Frinzbergsteig

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivnegativnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 12,50 km
Höhenunterschied:
ca. 430 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ziegenrücken - roter Strich - Scheibenweg - Buttermilchloch - grüner Strich - Knotenweg - Polenztalblick - Hocksteinweg - Hockstein - Blümelgrund - Polenztal - roter Punkt - Waltersdorfer Mühle - Brandscharte - Frinzbergsteig - Frinzberg - Polenztal - Frinzthalmühle - roter Punkt - Polenztalweg - Waltersdorfer Mühle - Ziegenrücken

Beschreibung:

Zuerst mal das Wichtigste: Diese Wanderung führt gleich an mehreren Stellen durch die Kernzone und dort könnten Nationalparkranger den Wanderer „auf den rechten Weg weisen“. Aber seit weit mehr als 200 Jahren bewegen sich Menschen durch diese Gebiete und trotzdem ist es immer noch eine wunderbare Natur und so werden die paar Wanderer auch diesmal keine wesentliche Veränderung hervorrufen, auch wenn sie mal abseits der Wanderautobahnen unterwegs sind.
Der Ausgangspunkt zu dieser sehr netten Runde ist der Parkplatz Füllhölzelweg am Ziegenrücken zwischen Waltersdorf und der Hocksteinschänke. Die ersten 100 Meter geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich dem Füllhölzelweg nach in den Wald hinein. Obwohl ich den Weg schon ein paar Mal entlangspaziert bin, ist mir noch nie aufgefallen, dass dort nach rechts ein Weg abzweigt. Hätte ich mir mal die Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) aufmerksam angesehen, hätte mir der Weg eigentlich sofort auffallen müssen. Scheibenweg_am_Ziegenruecken_kleinSo bin ich erst durch Axel Mothes‘ Buch „Stille Wege Band 1“ darauf aufmerksam geworden. Der Scheibenweg führt super angenehm auf gleichbleibender Höhe am Hang entlang. Buttermilchloch_von_oben_kleinAuf der linken Seite befindet sich die Schlucht Buttermilchloch und zwischendurch kann man auch noch mal den Füllhölzelweg sehen. Rechts oberhalb von dem Pfad verläuft die Ziegenrückenstraße (auch Kaiser- oder Napoleonstraße genannt), die man aber nicht sieht, sondern von der man maximal ein paar lautere Fahrzeuge hört. Nach etwas mehr als einem Kilometer gabelt sich der Weg und man hält sich mehr links auf dem deutlicheren Pfad. Auf der Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm sieht es so aus, als ob man einfach nur geradeaus das Tal weiter aufwärts wandern muss, aber in der Realität ist ein ganz kleiner Schlenker in dem Weg vorhanden. Ab dieser Stelle steigt der Weg ½ Kilometer an, um dann auf den Knotenweg (Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich) zu gelangen.
Auf diesem gut ausgebauten Forstweg geht es nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern historische_Waldweidesperre_Knotenweg_kleinfällt links vom Weg ein umzäunter Bereich auf, der früher die kleineren Tiere von einer Salzlecke fern gehalten hat. Auf dem Knotenweg erreicht man bald (< ½ Kilometer) die Ziegenrückenstraße, die nur überquert wird, um dann gleich weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Hockstein zu wandern. 600 Meter nach der Überquerung der Straße erreicht man eine deutlich sichtbare Waldwegekreuzung, auf der es nach rechts zum Polenztalblick geht. tolle_Aussicht_Polenztalblick_abwaerts_kleinDer Zuweg ist 200 Meter lang und passiert einen Hochsitz und eine Wildwiese. Die Aussicht liefert, wie der Name schon erraten lässt, einen tollen Blick in beide Richtungen des Polenztals. Auf der linken Seite ist noch ein weiterer Felsen, der eigentlich auch so aussieht wie eine Aussicht, aber irgendwie kommt man nur auf einem wirklich unscheinbaren Trampelpfad dort hin und das Ergebnis ist ein etwas schlechterer Ausblick als der Polenztalblick. Es lohnt sich also wirklich nicht, die Stelle zu erkunden.
Die Wanderung führt wieder zurück zum Knotenweg Teufelsbruecke_am_Hockstein_klein(grüner Strich grüner Strich) und von dort nach rechts zum Hockstein. Das Erste, was man von dieser ursprünglichen Felsenwarte entdeckt, ist die steinerne Brücke, auch Teufelsbrücke genannt. Diese Brücke ist immerhin 1821 erbaut worden und die passende Inschrift befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite. Schutzhuette_auf_dem_Hockstein_kleinKurz vor der eigentlichen Aussicht befindet sich eine der wenigen verbliebenen Schutzhütten der Sächsischen Schweiz und knapp daneben, aber unauffällig versteckt, ein aus dem Felsen gearbeiteter Raum. Hier ist an einer Wand die Blick_vom_Hockstein_zur_Burg_Hohnstein_kleinJahreszahl 1699 zu lesen. Bevor die Wanderung durch die Wolfsschlucht absteigt, sollte man natürlich erst noch bis ganz vorne zur Felskanzel und damit der Aussicht rüber zur Stadt bzw. Burg Hohnstein gehen. Sehr erfreulich ist, dass sich zu dieser sehr schönen Aussicht nur relativ wenige Mitmenschen hinbegeben. Der Hockstein ist auch heutzutage noch ein kleiner Geheimtipp unter den besonderen Aussichten.
Der Abstieg durch die Wolfsschlucht beginnt gleich neben dem Felsenraum und führt über einige Eingang_Wolfsschlucht_Hockstein_kleinEisentreppen durch eine sehr schmale Schlucht. In der Schlucht sind gleich mehrere alte Inschriften zu entdecken. ungewoehnliche_Inschrift_Hockstein_kleinDie Auffälligste ist gleich am Anfang auf der rechten Felswand zu sehen. Hier hat jemand aus Rudolstadt seinen Namen verewigt und darunter ist die Jahreszahl 1841 zu lesen. Die Breite der Eisentreppe und damit der Schlucht ist für jeden Wanderer gut geeignet, nur wenn auf den paar Metern auch noch Gegenverkehr herrscht, wird es etwas schwieriger. Der Felsen spuckt einen am Felsfuß wieder aus und eigentlich geht der offizielle Weg nach links weiter. Nach rechts kann man aber auch durch den Blümelgrund absteigen. Der Weg ist sehr eindeutig zu erkennen und schon landet man auf dem Polenztalweg, der mit dem roten Punkt roter Punkt markiert ist. Polenz_und_Polenztalwaechter_kleinIn dieses wirklich wunderbare Tal geht es nach rechts hinein. Obwohl es eigentlich für wirklich jeden geeignet sein sollte, sind nur sehr wenige Wanderer hier unten anzutreffen. Damit kann man aber die Natur und ganz besonders den Bachlauf genießen. Der Bach erscheint mir immer besonders klar und an ihm (und der Kirnitzsch) kann man relativ einfach die doch sehr scheue Wasseramsel entdecken. Es ist schon ganz schön faszinierend, zuzusehen, wie der Piepmatz in dem Bach bei jeglicher Temperatur richtig tief taucht. Wegseite_Waltersdorfer_Muehle_kleinInsgesamt geht es 2 ½ Kilometer der roten Wanderwegmarkierung hinterher, bis zur urigen Waltersdorfer Mühle. Knapp hinter der Mühle biegt man links ab und überquert die Polenz auf einer alten Steinbrücke. Dahinter geht es auf dem gut ausgebauten Waldweg nach rechts weiter das Tal hinab. Auf diesem Waldweg geht es etwas mehr als einen Kilometer entlang, bis die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt von rechts wieder auf den Weg stößt. Kurz dahinter (ca. 150 Meter) Aufstieg_Brandscharte_kleinsteht ein Kernzonenschild und nochmals 120 Meter dahinter versteckt sich die Brandscharte. Es ist wirklich immer wieder verwunderlich, Salzlecke_1810_an_den_Brandstufen_kleinwie häufig man an so einer Stelle vorbeiwandert und es einem einfach nicht auffällt, dass hier ein Aufstieg zum Brand bzw. zu den Brandstufen ist. Der Aufstieg überwindet zwar 70 Höhenmeter, aber irgendwie kam es mir auf meiner Runde gar nicht mal so steil vor und schon ist man am Fuße der oberen Brandstufen bzw. der Salzlecke aus dem Jahre 1810 angelangt.
Hier biegt die Wanderung nach rechts ab und führt erstmal die nächsten Meter ohne erkennbaren Weg auf den Frinzberg zu. Hier konnte sich bisher noch kein richtiger Trampelpfad ausbilden, da so ziemlich jeder Besucher dieses Berges einen anderen Weg wählt. Praktisch muss man aber nur auf den Hügel hinauf und noch vor dem höchsten Punkt ist dann auch wieder ein Pfad zu erkennen. Der Pfad heißt Frinzbergsteig und so manche historische Stufe erleichtert den Weg. Insgesamt geht es ½ Kilometer von der Salzlecke über den Frinzbergsteig, um dann vor einer boofenartigen Höhle ein paar weitere Stufen auf eine Erhöhung aufzusteigen. kuenstlicher_Raum_Burgwarte_Frinzberg_kleinHier befindet sich eine in den Felsen geschlagene Kammer, die eine mittelalterliche Burgwarte für die Burg Hohnstein war. Auf jeden Fall hat diese Station eine gigantische Aussicht über die Ebene vor Waltersdorf und rüber zum Lilienstein. Diese Stelle fordert zum Verweilen auf und die Ruhe ist einfach wunderbar.
Der weitere Weg war für mich Neuland, denn obwohl mir vorher schon mal ein Freund von diesem Zugang erzählt hatte, habe ich ihn einfach nicht gefunden. Jetzt gibt es das besagte Stufen_am_Frinzbergabstieg_kleinBuch von Axel Mothes und damit ist es sehr eindeutig, dass es einen brauchbaren zweiten Zugang zum Frinzberg geben muss. Insgesamt bin ich 1 ½ Mal um den hintersten Felsen des Frinzbergs herum gewandert, bis ich endlich begriffen habe, wo es hinunter geht. Praktisch ist es super einfach und eigentlich sind die Trampelspuren im Wald sehr leicht zu erkennen. Der Abstieg befindet sich an der südlichen Spitze, also der Verlängerung des Frinzbergsteigs, und führt sogar über ein paar Stufen im Felsen abwärts. Die ersten wenigen Meter erfolgen noch in südliche Richtung, um dann im spitzen Winkel nach rechts abzubiegen. Von dort führt der Pfad schräg den Hang hinunter und man gelangt nach einem einfach zu gehenden Abstieg auf den Wanderweg durch das Polenztal.
Auf der gegenüberliegenden Wegseite befindet sich das kleine Industriegebiet Frinzthalmühle. Eigentlich ist der Name schon ziemlich seltsam, da es überhaupt kein Frinztal gibt. Die Wanderung führt auf jeden Fall nach rechts wieder in das Polenztal hinein. Der Weg ist weiterhin mit der bekannten Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt gekennzeichnet. Nach ein paar hundert Metern passiert man wieder den Zugang zur Brandscharte und dann geht es auf die andere Seite des Baches. Obwohl es das gleiche Tal wie schon auf dem Hinweg ist, wirkt es von dieser Seite ganz anders. Nach etwas mehr als einem Kilometer auf dieser Bachseite erreicht man wieder die Walterdorfer Mühle. Knapp dahinter biegt nach links der rote Strich roter Strich ab und führt zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Die Wanderung hat mir persönlich ganz besonders gut gefallen, da sie doch einige Neuigkeiten enthielt und besonders ruhige Aussichtpunkte. Damit nicht die großen Massen die Wanderung entdecken und mir danach vorwerfen, dass ich sie den Rangern in die Arme gelenkt habe, hat die Wanderung von mir nur 2 Punkte erhalten. In Wirklichkeit würde ich sie zwischen 4 und 5 Sternen sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.