Frühlingswanderung

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 460 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Schmilka - grüner Strich - Grenzweg - gelber Strich - Winterbergstraße - roter Punkt - Kipphorn - Winterbergstraße - Weiberfährenweg - Reitsteig - blauer Strich - Lehnsteig - Wurzelweg - grüner Strich - gelber Strich - Schmilka - Elbe

Beschreibung:

Die Jahreszeit für diese Wanderung ist durch ihren Titel schon festgelegt und noch genauer ist der Zeitpunkt gemeint, wenn die Buchen anfangen, ihre Blätter zu entfalten. Dann leuchtet der Buchenwald ganz besonders schön und genau so ein Wald befindet sich an der südwestlichen Seite des Großen Winterbergs. Der Startpunkt ist der große Parkplatz von Schmilka und von hier geht es auf der einzigen Dorfstraße hoch in Richtung Großer Winterberg. Die ersten paar Meter dieser Straße sind mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet. Obwohl hier eigentlich eine ganze Menge Leute wohnen, ist uns noch nie ein Autofahrer unangenehm aufgefallen. Auf diesem Sträßchen benehmen sich alle hervorragend und so kann man die Häuser links und rechts der Straße ausgiebig ansehen. Dass die Autofahrer hier in wirklich gemäßigtem Tempo hochfahren, liegt vermutlich auch am Straßenbelag (Pflaster) und den beiden Durchfahrten. Dabei ist die zweite Durchfahrt ganz besonders eng und von oben dann auch sehr schön anzusehen. Hier befindet sich die Schmilksche Mühle, die mit besonderer Liebe zum Detail wieder aufgebaut wurde. Dieses kann man schon an der Außenanlage mit dem hölzernen Mühlgraben und dem Mühlrad erkennen. Da der heutige Besitzer (www.ferienhaus-muehlchen.de) an dem jährlichen Mühlentag teilnimmt, hat man dann noch die Möglichkeit festzustellen, dass auch drinnen viel Herzblut steckt. Die Wanderung steigt weiter auf der Dorfstraße an. Man passiert noch ein paar Möglichkeiten, sich mit Wanderkarten, Getränken und Stärkungen zu versorgen, bis die Ilmenquelle bzw. die große Informationstafel des Nationalparks am Ortsausgang erreicht wird.
Baum_waechst_durch_Schuppendach_kleinHier biegt die Wanderung nach rechts ab und folgt der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Sehr unterhaltsam ist, wenn man nach den ersten Metern auf dem sogenannten Grenzweg nach rechts auf die Häuser blickt, dann kann man einen Baum entdecken, der mitten aus einem Haus bzw. einem Anbau herausragt. Das sieht wirklich lustig aus und wirft natürlich gleich die Frage auf, woher der Baum denn sein Wasser bekommt.
Der Grenzweg ist wirklich sehr angenehm zu wandern und es ist immer wieder verwunderlich, warum der Blick_vom_Schmilkaer_Grenz_Eck_kleinGroßteil der Wanderer die anderen (steileren) Wege wählt. Nach 400 Metern auf dem Grenzweg hat man eine schöne Aussicht auf Schmilka und das Elbtal in Richtung Bad Schandau. Dahinter biegt der Wanderweg ab und verläuft erst ein Stück parallel zur Elbe und danach parallel zur tschechischen Grenze. An den Bearbeitungsspuren am Felsen und dem Weguntergrund kann man sehr gut erkennen, dass dieser Weg schon sehr alt sein muss und schon seit vielen Jahrzehnten bzw. sogar Jahrhunderten benutzt wird. Am Ende des Grenzweges erreicht man die Zufahrtsstraße zum Großen Winterberg. Auf dieser Straße geht es nach rechts weiter den Berg hoch. Auch wenn der Untergrund zwischendurch sogar asphaltiert ist, so sind hier nur ziemlich selten irgendwelche Fahrzeuge unterwegs. Das liegt daran, dass die Gaststätte bzw. das Hotel auf dem Großen Winterberg in der Kernzone des Nationalparks liegt und deshalb nur die Wirte und die Nationalpark-Ranger die Straße benutzen dürfen. Die Hotelgäste werden per Shuttle-Service in Schmilka abgeholt.
Die Straße macht so einige Schlenker an der Grenze entlang, um die Höhenmeter zu überwinden. Buchenwald_im_Fruehjahr_Grosser_Winterberg_kleinHier kann man im Frühjahr den leuchtend hellgrünen Buchwald bestaunen und nach einem langen Winter es ist immer wieder ein Wohlgenuss, den Wald in dieser Farbe strahlen zu sehen. Mit der letzen Kurve an der Grenze hat man auch schon fast einen der besonderen Zwischenstationen der Wanderung erreicht. Geier_auf_Kipphornaussicht_kleinDie Aussicht Kipphorn befindet sich nur 100 Meter neben der Fahrstraße und man sollte unbedingt den kurzen Abstecher dort hin unternehmen. Von der Aussicht blickt man weit über die Elbe auf die Felsen der linken Flussseite. Hier kann man die beiden kleinen Felsen im Vordergrund (Kaiserkrone und Zirkelstein) und die großen Felsen ein bisschen weiter hinten entdecken (Zschirnsteine und Schneeberg). Auf der rechten Seite hat man einen tollen Blick in das Felsental des Schmilkaer Kessels. Hier würde sich eine Rast anbieten, aber diese Aussicht ist relativ bekannt und dadurch kommen auch einige andere Wanderer vorbei.
Deshalb geht es auch gleich weiter. Wer sich denn auf der Wanderung noch ordentlich stärken möchte, der kann von hier aus einen kurzen Abstecher hinauf zum Großen Winterberg (www.grosserwinterberg.de) unternehmen. Damit könnte man nach der Wanderung auf jeden Fall noch behaupten, dass man auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz gewesen ist. Da wir fast immer Selbstversorger sind, haben wir die Wanderung auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt fortgesetzt. Schon 200 Meter hinter dem Zugang zur Kipphornaussicht biegt die Wanderung aber nach links auf den Weiberfährenweg ab. Dieser unmarkierte Waldweg ist sehr angenehm zu wandern, da er ungewöhnlich breit ausgebaut ist und überhaupt keinen Höhenmeter überwindet. Da anscheinend der größte Teil der Wanderer den Gipfel des Großen Winterbergs als Ziel hat, kann man hier unten in einem angenehmen ruhigen Bogen um die Bergspitze herumFruehlingsplatterbse_klein wandern. Als wir die Runde gewandert sind, haben wir auch immer wieder komische lilafarbene Blümchen gesehen. Meine Frau meinte, es sind Frühlingsplatterbsen. Da ich keinerlei Ahnung davon habe, aber auch den Namen zu komisch fand, dachte ich, sie veräppelt mich. Jetzt habe ich gerade mal gegoogelt und … sie hat Recht. Die kleine lila Blume heißt tatsächlich Frühlingsplatterbse und kommt besonders gerne im Buchenwald vor. Zumindest bei der Botanik hat meine Frau immer Recht. (Anm. d. Ehefrau: Auch sonst habe ich Recht, denn wenn ich mir nicht sicher bin, halte ich ja den Schnabel!)
Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man eine Waldwegkreuzung mit einer großen Anzahl an Wanderwegmarkierungen. Auch steht hier ein Wegweiser aus Sandstein, der aber noch nicht so alt ist, wie man normalerweise bei Sandsteinsäulen gewohnt ist. Wir gehen nach links auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich weiter. Das jetzt folgende Teilstück der Wanderung ist ähnlich wie der Weiberfährenweg, nur dass der Untergrund nicht mehr für Fahrzeuge ausgelegt ist. Der sogenannte Reitsteig überwindet auch nur sehr wenige Höhenmeter und so passiert man nach einem ¾ Kilometer eine weitere Sandsteinsäule, die aber im Gegensatz zur vorhergehenden tatsächlich alt ist. Ab dieser Stelle sieht es seit einigen Jahren ziemlich traurig aus, da hier der Borkenkäfer übelste Sorte gewütet hat. Auch wenn der Nationalpark an den meisten Stellen die befallenen Bäume möglichst schnell entfernt, so hat er die Bäume hier stehen gelassen. Nur die Bäume gleich neben dem Wanderweg sind zwecks Wegesicherung in den Wald hinein umgezogen worden, die restlichen stehen als vertrocknete Baumleichen herum. Wenn man häufiger an dieser Stelle vorbeikommt, dann kann man zusehen, wie sich diese kleinen Schädlinge jedes Jahr um ein paar dutzend Meter weiter durch den Wald fressen. Eigentlich ist es ein interessantes Experiment, aber besonders schön sieht so ein Wald nicht aus. So kann auf jeden Fall jeder Waldbesitzer sehen, was passiert, wenn er sich nicht um die befallenen Bäume kümmert.
¼ Kilometer hinter der Sandsteinsäule wird der markierte Wanderweg nach links verlassen. Einzelfelsen_an_Lehnsteig_Aussicht_kleinDieser Abzweig, der mit dem Namen Lehnsteig gekennzeichnet ist, liegt noch mitten in dem abgestorbenen Wald. So geht es ungefähr 100 Meter durch dieses Waldstück, bis es dann wieder grün wird und die ersten Ausläufer des Lehnsteiges betreten werden. Fichte_in_Astgabel_von_Buche_kleinHier befinden sich gleich mehrere sehr schöne Aussichtspunkte links vom Pfad und diese Stellen laden dann auch zu einer kleinen Rast mit einer super Felsenaussicht ein. Im Hintergrund der Felsen ist auch der unauffällige Große Winterberg mit seiner Antenne und der Spitze des Aussichtsturms zu entdecken. Der Lehnsteig ist eine mehrfach unterbrochene Treppe, die aber sehr abwechslungsreich ist und im Abstieg auch nur mäßig anstrengend. Sehr witzig ist gleich zum Anfang der Stufen die große Buche. Hier wächst in einer Astgabel eine kleine Fichte.
Nach so einigen Stufen stößt der Lehnsteig auf den Wurzelweg, der mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert ist. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man weiter abwärts, also nach rechts. Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Zufahrt zum Großen Winterberg (gelber Strich gelber Strich), der man weiter bergabwärts folgt. Links neben dem Weg befindet sich ein trockener Ablauf, in dem sich nur bei Unwettern Regenwasser sammelt. Damit sich wenigstens die Felsmurmeln und sonstiges Schwemmgut nicht bis runter in die Ortschaft wälzen, sind hier einige Sperren angelegt worden. Damit werden zwar nicht die herabstürzenden Wassermassen verhindert, aber immerhin bleiben die unliebsamen Mitbringsel oben hängen.
Das Gefälle ist für eine Fahrstraße schon ungewöhnlich steil, aber als Wanderer ist man Schlimmeres gewohnt und so erreicht die Wanderung bald den Ortsrand von Schmilka. Durch das Gefälle hat man natürlich eine hervorragende Aussicht auf die Ortschaft und so kann man z.B. die Konstruktion des Mühlgrabens bestaunen. Damit erreicht die Wanderung dann aber auch schon ihren Ausgangspunkt. Es ist jedes Jahr wieder schön, den leuchtenden Buchenwald zu besuchen. Weil ja auch ein paar schöne Aussichten und Felsen zu sehen sind, gibt es nichts an der Wanderung zu bemängeln.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Schmilka Grenzübergang mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schmilka Ortmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,00€

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