Eiszapfenwände

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,25 h
Entfernung:
ca. 4,00 km
Höhenunterschied:
ca. 160 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Goßdorf - Freibad - Bergstraße - Kohlmühle - Kohlichtgraben - gelber Strich - Landstraße - Querweg - Goßdorf - landwirtschaftlichen Geräteausstellung - Freibad

Beschreibung:

Die Kinder mussten mal aus der warmen Stube herausgelockt werden und da dachten sich die Eltern, dass eine Wanderung durch den winterlichen Kohlichtgrund das Richtige wäre. Wir kennen kein anderes Tal in der Sächsischen Schweiz, das im Winter mit mehr Eiszapfen und Eiswänden geschmückt wird. Damit auch eine einigermaßen brauchbare Wanderung daraus wurde, haben wir den Startpunkt ans Freibad von Goßdorf gelegt. Hier sind eigentlich reichlich Parkplätze vorhanden, aber bei übermäßigem Schneefall muss man manchmal doch kreativ bei der Parkplatzsuche werden. Im Ort selber sind auch mehrere einzelne Parkplätze, zugefrorenes_Freibad_Gossdorf_Gickelsberg_kleindie zwar auf zwei Stunden begrenzt sind, für diese Wanderung aber auch ausreichen sollten. Vom zugefrorenen Schwimmbad geht es durch einen Bauernhof in den Ort hinein bis zur Bergstraße. Dieser Straße folgt man nach rechts bergabwärts. Im unteren Teil von Goßdorf sind links und rechts von der Straße mehrere eingezäunte Wiesen zu sehen, die unsere beiden Mädels zum Rätseln gebracht haben. Irgendwie konnten sie sich bei diesen schneebedeckten Hängen kein Tier vorstellen, die hier grasen könnte. Für die meisten Tiere dürfte das Gefälle zu groß sein und so haben wir uns auf Ziegen geeinigt. Wir werden im Sommer mal nachsehen, ob wir richtig getippt haben.
Am unteren Dorfende befindet sich auf der rechten Straßenseite ein kleiner Granitsteinbruch, der, wie die meisten Granitsteinbrüche der Sächsischen Schweiz, der Versorgung der Ortschaft mit hartem Gestein diente. Eigentlich ist die Bergstraße eine offizielle Straße, die die Ortschaften Goßdorf und Kohlmühle verbindet. Im Sommer wird die Straße auch von einigen Autofahrern benutzt. Da die Straße aber nur vom Schnee und nicht vom Eis geräumt wird, benutzen im Winter nur ganz wenige verwegene Autofahrer diese Ministraße. Auch ist die Straße so schmal, dass ein entgegenkommendes Fahrzeug eine richtige Herausforderung darstellt. Wenn dann im Winter noch Schneehaufen an den Rändern liegen, ist das besonders unangenehm. winterliche_Wanderer_Bergstrasse_Gossdorf_kleinDadurch kann man als Wanderer aber recht gut über die Straße in Richtung Kohlmühle hinunter wandern. Als wir die Strecke bergabwärts unterwegs waren, war die Straße übelste Sorte glatt und wir konnten sehr gut das Hinweisschild mit der Schneekette verstehen. Vermutlich ist die Bergstraße bzw. im unteren Teil heißt die Straße Am Kohlichtgraben die einzige Straße der gesamten Sächsischen Schweiz mit Schneekettenpflicht. Zumindest ist uns bis heute nirgendwo anders das blaue Schild mit der Schneekette begegnet. Zwei weitere Schilder aus diesem Bereich sind „Eingeschränkter Winterdienst nur Räumung keine Steuung“ und „Radrundweg Hohnstein; Achtung Kurven; Starkes Gefälle“. Stimmt, wer die Straße mit dem Fahrrad hinunterfährt, der sollte die Bremsen gut im Griff haben.
Nach einer Strecke von etwas mehr als ½ Kilometer überquert die Straße den Bach und erreicht damit gleich zwei Hinweisschilder. Das eine ist eine alte Sandsteinsäule, die auf Waitzdorf und Hohnstein hinweist und das andere ist ein typisches Wanderweghinweisschild. Hier geht es auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich in Richtung Grundmühle durch den Kohlichtgraben. Eiszapfenwand_Kohlichtgraben_kleinDer Kohlichtgraben ist ein enger Grund, über dessen Felswände von allen Seiten Wasser herunterläuft. Im Sommer fällt einem das beim Durchwandern überhaupt nicht auf, aber im Winter gefriert das Wasser an den Felswänden und bildet einen besonderen Anblick. winterliche_Orgelpfeifen_kleinSo entstehen bei tiefen Temperaturen mal vereinzelte Eiszapfen, die mehr als 2 Meter lang sind, an anderen Stellen wird die gesamte Felswand von einer Eisschicht überdeckt. Was im Kohlichtgraben auch noch ganz lustig ist, sind die vielen kleinen Brücken, die über das Bächlein führen. Netterweise sind diese in den letzten Jahren wieder neu hergerichtet worden. Vorher musste man häufig mit einem Sprung den Kohlichtbach überqueren, was im Winter schon zu ganz interessanten Figuren führen konnte.
Insgesamt führt der Kohlichtgraben einen ¾ Kilometer aufwärts. Dann gabelt sich der Weg und die Wanderung biegt nach rechts ab. Angeblich soll dieser Weg auch noch Kohlichtgraben heißen, aber irgendwie wirkt das Tal jetzt ganz anders als der Grund vorher. gelangweilte_Zwerge_im_Kohlichtgraben_kleinIm Sommer ist der Weg sehr angenehm zu wandern, aber im Winter, wenn man nach ordentlichem Schneefall als erster auf diesem Waldweg unterwegs ist, hat man schon mal ein bisschen mehr zu kämpfen und der Aufwärtsweg ist, besonders für Kinder, ordentlich anstrengend. Das Tal sieht zwar sehr nett aus, zieht sich aber unter den Bedingungen schon ziemlich hin und kann für die mitwandernden Zwerge etwas langweilig sein. Da hier aber nur sehr selten andere Wanderer unterwegs sind, kann man dafür überraschend viele Wildspuren im Schnee und manchmal sogar die passenden Tiere dazu am Waldrand entdecken.
Insgesamt geht es einen Kilometer durch den oberen Kohlichtgraben, bis man die Zufahrtsstraße von Goßdorf erreicht. An dieser Straße wird der markierte Wanderweg verlassen und es geht ein paar hundert Meter nach rechts in Richtung Goßdorf. rot_leuchtender_Waitzdorfer_Berg_kleinDie Straße steigt leicht an und macht zwischendurch eine Spitzkehre. Wenn man sich hier umdreht, dann kann man den Waitzdorfer Berg sehen. Da wir zu dieser Miniwanderung erst relativ spät aufgebrochen waren, wurde der Waitzdorfer Berg in der Abendsonne von hinten rot angeleuchtet. Nachdem wir noch ein paar Meter weiter aufwärts Roter_Himmel_bei_Gossdorf_kleingewandert waren, erreichten wir den Viehweg, der nach rechts von der Straße wegführt. Als wir hier auf der Höhe über den Feldweg gingen, leuchtete der Himmel noch viel mehr und wir standen staunend auf dem Feld. Selbst die dauernd quasselnden Kinder konnten mal den Schnabel halten. Auf dem Viehweg wandert man 300 Meter, Ausstellung_Landwirtschaftliche_Geraete_Gossdorf_kleinbis man auf der linken Seite die wie an einer Perlenschnur aufgereihten Hütten der landwirtschaftlichen Geräteausstellung erreicht. Hier geht es abwärts und man sollte auf jeden Fall den einzelnen Stationen immer mal wieder einen Blick gönnen. Es ist selbst für die „Mittelalten“ schon sehr interessant, welche Gerätschaften früher in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Am Ende der 8 Ausstellungshütten ist auch der Ausgangspunkt der Wanderung erreicht.
Diese Wanderung ist eine nette kleine Winterrunde, die ein ganz besonderes eisiges Tal bietet. Was die Wanderung leider abwertet, ist der relativ langweilige Weg durch den oberen Kohlichtgraben und die 400 Meter über die Fahrstraße.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Goßdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Goßdorf Freibad
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.