Fremdenweg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,75 h
Entfernung:
ca. 13,50 km
Höhenunterschied:
ca. 581 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
steiler Aufstieg
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Lichtenhainer Wasserfall - roter Punkt - Kuhstallstraße - Neuen Wildenstein - Kuhstall - Fremdenweg - Eichenborn - Kleiner Winterberg - Unterer Fremdenweg - Großen Winterberg - blauer Strich - Fremdenweg - grüner Punkt - Roßsteig - grüner Strich - Heringsloch - Quenengrund - Quenenwiesen - Zeughausstraße - Kleiner Zschand - roter Strich - Ferkelschlüchte - Haussteig - Hinterer Kuhstallweg - Lichtenhainer Wasserfall

Beschreibung:

Da wir gerade über den Malerweg gewandert sind, dieser aber nur in Teilen mit dem Alten Malerweg identisch ist und irgendwie immer der Fremdenweg im Gespräch war, musste gleich mal ausprobiert werden, wo dieser Weg wohl lang führt. Der Startpunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz am Lichtenhainer Wasserfall. Von diesem Ausgangspunkt beginnt die Wanderung mit dem Aufstieg hoch zum Neuen Wildenstein bzw. die meisten sagen Kuhstall zu dem Felsen. Markiert ist der Aufstieg mit dem roten Punkt roter Punkt. Der Weg vom Lichtenhainer Wasserfall hoch zum Kuhstall wird noch als Kuhstallstraße bezeichnet, ist aber ganz sicher auch früher schon der Hauptweg für den Fremdenweg gewesen. Den Ausdruck Fremdenweg empfinde ich als eine sehr nette Beschreibung für diesen Weg. Damit waren die „Fremden“ gemeint, die als Urlauber in die Sächsische Schweiz kamen und die damaligen wilden Wälder erwanderten. Den ersten Zeugen dieser Zeit kann man am Aufstieg zum Neuen Wildenstein/Kuhstall 5 Meter vor der ersten Kreuzung auf der rechten Wegseite sehen. Steinsaeule_zwischen_Kuhstall-Lichtenhainer_Wasserfall_kleinHier steht eine steinerne Wegsäule, die den damaligen Wanderern den Weg weisen sollte. Als die Säulen damals aufgestellt wurden, waren die Fremdenführer natürlich nicht gerade der größte Freund davon, da sie um ihre Einnahmequelle bangten. So manche der steinernen Säulen hat sich deshalb selbstständig gemacht und ist irgendwie verschwunden. Netterweise sind die Dinger immer wieder neu aufgestellt worden, so dass man auch heutzutage diese Zeugen am Fremdenweg finden kann. Insgesamt sind  noch 7 Säulen zu sehen. Kuhstalltor_am_Neuen_Wildenstein_kleinDer Weg geht weiter bis zum großen Felsentor, dem Kuhstall, am Neuen Wildenstein hoch. Wirklich faszinierend finde ich immer, wenn man alte Gemälde vom Kuhstall sieht und dort die Damen und Herren mit richtig schicker Garderobe sieht. Früher haben auch noch Bänke und Tische im Felsentor gestanden, zumindest kann man das in mehreren Gemälden sehen. Heutzutage befindet sich der Biergarten außerhalb des Felsentors. Für diese Wanderung bietet sich ein wirklich netter Abstecher auf den Neuen Wildenstein an. Himmelsleiter_am_Kuhstall_kleinAn der linken Seite des Kuhstalls befindet sich ein unauffälliger Durchgang mit dem Hinweispfeil zur Himmelsleiter. Die ersten paar Meter sind noch auf einem breiteren Weg und dann geht es über eine sehr schmale Treppe durch eine Spalte bis hoch auf den Neuen Wildenstein. Dieser Platz bietet eine hervorragende Aussicht in das bewaldete Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz und natürlich auf die andere Seite mit ihren zerklüfteten Felswänden. Ganz besonders nett finde ich an dieser Aussicht immer, dass im Gegensatz zum Kuhstall hier oben normalerweise kaum ein Wanderer ist und man von dem Trubel 20 Meter unter einem nichts mitbekommt.
Die Wanderung steigt wieder vom Neuen Wildenstein ab. Dazu folgt man weiterhin dem roten Punkt und es geht durch die Nasse Schlucht runter. Ziemlich am Ende der Schlucht kommt die einzige Leiter auf der ganzen Strecke. Auf ihr geht es über höchstens 10 Stufen bis zum Boden und damit in den Hinteren Wildensteiner Wald. Gleich an der nächsten Wegkreuzung mit dem roten Strich befindet sich die Wegsäule Nummer zwei. Sie weist auf das nächste Ziel der Wanderung, den Winterberg, hin. Spätestens ab dieser Wegsäule heißt der Weg jetzt auch Fremdenweg. Er führt einmal komplett durch die Senke zwischen den Wildensteinen und dem Winterberg. An der nächsten größeren Kreuzung mit der Zeughausstraße soll angeblich auch noch rechts eine der Steinsäulen stehen, aber ich habe sie nicht gefunden. Eichenborn_am_Fremdenweg_kleinVon dieser Kreuzung geht der Fremdenweg leicht ansteigend den Kleinen Winterberg hoch. Nach ungefähr 100 Metern kommt man an der kleinen Quelle namens Eichenborn vorbei. Diese kleine in Stein gefasste Quelle soll früher immer gelaufen sein, heutzutage versiegt sie in den Sommermonaten häufiger. An der nächsten Kreuzung, die sich knapp unterhalb des Fußes vom Kleinen Winterberg befindet, biegt man für einen kleinen Abstecher nach links ab. Auch an dieser Wegkreuzung steht eine der historischen Steinsäulen. Steintafel_mit_kursaechsischen_Wappen_kleinUngefähr 100 Meter wandert man auf dem Pfad mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach links, bis rechts ein überhängender Felsen zu sehen ist. Hier empfiehlt es sich, den Hang bis zum Felsen hoch zu gehen. Hier steht am Felsenfuß eine Steintafel mit einem kursächsischen Wappen von 1558. Sie soll an eine Jagd von Kurfürst August erinnern.
Nach diesem kurzen Abstecher geht es wieder zurück zur Wanderwegmarkierung roter Punkt. Auf diesem Weg steigt man jetzt über einige Stufen hoch zum Kleinen Winterberg. Nach diesem Aufstieg gibt es heutzutage nur noch die Möglichkeit, nach links auf dem Unteren Fremdenweg weiter zu wandern. unterer_Fremdenweg_am_Kleinen_Winterberg_kleinFrüher gab es noch die Möglichkeit, von dem Pavillon auf dem Kleinen Winterberg den Berg auf dem Oberen Fremdenweg zu überqueren, aber das ist durch die Kernzone des Nationalparks verboten. Trotzdem ist der Pavillon immer wieder einen Haken wert. Auf dem Unteren Fremdenweg bzw. der Affensteinpromenade wandern doch einige Leute entlang, aber nur die wenigsten entdecken dieses kleine Haus auf der Felskante. Die Wanderung führt also immer noch auf dem roten Punkt entlang. Das nächste Ziel der Wanderung ist der Große Winterberg. Auf der Strecke zwischen dem Kleinen und dem Großen Winterberg stößt man noch auf zwei weitere Steinsäulen. Was mich wirklich wunderte, war, dass an der neuesten der Säulen doch tatsächlich das Prebischtor noch ausgeschildert ist. In der ganzen Sächsischen Schweiz wird dieses riesige Felsentor verschwiegen, da man auf legalem Weg nicht hinkommt, und dann wird an einer neuen Säule drauf hingewiesen. Aber vermutlich sieht die Säule nur neu aus und ist jetzt auch schon über ein halbes Jahrhundert alt. Der Fremdenweg geht mit einer sehr angenehmen Steigung bis auf den Großen Winterberg hoch. Dass man jetzt auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz steht, fällt überhaupt nicht so auf. Hier oben befinden sich ein Gasthaus und eine neu eingerichtete Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz. Dafür ist das ehemalige Eishaus der Gaststätte mit einer großen Zahl Informationstafel ausgestattet worden, für die man sich ein bisschen Zeit nehmen sollte.
Der Fremdenweg geht vom Großen Winterberg an der östlichen Seite weiter. Ab hier ist das letzte Stück des Fremdenwegs mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Steinsaeule_am_Fremdenweg_kleinAuf diesem Teilstück des Fremdenwegs kommen noch zwei Steinsäulen, die beide den Wanderern früher den Weg zum Prebischtor weisen sollten. Heutzutage ist der Übergang zum Prebischtor aus gleich zwei Gründen gesperrt. Der erste Grund ist, dass es keinen Grenzübergang vom Winterberg zum Prebischtor gibt und der viel wichtigere Grund ist, dass die Wanderung durch eine besonders schützenswerte Zone des Nationalparks Sächsisch-Böhmische Schweiz gehen würde. Deshalb hört der von mir beschriebene Weg auch 100 Meter vor der Grenze auf und ich empfehle jetzt die Wanderung mit einem netten Bogen weiter zu laufen. Dazu geht es noch die letzten paar Meter auf der blauen Markierung weiter bis zum Katzenstein. An dieser Wegkreuzung verlässt man die blaue Markierung und es geht nach links auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt weiter. Der Weg führt über den Roßsteig ungefähr 900 Meter, bis nach rechts der grüne Strich grüner Strich ins Heringsloch abbiegt. Durch diese ungewöhnliche Schlucht geht es vom Winterberg wieder herunter. Diese Schlucht ist eigentlich eine ganz normale Schlucht, nur zum Anfang verläuft sie in einem Buchenwald abwärts und deshalb sieht sie irgendwie anders aus, als eine normale Schlucht in der Sächsischen Schweiz. Nachdem der Buchenwald in einen normalen Nadelwald wechselt, geht der Weg über ein paar kleinere Felsen und Stufen ganz angenehm runter in den Kleinen Zschand. Quenenwiesen_kleinNach dem erfolgreichen Abstieg geht es äußerst angenehm durch den Kleinen Zschand und die Quenenwiesen. Warum auch immer sich hier unten auf einmal eine solche langgezogene Wiese gebildet hat, es sieht auf jeden Fall sehr nett aus. Der Weg geht ein ganzes Stück durch den Kleinen Zschand, bis nach links die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich wieder hoch zum Fuße des Neuen Wildensteins abbiegt. Der Weg geht mit einer leichten Steigung durch die Ferkelschlüchte in die Richtung des Neuen Wildensteins. Ich habe die Ferkelschlüchte erst dieses Jahr (2007) durch die Wanderung auf dem neuen Malerweg entdeckt und empfinde diese Schlucht als äußerst schön. Der markierte Wanderweg führt am Fuße des Neuen Wildensteins vorbei und geht in einem Bogen um den Felsen drum herum. Auf der Vorderseite des Neuen Wildensteins geht es dann auch die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt am Lichtenhainer Wasserfall runter. Damit ist eine ganz nette Wanderrunde beendet.
Ganz besonders reizvoll finde ich die Vorstellung, wie die Herrschaften in weit vergangenen Zeiten über den Fremdenweg gewandert sind. Ich sehe das immer im Vergleich zur heutigen Zeit und dann kommen so ein paar Vergleiche heraus. Heutzutage sind die Wanderer mit einem Berg an Hightech Ausrüstung unterwegs (z.B. Navigationssystem, Digitalkamera, Handy usw.). Im Gegensatz dazu waren die damaligen Wanderer eher mit einer Waffe unterwegs und haben damit in dem Wald herumgeballert (was in mehreren Wanderführern beschrieben steht). Heutzutage sind Wanderer mit einem hauchdünnen Stoff bekleidet, damals sind die Herren mit Frack und die Damen mit weit ausragenden Kleidern und Sonnenschirm unterwegs gewesen. Gut dass sich die Zeiten immer mal wieder ändern.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Lichtenhainer Wasserfall mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Lichtenhainer Wasserfall
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.