Geopfad Goßdorf

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 310 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Goßdorfer Freibad - Historischer Landwirschaftlicher Lehrpfad - Am Gickelsberg - Gickelsberg - Alter Goßdorfer Straße - Kirschallee - Hankeweg - Hankehübel - Hankeweg - Butterlecke - Bergstraße - Alter Steinbruch - Sandsteinbänke am Kohllichtgraben - Kohlichtgrabe - gelber Strich - Lausitzer Überschiebung - Das quartäre Eiszeitalter - Historischer Landwirschaftlicher Lehrpfad - Goßdorfer Freibad

Beschreibung:

In der Sächsischen Zeitung wurde im Sommer 2015 vom Geopfad in Goßdorf berichtet. Da wir Lehrpfade immer interessant finden und man tatsächlich meistens noch etwas dabei lernen kann, haben wir uns gleich mal auf den Weg gemacht. Der Startpunkt ist das Goßdorfer Freibad. Hier steht eine große Tafel, die den Streckenverlauf und die geologische Vergangenheit rund um Goßdorf erklärt. Sehr gut finden wir, dass der Text auch noch in Tschechisch vorhanden ist. Damit man sich nicht merken muss, wo der Geopfad entlang läuft, kann man auf einem Faltblatt eine Übersichtskarte mitnehmen. Diese reicht sehr gut dazu aus, die richtigen Wege zu finden. Netterweise hat der Geopfad sogar eine eigene Internetseite www.geopfad-gossdorf.com, auf der das Faltblatt auch noch mal vorhanden ist. Markiert ist der Rundweg mit einem netten, kleinen Symbol in der Form eines rauchenden Vulkans.
Vom Freibad geht es an den Huetten_historische_Geraetschaften_Gossdorf_klein8 Hütten mit der historischen landwirtschaftlichen Technik vorbei. Obwohl diese einzelnen Stationen schon 2007 errichtet wurden, sehen sie auch heute noch sehr gut gepflegt aus. Normalerweise werden solche Informationsstellen einmal mit viel Enthusiasmus aufgebaut, aber dann nicht weiter gepflegt. Das scheint hier anders zu sein und die fleißigen Geister sind die Mitglieder des Vereins des Freibades Goßdorf. Am Ende der Straße geht es nach rechts in Richtung Gickelsberg. Schon bald ist die Hauptzufahrt von Goßdorf erreicht, die aber nur überquert wird und auf der gegenüberliegenden Blick_auf_Gickelsberg_kleinStraßenseite geht es auf einem unauffälligeren Feldweg weiter dem Gickelsberg entgegen. Am Ende des Weges wandert man ein Ministück (100 Meter) nach links und dann im spitzen Winkel auf einer Hauszufahrt nach rechts. Von hier hat man schon eine fantastische Aussicht auf die Ebene der gegenüberliegenden Elbeseite mit den einzelnen Tafelbergen. Diese Aussicht hat das Haus am Ende der Zufahrt zu jeder Jahreszeit. Es wird an der Vorderseite passiert und gleich hinter dem Gelände beginnt der eigentliche Aufstieg auf den Gickelsberg. Blick_vom_Gickelberg_auf_Gossdorf_kleinAuch wenn der Gipfel gar nicht so weit ist, merkt man die 60 Höhenmeter durch den steilen Aufstieg doch ganz gut. Das Gemeinste ist aber, dass durch den Wald auf dem Gipfel und den nur schmalen Wiesenstreifen die Aussicht ziemlich eingeschränkt und eigentlich sogar schlechter als ein paar Höhenmeter tiefer an der Zufahrt zu dem Haus am Hang ist. Dafür kann man hier oben aber gut erkennen, dass man auf einem ehemaligen Vulkan steht.
Das fällt ganz besonders auf, wenn man von dem Rastplatz nach hinten weg in den Wald geht. Hier sind zwar nicht die typischen Basaltsäulen wie sonst auf vielen der Vulkanreste in der Sächsischen Schweiz, aber noch viele Basaltmurmeln zu entdecken. Im Ursprung war der Wanderweg so geplant, dass es auf der Rückseite des Gickelsbergs heruntergehen sollte, aber der jetzt aktuelle Wegeverlauf führt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg wieder abwärts, bis nach links (von oben kommend) ein gut sichtbarer und markierter Waldweg abbiegt. Der kleine Waldstreifen von 100 Metern wird durchquert und dann geht es weiter über eine Wiesenlandschaft. Nach insgesamt etwas weniger als 400 Metern biegt die Wanderung nach rechts ab. Blick_ueber_Gossddorf_auf_Schrammsteine_kleinEs handelt sich um die Alte Goßdorfer Straße mit einer Allee aus Birken. Auf diesem Feldweg wird man mit einer sehr netten Aussicht bis an den Dorfrand geführt. Ganz kurz vor Goßdorf gabelt sich der Weg, man geht nach rechts in den Ort hinein und dann gleich wieder links parallel zum Ortsrand weiter. Die Wanderung passiert einen Bauernhof mit Stallungen tolles_Wohnhaus_Gossdorf_kleinund dann einige ehemalige Bauernhäuser. Gleich an mehreren dieser Häuser stehen Messingtafeln, die den Ursprung und ein bisschen Historie erklären. Hier kann man sogar Häuser aus dem Jahre 1688 entdecken und mindestens eins dieser älteren Häuser ist gerade ganz hervorragend saniert worden. Dabei fallen besonders die Rasenfläche auf dem Carportdach und die interessante Gartengestaltung auf.
Der Weg führt wieder ein Stück aus der Ortschaft heraus und steigt dabei auch leicht an, um dann nach 150 Metern rechts Blick_vom_Hankehuebel_auf_Hintere_Saechsische_Schweiz_kleinin die Richtung des Hankehübels abzubiegen. Auch wenn der Name des Berges schon verrät, dass der Aufstieg nicht besonders herausfordernd ist, so ist die Aussicht von dem Hankehübel ganz hervorragend. Man hat einen wirklich schönen Panoramablick und das mit einer angenehmen Ruhe. Höchstens die Pferde und Kühe auf der angrenzenden Wiese sind ungewöhnlich neugierig und gesprächig.
Vom Hankehübel geht es wieder die bekannten 200 Meter herunter, bis man nach links die erste Möglichkeit, in die Ortschaft abzubiegen, erreicht. Der Weg mit dem netten Namen Butterlecke wird für ca. 400 Meter bis zur Bergstraße abwärts gewandert. Die Bezeichnung Bergstraße passt sehr gut, da sie am Rand der Ortschaft sehr ungewöhnlich steil ins Sebnitztal hinab führt. Hier fahren nur die mutigsten und sichersten Autofahrer und dadurch hält sich der Verkehr sehr in Grenzen. In den Wintermonaten ist die Straße, auch ohne Schnee, schon häufiger gesperrt gewesen, Steinbruch_unterhalb_Gossdorf_kleinda sich der Winterdienst nicht herunter getraut hat. Am Ortsausgang befindet sich auf der rechten Straßenseite ein deutlich zu erkennender Steinbruch, in dem früher Granit abgebaut wurde. Die Straße wird für ziemlich genau einen Kilometer abwärts gewandert, bis nach rechts der Kohlichtgraben abzweigt. Ausgeschildert ist diese Schlucht mit dem Malerwegsymbol und dem gelben Strich gelber Strich. Der Kohlichtgraben hat wirklich zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes. Dadurch, dass die Felsen sehr nah beieinander stehen und sich der kleine Kohlichtbach darin schlängelt, ist die Schlucht immer ziemlich frisch. Das fällt ganz besonders im Winter auf, wenn sich die schönsten Eiswände der gesamten Sächsischen Schweiz bilden. Leider ist die Schlucht schon nach ¾ Kilometer zu Ende und es geht nach rechts weiter dem gelben Strich hinterher.
Die Wanderung führt ½ Kilometer weiter durch dieses sehr ruhige Tal aufwärts. Auf halber Strecke befindet sich die Grenze zwischen Sandstein und Granit, die sogenannte Lausitzer Verschiebung, bei der sich eine riesige Granitplatte über den Sandstein geschoben hat.  Nach dem besagten ½ Kilometer biegt der erste Weg nach rechts ab. Blick_auf_den_Hankehuebel_kleinDer Waldweg führt ein kleines Stück abwärts, um dann den Kohlichtbach zu überqueren und wieder hoch auf die Ebene vor Goßdorf zu steigen. Nach dem kleinen Anstieg und ein paar Meter über einen Feldweg stößt man nach insgesamt ¾ Kilometer auf den befestigten Querweg, dem man nach links folgt. Schon bald hat man wieder die Hütten der Landwirtschaftlichen Geräteausstellung erreicht. Hier geht es nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde ist angenehm ruhig und wirklich zu jeder Jahreszeit gut zu wandern. Selbst wenn der Bereich des Nationalparks mal wieder vollkommen überlaufen ist, begegnet man hier auf der Runde nur ganz selten anderen Wanderern. Sehr erfreut hat uns, dass an einigen Stationen passende Informationstafeln stehen, die alle netterweise von einem Sponsor unterstützt werden. Hoffentlich werden sie nicht so schnell von Deppen ruiniert, weil das für die Ersteller des Geopfades eine herbe Niederlage sein dürfte. Ganz besonders, weil es aus einer lobenswerten Privatinitiative entstanden ist.

 

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Goßdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Goßdorf Freibad
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

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