Gabrielensteigwand

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivnegativnegativnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 13,50 km
Höhenunterschied:
ca. 430 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - gelber Strich - Großen Zschand - Zeughaus - grüner Punkt - Richter Schlüchte - Richtergrotte - Fremdenweg - Gabrielenwand - Entenpfützenweg - Schwarze Schlüchte - Großen Zschand - roter Strich - Zeughaus - gelber Strich - Kirnitzschtal - Neumannmühle

Beschreibung:

Bei der Beurteilung der Wanderung Gabrielensteigwand haben wir gemogelt. Auch wenn wir die Wanderung offiziell nur mit zwei Sternen gekennzeichnet haben, so ist die Wanderung viel besser gewesen. Wir würden entweder 4 oder sogar 5 Sterne geben, aber wir befürchten, damit zu viele Gäste in diese Ecke der Sächsischen Schweiz zu locken. Jeder Wanderer auf dieser Tour sollte sich bewusst sein, dass diese Strecke heutzutage nicht mehr gestattet ist, da Teile der Wanderung durch die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz verlaufen. Wer also von einem Nationalpark-Ranger erwischt wird, soll bitte nicht uns das Strafmandat schicken.
Der Startpunkt für diese Wanderung liegt im Kirnitzschtal an der Neumannmühle. Von hier geht es auf der doch ziemlich beliebten Strecke durch den Großen Zschand. Nach fast 2 Kilometern auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich erreicht man das Zeughaus und damit das Nationalparkinformationshaus und die Gaststätte. Liegen_hinter_Nationalparkhaus_Zeughaus_kleinBeide sind einen Abstecher wert und komischerweise auch noch zu Zeiten geöffnet, bei denen wir nicht damit gerechnet hätten. An dem Hang hinter dem Nationalparkhaus stehen seit einiger Zeit sehr schöne Liegen, von denen man sehr bequem auf den Großen Teichstein blicken kann. Mit dem Passieren des Zeughauses wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen, da es weiter durch den Großen Zschand gehen soll und man folgt jetzt dem grünen Punkt grüner Punkt. Ein paar Meter hinter den Gebäuden des Zeughauses passiert man eine große Wiese mit einer offiziellen Feuerstelle im Nationalpark. Obwohl wird doch schon so einige dieser Stellen entdeckt haben, haben wir tatsächlich noch nie jemanden bei einem Lagerfeuer gesehen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass bei so einigermaßen schönem Grillwetter schon die Waldbrandstufe 1 (geringe Waldbrandgefahr) oder höher erreicht ist und damit dann das Feuern im Wald verboten ist. Die passende Regel zu den Feuerstellen heißt immerhin: „Kein Feuer bei Waldbrandstufen!“ Damit würde ich diese offiziellen Feuerstellen für etwas sehr theoretisches halten, denn den richtigen praktischen Wert haben diese Einrichtungen dann nicht.
Die Wanderung führt durch den Großen Zschand weiter in die ruhigen uraltes_Schild_Richter_Schluechte_kleinRegionen der Sächsischen Schweiz. Ungefähr nach einem Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach rechts in die Richter-Schlüchte ab. Am Beginn der Richter- Schlüchte fällt ein uraltes Schild auf der rechten Wegseite auf. unterer_Teil_Richter_Schluechte_kleinDieses Schild scheint schon sehr lange an der Fichte angebracht zu sein, da es richtig in den Baum bzw. der Baum um das Schild gewachsen ist. Der erste Kilometer durch den Grund ist sehr angenehm zu wandern, erst kurz vor der Richtergrotte nimmt die Steigung ordentlich zu und der Untergrund wird unebener. herbstliche_Richtergrotte_kleinDie Richtergrotte ist eigentlich ein großer Felseinschnitt auf der linken Wegseite, der erst im Winter richtig toll zur Geltung kommt. Da über die Felskante ein Minibächlein läuft, entsteht im Winter hier ein richtig langer Eisfall, der schon ziemlich imposant aussehen kann. herbstliche_Richtergrotte_Rinnsal_kleinDie Wanderung führt weiter durch die Richterschlüchte aufwärts. Ungefähr 150 Meter hinter der Richtergrotte biegt der offizielle Wanderweg nach rechts ab. Ab hier geht es auf dem nicht mehr legalen Weg weiter geradeaus. Ich gehe seit 1992 in der Sächsischen Schweiz wandern und kenne diese Stelle noch als legalen Aufstieg zum Großen Winterberg, aber anscheinend hat der Nationalpark zu große Sorgen, dass sich ein Wanderer auf den historischen Fremdenweg verirrt. Genau der soll aber das Ziel der Wanderung sein und deshalb geht es weiter durch die Schlucht aufwärts.
Nach 200 Metern illegalem Aufstieg erreicht man die deutlich sichtbare Grenze, der man nach links folgt. gefaellte_Baeume_Fremdenweg_Kernzone_kleinSchon nach wenigen Metern fällt rechts vom Weg (also auf der tschechischen Seite) ein durchgeforsteter Wald auf. Komisch, der Nationalpark erzählt doch immer, dass in der Kernzone die Natur in Ruhe gelassen wird und hier haben ein paar Waldarbeiter die Hälfte aller Bäume niedergemacht. Sehr interessant ist, wie gut sichtbar der Pfad ausgelatscht ist, aber eigentlich muss einen das auch nicht wundern, weil es sich immerhin um einen historischen Wanderweg handelt, der seit mindestens Grenzsteine_am_Fremdenweg_klein200 Jahren begangen wird. Auch Götzinger beschreibt 1812 die Stelle des Fremdenweges bzw. Entenpfützenweges mit den Worten: „…so was noch nie gesehn und nie geglaubt zu haben, daß so etwas Schönes in der Natur sey.“ Der Weg an den Grenzsteinen entlang ist sehr angenehm zu wandern und nach 1 ½ Kilometern könnte man theoretisch nach rechts zum Prebischtor abbiegen, aber praktisch ist heutzutage der rückseitige Zugang so ordentlich verbaut, dass sich der Abstecher dorthin nicht mehr lohnt. Deshalb wandert man noch ein Ministück von 150 Metern weiter, herbstlicher_Nebel_Prebischnadel_kleinbis auf der rechten Seite eine unübersehbare Aussicht kommt. Diese Aussicht hat die Ausmaße und den gleichen Charakter wie die Aussicht bei der Breiten Kluft in der Nähe der Schrammsteine und wird Kanapee genannt. Als wir die Wanderung unternommen haben, zogen hier dicke Nebelfelder vorbei und trotzdem war der Blick in die Landschaft immer mal wieder möglich. Dadurch, dass hier oben außer uns keiner unterwegs war, konnten wir diesen Anblick richtig lange genießen und es war ein echter Wohlgenuss.
Die Wanderung folgt weiter der Grenze und nach ½ Kilometer erreicht man noch eine nette Aussicht, herbstliche_Fluegelwand_an_der_Gabrielensteigwand_kleindie aber nicht mit der letzten mithalten kann. Dafür ist sie kleiner und ein bisschen zurückgezogener. Von dieser Aussicht hat man aber einen netten Blick an der Flügelwand entlang bzw. zu den Felsen davon. Die Wanderung geht von dieser Aussicht noch 150 Meter weiter an der Grenze entlang, um dann nach links auf einen Pfad abzubiegen. Falls man diesen unscheinbaren Weg verpasst hat, dann stößt man nach 50 Metern auf den auffälligen Grenzstein 7/28. Spätestens hier weiß man, dass man 50 Meter zu weit gelaufen ist und für die weitere Wanderung umkehren sollte. Nachdem man 100 Meter auf dem unscheinbaren Querweg nach links gewandert ist, biegt man nach rechts ab und hier beginnt der Abstieg. obere_Schwarze_Schluechte_kleinKomischerweise ist der Weg nach unten hier in diesem Teil gar nicht so schwierig und das einzige Störende sind die paar absichtlich in den Weg gefällten Bäume. Praktisch sind diese Minihindernisse keine echte Behinderung. Nach ¼ Kilometer und 80 Höhenmetern Abstieg wird der Weg ungewöhnlich angenehm und man kann am Untergrund erkennen, dass hier eine alte Wegbefestigung durch einen Knüppelweg gelegen hat. Nach ein paar hundert angenehmen Metern durch die Schwarzen Schlüchte wird der Weg doch noch mal ziemlich eng, da er von den Seiten von einem jungen Fichtenwald zugewuchert wird. Der Weg ist aber sehr leicht zu finden, es geht einfach immer weiter bergabwärts und nach insgesamt einem Kilometer Abstieg stößt man ziemlich unvermittelt auf den Weg im Großen Zschand.
Der Weg hier durch den Großen Zschand ist auch seit einigen Jahren gesperrt, aber eigentlich sieht das eher nach einem Schildbürgersteich aus. Spuren_im_Matsch_Grosser_Zschand_kleinWer sich einerseits die Fußspuren ansieht und andererseits die Ergebnisse der Zählautomaten (an manchen Tagen sind hier 120 Grenzgänger gezählt worden) glaubt doch nicht, dass irgendjemand diese seltsamen Verbotsschilder ernst nimmt. Hier sollten sich die beiden Nationalparks mal ernsthaft fragen, ob nach der Aufhebung der Grenze bzw. der Einführung des Schengener Abkommens wirklich auf einer Wegsperrung bestanden werden muss.
Die Wanderung führt jetzt super angenehm den Großen Zschand wieder herunter. Nach 100 Metern stößt von rechts kommend die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich auf den Weg und mit ihr geht es leicht abfallend in Richtung Zeughaus. Im Laufe der nächsten 2 ½ Kilometer passiert man den bekannten Zugang zu den Richter-Schlüchten und man erreicht das Zeughaus. Hier hat man endlich mal wieder die Chance einzukehren oder dem Nationalparkhaus den geplanten, aber noch nicht durchgeführten Besuch abzustatten. Man muss den Nationalpark-Mitarbeitern ja nicht gerade auf die Nase binden, wo man gerade wandern gewesen ist. Vielleicht wären die Leute dann doch etwas sauer.
Für das letzte Stück der Wanderung geht es auf dem bekannten Weg durch den Großen Zschand bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Nur zwischendurch wechselt dann noch einmal die Wanderwegmarkierung auf den gelben Strich gelber Strich. Am Ende des Großen Zschand erreicht man den Parkplatz und damit auch das Technische Denkmal Neumannmühle(www.neumann-muehle.de). Da der Eintritt nur einen symbolischen Betrag kostet, empfehlen wir, dort einen kurzen Zwischenstopp einzulegen, da es doch ganz interessant ist, wie früher gesägt und Holzschliff erzeugt wurde.
Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die einen ganz gravierenden Nachteil hat: Sie ist nicht mehr legal zu begehen und deshalb eigentlich nicht mehr zu empfehlen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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