau Maria Wunderlichin geborene Schusterin aus dem Gerichte von Rugiswalde des weyl. Ehr und Wohlgeachteten Mstr. Wunderlichs allhiesigen Bürgers und Schneiders liebgewesenes Eheweib welche in der damaligen Gantagion 1680 d.17. Augusti hier auszen in einer Hütten verstorben und alleine aus dieser Stadt ihr Leben sel. Beschlossen ihres Alters 31 Jahr 3. Monat …“(ab hier kann man den Stein nicht mehr lesen).
Die Wanderung geht wieder zurück auf den markierten Wanderweg und damit den Berg weiter hoch. Auf der linken Hangseite fallen immer wieder seltsame Steinhaufen auf. Ich glaube nicht, dass die von der Natur so dort hingestapelt worden sind, aber wozu sie denn dienten, erschließt sich mir leider nicht. Der blau markierte Weg geht auf der Rückseite der ehemaligen Gaststätte Stiller Fritz vorbei. Eigentlich ist es sehr schade, dass diese Gaststätte nicht mehr besteht, denn ich könnte mir doch ziemlich gut vorstellen, dass bei dem Verkehrsaufkommen doch der eine oder andere Autofahrer oder Biker hier anhält. Ganz besonders, wenn man die Aussicht runter in die Hintere Sächsische Schweiz feststellt. Mir war es bis zu dieser Wanderung auch noch nicht aufgefallen, aber man kann genau an der Gaststätte zwischen zwei Bergrücken runter ins Tal blicken. Die Wanderung führt die letzten paar Meter an der Zufahrtsstraße von Rugiswalde entlang, bis man den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht hat. Damit ist die Wanderung Einsiedel zu Ende gegangen. Eigentlich ist sie nicht besonders zu empfehlen. Einerseits ist fast nichts besonderes auf der Strecke zu sehen und andererseits ist es an so mancher Stelle etwas sehr schwierig, den richtigen Weg zu finden. Dafür geht 1/3 des Wanderweges durch einen wunderbar ruhigen Wald, und dieses Stück macht den eigentlichen Reiz der Strecke aus.

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