Festung Königstein

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Karte:
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Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 6,00 km
Höhenunterschied:
ca. 310 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg
Treppen
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Königstein - Mühlgasse - Kirche - blauer Strich - Palmschänke - Aufzug - Festung Königstein - Rundweg - Offizierskasino - Zobels Ecke - Abratzkykamin - Königsnase - Friedrichsburg - Hungerturm - Georgenburg - Abstieg - roter Punkt - Alte Festungsstraße - Königstein - Pirnaer Straße - Bibelpflanzengarten - Mühlgasse

Beschreibung:

Eigentlich wollte ich die Wanderung auf dem Parkplatz am Königsteiner Kreisverkehr beginnen. Irgendwie hatte ich diesen Parkplatz viel größer in Erinnerung. Leider bzw. zum Glück passen auf diesen kostenpflichtigen Parkplatz nur ca. 10 Autos und alle Plätze waren besetzt. Also habe ich mich daran erinnert, dass auf der Bielatalstraße ein breiter Seitenstreifen ist und der sogar ohne Parkscheibe benutzt werden kann. Dieser Seitenstreifen ist unterhalb der Straße, die nach Pfaffendorf hoch geht.
Von hier geht es wieder zu Fuß zurück, bis nach links die erste Straße, die Mühlgasse, zur Kirche hoch führt. Diese Gasse läuft man bis zur Kirche und geht auf der gegenüberliegenden Seite einen schmalen Weg links den Berg hoch. Er ist mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Wenn man genau vor der Kirche steht, macht der Weg nicht den Eindruck, dass es ein offizieller Wanderweg ist, aber nach sehr kurzer Strecke ist es eindeutig einer. Nun steigt man über sehr viele Stufen zuerst bis zur ehemaligen Palmschänke, die heutzutage keine Gaststätte mehr ist, und dann über einen gemäßigten Weg weiter hoch bis zur Festung Königstein. kleine_Muenchhausen_kleinDer Weg endet vor dem großen Busparkplatz und dem Eingangsbereich des Aufzugs. Obwohl ich schon einige Male auf der Festung gewesen bin, habe ich bis zu dieser Wanderung nicht gewusst, dass es so einen riesigen Aufzug auf die Festung gibt. Ich als Technikbegeisterter musste dann natürlich auch mal damit fahren. Witzig fand ich es, dass neben dem Fahrstuhlfahrer nur meine Tochter und ich sowie noch ein Pärchen drin waren, und dann auch, als später in einer Zwischenebene eine Palette Bier in den Aufzug geschoben wurde und der Fahrstuhlfahrer meinte, jetzt wäre der passende Zeitpunkt steckenzubleiben. Nur meine Tochter war nicht davon begeistert.
Als wir oben wieder ausgestiegen waren, zog ein mächtiger Wind um die Festung. Trotzdem haben wir uns vorgenommen, einmal die Festung zu umrunden, und liefen im Uhrzeigersinn an der Festungsmauer entlang. Zuerst erreicht man die Stelle, an der sich früher der alte Lastenaufzug befand. Auch heute noch kann man sich die Stelle sehr gut als Standort des Aufzuges vorstellen, da es unten eine große breite Fläche gibt, die mit jeglichen Fahrzeugen gut zu erreichen ist. Wenn man runter ins Tal blickt, kann man die Bielatalstraße mit der Papierfabrik sehen. Gleich hinter einem befindet sich das alte Zeughaus mit einigen alten Kanonen davor. Wie sich das gehört, musste natürlich auch meine Tochter auf eine dieser Kanonen gesetzt werden. So wie die Dinger aussehen, haben auf der Kanone schon tausende Menschen gesessen. Weiter ging es an der Mauer entlang in Richtung Osten. Hier stehen einige kleine Wachtürme an einer raffiniert angelegten Befestigungsmauer. Die Mauer ist komplett in einem Zickzack ausgeprägt, damit man den angreifenden Feind auch von hinten erwischen kann.
Da der Feind die Festung aber auch in Form von Seuchen schwächen könnte, gibt es an der Ostseite eine so genannte Pestkasematte. Eigentlich ist das nichts anderes als eine tiefe Felsspalte, in der Pestkranke isoliert werden könnten. Heutzutage kann man von oben in den Raum hinein sehen. Es ist ein mächtig tiefer Raum, der die typisch längliche Form einer Felsspalte hat.
Aufgang_kleinDann ging es weiter in nordwestlicher Richtung bis zu einem kleinen Haus, das über die Felsmauer hinaus ragt. Der Name dieses Hauses ist – vielleicht etwas übertrieben – Friedrichsburg (Christiansburg). Ich dachte erst, es wäre irgendein großes Esszimmer mit einem gigantischen Ausblick auf die Elbe, aber im Nachhinein habe ich erfahren, dass dieser sehr schöne Raum vom Standesamt für Trauungen benutzt wird. An der gleichen Seite befindet sich dann auch noch ein viel kleinerer Turm mit dem Namen Hungerturm/Rösschen. Ob das wohl irgendeine Andeutung sein soll, das Trauzimmer gleich neben dem Hungerturm?
Torhaus_kleinDanach geht es in dem einzigen Auf- und Abgang wieder runter von der Burg. In der dunklen Appareille kann man sich sehr gut vorstellen, dass ein Angreifer hier ein echtes Problem hat, die Festung zu erreichen. Nicht nur, dass es in diesem Gang sehr dunkel ist, nein, außerdem sind links und rechts sehr hohe Wände und diese Auffahrt ist so steil, dass man ohne Hilfsmittel keine Gerätschaften hoch bekommt. Um Pferdefuhrwerken trotzdem das Hochkommen zu ermöglichen, ist zur Unterstützung an der Stirnseite der Auffahrt eine Wagenwinde angebracht.
Georgenburg_kleinWenn man unten aus dem Aufgang wieder rauskommt, erreicht man die Georgenburg und das dazugehörende Streichwehr mit dem Torhaus. Rechts (von oben kommend) neben dem Eingangstor hängt ein riesiger Schlüssel aus der Neuzeit. Durch das Tor verlässt man die Festung wieder und wandert eine breite Auffahrt weiter hinunter bis man die letzte Schutzvorrichtung der Festung erreicht, eine raffinierte Zug- bzw. Wippbrücke mit dem Namen Rothe Brücke.
alte_Festungsstrasse_kleinDamit ist die Festungsbesichtigung beendet und es geht wieder runter nach Königstein, diesmal aber über die alte Straße. Der Weg, der mit dem roten Punkt roter Punkt gekennzeichnet ist, beginnt gleich an der Rothen Brücke und führt über die breite alte Festungsstraße mit riesigen Sandsteinplatten den Berg hinab. Wir sind diesen Weg an einem herbstlichen Tag runter gegangen. Es lag schon einiges Laub unten und hat während der Wanderung außerdem noch geregnet. Das ergab leider eine unglückliche Kombination, da so der Untergrund relativ rutschig war. Am Ende des Weges erreicht man die B172 (Königstein – Pirna). Man braucht zum Glück nur ein paar Meter (ca. 100 m) auf dem Bürgersteig zu laufen und biegt dann nach rechts in die Pirnaer Straße ab. Wenn man sich rechts hält, dann kommt man auch wieder an der Kirche und der Mühlgasse vorbei und erreicht den Ausgangspunkt der Wanderung.
Wer noch mehr über die Festung erfahren möchte, es gibt eine sehr informative Internetseite zur Festung: www.festung-koenigstein.de

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